
Es war das Jahr 2002, das zum Epochenjahr werden sollte: Immerhin hatte der Spielwarengigant Mattel sich zu einer Neuauflage der Masters of the Universe
entschlossen - eine kleine Sensation. Als Glücksfall für Fans und
Mattel gleichermaßen erwies sich dabei, dass das Design der
erfolgreichen Figurenreihe aus den 80er Jahren von den Four Horsemen
besorgt wurde. Mit ihrer behutsamen aber dennoch charakteristischen
Neugestaltung der Figuren gelang ihnen der schwierige Brückenschlag
zwischen futuristischem Anspruch des neuen Jahrtausends und
nostalgischer Schwärmerei.
Schnell sicherte sich Val Staples für MV Creations die Rechte an einer
Comic-Serie und erfüllte sich damit einen lange gehegten Wunsch. Die
Erwartungen von Seiten der Fans waren mindestens ebenso hoch wie die
ehrgeizigen Anforderungen, die Staples an sich selbst erhob. Immerhin
boten die Comics ein ideales Medium, um der Welt Eternias Leben
einzuhauchen.
Mit einem Comic für die amerikanische Kaufhausreihe Target feierten
Staples & Co. ihren Einstand. Als im November 2002 endlich die
erste reguläre Ausgabe von Masters of the Universe
in den amerikanischen Läden erschien, schoss sie unmittelbar auf Platz
Eins der Verkaufsliste. Es folgten in loser Folge vier Reihen sowie
einige wenige Sonderausgaben. Bald jedoch sollte sich zeigen, dass das
Herzensprojekt von Staples aus verschiedenen Gründen unter keinem guten
Stern stand:
Lange Wartezeiten zwischen den Einzelausgaben, die Konzeption als
Fortsetzungsreihe sowie eine kaum zu überblickende Flut an
Covervarianten trübten die anfängliche Freude zunehmend. Da die
Handlung eher auf das erwachsene Fanpublikum angelegt war, konnte die
eigentliche mattelsche Zielgruppe im Kindesalter überdies kaum erreicht
werden.
Ohne Zweifel kann die 200Xer-Reihe auf Höhepunkte - künstlerisch und
erzählend - verweisen. Den Spannungsbogen dauerhaft halten und
inhaltlich stets überzeugen, misslang indes. Eine deutsche
Veröffentlichung der zweiten Staffel ab August 2003 durch den Dino
Verlag schaffte es immerhin nur auf fünf Ausgaben. Finanzielle
Schwierigkeiten und zunehmende Lizenzrestriktionen führten im Dezember
2004 dann zum endgültigen Aus der gesamten Reihe. (LCM)