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02.10.2007

Interview mit Comic Schreiber Wilfried A. Hary

Geschrieben am 02.10.2007, 14:20:09

Entgegen der 200X Neuauflage, in dem das He-Man Comicmaterial nur einer kurzen Marktpräsenz vergönnt war, gab es in den 80ern eine Vielzahl Serien rund um He-Man. Eine davon waren die Interpart-Comics zu der Wilfried A. Hary Text und Storyplot beisteuerte.
Vor kurzem ergab sich die Gelegenheit für He-Man.de Member Kafuun ein Interview mit Wilfried A. Hary, dem Autor der klassischen Interpart-Comics, zu führen. Erfahrt, wie das ganze damals abgelaufen ist.


Sehr geehrter Herr Hary, haben Sie erst einmal Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, für He-man.de einige Fragen zu dem von Ihnen entworfenen "Masters of the Universe"-Comic in Deutschland zu beantworten. Als erstes würden wir gerne erfahren, wer Sie sind und was Sie zur Zeit machen. Bitte stellen Sie sich uns einmal kurz vor.

Ich wurde geboren im Jahr 1947 und schreibe seit über fünfundvierzig Jahren. Ja, richtig gelesen: Meine sehr bescheidenen Anfänge gab es im zarten Jugendalter. Ich arbeitete als freier Mitarbeiter für das Feuilleton einer Tageszeitung. Dem Redakteur konnte ich damals glaubhaft machen, ich sei bereits 18 Jahre alt. In der Tat, ich sah wesentlich älter aus als ich in Wirklichkeit war und kam locker auch in jeden Kinofilm ab 18 Jahren, obwohl damals sehr streng kontrolliert wurde. Auch in Tanzlokalen (Vorläufer der heutigen Diskos, die es damals in der Form wie heute noch gar nicht gab) überstand ich locker jede Razzia – und die waren ziemlich häufig. Übrigens, ich war auch Schüler der „Schule des Schreibens“. Das ist natürlich keine Garantie dafür, wirklich schreiben zu können, aber ich habe dort genauso wie bei meiner Zeitungsarbeit jede Menge lernen dürfen. Überhaupt, die Schule des Schreibens war eine Privatschule, die Fernlehrgänge anbot. Die nahmen jeden, auch garantiert Talentfreie, so lange diese dafür bezahlten. Das ist heute ja auch nicht anders, was jedoch nicht bedeuten soll, dass man dort nicht wirklich etwas lernen kann. Zur Zeit schreibe ich einerseits für andere Verlage (unter anderem als Carol East für den Kelter Verlag Taschenhefte und Heftromane) und investiere andererseits extrem viel Zeit und Herzblut in meinen eigenen Verlag mit Namen Hary-Production (siehe www.hary-production.de) mit immerhin zirka 60 Neuerscheinungen im Jahr.

Können Sie uns sagen, wie Sie damals an die "Masters of the Universe" gekommen sind und wie es dazu kam, dass Sie die Texte und Geschichten der Comics erfinden durften?

Der Chef von Biehler-Production wandte sich an mich. Wir hatten uns kennengelernt bei einem Con in Berlin. Allerdings konnten wir uns gegenseitig nicht ausstehen. Umso mehr verwunderte mich sein Anruf. Nach anfänglichem Zögern willigte ich ein: Ja, ich wollte den Comic machen und setzte mich nach weiterer Absprache hin, um das Universum von He-Man und Co. So zu entwerfen, wie man es später nachlesen konnte – innerhalb der Rahmenbedingungen, wie sie der Spielwarenhersteller Mattel vorgab. Das Ganze war ursprünglich von dort geplant gewesen, als Marketingmaßnahme, um den Verkauf der Actionfiguren zu fördern. Die Werbeabteilung wandte sich an Biehler und dieser wiederum an mich, weil er der Meinung war, das müsste ein „richtiger Autor“ machen und kein reiner Comicautor. Das Abenteuer begann…

Wie genau muss der Laie sich das überhaupt vorstellen?

In der ersten Phase schickte ich ein Expose mit genauen Inhaltsangaben. Nach Genehmigung durch Mattel folgte ein Treatment mit der Story-line. Das ist praktisch die komplette Story mit angedachten Dialogen, wonach der Zeichner Michael Götze damals die Illustrationen erstellte. Es war auch noch ein zweiter Zeichner im Gespräch, der aber mit meinen Vorgaben nichts anfangen konnte: Er hat sie nicht verstanden. Biehler meinte dazu: Drum habe er einen „richtigen Autor“ dafür engagiert, weil das Comic nicht so simpel werden sollte wie sonst üblich. Michael Götze jedenfalls hatte keinerlei Probleme mit der Umsetzung. Wir standen in telefonischem Kontakt. Er hatte die Freiheit, auch eigene Ideen mit einzubringen, was er allerdings mit mir absprach. Immerhin war er zu diesem Zeitpunkt bereits ein erfolgreicher Comic-Zeichner und selber Autor gewesen, wenn auch „nur“ im Comic-Bereich. So konnten wir viel voneinander lernen. Man sieht es den Comic-Alben auch an: Sie wurden von Nummer zu Nummer immer besser. Aber weiter im Prozedere: Sobald die Rohzeichnungen fertig waren, bekam ich sie in Kopie zugesendet, mit leeren Textboxen und leeren Sprechblasen, bei deren Größe und Häufigkeit Michael schon ungefähr die Dialoge aus dem Treatment berücksichtigt hat. Mit einigen Ausnahmen allerdings, denn er zeichnete auch aus rein visuellen Gründen und somit zusätzlich Textboxen und Sprechblasen, zu denen ich dann entsprechenden Text dazu erfinden musste. Anfangs war es für mich eine äußerst knifflige Sache, mit dem Millimetermesser in der Hand die Sprechblasen und Textboxen auszumessen, damit die fertigen Dialoge unter Berücksichtigung der vorgesehenen Schriftgröße auch genau passten. Später wurde das zur Routine. Ich brauchte nur noch hinzusehen, um zu wissen, wie genau ich den Text schreiben musste, um die Sprechblasen und Textboxen auszufüllen. Dabei bekam jede von ihnen eine laufende Nummer, die man in meinem fertigen Dialogmanuskript wiederfand – mit den dazu gehörigen Texten, die ja zunächst einmal gesetzt werden mussten. Erst beim Layouten (dabei entstand die fertige Druckvorlage) wurden sie dann an die dafür vorgesehenen Stellen gesetzt. Parallel dazu sorgten die sogenannten Choloristen für die passende Farbe im Bild. Übrigens geht das heute nicht mehr so wie damals: Alles findet am Monitor statt. Zum Beispiel: Die Texte können direkt in die Boxen und Blasen geschrieben werden.

Haben Sie noch Erinnerungen an einige Figuren, oder wissen Sie vielleicht sogar noch konkrete Details?

Ich antworte auf diese Frage, ohne vorher nachzusehen, also wirklich zu hundert Prozent aus dem Gedächtnis: Ich erinnere mich nur noch sehr vage. Immerhin ist das Jahrzehnte her. Ich habe inzwischen Hunderte von Romane und vieles andere mehr geschrieben. Natürlich an die Hauptfigur He-Man, dann an seinen Gegenspieler Skeletor. Hieß die Prinzessin nicht Sheila? Falls falsch: Ich lasse das jetzt mal so, denn würde ich nachschauen, wäre das so etwas wie ein Betrug an den Lesern dieses Interviews, nicht wahr? Ich muss auch noch dazu sagen, dass ich mich in der Regel kaum an frühere Arbeiten erinnere, von ganz wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Da geht es mir nicht so wie manchen Autorenkollegen, die auch noch nach zwanzig Jahren offenbar jeden einzelnen selbstgeschriebenen Roman kennen. Bei mir ist die Vergesslichkeit so sehr ausgeprägt, dass ältere Romane für mich sich so lesen, als hätte sie ein anderer geschrieben. Ja, wirklich, das gibt es! Das wichtigste Detail übrigens war (und deshalb habe ich das auch nicht vergessen): Jede Ausgabe musste zwei Geschichten beinhalten: Die erste, größere, war zu hundert Prozent inhaltlich frei (natürlich innerhalb des sowieso vorgegebenen Grundrahmens). Bei der zweiten, kleineren musste immer irgendein neues Utensil vorgestellt werden, wie es auf den Markt kam. Um dieses Utensil musste ich dann eine entsprechende Story spinnen.

Wie intensiv haben Sie sich mit der Materie "Masters of the Universe" damals auseinander gesetzt?

Äußerst intensiv – zwangsläufig! Ich hatte die Actionfiguren genauso daheim wie auch alle damals bereits auf Videokassette vorhandenen Zeichentrickfilme zum Thema, natürlich im englischen Original. Außerdem hörte ich mir die Hörspiele an. Allerdings musste ich mich jedes Mal tierisch ärgern, weil Mattel sowohl bei den Filmen als auch bei den Hörspielen keinerlei Wert auf exakte Einhaltung der Rahmenbedingungen legte. Nur beim Comic, da waren sie äußerst pingelig. Ich musste sogar zweimal persönlich bei Mattel vorsprechen, u.a. um eine entsprechende Story durchzusetzen. Indem ich den Leuten in der Werbeabteilung nachwies, dass ich mich durchaus auch dabei an die Rahmenbedingungen hielt. Die kannten das Produkt anscheinend schlechter als ich. Auf meine Frage, wieso nur beim Comic eine solche Unnachgiebigkeit herrschte, blieb man mir die Antwort schuldig. Außerdem kann ich mich erinnern, dass ich bei meinen Besuchen noch nicht einmal einen Cafe angeboten bekam (woran man sich so alles erinnert, hm…). Alles ging auf eigene Kosten. Ich fand das zumindest merkwürdig – und habe bis heute keine Erklärung für die „stiefmütterliche Behandlung“ gefunden.

Wie ist man auf die Idee gekommen, ein eigenes "MotU"-Comic zu gestalten?

Das Comic war wie erwähnt als reine Werbemaßnahme gedacht gewesen – und es hat sich durch seinen unvorhergesehenen Erfolg gewissermaßen verselbständigt. Es wurde das zur damaligen Zeit erfolgreichste deutschsprachige Comic überhaupt, wenn ich mich richtig erinnere, denn es wurde in insgesamt acht Sprachen übersetzt. Ich hatte allerdings den Eindruck, als sei das Mattel nicht ganz geheuer. Was da wirklich hinter den Kulissen ablief, kann ich bis heute nicht sagen. Ich weiß, Biehler ist ein sehr schwieriger Mensch. Es hat am Ende einen Streit gegeben zwischen Biehler und Mattel. Ich fuhr mal wieder persönlich zu Mattel hin, um zu retten, was noch zu retten war. Man hielt sich äußerst bedeckt mir gegenüber. Es fiel eine Bemerkung, der ich entnahm: Das Comic wurde von Mattel kräftig gesponsert, eben als Werbemaßnahme. Aber da es inzwischen große Erfolge feierte, wollte man den Geldhahn zudrehen. Biehler pokerte jedoch, um weiterhin mit zusätzlichen Geldern aus dem Werbeetat versorgt zu werden – und verlor das Spiel. Damit war das Comic leider gestorben. Mattel sorgte danach für ein amerikanisches Äquivalent, das ich persönlich als grottenschlecht empfand.

Von H.G. Francis, dem Autoren der Hörspiele wissen wir, dass es quasi keinerlei Hintergrundinformationen gab, an denen er sich hätte orientieren können. Wie war das bei Ihnen? Wie viele und welche Informationen wurden Ihnen zur Verfügung gestellt?

Dass Kollege Francis keine Ahnung hatte von den Rahmenbedingungen, hörte man bei seinen Hörspielen deutlich – und jetzt weiß ich auch, wieso das so war: Wie sollte er Bescheid wissen, wenn man es ihm nicht mitteilte? Siehe oben: Ich wurde nicht nur mit genügend Informationen versorgt, sondern auch mit allen Produkten – und es handelte sich ja nicht bloß um Informationen, sondern das waren knallharte Vorgaben!

Ein Comic zu schreiben ist sicherlich etwas anderes, als ein Buch oder ein Hörspiel. Wie darf man sich das Skript eines Comics vorstellen?

Wie eingangs bereits erwähnt. Allerdings hat sich das inzwischen drastisch geändert. So weit ich weiß, gibt es nach wie vor Expose und anschließend ein ausführlicheres Treatment. Aber dann bekommt der Autor die Zeichnungen auf seinen Monitor und schreibt die Texte direkt in die entsprechenden Masken. So geht man allerdings nur vor, wenn Autor und Zeichner getrennt voneinander arbeiten. Ich glaube, das ist eher die Ausnahme. Ich habe Comics gemacht mit Helmut Bone. Da haben wir sehr eng zusammengearbeitet und alles ist dabei ein wenig unkomplizierter abgelaufen.

Gab es vielleicht sogar Einschränkungen seitens Mattel?

Wie schon geschildert: Zwangsläufig war das so. Jeder Text von mir musste einzeln von Mattel genehmigt werden. Bei jeder Phase. Aber nicht nur ich musste dabei sehr eng mit Mattel zusammenarbeiten, sondern auch Michael Götze. Wir haben uns bei dieser Gelegenheit auch einmal persönlich kennengelernt, nämlich bei Mattel in der Werbeabteilung. Irgendwie hatte ich dabei immer den Eindruck, als wäre die ganze Sache den Werbeleuten äußerst lästig. Genauso haben sie uns nämlich behandelt. Je größer unser Erfolg wurde, desto schlimmer wurde es sogar.

Wie war die Zusammenarbeit mit Künstler und Skripter?

Allererste Sahne! Wobei ja der Skripter ich selbst war. Außer den Zeichnungen habe ich alles selbst geschrieben! Sogar die redaktionelle Begrüßung in jedem einzelnen Album war original von mir. Das Einzige, was ich nicht geschrieben habe, war sozusagen das Impressum, wenn du verstehst, was ich meine. Der eigentliche Redakteur trat nur zu Beginn ein einziges Mal in Erscheinung. Dabei hat er mich dermaßen genervt mit seiner grenzenlosen Unprofessionalität, dass ich zur Bedingung machte, von ihm nie mehr belästigt zu werden. Biehler hat sich für das Verhalten seines in meinen Augen zumindest zum damaligen Zeitpunkt hoffnungslos unfähigen Redakteurs in aller Form bei mir entschuldigt – und ich machte daraufhin erst weiter. Der betreffende Redakteur möge mir heute meine damals so negative Einstellung zu seiner Arbeit verzeihen. Vielleicht hat er seitdem jede Menge dazugelernt?

Jeder von uns hat ja einen Lieblings-Charakter. Welcher war es bei Ihnen bei "He-man und den Masters of the Universe"?

Natürlich He-man selber! Übrigens, der Charakterzug von ihm, einerseits der sagenhafte Held zu sein und andererseits gewissermaßen unter dieser Rolle zu leiden, weil er vielleicht lieber ein normaler Mensch gewesen wäre, ohne die Verpflichtung zum Superhelden… Dieser Charakterzug wurde von mir kreiert. Mattel hat ihn stillschweigend gebilligt, sofern er nicht allzu sehr in den Vordergrund drängte. Inwiefern er auch außerhalb unserer Comics zum Tragen kam, weiß ich nicht mehr.

Warum wurde die Serie nach zehn Folgen wieder eingestellt?

Da kann ich eben nur vermuten, es hing mit dem Streit zwischen Biehler und Mattel zusammen, wie bereits geschildert. Biehler blieb die Antworten auf meine diesbezüglichen Fragen bis heute schuldig. Überhaupt war damals einiges im Umbruch. Es gab so eine Art „grauer Eminenz“. Biehler-Production gehörte nämlich zu einer Art Verlagsverband. Über allem thronte ein Mann, der teilweise mit eiserner Faust durchgriff. Ihm gefiel letztlich meine Arbeit so gut, dass er mich auch in der Zeit nach dem Comic fördern wollte und zu sich bestellte. Ich war sogar mehrfach bei ihm. Unter anderem sollte ich Chefredakteur werden der Zeitschrift Video-Vis, um sie vor dem Ruin zu retten. Wenige Tage nach diesem Deal starb er allerdings überraschend. Alles brach auseinander – und mein Traum zerplatzte, ehe er so recht begonnen hatte. Klar, die Zeitschrift hat es danach auch nicht mehr gegeben…

Es ist ja bekannt, dass das Comic von Ihnen nach Amerika gekommen ist und dort übersetzt wurde! Wie haben Sie dies empfunden, Sie waren doch sicherlich stolz?

Ja, natürlich war ich das! Ich glaube, das war eine ziemlich einmalige Sache. Biehler meinte in seiner kauzigen Art, es sei der Beweis dafür, richtig entschieden zu haben, indem er einen „richtigen Autor“ ins Boot nahm. Wenn ich mich recht erinnere, erschien das Comic sogar im Mutterland der Anime, nämlich in Japan. Aber vielleicht wissen da andere besser Bescheid als ich…

Haben Sie bereits beim schreiben genaue Vorstellungen über die Optik des Comics? Layout, Panels, gezeigte Charaktere, Farbkonzept etc.?

Ja, klar – und ich stimmte das immer wieder auch mit Michael telefonisch ab. Ich schätze ihn auch heute noch als einen besonders großen und begabten Künstler!

Woher beziehen Sie Ihre Inspiration zum Schreiben von immer neuen Abenteuern?

Das ist absolut nichts Geheimnisvolles, sondern hängt einfach damit zusammen, dass mein Gehirn entsprechend trainiert ist. Ich habe das sehr deutlich zu spüren bekommen, als ich vor vielen Jahren mit dem Schreiben fast völlig aufhörte. Das heißt, ich habe eine Weile keine erfundenen Geschichten mehr zu Papier gebracht, sondern höchstens Journalistisches. Als ich dann (es war exakt im September 1993) wieder anfangen wollte zu schreiben, hatte ich das erste Mal echte Probleme, eine Idee zu bekommen. Ich zermarterte mir das Gehirn – vergeblich. Bis ich eines Nachts einen Alptraum hatte: Ich sah mich selber als Zollbeamter auf Streife – und ich hatte vergessen, meine Dienstwaffe zu laden… Dazu muss ich sagen: Ich war ja tatsächlich mal als Zöllner tätig gewesen und ich hatte auch tatsächlich viele Jahre zuvor auf Streife gehen müssen. Als ich nach diesem Alptraum erwachte, hatte ich nach viel zu langer Zeit endlich wieder eine brauchbare Idee. Ich setzte mich noch am selben Tag hin und schrieb die Geschichte eines Streifenpolizisten, der einen Raubmörder auf frischer Tat ertappt, aber leider kein Magazin in der Dienstwaffe hat: Schlicht vergessen! Er muss den Raubmörder trotzdem jagen und stellen. Auf dem Höhepunkt steckt er sogar die Dienstwaffe großspurig weg und sagt zu dem Raubmörder: „Ich brauche ja auch keine Kanone, um eine Schmeißfliege zu fangen. Dafür genügt eine simple Fliegenklatsche!“ Danach gelang es ihm, den Raubmörder mit den bloßen Fäusten zu überwältigen. Natürlich hat niemand erfahren dürfen, dass der arme Polizist einfach nur eine ungeladene Pistole hatte. Durch seinen coolen Spruch wurde er nicht nur in der Story zum Helden, sondern auch die Story an sich war mein erster großer Erfolg nach der Schreibpause. Übrigens habe ich diese Story inzwischen vertont. Man kann sie sich als Hörbuch herunterladen von www.soforthoeren.de. Dazu auf der dortigen Website einfach als Suchbegriff hörbuch krimi eingeben – und schon erscheint sie als eine der verfügbaren Storys.

Gab es oft unterschiedliche Meinungen im Storyverlauf oder hat man sich schnell geeinigt?

Michael und ich hatten keinerlei Probleme miteinander. Ich kann mir keinen Menschen vorstellen, mit dem die Zusammenarbeit besser gewesen wäre. Alles ganz einfach optimal – und ich finde, das sieht man den Ergebnissen durchaus an!

Welchen Charakter haben Sie am liebsten geschrieben, wer floss Ihnen am einfachsten von der Hand?

Der ewige Konflikt zwischen Skeletor und He-man – das war die Grundspannung, auf der sich leicht eine Geschichte aufbauen ließ.

Haben Sie Kinder? Wenn ja, waren diese auch im "Masters of the Universe"-Fieber und wenn ja, wie haben Ihre Kinder darauf reagiert, als Sie die Comics für ihre Lieblinge geschrieben haben?

Ich habe eine Tochter. Die war damals noch im spätpubertären Görenalter – und hatte völlig andere Interessen. Zwar hat sie alle Comics gelesen, aber sie wurde nicht wirklich ein Fan.

Nach der Einstellung der Ur-"Masters of the Universe", gab es zahlreiche Neuerscheinungen und Neuinterpretationen. Haben Sie etwas davon mitbekommen? Wie haben Sie diese Neuinterpretationen empfunden?

Ich habe mich nicht wirklich damit beschäftigt. Das ging gar nicht. Wann immer ich es tun wollte, schreckte mich die schlechte Qualität ab. Vielleicht deshalb, weil ich voreingenommen war?

Von Mattel ist ja auch die Zwillingsschwester von He-man entwickelt worden. She-ra! Wissen Sie etwas über diese Figur? Wenn ja, wie finden sie die Aktion ein erfolgreich laufendes Jungen-Spielzeug auch für die Mädchen zu entwickeln?

Das wusste ich gar nicht, weil ich mich nach der Einstellung überhaupt nicht mehr mit den Figuren beschäftigt habe. Für mich war das Thema abgehakt, ich wandte mich völlig anderen Themen zu. Mag sein, weil ich enttäuscht war von dem unglücklichen Ende einer erfolgreichen Comic-Serie aus eigener Feder?

Es gab im Jahr 2004 einen neuen Comic von He-man. Wurden Sie gefragt, ob Sie wieder Lust hätten, an diesem mitzuwirken?

Nein.

Hätten Sie denn Lust, mal wieder ein „Masters of the Universe“-Projekt zu starten?

Lust schon, aber… Zeit?

Welche Vorstellungen hatten Sie von He-Man als sie das erste Mal davon gehört haben?

Oh, da habe ich die Figuren schon gekannt, denn gemeinsam mit meiner damaligen Ehefrau betrieb ich ein Spielwarengeschäft! Von daher gesehen war ich schon ein wenig „vorbelastet“.

Im Film "Das Geheimnis des Zauberschwertes" verschlägt es He-man auf die Welt Etheria, wo die wilde Horde um Hordak regiert. Dort lernt He-man She-ra kennen. Wie hätten Sie das Zusammentreffen von He-Man mit seiner Zwillingsschwester dargestellt?

Ich kenne den Film leider nicht: Siehe oben!

Herr Hary, haben Sie Dank, dass Sie sich soviel Zeit für uns genommen haben. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre Mühen und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Auch ich bedanke mich für das Interesse an meiner Person und an meiner Meinung!

Dieses Interview wurde geführt von Thomas Tippner.

Veröffentlichungen

Von Wilfried A. Hary sind im Condor-Interpart Verlag folgende Comics erschienen:

Comics:

  1. Das Ende der Welt / Der Tag der zürnenden Schädel
  2. In der Gewalt der Spinnen / Invasion der Geister
  3. Die Rache des Bösen / Das Monster aus dem Eis
  4. Im Tal der Bestien / Die Macht von Grayskull
  5. Die Zeitfalle / Kampf um Burg Drachenstein
  6. Die Reiter von Morc / Der geheimnisvolle Karatemeister
  7. Das Geheimnis von World Oak / Der Gigant mit den drei Gesichtern
  8. Die gläserne Lady / Die Macht des Bösen
  9. Der Weltenfresser / Sirenengesang
  10. Im Tal der Macht / Der Drachenkämpfer

Super Auswahlbände:

  1. Das Ende der Welt / Der Tag der zürnenden Schädel / In der Gewalt der Spinnen / Invasion der Geister
  2. Die Rache des Bösen / Das Monster aus dem Eis / Im Tal der Bestien / Die Macht von Grayskull
  3. Die Zeitfalle / Kampf um Burg Drachenstein / Der Reiter von Morc / Der geheimnisvolle Karatemeister
  4. Das Ende der Welt / Der Tag der zürnenden Schädel / Die gläserne Lady / Die Macht des Bösen

Taschenbücher:

  1. #1
  2. #2

Demnächst wird es auf He-Man.de viele weitere Infos zu den Comics geben!

Bildergalerie

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