Neuigkeiten: Du willst etwas auf dem Board kaufen/verkaufen? - Bitte beachte die Regeln für den Marktplatz: http://www.he-man.de/forum/index.php?topic=22064.0

  • 19.06.2018, 11:42:47

Autor Thema: Eternia am Abgrund  (Gelesen 3271 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Eternia am Abgrund
« am: 23.07.2014, 14:05:48 »
Hallo zusammen.
Nach langer Abstinenz vom MOTU-Universum habe ich vor kurzem wieder den Zweitkontakt hergestellt und war sofort wieder begeistert.
Da ich gerade versuche, das kreative Schreiben zu lernen und keine Lust hatte zum drölfmillionsten mal neue Charaktere für eine Schreibübung auszuarbeiten, hab ich mich kurzerhand entschlossen Eternia dafür zu missbrauchen.
Naja lange Rede kurzer Sinn, aus den Schreibübungen sind kleine Geschichten geworden und mit nem bisschen kürzen hier und wegschnibbeln da, ist hoffentlich was brauchbares draus geworden.

Als Erklärung, die Story verknüpft die klassischen Filmation Cartoons mit der Serie von 2002 und teilweise auch die Hörspiele. Ich hab da einfach das rausgezogen, was mir persönlich am besten gefallen hat. Is zwar noch nicht viel in lesbarem Format, aber vielleicht gefällts ja dem ein oder anderen.

PS. Ich habe versucht die Story bewusst etwas Erwachsener zu halten, da das auch Thema der Schreibübungen war.




Er hatte viel getan um seine Identität als He -Man zu verbergen. Seine Freunde die ihm vertrauten zu belügen war dabei ein notwendiges Übel, erschien ihm aber immer falsch.
Niemandem seine wahre Identität zu offenbaren war mehr als nur ein Versprechen, dass ein hitzköpfiger Junge einer mysteriösen Frau in einem alten Gemäuer vor nicht allzu langer Zeit gab.
Es war zum Schutz derer die er liebte und jenen, die in ihm den neuen König von Eternia sahen. Aber war es diesmal wirklich die richtige Entscheidung gewesen?.
Er musste seine Identität als Beschützer Eternias geheim halten, selbst unter den schwierigsten Umständen.
Dass diese Entscheidung vielleicht einmal das Leben seiner Freunde gefährden würde, daran hatte er bis heute noch nie gedacht.
Adam hatte seit dem Angriff auf den Palast viele Gelegenheiten gehabt, sich nur mit Teela als Zeugin in He-Man zu verwandeln.
Selbst die Zauberin hätte ihm angesichts der momentanen Situation keine Vorwürfe machen können.
In seinem ganzen Leben hatte er noch nie erlebt, dass es so schlecht um Eternis stand und Teela hätte es auf jeden fall vor allen anderen verdient die Wahrheit zu erfahren.
Andererseits mochte er sich kaum vorstellen, was Skeletor oder einer seiner Handlanger ihr antun könnten, wenn sie vermuten würden, dass sie um das Geheimnis das ihn umgab, wüsste.
Wie oft sie ihn in der Vergangenheit schon vor drohendem Unheil beschützt oder sogar sein Leben gerettet hatte, wusste er nicht mehr.
Auch heute stand sie wieder schützend vor ihm um tat ihre Pflicht als Kommandantin der Königlichen Wache.
Er wusste, dass sie es nicht nur aus reiner Pflichterfüllung tat, sondern vielmehr weil sie eine Freundschaft verband, die weit über das normale Maß hinausging.
Und sie würde ihn bis zum bitteren Ende verteidigen.
Teela konnte nicht wissen, dass er nur zu einem Zweck den Feigling spielte und normalerweise störte es sie auch nicht. Doch heute war es anders.
Er konnte die Enttäuschung in ihren Augen sehen, als sich ihre Blicke in dem laufenden Kampfgeschehen kurz trafen. Sie hatte seine Absicht erkannt, wieder einmal wegzulaufen.
Sich damit abzufinden das Er regelmäßig vor einem drohenden Kampf das Weite suchte, war eine Sache, aber diesmal erwartete sie zu recht Seine und nicht He-Mans Hilfe.
Doch was hätte er schon tun können, um ihr zu helfen. Skeletor hatte eine ganze Armee dieser widerlichen Goblins rekrutiert, die sich für gewöhnlich keinen Schritt aus den Mystic Mountains heraus wagten.
Als Adam war er nicht in der Lage, diesen Gegnern auch nur das Geringste entgegenzusetzen. Er tat also das Einzige, was ihm übrig blieb.
Er rannte weg.

Adam hoffte das Teela noch ein paar Minuten durchhalten konnte. Der Hof des Palastes war nicht weit entfernt und er kannte genau die richtige Stelle,
um sich in sein Alter Ego zu verwandeln. Sobald er wieder bei ihr war, würde er ihr einiges erklären, das schwor er sich.
Noch bevor er sein Schwert aus dem Halfter an seinem Rücken ziehen konnte, explodierte die Wand des Palastes vor seinen Augen.
Die Wucht des Einschlages ließ ihn einige Meter benommen zurücktaumeln.
Das Atmen fiel ihm durch die Druckwelle, die der Aufprall des Projektils verursacht hatte, schwer und auch der aufgewirbelte Staub der geborstenen Mauer verbesserte seine Situation nicht wirklich.
Er war aus dem Palast geflüchtet und hatte sich genau diesen Ort in der Nähe des Gartens ausgesucht, um sich in den Verteidiger von Eternia zu verwandeln.
Eine Entscheidung, die er gerade bereute.
Aus dem Schemen der durch die Staubwolke schimmerte, wurde langsam aber stetig eine Gestalt, die immer mehr an Form gewann.
Ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken, als er erkannte, was oder viel mehr wer, auf ihn zu kam. Weder ein Geschoß noch der Energiestoß einer Waffe hatte die Wand getroffen.
Er schloss die Augen und mit der wenigen Luft, die ihm zum Atmen blieb, keuchte er den Namen der Frau, die nun vor ihm stand. "Evil-Lyn"
Adam richtete sich zu seiner vollen Größe auf und versuchte möglichst bedrohlich zu wirken. Ihm war klar, dass er diesem Kampf nicht so einfach entkommen konnte.
Die neue Weste, die Man at Arms ihm heute Morgen gegeben hatte, ließ ihn wesentlich muskulöser wirken, als die Kleidung die er sonst trug.
Er machte sich aber keine Hoffnung, seine Gegnerin dadurch beeindrucken zu können und so zog er sein Schwert und hielt es schützend vor sich.
Die Hexe, die Skeletor schon so viele Jahre treu diente, machte jedoch keine Anstalten ihn erneut anzugreifen.
"Der kleine Prinz rennt davon?" zischte sie weniger verwundert, als es ihr Tonfall vermitteln sollte.
"Ich war auf der Suche nach dir!" log Adam und versuchte dabei so selbstsicher zu klingen, wie es die momentane Situation zuließ.
"Auf der Suche nach ... mir?" Evil-Lyn zog eine Augenbraue hoch und schob die weiße Haarsträhne die ihr ins Gesicht viel, wieder zurück an ihren Platz.
"Was würde der Prinz von Eternia denn von jemandem so unscheinbaren wie mir wollen?"
Das dämonische Grinsen der Hexe verriet Adam, dass sie jeden Moment den sie ihn verhöhnte auskosten wollte.
"Ich wollte dich eigentlich zu unserem Siegesball in den Palast einladen" entgegnete er schnippisch.
"Eine Einladung zum Ball?, oh ihr ehrt mich mein Prinz."
Die Hexe machte einen leichten Ausfallschritt nach hinten und verbeugte sich so tief vor ihm, wie es ihr möglich war, ohne ihn dabei aus den Augen zu lassen.
Genau genommen hatte Evil-Lyn ihn seit ihrer Begegnung keine Sekunde aus den Augen gelassen. Adam wusste um die Stärke seiner Gegnerin.
Er war ihr im Kampf oft begegnet, wenn auch in Form seines Alter Ego und dadurch mit wesentlich besseren Chancen.
Sie spielte mit ihm so, wie sie es immer mit ihren Gegnern tat, bevor sie zuschlug.
Hätte sie ihn töten wollen, wäre der knappe Wortwechsel zwischen ihnen gar nicht erst zustande gekommen. Heute war sie es, die eindeutig im Vorteil war.
Evil-Lyn hatte sich inzwischen wieder aufgerichtet und hielt ihren Kampfstab auf ihn gerichtet.
"Kommt mein Prinz, unser Siegesball wartet" verhöhnte sie ihn, riss ihren Stab in die Höhe und ließ ihn mit symbolischer Wirkung neben sich auf dem Boden aufprallen.
Erst jetzt fiel Adam die Veränderung ihres Aussehens auf. Die fein gewebte wenn auch knappe Robe, die sie für gewöhnlich trug, war einem Waffenrock gewichen,
der zwar an einigen Stellen etwas freizügiger war, ihr insgesamt aber ein noch bedrohlicheres Aussehen verlieh.
Er musterte seine Gegnerin peinlich genau, um mögliche Schwachstellen ihrer Rüstung zu entdecken.
Auch ihre Kopfbedeckung war verschwunden und hatte einem dünnen silbernen Reif platzgemacht, der ihre Stirn schmückte.

Einen Treffer würde er am ehesten wohl an ihren Beinen landen. Die schwarzen mit Nieten bedeckten Lederstreifen, die die Ausläufer ihrer Rüstung bildeten,
würden einen ersten Schlag zwar abfangen, endeten allerdings auch ein gutes Stück oberhalb ihrer Knie.
Nein er würde sich wahrscheinlich für ihren Bauch entscheiden. Das Lederwams und das darunter liegende leichte Kettenhemd schützten nur ihre Brust und Schultern.
Sie wäre außerdem wohl kaum in der Lage, einen seitlichen Schwerthieb mit ihren Armreifen zu parieren. Der Stab. Er musste ihren Stab erwischen und sie entwaffnen.
Das war seine einzige Chance. Adam versuchte, seine sich immer schneller drehenden Gedanken zu ordnen.
Ihre ganze Rüstung war eine einzige Schwachstelle, aber warum sollte sie so spärlich gepanzert in den Kampf ziehen?.
Er verfluchte sich innerlich für die Zeit, die er mit diesen Gedanken verschwendet hatte.
Natürlich wollte sie keinen Nahkampf, sie war in der Lage ihre Gegner mit einer Handbewegung meterweit von sich zu schleudern und nur Sekundenbruchteile danach mit ihrer Magie kampfunfähig zu machen.
Oder schlimmer, sie zu töten, wenn sie wollte.
Und natürlich hatte sie sich ausreichend weit entfernt von ihm positioniert, um nicht in die Reichweite seines Schwertes zu gelangen.
"Stimmt etwas nicht?" frage Evil-Lyn.
"Nein ich bin nur überrascht ..." stoppte er seine Aussage und fügte in Gedanken
"... über deinen Stilwechsel" hinzu.
Adam konnte gerade noch seine letzten Worte zurückhalten ohne Gefahr zu laufen sich interessanter zu machen, als gut für ihn wäre.
Sie kannte ihn nur als He-Man und hatte von Adam meist nie mehr als den Rücken zu Gesicht bekommen, während er vor einem drohenden Kampf floh.
Er wusste das Evil-Lyn sehr schnell eins und eins zusammenzählen konnte. Abgesehen von ihrer schrecklichen Magie, machte sie ihre Intelligenz und ihr Scharfsinn zu einer sehr unangenehmen Gegnerin.
"Überrascht?, worüber wenn ich fragen darf?"
Hackte Evil-Lyn nach und runzelte nachdenklich die Stirn.
Adam fluchte innerlich über seine eigene Dummheit und bemerkte, dass er nun noch genauer taxiert wurde.
"Über deinen eisernen Willen, keinen Sonnenbrand zu bekommen, ich meine bei dem knappen Kostüm ist das schon ne Kunst" versuchte er der Frage seiner Kontrahentin auszuweichen.
“Und außerdem hätte ich nicht gedacht, dass der alte Knochenschädel sein Schoßhündchen alleine losziehen lässt.“
Ihm taten die Worte schon leid, noch ehe er sie ganz ausgesprochen hatte. Evil-Lyn schreckte für gewöhnlich nicht davor zurück, ihre eigenen Leute für weit weniger blöde Bemerkungen zu bestrafen.
Die Augen der Hexe weiteten sich. Ihre Pupillen wichen einem hellen Licht, das aus feinen Blitzen bestand und bis kurz über ihre Augenhöhlen hinaus ging.
"Was glaubst du eigentlich mit wem du hier redest du verzogenes Kind."
Fauchte Evil-Lyn Adam entgegen.
"Ich werde dir beibringen, wie du mit mir zu reden hast"

Der amüsierte Tonfall in ihrer Stimme war verschwunden.
Die durchsichtige Kugel, die das obere Ende ihres Stabes darstellte, lud sich ebenfalls mit derselben weißen Energie auf und Energieblitze entluden sich zwischen dem Ende ihres Stabes und ihrer Hand.
Rasend schnell wurde aus den Energieblitzen, die zwischen der Kugel ihres Stabes und ihrer Hand hin und hersprangen ein konstanter Lichtbogen.
Adam konnte das unheilvolle Rauschen und Knistern der magischen Energie hören und es bedeutete nichts Gutes.
Er umklammerte den Griff seines Schwertes und bereitete sich innerlich auf den bevorstehen Angriff vor.
Hoffentlich fängt das Schwert wenigstens einen Teil der Energieentladung ab dachte er.
Adam beobachtete, wie sehr Evil-Lyn es genoss, ihm mit ihrer Machtdemonstration den Angstschweiß auf die Stirn zu treiben. Wie würde sich der Treffer wohl anfühlen?
Als He-Man hatte er schon des öfteren eine Attacke wie diese abgefangen, aber leicht war es ihm nie gefallen.
Die Verletzungen, die er jedes mal davon trug, gaben ihm wenig Hoffnung als Adam diesen Angriff einigermaßen heil zu überstehen.  
Und dennoch, er musste sich irgendwie aus seiner Lage befreien. Er konnte Teela nicht im Stich lassen.
Sein Herz schlug mit dem pulsierenden Blitzgewitter Evil-Lyn's um die Wette und wie in Trance sah er wie der Lichtbogen zusammenbrach und der daraus entstandene unkontrollierte Blitz auf ihn zu raste.
Die Entladung schlug direkt in seine Hand ein. Nur den Bruchteil einer Sekunde später versetzte ihn der Treffer in einen Schockzustand.
Adam schrie, sank auf die Knie und ließ augenblicklich sein Schwert fallen. Der Schmerz trieb ihm die Tränen in die Augen und der Geruch des verbrannten Fleisches seiner Hand ließ eine heftige Übelkeit in ihm aufkommen.
Zitternd kniete er gekrümmt vor Schmerzen auf dem harten sandsteinfarbenen Pflaster des Hofes, das in den gleichen Farbtönen wie die Palastmauern gehalten war.
Aus den Augenwinkeln heraus registrierte er, wie die Hexe ebenfalls mit schmerzverzerrtem Gesicht auf ihn zu taumelte.
"Prinz Adam, bringt euch in Sicherheit" schrie die Palastwache, die den Blasterschuß abgefeuert hatte, der Evil-Lyn einen direkten Schultertreffer beschert hatte.
Die Hexe ließ ihren Stab fallen und sackte nach ein paar Schritten ebenfalls zusammen. Sie stieß einen spitzen Schrei aus und presste die linke Hand gegen ihre rechte Seite.
Ihre keuchende schnelle Atmung und die verkohlten Überreste ihres Schulterschutzes verrieten Adam, dass die Waffe des Soldaten entgegen der normalen Anweisung nicht darauf eingestellt war,
den Gegner einfach nur kampfunfähig zu machen.  Adam hatte für diese Art von Waffen nichts übrig, da er sie für zu grausam hielt, wenn sie ihre volle Feuerkraft entfalteten.
Heute aber konnte er sich kein Mitleid für seine Gegnerin leisten, denn von ihr hatte er auch keines zu erwarten.
Die wenigen Augenblicke in der sie außer Gefecht gesetzt war, nutze Adam um so gut es ging, um wieder zu Sinnen zu kommen.
Evil-Lyn riss mit einer schnellen Bewegung die Lederfetzen und Teile des halb geschmolzenen Kettenhemdes von ihrer Haut.
Die Waffe des Soldaten hatte eine klaffende Wunde in ihre Schulter geschlagen, aus der konstant weißer Rauch aufstieg.
Doch so einfach gab sie sich nicht geschlagen. Evil-Lyn erhob sich langsam und brachte ihren Körper mit ausgebreiteten Armen einen halben Meter über dem Boden zum schweben.
Begleitet von weiteren Energieentladungen, die einen Energieschild um sie formten, riss sie ihren Stab in die Höhe und entlud mit einem markerschütternden Schrei einen weiteren Blitz,
der wesentlich kontrollierter war, als der vorige.  Adam brachte sich mit einer ungeschickten Rolle aus der Schusslinie und entging nur knapp dem Energieblitz, der für ihn bestimmt war.
Der Blitz schlug an der Stelle ein, an der er kurz zuvor noch gekniet hatte. Die freigesetzte Energie schleuderte sein Schwert in hohem Bogen von ihm weg.
Alarmiert von dem zweiten Blitz, der ihn nur knapp verfehlt hatte, nutze er die Zeit, in der sich die Hexe ihrem anderen Gegner zuwandte.
Er brachte sich einige Meter weiter mit einem beherzten Sprung hinter der eingestürzten Mauer des Palastes in Sicherheit.

Adam spürte die Druckwelle, die das Kollabieren des Schildes um Evil-Lyn verursachte.
Für einen kurzen Moment sah er nur gleißende Lichtwellen, die begleitet von weiteren Blitzschlägen an ihm vorbei rasten.
Für die raue Behandlung der letzten Momente revanchierten sich Adams Nerverbahnen, indem sie den Schmerz aus seiner Hand über seinen ganzen Arm verteilten.
Panisch suchte er aus seinem Versteck heraus nach seinem Schwert.
Es musste in der Nähe sein und er hoffte es entdecken zu können sobald sich die Sonne, die unerbittlich am Himmel brannte, in dem Metall spiegeln würde.
Er dachte kurz darüber nach, wie schwer es wohl den Soldaten getroffen hatte, der ihn wahrscheinlich mit seinem mutigen Eingreifen vor der Gefangennahme oder schlimmeren bewahrt hatte.
Adam entdeckte sein Schwert vor den verkohlten Überresten des Kirschbaumes, den er selbst dort vor Jahren eingepflanzt hatte.
Von dem weißen Blütenkleid, das der Baum noch vor wenigen Stunden trug, hatten die Blitze der Hexe nichts übrig gelassen.
Der Rest des Baumes glimmte ebenfalls nur noch einsam vor sich hin, da auch das Blumenbeet, das um ihn herum angelegt worden war, nur noch aus Asche bestand.
Ein flaues Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus und verstärkte seine Übelkeit noch mehr, als er den verkrusteten Griff des Schwertes in den sich Reste seiner Haut eingebrannt hatten, sah.
Das Blut, das sich über den Rest des Schwertes verteilte, tat ebenfalls sein bestes um seinen Magen noch weiter rebellieren zu lassen, denn er wusste es war sein eigenes.

Evil-Lyn, die sich von ihrem Treffer wieder einigermaßen erholt hatte, landete sanft zuerst mit dem rechten, dann mit dem linken Fuß auf dem Boden.
Ihre Körperhaltung verriet, dass sie mit ihrem Angriff durchaus zufrieden war.
Die ziellosen Energieentladungen, die sie nun verteilte und weitere Teile der Mauer zum Einsturz brachten, machten ihm klar das Sie ihn noch nicht entdeckt hatte.
Allerdings kamen die Einschläge langsam aber sicher gefährlich nahe und er beschloss, dass es klüger wäre, seine Stellung zu wechseln.
Jetzt wieder zurück in den Hof zu laufen, um an sein Schwert zu gelangen, würde seine Gefangennahme bedeuten.
Auch hier wäre es nur noch eine kurze Frage der Zeit, bis sie ihn finden würde.
Noch immer leicht benommen von dem pochenden Schmerz in seinem Arm, der sich langsam über seinen ganzen Körper ausbreitete, zog er sich weiter in den Palast zurück.
Er versuchte die Schmerzen nicht weiter zu beachten denn, sobald er wieder im Besitz seines Schwertes war, würde seine Verletzung verschwinden.
So war es immer, wenn die uralte Kraft des Schwertes ihre Wirkung entfaltete und die Macht von Grayskull ihn durchströmte.
Doch solange diese verfluchte Hexe dort draußen nach ihm suchte, hatte er nicht die geringste Chance.
Adam streifte zielsicher durch die Gänge des Palastes, die er wie seine Westentasche kannte.
Nach wenigen Minuten erreichte er die Tür, die in den hinteren Teil des Hofes führte.
Enttäuschung machte sich in ihm breit, denn schon von Weitem erkannte er, dass die Wachen sich alle Mühe gegeben hatten die schwere Metalltür wirkungsvoll zu verbarrikadieren.
Auch der elektronische Schließmechanismus war zerstört worden. Adam fluchte, denn der letzte Ausweg führte durch den Thronsaal, in dem es so gut wie keine Versteckmöglichkeiten gab.
Er hatte keine Wahl, er musste es versuchen. Teela und die anderen vertrauten darauf, dass He-Man erscheinen und den Kampf wenden würde.  
Adam beschleunigte seine Schritte und rannte durch die Gänge zurück. Nach wenigen Minuten kam er an die Stelle zurück, an dem er Teela zurückgelassen hatte.
Adam stockte der Atem, als er sich hinunterbeugte und ungläubig Teela's Stab aufhob. Sie hatte den Kampf also verloren. Ein Grund mehr sich zu beeilen dachte er und setzte seinen Weg fort.
Die Anstrengungen der letzten zwanzig Minuten forderten langsam ihren Tribut.
Sein Atem ging so schnell, dass er kaum noch unterscheiden konnte, ob er gerade ein oder ausatmete.
Er erreichte den Eingang des Thronsaales und brachte sich hinter einer umgestürzten Säule am Eingang des gewaltigen Raumes in Stellung.
Die Verschnaufpause nutze er, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen.
Wie zu erwarten war der Saal gefüllt mit den Kreaturen, die für Skeletor in die Schlacht zogen.
Trap-Jaw stand unter ihnen und verteilte Anweisungen, die sofort Hecktisch ausgeführt wurden.
Die Tür, die ihn zurück ins Freie bringen sollte, war gute dreißig Meter weit von ihm in die linke Seitenmauer der Halle eingelassen worden.
Eine Distanz, die er ohne entdeckt zu werden nicht bewältigen konnte. Er schloss die Augen und versuchte sich zu sammeln.

Adam erschrak durch das plötzliche Knallen von Trap-Jaw's Peitsche die ihn aus seinen Gedanken riss so sehr, dass er fast das Gleichgewicht verlor.
Er konnte erkennen wie der Schockimpuls der Energiepeitsche viele der gefangen Palastwachen, die durch das Haupttor der Halle geführt wurden zu Boden zwang.
Auch Teela war unter ihnen, stand aber als eine der wenigen weiter auf ihren Beinen. Wenn auch gekrümmt vor Schmerzen, aber sie stand.
Adam wusste das es mehr brauchte als das, um Teela in die Knie zu zwingen.
Bei einer seiner wenigen nicht verpassten Trainingseinheiten mit ihr hatte er aus Versehen mit seinem Übungsschwert einen so harten Treffer gelandet,
dass er zuschauen konnte, wie der blaue Fleck den sein Schlag nach sich zog, im Sekundentakt die Farbe wechselte.
Aber sie hatte ihn nur ausgelacht und ihm mit ihrem Kampfstab einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst, wegen dem er zwei Tage lang Kopfschmerzen hatte.
Die große eisenbeschlagene Metallür die zum Westflügel des Palastes führte öffnete sich und Skeletor betrat den Saal.
Mit einer Handbewegung gab er Trap-Jaw zu verstehen, das er erwartete seine Gefangenen zu inspizieren, während er auf seinem neuen Thron platz nahm.
Einige der Soldaten litten immer noch unter den Nachwirkungen des Peitschenhiebes und es viel ihnen sichtlich schwer, der Anweisung folge zu leisten.
"Ich erwarte, dass meine neuen Untertanen vor ihrem König niederknien." begann Skeletor.
Doch keiner der Wachen, die er als Triumph seines Sieges vor sich hatte aufstellen lassen, machte Anstalten der Anweisung folge zu leisten.
Skeletor starrte Trap-Jaw mit seinen glühenden Augenhöhlen an.
"Muss ich denn hier alles alleine machen!" Schrie er seinen Diener an.
Das blecherne Lachen Trap-Jaw's überschattete fast das erneute knallen seiner Peitsche, als diese erneut in den Reihen der Gefangenen ihr unheilvolles Werk verrichtete.
Die Soldaten hatten keine Wahl mehr. Der Peitschenhieb zwang sie in die Knie. Nur Teela und der Kommandant der Einheit standen noch schwankend und mit schmerzerzerrtem Gesicht vor Skeletor.
Trap-Jaw schwang erneut seine Peitsche. Diesmal mit weitaus mehr Kraft. Die Wucht des Treffers ließ dem Kommandanten kaum mehr die Luft einen Schrei auszustoßen, bevor er bewusstlos zu Boden ging.
Teela, die das Ende der Peitsche abbekommen hatte, stand gebeugt neben dem am Boden liegenden Offizier und verschränkte zitternd die Arme vor ihrem Bauch.
Trap-Jaw erschrak, als er die Auswirkung seines Schlages sah.
Der Rückenpanzer des Offiziers war fast vollständig aufgerissen und bis auf den Unterrock durchgebrannt.  
Der Bauchbereich von Teela's dünner Kampfrüstung bestand nur noch aus vereinzelten Stofffetzen, die alle Mühe hatten die spärlichen Überreste zusammenzuhalten.
Der Energiestoß der Peitsche hatte ebenfalls die fein gearbeiteten Metallverzierungen ihrer Rüstung versengt und die Überreste brannten sich langsam durch den Stoff ihrer Rüstung.
Die Rüstung der Oberbefehlshaberin der Königlichen Wache war nicht für Kampfhandlungen entworfen worden.
Die Hauptaufgabe ihrer Rüstung bestand darin, ihr Autorität zu verleihen und sie von den anderen Soldaten und untergebenen Kommandanten abzuheben.
Teela weigerte sich seit Jahren beharrlich, den zu ihrer Rüstung dazugehörenden Schutzpanzer zu tragen. Eine Entscheidung, die sich nun rächte.
Ihr weißes Oberteil und der dazu gehörige kurze Rock bestand aus dickem mit Metallfasern verstärktem Stoff, der zwar dafür geeignet war ihren Körper vor dem harten Metall ihres Schlachtpanzers zu schützen,
aber weder harte Schläge, noch Peitschenhiebe abzufangen.
Trap-Jaw tauschte einen fragenden Blick mit Skeletor aus, der ihm ermutigend zunickte.
Ein drittes mal schlug die Peitsche auf Teela ein und traf gezielt ihre Beine.
Trap-Jaw hatte bewusst weniger kräftig zugeschlagen als beim letzten mal, aber der Schlag hinterließ
trotzdem einen breiten roten Streifen auf ihrem linken Oberschenkel. Trotz der schmerzhaften Wirkung der Peitsche starrte sie Skeletor wütend an.
So einfach würde sie sich nicht geschlagen geben. Sie hatte als Oberbefehlshaberin die Aufgabe, die Moral ihrer Soldaten aufrecht zu erhalten und es war ihre Pflicht, diesem Tyrannen erbitterten Widerstand zu leisten.
Selbst wenn das bedeutete ein paar Schläge einstecken zu müssen.
"Ich werde niemals vor dir auf die Knie gehen du Monster" giftete sie ihm entgegen.
Skeletor schlug so kräftig mit seiner Faust auf die Armlehne des Thrones, auf dem er saß, dass die Erschütterung durch den ganzen Saal hindurch spürbar war.
Da er Teela kannte, hatte er mit heftiger Gegenwehr gerechnet.
"TRAP-JAW" schrie er.
Doch sein Untergebener machte keine Anstalten etwas zu unternehmen, obwohl er genau wusste, was sein Meister von ihm erwartete.
Trap-Jaw ließ den Energiekreislauf seiner Waffe kollabieren und die Peitsche löste sich begleitet von einem lauten Knistern auf.
Skeletor's lehre Augenhöhlen glühten vor Zorn.
"Bin ich denn hier nur von unfähigen Trotteln umgeben?, Trap-Jaw geh mir aus den Augen du nutzloser Wurm."
Skeletor sprang auf und richte seinen Widderstab, aus dem schwarze tentakelartige Energiefortsätze quollen auf die Goblins.
"Ich ... Skeletor bin der neue König von Eternia und ich ... Skeletor erwarte gehorsam von meinen Dienern" keifte er hysterisch.
"Los jetzt steht nicht so nutzlos rum gehorcht mir und zeigt ihnen, wer ihr neuer Herr und Meister ist."
Die Goblins zögerten keine Sekunde. Der erste Schlag traf Teela's rechtes Bein und diesmal reichte es, um sie unsanft auf die Knie zu befördern.
Teela stöhnte kurz, als ihre ungeschützten Knie auf den harten Steinboden knallten. Pfeilschnell wirbelte die Kreatur ihren Speer durch die Luft und war mit einem Satz hinter ihr.
Mit einem Grunzen presste ihr der Goblin seinen Stab in den Nacken, während zwei andere bereits ihre Arme ergriffen hatten.
Der Goblin hinter ihr schnaufte immer lauter, er musste all seine Kraft aufwenden, um ihren Kopf Zentimeter für Zentimeter dem Boden entgegen zu drücken.
Teela zitterte vor Anstrengung, da sie sich nach Leibeskräften gegen die Behandlung wehrte.
Skeletor hatte wieder auf seinem neuen Amtssitz Platz genommen, lachte zufrieden und genoss das Schauspiel.

Trap-Jaw hastete eilig an Evil-Lyn vorbei, die den Saal durch den lang gezogenen Westflügel betrat.
Begleitet wurde sie von einer der Kreaturen die Skeletor rekrutiert hatte und die ihr im Moment als Lastenträger diente.
Der Goblin hatte mühe mit der Hexe schritt zu halten, da er ein langes braunes Leinenbündel bei sich trug, das er nur mit mühe halten konnte.
Evil-Lyn hatte das amüsante Schauspiel das Skeletor veranstaltete bereits von Weitem beiläufig beobachtet und kannte deswegen den Grund, warum Trap-Jaw so schnell das weite suchte.
Skeletor bei dem Genuss seines Triumphes zu stören, konnte sehr gefährlich werden und Trap-Jaw hatte sich in letzter Zeit immer häufiger seinen Zorn zugezogen.
Die Hexe beschleunigte ihre Schritte ein wenig. Sie war neugierig darauf, wer so dumm sein konnte, Skeletor Widerstand leisten zu wollen.
"Evil-Lyn, du kommst, um mir die Nachricht meines Sieges zu bringen" vermutete Skeletor.
Er musterte Evil-Lyn und bemerkte ihre verbrannte Schulter, verlor jedoch kein Wort darüber.
Seine Kämpfer hatten eben Opfer zu bringen, wenn sie ihm dienen wollten.
"Natürlich Skeletor, der Palast ist restlos eingenommen und deine Krieger sind bereits auf dem Weg in die Stadt" bestätigte sie.
"Ausgezeichnet, ich ... Skeletor ... bin der neue Herrscher über Eternia."
"Ich Skeletor habe gesiegt ... und meine korrekte Anrede ist König Skeletor! ... merk dir das für die Zukunft." belehrte er seine langjährige Dienerin.
"Ja König Skeletor" erwiderte Evil-Lyn zähneknirschend.
"Niemals!" mischte sich Teela ein.
"Sobald Prinz Adam mit Verstärkung zurückkommt, werden wir euch in den tiefsten Kerker des Palastes sperren und He-Man ist gewiss schon auf dem Weg hierher, sobald ..."
"Genug!" schnitt ihr Skeletor das Wort ab.

Die gefangenen Wachen schienen angesichts der Worte ihrer Kommandantin wieder neuen Mut zu schöpfen und wurden sichtlich unruhiger.
Evil-Lyn drehte ihren Kopf zur Seite und musterte die Gefangene zum ersten mal genauer.
Die Augen der Hexe verrieten ihre Erregung, als sie erkannte, wer dort vor ihr und Skeletor kniete.
Skeletor, dem der neu entflammte Kampfgeist seiner Gefangenen nicht entgangen war, kochte vor Wut.
Er durfte auf gar keinen Fall zulassen, dass die Wachen des Königs angestachelt durch die Worte ihrer Kommandantin an etwas anderes dachten als ihre Niederlage.
"Peitscht sie! ... Peitscht sie alle! ... Ich ... König Skeletor befehle es!" keifte er seinen Untergebenen hysterisch entgegen.
"Wartet!" Stoppte Evil-Lyn die Anweisung Skeletor's. Sie war sich dessen bewusst, das es unklug war seine Entscheidungen infrage zu stellen, ganz besonders in der Gegenwart anderer.
Aber heute hatte sie einen guten Grund.
Skeletor sah Evil-Lyn wütend an. Er konnte nicht glauben, dass sie seinen Befehl widerrufen hatte. Einen Befehl, den er selbst gegeben hatte.
Er war der König, er Skeletor hatte seine Gegner endlich besiegt und niemand stand mehr über ihm. Niemand durfte seine Entscheidungen anzweifeln oder gar rückgängig machen. Niemand!.
Dafür würde er sich später eine angemessene Bestrafung ausdenken. Andererseits kannte er auch den Einfallsreichtum seiner Hexe und brannte darauf zu erfahren, was Evil-Lyn vorhatte.
Der Widerstand von Teela war das Einzige, was seinem endgültigen Triumph noch im Weg stand.
Skeletor wusste, welche Auswirkung Teela's Kampfeswille haben konnte. Schon oft hatte sie in früheren Kämpfen mit ihm das Blatt allein durch ihren Willen zu Siegen zu seinen Ungunsten gewendet.
Außerdem hatte er den Einzigen der über die geeigneten Mittel verfügte seine Anweisung ausführen zu können, aus dem Saal gejagt.
"Lass mich nur machen" hauchte Evil-Lyn ihm entgegen und riss ihn so aus seinen Gedanken.
Skeletor lehnte sich zurück und gab ihr mit einer Handbewegung zu verstehen, dass sie fortfahren durfte.
Evil-Lyn baute sich vor Teela auf und musterte sie einige Momente.
Die Hexe schob ihre schmalen Finger durch Teela's rote Haare, die durch die Kämpfe ihre Form verloren hatten und nun stellenweise wild an ihr herunterhingen.
Evil-Lyn riss mit einer ruckartigen Bewegung ihren Kopf nach hinten und blickte ihr direkt in die Augen.
Obwohl jeder einzelne Muskel in ihrem Körper rebellierte, atmete Teela gleichmäßig und ruhig. Sie ließ den Augenkontakt mit ihrer Gegnerin nicht abreißen, die Hexe würde nicht gewinnen, das schwor sie sich.
Sie wollte Evil-Lyn einfach nicht die Befriedigung geben, die Angst zu erkennen, die sie in diesem Augenblick verspürte. Sie kannte ihre Gegnerin genau und wusste, wozu sie in der Lage war.
In Teela's Augen spiegelte sich der unbedingte Wille, weiter zu kämpfen. Doch da war noch etwas anderes. War es Hass, den die Hexe erkannte und der ihr entgegenblitze?
Nein ein so niederträchtiges Gefühl traute Evil-Lyn ihrer langjährigen Feindin nicht zu. Sie lachte, als sie erkannte, welches Feuer in den Augen ihrer besiegten Gegnerin brannte.
Hoffnung war ein zweischneidiges Schwert. Sie konnte Menschen zu großen Taten anspornen, ihnen aber auch unwiderruflichen Schaden zufügen, wenn sie ihnen genommen wurde.
Die Hexe nahm die Herausforderung an. Langsam beugte sie sich zu ihr herunter, schob ihren Kopf so nah an Teela's linker Seite vorbei, dass sich ihre Wangen berührten, und begann ihr Spiel.
Evil-Lyn schloss die Augen und ihre Lippen, begannen zu flüstern. Teela begann, mit jedem Wort von Evil-Lyn immer mehr zu zittern.
Evil-Lyn zog ihren Kopf zurück und blickte ihr nun wieder direkt in die Augen.
Als die erwartete Reaktion ausblieb und Teela nur weiterhin wortlos, wenn auch deutlich unsicherer als zuvor zurück starrte, begann Evil-Lyn innerlich zu kochen.
Sie strich ihr fast freundschaftlich, über die rechte Wange und flüsterte ihr drei weitere Worte zu.
Die Hexe richtete sich auf, ließ mit einer beiläufigen Handbewegung Teela's Kopf los und riss ihr dabei die Tiara, die zu ihrer Uniform gehörte vom Kopf.
"Du hast versagt meine liebe."
Evil-Lyn gab sich alle Mühe, die Worte so laut auszusprechen, dass auch wirklich jeder in der großen Halle sie verstehen konnte.
Sie öffnete das braune Leinenbündel, das sie von dem Goblin einforderte, der sie zuvor begleitet hatte und Adams blutverschmiertes Schwert fiel vor Teela auf den Boden.
Evil-Lyn verfolgte mit Genugtuung wie der Glanz in Teela's Augen, die nun an dem Schwert klebten, verschwand.
Einen Wimpernschlag später füllten sich ihre Augen mit Tränen, von denen einige sich ihren Weg über ihre Wangen hinunter auf den Boden bahnten.
In dem Wissen ihren Widerstand gebrochen zu haben, betrachtete sie gelangweilt ihre blau lackierten spitzen Fingernägel.  
"Oh." stellte sie verwundert fest.
"Hier hat es wohl ein paar Verluste gegeben"
Mit einem letzten verzweifelten Aufbäumen, versuchte Teela sich aus dem eisernen Griff der Kreaturen zu befreien, die sie immer noch festhielten.
Doch dazu reichte ihre Kraft einfach nicht mehr aus.

Adam beobachtete fassungslos von seinem Versteck aus das grausame Schauspiel. He-Man oder nicht, er musste den Wachen und Teela helfen.
Er konnte sie nicht schon wieder im Stich lassen und so nahm all seinen Mut zusammen und beschloss die Gruppe der Kreaturen, die ihm am nächsten war anzugreifen.
Vielleicht würde der Überraschungsmoment ausreichen, um Skeletor und seine Diener soweit zu verwirren, dass sich die Wachen und Teela befreien konnten.
Selbst wenn sein Versuch scheitern sollte, konnte er wenigstens eines für seine Freundin tun. Er würde ihr zeigen, dass er noch am Leben ist.
Adam ging seinen Plan noch einmal kurz in Gedanken durch und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
Er griff nach Teela's Stab, sprach sich in Gedanken noch einmal Mut zu und sprang über die Säule vor ihm auf seine Gegner zu.
« Letzte Änderung: 26.07.2014, 13:45:18 von Wayne »

Offline Capeträger

  • Trade Count: (0)
  • Leibwache des Königs
  • *****
  • Beiträge: 849
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #1 am: 23.07.2014, 15:58:17 »
Gefällt mir sehr gut. Die Beschreibungen sind detailliert, die Figuren sind gut getroffen und die Handlung ist spannend und interessant.
Rechtschreibung und Grammatik sind auch gut, aber das ist bei mehr oder weniger professionellen Schreibern ja zu erwarten. Lediglich kleine Flüchtigkeitsfehler ("nachhacken" statt "nachhaken", "viel" statt "fiel", "lehr" statt "leer") sind mir aufgefallen.
Obwohl, eine Sache ist da... "Überraschungsmoment" ist Neutrum, nicht Maskulinum. "Moment" ist in diesem Fall der Effekt, nicht der Zeitpunkt, das ist ein anderes Wort.
Das ist auch nur eine Kleinigkeit, aber einer dieser Fehler, die man immer wieder sieht und die einem dann auf die Nerven gehen.

Offline Motuwahn

  • Trade Count: (+6)
  • Verteidiger Grayskulls
  • *****
  • Beiträge: 1.712
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #2 am: 23.07.2014, 17:48:11 »
Ein neues Mitglied und auch noch Schreiber, wie schön. Dann mal herzlich willkommen hier, die Story werd ich mir mal in Ruhe durchlesen. Was machst du denn so für Schreibübungen und was war hier die Vorgabe? Sowas interessiert mich ja.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #3 am: 24.07.2014, 04:56:15 »
Nochmal Hallo und danke für die nette Begrüßung.
Freut mich auf jeden Fall, wenn die Geschichte gefällt.
@Capeträger
"Obwohl, eine Sache ist da... "Überraschungsmoment" ist Neutrum, nicht Maskulinum. "Moment" ist in diesem Fall der Effekt, nicht der Zeitpunkt, das ist ein anderes Wort."
Da hast du vollkommen recht, jetzt wo ich mir das Machwerk nochmal live durchgelesen hab, ist mir das auch aufgefallen. Da hat sisch wohl der Fehlerteufel einjeschlischen.
Ja die leidigen Flüchtigkeitsfehler sind meine größte Schwäche irgendwie krieg ich das nicht unter Kontrolle.  :eyesroll:
Mit dem letzten Absatz bin ich eh nicht so zufrieden. Den werde ich noch mal überarbeiten.
Ich finde es auf jeden fall schön, dass die Texte sehr genau gelesen werden und man so auch Feedback bekommt.
@Motuwahn
Also es ging darum, Dinge oder Personen möglichst genau zu beschreiben und für Protagonisten bzw. Antagonisten eine Sympathie oder Antipathie aufzubauen.
Zugegeben letzteres fällt in einer Fanfic über MOTU in einem MOTU-Forum nicht schwer.
Aber bei nicht Eingeweihten, sollte schon deutlich gemacht werden, wer auf welcher Seite steht. Die Originaltexte sind natürlich stark abweichend von der Geschichte, die ich hier geschriebenen habe, da es dort eher um Gefühle und Beweggründe für die jeweiligen Handlungen geht.
Für die Beschreibung des Kirschbaumes und der beiden Mädels zum Beispiel sind im Originaltext jeweils ca 2 Seiten draufgegangen.

Offline Ascalon

  • Trade Count: (0)
  • Galaktischer Kundschafter
  • *****
  • Beiträge: 11.023
  • Geschlecht: Männlich
  • Rosa Brillen für alle! Sexy simmer schon genug.
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #4 am: 24.07.2014, 19:45:15 »
Für die Beschreibung des Kirschbaumes und der beiden Mädels zum Beispiel sind im Originaltext jeweils ca 2 Seiten draufgegangen.

Stephen King, bist du's?  :icon_lol:

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #5 am: 25.07.2014, 06:58:44 »
Stephen King, bist du's?  :icon_lol:

Hehe ähm ...
Obwohl, ich hab gestern das dritte Kapitel weitergeschrieben ... also tendiert schon in die Richtung.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #6 am: 26.07.2014, 12:48:53 »
So und weiter gehts. Nachdem ich die nächsten Satzfetzen entwirrt habe, ist folgendes bei raus gekommen  :afro:


Im ersten Moment sah Adam nichts, aber als die tanzenden Lichter vor seinen Augen schwächer wurden, sah in ein paar Augen, die ihm vertraut vorkamen.
Seine Muskeln zuckten unkontrolliert und er sackte zusammen.
"Adam! Ist alles in Ordnung mit dir?"
Man at Arms schüttelte ihn und prüfte kritisch, in welcher Verfassung er sich befand.
"Adam! Sag doch was!" wiederholte er und schüttelte ihn etwas heftiger.
"Wa... was ist passiert?" stotterte Adam. "Wo bin ich?"
"Du bist in Castle Grayskull Adam" antwortete Man at Arms.
"Nein ich ... Ich muss zurück, mein Schwert, Teela sie haben sie ..."
Adam ging die Luft aus und er musste sich anstrengen, nicht das Bewusstsein zu verlieren.
"Verdammt Adam, komm zu dir!" schrie Man at Arms.
"Was ist mit deinem Schwert und vor allem was ist mit meiner Tochter?"
Adam schluckte und versuchte sich zu konzentrieren. Seine Augen schmerzten immer noch und ein taubes Gefühl breitete sich in seinem Brustkorb aus.
"Skeletor hat Teela in die Finger bekommen und er hat mein Schwert."
Keuchte er und seine Lunge pfiff bei jedem Atemzug. "Ich wollte ihr helfen, aber dann war da dieses Licht ..."
Man at Arms sah Ihn fassungslos an. Er brauchte einige Momente um sich zu fangen und setzte sich neben Adam auf den Boden.
Gemeinsam starrten sie einige Zeit gedankenverloren in die Dunkelheit hinter dem offenen Türbogen, der den einzigen Ausgang des kleinen Raumes darstellte.

Adam brach als Erster das Schweigen.
"Was ist eigentlich mit deinem Gesicht passiert?"
"Beastman" antwortete Man at Arms grimmig.
"Er hat mich bei der Untersuchung eines abgestürzten Windraiders überrascht." erklärte der Waffenmeister.
"Dein Vater ist mit den Soldaten noch in Avion und bereitet die Verteidigung der Stadt vor."
Man at Arms hatte durch einen Prankenhieb Beastman's eine große Wunde davongetragen, die von seinem linken Auge quer über sein Gesicht bis hinunter zu seinem Kinn verlief.
Er hatte die Wunde zwar so gut es ging versorgt, aber sie machte trotz allem einen besorgniserregenden Eindruck.
Der gewaltige Schlag des Herrn der Bestien hatte auch fast seinen Helm in vier Teile gespalten.
Nur seiner einzigartigen Konstruktion war es zu verdanken, dass er keine schlimmeren Verletzungen davon getragen hatte.
"Ich muss zurück, ich kann Teela nicht schon wieder im Stich lassen" bat Adam.
"Das wird so einfach nicht möglich sein" erwiderte Man at Arms.
"Die Beamzelle, die ich entworfen habe, sollte dich und Teela eigentlich gleichzeitig hierher teleportieren, aber irgendetwas ist anscheinend schiefgegangen.
Ich werde die Einstellungen überprüfen und es noch einmal probieren ... und im Übrigen glaube ich nicht, dass du Teela im Stich gelassen hast."
Adam sah Man at Arms verunsichert an. Er überlegte kurz, was er ihm antworten sollte, und entschied sich kurzerhand für die Wahrheit.
"Doch das habe ich, ich hatte genug Gelegenheiten, mich in He-Man zu verwandeln und nur Teela hätte es mitbekommen."
"Stattdessen habe ich zugelassen, dass sie in die Hände Skeletor's fällt."
Adam machte eine kurze Pause und wartete auf eine Antwort des Waffenmeisters. Man at Arms, der mittlerweile aufgestanden und sich der Apparatur zugewandt hatte,
schraubte weiterhin still an den Kontrollelementen der Maschine herum, die er als Beamzelle bezeichnete.
"Es ist meine Schuld, obwohl ich wusste, dass die Lage fast aussichtslos ist, habe ich zu lange gezögert, vielleicht hätte es auch schon gereicht, wenn ich Teela nicht mitten im Kampf allein gelassen hätte."
"Zusammen wäre uns bestimmt etwas eingefallen." fuhr Adam fort.
Man at Arms legte seinen Schraubendreher beiseite, zog die Kabel des Messgerätes ab und sah Adam ernst an.
Ihm war der unsichere Tonfall in Adams Stimme nicht entgangen.
"Du hast richtig gehandelt." versuchte er Adam zu beruhigen.
"Dein Geheimnis muss verborgen bleiben, selbst vor Teela."
"Sobald ich diese Kontrollen neu abgestimmt habe, werde ich sie hierher beamen, also mach dir keine Sorgen."
Erleichtert nahm Adam die Antwort des Waffenmeisters zur Kenntnis. Er wusste, dass der Einfallsreichtum von
Man at Arms keine Grenzen kannte. Er dachte an die >Lähmende-Stimme<, die der Waffenmeister vor Kurzem erst erfunden hatte und an den Muskelkater,
den Teela hatte, nachdem sie sich heroisch als Versuchsobjekt zur Verfügung gestellt hatte. Aber eine funktionierende Beamzelle, damit hatte er sich wirklich selbst übertroffen.
"Wie funktioniert diese Beamzelle eigentlich?" fragte Adam.
"Ich habe in deine und Teela's Kleidung winzige Transponder einweben lassen, die ein Energiefeld erzeugen.
Solange sie intakt sind, kann ich euch jederzeit hierher transportieren."

Der Waffenmeister drehte einige Regler, schloss die Klappe des Bedienfeldes und betätigte den Startknopf.
"Es dauert ein wenig, bis sich die Zelle aufgeladen hat" grinste er Adam so gutmütig wie es ihm unter den momentanen Umständen möglich war entgegen.
Adam dachte nach, während die Maschine das monotone Brummen, das sie von sich gab, langsam in ein hohes Pfeifen umwandelte.
"Man at Arms?" fragte Adam.
"Ja?" bekam er als knappe Antwort.
"Wo genau befinden sich die Transponder in der Kleidung?"
Das hohe Pfeifen der Beamzelle verschwand und sowohl Man at Arms als auch Adam starrten gebannt in den Lichtkegel, der sich zwischen den Kontaktflächen formte.
Mit einem Zischen brach der Energiestoß zusammen und die Hoffnung in den Augen der beiden verschwand und machte einer tiefen Enttäuschung platz.
Man at Arms nahm auf dem schweren Holzstuhl platz, der neben der Maschine stand, und tippte nervös mit seinem Zeigefinger gegen seinen breiten Schnurrbart.
"Sie sind als Streifen um den Bauch und Brustbereich eingearbeitet, warum?" antwortete Man at Arms."
"Dann fürchte ich ... wird dein Plan ... nicht funktionieren" stammelte Adam.
Man at Arms sah Adam durchdringend an und er wusste, dass der Waffenmeister eine Erklärung erwartete.
"Die Sache ist die ..." begann Adam und erzählte Man at Arms von den Geschehnissen im Palast.
Man at Arms hörte ihm geduldig und überraschend gefasst zu. Als Adam fertig war, starrte ihn der Waffenmeister eine Weile einfach nur an.
Adam wusste, dass der sonst in jeder Situation ruhige und besonnene Waffenmeister auch eine andere Seite hatte, besonders wenn es um seine Tochter ging.
Man at Arms stand auf, packte den Stuhl, auf dem er gesessen hatte, und schleuderte ihn mit aller Kraft gegen die Wand.
Sein Gesicht hatte in den letzten Minuten, mehrfach die Farbe gewechselt und sich entschieden bei einem tiefen rot haltzumachen.
Wortlos marschierte er an Adam vorbei und verschwand in der Dunkelheit, die hinter dem Raum lag.
"Man at Arms ... warte." schrie Adam und setzte ihm nach.

Doch weit kam er nicht, kurz nach dem Er den Raum verlassen hatte prallte er mit etwas zusammen, dass er in seiner Eile wohl übersehen hatte.
Adam stöhnte kurz und taumelte einige Schritte zurück.
"Oh ...Adam ...Hihihi ... das wollte ich nicht, hab dich wohl übersehen."
"Dabei können wir Trollaner im dunkeln doch so gut sehen" quiekte die hohe Stimme.
"Orko?" fragte Adam überrascht.
"Na wer denn sonst, oder kennst du noch jemanden, der einfach so hier hereinspazieren kann?"
"Warte ich mache uns ein wenig Licht."
Adam konnte nur erahnen, was Orko trieb aber er vermutete gleich einen seiner berühmten Zaubersprüche zu hören,
der mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nach hinten losgehen würde. Nach einer Weile geheimnisvollen Raschelns wurde er ungeduldig und drängte den kleinen Trollaner zur Eile.
"Nun mach es nicht so spannend kleiner Freund."
"Ja doch gleich ... so da hab ich sie." erwiderte der Trollaner und zog eine Fackel aus seinem Ärmel, die er stolz präsentierte.
Adam fragte sich schon lange, woher Orko all die merkwürdigen Dinge holte, die er in seiner Kutte bei sich trug. Eigentlich aber war es ihm so ganz recht, dabei konnte wenigstens nicht viel schief gehen.
"Was denn Orko, keine Zaubertricks heute?" fragte Adam.
"Aber Adam, auch wenn ich der größte Zauberer im Universum bin, funktioniert meine Magie in Castle Grayskull nicht so gut, das weist du doch" erwiderte der Zwerg.
"Ja solange es nur hier ist." grinste Adam ihm entgegen.
Adam genoss die Anwesenheit des kleinen Trollaners so sehr, dass er beinahe vergaß, warum er in mit ihm zusammengestoßen war.
Orko hatte die Eigenschaft, selbst bei den größten Schwierigkeiten immer noch gute Laune zu verbreiten. Und das schätzte nicht nur Adam an seinem schwebenden Freund.
"Sag mal Orko, hast du Man at Arms gesehen?" fragte Adam "Ich muss ihn dringend finden."
"Oh ich glaube er ist Richtung Burgtor gelaufen, er schien es eilig zu haben" antwortete der Trollaner.
"Verdammt!" fluchte Adam "Komm wir müssen ihn einholen"

Adam verlor keine Sekunde und rannte den langen Gang entlang der zum Ausgang führte.
Er erinnerte sich, wie unwohl er sich gefühlt hatte, als er das erste Mal in diesem unheimlichen Gemäuer war.
Das ständige Halbdunkel und der modrige Geruch des uralten Mauerwerkes hinterließen nicht gerade den Eindruck, dass man hier willkommen war.
Selbst die Steine, mit denen die Burg errichtet wurde, waren so belassen worden, wie man sie wahrscheinlich vor langer Zeit aus den Felsen geschlagen hatte.
Adam konnte das Dröhnen der Motoren des Windraiders schon von Weitem hören. Als er die Zugbrücke erreichte, war es bereits zu spät.
Er hatte es nicht rechtzeitig geschafft. Man at Arms war mit seinem Fluggerät bereits gestartet und befand sich schon im Steilflug.
Adam stützte sich mit seiner rechten Hand kurz an der Wand ab und biss die Zähne zusammen. Er zog seine Hand schlagartig wieder zurück und rieb an seinen Unterarm.
"Man at Arms hat es wohl wirklich eilig." bemerkte Orko.
"Ja Orko das hat er, ich hoffe er macht nichts Unüberlegtes." antwortete Adam und verzog leicht das Gesicht, als er seine Hand betrachtete.
Adam hatte in der Aufregung, seine verletzte Hand völlig vergessen, doch jetzt spürte er die unangenehme Verletzung um so deutlicher.
"Sag mal Adam, was ist eigentlich mit deiner Hand passiert?"
Der Trollaner konnte von den Ereignissen in Eternis nichts wissen, da er schon früh am Morgen mit Man at Arms und König Randor auf Bitten von Stratos mit einigen Soldaten nach Avion aufgebrochen war.
Hätten sie gewusst, das nur wenige Stunden später, Skeletor mit einer gewaltigen Armee vor den Toren Eternis stehen würde, hätten sie die Reise wohl nicht angetreten.
"Weist du Orko, um es kurz zu machen, Skeletor hat Eternis überfallen."
"Und dieses Mal hat er gewonnen." erklärte Adam kurz.
Der Trollaner verbarg sein Gesicht zwar unter seinem spitzen roten Hut und seinem grauen Halstuch, jedoch konnte man ihm seine Traurigkeit anhand seiner Körpersprache
und den herunter hängenden spitz zulaufen blauen Ohren, die aus Mütze herausragten, deutlich ansehen.
"Oh von dem Angriff wusste ich, deswegen sind Man at Arms und ich ja so schnell wie möglich hierher gekommen, aber was ist denn mit den anderen?" fragte der kleine Zauberer schüchtern.
"Sie waren am Leben, als ich sie das letzte Mal gesehen habe." antwortete Adam.
"Orko ich habe jetzt keine Zeit, dir alles genau zu erklären, ich muss zur Zauberin und sie um Hilfe bitten."
Adam rannte, gefolgt von Orko, so schnell er konnte zurück und registrierte nur am Rande, wie die große schwerfällige Zugbrücke den Eingang zu Schloss Grayskull verriegelte.
Augenblicklich umgab ihn wieder die bedrohlich wirkende Dunkelheit des alten Gemäuers.

Nur der schwache Schein von Orko's Fackel, spendete den beiden noch etwas Licht.
Adam stoppte seinen Lauf und blieb abrupt stehen. Seine linke Hand wanderte automatisch an seine Schläfe.
Es war für ihn zu einem Ritual geworden, das dabei half, sich auf die Stimme der Zauberin zu konzentrieren, wenn sie in Gedanken zu ihm sprach.
"Adam, ich bin der Halle der Spiegel, folge dem Licht." erklang die Stimme in seinem Kopf.
Fast zeitgleich schwebte eine blaue Kugel von der Decke, aus der kleine kristallförmige Lichtstrahlen ausbrachen.
Orko und Adam betrachteten die Erscheinung kurz und folgen ihr, ohne zu zögern, als sie aus der großen Halle, in der der Thron der Zauberin stand,
in einem der Nebengänge verschwand. Eine weitere Eigenschaft, die er an diesem Ort nicht mochte. Der Eingangsbereich und die Haupthalle, sowie einige wenige Räume waren für ihn frei zugänglich,
aber nur wenn die Zauberin es wollte, konnte er tiefer in die Burg vordringen. Die Gänge und Räume dieses magischen Ortes, hatten die unangenehme Eigenschaft nicht nur verlassen zu wirken,
sondern ungebetene Besucher in ein Labyrinth zu führen, welches immer wieder in der Haupthalle endete. Da er in den letzten Monaten und Jahren, langsam eine Vorstellung dessen bekam,
was im Inneren dieses mystischen Ortes verborgen war, fand er diese Vorsichtsmaßnahme aber durchaus gerechtfertigt.
Adam und Orko folgten schweigend der kleinen Lichtgestalt, die den Gang, der mehr wie eine Höhle aussah hell erleuchtete.
Für den kleinen Wicht, der wie immer seine rote Robe trug und gut einen Meter über dem Boden schwebte, war es mehr als ungewöhnlich so schweigsam zu sein.
Gemeinsam erreichten sie nach einer Weile, das Ende des Ganges. Eine der für Schloss Grayskull typischen Türen, die mindestens so alt wie das Schloss selbst waren,
befand sich nun direkt vor ihnen. Die unzähligen Jahre hatten dem Holz, aus dem sie bestand, nichts anhaben können.
Wie bei allen anderen an Dingen an diesem Ort auch schien für die massive Holztür die Zeit keine Bedeutung zu haben.
Das Licht, welches die Zauberin ihnen geschickt hatte, begann sich aufzulösen und Orko's Fackel, war wieder ihre einzige spärliche Lichtquelle.
Adam öffnete die Tür und beide betraten den dahinter liegenden Raum.

Die Zauberin stand direkt vor einem großen Spiegel, der an der Wand angebracht war.
Das schwarze Metall um den Spiegel, dass seinen Rahmen bildete, hatte die Form einiger Schlingpflanzen, die er aus den Immergrünenden Wäldern kannte.
Adam wusste, dass sie nicht aus purer Eitelkeit ihr Spiegelbild betrachtete, sondern etwas in dem Spiegel erkannte, das nur sie zu deuten vermochte.
Wie auch Evil-Lyn hatte die Zauberin sich verändert. Ihre Stoffbekleidung, die mit blauen und weißen Federn bedeckt war, hatte einem grauen Brustpanzer mit goldenen Verzierungen platz gemacht,
aus dem nun zwei große weiße Flügel hervorragten. Minutenlang, starrte er die Frau vor dem Spiegel an und auch Orko wagte es nicht, sie zu stören.
 Das Geräusch eines zerbrochenen Spiegels riss Adam aus seiner Trance. Er drehte sich um und verdrehte die Augen, als er den kleinen Trollaner mit ausgebreiteten Armen in dem Scherbenhaufen liegen sah.
"Orko! ... pass doch auf, weist du eigentlich was ..." Adam machte eine Pause. Er konnte sich nicht daran erinnern, ihn jemals regungslos auf dem Boden liegend gesehen zu haben,
ganz egal, gegen was er auch geflogen war.
"Orko? ..." wiederholte er fragend. Adam erschrak, als er einen weiteren Spiegel zerbrechen hörte. Er drehte ruckartig seinen Kopf herum und sah auch die Zauberin auf dem Boden liegen.
Im Gegensatz zu Orko lag sie nicht einfach nur regungslos da, sondern fasste sich zitternd an die Brust und rang nach Luft.
Panik überkam Adam, er wusste nicht, was er tun sollte, aber genauso schnell, wie der Spuk begonnen hatte, verschwand er auch wieder.
Orko richtete sich auf und schwebte mit kreisförmigen Bewegungen der Decke entgegen, während er sich seinen Kopf rieb und etwas Unverständliches murmelte.
Die Zauberin kniete mittlerweile in den Scherben des Spiegels, den sie von der Wand gerissen hatte, und presste ihre rechte Hand gegen ihre Brust.
Sie atmete immer noch schwer und sah Adam mit weit aufgerissenen Augen an.
"Adam ... wir brauchen He-Man und zwar sofort."


Evil-Lyn starrte den seltsamen Staub, der die einzige Hinterlassenschaft des Blitzes war, schon seit einer geraumen Weile an.
Abgesehen von Skeletor, war sie die Einzige in diesem Raum, die über magische Fähigkeiten verfügte.
Aber weder sie noch Skeletor hatten etwas mit diesem Phänomen zu tun und fremde Magie roch sie kilometerweit gegen den Wind.
Sie ging in die Hocke, nahm etwas von dem Staub in die Hand und runzelte die Stirn.
"Was? ... Was ist es? ... Sag es mir ... Los ich, befehle es!" bestimmte Skeletor.
Evil-Lyn betrachtete weiterhin nachdenklich den Staub, während sie ihn zwischen Daumen und Zeigefinger zerrieb und zu Boden rieseln ließ.
Sie richtete sich auf und zog ihre linke Augenbraue hoch.
"Staub!" gab sie ihm als knappe Antwort.
Jede ihrer Bewegungen wurde genau beobachtet. Die grünen Monster mit ihren spitzen Eckzähnen und zerlumpten Stofffetzen, die sie als Kleidung betrachteten,
 ließen sie nicht aus den Augen. Natürlich waren sie kurz nach dem das helle Licht verschwunden war in Panik ausgebrochen und hätten fast ein Entkommen der Gefangenen ermöglicht.
Aber das war bei diesem primitiven Abschaum, wie sie die Kreaturen bezeichnete, auch nicht anders zu erwarten.
Sie war sich aber sicher, dass sie für den Bruchteil einer Sekunde in dem Lichtkegel jemanden gesehen hatte.
Evil-Lyn und Skeletor tauschten durchdringende Blicke aus. Es war eine Kraftprobe zwischen ihnen.
Evil-Lyn wusste, dass Skeletor ihr nicht mehr traute, war sie doch in letzter Zeit mehr mit ihren eigenen Plänen beschäftigt, als diesem einfältigen Knochenschädel zu dienen.
"Skeletor ... Herr ... Ich komme mit guten Neuigkeiten." grollte die Stimme hinter ihnen.
"Du kommst spät ... Beastman." erwiderte Skeletor, ohne den Blickkontakt zu Evil-Lyn abzubrechen.
"Ich wurde aufgehalten Herr, der Waffenmeister von Eternis ist mir in die Quere gekommen."
Evil-Lyn löste den Blick als Erste und musterte Beastman eingehend.
"Und er hat dir eine ordentliche Tracht Prügel verpasst nehme ich an." witzelte sie.
Beastman sah in der Tat, mehr als mitgenommen aus. Sein Fell war verfilzt und an einigen Stellen, kamen die vielen Schnittverletzungen zum Vorschein, die er bei dem Kampf davon getragen hatte.
Skeletor drehte sich nun ebenfalls zu seinem Diener um und starrte ihn ungläubig an.
"Und das sollen gute Neuigkeiten sein?"
"Nein Herr, ich wollte nur sagen das ... was wollte ich sagen?" grübelte Beastman.
"Ach ja, unser Ablenkungsmanöver war erfolgreich."
"Natürlich war es das Du Narr, wenn nicht hätten wir den Palast wohl kaum so einfach einnehmen können."
Skeletor drehte sich um und marschierte direkt auf seinen neuen Thron zu.
"Ach und Beastman ... lass dir von Evil-Lyn erklären, wie du mich anzureden hast."
Beastman schaute die Hexe fragend an, die Zähneknirschend versuchte, ihre spitzen Fingernägel nicht allzu tief in ihre Handfläche zu pressen.
"Wenn du mich entschuldigen würdest ... König ... Skeletor, ich habe noch etwas Wichtiges zu erledigen."

Evil-Lyn verschwand durch die Tür, die hinaus in den Hof führte, und steuerte zielstrebig die gewaltige Flügeltür auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes an.
Sie würde dort die königlichen Gemächer finden, das hatte sie bereits bei ihrem Angriff in Erfahrung gebracht, denn ihr erstes Ziel, war es die Königin in ihre Gewalt zu bringen.
Während sie die lange Wendeltreppe hinaufstieg, die von der kleinen Vorhalle hinauf zu ihrem Quartier führte, dachte sie noch einmal über die merkwürdige Lichterscheinung nach.
Vielleicht hatte Man at Arms eine neue Waffe entwickelt, die nicht richtig funktioniert hatte.
Aber woher sollte er von dem Angriff wissen, schließlich hatten sie ihn, den König und die Hälfte der Soldaten durch ihren ausgeklügelten Plan weit von dem Palast weg gelockt.
Die Hexe war an ihrem Ziel angekommen. Das Schlafgemach der Königin von Eternis war geräumig und machte einen einladenden Eindruck.
Die weißen Vorhänge, die hinter den hohen Fenstern angebracht waren, wehten leicht in den Raum hinein.
Evil-Lyn ließ ihren Blick über das große Himmelbett, dass mit allen Arten von verschieden farbigen Vorhängen geschmückt war schweifen und entschied sich
auf dem Hocker vor der Kommode platz zu nehmen die von ihr in der Ecke des Zimmers stand. Das wichtigste aber an dem Zimmer war, es war sauber.
In Snake Mountain hatte sie diesen Komfort nicht.
Evil-Lyn stützte sich mit ihren Ellbogen auf der Kommode ab, faltete ihre Hände und legte ihren Kopf schräg auf ihren Handrücken,
während sie sich in dem schlichten Spiegel betrachtete, der auf dem Möbelstück stand.
Der Kampf um den Palast hatte sie Kraft gekostet und die Verletzung an ihrer Schulter, bereitete ihr immer noch große Schmerzen.
Evil-Lyn schloss die Augen, atmete tief ein und ließ die Luft langsam wieder aus ihren Lungen entweichen.
Als sie die Augen wieder öffnete, flimmerte der Spiegel und ein stechender Schmerz breitete sich in ihrer Brust aus, der ihr die Luft raubte.
Entsetzt stieß sie den Hocker, auf dem sie saß um und taumelte rückwärts gegen den Holzpfeiler des Bettes hinter ihr.
In Panik rieb sie sich an der Stelle über die Brust, unter der ihr Herz saß, während das Flackern des Spiegels sich über den ganzen Raum verteilte.
Die wenige Luft, die ihr zum Atmen blieb, ließ langsam jedes Gefühl aus ihrem Körper verschwinden.
Kurz bevor sie das Bewusstsein verlor, verschwand das unheimliche Flackern vor ihren Augen und damit auch der Schmerz in ihrer Brust.
Zum ersten Mal seit langer Zeit verspürte sie ein längst vergessenes Gefühl. Angst!


Teela hatte sich widerstandslos zu ihrer Zelle bringen lassen. Es gab nichts, wogegen es sich noch zu rebellieren lohnte.
Der Palast war gefallen und Adam, hatte mehr als nur seine Freiheit verloren. Sie hätte nie gedacht, dass es jemals so weit kommen würde.
Die Angriffe von Skeletor und seinen Lakaien waren zwar in der letzten Zeit deutlich häufiger und brutaler geworden, aber Sie und die anderen Masters waren stets jederzeit darauf vorbereitet gewesen.
Auf halbem Weg war sie von den anderen Soldaten getrennt worden und weiter nach unten in den Kerker des Palastes gebracht worden, der für spezielle Gefangene reserviert war.
Ihr Vater hatte mit seinem Einfallsreichtum dafür gesorgt, dass eine Flucht aus diesem Bereich des Verlieses fast unmöglich war.
Die grünen Kreaturen, die sie immer wieder mit dem stumpfen Ende ihres Speeres stießen, um sie voranzutreiben, brachten sie zielsicher zu der letzten Zelle, des Gefängnisses.
Auf ihrem Weg an den Zellen vorbei hatte sie einen flüchtigen Blick auf Cringer werfen können, der ihr Schicksal teilte und ebenfalls in einer der vorderen Zellen untergebracht war.
Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss und sie zuckte zusammen, als der schwere Riegel hören die Zelle sicher verschloss.
Ihr neues Quartier war gute fünfzehn Quadratmeter groß und war mit einem schmalen Bett sowie einem Tisch mit dem dazugehörigen Stuhl ausgestattet.
Die Toilette befand sich direkt neben den schweren Gittern der Zelle und bot nur spärlichen Schutz vor neugierigen Blicken.
Mit hängenden Schultern bewegte sie sich langsam auf das Bett zu und legte sich hin.
Eine ganze Weile starrte sie einfach nur zur Decke, bevor sie sich auf die Seite drehte und die Augen schloss.

Als Teela erwachte, musste einige Zeit vergangen sein.
Das Licht in ihrer Zelle und in dem dahinter liegenden Trakt war erloschen und nur die Nachtbeleuchtung in ihrer Zelle gab ein schwaches blaues Licht ab das kaum ausreichte,
um das andere Ende ihrer neuen Behausung zu erkennen. Sie richtete ihren Oberkörper auf und stützte sich mit den Armen auf dem unbequemen Bett ab.
Teela drehte langsam ihren Kopf zu dem Eingang, der von den massiven Gitterstäben versperrt wurde, und bekam eine Gänsehaut.
Sie stand auf, machte einen vorsichtigen Schritt nach vorn und schüttelte sich kurz. Irgendetwas geschah.
Teela konnte nicht sagen, was. Es war nur ein Gefühl, ein unangenehmes, bedrohliches Gefühl und es machte Ihr Angst.
Es war als würde die Dunkelheit hinter ihrer Zelle, etwas Düsteres hervor bringen. Sie starrte angestrengt an den Gitterstäben vorbei hinaus in den finsteren Zellentrakt.
Für einen Moment glaubte sie, die Gitterstäbe ihrer Zelle flackern zu sehen. Etwas war plötzlich mit ihr in der Zelle und es kam näher.
Sie versuchte so leise zu atmen, wie es ihr möglich war und sich auf jedes Geräusch zu konzentrieren.
Etwas Kaltes traf ihre Brust und sie hatte das Gefühl, als würde eine unsichtbare Hand versuchen ihr die Luft aus den Lungen zu pressen.
Teela schrie auf, wirbelte herum und stieß sich das Schienbein an dem harten Bettrahmen. Sie stürzte und kroch instinktiv weg von diesem unsichtbaren Etwas in die hinterste Ecke ihrer Zelle.
Schützend zog sie die Beine an ihren Körper und tastete blind mit ihrer rechten Hand durch die Leere, die sich vor ihr befand.
Doch da war nichts, was immer es war, was sie berührt hatte, wollte nicht gefunden werden. Und es war sehr erfolgreich darin.
Minutenlang starrte sie zitternd in die Dunkelheit ihrer Zelle, doch es geschah nichts.
Noch mal würde sie nicht einschlafen, was, wenn dieses Ding zurückkommen und sein Werk beenden würde, während sie schlief.
Nein, im Schlaf wollte sie sich nicht überraschen lassen.
« Letzte Änderung: 26.07.2014, 13:47:16 von Wayne »

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #7 am: 04.08.2014, 00:01:16 »
So und weiter gehts  :jump:

Adam hatte auf der Treppe, die zu dem eindrucksvollen Thron von Schloss Grayskull führte platz genommen und sah die Zauberin erwartungsvoll an.
Nachdem er Ihr den Verlust seines Schwertes gebeichtet hatte, waren sie schweigend zurück in den Thronsaal gegangen.
Die Zauberin hatte auf Ihrem Thron platz genommen und dachte angestrengt nach.
Die Stimmung war bedrückend, Adam wusste, dass sie ihm nicht vorhielt, sein Schwert verloren zu haben, sondern über eine Lösung des Problems nachdachte.
Allerdings dauerte es für gewöhnlich nicht so lange, bis Sie eine Antwort parat hatte.
Selbst der sonst so gesprächige Trollaner hatte es vorgezogen zu schweigen und flatterte unruhig hin und her.
"Ich habe eine Idee!" gab Orko aufgeregt zu Protokoll und hielt seinen Finger stolz hoch über seinem Kopf.
Adam schaute den fliegenden Wicht fragend an und gab ihm mit seinen ausgebreiteten Armen zu verstehen, dass er auf eine Antwort hoffte.
"Keine Zeit bin gleich wieder da."
Mit dem für Orko typischen Geräusch löste sich der Kobold vor Adams Augen auf.
“Ist das zu glauben“, seufze Adam.
Adam stütze seine Ellbogen auf seinen Beinen ab, faltete die Hände und rieb nachdenklich den Kopf an seinem Handrücken.
“Du musst dein Schwert wieder bekommen Adam, alles andere ist erst mal unwichtig“ brach die Zauberin ihr Schweigen und sah ihn durchdringen an.
Ihr ernster Blick ließ Adam erschaudern.
“Ja aber wie? Ich bin mir sicher, dass Evil-Lyn und Skeletor es nicht einfach so herumliegen lassen, da sie wissen, dass ich entkommen konnte.“
Die Ratlosigkeit in Adams Stimme war der Zauberin von Grayskull nicht entgangen und sie lächelte ihm aufmunternd zu.
“Adam wir finden eine Lösung. Das haben wir immer getan und werden es auch heute tun. Wir stehen nicht alleine im Kampf gegen Skeletor und die Mächte des Bösen,
die sich in den Wäldern erheben.“ beruhigte sie ihn.
Adam sprang erschrocken auf, als Orko sich zurück Teleportierte und ungeschickt durch die Luft flatterte.
“Oh mein Kopf“, stöhnte Orko und rieb an seinem spitzen Hut.
“Was ist passiert kleiner Freund?“, wollte Adam wissen.
“Ich habe versucht mich zu deinem Schwert und zu Teela zu beamen, aber ich bin von einer unsichtbaren Mauer abgeprallt und nun habe ich Kopfschmerzen", erklärte der Trollaner.
“Hmm... Skeletor ist nicht dumm und sein heutiger Angriff war um einiges besser geplant, als seine vorigen Versuche“,
gab Adam zu bedenken. So einfach würde er an sein Schwert wohl nicht mehr herankommen.
Und auch ein Befreiungsversuch für Teela und die gefangenen Soldaten wäre ein schwieriges Unterfangen, für das er Hilfe von den Verbündeten seines Vaters brauchte.
Verbündete die im Moment mehr als genug mit ihren eigenen Problemen beschäftigt waren. Sie mussten eine andere Lösung finden, dass stand unumstößlich fest.
“Zauberin? ... denkst du Skeletor ahnt etwas?“, fügte Adam hinzu und sah die Frau neben ihm fragend an.
“Nein das denke ich nicht“, erwiderte sie. Die Zauberin machte eine kurze Pause und fuhr dann fort.
“Adam wir haben es dieses Mal nicht nur mit Skeletor und seinem Streben nach der Macht von Grayskull zu tun, in den Immergrünenden Wäldern regt sich etwas.
Etwas Uraltes und abgrundtief Böses, dass selbst Skeletor in den Schatten stellt.“
“Noch schlimmer als Skeletor? Was ist es?“ fragte Adam und auch Orko hörte gebannt zu.
Adam hoffte auf eine klare Antwort der Zauberin, da sie für gewöhnlich in Rätseln sprach, die viel Spielraum für Spekulationen zuließen.
Und wenn dieses Ding, dieses Etwas, wirklich so eine Bedrohung für Eternia darstellte, wollte er genau wissen, womit sie es zu tun hatten.
Nein er hatte sogar das Recht zu erfahren was sein Königreich und die Menschen die darin lebten bedrohte.
“Nun sag schon!“, drängte er die Zauberin etwas zorniger, als er eigentlich wollte, aber die Hüterin von Grayskull sah ihn nur schweigend an und stütze sich immer noch ein wenig kraftlos auf Ihren Stab.
“Ich habe eine Idee!“ warf Orko ein und nickte den beiden aufgeregt zu.
“Orko das hatten wir doch schon“, erwiderte Adam und ließ dabei die Zauberin nicht aus den Augen.
“Nein nein Adam du verstehst nicht, meine Idee ist großartig, ja geradezu phänomenal. So etwas kann wirklich nur dem größten Zauberer im Universum einfallen.“ plapperte Orko aufgeregt.
“Wir holen einfach Adora! Sie wird dir dein Schwert wieder besorgen und dann vertreiben wir Skeletor aus dem Palast und kümmern uns um dieses Ding in den Wäldern.“
Adam drehte sich überrascht zu dem fliegenden Wicht um, der ihn und die Zauberin aufgeregt ansah.
“Orko ...“, begann Adam, “Das ist wirklich eine gute Idee.“
“Ich befürchte, das wird so einfach nicht möglich sein:“ enttäuschte die Hüterin die Erwartungen von Adam und Orko.
“Ohne Adams Schwert kann ich kein Portal von Schloss Grayskull aus nach Etheria öffnen.“
Adam kochte vor Wut, irgendeine Möglichkeit musste es geben, seinen Freunden und den Menschen von Eternia zu helfen.
Sie hatten immer eine Möglichkeit gefunden, das Böse in seine Schranken zu weisen´, doch dieses Mal erschien die Lage wirklich ausweglos.
“Eine Möglichkeit gibt es“, begann die Zauberin erneut.
“Aber dafür müsstet ihr die Hilfe von jemandem erbitten, der nicht unbedingt auf unserer Seite steht.“
“Bei den Göttern Eternias, nun rück schon damit raus!“, befahl Adam zornig. “Oder schleuder Skeletor einen deiner Zauber entgegen,
oder geh von mir aus selbst zu ihm und treib ihn zurück nach Snake Mountain.“
Ereiferte sich der Prinz.
Die Hüterin von Grayskull richtete sich auf und spreizte Ihre eindrucksvollen weißen Flügel.
Adam wich instinktiv zurück und hatte große Mühe, ihrem durchdringendem Blick standzuhalten.
Er hatte sie auf keinen Fall verärgern wollen, nur war er noch nie in der Situation gewesen, keinen Ausweg mehr zu wissen.
Seitdem er das Zauberschwert von ihr erhalten hatte, gab es für alles eine Lösung, nur dieses Mal schien es anders zu sein und das machte ihm Angst.
Er hatte ein Gefühl der Ohnmacht, seinen Freunden nicht helfen zu können und machtlos mit ansehen zu müssen, wie das Böse in Eternia einzog.
Adam wusste, dass die Zauberin, bei all ihrer Güte, eine nicht zu unterschätzende Magierin war.
Nein, das war nicht ganz zutreffend, genau genommen kannte er niemandem in Eternia, inklusive He-Man, der es seiner Meinung nach mit Ihr aufnehmen konnte.
Adam hatte sich früher oft gefragt, warum sie ihre Macht nicht dazu einsetzte, das Böse einfach von diesem Planeten zu fegen.
Aber Sie hatte mit Sicherheit ihre Gründe und im Laufe der Zeit, hatte er gelernt, ihre Entscheidungen nicht weiter zu hinterfragen, bis heute.
“Tut mir leid ... Ich ... Ich wollte Dich nicht verärgern“ entschuldigte sich Adam.
“Meine Macht auf dieses Schloss beschränkt Adam. Ich kann nicht einfach hinausgehen und euren Palast befreien, so sehr ich es auch möchte. “
“Aber in den Immergrünenden Wäldern, gibt es jemanden der helfen kann.“
“Wir müssen ihn nur überzeugen“
Adam hatte begriffen, dass er wohl keine nähere Erklärung von ihr bekommen würde, aber wenn dieser geheimnisvolle Fremde ihnen helfen konnte,
war es auf jeden Fall einen Versuch wert. Die Sonne versank schon zur Hälfte hinter den dichten Wäldern, die Schloss Grayskull umgaben, als er sich mit Orko auf den Weg machte.
Jemanden in den Immergrünenden Wäldern zu finden, von dem man wusste, wo er sich aufhielt, war schon an sich ein kniffliges Unterfangen.
Aber wenn man noch nicht einmal wusste, nach wem man überhaupt suchen sollte, waren die Erfolgsaussichten gleich null.
Er musste der Hüterin von Grayskull vertrauen, umsonst würde sie ihn und den Trollaner eine so beschwerliche Reise nicht antreten lassen.
Und sicher hatte sie bereits in dem Moment, als er das Tor verließ, dafür gesorgt, dass dieser jemand Ihn finden würde.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #8 am: 04.08.2014, 00:04:31 »
Skeletor stand vor dem Altar des Sieges. Zumindest nannte er ihn so und betrachtete das Schwert von Prinz Adam.
Er hatte es von Evil-Lyn eingefordert, um es mitten in dem gewaltigen Thronsaal des Palastes zur Schau zu stellen. J
eder, der von diesem Zeitpunkt an, um eine Audienz bei ihm bitten würde, sollte seine Trophäe sehen.
Er hatte den schweren Steintisch, der dem Riesen Procrustus nachempfunden war, und auf dem nun Adams Schwert lag,
eigens für diesen Zweck aus dem Beratungsraum hinter dem Thronsaal herschaffen lassen. Selbst Skeletor musste zugeben,
dass ihm dieses Einrichtungsstück imponierte. Nur noch zwei Dinge fehlten ihm. Die Kronen der bisherigen Herrscher Randor und Marlena.
Aber auch die, würde er schon bald in seinen Händen halten. Skeletor bemerkte Evil-Lyn erst, als sie direkt hinter ihm stand.
"Meine liebe, wenn ich das nächste Mal nach dir schicken lasse, beeilst du dich gefälligst hast du verstanden?", begann Skeletor.
"Bei mir war niemand, das heißt ..." entgegnete Evil-Lyn.
"So ein Unsinn, ich habe Trap-Jaw zu dir geschickt." schnitt Skeletor Ihr das Wort ab.
Er drehte sich langsam zu Evil-Lyn um und starrte Sie direkt mit seinen leeren Augenhöhlen an.
"Ach und meine liebe, wage es nie wieder mir vor meinen Untertanen zu widersprechen, so wie du es heute getan hast."
"Aber ich habe heute gute Laune und will gnädig sein, ich werde von einer Bestrafung absehen", erklärte Skeletor.
Evil-Lyn funkelte ihn zornig an und zwang sich ein gequältes Lächeln auf.
"Ihr seid zu gütig mein König." knirschte Sie ihm entgegen und deutete eine leichte Verbeugung an.
Skeletor sah nicht aus reiner Gutmütigkeit von einer Bestrafung ab.
Vielmehr hatte er zuvor einen unerklärlichen Anfall erlitten, der ihn einiges an Kraft gekostet hatte und Evil-Lyn war schon, wenn er im Vollbesitz seiner Kräfte war, eine fast ebenbürtige Gegnerin.
Er hatte es als Schwächeanfall abgetan, da er kurz vorher den gesamten Thronsaal mit einer magischen Schutzbarriere umhüllt hatte.
Dieses Mal wollte er sicherstellen, dass er nicht von einem Gegenangriff, der Masters überrascht wurde. Schließlich hatte er eine wertvolle Gefangene in seiner Gewalt und weitere würden folgen.
Das poltern, von Adams Schwert, riss beide aus ihrer Unterhaltung.
Skeletor fuhr auf der Stelle herum und richtete seinen Widderstab augenblicklich auf Beastman, der neugierig das Schwert auf dem Tisch betrachtete.
"Beastman du Dummkopf, lass deine Finger von dem Schwert", fuhr Skeletor den Herrn der Bestien an.
Erschrocken zuckte Beastman zusammen und sah abwechselnd das Schwert und Skeletor an.
"Hmmm ... das Schwert sieht fast aus, wie das von Prinz Adam", grübelte Beastman.
"Das ist das Schwert von Prinz Adam", seufzte Skeletor. "Was willst du? Ich bin beschäftigt"
"Oh Herr ... ähm ich bin nur hier, um Dir etwas Wichtiges zu sagen", begann Beastman sichtlich eingeschüchtert.
Skeletor ließ seinen Stab sinken und gab ihm mit einer Handbewegung zu verstehen, dass er fortfahren durfte.
"Nun Skeletor, irgendetwas hat die Bestien in den Immergrünenden Wäldern aufgeschreckt", fuhr Beastman fort.
"Ich kann sie nur noch schwer kontrollieren und ..."
Skeletor schnitt Beastman mit einer Handbewegung das Wort.
"Genug Beastman, ich ... König Skeletor ... habe andere Probleme. Mir fehlen immer noch zwei wichtige Dinge, um endgültig zu beweisen, dass ich der neue und einzige Herrscher über Eternis bin." erklärte Skeletor.
"So? ... Und welche wären das?" fragte Beastman und kratzte sich nachdenklich am Kopf.
"Du Narr, natürlich Randor und seine Gemahlin in meinem Kerker. Ich werde das Zeichen ihrer Herrschaft ...
Ihre Kronen, neben dem Schwert aufbewahren und ihre ehemaligen Besitzer bei jeder Gelegenheit hier in meinem neuen Palast zur Schau stellen."
Skeletor fing fast hysterisch an zu lachen und klopfte sich innerlich für seine geniale Idee auf die Schulter.
“Und natürlich erwarte ich von euch, mir auch den Prinzen zu bringen, der dank der Unfähigkeit meiner angeblich besten Kämpferin entkommen konnte.“
Evil-Lyn zog ihre linke Augenbraue hoch und seufzte gequält. Sie hatte es bevorzugt, Beastman anstatt Skeletor zu beobachten.
Seinen Spott und seine Selbstdarstellung hatte sie mehr als satt und manchmal konnte Beastman es durch sein Verhalten tatsächlich schaffen, ihre Laune ein wenig zu verbessern.
"Vielleicht kann der Fellberg dir ja sein neues Armband leihen, solange bis du deine Trophäen hast", schlug Evil-Lyn vor.
Skeletor wirbelte herum und beobachtete Beastman, der nachdenklich auf seinen Armreif starrte.
"Gib es mir!", befahl Skeletor und wenige Sekunden später hielt er den Armreif in seiner Hand.
Skeletor funkelte Beastman zornig an. "Wo hast du das her?" zischte Skeletor.
"Hast du eine Ahnung, was das ist?", fragte er, "Nein natürlich, hast du das nicht, woher auch."
"Los sag mir, wo du das gefunden hast ... Ich befehle es!" schrie Skeletor und hielt Marlenas Krone direkt vor Beastmans Gesicht.
Beastman sah zuerst Evil-Lyn, die ihm aufmunternd zuzwinckerte und dann Skeletor fragend an.
"Ich habe es in der Nähe des abgestürzten Windraiders gefunden Herr.",
beantwortete Beastman die Frage Skeletors wahrheitsgemäß.
"Hmmm ...", grübelte Skeletor. "Da meine Goblins die Königin immer noch nicht gefunden haben, hatte ich schon vermutet,
dass sie entkommen ist und jetzt weiß ich auch wohin." kombinierte er. "Woher du nur immer diesen Scharfsinn nimmst!" feixte Evil-Lyn.
Skeletor überhörte die letzte Bemerkung seiner Hexe und legte die Krone der alten Königin, vorsichtig neben Adams Schwert.
"Beastman, Evil-Lyn ... ihr fliegt sofort zu dem Windraider und bringt mir die Königin und sammelt Trap-Jaw ein, er soll euch helfen." befahl Skeletor.
Evil-Lyn wollte protestieren, aber Skeletors steinerner Blick, ließ keinen Zweifel an seinem Entschluss.
Sie fluchte innerlich und marschierte geradewegs mit Beastman zum Ausgang des Thronsaales ohne Skeletor eines weiteren Blickes zu würdigen.
Zufrieden nahm Skeletor, auf seinem Thron platz, den er schon nach seinen Vorstellungen umgestaltet hatte und der nun, wie sein alter Sitz in Snake Mountain aussah,
hielt seinen Widderstab in der rechten Hand und starrte auf seine Trophäen, die in der Mitte der Halle standen.
Es dämmerte bereits, als das Trio, dass Skeletor ausgesandt hatte, sich mit ihren erbeuteten Flugmaschinen auf den Weg zu den Immergrünenden Wäldern machte.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #9 am: 04.08.2014, 00:10:10 »
Teela saß zusammengekauert in der Ecke vor ihrem Bett und starrte in die Dunkelheit ihrer Zelle.
Wie lange sie schon Wache hielt, konnte sie nur vermuten. Seit ihrer unheimlichen Begegnung mit diesem unsichtbaren Ding war aber einige Zeit vergangen.
Nur die Geräusche ihres eigenen Atems und ein gelegentliches Summen der Nachtbeleuchtung waren zu hören. Und das Schnappen des Riegels, der ihre Zellentür verschloss.
Teela schreckte auf und stand eine Sekunde später senkrecht mit dem Rücken zur Wand. Gebannt starrte sie zu dem Eingang ihrer Zelle.
Endlose Sekunden vergingen, bevor Teela erkennen konnte, wer sich ihr näherte.
"Adam?", flüsterte sie ungläubig. Teela stand einfach nur da und betrachte Adam, der freundlich zurücklächelte.
Sie brauchte einige Sekunden, um zu begreifen, dass dort wirklich Adam vor ihr stand. Als sie sich wieder gefasst hatte, stürzte sie voller Freude auf ihn zu und riss ihn fast von den Beinen.
Ihr ungestümer Vorstoß hatte beide gegen die Wand neben der Zellentür taumeln lassen. Sie konnte es immer noch nicht glauben, obwohl sie ihn gerade berührte.
"Adam du lebst", flüsterte Teela.
"Sie haben gesagt, du bist tot und ich habe es geglaubt." ergänzte sie.
Sie blickte ihm direkt in die Augen und Adam lächelte stumm zurück. Teela atmete erleichtert ein und schloss die Augen.
Sie fühlte sich das erste Mal, seit der Angriff begonnen hatte wieder sicher. Teela fühlte, wie Adam durch ihr Haar strich und seine Finger langsam über ihre Wangen zu ihrem Hals wandern ließ.
Ihr Zufriedenheit wandelte sich abrupt in Ungläubiges Entsetzten. Sie öffnete die Augen und sah Adam verstört an.
Seine Miene hatte sich verdüstert und seine Hände schlossen sich fest um Ihren Hals.
Teela umfasste panisch Adams Hände und versuchte sie mit aller Kraft von ihrem Hals zu reißen.
"Adam ... Ich ... Ich ... Krieg keine Luft mehr!" stammelte sie und versuchte weiter seine Hände von ihrem Hals zu lösen.
"Du hast mich im Stich gelassen!", erwiderte Adam und verstärkte den Griff um Teela's Hals.
Als Teela begriff, dass ihre Kraft nicht ausreichen würde, um sich aus seinem Griff zu lösen, begann sie mit aller Kraft nach ihm zu schlagen.
Das Entsetzen darüber, was ihr Freund gerade tat, verhinderte das ihre Schläge einen wirkungsvollen Treffer erzielten.
Langsam aber stetig wurden ihre Schläge schwächer und sie gab schließlich auf, als Ihre Arme immer schwerer wurden.
Nach endlos erscheinenden Minuten sank Sie immer noch in Adams eisernem Griff, zu Boden und verlor das Bewusstsein.
Als sie aufwachte, saß sie wieder in der Ecke neben ihrem Bett. Sie schluckte und verzog angewidert das Gesicht.
Ihr Hals tat fürchterlich weh und ein bitterer Geschmack breitete sich in ihrem Mund aus.
Instinktiv fasste sie sich an den Hals und bemerkte, die kleinen Schnittverletzungen und Platzwunden an ihren Händen.
Sie waren nicht besonders groß, oder gar gefährlich, aber sie reichten aus, um bei jeder Bewegung ihrer Finger ein unangenehmes Gefühl zu produzieren.
Hatte sie geträumt, oder war dieses furchtbare Ding wieder bei ihr gewesen? Ob Traum oder nicht, dieser Tag, hatte Spuren hinterlassen.
Nicht nur Körperliche, viel schlimmer als die kleinen und größeren Verletzungen, die sie erlitten hatte, war die Tatsache, dass sie sich schlicht weg hilflos fühlte.
Ihr Vater hatte ihr durch das harte Training der letzten Jahre nicht nur beigebracht, mit dem Schwert oder einer der unzähligen anderen Waffen umzugehen, sondern er hatte Sie etwas viel Wichtigeres gelehrt.
Niemals ihren Kampfeswillen, selbst in ausweglosen Situationen zu verlieren. Aber gerade jetzt, wo Sie genau das brauchte, versagte ihre Ausbildung.
"Heda ... wenn du dein Bett nicht willst, kann ich es auch abmontieren." schnappte Trap-Jaw.
Teela erschrak bei dem Klang von Trap-Jaws Stimme. Sie stand auf und sah ihm eine Zeit lang zu, wie er sich an den Kontrollen der Zellentür zu schaffen machte,
 die sich außerhalb ihrer Reichweite in der Mitte des Ganges auf einem Podest befanden.
"Die große Verteidigerin Eternias, gefangen von ein paar kleinen Goblins." lachte Trap-Jaw.
"Wenn ich's nicht mit meinen eigenen Augen sehen würde, würde ich es nicht glauben."
"Was ist, hat es dir die Sprache verschlagen? Weist du Skeletor, will, dass du dich hier unten wohlfühlst und das du sicher bist,
deswegen soll ich kontrollieren, ob alles zu deiner Zufriedenheit ist." grinste Trap-Jaw.
Teela wollte ihm eine passende Antwort auf seinen Spott geben, aber sie fand einfach nicht die richtigen Worte.
Ihr blieb nichts anderes übrig, als ihn wütend anzustarren und ihre Hände zu Fäusten zu ballen.
Trap-Jaw lachte erneut, schüttelte den Kopf und schlenderte scheinbar gemächlich zum Ausgang des Zellentraktes.
Teela kochte so sehr vor Wut, dass es ihr die Tränen in die Augen trieb.
Sobald Sie aus diesem Gefängnis heraus war, würde Sie es diesem verfluchten Stahlgebiss heimzahlen.
Sie lief wie eine gefangene Raubkatze, rastlos in ihrer Zelle auf und ab und versuchte ihre Gedanken zu sortieren.
Dieser arrogante Lakai Skeletors hatte es wirklich gewagt Sie zu verspotten und das nur, weil Sie hier eingesperrt war.
Sie erinnerte sich an die unzähligen Begegnungen in der Vergangenheit mit dem Cyborg, bei denen Sie ihm immer wieder gezeigt hatte, wer von beiden der Stärkere war.
Vielleicht sollte Sie einfach aus der Zelle raus marschieren und seinem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen.
Teela stand wie angewurzelt, mitten in ihrer Zelle und starrte ungläubig das kleine grüne Licht an, das an dem Kontrollpanel der Zelle leuchtete.
Langsam näherte Sie sich der Zellentür und Ihre Verwunderung wuchs noch mehr, als sie ihre Hand durch die Gitterstäbe steckte und der Bewegungsmelder die Gitterstäbe bewegte.
Teela stand einfach nur da und dachte nach. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass Trap-Jaw aus Unachtsamkeit die Zelle offen gelassen hatte,
war er doch extra hierher gekommen, um Ihre Verwahrung sicherzustellen.
Sie runzelte die Stirn und beobachtete aufmerksam die Decke außerhalb Ihrer Zelle, genau an den Stellen, an der Man at Arms die Betäubungsstrahler angebracht hatte.
Eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme, die sie beschlossen hatten, um ein Entkommen aus dem Hochsicherheitstrakt unmöglich zu machen.
Vorsichtig setzte Teela einen Fuß vor den anderen und behielt dabei die Öffnungen, aus denen die Strahler, für gewöhnlich herauskamen, genau im Auge.
Bei jedem Schritt, den Sie weiter in den Gang hinaus wagte, klopfte ihr Herz ein wenig mehr.
Sie konnte sich vorstellen, wie schmerzhaft ein Treffer der Strahlen war, da Sie schon mehrmals dabei geholfen hatte einen Ausbruch zu vereiteln und die Reaktionen der Gefangenen waren stets dieselben.
Nach ein paar Schritten wurde Teela mutiger und lief deutlich schneller zum Ausgang des Zellentraktes, wobei Sie an der Zelle haltmachte, in der Cringer eingesperrt war.
"Hey Cringer", flüsterte Teela.
"Komm her alter Kater", fügte Sie hinzu und streckte ihre Arme einladend durch die Zellengitter.
Die Raubkatze folgte schüchtern Ihrer Einladung und ließ sich von Teela zur Begrüßung erst einmal am Kopf kraulen.
"Du hast ja Nerven" lächelte Sie der Katze zu.
"Überall schleichen hier die Wachen Skeletors rum und du willst gekrault werden."
Teela sah sich um, stand auf und marschierte geradewegs zu dem Kontrollpult für die Zelle. Sie würde Cringer mitnehmen, das stand außer Frage.
Der Kater hatte für heute genug erlebt und wie sein Besitzer, gehörte er nicht gerade zu den mutigsten Vertretern seiner Art.
Allein der Anblick eines ausgewachsenen grünen Tigers reichte für gewöhnlich aus, um Feinde in die Flucht zu schlagen, aber Teela war sich sicher, dass Cringer bis jetzt noch gar nicht entdeckt hatte, das er Zähne besaß.
Und außerdem hatten sie es hier nicht mit normalen Menschen zu tun, sondern mit Skeletor und seinen Schergen.
Teela dachte kurz an Adam und seufzte traurig. Sie wollte einfach nicht glauben, dass ihr Freund mit dem Sie aufgewachsen war und so viele kleine und große Abenteuer erlebt hatte Tod war.
Nach wenigen Sekunden war die Zelle offen und der Kater schnellte hervor, um sich hinter Ihren Beinen in Sicherheit zu bringen.
"Komm, wir verschwinden von hier" Teela streichelte dem grünen Kater über den Kopf und munterte ihn mit einer Kopfbewegung auf, Ihr zu folgen.
Cringer folgte ihr und behielt seine Umgebung aufmerksam im Auge, während sie aus den Katakomben des Palastes flohen.
Auch Teela wahr froh, die ängstliche Katze bei sich zu haben, da sie sich auf Cringers Sinne mehr als auf ihre eigenen verlassen konnte.
Während ihrer Flucht, hinauf in den Vorhof des Gefängnisses, hatte er ihr mehr als einmal zu verstehen gegeben, welchen Weg sie besser nicht einschlagen sollten.
Teela blickte konzentriert zu der offenen Tür, die sie endlich aus diesem Keller heraus führen sollte. Die ganze Zeit schon kam ihr ihre Flucht seltsam vor.
Als wäre sie geplant, ja geradezu inszeniert worden. Auf ihrem Weg hatten sich so gut wie keine Wachen befunden und der Alarm des Verlieses war abgestellt.
Die paar Male, die Cringer sie vor einer nahenden Patrouille warnte, zählte sie nicht zu einer gut organisierten Bewachung für wichtige Gefangene.
Aber vielleicht schätzte Sie Ihren Wert auch einfach nur zu hoch ein.
Nein Teela kannte Skeletor, er war manchmal ein Narr, der seinem eigenen Wahnsinn zum Opfer viel, aber solch einen Fehler würde er nicht begehen.
Und ganz sicher würde er nicht seinen Lakaien schicken, wenn er sich nicht sicher war, dass dieser seinen Auftrag erfüllen würde.
Skeletor beobachtete jeden ihrer Schritte genau, da war Sie sich sicher.
Es war in der Tat einige Zeit vergangen, seitdem man sie in die Zelle gesperrt hatte, aber längst nicht so viel wie Teela dachte.
Es dämmerte und der Hof war voll mit den Kreaturen, ohne die Skeletor niemals den Palast hätte erstürmen können.
Sie rissen Bäume um sich in ihren provisorischen Lagern Feuerstellen einzurichten und verwüsteten auch sonst ohne Rücksicht den gesamten Hof.
Alles, was ihnen kurios vorkam, wurde abgerissen und umgeworfen.
Drei der Bäume, die an den Rändern des Weges standen, der von dem Palastor zum Eingang der Vorhalle des Thronsaales führte, standen komplett in Flammen.
Teela seufzte traurig, als sie darüber nachdachte, wie viel Arbeit vor allem Adam, seit einiger Zeit in die Pflege des Gartens gesteckt hatte.
Es war für sie immer noch unerklärlich, kurz nach seinem achtzehnten Geburtstag, war aus dem jungen Raufbold plötzlich ein schüchterner Junge geworden, der nichts anderes mehr im Kopf hatte, als sich das Leben zu versüßen.
Teela musste schmunzeln, als Sie bemerkte, dass sein Lieblingsbaum, unter dessen Schatten er für gewöhnlich lag, als einer der wenigen noch unversehrt war.
"Komm Cringer, ich kenne einen Platz wo wir uns bis zum Einbruch der Dunkelheit verstecken können und dann verschwinden wir von hier." erklärte Teela der Katze, die fragend zurück starrte.
Sie war sich immer noch sicher, dass Skeletor für ihre Flucht verantwortlich war, aber sie wollte ihr Glück auch nicht allzu sehr auf die Probe stellen.
Hier im Palast konnte sie nur auf sich gestellt nichts mehr tun, der König war am Morgen mit ihrem Vater nach Avion aufgebrochen und die Königin hatte den Palast verlassen,
kurz, nachdem Teela den Evakuierungsbefehl gegeben hatte.
Ihre einzige Change bestand darin, hier zu verschwinden und sich mit den anderen Masters und weiteren Truppen neu zu Organisieren und zum Gegenschlag auszuholen.
Und zwar noch bevor Skeletor herausfand, wie man die Verteidigungsanlagen des Palastes richtig nutzte.
Teela schloss die Tür des Versteckes, dass sie sich ausgesucht hatte und wartete mit dem treuen Kater auf den Einbruch der Dunkelheit.

Offline Wayne

  • Trade Count: (0)
  • Twigget
  • *
  • Beiträge: 9
  • Geschlecht: Männlich
Re: Eternia am Abgrund
« Antwort #10 am: 02.08.2015, 11:15:02 »
Der Morgentau spiegelte sich wie ein Meer aus kleinen Glasperlen in der aufgehenden Morgensonne. Der Wind, stimmte zusammen mit den Bäumen und Gräsern, die die Hügel vor Schloss Grayskull bedeckten das Lied des neuen Tages an. Die unzähligen Bewohner der Wälder und Ebenen erzählten jeden Tag in diesem Chor ihre Geschichte. Der wundervolle Gesang, der die Kunde von Hoffnung und der Freude des Lebens, jedoch auch von der Vergänglichkeit aller Dinge erzählte, hatte für die Menschen schon vor langer Zeit seine Bedeutung verloren. Er aber verstand es nur allzu gut. Das helle Licht der Sonne schärfte seinen Blick und die Wärme, die es ausstrahlte, gab ihm Kraft. Jeder neue Tag den Eternia seinen Bewohnern schenkte, machte ihn stolzer in dieser Welt leben zu dürfen. Er war als einziger übrig und je mehr Zeit verstrich, desto mehr verblasste die Erinnerung an seine Familie und seine Freunde. Vielleicht hatte es mit der Stimme in seinen Gedanken zu tun. Er hörte sie oft. Die Stimme sagte ihm, wen er beobachten oder beschützen sollte. Manchmal, wenn er von seinem Weg abzukommen drohte und sich ganz auf seine Instinkte konzentrierte, sagte sie ihm auch das er eine Aufgabe zu erfüllen hatte und gab ihm das Gefühl von Wärme und Geborgenheit. Seine Aufgabe war wichtig, das spürte er. Heute, mehr als jemals zu vor, war es seine Pflicht, über Adam und Orko zu wachen. Der Weg sie bestritten, war voller Gefahren und er würde sie warnen. Er hatte sich schon oft darüber gewundert, wie leichtfertig die beiden Kämpfer Eternias ihre Umgebung als sicher Wahrnahmen. Allerdings hatten sie den Vorteil ihrer Größe und stets konnten sie sich auf seine Herrin verlassen. Orko konnte sogar Dinge aus dem nichts herbeirufen. Das machte sie gefährlich und für die meisten anderen Bewohner Eternias zu keiner leichten Beute.
Seit Stunden beobachtete er die beiden Wanderer und war nun
am Ende seiner Aufgabe angekommen. Weiter konnte er sie nicht begleiten. In den Immergrünenden Wäldern würde er sie unter dem dichten Blattwerk der Bäume nach kurzer Zeit aus den Augen verlieren.
Zoar stieß zum Abschied einen lauten Schrei aus.
Von nun an mussten sie ohne seine wachsamen Augen auskommen. Die Stimme in seinem Kopf lobte ihn für seine Hilfe. Eine neue Aufgabe würde schon bald folgen, da war er sich sicher.

Ehrfürchtig standen Adam und Orko vor der schmalen unscheinbaren Holzbrücke, die den Fluss überspannte, der die Immergrünenden Wälder von den Ebenen um Schloss Grayskull trennte. Seit dem Morgengrauen waren sie unterwegs und hatten sich nur wenige Ruhepausen gegönnt.
Es gab keinen Zweifel daran, dass ihre Suche nach dem unbekannten Fremden keinen Aufschub duldete. Der Wind hatte in der letzten Stunde einiges an Kraft gewonnen und zwang die gewaltigen Äste der Bäume fast unter der Last der Blätterkrone nachzugeben. Beide hatten nicht vergessen, wie gefährlich dieser Ort war. Ein Fehltritt, oder ein falsch ausgesprochener Wunsch konnte ausreichen, um sie für immer in den Wäldern umherirren zu lassen. Obwohl Adam um die Gefahren dieses Ortes wusste, war dieser Wald für ihn stets der schönste in Eternia gewesen. Der kleine Trollaner sah das allerdings nicht so.
Orko war zunehmend unruhiger geworden, je näher sie der Waldgrenze kamen. Als Zoar sich vor einigen Minuten von ihnen verabschiedet hatte, war ihm mehr als mulmig geworden. Von jetzt an würde die Zauberin sie nicht mehr durch die Augen des Adlers beobachten können.
"Es hilft nichts kleiner Freund, wir müssen da rein"
begann Adam.
Orko starrte unsicher über die Brücke hinweg zu dem unheimlichen Rand des Waldes, der mit seinem dichtem Unterholz und moosbewachsenen Felsformationen nicht besonders einladend aussah. Der kleine Zauberer erinnerte sich nicht gerne an diesen unheimlichen Ort. Sie waren dem Wald bei ihrem letzten Besuch nur dank He-Man entkommen und dieses mal mussten sie auf seine Unterstützung verzichten. Im Gegensatz zu Adam konnte er die düstere Magie spüren, die in den Tiefen des Waldes wie ein Raubtier umherkroch und auf Beute wartete.
"Ja Adam, wir müssen wohl dort hinein."
schüttelte sich Orko.
"Unsere Freunde verlassen sich auf uns. Wir werden uns schon zurechtfinden, auch ohne mein Zauberschwert"
fuhr Adam fort.
"Außerdem hat uns die Zauberin versichert, dass wir hier Hilfe finden werden"
Orko starrte Adam leicht ungläubig an.
"Also ich erinnere mich nur an eine wage Vermutung, hier jemanden zu finden. Und überreden müssen wir diesen jemand ja auch noch" widersprach der Trollaner.
"Du machst dir zu viele Sorgen mein Freund, wir sind gut vorbereitet und ich habe mich fürstlich in der Waffenkammer von Schloss Grayskull bedient." Adam verwies mit einem Kopfnicken auf das Schwert, dass er an dem schweren braunen Ledergürtel um seine Hüften trug.
"Und ich habe ich für den Notfall Teela's Stab bei mir."
fügte er hinzu.
"Zu viele Sorgen? Ich? Der größte Zauberer des Universums macht sich nur dann Sorgen, wenn es wirklich angebracht ist, oder wenn ein Baum ein Jahr seines Lebens stehlen will, so wie beim letzten mal." empörte sich Orko.
"Und außerdem hast du dir lediglich das erstbeste Schwert von der Wand gegriffen und nur meinen großartigen Zauberkräften ist es zu verdanken, dass wir die ganzen Spinnweben und den Rost überhaupt abbekommen haben."
Adam lachte und sprach dem fliegenden Wicht Mut zu.
"Siehst du, wir sind dank deiner Zauberkünste völlig sicher. Und wenn ich das anmerken darf, der Baum beim letzten mal war wahrscheinlich nur verärgert, weil du ihn geweckt hast. Vermutlich war er vor zwanzig Jahren gerade erst eingeschlafen." amüsierte sich Adam.
Der kleine Trollaner sah Adam empört an und schüttelte ungläubig den Kopf, als dieser an ihm vorbei schritt und auf die Brücke zuging.
Das morsche Holz der Brücke knarrte unheilvoll, als Adam die Brücke betrat. Er war sich trotz gründlicher Prüfung immer noch nicht sicher, ob sie ihn tragen würde. Der Fluss war nicht besonders tief und Adam war ein guter Schwimmer, aber die starke Strömung würde dafür sorgen, dass er weit von seinem eigentlichen Ziel, dem schmalen Weg vor ihm abtreiben würde. Und außerdem hatte er keine Lust, die nächsten Stunden in nassen Kleidern zu verbringen.
Orko war hier ganz klar im Vorteil. Der Trollaner schwebte wie gewöhnlich eineinhalb Meter über der Brücke und musste sich über solche Dinge keine Gedanken machen. Beide überquerten die schmale Holzkonstruktion und folgten dem schmalen Pfad, der sie tief in die Immergrünenden Wälder führte. Gut eine Stunde war vergangen, seit sie den Waldrand hinter sich gelassen hatten. Orko war angestrengt damit beschäftigt, den herunter hängenden Ästen der Bäume auszuweichen und über die Worte der Zauberin nachzudenken. Sie war kurz vor ihrer Abreise zum ihm gekommen und hatte etwas Wichtiges zu erzählen. Ein Geheimnis, das nur für seine Ohren bestimmt war und das im seitdem Kopfzerbrechen bereitete. Es war ungewöhnlich dunkel, denn die Sonnenstrahlen fanden nur vereinzelt ihren Weg durch das dichte grüne Blattwerk. Er bemerkte erst spät, dass sie eine Lichtung erreicht hatten und Adam bereits nach ihm rief, da er in Gedanken versunken bereits ein gutes Stück auf die freie Fläche vor ihm herausgeschwebt war. Erschrocken flog er zurück und sah Adam fragend an, der nachdenklich auf die Lichtung hinausstarrte.
"Stimmt etwas nicht?", fragte Orko.
"Ich bin mir nicht sicher", grübelte Adam.
"Ist dir aufgefallen, wie schön die Sterne heute sind?" philosophierte er.
Orko sah in dem Himmel hinauf und nickte zustimmend.
"Ja sieht schön aus, ich glaube, man kann den ..."
"Orko!", unterbrach ihn Adam.
"Wir haben höchstens Mittag, wir dürften die Sterne noch gar nicht sehen", gab Adam zu bedenken.
"Oh." staunte Orko "Das ist wirklich merkwürdig."
Die Lichtung, die sich vor ihnen aufgetan hatte, war mit kniehohem Gras bewachsen und ihr Ende konnte Adam hinter der dichten Nebelwand, die einige Meter vor ihm begann nicht erkennen. So war es für ihn unmöglich ihre Größe einzuschätzen. "Wir sollten aufpassen." mahnte Adam und Orko nickte so heftig, dass er seinen spitzen Hut festhalten musste, um ihn nicht zu verlieren. Adam zog das Schwert, welches er aus Schloss Grayskull mitgenommen hatte. Langsam arbeitete sich durch das nasse Gras weiter vorwärts und ließ seine Umgebung keine Sekunde aus den Augen. Der gespenstisch wirkenden Nebel verschlang Adam schon nach wenigen Metern. Orko folgte ihm in kurzen Abstand und es dauerte nicht lange, bis sie vollkommen von der wabernden grauen Wand umgeben waren.
"Adam?", rief Orko.
"Warte, der Nebel ist zu dicht", fügte er hinzu.
"Adam? Ich werde ein Seil herbeizaubern, damit wir uns nicht verlieren." Orko hatte Adam bereits wenige Meter, nachdem sie in den Nebel eingetaucht waren aus den Augen verloren.
"Adam!", rief Orko nun deutlich lauter. Der kleine Trollaner sah sich verängstigt um. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie sich in so kurzer Zeit bereits soweit voneinander entfernt hatten. Aber dennoch bekam er keine Antwort von seinem Freund.
Orko hob die Hände und begann einen Zauberspruch zu wirken.
"Oh Orko aus dem Zauberland reich mir deine helfende Hand, der Nebel dicht und grau, verschwindet schnell und ohne Radau."
Das für das Wirken der Zaubersprüche des kleinen Trollaners typische Glockenspiel ertönte und tatsächlich wehte die Nebelwand vor ihm ein Stück auseinander und gab den Blick auf eine schwarze Gestalt frei, die augenblicklich mit einem markerschütternden Schrei, in rasender Geschwindigkeit auf ihn zu stürmte.
Orko stieß einen kurzen Schrei aus und flatterte unbeholfen zurück. Der kleine Trollaner drehte sich mehrfach um die eigen Achse und starrte danach in ein ihm sehr vertrautes Gesicht.
"Orko?" Wunderte sich Adam.
"Ich also ... also du hast das schwarze Ding doch auch gesehen oder?", fragte Orko nickend.
"Nein was für ein schwarzes Ding?", erwiderte Adam.
"Na das aus dem Nebel", stotterte der kleine Trollaner.
"Es war genau hinter dir Adam.
Adam schaute den kleinen Wicht ungläubig an.
“Du hast es bestimmt erschreckt." lachte Adam.
Orko zupfte seinen spitzem Hut zurecht und sah Adam ernst an. So ernst eben, wie ein Trollaner nur schauen konnte.
"Ok Orko, ich sehe, dir ist es ernst." räusperte sich Adam, wobei er sich jedoch ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen konnte.
"Erzähl mir von diesem schwarzen Ding", begann Adam.
Orko
"Es stand genau hinter dir und es sah so aus, als wollte es deinen Kopf mit seinen langen Fingern durchbohren“, stotterte Orko aufgeregt. Adam sah Orko schweigend an.
"Und dann war es weg als mich bemerkt hat“
“Ich konnte nicht genau erkennen, wie es aussah, aber es hatte spitze Zähne in seinem Maul und giftgrüne Augen" Adam wirkte nachdenklich. "Gut Orko, ich glaube dir. Lass uns weitergehen und wachsam bleiben“
“Die Bekanntschaft mit diesem Ding würde ich gerne vermeiden, solange ich mein Zauberschwert nicht wieder habe"