Von 1984 bis 1986 veröffentlichte Condor-Interpart insgesamt zehn großformatige Comics im Abstand von je acht Wochen. Jede der Ausgaben beinhaltete zwei Geschichten für die Michael Götze als Zeichner und Wilfried A. Hary als Autor verantwortlich zeichneten. Umfasste das erste Abenteuer jeweils rund Dreiviertel der Seiten, so geriet das zweite konsequenterweise erheblich kürzer. In vier zusätzlich publizierten Auswahlbänden wurden zwei Hefte zusammengefasst, neue Abenteuer enthielten sie folglich nicht.
Die Zeichnungen selbst bieten ein eher ambivalentes Bild: Sind manche Charaktere sehr detailgetreu übertragen, entfernen sich andere deutlich von ihren Vorlagen. Insgesamt ist die künstlerische Gestaltung der Hefte zumeist ziemlich bunt geraten. Mit der teils etwas gewöhnungsbedürftigen Ausdrucksweise dürfte das inzwischen erwachsene Publikum bisweilen etwas unterfordert sein.
Die Handlung kommt meist mit wenig Figurenpersonal aus, augenscheinlich werden immer wieder neue Figuren und Fahrzeuge werbewirksam in den Mittelpunkt gestellt. Neben Skeletor und Hordak begegnen vereinzelt auch andere Gegenspieler. Bemerkenswert dürfte sein, dass der Einfluss Mattels bezüglich Direktiven im Gegensatz zu anderen Medien ungewöhnlich vehement durchschlug.
Defizitär wirkt sich im Fortlauf der Reihe allerdings die Qualität der Geschichten (insbesondere der Kurzgeschichten) aus, die nur allzu gerne um unbekannte Energiequellen und deren Abusus durch Skeletor kreisen. So mag manch gelungene Zeichnung auf der mittigen Doppelseite den überwiegend verhaltenen Gesamteindruck nicht zu verbessern, selbst wenn die Hefte in acht Sprachen übersetzt wurden und sogar den Weg nach Amerika fanden.
Gleichwohl, einige der Geschichten vermochten und vermögen noch heute zu überzeugen. Der Stil, der eher an die barbarische Welt des Ursprungskonzeptes erinnert, hätte ebenfalls zu einer gelegenen Abwechslung zu den Ehapa-Comics avancieren können. Umso bedauerlicher ist es, dass die Amplitude der Bewertungsskala ebenso oft nach unten wie nach oben ausschlägt.
Neben den großformatigen Heften erschienen auch zwei kleinere Comic-Bände, jedoch in völlig anderem Stil. Die Geschichten sind dabei immer nur vier Seiten lang und handeln stets von den erfolglosen Angriffsversuchen Skeletors auf Castle Grayskull. In mancherlei Hinsicht erinnern sie augenfällig an die frühen DC-Minicomics, erreichen aber in keiner Kategorie deren Format – besonders nicht bezüglich der atemberaubenden Zeichnungen Alfredo Alcalas. (LCM)