Neuigkeiten: Du willst etwas auf dem Board kaufen/verkaufen? - Bitte beachte die Regeln für den Marktplatz: http://www.he-man.de/forum/index.php?topic=22064.0

  • 27.09.2022, 03:31:13

Autor Thema: Gemeinsames Werk  (Gelesen 79400 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #390 am: 24.11.2012, 21:32:50 »
So grausam General Rattlor gegen seine Feinde vorging, so groß war seine Solidarität mit dem eigenen Volk. Ein Grund dafür, warum er den Verräter Khan bis aufs Blut hasste. Verrat war in Rattlors Augen die größte Sünde, die jemand begehen konnte. Der General schwamm durch die kalte grau-braune Brühe und unterdrückte dabei tapfer den aufsteigenden Würgreiz. Es gab wahrhaftig größere Vergnügen, als im Abwasser der Dämonen zu schwimmen!
Der rote Snake lauschte, bis er dem Kampflärm nah war. Hss und Tung Lashor wehrten sich immer noch hartnäckig gegen die lebenden Leichen, die von Skeletor immer wieder zu neuen Angriffen aufgestachelt wurden. Der General überlegte kurz, dann bewegte er sich in Richtung des nächstes Abwasserschachtes. Leise, in einer Frequenz, die nur für Schlangen hörbar war, zischte er den Kämpfern zu:"Rückzug! Rückzug! Bewegt euch hierher!"
Tung Lushor horchte auf und gab Hss ein Zeichen. Der König der Schlangen holte wie aus dem Nichts eine Blendgranate hervor, so dass Skeletor für einen Moment unfähig war, seine Zombie-Armee zu dirigieren. King Hss, Tung Lashor und Snake Face schafften es, sich mit ein paar Schlangenkämpfern zum Gully durchzuringen und hineinzusteigen. Rattlor atmete kurz auf. "Meister, den Göttern sei Dank, Ihr seid in Sicherheit. Kommt mit zum alten Kerker. Dort haben wir eine Weile vor Skeletors Leuten Ruhe und können den Kampf erneut planen." "Einen Weile, aber nicht für immer! Irgendwann spürt uns der Knochenkopf auf, der kennt sich hier genauso gut aus wie du", gab einer der Soldaten zu bedenken. "Ihr tut, wie Rattlor euch befiehlt!", zischte King Hss. "Danke, mein General! Ich werde Euch reich belohnen, wenn wir hier lebend herauskommen." Die kleine Armee der Snakes schwamm rasch hinter Rattlor her. "Warum kennst du dich eigentlich hier so gut aus?", erkundigte sich Tung Lashor leise. "Lange Geschichte, die willst du nicht hören", fertigte ihn der General ab, während langsam die Schmerzensschreie der noch oben verbliebenen Snakes verhallten. Sie wurden für das Überleben von King Hss geopfert, die Zombies kannten keine Gnade.
« Letzte Änderung: 24.11.2012, 22:05:59 von bluecat9 »

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #391 am: 24.11.2012, 21:47:58 »
"Haben wir überhaupt eine Chance gegen diese Hohlköpfe?", erkundigte sich Snake-Face verzweifelt, nachdem er sich mit seinen Leuten in einem der Kerker verbarrikadiert hatte. "Doch. Mit Feuer. Zombies kann man verbrennen," sinnierte Rattlor. King Hss nickte zustimmend. Snake Face begriff nicht.
"Was nützt uns das? Glaubst du, die Drachen verbinden sich mit uns? Nachdem wir ihre Nistplätze geplündert haben? Nie und nimmer!"

King Hss Gesicht umspielte ein kaltes Lächeln. Er schaffte es, selbst im nassen, schmutzigen Zustand eine unheimliche Aura um sich zu verbreiten:"Wer sagt, dass sie es freiwillig tun? Es gibt da Mittel und Wege..." Welche er meinte, da lies Hss seine Gefolgschaft erst Mal im Unklaren.


« Letzte Änderung: 29.11.2012, 13:59:46 von bluecat9 »

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #392 am: 27.11.2012, 13:07:46 »
Auf dem Weg zum Kommandenten bemerkte Enya, wie Teela mehrmals verlegen an ihrem Haar herumnestelte. Die bevorstehende Begegnung mit He-Man machte sie offenbar nervös. "Was hälst du von Adam?", fragte das dunkelhaarige Mädchen seine Kameradin. "Fisto glaubt, dass er ein nichtsnütziger Feigling ist und viele meiner Leute denken ähnlich. Mein Vater meint, Adam wird unterschätzt und wird uns nochmal richtig überraschen, wenn seine Zeit gekommen ist.", wich die Leiterin der Wache aus. Enya schüttelte den Kopf:"Das wollte ich nicht wissen. Was denkst DU?" Die Rothaarige antwortete nicht gleich. "Adam ist halt Adam. Er hat nie um etwas kämpfen müssen, hat alles immer zugesteckt gekriegt. Ich glaube, das hat ihm nicht gutgetan.
Marlena hat ihn viel zu sehr verwöhnt, und ich glaube, Vater tut das ebenfalls. Früher habe ich immer gedacht, er hätte lieber einen Sohn gehabt, so wie sein Freund König Randor. " Teela hielt inne und sagte plötzlich mit hartem Gesichtsausdruck:"Wenn du Adam liebst, dann kannst du ihn haben! Die kurze Zeit, die wir nach dem Abschluss zusammen waren, das war doch bloß Kleinmädchenkram! Ich war bloß neugierig, wie es ist, einen Mann zu küssen, und bei Adam habe ich das geringste Risiko gehabt, Ärger mit Vater zu kriegen! Der Prinz ist mir völlig egal." Die dunkelhaarige Kriegerin schwieg. Die Kameradin hatte sie während der Rede nicht angesehen und eine leichte Röte durchzog ihr Gesicht. Teela hatte gelogen, aus welchen Gründen auch immer.

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #393 am: 09.03.2013, 17:55:02 »
Skeletor war  zunächst mehr als zufrieden. Seine Armee kämpfte bedingungslos und grausam, sie hatte nichts zu verlieren, anders, als ein lebendiger Soldat. Effizient und gefühllos, was wollte man als Kriegsherr mehr von seinen Untergebenen verlangen. Jahrelang hatte er verloren, immer und immer wieder, jetzt wendete sich das Blatt endich. In einer kurzen Fantasie sah sich der Höllenfürst im Zobelpelz, Evil-Lyn in einem engen Seidenkleid an seiner Seite und Randor, voller Demut, zu seinen Füßen. Doch es war niemand da, mit dem er hätte seinen Triumph teilen können. Der Rausch, in den sich Randors älterer Bruder versetzt hatte ließ nach. Seine Zombies räumten mechanisch die Überreste der gefallenden Schlangenkrieger weg. In Skeletor begann sich ein Gefühl zu regen, dass er so noch nie gekannt hatte. Unbehagen. Wie sah der Planet zur Zeit aus, den er erobern wollte? Was hatten die Drachen übrig gelassen, mit welchen Rivalen hatte er noch zu kämpfen? Lebte das Königspaar überhaupt noch? Zu anderen Zeiten hätte er Tri-Klops um die nötigen Informationen bitten können. Seine neuen Kämpfer jedoch waren zwar bedingslos gehorsam, doch ihnen fehlte die Fähigkeit, eingene Ideen zu entwickeln.
Die Zombies interessierte das Schicksal von Eternia herzlich wenig. Es war auch nicht möglich, den Sieg mit ihnen gemeinsam auszukosten. Das Skelettgesicht war mächtiger als je zuvor und gleichzeitig einsamer als er es sich jemals hätte vorstellen können. Erst ein ihm nur zu gut bekanntes Brüllen ließ ihn aufhorchen. Panthor? Wie war das möglich?
« Letzte Änderung: 09.03.2013, 18:25:53 von bluecat9 »

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #394 am: 09.03.2013, 18:11:59 »
Ram-Man war ein Stück hinter seinen Leuten geblieben, um ein wenig zu verschnaufen. Bei langen Märschen war sein Gewicht hinderlicher als er zugeben wollte. Er war zwar troztdem recht gewandt und sportlich, doch seine Kondition war nicht immer die beste. Der Rammschädel nahm seinen großen Stahlhelm ab und wischte sich die Schweißtropfen von der Stirn, als neben ihm ein unheimliches, hellgrünes Licht erstrahlte. Erschrocken nahm der massige Krieger ein schwebendes Wesen war, in etwa so groß wie Orko, doch mit einer furchteinflößenden Ausstrahlung. Der Kämpfer versuchte, sich seinen Schrecken nicht anmerken zu lassen. "Orko? Bis du das? Warum hast du dich hierhier gebeamt? Brauchen Adam und Teela Hilfe?" "Schweig, Fettsack! Du wirst bald alle Hilfe brauchen, die du kriegen kannst!", keckerte das Wesen mit einer unangenhem hohen Stimme. Empört sah sich Ram-Man den vermeintlichen Trollaner an. Witze über sein Gewicht schätze er gar nicht. Der Anblick des Wesens verschlug ihm die Sprache. Gestalt und Größe hatten Ähnlichkeit mit Orko, doch dieses Wesen war grün und schuppig. Große, orangerote Augen glühten in seinem Gesicht, es entblößte lange Fangzähne. Eher sich der schergewichtge Mann versah, riss der Orko-Verschnitt ihm zwei tiefe, blutende Wunden in den Oberarm. Der Kämpfer brüllte vor Schmerz und Schreck auf und im selben Augenblick war das Wesen verschwunden. Das letzte, was Ram-Man wahrnahm, war ein Stück von einem Amulett, das orangefarbend leuchtete.

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #395 am: 09.03.2013, 18:24:42 »
"Rammy, du musst einfach besser aufpassen! Wir haben genug mit den Leuten zu tun, die sich im Kampf verletzen und können niemanden gebrauchen, der zu ungeschickt ist und sich zum Schlafen in einen Dornenbusch niederlegen will!" Genervt blickte Clamp Champ seinen Kameraden an. Es war nicht das erste Mal, dass Rammy sich mit seiner Tollpatschigkeit in Schwierigkeiten brachte. "Das waren keine Dornen! Das war dieser kleine Dämon, der wie Orko aussah. Er hat mich geibissen und..." Weiter kam der Rammschädel nicht. "... und dann bist du aufgewacht, hast gemerkt, dass du mal wieder eingepennt bist und dir diese Geschichte ausgedacht. Eins kann ich dir jetzt schon versprechen: Wenn wir mit diesem Kampf fertig sind, wird dein Sportpensum verdoppelt und der Schweinebraten gestrichen", fauchte sein Vorsetzter. Der massige Krieger musterte verstohlen seine zwei tiefen Kratzer. Sie konnten tatsächlich auch von Dornen stammen. Und Orko würde ihn nie absichtlich verletzen. Vielleicht hatte er sich tatsächlich alles nur eingebildet.

Mit schlechtem Gewissen rückte Ram-Man seinen Helm gerade und folgte Clamp Champ zurück zur Truppe.

Offline Motuwahn

  • Trade Count: (+6)
  • Verteidiger Grayskulls
  • *****
  • Beiträge: 1.714
  • Geschlecht: Männlich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #396 am: 14.03.2013, 17:43:20 »
Wie graue Schatten glitten die Baumreihen an Adams Fenster vorbei, während sie Richtung Wüste in die Abenddämmerung fuhren. Ihre Gruppe hatte sich auf mehrere Transporter verteilt und Adam saß mit einem schnarchenden Cringer auf der Rückbank und sah gedankenverloren aus dem Fenster.
Er ließ die letzten Stunden noch einmal vor seinem inneren Auge Revue passieren, die seltsame grünhäutige Frau, die ihm ein weiteres Zauberschwert für eine ihm fremde Frau überreicht hatte, die seine Schwester sein sollte, die Vision, die er von der ehemaligen Sorceress Koduk Ungul erhalten hatte und ihm die Richtung wies, wo er diese Frau finden konnte. Dann seine Rückverwandlung von He-Man in Adam, um Stratos zu retten und damit auf He-Mans Kraft zu verzichten, bis das verschwundene Castle Grayskull wieder zurückgekehrt war. Dann dieser seltsame Fremde, der sich Dor-Lek nannte und vorgab, ein Freund zu sein. Adam traute ihm nicht. Eine seltsame Aura ging von Dor-Lek aus, die bei Adam ein ungutes Gefühl in der Magengegend auslöste. Dann das seltsame Zusammentreffen auf dem Dorfplatz, erst seine Mutter mit ihrer Begleiterin Celice, dann Teela und Rio Blast mit Trap Jaw und natürlich Enya. Die Ausdrücke auf den Gesichtern von Teela und Enya, als sie sich so unverhofft wiedersahen, schmerzten ihn sehr. Teelas Gesichtszüge waren nur ganz kurz entglitten, aber den Hass, den Adam in diesem flüchtigen Moment erkannte, hatte ihn doch sehr erschrocken. Enyas Blick verriet immer noch tief sitzendes Bedauern, was ihn ebenfalls traurig werden ließ. Er hatte zwar nie die tiefen Liebesgefühle für Enya, wie er sie für Teela immer noch hatte, aber er hatte sie trotzdem immer als sehr gute Freundin angesehen. Er ballte die Faust, als er an die Vergangenheit dachte und die alten Gefühle kochten in ihm wieder hoch. Er wusste, dass der verdammte Spector damals dahinter gesteckt haben musste, doch hatte er es nie beweisen können. Er hörte wieder Duncans Versuche, ihn aufzumuntern, indem er meinte, dass Teela sich schon wieder einkriegen würde und er dann mal mit seiner Tochter reden würde. Aber Teela hatte ihm nie verziehen und ihn soweit wie möglich auf Distanz gelassen, wie es ging, um zumindest nach außen den Schein zu wahren, es würde eine Art kollegiale Freundschaft zwischen ihnen herrschen.  Wie sehr wünschte er sich jetzt Teelas Nähe, wieder mit ihr vereint zu sein, ihr endlich alles zu erzählen, doch hatte ihm die eine Sekunde gereicht, um in ihrem Gesicht zu erkennen, dass es wohl für immer ein unerfüllter Wunschtraum bleiben würde.
He-Man, dachte er und er verabscheute den Gedanken, der sich in ihm formte. Als He-Man könnte ich vielleicht Teelas Herz zurück erobern. Sie darf nur nie erfahren, dass ich He-Man bin. Ich lebe diese Lüge schon so lange als Adam, da könnte ich es auch bestimmt andersherum als He-Man leben. Nie wieder Adam sein. Aber was wäre dann mit seinen Eltern? Er hatte immer gewollt, dass sie auf ihn als Adam stolz sein würden. Was wäre, wenn Adam mit einem mal verschwinden und nie wieder zurückkehren würde? Könnte er, um Teelas Liebe zurück zu erlangen, seine Familie im Stich lassen? Und es fiel ihm wieder der Bericht von Rio Blast über seinen Vater und Duncan ein. Vielleicht würde er seinen Vater nie wieder sehen und dieser Gedanke war fast nicht auszuhalten. Ebenso seine Mutter, die ebenfalls fast gestorben wäre und nur durch Glück gerettet worden war. Dieser Trap Jaw lief jetzt immer noch frei herum, da er das Durcheinander auf dem Dorfplatz ausgenutzt hatte, um sich heimlich aus dem Staub zu machen. Seine Eltern müssten genauso fühlen, wenn er sie ohne Abschied verließe. 
Hin- und hergerissen in seinen Gedanken sah Adam in die Richtung, in der Snake Mountain lag und beobachtete am dunkler werdenden Himmel, wie sich unheilvolle Wolken zusammenbrauten. Ob es wohl ein natürliches Unwetter werden wird oder ob der alte Knochenkopf wieder eine Teufelei ausheckte? Adam überlegte noch, als ihr Transporter abrupt bremste und zum Stehen kam.
„Was ist los, Stratos?“ fragte Adam noch etwas verwirrt aus seinen Gedankengängen gerissen.
„Ich hab keine Ahnung, die Wagen vor uns haben urplötzlich angehalten.“
„Sehen wir mal nach.“ schlug Adam vor und öffnete die Tür, während ihn ein verschlafener Cringer ängstlich ansah.
Vom hinteren Wagen kamen Rio Blast, Teela, Celice und Marlena angelaufen.
„Adam, was los?“ fragte die Königin.
„Ich hab keine Ahnung, Mutter, aber solltest du nicht besser wieder in den Transporter gehen, falls Trap Jaw hier noch rum läuft.“
„Da könntest du dich gleich mitanschließen.“ erwiderte Teela an Marlenas statt mit befehlendem Ton.
Adam ballte die Faust, doch Marlena ging einfach forsch vorweg.
„Jetzt lasst uns doch erst mal schauen.“ war ihr einziger Kommentar und als sie alle zu der kleinen Gruppe von Enya und ein paar Soldaten, die aus dem Dorf mitgekommen waren, sahen sie den Grund ihres abrupten Stehenbleibens.
Eine kleine Gruppe versperrte ihnen mit gezückten Waffen den Weg. Vorne in der Mitte schien die Anführerin zu stehen, eine junge, blonde Frau, die vom Prinzen von Eternia dringend gesucht wurde.

Offline Cirenaj

  • Trade Count: (+7)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.335
  • Geschlecht: Männlich
  • Erst lachen die Leute und dann sind sie tot.
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #397 am: 21.03.2013, 22:43:16 »
Trap Jaw allerdings, sollte keine Gefahr mehr für die Gruppe aus Calveren sein. Zwar hatte er darauf spekuliert, einen nach dem anderen in einem unbeobachteten Moment hinterrücks zu überrumpeln, doch als sich seine Opfer mit einigen Soldaten mit den Transportern davon machten, konnte er nicht mehr Schritt halten. Nach einigen Kilometern verlor er sein Ziel aus den Augen und blieb allein in der Wildnis zurück.
"Verdammte Masters.", dachte er sich. "Dieses mal seid ihr mir entkommen, doch wartet nur ab."
Verärgert sah er sich um und versucht, sich ein Bild von der Umgebung zu machen und die Himmelsrichtungen zu bestimmen.
"Ich muß nach Snake Mountain zurück.", war sein erster Gedanke. Seit dem Angriff auf den zerstörten Palast hatte er niemanden mehr von seinen Leuten gesehen. Der letzte war Tri-Klops gewesen, doch dieser war sicherlich schon auf der Suche nach ihm. Oder vielleicht nicht ? Hätte er nur seinen Kommunikator bei sich, doch den hatte ihm der Waffenmeister abgenommen. Woher sollte Tri-Klops also wissen, wo er nach ihm suchen sollte ?
So blieb ihm also nichts anderes übrig, als sich zu Fuß durch zuschlagen.
Eben noch in Gedanken, Flog eine Kreatur nur ein paar Meter über ihn hinweg. Er erschrak und konnte auf die Schnelle nicht genau erkennen, um was es sich handelte, doch er glaubte, erkannt zu haben, dass dieses Wesen noch jemanden in den Armen trug.
"Vielleicht Buzz Off oder Stratos ?", ging es Trap Jaw durch den Kopf. "Ein Grund um Nachzusehen wäre es allemal."

Offline Motuwahn

  • Trade Count: (+6)
  • Verteidiger Grayskulls
  • *****
  • Beiträge: 1.714
  • Geschlecht: Männlich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #398 am: 26.03.2013, 13:58:03 »
Langsam legte sich die Dämmerung über den zerstörten Palast von Eternos. An einer der noch stehenden Palastmauern, die etwas Schutz zumindest suggerierten, brannte ein Feuer, um das sich Orko und seine neuen Begleiter aus der fremden Welt gesetzt hatten.
Nachdenklich beobachtete Moss Man die Gruppe. Konnte er ihnen trauen? Konnte er sie um Hilfe bitten? Der unbekannten Frau, welche er zusammen mit Veena abseits in einem Quartier der Wachen, welches noch stand, versteckt hielt, ging es mit jeder Minute schlechter. Veenas Kraft war am Ende, sie konnte nicht weiter in den Geist der Unbekannten eindringen und seine eigene Magie konnte ebenfalls nichts ausrichten. Er war ein Gott des Waldes, der die Pflanzen verstand und beherrschte, obwohl er es nie so ausdrücken würde. Er verstand es eher so, dass er die Pflanzen um Hilfe bat, wenn Gefahr drohte. Doch die Menschen waren ihm in der Hinsicht völlig fremd und entzogen sich seinen Fähigkeiten.
Was also konnte er unternehmen? Wen sollte er noch um Rat fragen? Orko? Er hatte ihn damals, als er aus seiner Heimat auf Eternia gelandet war, Richtung Eternos geschickt. Daher kannten sie sich. Auch die Heldentaten, die er zusammen mit He-Man begangen hatte, waren ihm nicht verborgen geblieben, geschweige denn, wer He-Man war. Waren sie doch oft genug im Immergrünen Wald aktiv gewesen. Aber was war mit den Übrigen? Sie waren ihm völlig fremd. Sie schienen nichts Böses im Schilde zu führen, aber wie sicher konnte man im Moment schon sein?
Nichtsdestotrotz musste er eine Entscheidung treffen und so ließ er ein paar, seiner stärksten Pflanzenranken um das Quartier entstehen, um auf eventuelle Angriffe vorbereitet zu sein und trat dann ans Feuer heran.
„Moss Man! Wie schön, dass du wieder da bist. Ich hatte schon Angst, du hättest uns verlassen.“ Orkos hohe Stimme drückte große Erleichterung aus, während ihn die anderen mit neugierigen, teils misstrauischen Blicken musterten.
„Ich war nicht weit fort von euch.“ begann der Waldgott.
„Drüben in einem der Kasernenräume liegt eine kranke Frau, welche ich hierher brachte, in der Hoffnung, wir würden hier Hilfe finden.“ setzte er ohne Umschweife fort.
„Als ich euch ankommen sah, musste ich erst sicher gehen, dass ihr keine Gefahr dar stellt und ich euch vertrauen kann.“
„Und kannst du uns vertrauen?“ unterbrach ihn Sea Hawk in herausforderndem Ton.
„Ich bleibe weiterhin misstrauisch, aber Orkos Anwesenheit spricht für euch und da ich nicht länger warten kann, habe ich keine andere Wahl, momentan.“
Sea Hawk sah ihn weiterhin herausfordernd an und Moss Man merkte, dass seine Anwesenheit den Anführer der Piraten nicht glücklich machte, doch die Frau, die sie Angela nannten, erhob sich und sprach: „Du kannst uns vertrauen. Zeige uns das Versteck und meine Freundinnen und ich werden versuchen, deiner Begleiterin zu helfen.“
Er wusste nicht, was es war, aber Moss Man spürte, dass es Angela ehrlich meinte und so nickte er und führte sie zum Versteck.
Er hörte hinter sich, wie Sea Hawk Befehle gab, dass seine Männer wachsam sein sollten und sich ebenfalls der Gruppe anschloss. Es gefiel dem Waldgott zwar nicht, aber er hatte jetzt Wichtigeres zu beachten und er hatte ja selbst ebenfalls Vorkehrungen getroffen, die genug Schutz bieten sollten.
Moss Man betrat als Erster den Raum und Veena blickte ihn mit müdem Gesichtsausdruck an. Moss Man glaubte zu erkennen, dass ihre durchsichtige Gestalt noch etwas weniger sichtbar geworden war und ihr leichtes Schimmern, welches den dunklen Raum bei seinem Verlassen erhellt hatte, war fast vollständig erloschen.
„Ich habe Hilfe mitgebracht. Wie geht es ihr?“ fragte Moss Man und blickte besorgt auf die vor ihm liegende Frau, die vor ihm fiebrig und ohne Bewusstsein auf dem Boden lag.
„Nicht gut.“ antwortete die erste Hüterin von Schloss Grayskull, während sie interessiert die Gestalten beobachtete, die nach und nach den Raum betraten.
„Das Fieber steigt und ich finde einfach keinen Zugriff auf ihren Geist oder ihr Erinnerungsvermögen. Meine Kräfte sind erschöpft. Es tut mir leid.“
„Du musst dich nicht entschuldigen, du hast getan, was du konntest. Es war ihre Entscheidung.“
„Aber vielleicht wäre sie nicht so krank geworden, wenn ich nicht…“
„Die Sorceress!“ wurde Veena mit einem mal von Orko unterbrochen. „Das ist die Sorceress!“ Orko flog aufgeregt näher.
„Orko, bist du dir absolut sicher?“ Veena und Moss Man sahen den kleinen Trollaner erwartungsvoll an.
„Ja, Moss Man, absolut. Das ist die Zauberin von Schloss Grayskull. Was ist mit ihr passiert? Wie kommt sie hier her? Sie ist doch zusammen mit dem Schloss verschwunden.“
Während sich Angela und ihre Gefährtinnen langsam näherten, um Teelana in Augenschein zu nehmen, erklärten Moss Man und Veena mit kurzen Worten, wie sie in ihre jetzige Lage gekommen waren.
Erst da erkannte Orko Veena, welche er bis jetzt nur von Bildern und Gemälden aus Schloss Grayskull kannte.
„Ihr seid die erste Sorceress.“ stammelte er. „Wenn Ihr hier seid, ist dann der Geist von König Grayskull auch hier.“
Bei der Erwähnung ihres Gatten, bekam sie einen traurigen Gesichtsausdruck.
„Ja, kleiner Orko, aber wir wissen nicht, wo er sich im Moment aufhält. Ich hoffe, dass er bald zu uns zurückkehrt.“
„Könnt ihr helfen?“ lenkte Moss Man mit seiner Frage an Angela die Aufmerksamkeit wieder auf Teelana.
„Wir können es versuchen. Wir haben auf Etheria einen ähnlichen Zauber, wie ihr ihn schon versucht habt. Ich kann euch anbieten, Veena, dass wir es gemeinsam noch einmal versuchen, in ihren Geist einzudringen. Zusammen mit der magischen Kraft meiner Gefährtinnen hier könnten wir eine Chance haben, ihren Geist zu befreien und somit auch ihren Körper wieder genesen lassen.“
„Also gut, dann lasst uns keine Zeit verlieren.“
Angela, Frosta, Castaspella und Madame Razz bildeten einen Kreis um die liegende Teelana und Veena, während Moss Man, Orko, Bromm und Sea Hawk im Hintergrund das Geschehen beobachteten.
Die Frauen von Etheria hatten die Augen geschlossen, sich an den Händen gefasst und murmelten eine alte, magische Beschwörungsformel, welche dem Waldgott völlig unbekannt war.
Er konnte beobachten, wie sich von Angelas Körper eine Silhouette löste, die genauso durchsichtig wie Veena. Die beiden Geistergestalten sahen sich an, fassten sich an den Händen und tauchten in den Körper der bewusstlosen Zauberin ein.
Und dann herrschte Stille und für die Zurückgebliebenen hieß es jetzt nur noch, zu warten und zu hoffen…

Offline Cirenaj

  • Trade Count: (+7)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.335
  • Geschlecht: Männlich
  • Erst lachen die Leute und dann sind sie tot.
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #399 am: 28.03.2013, 20:04:06 »
"King Hsss ?" Khans Stimme überschlug sich fast, so überrascht war er von der Antwort des Spinnenmenschens.
"Aber,...wie kann das sein ?"
"Seit Skeletor verschwunden ist, laufen die Dinge hier aus dem Ruder, mein lieber Khan.", hauchte Webstor."Du weißt ja, ich bleibe lieber für mich allein, doch nun wäre es mir doc angenehmer, wenn der Knochenkopf zurückkommen würde."
Der Snakeman hatte Webstor nur begrenzt Gehör geschenkt, denn in seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.
Warum ist King Hsss Herr in Snake Mountain ? Wo waren die Truppen Hordaks und wie zum Teufel sollte er nun diesen Weber loswerden ? Webstor war schlau und schnell, das wußte er. Aber vielleicht würde es ihm doch gelingen, ihn auf seine Seite zu ziehen. Webstor wußte ja schließlich nicht, dass Khan nun für Hordak arbeitete.
"Was schlägat du nun vor, Webstor ?"
"Nun, wir haben zwei möglichkeiten. Entweder, wir verlassen diesen verfluchten Berg, oder wir versuchen ihn von den Schlangen zu befreien. Ich habe mich in den Zellentrackten etwas umgesehen und einigen von unseren "Mitstreitern" die Türen geöffnet. Wir könnten uns ihnen anschließen, falls sie es geschafft haben."

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #400 am: 07.04.2013, 21:11:51 »
Titus erinnerte sich weiter an die  vergangenen Ereignisse. Odiphus kam längere Zeit nicht mehr aus der Höhle heraus. Gerade, als sich der magere Palezzinaner entschloss, nach seinem Freund zu suchen, lief ihm dieser sichtlich aufgeregt entgegen. Ohne Fisch! "Titus, hilf mir! Das ist DIE Gelegenheit, dass man uns im Dorf endlich respektiert! Nun komm schon!" Der Freund zögerte. Odiphus geniale Einfälle endeten normalerweise in irgendeinem Schlamassel. Dann folgte er der Aufforderung des Freundes doch. Er durchquerte die Höhle und gelangte zu einem weiterm Ausgang. Prüfend stellte das Pelzwesen die Ohren auf. Palezzianer waren die einzigen Wesen, die diese Gegend gefahrlos passieren konnten, da sie drohende Steinschläge sehr früh wahrnehmen. Ein stumpfes Stöhnen zerriss die Stille. Titus wandte den Kopf und erblickte einen menschlichen Soldaten, der unter einem Haufen Steinen begraben war. Der Mann blutete stark und war mehr tot als lebendig. Wahrlich kein schöner Anblick! Odiphus hatte bereits begonnen, den Kämpfer auszugraben. "Komm, hilf mir!", forderte er seinen Kameraden auf. "Wir bringen ihn zu Teelana!" Titus begann seinerseits die Steine aus dem Weg zu räumen. "Warum sollen wir ihn ins Dorf bringen? Wäre es nicht sinnvoller, ihn bei einer Menschensiedlung abzuliefern?" Der zukünftige Stinkor verdrehte die Augen. "Er hat versucht, unser Dorf niederzubrennen. Doch ich habe ihn in einem heldenhaften Kampf besiegt, und du bist mein Zeuge, klar?" Titus blickte zweifelnd auf den Soldaten. Er war ziemlich groß und kräftig. "Das glauben sie dir nie im Leben."

Der Freund grinste. "Beweise mir das Gegenteil! Der hat ziemlich was auf den Schädel gekriegt, falls er überlebt, wird er sich nicht erinnern können! "
« Letzte Änderung: 07.04.2013, 21:22:12 von bluecat9 »

Offline Motuwahn

  • Trade Count: (+6)
  • Verteidiger Grayskulls
  • *****
  • Beiträge: 1.714
  • Geschlecht: Männlich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #401 am: 08.04.2013, 15:03:19 »
Eisig blies der Schneesturm in den nördlichsten Regionen Eternias. Die Flocken fielen so dicht, dass man die Hand vor Augen nicht sehen konnte. Jeder normale Mensch wäre hätte das Unwetter nicht lange überlebt.
Doch Sharella war kein normaler Mensch. Jedenfalls nicht mehr. Einst war sie Prinzessin in ihrem Dorfe gewesen, die schnellste und stärkste Kriegerin ihres Stammes. Ihr Herz hatte einem Jüngling namens Grey gehört, körperlich schwach, aber scharf im Geiste und mit einem guten Herzen. Sie hatten ihre gesamte Jugend verbracht, doch eines Tages war er verschwunden. Ohne Grund. Ohne Abschied. Am selben Tag entschied ihr Vater, der Stammesfürst, dass sie den König heiraten sollte. Sie erinnerte sich wieder an diesen unheilvollen Tag der Zeremonie, wie sie hoch oben auf der Königspyramide stand und von allen begafft wurde und den Verrat ihres Gemahls, als er sie im Inneren dem Schlangengott opfern wollte und sie sich im letzten Moment befreite und ihn selbst opferte.
Ihre Knöchel knackten, als sie bei diesen Erinnerungen ihren Schlangenstab, den sie damals an sich nahm und in den folgenden Kriegen gegen die Schlangen, mit denen sich ihr Gemahl damals heimlich verbündet hatte, eingesetzt hatte, fest umklammerte.
Während der Kriege hatte sie in den Zauberer He-Ro eine Liebe gefunden, doch auch diese Liebe blieb unerfüllt, denn er starb und sie war wieder allein.
Seines Andenkens wegen hatte sich darauf eingelassen, die Hüterin der Schwerter der Macht zu werden, doch den Preis, den sie zahlte, hatte sie unterschätzt.
Kein Tag war vergangen, an dem sie nicht an Grey oder He-Ro dachte und die zahlreichen Kämpfer, die sie auswählte, gingen ebenfalls und ihr Herz verbitterte immer mehr.
Jetzt hatte sie das Schwert dem rechtmäßigen Erben übergeben. Sie hätte erlöst werden müssen, wie man es ihr damals versichert hatte. Erlöst von den quälenden Erinnerungen. Erlösung und vielleicht die Hoffnung, in einer jenseitigen Welt wieder mit Grey vereint zu sein. Doch nichts war geschehen. Sie hatte das Schwert übergeben, ihre Aufgabe war erfüllt, doch sie war immer noch hier. Immer noch hier mit ihren Erinnerungen, ihrem Schmerz. Was sollte sie noch tun? Was konnte sie noch tun? Wer könnte ihr die Antworten geben? Schloss Grayskull, der Sitz der Zauberin war verschwunden, dass konnte sie spüren.
Also hatte sie sich Richtung Norden aufgemacht, zur geheimen Zitadelle, in der sie damals ihre Kräfte und ihren Auftrag entgegen genommen hatte.
Und hier stand sie nun. Die grüne Göttin. Vor der mächtigen Zitadelle, eingebettet in einer weißen Wüste.
„Ich verlange Einlass.“ rief sie dem riesigen Monster aus Eis und Stein entgegen, doch nichts geschah.
„Lasst mich eintreten. Ich habe ein Recht darauf. Ich verlange die Einhaltung eurer Versprechen, die ihr mir damals gegeben habt. Ich habe meinen Teil erfüllt, jetzt erfüllt den Eurigen.“
Wieder Schweigen, das Heulen des Sturmes war das Einzige Geräusch weit und breit.
„Ihr verdammten…“ kam es Sharella über die Lippen und Tränen bildeten sich an ihren unteren Augenrändern. Sie bemerkte nicht, wie ihr Schlangenstab anfing, zu vibrieren. Ganz leicht, aber spürbar.
„Kehr um, Kriegergöttin. Hier wirst du nur Unglück finden.“
Sharella blickte auf und erkannte, wie sich eine Gestalt aus den Schatten vor der Zitadelle löste und in ihr Blickfeld trat.
„Zodac.“ Entfuhr es ihr. Sie erkannte den Cosmic Enforcer, der schon des Öfteren mal in der Vergangenheit ihren Weg gekreuzt hatte, nicht immer zu ihren Gunsten.
„Was wollt ihr hier? Was habt ihr hier zu schaffen?“ Sie hatte kein gutes Gefühl in seiner Gegenwart und sah in misstrauisch an.
„Ich versuche Euch vor einer Dummheit zu bewahren, welche ganz Eternia vernichten könnte. Ich bitte Euch, Kriegergöttin, kehrt um.“
„Warum sollte ich umkehren? Ich habe ein Recht darauf hier zu sein. Ihr wisst sehr genau, welchen Packt ich damals zum Wohle Eternias eingegangen bin. Welchen Preis ich bezahlt habe. Jetzt fordere ich meinen Preis ein. Was kümmert mich noch Eternia? Ich habe lange genug für Eternia gelitten. Ihr solltet es selbst am besten wissen, Zodac! Und warum überhaupt sollte ich Euch trauen? Ihr habt in der Vergangenheit oft genug bewiesen, dass Ihr nicht unbedingt die vertrauenswürdigste Person seid, Cosmic Enforcer!“
Die letzten Worte spie Sharella förmlich vor Verachtung ihrem Gegenüber entgegen und Ihre Abneigung trug sie deutlich zur Schau.
„Ihr wisst, dass ich dem Gleichgewicht des Universums diene. Ich bin zu Neutralität verpflichtet. Gut oder Böse sind für mich gleich zu behandeln. Ein persönliches Interesse für eine Seite verfolge ich nicht.“
„Genauso wenig wie Euch einzelne Schicksale interessieren. Genauso wenig hat Euch MEIN Schicksal zu interessieren, Zodac, also macht den Weg frei, wenn Ihr noch weiter Eurer Ordnung dienen wollt.“
Und Sharella erhob ihren Stab zur Kampfpose und je länger sie so dastand, desto stärker fing er an zu vibrieren.
Immer stärker summte ihre Waffe und jeder Muskel ihres Körpers war angespannt, bereit, einen Angriff ihres Gegenübers, dessen Mine sie aufgrund seines Helmes nicht lesen konnte, abzuwehren, als plötzlich eine ihr bekannte Stimme, welche aus einer anderen Zeit, ja, aus einem anderen Leben, stammte, aus ihrer Konzentration riss.
„Aber, aber, ich bitte euch. Es ist doch nicht nötig, dass hier Blut vergossen wird.“
Sharellas Blick erkannte zwei Gestalten, welche sich langsam näherten und je mehr sie die Gestalten wahrnahm, desto deutlicher wurde es, dass sie sich nicht getäuscht hatte.
„Eldor.“ kam es ihr über die Lippen. „Aber, wie ist das möglich?“
„Ja, mein Kind, ich bin es. Es ist schön, dich nach so unendlich langer Zeit wieder zu sehen.“
Der alte Mann sprach mit freundlicher Stimme und sah sie mit ehrlichem Blick an.
„Aber wie könnt ihr noch leben?“ Sharella konnte ihre Überraschung immer noch nicht unter Kontrolle bringen.
Aber noch bevor Eldor antworten konnte unterbrach ihn Zodac wütend:
„Halt lieber deinen Mund und verschon uns mit deinen Lügen. Du hast schon genug Unheil angerichtet. Wieso bist du überhaupt hier?“
„Nun, unsere letzte Begegnung war ja eher kurzer und überraschender Natur und für mich verlief sie auch nicht so ganz zufriedenstellend. Ihr habt Euch da in Dinge eingemischt, die Euch nichts angingen und wie ich sehe, versucht Ihr es schon wieder, indem ihr meinem alten Mündel versucht, ihr Recht auf Antworten zu verwehren.“
„Eldor, was geht hier vor? Was hat das alles hier zu bedeuten und warum seid ihr hier? Warum seid Ihr noch am Leben?“ Sharella stand immer noch in Kampfpose und wusste nicht so recht, was sie von der ganzen Sache halten sollte.
„Sharella, mein Kind, Ihr habt damals nie erfahren, wer ich wirklich war, als ich mich um Euch gekümmert habe. Und Genaueres werde ich Euch zu gegebener Zeit erklären, aber zuerst einmal sollten wir hier aus dieser eisigen Kälte raus. Also Zodac, wenn Ihr so freundlich wärt und uns den Weg frei machen würdet.“
„Niemals! Kehrt um, alle miteinander. Dies ist kein Ort, der für einen von euch bestimmt ist.“
Zodac zog seinen Blaster und machte sich ebenfalls kampfbereit.
„Ich werde die Zitadelle betreten und mein Recht einfordern, Zodac, und niemand wird mich davon abhalten. Macht den Weg frei.“
„Tut mir leid, Zodac, aber ich werde Sharella unterstützen. Ich habe mich vor sehr langer Zeit dazu verpflichtet, sie zu beschützen und bedaure es zutiefst, diese Aufgabe so lange versäumt zu haben. Also tretet jetzt besser freiwillig zur Seite oder es wird böse für Euch enden.“
„Das ist Wahnsinn, lasst ab…“ Zodac versuchte verzweifelt, seine Widersacher von ihrem Plan abzubringen, doch in diesem Moment stürmte die grüne Göttin mit einem markerschütternden Angriffsschrei auf ihn los. Er konnte dem Angriff nur mit einem beherzten Sprung zur Seite ausweichen, doch ihm wurde augenblicklich klar, dass er versagt hatte.
Sharellas Wut war ins unermessliche Gewachsen und sie hatte jedwegige Geduld verloren. Sie hatte ein Recht auf Antworten, ein Recht auf Erlösung und niemand würde sich ihr jetzt noch in den Weg stellen. Sie setzte Zodac nach, nachdem er ausgewichen und deckte ihn mit Schlägen ihres Schlangenstabes ein, denen er nur mit Mühe ausweichen konnte. Sie durfte ihn nicht dazu kommen lassen, seinen Blaster gezielt gegen sie einsetzen zu können. Sie ließ grad eine weitere Angriffskombination auf den Cosmic Enforcer niederprasseln, als hinter ihr eine gewaltige Druckwelle den Boden erschütterte und sie und ihren Kontrahenten von den Füssen riss.
„Zodak.“ entfuhr es Zodac.
„Vater, ich hoffe, ich komme nicht zu spät.“
„Nicht im geringsten.“
Ein dunkelhäutiger Krieger, ähnlich wie Zodac gekleidet mit einem Kampfstab bewaffnet war wie ein Komet hinter den beiden Kämpfenden eingeschlagen und stand jetzt kampfbereit zwischen Sharella und Zodac auf der einen und Eldor und Spector auf der anderen Seite.
„Darf ich vorstellen, mein Ziehsohn und Nachfolger in meiner Position hier auf Eternia, Zodak.“
„Das wird auch nichts ändern.“ zischte Sharella, versetzte Zodac mit ihrem Stab einen mächtigen Schlag in die Magengrube, so dass er seine Waffe fallen ließ und ging dann zum Angriff gegen den Neuankömmling über. Dieser konnte mit seinem eigenen Stab die Schläge der Kriegergöttin wesentlich leichter parieren und auch selbst Akzente im Angriff setzen, so dass sich dieser Kampf wesentlich ausgeglichener gestaltete, als der gegen Zodac.
Zodac, noch schwer mitgenommen, hatte indessen seine Waffe wiedergefunden und versuchte nun, Sharella mit einem Schuss außer Gefecht zu setzen, doch durch die schnellen Bewegungen konnte er nicht sicher zielen und lief Gefahr, seinen eigenen Sohn zu erwischen. Doch dann schaffte es sein Nachfolger auf Eternia eine kurze Unaufmerksamkeit Sharellas und landete einen harten Schlag, der sie zurücktaumeln ließ. Jetzt hatte der Cosmic Enforcer freie Schussbahn, um Sharella zu betäuben, und wollte gerade abdrücken, als sich etwas Heißes, Brennendes um sein Handgelenk wickelte. Er blickte überrascht auf und sah Spector, der plötzlich neben ihm stand und seine Laserpeitsche um sein Handgelenk geschlungen hatte. Er zog mit einem kurzen, festen Ruck und Zodacs Hand fiel mit dem Blaster in der Hand zu Boden. Ungläubig sah Zodac seinen Armstumpf an, doch nur einen Sekundenbruchteil später erloschen seine Augen, als Spector in einer weiteren Bewegung mit dem rechten Arm zustieß und eine aus seinem rechten Arm hervorschnellende Energieklinge durch den Hals des Cosmic Enforcers schnitt. Mit einem gurgelnden Röcheln sackte Zodac in sich zusammen und blieb reglos liegen.
Zodak, der gerade im Begriff gewesen war, Sharella den entscheidenden Hieb zu versetzen, hielt mitten in der Bewegung inne und sah entsetzt, wie sein Stiefvater tot im Schnee lag. Zu spät erkannte er, welch fataler Fehler sein Zögern darstellte, den die grüne Göttin nutzte ihren Vorteil sofort aus und schlug zu. Zodak verlor seinen Stab und taumelte, sie wollte gerade nachsetzen, als ein Schuss ertönte und Sharella mitten in der Bewegung wie erstarrt stehen blieb. Zodak war augenblicklich Tod, getroffen von einem Blasterschuss in den Kopf. Ohne ein weiteres Geräusch fiel er wie sein Vater in den Schnee. Spector stand da wie eine Statue und ein einzelnes Rauchfähnchen stieg aus dem Lauf seiner Waffe empor und verlor sich im Schneegestöber.
„Ich hatte ihn besiegt.“ stammelte sie. „Warum habt ihr das getan. Ein Schlag und er wäre außer Gefecht gewesen.“
„Glaubt mir, Sharella, es war nötig.“ Eldor trat an sie heran und sprach mit ruhiger Stimme.
„Er hätte alles versucht, um uns daran zu hindern, unsere Ziele zu erreichen. Glaubt mir, es ist besser so.“
„Aber…“ Sharella konnte ihre Verwirrung nicht in Worte fassen, sie hatte schon viele Kämpfe und blutige Schlachten erlebt, aber von Verbündeten so überrumpelt zu werden, war ihr neu.
„Vertraut mir und kommt, es ist an der Zeit, dass du deine Antworten erhälst.“
Und immer noch sichtlich verwirrt folgte die grüne Göttin ihrem alten Mentor und seinem Gefährten. Als sie vor dem Tor standen, holte der Alte ein unter seinem braunen Mantel ein altes Buch hervor, öffnete es und sprach in einer für Sharellas Ohren fremden Sprache eine scheinbar magische Formel. Während sie dastanden schien es, dass der gewaltige Schneesturm, in dem sie sich befanden, immer noch mehr an Kraft zunahm. Der Wind heulte und peitschte die herabfallenden Schneemassen wütend um die drei Gestalten, doch so sehr er sich auch anstrengte, konnte er ihnen scheinbar nichts anhaben, da sie völlig unbeeindruckt stehen blieben.
Endlich schien Eldors Beschwörung Früchte zu tragen, denn neben dem Getöse des Windes konnte man jetzt auch ein Knarzen und Ächzen vernehmen und langsam öffneten sich die gewaltigen Tore der Zitadelle und nach Ewigkeiten betraten wieder Menschen das Innerste. Sharella folgte noch immer verwirrt über das kurz zuvor Geschehene, aber ihre Neugier und ihr Wunsch nach Antworten waren zu groß und so ignorierte sie auch das beständige Vibrieren ihres Schlangenstabes, welcher ununterbrochen in ihrer Hand summte.

Offline Cirenaj

  • Trade Count: (+7)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.335
  • Geschlecht: Männlich
  • Erst lachen die Leute und dann sind sie tot.
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #402 am: 08.04.2013, 19:58:20 »
Der alte Zauberer drehte sich zu Spector um. "Gut, dass du zu mir zurück gekommen bist, um mich zu warnen."
Spector nickte ihm nur kurz zu und ließ die letzten Stunden in seinen Gedanken noch einmal Revue passieren.

Eben noch in Snake Mountain von Beast Man attackiert, wurden beide Kämpfer durch Raum und Zeit geschleudert.
Skeletors Knecht hatte unbeabsichtigt die Tasten an Spectors Armkonsole betätigt und mußte nun wohl oder übel die Reise durch die Zeit antreten.
Beide bemerkten zuerst nicht, dass sich die Festung Skeletors verlassen hatten und rangelten auf dem Boden, doch Beast Man bemerkte als erster die Veränderung.
Er hielt in seiner Bewegung inne und schaute verdutzt drein. "Moment mal. Das ist nicht Snake Mountain. Wo sind wir hier ?"
Nun sah sich auch Eldors Schützling um. Sie standen auf freier Fläche. Der Boden schien verkohlt, der Himmel war behangen mit schwarzen Wolken und Asche wehte durch die Luft. Es herrschte eine düstere Atmosphäre, die selbst Beast Man die Nackenhaare sträuben ließen.
"Ich bin mir nicht sicher.", antwortete Spector. "Aber dort hinten scheint eine Art Turm zu stehen. Vielleicht sollten wir unsere Fehde für einen Moment vergessen und uns das mal ansehen. Was meinst du Beast Man ?"
Der Pelzige Beast Man schnaufte. "Na schön. Aber nur solange, bis ich weiß was hier vor sich geht, ab dann kann ich für nichts garantieren." Der Lieutenant nickte und sich machten sich auf, in Richtung des vermuteten Turmes.
Doch es war kein Turm, den sie vorfinden sollten. Es war eine Statue von undenkbarer Größe. Eine furchteinflößende Gestallt, zum Triumpf die Faust gen Himmel gestreckt, stand sie dort als Mahnmal für alle, die sich ihm wiedersetzen sollten.
Ehrfürchtig blickten Spector und Beast Man in die Höhe, während sie langsam weiter gingen. "Dort !", stieß Beast Man Spector an. "Am Fuße der Statue."
Sie erblickten eine Person, die auf dem Boden kauerte, sie war mit einer Fußfessel an den steinernen Sockel geschmiedet.
"Ich wußte, dass ihr kommt.", sagte die Person. "Ich wußte zwar nicht wann, aber ich wußte es."
"Wer bist du ?" "Du bist mir erst vor kurzem begegnet Spector. Für mich waren es jedoch Jahrzehnte. Ich bin Zodac."
"Zodac.", sprach Spector voller erstaunen aus. "Was ist passiert ? Was ist das hier für ein Ort ?"
"Das hier, ihr Unwissenden, ist Eternia. Oder viel mehr, was Horde Prime davon übrig gelassen hat. Das dort oben ist er übrigens. Das einzige Gesicht, neben meinem, was man auf diesem Gottverlassenen Planeten noch sehen kann."
"Was willst du damit sagen ?", warf der Knecht Skeletors ein.
"Das dies hier das Ende ist. Das dunkle Zeitalter und ich bin auf alle Ewigkeit dazu verdammt es zu durchleben.
Ich hätte Sharella am Leben lassen müßen. Ab diesem Zeitpunkt lief alles aus dem Ruder. Jeder käpfte nur noch für sich. Es war ein leichtes für die Horde, die vereinzelten Gruppen zu dezimieren, die sich gegenseitig selbst geschwächt hatten."
Der Kosmische Magier blickte zu Boden und es herrschte Stille.
"Du mußt mich an diesem Fehler hindern, Spector !", rief er plötzlich." Eldor war doch nicht so töricht, wie ich vermutete. Und du, Beast Man, mußt deinem Herrn sagen, dass er sich fügen muß, um Eternia nicht ins verderben zu stürzen. Kannst du dir das merken ?"
"Ja, ich denke schon.", brummte Beast Man und kratze sich den Kopf.
"Und du, Spector ?" "Ja, aber wie soll ich dich aufhalten ?" "Dir wird schon etwas einfallen. Drück einfach nur auf den blauen Knopf auf deiner Konsole und ihr werdet an euren Ausgangsort versetzt. Nun geht !"

"Ich hoffe, ich habe das richtige getan, Eldor.", sagte Spector. "Wenn Zodac es von dir so gewollt hat, können wir damit das schlimmste verhindern.", bestätigte der Alte.
"Mögen die Götter seiner Seele gnädig sein. Ich hoffe nur, dass Beast Man die Sache nicht vermasselt."

Offline bluecat9

  • Trade Count: (0)
  • Master of the Universe
  • *****
  • Beiträge: 1.383
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #403 am: 27.07.2013, 22:01:16 »
Adora und Shadow-Weaver erstarrten beide gleichzeitig. Eine Woge weiblicher Zaubermacht war deutlich zu spüren. Adoras Hände begannen förmlich zu glühen. "Mutter, was ist das?", rief He-Mans Schwester irritiert. "Kommt das nur von diesem Bergpony?" Hordaks ehemalige Gefährtin schüttelte den Kopf.
"Unsere Schwestern vollenden ihr Werk. Alle Magierinnen stehen im Verbund, egal ob gut oder böse, egal welchem Herren sie dienen und welchen Planeten sie bewohnen. Für mich war das Spüren dieser Macht auch ein Schock, aber sei unbesorgt. Sobald unsere Schwestern ihr Werk vollendet haben, wird sich dieses Gefühl legen." Adora war wie im Trance. "Sie rufen mich! Sie wollen, dass ich ihnen helfe! Ja, ich komme! Ich werde sie heilen!" Die Prinzessin Eternias ließ von dem Pony ab und spazierte wie hypnotisiert auf einen Abgrund zu. Wie ein Raubtier schoss Bow vor und riss das Mädchen zurück- gerade noch rechtzeitig. Ein paar Steine polterten metertief in die Schlucht. Erst jetzt kam Adora zu Besinnung. Die Stimmen in ihrem Kopf verstummten. Sprachlos starrte sie ihren Retter an. Es wäre so einfach gewesen. Bow hätte sie nur fallen lassen brauchen, dann wäre die Rebellion bequem ein gutes Stück weiter gekommen. Warum zum Teufel hatte er sie gerettet?

Der rothaarige Bogenschütze erwartete keinen Dank. Ihn schien etwas anderes zu interessieren. "Du wusstest nicht immer, das du einen Zauberin warst?
Wer hat dich dazu gemacht? Hast du dich deshalb mit diesem Tyrann Hordak verbündet?"

Offline Motuwahn

  • Trade Count: (+6)
  • Verteidiger Grayskulls
  • *****
  • Beiträge: 1.714
  • Geschlecht: Männlich
Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #404 am: 30.07.2013, 17:32:00 »
Kurzzeitig verschwamm Angelas Blickfeld als sie zusammen mit Veena in Teelanas Geist eindrang. Als sich ihr Blick wieder schärfte, erkannte sie eine bizarre Welt voller verzehrter  Formen und Farben. Sie schienen zu schweben und Angela erblickte unter sich soetwas wie ein Meer und Strand. Sie blickte Veena fragend an.
„Wir dürfen nicht getrennt werden“, bekam sie als Antwort, „die Gefahr, dass wir uns in Teelanas Geist für immer verirren, wäre zu groß. Ich selbst hätte es bei meinem ersten Versuch fast nicht geschafft.“
„Es ist alles so seltsam hier. Woher sollen wir wissen, wohin wir müssen und was werden wir vorfinden?“
„Ich habe eine ungefähre Vorstellung der Richtung, Angela. Ich kann etwas Böses spüren, welches Teelanas Geist gefangen hält und uns diese Verzehrte Realität aus ihren Erinnerungen als Welt präsentiert. Wer oder Was es ist, vermag aber selbst ich nicht zu sagen. Es ist sehr mächtig hier, allein war ich zu schwach und es wird immer stärker.“
„Dann lass uns keine Zeit verlieren.“
Auch wenn die Aussichten nicht die rosigsten waren, hatte Angela doch die Hoffnung, dass die Zauberin von Grayskull ihr bei der Suche nach ihrer Tochter helfen könnte und so schwebte sie hinter Veena her, als plötzlich ein riesiger Adler auftauchte und sie mit einem gellenden Schrei zu rufen schien.
„Sie Veena, es scheint, der Adler will, dass wir ihm folgen.“
„Ja, er scheint die Manifestation Teelanas ausserhalb von Schloss Grayskull zu sein. Vielleicht hat sie einen Weg gefunden, uns zu helfen. Komm, wir folgen ihm.“
Sie folgten dem majestätischen Vogel und Angela konnte unter sich einen Strand entdecken. Zwei Gestalten schienen einen leblosen Menschenkörper hinter sich her zu ziehen, doch sie flogen zu schnell, als das sie Einzelheiten erkennen konnte.
Dann sah sie ein Gebirge und einen Adlerhorst, wahrscheinlich gehörte er dem Adler, dem sie folgten, mutmasste Angela. Als sie näher hinsah erkannte sie ein Menschenbaby, doch schon waren sie vorbei.
So ging es noch einige Zeit weiter, in der sie seltsame Szenerien unter sich erkannte als sich plötzlich die Landschaft radikal änderte.
Alles wurde mit einem male karg und grau. Der Himmel war von einer dunklen Wolkendecke verhangen und die Landschaft unter ihnen bestand nur noch aus hartem Fels und Geröll.
„Wir kommen näher.“ Hörte Angela Veena sagen. „Ich kann es ganz deutlich spüren.“
Und tatsächlich, nachdem sie eine weitere Bergkette überflogen hatten, erblickten sie Schloß Grayskull.
Düster und unwirtlich lag es in da und  Angela spürte ebenfalls die gesichtslose Gefahr, die von dem alten Gemäuer ausging.
„Das ist Schloss Grayskull?“ fragte sie Veena.
„Ja, aber denke daran, es ist alles nicht so wie es scheint. Irgendjemand verzerrt die Erinnerungen Teelanas und formt sie für seine Zwecke um.“
Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, als ein tiefes und beängstigendes Lachen ertönte, welches von überall her zu kommen schien.
„Wenn haben wir denn da?“ Eine tiefe Stimme grollte die Frage in Richtung der Zauberinnen.
„Zwei verirrte Seelen in meinem Reich. Welch interessante Überraschung. Verschwindet!!!“
Das letzte Wort hallte in Veenas und Angelas Ohren und schmerzte unerbittlich in ihren Köpfen.
Veena fand als erstes wieder zu sich und rief Richtung Schloss: „Wer bist du, der diesen Geist unrechtmäßig besetzt helst? Verschwinde jetzt und wir lassen dich in Frieden ziehen.“
Wieder erscholl das tiefe Lachen.
„Ihr wagt es, mir gegenüber Forderungen zu stellen? Mir? Dem mächtigen Darkdream. Herrscher über die Dunkelheit und größter Alptraum der Schlafenden. Äußerst Amüsant. Ihr überschätzt euch. Ich hab euch schon einmal verjagt und nur, weil Ihr jetzt eine kleine Freundin dabei habt, glaubt Ihr, Ihr hättet eine Chance?“
„Veena, seht! Da unten am Turmfenster.  Da steht Teelana.“
„Ich sehe sie, sie versucht, Kontakt mit mir aufzunehmen. Ich kann ihre Präsenz spüren.“
„Hahahahaha, wie erheiternd.“ Darkdreams lachen dröhnte erneut in den Ohren der beiden Frauen.
„Ihr wollt es tatsächlich versuchen. Ihr vergesst dabei, dass eure Freundin, die ihr zu retten versucht, so einiges an Alpträumen und Grausamkeiten miterlebt hat und ich diese Erfahrungen mit größtem Vergnügen einsetzen kann.“
„Veena, kann Teelana uns helfen?“  In Angelas Stimme war die Angst vor dem, was kommen würde deutlich herauszuhören.
„Sie versucht uns zu warnen. Sie meint, wir sollten so schnell es geht umkehren, sonst würden wir für immer in ihrem Geist die Gefangenen von Darkdream sein.“
„Ganz recht meine Damen. Hier eine kleine Kostprobe.“ Und nachdem Darkdream zu ende gesprochen hatte, erklang plötzlich lautes Babygeschrei und steigerte sich zu einer unerträglichen Lautstärke, dass die beiden Zauberinnen glaubten, ihnen würden die Köpfe explodieren.
Angela krümmte sich in der Luft und hielt sich die Ohren zu, doch es half nichts. Mit aufgerissenen Augen sah sie sich panisch nach Veena um, welche sich ebenfalls die Ohren zu hielt, ihr aber mit eine Kopfbewegung deutete, weiterzufliegen.
Angela, die keinen klaren Gedanken fassen konnte, zwang sich unter größter Anstrengung, sich wieder Richtung Schloß aufzumachen.
„Ah, zwei Kämpferinnen.“ donnerte Darkdream. „Es wird mir eine Freude sein, euch beide zu unterwerfen und mir eure Kraft zunutze zu machen.“
Und mit sofortiger Wirkung wurde es totenstill. Kein Ton war mehr zu hören.
„Veena, was hat er jetzt vor?“
„Ich weiß es nicht Angella, aber wir müssen so schnell es geht das Schloß erreichen und Teelana befreien. Egal, was kommt, versprich mir, dass du es weiter versuchst, sollte mir etwas zustossen.“
Angella nickte, als ihre Aufmerksamkeit durch einen gellenden Schrei des Adlers Richtung Himmel gelenkt wurde.
„Das kann doch nicht…“ entfuhr es Angella und wich im letzten Moment den ersten Laserstrahlen aus.
Eine riesige Flotte angreifender Flugschiffe verdunkelte den Himmel und sie trugen das Symbol der Horde. Wäre der Anblick nicht schon erschreckend genug gewesen, erblickten Angela und Veena voller Grauen auf den zwei vordersten Schiffen zwei Gestalten auf den Dächern stehen. Die eine war in blau gehüllt und hatte einen furchtbar grinsenden Totenschädel als Gesicht. Die zweite Gestalt hingegen war den beiden Frauen bestens vertraut: Hordak.
„Schnell, Angela, wir dürfen uns nicht von der Angst lähmen lassen! Wir müssen weiter zum Schloß!“ Und wie, um Veenas Aussage zu untermauern, schwang sich der Adler mit lautem Geschrei den Angreifern entgegen.
„Er versucht uns Zeit zu verschaffen.“ Und diesmal fruchteten die Worte und Angella riss sich aus ihrer Erstarrung und jagde so schnell sie konnte dem Schloß entgegen, immer den Laserstrahlen der Hordegleiter ausweichend oder per magischen Schutzschild abwehrend.
Mit letzter Kraft schafften sie das Unmögliche und gelangten durch das Fenster in das Turmverließ Teelanas. Völlig erschöpft sanken sie vor der Hüterin des Schlosses auf die Knie und rangen nach Luft.
Teelana sah die beiden ungläubig an.
Zu Veena gewandt: „Ihr seht aus wie Veena, die erste Hüterin. Welch perfides Spiel hat sich Dark Dream jetzt wieder ausgedacht?“
„Wir sind wirklich“, antwortete Angela als erstes. „Ich bin Angela, Königin von Bright Moon von Etheria und dies hier ist Veena. Wir sind gekommen, um Euren Geist zurück zu holen.“
„Wir sind wirklich, Teelana“,  meldete sich jetzt auch Veena zu Wort, „aber wir haben keine Zeit für Erklärungen. Wir müssen…“
Draußen hörten sie erneut die Stimme Dark Dreams, während die Gleiter nun vor dem Schloß in der Luft schwebten.
„Ihr seit schwer zu erwischen. Meinen Respekt, aber nun, wo ihr Eure Freundin in Ihrem Gefängnis gefunden habt, wie wollt ihr entkommen? Glaubt ihr, sie könnte euch helfen? Da habt ihr euch aber getäuscht. Denn inzwischen ist meine Macht in ihrem Geist so stark, dass ich ewige Dunkelheit herrschen lassen kann und je länger diese Dunkelheit andauert, desto mehr magische Kraft geht von ihr auf mich über. Und sobald ich diesen Körper ausgesaugt habe, werde ich mächtig genug sein, ganz Eternia in ewige Dunkelheit zu hüllen. Doch um ganz sicher zu gehen, dass ihr nicht doch noch einen Fluchtversuch startet, werden meine treuen Diener, die ich dank der Erinnerungen eurer Freundin erschaffen konnte, euch ein kleines Schreckensfeuerwerk darbieten, wie ihr es noch nie zuvor erlebt habt.“
Und während Dark Dream in schallendes Gelächter ausbrach, sahen die drei Frauen, wie sich die Trugbilder von Skeletor und Hordak auf jeden freien Gleiter vermehrten und das ganze Schloß umstellten.
„Teelana, gibt es keine Möglichkeit mehr, diesem Wahnsinn einhalt zu gebieten?“ Angela war der Verzweiflung nahe, als sie in Veenas und Teelanas leere Gesichter sah.
„Wir brauchen eine Lichtquelle. Licht ist das einzige, was Dark Dream schwächt und aufhalten kann. Tageslicht, aber er ist zu stark geworden. Es tut mir leid, dass ihr wegen mir nun leiden müsst. Oh nein, dass kann er nicht tun…“ Bei den letzten Worten Teelanas entglitten ihre Gesichtszüge immer weiter und verwandelten ihr wunderschönes Antlitz in eine Maske des Schreckens, als sie aus dem Burgfenster sah.
Die Skeletor und Hordak Hologramme hielten mit einem mal schreiende Baby in ihren Armen, Skeletor ein Rothaariges und Hordak ein Blondes und ohne weitere Vorwarnung warfen sie die schreienden Säuglinge gleich Raketengeschossen gegen die Burgmauern, wo sie mit lautem Getöse explodierten. Gleich darauf erschienen neue Versionen der Säuglinge in ihren Armen und wieder schleuderten sie die winzigen Körper gegen die Mauern. Die Explosionen und das Babygeschrei waren ohrenbetäubend und ließen die drei Frauen fast wahnsinnig werden.
Teelana brach unter Tränen zusammen, hielt sich die Ohren zu und krümmte sich vor innerem Schmerz auf dem Boden. Jedwegige Souveränität, die sie als Sorceress so ausgezeichnet hatte, waren dem Wahnsinn ihrer dunkelsten Erinnerungen gewichen, die sie solange in ihrem Inneren verborgen hatte.
Angela und Veena versuchten fieberhaft, nicht ebenfalls dem Wahnsinn anheim zu fallen und überlegten angestrengt, wie sie sich aus dieser Hölle befreien konnten.
„Wir müssen unsere Kräfte bündeln, nur gemeinsam haben wir vielleicht eine Chance.“
Veena sah Angela durchdringend an und diese nickte.
‚Glimmer‘ dachte Angela und fand endlich einen Halt in ihren Gedanken.  Ich muss stark bleiben, es darf hier nicht einfach so zu Ende gehen, ohne dass ich weiß, was mit meiner Tochter geschehen ist.
Zusammen mit Veena hob Angela Teelana auf die Füße.
„Teelana!“ Veenas Stimme klang eindringlich.
„Teelana, hör mir zu! Wir haben noch eine Chance, wenn wir drei zusammenarbeiten, unsere Kräfte bündeln. Dann könnten wir stark genug sein, um einen Schutzschild aus Licht um uns herum aufzubauen. Teelana, bitte, wir schaffen es nur mit deiner Hilfe.“
„Fühl mich so schwach, was ist, wenn ich es nicht schaffe? Ich hab schon so viele enttäuscht. Es wäre unser Untergang.“ Teelana sah Veena hoffnungslos an, doch die erste Hüterin von Grayskull schien nicht bereit zu sein, ihre Nachfolgerin aufzugeben.
„Teelana, hör zu, ich werde euch führen. Ich weiß, dass ihr eine würdige Hüterin der Geheimnisse von Grayskull seit und egal, was in der Vergangenheit geschehen ist, Eternia braucht Euch jetzt mehr denn je. Lasst Euch nicht von diesen Trugbildern berühren, Teelana. Es sind nur Traumbilder, sie sind nicht real. Widersteht dem Wahnsinn und Dark Dream wird keine Macht mehr über Euch haben.“
Angela beobachtete die beiden Frauen und sah, wie die Worte Veenas Wirkung zu zeigen schienen. Teelana straffte sich, wischte sich mit einer Handbewegung die Tränen aus dem Gesicht und dann antwortete sie:
„Ihr habt Recht, ich hab mich von Dark Dream blenden lassen. Doch wie können wir jetzt noch entkommen? Er ist so stark geworden in meinem Geist, ich weiß nicht, ob ich noch genug Kraft habe, Euch und mich zu retten.“
„Wir haben keine andere Wahl, wenn wir hier bleiben, hat er schon gewonnen.“ Setzte Veena nach und Teelana nickte.
Sie streckte ihre Hand nach Angela aus und die drei Zauberinnen bildeten einen Kreis, als sie sich alle an die Hände fassten. Angela spürte die Energie, die von Teelana und Veena ausging, durch sie hindurch fließen und auch aus ihr selbst heraus wurden noch einmal alle Kraftreserven mobilisiert.
Ein Lichtschein bildete sich in der Mitte des Kreises und wuchs stetig an, bis er die Frauen komplett umhüllt hatte. Sie sahen sich an und wußten, dass sie sich vielleicht in den sicheren Tod begaben. Dann hoben sich ihre Körper langsam in die Höhe und sie flogen durchs Turmfenster ins Freie.
Sofort mussten änderten die vielen Hordak und Skeltor Klone ihr Ziel und warfen ihre tragischen Geschosse in Richtung Lichtkugel. Die Zauberinnen konnten nur mit Mühe ausweichen, doch das Licht ihres Schutzschildes schien die Babys verblassen zu lassen. Wurden sie dennoch getroffen, waren es nur kleinere Erschütterungen. Diese zogen aber dennoch mit jedem grausigen Aufprall etwas Energie, dass konnte Angela ganz deutlich spüren.
„Schnell!“ Auch Veena spürte die langsam wachsenden Erschütterungen.
„Solange wir das Licht aufrecht erhalten können, können sie uns nichts tun. Wir müssen so schnell wie Möglich den Weg zurück finden.“
Verzweifelt auf der Suche flogen sie durch die Reihen der Gleiter und es wurde immer schwieriger, der grausamen Torpedierung auszuweichen. Selbst Zoar, welcher immer wieder versuchte, einzelne Babys abzufangen, konnte die steigende Zahl der Treffer nicht verhindern.
Und dann geschah das Unvermeindliche, die Gleiter hatten sich inzwischen um die drei zusammengezogen und ließen nun einen gigantischen Hagelsturm auf sie niederregnen. Während ihr Lichtschild immer schwächer wurde, sahen sie noch entsetzt, wie Zoar getroffen wurde und mit einem letzten Schmerzensschrei in die Tiefe stürzte.
„Wir haben versagt, alle Hoffnung ist dahin. Glimmer, es tut mir leid.“
Hoffnungslos sah Angella dem immer kleiner werdenden Punkt, welcher bis eben noch der stolzeste Vogel gewesen war, den sie je gesehen hatte.
Bei dem Gedanken, ihre Tochter nie wieder zu sehen und sie vielleicht sogar in Gefahr schwebend zurück lassen zu müssen, rann ihr eine Träne über die Wange, als mit einem mal ein blendend weißer Lichtstrahl sie und ihre beiden Mitstreiterinnen einhüllte.
„Bei der Göttin.“ kam es von Teelana, und zugleich sahen sie nach oben und sahen schemenhafte Bewegungen, so schnell, dass sie nur als Schatten zu erkennen waren.
Die Bombardierung hatte schlagartig aufgehört und als sich ihre Augen an das helle Licht gewöhnt hatten, erkannten sie, dass es sich um zwei Gestalten handelte, die mit ungeheurer Geschwindigkeit von Gleiter zu Gleiter sprangen und diese mitsamt ihren grausamen Piloten zerstörten.
Der eine schien eine blaue Ritterrüstung zu tragen, sein rotes Cape und der rote Kamm auf seinem geschlossenen Visier wehten bei seinen Bewegungen. In seinen Händen hielt er ein Schwert und einen Morgenstern, welche rot leuchteten und nur als schattenhafte Schemen zu erkennen waren.
Sein Begleiter war eine noch viel seltsamere Erscheinung. Er schien einen ebenfalls blauen Brustpanzer zu tragen, seine Arm- und Beinbekleidung schien aber ein gelb-schwarz-gestreiftes Muster zu haben. In seiner rechten Hand hielt er eine Laserpistole während er mit einem Schild in der Linken die Angriffe der Gleiter abwehrte.
Das seltsamste an ihm war aber sein Kopf. Anstatt eines solchen besaß er eine Art überproportional große Strahlenwaffe oder…Angela überlegte…eine Kamera? Sie wollte ihren Augen nicht trauen, doch es schien eine Kamera zu sein. Es war schwer, die beiden zu betrachten, da sie sich mit unglaublicher Geschwindigkeit durch ihre Gegner schlugen und nichts als Trümmer und Explosionen zurück ließen. War ein Gleiter vernichtet , sprangen sie zum nächsten.
„Jay!“ hörte Angella den blauen Ritter rufen.
„Jay! Ich seh sie. Sie sind dort drüben. Schnell.“
„Alles klar, Sir. Bin schon auf dem Weg.“ kam von der anderen seltsamen Gestalt als Antwort und in einem weiteren Explosionsgewitter sah Angella, wie sich die beiden Gestalten in ihre Richtung bewegten.
Angellas Gedanken rasten. Wer waren diese seltsamen Retter, woher kamen sie, was wollten sie von ihnen? Waren sie Freunde oder Feinde? Aber warum sollten sie ihnen helfen, wenn sie nicht Freunde wären? Sie mussten Freunde sein, sie mussten einfach…
„Meine Damen, ich hoffe, es geht Ihnen gut.“
Die kecke Stimme des Kamera-Kopf-Mannes, seine Stimme klang zumindest männlich, riss Angella aus ihrer Gedankenwelt und sie starrte ihre beiden Retter, welche sich auf einem Gleiter direkt neben ihnen befanden, an.
„Ja, wir sind unverletzt aber am Ende unserer Kräfte. Alleine können wir diesem Alptraum nicht mehr entfliehen. Wenn ihr Freunde seit, dann lasst uns keine Zeit verlieren.“
Veenas Stimme klang hoffnungsvoll, aber drängend und Angella bemerkte jetzt erst, dass Teelana immer schwächer wurde und immer mehr durch sie und Veena in der Luft gehalten werden musste, als dass sie noch selber schweben konnte.
„Natürlich meine Damen, seit Ihr in der Lage uns zu folgen, wenn wir eine Bresche schlagen werden?...Jay, pass auf!“
Ein Laserstrahl zischte knapp an Jay vorbei, doch dieser feuerte ohne zu zögern direkt zurück und der getroffene Gleiter stürzte mit rauchendem Triebwerk in die Tiefe.
„Das war knapp“, war Jays Antwort, „wir sollten wirklich zusehen, hier schleunigst zu verschwinden.“
„Ich werde bleiben.“ keuchte Teelana. „Ich kann nicht mit euch zurück.“
„Aber warum, Teelana? Warum?“ Angella wurde wütend. Sie hatten all diese Strapazen aufgenommen und nun, wo sie kurz vor der Rettung standen, sollte alles umsonst gewesen. Das konnte und wollte sie nicht akzeptieren.
„Wir helfen dir, wir tragen dich hier raus.“
„Nein, wenn ich euch folge, werde ich meinen Körper verlieren. Ich hatte gehofft, euch helfen zu können, um wieder zurückzukehren. Jetzt habt ihr Hilfe und könnt ohne mich zurück. Ich muß hier bleiben, sonst werde ich nur ein Geist ohne Kraft sein.“
„Aber wenn ihr hier bleibt, werdet ihr gegen Dark Dream verlieren. Er ist zu stark für Euch, Teelana. Kommt mit und wir finden einen Weg, ihn von außerhalb zu besiegen und Euch Euren Körper zurückzugeben.“
„Nein, Angella, es ist zwecklos.“ Veena, welche gesprochen hatte, sah sie durchdringend an.
„Teelana hat recht, würde sie gehen, hätte Dark Dream gewonnen und hätte endgültig  Macht, die er niemals erlangen darf. Geh mit unseren Rettern, ich werde hier bleiben und Teelana unterstützen. Wenn wir schnell handeln, ist Dark Dream vielleicht abgelenkt genug, dass wir eine Möglichkeit haben, ihn zu besiegen.“
„Veena, Ihr wärt für immer in meinem Geist gefangen, dass kann ich nicht von Euch verlangen.“ Teelanas Stimme wurde immer brüchiger.
„Für das Wohl Eternias, Teelana. Ich war die erste Hüterin Grayskulls. Ihr wisst, was von uns Hütterinnen verlangt wird. Selbstaufgabe bis zum Äußersten. Wenn es das Schicksal verlangt, werde ich bis zu Eurem Ende ein Teil von Euch sein, aber jetzt ist es noch nicht Zeit für Euch, zu gehen.“
Und nachdem Veena gesprochen hatte, nickte sie Jay zu, welcher daraufhin die immer noch fassungslose Angela am Oberarm packte und mit ihr und dem blauen Ritter an ihrer Seite davon eilte.
Sie sah die beiden Zauberinnen, wie sie sich an den Händen fassten und von neuem zu leuchten begannen und dann einen riesigen Schatten, der sich über ihnen formierte.
Ihr Kopf dröhnte inzwischen und sie schrie, schrie, dass sie umkehren sollten, sie müssten ihnen helfen. Der Schatten wuchs immer weiter und verschlang alles um sie herum, Veena und Teelana waren wieder von ihrem leuchtenden Schutzschild umhüllt und nun schien es, als würden die beiden miteinander verschmelzen. Doch der Schatten wurde immer größer und stülpte sich über die leuchtende Kugel. Angella sah mit Entsetzen, wie das von den Zauberinnen ausgehende Licht immer mehr verschluckt wurde.
„Helft ihnen, wir müssen umkehren.“ Sie zehrte und wehrte sich gegen den festen Griff wie ein kleines Kind. Und dann endlich war sie frei und raste so schnell sie konnte zurück.
„Verdammt, tu das nicht!!!“ Sie spürte ihre beiden Retter direkt hinter sich, wie sie die Gleiter, welche inzwischen nur noch teilnahmslos, Treppenstufen gleich, in der Luft schwebten, als Sprungbretter benutzten.
„Jay“, hörte sie den Ritter rufen, „du solltest deine Taschenlampe anknipsen.“
Und schon durchbrach ein heller Lichtstrahl die Dunkelheit, woraufhin Angella ihren Flug stoppte.
Ein qualvoller Schmerzensschrei ertönte aus Richtung des Schattens und nun sah Angella wieder das Licht ihrer Kameradinnen, welches an verschiedenen Stellen aus dem Schwarz durchbrach.
„Lange kann ich den Strahl nicht halten, Sir, nehmt sie und verschwindet.“
„Mylady, wir sollten jetzt wirklich gehen.“ erklang die freundliche, aber drängende Stimme des Ritters neben Angella.
„Wir haben getan, was wir konnten, jetzt sind Eure Freundinnen auf sich gestellt. Vertraut ihnen und ihrer Stärke. Kommt jetzt.“
Angella nahm die ihr entgegengestreckte Hand und folgte diesmal ohne Widerstand.
„Jay, kommt!“
„Gleich, Sir. Wartet nicht auf mich. Ein bisschen werde ich dem alten Bastard hier noch einheizen.“
Angella und der Sir flohen nun so schnell sie konnten und bald darauf war auch Jay bei Ihnen und sie sprangen ins Licht, welches die Rückkehr in die reale Welt bedeutete.
Benommen öffnete Angela die Augen. Sie brauchte einen Moment, um das Schwindelgefühl aus ihrem Kopf zu verbannen. Si e sah in die Runde aus Gesichtern, die um sie standen und erkannte auch ihre Retter, die ebenfalls langsam wieder zu sich kamen.
„Wie geht es dir, Kindchen?“ Madame Razz besorgte Stimme holte Angella vollends zurück in die Wirklichkeit.
„Danke, es geht schon. Noch etwas schwach. Aber sagt, was ist geschehen? Wie geht es Teelana und wer sind diese tapferen Männer, die uns geholfen haben?“
Angellas Blick wechselte beständig zwischen der noch liegenden Teelana, ihren Freunden und den beiden Fremden hin und her.
„Wenn ich uns kurz vorstellen darf,“ antwortete schließlich der blau gepanzerte Ritter, „dies ist mein Freund Jay und ich bin Sir…“
„Wir wurden geschickt, um Euch zu helfen, wie es scheint.“ unterbrach ihn sein Weggefährte. „So ganz genau wissen wir es auch nicht, aber es scheint zumindest, dass wir nicht ganz ungelegen gekommen sind.“ Plauderte der sonderbare Helmkopfmann vergnügt weiter.
„Diesem dunklen Schwachkopf hab ich es aber so richtig geben. Gegen meine Tageslichtprojektion konnte er nichts ausrichten. Ich hoffe, eure Gefährtinnen konnten sich durchsetzen, ich konnte es bei unserer überstürzten Rückkehr nicht mehr alles ganz genau erkennen oder aufzeichnen.“
„Aufzeichnen?“ Alle im Raum waren völlig überrumpelt und verwirrt von Jays Redeschwall.
„Mein vielsagender Freund hier,“ begann der Sir, „hat besondere Fähigkeiten. Unter anderem kann er seine Kämpfe aufzeichnen und Gegnern so ihrer Kraft berauben. Wir könnten es uns jetzt ansehen, aber wir sollten vielleicht erst mal nachschauen, wie es um Eure Freundin Teelana bestellt ist.“
Moss Man beugte sich über die noch immer bewusstlose Zauberin.
„Sie atmet jetzt ganz ruhig, das Fieber ist verschwunden.“ Und dann schlug die Hüterin von Schloß Grayskull die Augen auf.  Erst sah sie nur starr zur Decke, doch dann fing sie an, zu blinzeln und ein leises Stöhnen entfuhr ihr. Dann wanderten die Pupillen umher und sie bewegte ihren Kopf, um einen nach den anderen anzusehen.
„Sie wacht auf!“ entfuhr es Orko voller Freude. „Geht es Euch gut, Sorceress?“
Langsam erhob sich Teelana und sah etwas benommen in die Runde.
„Orko? Moss Man?“
„Ihr seit in Sicherheit, Teelana. Habt keine Angst. Könnt Ihr aufstehen?“
Moss Man stützte sie und half ihr, sich aufzurichten.
„Noch etwas wackelig, aber danke, es geht.“
„Sorceress, könnt Ihr Euch wieder an alles erinnern?“ Orko konnte seine Freude und Aufregung einfach nicht unterdrücken.
Teelana lächelte ein wenig.
„Ja, mein quirliger Freund, dank Eurer Hilfe bin ich von Dark Dreams Fluch befreit. Dank Euch, Angela.“
Und sie wandte sich an die Königin von Bright Moon.
„Dank Eurer selbstlosen Tat. Ich bedaure zutiefst, dass Ihr wegen mir in eine solch große Gefahr geraten seit.“
„Veena?“ Angella sah Teelana fragend an, unfähig, mehr zu sagen.
„Veena ist jetzt ein Teil von mir. Ihre Kraft ist mit meiner verschmolzen. Wir werden eins sein, bis meine Zeit gekommen ist. Zusammen mit Eurer Hilfe,“ und dabei sah sie auch Jay und den Sir an, „konnten wir Dark Dream besiegen. Meine volle Stärke werde ich erst wieder erreichen, wenn Schloß Grayskull zurück an Ort und Stelle ist. Solange werde ich als normaler Mensch mit Euch reisen müssen. Nur meine ursprünglichen Heilerfähigkeiten besitze ich im Moment. Nochmals vielen Dank euch allen hier. Und besonders natürlich auch Euch, Angella und Euch, Jay und Sir…?“
„Mylady, es war uns eine Ehre.“ Die Stimme des Ritters klang unter seinem Helm leicht verlegen.
„Mein Name lautet übrigens Sir…“
„Heilerfähigkeiten?“ wurde er von einer außer Atem klingenden Stimme unterbrochen.
Alle drehten sich in Richtung Eingang, von wo die Stimme kam.
„Nun denn,“ fuhr Sy-Klone fohrt, welcher einen alten, völlig verlumpten und mit unzähligen Wunden übersäten, bewusstlosen Mann auf seinen Schultern stützte, „einen Heiler könnten wir gerade sehr gut gebrauchen.“