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  • 18.06.2018, 18:42:36

Autor Thema: Das Ende des gemeinsames Werkes - meine Version  (Gelesen 1117 mal)

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Offline bluecat9

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Das Ende des gemeinsames Werkes - meine Version
« am: 05.09.2016, 20:59:33 »
Das Ende des gemeinsamen Werkes

„Mutter! Wirf das verdammte Schwert weg und lauf! Das ist es nicht wert!“, brüllte Keldor Junior durch das Donnergrollen und die zuckenden Blitze hindurch.
 „Du verstehst nicht! Das hier, das ist die TOTALE Macht! Der Schlüssel zur Herrschaft Eternias! Wenn ich es jetzt loslasse, dann ist dein Vater völlig umsonst gestorben! Und sämtliche unserer Dämonen ebenfalls! Ich KANN es nicht wegwerfen!“
Regen und Sturm zerzausten die blonden Haare Evil-Lyns, Blut lief ihr die Schläfe herunter und nur ihr unbändiger Wille zur Macht hielt die erschöpfte Magierin noch auf den Beinen. Mit der schweren Metallwaffe war sie allerdings nicht flink genug, den Blitzen und den sich immer wieder öffnenden Erdspalten  auszuweichen. Doch sie konnte diese Chance, diese einmalige Chance nicht verstreichen lassen. Die Zauberin von Grayskull tot, Man-at-Arms und etliche Masters tot, wenn, wann nicht jetzt konnte sie die Macht übernehmen? Und stand es ihr nicht auch zu, nach all den Opfern, nach all den Jahren neben diesen entstellten Mann, den sie mal so bedingungslos geliebt hatte? Nach all den zahllosen Niederlagen gegen den Masters?

„Evil-Lyn! Lass es gut sein! Es sind genug Menschen, Drachen und auch Dämonen gestorben. Bringen wir uns in Sicherheit und überlegen wir, wie wir Eternia wieder aufbauen.“

Die Hexe hob den Kopf und erblickte He-Man und Teela. Beide scheinen um Jahre gealtert, das rechte Auge des blonden Hünen war verletzt, der Held hatte nur noch ein eingeschränktes Sichtfeld. Skeletors treueste Dienerin lachte hysterisch auf, wies mit der Schwertspitze auf ihren Erzfeind.

 „Noch einen Schritt weiter, und aus dir wird der mickrige Prinz Adam. Weißt du Teela, dass dein strahlender Held bloß ein Trugbild ist? In Wahrheit ist er nur ein feiges, schwächliches Männchen. Soll ich dir das mal demonstrieren?“

Es kam nicht mehr zu der geplanten Demonstration. Keldor Junior schoss vor wie ein Raubtier und stieß seine Mutter zur Seite, als gewaltiger in Richtung Evil-Lyns einschlug. Das Zauberschwert fiel der Hexe aus der Hand, als Mutter und Sohn beide zu Boden stürzten. Die Erde bebte wieder, es war nur einen Frage von Sekunden, bis sich wieder eine Felsspalte öffnen würde. Der Stärkste der Starken hatte nur eine Wahl: Entweder die Frau retten, die ihm und seinem Volk jahrelang der Leben zur Hölle gemacht hatte oder das Schwert. Mit einem Sprung packte He-Man die beiden Gar und brachte sie auf ein gefestigtes Stück Land. Ein metallisches Klirren verriet nur wenige Augenblicke später, dass das Zauberschwert nun für immer verloren war. Prinz Adam war somit vorerst das letzte Opfer dieses langen, sinnlosen Kampfes.

Dankbarkeit war noch nie Evil-Lyns Stärke gewesen. Obwohl sie mit dem Leben davongekommen war, obwohl ihr Sohn fast unverletzt an ihrer Seite stand und sich als tapferer Kämpfer erwiesen hatte, liefen ihr die Tränen herunter. Mehr als um Skeletor und ihre Mitkämpfer trauerte sie um den Verlust ihres Lebenstraumes. Es war vorbei. Sie würde niemals die Herrin Eternias werden.


« Letzte Änderung: 05.09.2016, 21:02:41 von bluecat9 »

Offline bluecat9

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Re: Das Ende des gemeinsames Werkes - meine Version
« Antwort #1 am: 05.09.2016, 21:00:41 »
Das Ende des gemeinsamen Werkes II

He-Man und Teela brachten Mutter und Sohn in das Lager der verbliebenen Kämpfer. She-Ra und Glimmer setzten ihre Heilkräfte ein. Evil-Lyn drehte ihr stark verrußtes Gesicht zu ihrem Sohn: „Du bist genau wie dein Großvater. Immer an das Gute im Menschen glauben. Du wirst schon sehen, was du davon hast.“

 Es sollte spöttisch und herablassend klingen, doch die Hexe konnte die widerwillige Bewunderung für ihren Sohn nicht verbergen. He-Man sah die beiden ernst an: „Keldor und du, Lyn, ihr habt immer euren Vorteil verfolgt und es hat euch auch nicht wirklich weiter gebracht. Du kannst froh sein, dass Keldor  Junior die Gene von Faceless-One hat.“

Die Schwarzmagierin verzog, gequält von Schmerzen ihr Gesicht. „Ach, fahr doch zur Hölle. Was sagt deine Süße denn dazu, dass ihr Prinzchen sie die ganze Zeit veräppelt hat?“

Teela war lautlos hinzugekommen. Es war noch ungewohnt, sie in der Falkenkluft ihrer Mutter zu sehen. „Seine „Süße“ hat es immer geahnt, wenn auch nicht gewusst. Magie bringt nur die Eigenschaften eines Menschen hervor, die schon immer in ihm waren. Ich liebe ihn, und ich würde ihn nicht anders haben wollen.“

Der junge Gar strich seine Mutter beruhigend über die Schultern. Evil-Lyn grinste noch mal verzerrt. „Ach, ihr mit euren schmalzigen Liebesschwüren, da wird mir schlecht von. Geht, und lasst mich mit meinem Sohn und Glimmer allein.“

In der Nacht verschlimmerten sich der Zustand von Evil-Lyn so stark, dass sie den folgenden Morgen nicht mehr kommen sah. Glimmer und Keldor Junior begruben sie am Rande der Mystic Mountains. Sobald  sie wieder Zeit hatten, die Raumschiffe funktionstüchtig zu machen, wollten beide auf Keldors Heimatplaneten ein neues Leben beginnen.

He-Man versammelte die Überlebenden des Kampfes um sich. Unter der Leitung von Beast-Man wurden wilde Ponys gefangen und gezähmt, um sie vor Pflüge spannen zu können und das Land wieder zu bestellen. Tri-Klops und Trap Jaw halfen mehreren ehemaligen Soldaten , primitive Maschinen zu erbauen, die den harten Wiederaufbau erleichtern sollten. King He-Man und Queen Teela hatten nun unter erschwerten Bedingungen ihre Herrschaft angetreten, ohne den Luxus, den Adams Eltern im Palast genossen hatten. Noch waren alle so sehr mit dem Überleben beschäftigt, dass keine Zeit für Feindschaften bleib. Ob der Frieden hielt, würde die Zeit zeigen.

Einen weiteren Überlebenden, der sich einer Raumkapsel bedient hatte, gab es noch.
Auf einen weiter entfernen, für Eternias Verhältnisse primitiven Planeten, hockte eine übergroße, blau-braun gesprenkelte Schlange in ihrem Terrarium. Sie hatte keine Eile. Die Menschen hielten sie für wertvoll und umsorgten sie, wie es für einen König würdig war. Die Knochen des armen Trottels, der sie hatte stehlen wollen, würde so schnell keiner finden, und falls ja, würde niemand herausfinden, wer für seinen Tod verantwortlich war. King Hsss  in seiner Schlangengestalt räkelte sich behaglich unter der Wärmelampe. Seine Zeit würde kommen. Irgendwann.
« Letzte Änderung: 05.09.2016, 21:04:26 von bluecat9 »

Offline bluecat9

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Re: Das Ende des gemeinsames Werkes - meine Version
« Antwort #2 am: 05.09.2016, 21:07:58 »
In einem RPG, das beendet wurde, durft jeder Spieler nochmal die Story nach seinem Vorstellungen zu Ende bringen. Ich habe das jetzt auch mal gemacht, jeder der anderen Autoren hat natürlich seine eigene Version.

Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß an der Story, auch wenn ich Lynnie geopfert habe. Ich erkläre mir auch so, warum es King He-Man heißt und nicht King Adam.  :smiley:

Offline Capeträger

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Re: Das Ende des gemeinsames Werkes - meine Version
« Antwort #3 am: 07.10.2016, 19:04:13 »
So, jetzt habe ich das endlich mal gelesen.
Gefällt mir. Mir kam die Geschichte allerdings gar nicht so apokalyptisch vor, wie dieses Ende nahelegt.