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  • 18.06.2018, 18:41:19

Autor Thema: The Battle for Eternia - Part I  (Gelesen 1412 mal)

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Offline ClampChamp

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The Battle for Eternia - Part I
« am: 18.09.2013, 01:25:24 »
Wortlos beendete Skeletor die Verbindung nach Etheria und ließ seinen Stab sinken. Seine Augen leuchteten rot auf. „Hordak im Bund mit den Snake Men?“ stammelte Evil-Lyn. „Ich wusste, Hordak würde für ein bisschen Macht seine eigene Mutter verkaufen, aber dass er so dumm ist, die Wilde Horde an die Schlangenmenschen auszuliefern hätte ich niemals gedacht.“ „Das ist eine Katastrophe für Eternia. Dann werden also bald nicht nur die Schlangenmenschen gegen uns marschieren, sondern auch Armeen von Troopern der Horde! Dann können wir wirklich einpacken…..“ sprach Stratos ernst. „Stratos!“ ermahnte ihn König Randor zur Raison. „Es stimmt doch!“ widersprach der Herrscher von Avion, „Eternis ist zerstört, überall wüten die Schlangenmenschen, von He-Man ist keine Spur und Avion….“

„Was ist mit Avion?“ fragte ihn der König. Stratos blickte aus den Augenwinkeln zu Skeletor und seinen Kriegern. „Avion ist eine starke Stadt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir der letzte Rückzugspunkt für das Volk von Eternia sind. In Zeiten der Not ist das auch eine Selbstverständlichkeit für uns. Doch mein Volk hat damit gelebt, Skeletor als Herrn des Bösen zu hassen, und die Dämonen des Bösen überall zu bekämpfen, wo sie ihre finsteren Pläne ausführen wollen. Doch jetzt ist Skeletor mit seinen Monstern auch hier in Avion. Es gibt viele in meinem Volk, denen dieser Zustand nicht gefällt.“

„Das soll wohl heißen, dass wir hier unerwünscht sind, was?“ zischte King Hiss aufgeregt. „Kannst du es ihnen verübeln, nach alledem was ihr unserem Volk angetan habt?“ verteidigte sich Stratos. „Skeletor und seine Monsterkämpfer sind im Moment unsere Alliierte im Kampf gegen die Schlangenmenschen. So sehr mir dieser Gedanke auch missfällt, im Moment sind wir auf gegenseitige Zusammenarbeit angewiesen, um Eternia erfolgreich verteidigen zu können. Das solltest du denjenigen, die daran zweifeln, bewusst machen, Stratos“ sprach der König mit ernstem Gesichtsausdruck.

„Ich werde es versuchen, aber je eher Skeletor und seine Monster wieder aus Avion verschwunden sind, umso besser!“ antwortete Stratos und ging. „Keine Angst, Randor, meine Leute und ich bleiben keine Sekunde länger als nötig in Avion. Kommt!“ Skeletor und seine Krieger verließen den König, und gingen zu ihren Freunden, um ihnen die Botschaft vom Bündnis Hordaks mit Rags Raptor zu berichten.

Erschöpft ließ sich Randor in einen Stuhl fallen. „Oh, He-Man, wo bist du nur?“ sprach er mit sich selber und legte beide Hände ins Gesicht.


Etheria

„Hahaha! Denen ist das Herz aber ganz schön in die Hose gerutscht“ lachte Hordak und drehte sich um zu seinem neuen Partner, „ich schätze, die Nachricht über einen Pakt zwischen der Wilden Horde und den Schlangenmenschen dürfte den Rest der Verteidigung von Eternia so ziemlich demoralisieren.“ „Das sollte es auch. Schließlich bekommt man nicht sehr oft so direkt ins Gesicht gesagt, dass man den Kampf schon verloren hat, bevor er richtig angefangen ist.“

Hordak trat einen Schritt auf Rags Raptor zu und musterte den Schlangenmenschen auffällig. „Ich muss gestehen, ich hätte nie gedacht, dass wir uns noch einmal wiedersehen. Nach so langer Zeit.“ „Du irrst dich, wenn du meinst, dass wir uns kennen würden. Ich bin nicht der Rags Raptor, mit dem du vor tausend Jahren schon Kontakt hattest. Ich bin nur sein Klon!“ dass in Rags Raptor aber zusätzlich noch der Geist des uralten Schlangendämons Sssarro ruhte, verschwieg der Schlangenmensch dem Anführer der Wilden Horde.

„Wie auch immer. Nachdem der Königspalast und die Stadt Eternis bereits gefallen sind, sollten wir uns um Avion kümmern, um Randor, Skeletor und den anderen endgültig den Garaus zu machen. Dann ist der Weg frei auf Grayskull! “ „Immer mit der Ruhe, wir haben Zeit. Um Avion wird sich bereits gekümmert. Als erstes sollten wir dafür sorgen, dass sich unsere vereinten Streitkräfte noch etwas vergrößern.“ „Das sollte kein Problem sein. Mit meiner Horde Trooper-Maschine wird das nicht lange dauern. „Interessant! Ich würde die Maschine gerne einmal sehen.“ Rags Raptor grinste...


Avion

Der letzte Flüchtlingstransporter war mittlerweile gelandet und hatte die letzte Gruppe der Flüchtlinge aus Eternis und den umliegenden Dörfern sicher nach Avion gebracht. Stratos, in Abwesenheit von He-Man, Man-At-Arms und Teela immer noch der Anführer der Masters of the Universe, kümmerte sich um die Versorgung der Angekommenen, als ein junger Vogelmensch atemlos angeflogen kam. „Stratos, Stratos! Du musst kommen, schnell!“ „Was ist passiert? So rede doch schon!“

„Im südlichen Bezirk haben sich einige von Skeletors Kriegern mit ein paar von uns angelegt. Du musst kommen, schnell!“ „Was? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Führ mich hin!“ Stratos und der junge Vogelmensch hoben ab und flogen so schnell es ging los. Schon von weitem konnte Stratos die Menschentraube sehen, die sich um das Kampfgeschehen gebildet hatte. Als die beiden landeten hielt Clawful, das Monster mit dem stählernen Griff, gerade einen Vogelmenschen mit seiner riesigen Hummerschere einen Vogelmensch am Hals und hob ihn lachend in die Luft.

„Was ist hier los? Lass den Mann sofort runter, Clawful!“ befahl Stratos. „Warum sollte ich? Dieser Wurm hat es gewagt, mich anzugreifen. Mich greift niemand ungestraft an!“ „Das ist … eine Lüge!“ stammelte der am Schlafittchen baumelnde Vogelmensch. „Dieses Monster hat sich an den Lebensmitteln vergriffen, die ich gerade nach Hause schaffen wollte. Er hat sie mir einfach weggenommen und gelacht. Da wollte ich sie ihm wieder abnehmen.“

„Ich sage es kein zweites Mal, lass den Mann los!“ wiederholte Stratos seine Aufforderung an Clawful, dieses Mal lag mehr Kraft und Bestimmtheit in seiner Stimme. „Zwing mich doch dazu!“ knurrte Clawful, und Beast-Man und Whiplash, die ebenfalls anwesend waren, lachten laut auf. Stratos ballte die Fäuste. „Wie du willst, ich….“ begann er.

„Aus dem Weg, was ist hier los?“ bahnte sich Skeletor mit Evil-Lyn den Weg durch die Massen. Clawfuls Blick verfinsterte sich. Er senkte den Arm und ließ den Vogelmensch los. „Skeletor, du und deine Monster, ihr seid nur Gäste in Avion. In Anbetracht der gegenseitigen Abhängigkeit kann ich dann wohl erwarten, dass ihr euch in meiner Stadt entsprechend verhaltet!“ Stratos Blick verfinsterte sich.

Skeletor blickte zu Clawful und den anderen Monstern. „Habt ihr nichts zu tun? Geht zur Westmauer, da könnt ihr Tri-Klops und den anderen helfen, den Wall zu verstärken“ knurrte Skeletor. Clawful brummte kurz auf, widersprach aber nicht. Zusammen mit Beast-Man und Whiplash trottete er los. Skeletor blickte kurz zu Stratos und ging dann mit Evil-Lyn wieder. Ein Raunen ging durch die umstehenden Massen. Stratos war außer sich vor Zorn. Wie konnte es der Herr des Bösen wagen, ihn in seiner Stadt, vor seinen Leuten so zu diffamieren. Eine solche Demütigung war ihm selten widerfahren worden. „Geht wieder an eure Arbeit!“ befahl Stratos barsch. Unter Kopfschütteln und Gewisper löste sich die Schar der Umstehenden langsam auf.

„Danke, Herr“ hustete der freigelassene Vogelmensch, packte hastig seine Lebensmittel zusammen und verschwand. Stratos biss die Zähne aufeinander. Er musste mit König Randor reden.


Castle Grayskull

He-Man stand am Fenster der Burg und blickte hinaus in die Ebene. Sein Blick war starr, und vor seinem inneren Auge spielten sich die Geschehnisse der letzten Stunden ab. Teela, oder besser, die neue Sorceress trat zu ihm hin. „He-Man, du bist noch hier? Solltest du nicht in dieser schweren Stunde bei deinen Freunden sein?“ „Das ist die Frage, Te…, ich meine, Sorceress“ sprach He-Man leise. „Jetzt, wo die Sorceress, deine Mutter, von uns gegangen ist, weiß ich eben nicht mehr, wo mein Platz ist. Ich hätte niemals gedacht, dass die Zauberin mal durch meine Hände sterben würde. Ich habe immer geglaubt, sie würde mich noch um Jahrhunderte überleben.“ He-Man blickte auf seine Hände. Sie kamen ihm so alt und des Kampfes müde vor.

„Du hast sie doch gehört, He-Man. Nicht du hast sie getötet, sondern dein böses Gegenstück, für das du keine Verantwortung trägst. Außerdem war es doch ihre Bestimmung, hier und heute für Eternia ihr Leben zu lassen“ erklärte Teela. „Ich weiß nicht, ob mich das trösten wird“ sprach He-Man und drehte sich um. Er blickte Teela tief in die Augen. „Es wird sicher seine Zeit brauchen, bis du alles verstehst, He-Man. Ich verstehe ja selber noch nicht alles.“ Teela verdrehte den Mund. „Ich habe ja nicht mal die ganzen Jahre über verstanden, dass du und Adam ein- und dieselbe Person seid.“ He-Man musste schmunzeln, wurde aber gleich wieder ernst.

„Aber Eternia hat keine Zeit. Die Armeen der Finsternis haben das Gute umnachtet, und es wird Zeit, wieder etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Geh nach Avion, He-Man! Zeige deinen Freunden, dass du wieder da bist und an ihrer Seite kämpfst!“ He-Man atmete heftig aus. „Du hast Recht. Hier in Selbstzweifel zu warten, bis Eternia den Schlangenmenschen zum Opfer fällt, wäre das Schlimmste was ich machen könnte. Danke Teela. Für alles!“ He-Man umarmte die Sorceress und sprang direkt aus dem Fenster der Burg in den Vorhof. Dort stand immer noch der Jet Sled, mit dem Teela zur Burg geflogen war. Er startete die Maschine und hob ab. „Viel Glück, He-Man, du wirst es brauchen“ sprach Teela und sah dem Helden von Eternia nach, bis er nur noch ein kleiner Punkt am Horizont war.


Etheria

Hordak, in Begleitung von Mantenna und Mosquitor, führte Rags Raptor und seinen obersten Heerführer Chief Bronco zur Maschine, mit er seine Horde Trooper baute. Der riesige Komplex stand in einem Randbereich der Fright Zone, der nur schwer zugänglich war. Rags Raptor blickte sich um. Totes Land, soweit er nur sehen konnte. Ein paar abgestorbene Bäume, die es irgendwie geschafft haben, ihr morsches, totes Holz vor dem völligen Zerfall zu bewahren waren die einzigen Zeugen der Zeit, als hier noch Leben vorzufinden war.

„Da ist sie, meine Troopermaschine. Ich habe fast 1000 Jahre an ihr geplant und gebaut, bis sie fertig war.“ Rags Raptors Augen leuchteten auf, als er die riesige Maschine erblickte.
„Sie sieht größer als, als ich gedacht habe“ flüsterte Rags Raptor zu Chief Bronco. „Was murmelst du“ fragte Hordak den Schlangenmenschen. „Nichts“ log Raptor, „ich finde nur dass dies eine ziemlich trostlose Gegend für eine derartige Maschine ist, meinst du nicht?“

 „Oh, so sah es hier nicht immer aus. Daran ist die Maschine schuld. Sie benutzt als Antriebsquelle die Energie des Bodens. Sie zieht sämtliche Nährstoffe heraus für den  Betrieb und den Bau der Trooper. Leider kann ich sie nicht allzu lange laufen lassen, sonst würde sich Etheria in eine Wüste verwandeln, in der nichts überleben kann.“

„Nun, das Risiko bin ich bereit einzugehen“ sprach Rags Raptor und lachte auf. „Was soll das heißen?“ knurrte Hordak. „Das heißt, dass ich unsere Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung aussetze. Bronco!“ rief  Raptor seinem Untergebenen zu. Bevor Mantenna oder Mosquitor überhaupt begriffen, was passierte, hatte der bullige Schlangenmensch die beiden schon gepackt und mit ein paar wuchtigen Schlägen seinen Schwanzes ins Land der Träume geschickt. „Was soll das? Du willst mich also hintergehen, du Narr! Aber dafür hast du dir den falschen ausgesucht!“ Hordaks Brustklappe öffnete sich und ein rotierendes Sägeblatt schoss heraus. Rags Raptor duckte sich und wich dem messerscharfen Rand des Geschosses nur um wenige Zentimeter aus. Krachend schlug das Sägeblatt in einem der morschen Bäume ein.

„Mehr hast du nicht anzubieten, Hordak?“ lachte Rags Raptor auf. Doch da flogen bereits zwei weitere Sägeblätter auf den Schlangenmenschen zu. Ein surrendes Geräusch ertönte, als sie die Luft zerschnitten. Bevor sie jedoch den Schlangenmenschen erreichen konnten, zertrümmerte Chief Bronco die beiden Geschosse mit seinem wuchtigen Schwanz. Grünes Blut spritze, als sich die Sägeblätter in die Schlangenhaut bohrte. Doch Chief Bronco verzog keine Mine, obwohl die Schmerzen doch enorm sein mussten. Zwei weitere Sägeblätter wehrte er erneut ab, das dritte hingegen wehrte er nicht ab, sondern schleuderte er mit Hilfe seines Schwanzes zurück auf Hordak. Das Sägeblatt krachte gegen ein viertes, das Hordaks Brust gerade verlassen hatte und beide zusammen knallten zurück in Hordaks Brust. Der Anführer der Wilden Horde wurde zurückgeworfen.

„Harrrrrrgggggggnnnnnnn“ schrie Hordak auf. Das war der Augenblick auf den Rags Raptor gewartet hatte. Er sprang auf den am Boden liegenden, rammte ihm seine spitzen Zähne in den Leib, und injizierte ihm sein Gift. Hordak wehrte sich mit aller Macht. Doch er merkte wie seine Gelenke immer schwerer wurden, bis er sich schließlich überhaupt nicht mehr regen konnte. Nur seine blutroten Augen konnte er noch etwas bewegen. Mit starrem Blick sah er zu den beiden Schlangenmenschen, unfähig sich zu bewegen.

„Du hast Glück Hordak. Mein Gift lähmt nicht das Atmungssystem. So bleibst du mir noch eine Weile erhalten, für den Fall, dass ich dich noch einmal brauche. Ach ja, nur zu deiner Information. Natürlich wusste ich von deiner Maschine, und dass du sie planst zu bauen.“ Rags Raptor beugte sich runter, ganz nah an Hordaks Kopf.

„Vielleicht erinnerst du dich an Karrn. Er war damals mein Spion bei Hordes Prime, und als er fliehen musste, hat er mir deine Baupläne mitgebracht. Leider kam ich nicht mehr dazu, die Maschine zu bauen, aber du hast mir ja zum Glück die Arbeit abgenommen. Ha ha!“

Als Rags Raptor wieder aufgestanden war, ertönte ein dumpfes Geräusch. Chief Bronco hatte seinen von Hordaks Sägeblättern schwer verletzten Schwanz abgeworfen. „Wächst wieder nach“ brummte der Schlangenmensch und Rags Raptor grinste. „Ins Verließ mit ihnen!“ knurrte Rags Raptor und wandte sich voller Neugier der Troopermaschine zu.

Chief Bronco packte Hordak, Mantenna und Mosquitor und schleifte sie in das Gefängnis der Wilden Horde. Zusammen mit einigen Schlangenkriegern, die sich in der Nähe der Fright Zone versteckt gehalten haben, bis ihr Herr und Meister die Kontrolle über den Stützpunkt der Wilden Horde hatte, erledigte er dann noch den Rest der Horde: Leech, Grizzlor, Modulok, Dragstor und Multi-Bot. Einer nach dem anderen fand sich in den Verließen des Stützpunktes der Wilden Horde wieder. Danach war der Weg für Rags Raptor frei, in der Fright Zone zu schalten und walten, wie es ihm beliebte.

Mit ausgebreiteten Armen stand er vor der mächtigen Maschine. Seine Augen leuchteten glutrot auf. Im Inneren des Schlangenmenschen mussten sich gewaltige Energien aufbauen. „Norag assssssssss valar, Norag assssssssss valar, NORAG ASSSSSSSSSSSSSSSVALARRRRRRR!“ zischte Rags Raptor und ein Feuerstrahl ungekannter Stärke schoss aus seinen Augen in die Maschine, die daraufhin anfing zu arbeiten. Schlingernd und krachend begann sie mit dem Bau von Kampfrobotern. Als nach wenigen Minuten die ersten Trooper aus der Maschine ausgeworfen wurden, lachte Rags Raptor auf……..


Avion

„König Randor, ich muss mit euch sprechen!“ sprach Stratos ernst, als er zum König kam. Marlena, seine Frau und Königin von Eternia, war bei ihm und versorgte seine Wunde am Bein, die ihm von der Erstürmung des Königspalastes immer noch schmerzte. Doch Randor wollte, dass der Arzt erst dann zu ihm kam, wenn die Soldaten und Bürger, die es schlimmer erwischt hatte, versorgt waren. Randor stöhnte, als Marlena die Wunde mit einem Desinfektionstuch reinigte.

„Was gibt es denn, Stratos?“ fragte der König, während seine Frau das Bein neu verband. „Es geht um Skeletor. Er und seine Leute können nicht hier bleiben. Sie benehmen sich wie Tiere und lassen überhaupt nicht mit sich reden. Ich kann meinem Volk diesen Zustand nicht länger aufzwingen. Außerdem…. Erkennen sie meine Autorität nicht an!“ Die Mine des Königs wurde finster. Langsam stand er auf. „Stratos, wir haben darüber bereits geredet. Avion ist für uns der letzte Rückzugspunkt. Das Volk von Eternia und auch ich sind euch dafür sehr dankbar. Doch in schweren Zeiten wie diesen müssen wir alle an einem Strang ziehen, so unterschiedlich wir in unseren Lebenseinstellungen auch sein mögen. Und wenn sie so auseinanderklaffen wie zwischen Skeletors Monstern und uns, da muss man schon mal einige Kompromisse eingehen und etwas nachsichtiger sein, auch wenn es einem nicht passt. Und was die Sache mit deiner Autorität angeht…“

Randor legte dem Freund die Hand auf die Schulter. „Ich weiß, dass es schwierig ist. Aber im Moment müssen wir eben das beste aus der Lage machen. Ich werde aber mit Skeletor reden.“ Stratos atmete tief aus. „Wenn sich Skeletors Krieger nicht benehmen können, müssen sie gehen. Tut mir leid, aber ich muss auch an mein Volk denken. Bei einer Gefahr von außen durch die Schlangenmenschen brauchen wir nicht noch eine innere Gefahr von Skeletor.“ „Stratos, ich…“ begann der König, als er durch den hereinstürzenden Moss Man unterbrochen. „König Randor, Stratos, kommt schnell!“

„Moss Man, was ist los?“ fragte der König aufgeregt. „Etwas schreckliches ist geschehen, kommt schnell!“ Hastig eilten der König und der Herrscher von Avion Moss Man hinterher. Sie liefen über den großen Vorplatz vor Stratos Palast zu den Notquartieren der Masters of the Universe. Vor einem Zelt hatten sich viele der Masters aber auch einige von Skeletors Kriegern sowie einige Bürger von Avion angefunden. „Aus dem Weg, los, macht Platz“ rief Moss Man und schuf eine Gasse für sich und seine zwei Begleiter.

Als sie das Zelt betraten, stockte ihnen der Atem. Gwildor, der Thenurier, lag mit blutendem Kopf schwer röchelnd auf dem Boden. Sy-Klone kniete neben ihm und legte ihm einen Verband an. „Gwildor, was ist passiert?“ fragte König Randor hastig und kniete ebenfalls neben dem Verletzten, obwohl ihm seine Beinverletzung stark zu schaffen machte. „Ich… ich arbeitete gerade am kosmischen Schlüssel, als ich von hinten gepackt und gegen die Wand geworfen wurde. Danach wurde ich noch mit einem Schlag niedergestreckt. Als ich erwachte, war der kosmische Schlüssel weg“ stammelte Gwildor.

Skeletor und King Hiss kamen dazu. „Na, hat es die kleine Ratte erwischt“ zischte King Hiss. „Ich… habe  ihn noch gesehen….es war….. Tung Lashor!“ „Was?“ entfuhr es dem König und sein Blick wanderte zu King Hiss. Auch Stratos musterte den König der Schlangenmenschen abwertend. „Ich wusste es! Es war ein Fehler, euch überhaupt hier rein zu lassen!“ „Moment mal! Glaubt ihr allen ernstes diesem kleinen Wicht, was er da sagt? Wir sind Verbündete, schon vergessen?“ blaffte Skeletor zurück.

„Gwildor, bist du dir ganz sicher?“ fragte König Randor den Thenurier. „So sicher wie Thenur vier Monde hat! Er hat gezischt und abfällig gelacht. Danach erinnere ich mich an nichts mehr.“ „Ein Trick! Gelogen! Alles gelogen. War das deine Idee, Stratos? Damit du endlich einen Grund hast, um uns aus deiner Stadt zu werfen?“ zischte King Hiss. „Ich brauche keine Tricks, um euch aus meiner Stadt werfen zu können, ihr…“ blaffte Stratos zurück. „Ruhe jetzt, keinen Streit!“ unterbrach König Randor den Vogelmenschen, „ich sage es jetzt zum letzten Mal. Wir stehen alle auf der gleichen Seite, und wir…“

Das Geräusch eines näher kommenden Fluggerätes ertönte. „Wer kann das sein? Vielleicht ein Angriff!“ rief Stratos und hastete nach draußen. Ein lautes „Ohhhh“ und „Ahhhh“ ging draußen durch die Menge. „Bei allen Göttern! König Randor, kommt schnell!“ Der König hastete aus dem Zelt und sah in die Richtung, in die Stratos zeigte. „Was ist das?“ fragte der König und hielt sich eine Hand an die Stirn um seinen Blickwinkel etwas zu begrenzen.

„Ein Jet Sled!“ antwortete Stratos. „Roooooaaaarrrrr! Es ist He-Man!“ brüllte Battle Cat so laut auf, dass die drei Vogelmenschen neben ihm sichtlich erschraken. Randor konnte kaum glauben, was er da hörte. Er kniff die Augen zusammen, denn der Mann auf dem Jet Sled hatte die untergehende Sonne im Rücken, und sah daher eher wie eine Art Sonnenflecken aus. Doch mit jeder Sekunde, die er näher kam, wurde das Bild deutlicher. Es war tatsächlich He-Man!

Der Jet Sled hatte kaum aufgesetzt, als sich auch schon dutzende von Menschen um den Helden scharten, wovon einige seinen Namen riefen. „He-Man!“, der König seufzte laut, als wenn ihm eine ganze Lawine von Steinen vom Herzen viel, „endlich!“ „Wo bist du gewesen, He-Man?“ fragte Stratos. „Alles zu seiner Zeit, Freunde, zuerst möchte ich von euch wissen, wie die Lage ist.“ Randor nickte. „Aber nicht hier, komm mit in meinen Palast“ sprach Stratos.

Stratos führte He-Man, den König sowie Skeletor und King Hiss in sein Domizil, welches mitten in Avion gelegen war. Hier konnte er ungestört mit ihm reden, und ihm die schrecklichen Neuigkeiten beibringen, die inzwischen vorgefallen waren. Mit weit aufgerissenen Augen verfolgte er den Ausführungen des Vogelmenschen: Wie Eternis gefallen war, der Palast erstürmt wurde, wie mit einem letzten Aufgebot an Kriegsmaschinerie die Rettungsschiffe abfliegen konnten. Und wie Man-At-Arms Opfer der Schlangenmenschen wurde. Kaum hatte He-Man von der Verletzung des Waffenmeisters erfahren, da wollte er auch schon los, nach seinem Freund zu sehen. Doch Stratos hielt ihn zurück.

„Warte, He-Man. Der Waffenmeister braucht im Moment Ruhe. Und…“ Stratos blickte hilfesuchend zu König Randor, „es gibt noch schlimmere Nachrichten. Offenbar ist es den Schlangenmenschen gelungen, Hordak und seine Horde auf ihre Seite zu bringen. Zwischen beiden gibt es ein Bündnis gegen Eternia.“

„Ein Bündnis zwischen der Wilden Horde von Etheria und den geklonten Schlangenmenschen? Das ist doch wohl ein schlechter Scherz, Stratos!“ He-Man konnte nicht glauben, was er hörte. „Leider nicht, He-Man“ antwortete der König, „wir…..argn!!“ Randor fasste sich mit schmerzerfülltem Gesicht an seine Wunde am Bein. Der vor kurzem frisch angelegte Verband war schon wieder von Blut durchtränkt. „Majestät, das müsst ihr jetzt aber wirklich behandeln lassen!“ rief Stratos und stützte den König. „Nein, das geht, es ist….“ Randor hatte sich von Stratos gelöst, war zwei Schritte gelaufen und fiel dann ohnmächtig zu Boden. „König Randor!!!!“ He-Man eilte zu seinem Vater.

„Holt sofort einen Arzt!“ rief Stratos einer Wache zu, die sich daraufhin eilig aufmachte, den Befehl auszuführen. Schon nach kurzem war der Leibarzt des Königs ausfindig gemacht, der den Monarchen daraufhin auch gründlich untersuchte. Vor der Tür zu seinem Gemach warteten Stratos und He-Man  auf seine Diagnose. Königin Marlena eilte hinzu. Sie hatte sich in den unteren Sektionen von Avion um die Versorgung der Verletzten gekümmert. „He-Man!“ rief sie und umarmte den Helden. Als sie durch die Tür gehen wollte, hielt der Held sie zurück. „Jetzt noch nicht!“ sprach er leise und hielt ihre Hand.


Etheria

Schlingernd und stampfend produzierte die Troopermaschine auf Etheria neue Soldaten für den Angriff Rags Raptors auf Avion. Und mit jeder Stunde, die verging, wurden die Augen des eiskalten Schlangenmenschen größer und sein Grinsen breiter. Chief Bronco trat zu ihm hin. Sein Schwanz hatte bereits begonnen nachzuwachsen.

„Schau nur, Bronco. Es ist fast so wie in alten Tagen als ich…, ich meine, mein Pendant über halb Eternia herrschte und seine Truppen in die Schlacht schickte. Diese Zeit wird wiederkommen. Das Ende der Macht der Elders ist in greifbarer Nähe.“

„Wir sollten die Maschine nicht zu lange laufen lassen, die Auswirkungen auf den Boden haben schon die halbe Fright Zone in Mitleidenschaft gezogen“ knurrte der bullige Schlangenmensch. „Die Maschine läuft solange ich es sage. Soll Hordaks Festung doch zu Staub zerfallen, soll es doch der ganze Planet! Ich will Eternia haben, es soll zu meinen Füßen liegen, so wie es vor 1000 Jahren schon hätte sein sollen!“ „Nun, die Chancen dafür stehen sehr gut, mein König!“ antwortete Bronco und blickte auf die Armee von ca. 3000 Robotern, die sich vor den beiden aufreihte.

Ein Zischen hinter sich ließ den Schlangenmensch herumfahren. „Aaaah! Da bist du ja, und wie ich sehe, war deine Mission erfolgreich.“ „Ja, ich habe hier den kosmischen Schlüssel. Der Thenurier war kein Gegner für mich“ zischte der Schlangenmensch, der gerade aus dem Schatten trat. „Siehst du, Bronco, es war doch eine gute Idee, zumindest einen originalen Schlangenmenschen aus King Hiss`Truppe 1:1 zu klonen, um ihn als Spion einzusetzen. Ich hätte ihn zwar lieber drauf angesetzt, den Verräter zu töten, aber diese Aufgabe wird mir alleine gehören!“ „Was ist denn mit dem Original Tung Lashor geschehen?“ fragte Bronco. „Mit dem hatte ich etwas mehr …. Last!“ grinste der Tung Lashor Klon und rieb sich über seinen Bauch, der doch recht gut gefüllt aussah.

Hastig nahm Rags Raptor den Schlüssel von Tung Lashor an sich, und musterte ihn. „Diese kleine Maschine hier wird mir den Endsieg bringen. HAHAHAHAHAHAHA!“ Er gab ihn an Bronco weiter. „Finde heraus, wie er funktioniert, und gib mir Bericht. Und beeile dich! Über Avion senkt sich die Nacht. Ich will noch vor dem Morgengrauen angreifen.“ Rags Raptor schickte sich an, in den Hauptkomplex der Fright Zone zurückzugehen.

„Wo geht ihr hin, mein König?“ fragte Chief Bronco. „Ich habe noch etwas vor, bei dem ich nicht gestört werden möchte“ antworte Rags Raptor knapp.

Der Schlangenmensch eilte durch die Fright Zone zu einem erst kürzlich freigelegten Durchgang in den Untergrund. Er folgte einer alten Steintreppe, die tief unter die Schreckenszone führte. Am Ende eines langen Ganges erreichte er schließlich eine prunkvoll ausgestattete Katakombe, an deren Eingang sich zwei große Steinstatuen aufbauten, die mächtige Schlangenkrieger darstellten. In der Mitte der Katakombe lag ein prunkvoll verzierter, geschlossener Steinsarg.

„So, hier hast du dich also begraben lassen, mein alter … Freund!“ Rags Raptors Augen leuchteten auf, und seine Stimme wurde merklich tiefer. Jetzt hatte Sssarro, der uralte Schlangendämon aus den Anfängen der Snake Men die Kontrolle über den Körper von Rags Raptor übernommen. Sssarro wuchtete die schwere Steinplatte von dem Sarkophag und ließ sie zu Boden gleiten, wo sie in viele Stücke zerbrach. In dem Sarg lagen die sterblichen Überreste von Serpention, des ersten Königs der Schlangenmenschen.

„So sehen wir uns also wieder, Serpention, nach fast 3000 Jahren! Du hast dich nicht besonders gut gehalten,… ha ha! Zumal du ja schon einmal wieder auferstanden warst.“ Rags Raptor ballte seine Hand zur Faust und hob sie in die Höhe. „Du hast mir mein Leben gestohlen, mein Recht auf die Führerschaft der Schlangenmenschen! Dafür sollst du noch jetzt im tiefsten Schlund der Hölle brennen!“ brüllte der Schlangenmensch und holte aus. Seine Faust krachte auf den hohlen Skelettschädel Serpentions, und zerbrach ihn dabei in mehrere Teile. Ein kaum wahrnehmbarer Schrei ertönte. An der Wand zeichnete sich ein Schatten ab, der offensichtlich unter starken Schmerzen litt.

„Du bist immer noch hier, nicht wahr? Dein Geist dürstet es nach Leben, ist es nicht so? Du wartest darauf, dass dich wieder jemand erweckt. Aber das wird nicht mehr passieren! Ich, Sssarro, werde dich nun endlich besiegen, so wie es mein Schicksal vor 3000 Jahren schon für mich bestimmt hatte! Aber dich einfach so zu vernichten befriedigt meine Rache nicht!“

Rags Raptor ging zu der Wand, wo sich der Schatten von Serpention abzeichnete. Er holte aus und rammte seine Faust in die Wand. Einige Millimeter senkte sich die Wand nach innen, weit genug, dass der Geist Sssarros ebenfalls auf die Wand übergehen konnte. Als der Einfluss des Schlangendämons auf Rags Raptor nicht mehr bestand, verwandelte sich der geklonte König der Schlangenmenschen wieder zurück in seine eigentliche Gestalt. Die Muskeln bauten ab und das bullige Aussehen verschwand. Etwas benommen blickte sich der Schlangenmensch um. Es war, als wenn er gerade aus seinem sehr realen Traum erwacht wäre. Er blickte zur Wand vor ihm, auf der sich schemenhaft zwei Schatten zu bekämpfen schienen.

„In der Wand“

Sssarro befand sich in einem hell leuchteten Raum, der zu keiner Seite begrenzt zu sein schien. Der Schlangenmensch blickte an sich herunter. Er war wieder körperlich, obwohl er wusste, dass seine fleischliche Hülle bereits seit Jahrhunderten vergangen war. Die orangene Haut, die schwere Rüstung, sein Clanstab, alles war nur eine Illusion, die solange Bestand hatte, wie er sich in dieser Zwischenwelt, in der immer noch der Geist Serpentions lebendig war, aufhielt. Und dann sah er ihn, den hünenhaften Serpention. Wie damals, als sie sich das letzte Mal gegenüberstanden, sah er mit seiner giftgrünen Haut und seinem rasselnden Schwanz aus. Aus einer Wunde am Kopf blutete er. Die Verletzung war entstanden, nachdem Rags Raptor den Totenschädel des Schlangengottes zerbrochen hatte.

„Endlich sehen wir uns wieder, nach so langer Zeit!“ knurrte Serpention und zischte laut auf, wobei seine gespaltene Zunge hastig aus seinem Mund hervorschnellte. „Und dieses Mal werden Dir deine Magier nicht helfen können, mich zu besiegen.“ „Wer braucht schon Magier, wenn ich etwas viel besseres habe!“ Serpention griff an seinen Rücken, wo seine schuppigen Schildplatten austraten. Er griff sich die größte und riss sie sich einfach aus den Rücken. Grünes Blut spritze und Serpention knurrte auf. Er hielt die Schildplatte nach oben, wo sie zu leuchten begann. Nach dem sie heller als jede Sonne gestrahlt hatte, verglühte das Leuchten wieder. Sssarro riss die Augen auf. Serpention hatte aus seiner Rückenplatte Snaksor, das legendenumwobene Zauberschwert der Schlangenmenschen, neu geformt!

„Und jetzt, werde ich dich ein zweites Mal besiegen. Mit deinem Tod wird mir wieder die Tür in die Welt der Lebenden geöffnet. Und dieses Mal wird mich niemand mehr aufhalten können, der Herrscher des Universums zu werden!“ knurrte Serpention und stürmte auf Sssarro los.
„Selbst wenn du Snaksor hast, fehlt dir doch die Kraft deiner Magier, um es wieder so mächtig werden zu lassen wie früher!“ brüllte Sssarro und zog sein Schwert. Wie Snaksor hatte es als Griff eine stilisierte Schlange, doch war die Klinge wesentlich anders geformt. Mit einem lauten Klirren prallten die beiden Schneiden aufeinander. Sssarro und Serpention blickten sich tief in die Augen. In beiden spiegelte sich abgrundtiefer Hass für den jeweils anderen wider.

„Jede Macht reicht aus, um dich Wurm zu vernichten. Haaarrrr!“ Serpention löste die Klingen voneinander und holte erneut zu einem Schlag aus, den Sssarro jedoch parierte. Diesmal holte er zum nächsten Schlag aus. Mit Wucht knallten die Schwerter wieder aufeinander. Serpention hob sein Fuß und stieß Sssarro von sich weg, setzte aber gleichzeitig mit einem neuen Schlag nach. „Deine faulen Tricks von früher ziehen nicht mehr, Serpention!“ knurrte Sssarro. „Dann werde ich wohl zu neuen greifen müssen!“ antwortete der Schlangengott barsch. Er wehrte den nächsten Schlag ab und gab Sssarro einen wuchtigen Schlag mit seinem Schwanz gegen den Kopf. Sssarro wurde umgeworfen und schlug mit dem Kopf auf. Bewegungslos blieb er liegen.

„Wie damals! Ich weiß zwar nicht, wie es dir gelungen ist, dass sich dein Geist über die Jahrtausende retten konnte, aber dieses Mal wird es dir nicht gelingen!“ Serpention fühlte sich als Gewinner. Er trat an dem auf der Brust liegenden Sssarro heran und hob das Schwert zum finalen Schlag. „Der Stärkere siegt jetzt!“ lachte er und senkte das Schwert um Sssarro endgültig zu töten. Doch dieser drehte sich blitzschnell herum und jagte indes sein Schwert in den Leib seines Gegners. Serpention riss Augen und Maul weit auf. Mit dieser Täuschung hatte er nicht gerechnet.

Sssarros Augen hatten sich zu kleinen Schlitzen verengt und auf seinen Lippen lag ein hämisches Grinsen, als er seinem Gegner das Schwert immer tiefer in den Leib steckte. So tief, dass es auf der Rückseite bereits wieder austrat. „Du…..“ stammelte Serpention kaum hörbar und ließ seinen Arm sinken. Sein Schwert fiel ihm aus der Hand, weil er nicht mehr genug Kraft hatte, es zu halten.

„Sieh an, der große Schlangengott Serpention ist auch nur ein Wesen aus Fleisch und Blut. Der Hass siegt jetzt!“ sprach Sssarro verächtlich und stieß den sterbenden Serpention mit seinen Füßen weg, so dass er wieder aufstehen konnte. Dumpf schlug der wuchtige Körper auf dem Boden auf. Sssarro hob Snaksor auf und beugte sich über Serpention, der röchelnd seine letzten Atemzüge tat.

„Ist es nicht eine Ironie des Schicksals? Vor 3000 Jahren warst du es, der über mir stand und mein Leben beendete. Nun bin ich es, der triumphiert. So stirb denn wohl, Gott der Schlangenmenschen!“ Sssarro holte aus und rammte Serpention sein eigenes Schwert in den  Körper. Der Schlangenmensch brüllte auf. Er wand sich noch einmal unter Schmerzen und verstummte dann für immer. Die Klinge, die in seinem Leib steckte, begann magisch zu leuchten und zu pulsieren. Während es immer schneller aufleuchtete, fiel der Körper Serpentions in sich zusammen und löste sich schließlich komplett auf. Das Schwert nahm sich von ihm seine letzten magischen Kräfte und verstärkte damit die seinigen. Sssaarro spürte die Macht, die das Schwert erfüllte. Das Schwert der Schlangenmenschen war nun in seiner Hand und es würde ihn noch mächtiger werden lassen, als er es ohnehin schon war.

“Es ist Zeit zu gehen!“ sprach Sssarro und stecke das Schwert ein. Er schloss die Augen und konzentrierte sich. Er fühlte, wie er sich langsam wieder aus dieser Zwischenwelt in die reale Welt zurücktransportierte.


Rags Raptor hatte den Kampf der Schatten an der Wand mitverfolgt. Einer der Schatten war mittlerweile verschwunden und der andere schien sich zu seinem Erschrecken aus der Wand herauszulösen. Nach wenigen Sekunden schwebte der graue Schatten mit den glutroten Augen im Raum. „Nein, nicht schon wieder!“ knurrte Rags Raptor und rannte ich Richtung Tür. „Du kannst nicht vor mir davonlaufen. Wir gehören zusammen!“ rief der Schatten und schnellte nach vorne. Noch eher der Schlangenmensch auch nur ansatzweise die Tür erreicht hatte, hatte der Schatten ihn erreicht und war wieder in seinen Körper gefahren.

Nachdem sich Sssarro wieder mit dem geklonten König der Schlangenmenschen vereint hatte, packte er hastig an seine Seite. Mit leuchtenden Augen fühlte der Dämon den kalten griff des Schwertes der Schlangenmenschen. Snaksor hatte die Transformation aus der Wand mitgemacht und war nun wieder in der realen Welt existent, obwohl es damals bei der Vernichtung Serpentions durch He-Man verloren gegangen war. Rags Raptor lachte laut auf. So laut, dass es durch den unterirdischen Gang bis hoch zur Fright Zone zu hören war.


Avion

Die Tür zur Kammer des Königs öffnete sich, und der Ausdruck im Gesicht des königlichen Leibarztes verriet den Umstehenden schon, dass es wohl nicht gut um den König stehen musste. „Was ist mit meinem Mann?“ fragte die Königin, und musste sich eine Träne verkneifen. Aufregung erklang in ihrer Stimme. „Es steht leider nicht gut um den König, Hoheit. Er hat sich eine gefährliche Blutvergiftung eingefangen. Wäre er nur früher zu mir gekommen, aber so….“ stammelte der Arzt, und blickte betrübt zu Boden. „Aber,.. er wird doch wieder ganz gesunden, oder?“ fragte He-Man. „Wie ich schon sagte, ich konnte die Verletzung leider erst sehr spät behandeln. Im Moment kann ich ihn schmerzfrei halten, allerdings werden die nächsten beiden Tage darüber entscheiden, ob er wieder gesund wird, oder….“ Der Arzt presste die Lippen aufeinander. „Danke, Doktor!“ sprach He-Man. Die Königin schlug die Hände vors Gesicht und schluchzte bitterlich. „Stratos, wir müssen reden“ winkte He-Man den Freund. Es tat ihm weh, seine Mutter im Stich zu lassen, aber er konnte als Adam jetzt unmöglich am Bett seines Vaters die Krankenwache übernehmen.

„Es ist unglaublich, zuerst Man-At-Arms, jetzt der König…“ sprach Stratos bedrückt. „Und Teela…“ ergänzte He-Man leise. „Teela, was ist mit Teela?“ Stratos stellte sich vor He-Man und forderte eine Antwort. He-Man stöhnte auf. „Es ist wohl besser, wenn ich dir alles von Anfang an erzähle. Pass auf…“ Es kostete He-Man alle Überwindung, seinem Freund Stratos die ganze Geschichte zu erzählen: Von der Infektion von He-Man, vom verwunschenen Zauberschwert, und vom Tode der Sorceress. Als He-Man seine Ausführungen beendet hatte, blickte er in das entsetzte Gesicht von Stratos. „Die Sorceress ist tot? Das macht die Lage für uns ja nun vollkommen aussichtslos!“ „Die Sorceress wusste von ihrem Tod. Und Teela hat ihre Nachfolge übernommen. Es ist nicht alles verloren, auch wenn es im Moment danach aussieht.“

„Du meinst, die Lage könnte noch schlimmer sein? Die Sorceress ist tot, der König kämpft ums Überleben, Man-At-Arms ist erblindet, Eternis ist gefallen, und die Schlangenmenschen sind auf dem Vormarsch. Was könnte denn noch schlimmer sein?“ fragte Stratos mutlos.

In diesem Moment brach Unruhe auf dem großen Platz in der Mitte der Stadt Avion aus. Ein Zischen und Rauschen ertönte, als wenn sich ein Sturm über die Stadt gelegt hätte. „Was ist da los?“ fragte He-Man, „warum schreien die Leute?“ „Wir sehen besser mal nach!“ Stratos und He-Man eilten zum großen Platz. In der Mitte des Platzes tobte tatsächlich so etwas wie ein Sturm. Es donnerte und die Luft über dem Platz begann zu flimmern. „Was ist das He-Man?“ fragte Stratos.

„Es hat Ähnlichkeit mit dem Dimensionsschleusen von Gwildors Schlüssel, nicht?“ Stratos riss die Augen auf. „Ihr Götter Eternias, das habe ich ja vollkommen vergessen! He-Man, kurz bevor du eingetroffen bist, haben wir Gwildor gefunden. Er wurde niedergeschlagen und sein Schlüssel gestohlen!“

„WAAAS? Und das sagst du mir erst jetzt?“ He-Man eilte über den Platz. „Alarm, alle Wachen zu mir“ rief He-Man. „Verschwindet in eure Häuser!“ rief Stratos einigen Bürgern zu. Alarmsirenen ertönten. Die Masters of the Universe, die Wachen des Königs und auch Skeletors Krieger kamen in Scharen zu dem großen Platz gelaufen. „Was ist denn los?“ brüllte Skeletor und hielt seinen Widderstab fest umklammert. „Wenn ich Recht behalte, nichts gutes, wir….“ He-Man konnte den Satz nicht beenden, denn mit einem gewaltigen Krachen öffnete sich tatsächlich eine riesige Dimensionschleuse des kosmischen Schlüssels. Mitten in Avion. Und der Angriff der Schlangenmenschen ließ nicht auf sich warten. Denn schon stürmte die erste Schar von Horde Troopern aus der Schleuse und griff ohne Vorwarnung die umstehenden Krieger an.

„Verteidigt euch, für Avion und Eternia!“ brüllte Stratos und warf sich in das Kampfgeschehen. „Verdammt, was sind das denn für Dinger? Das sind doch keine Horde Trooper!“ brüllte Ram-Man und entledigte sich gerade von drei Troopern gleichzeitig, indem er sie mit seinem Rammschädel umhaute. Der mauerbrechende Titan hatte recht. Dies waren keine normalen Horde Trooper, zwar hatten sie graue Rüstungen an, doch sahen sie ganz anders als die bekannten Robotkrieger der Horde aus. Sie waren größer und muskulöser gebaut, trugen Schlangenschwänze, hatten eine typische Schlangenkopfform, und anstelle der roten Fledermaus trugen sie ein grünes Schlangensymbol auf der Brust.

„Ist doch egal, Ram-Man,“ brüllte ihm Man-E-Faces herüber, „Hauptsache sie klappen genauso auseinander wie die richtigen Horde Trooper!“ Man-E-Faces wechselte in den Monstermodus und rammte einem Trooper wutschnaubend seine Faust auf die Brust. Doch seine Erwartungen wurden jäh zunichte gemacht. Der Roboter fiel weder auseinander, noch wurde er sonst wie ernsthaft beschädigt. Nicht mal eine kleine Beule trug er davon. „Was zum….“ entfuhr es dem Giganten mit den drei Gesichtern. Weiter kam er nicht, denn nun rammte ihm der Trooper seinerseits seine Metallfaust in den Leib. Faces wurde nach hinten geschleudert. Ein lautes „Urgh“ war alles was er herausbrachte, bevor er bewusstlos liegen blieb.

„Verflucht, diese Biester sind viel stärker als das, womit Hordak uns normalerweise attackiert!“ rief Sy-Klone und ließ seine Wirbelfäuste rotieren. „Ich glaube nicht, dass Hordak uns diese Roboter geschickt hat!“ entgegnete Moss Man, und schickte einigen der Angreifer eine riesige Ranke entgegen, die sie komplett einwickelte. „Siehst du nicht das Symbol auf ihrer Brust? Diese Krieger hat Rags Raptor gebaut, und… arghhh!“ Moss Man wurde von hinten niedergeschlagen und knallte hart auf den Boden. Der Trooper wollte den Verletzten zusätzlich noch mit einem Speer aufspießen, doch eine weitere Ranke wickelte sich um den Herrn der Wälder und zog in hinunter ins sichere Erdreich. Der Hieb ging ins Leere.

„Moss Man!“ rief Sy-Klone, konnte dem verletzten Freund aber nicht zur Hilfe kommen, da er selbst gerade gegen eine Übermacht grauer Schlangenroboter kämpfte.

An anderer Stelle waren gerade Whiplash und Mer-Man k.o. gegangen, während Skeletor, Spikor und Fisto noch kämpften. Der Herr des Bösen feuerte Energiesalven aus seinem Stab ab, konnte jedoch nur relativ wenig Schaden unter den Angreifern anrichten, denn für jeden Trooper, den er zerstörte, kamen drei neue nach.

Mittlerweile griffen nun auch Bürger von Avion und Eternis in den Kampf ein, da sich abzeichnete, dass die Verteidiger der Stadt den Angreifern weit unterlegen waren. Immer mehr Snake Trooper stürzten aus der Schleuse. Der Platz war nun schon fast vollkommen überfüllt. Ein gewaltiges Durcheinander herrschte. Schreie und Laserschüsse durchschnitten das Halbdunkel über Avion.

Aus den Augenwinkeln konnte He-Man erkennen, dass immer mehr Verteidiger zu Boden gingen, ihre Chancen auf erfolgreiche Abwehr des Angriffes sanken also zusehends. „He-Man, lange können wir dem nicht mehr standhalten. Es werden immer mehr!“ rief Stratos zu He-Man hinüber, als sich diese im Kampf wieder aufeinander zu bewegten. „Du hast Recht, hier können wir nichts, wir müssen..:“ He-Man zerteilte mit seinem Zauberschwert einen Trooper in zwei Teile, „…. zur anderen Seite und die Schleuse schließen, damit die Roboter nicht mehr nachkommen können. Ram-Man, Rio Blast!“ rief He-Man die beiden Freunde, als er sie im Kampfgetummel ausgemacht hatte.

Rio Blast, der cowboyähnliche Verteidiger, der sich zu einer gewaltigen Ein-Mann-Artellerie transformieren konnte, hatte gerade alle Hände voll zu tun, sich der Übermacht der Angreifer zu erwehren. Er schoss fast in alle Richtungen gleichzeitig, wobei sich sein Kopfvisier pausenlos nach hinten und wieder überkopf nach vorne justierte. Eine erst kürzlich von Man-At-Arms eingebaute Schaltung ermöglichte es ihm, dass sich seine Waffensysteme im Falle eines Angriffes automatisch mittels Sensorenpeilung ausrichteten und reagierten. Als er den Ruf von He-Man hörte, erkämpfte er sich einen Weg durch die Trooper zu He-Man hin.

„Wir müssen uns eine Schneise freikämpfen und durch das Tor gehen, um den Schlüssel auf der anderen Seite zu deaktivieren, ansonsten werden wir hier bald überrannt. Ram-Man und Rio Blast, ihr müsst diese Schneise freilegen. Ram-Man, ramm mit deinem Stahlschädel die Roboter aus dem Weg! Rio Blast, du wirst dasselbe mit deinen Waffensystemen tun! Sobald die Schneise frei ist, werde ich hindurch schreiten und die Troopermaschine auf der anderen Seite zerstören.“ „He-Man, du willst wirklich ganz alleine durch die Schleuse gehen? Du weißt doch gar nicht was dich erwartet!“ entgegnete Stratos. „Ich muss es alleine tun, Ram-Man und Rio Blast sind wichtiger, wenn sie hier gegen die Trooper kämpfen. Ich schaffe das drüben schon!“ „Na gut, He-Man!“ antworte Stratos. Ram-Man rückte seinen Kopfpanzer zurecht. „Dann mal los!“ antwortete er knapp.

„Wir kommen auch mit!“ knurrte Skeletor, der sich mit King Hiss einen Weg zu He-Man erkämpft hatte. „Wenn die Dinger von Hordak kommen, wird er dafür bezahlen!“ „Gut, meinetwegen, aber mehr kommen nicht mit!“ antworte He-Man knapp. „Doch ich, ich komme noch mit!“ rief Orko. Der Trollaner hatte sich bisher zurückgehalten, in den Kampf einzugreifen, wollte nun aber He-Man nicht von der Seite weichen. „Dann gilt es! Ram-Man!“ forderte He-Man den Freund auf.

„MIIIIIIRRRRRR NAAAAAAAACCCCCCHHHHHHH!“ brüllte Ram-Man und hastete nach vorne direkt auf die Schleuse zu. Rio Blast rannte neben ihm her, und schoss alles nieder was sich ihnen in den Weg sperrte. He-Man, Skeletor und King Hiss hasteten den beiden hinterher, und entledigten sich dabei noch von einigen Robotern, die sich ihnen doch noch in den Weg stellten. Die Trooper, die gerade aus der Schleuse stürmten, wurden wie Kegel von einer Bowlingkugel zu allen Seiten weggestoßen oder weggeschossen. Orko, der Trollaner brauchte sich nicht durch die Massen der Trooper zu kämpfen. Er schwebte in sicherer Höhe auf die Schleuse zu und wartete bis He-Man und die anderen soweit waren, durch die Schleuse zu gehen.

„Und jetzt… HINDURCH!“ rief He-Man, als er und die anderen die Schleuse erreichten. Ram-Man und Rio Blast sprangen zur Seite um für He-Man, Skeletor und King Hiss den Weg freizumachen. Gleichzeitig erwehrten sie sich einiger Roboter, die offenbar He-Mans Absicht erkannt hatten, und den Helden am Passieren der Schleuse hindern wollten. Doch He-Man und seine Begleiter waren schneller. Helles Licht umgarnte sie und sie verschwanden in der Schleuse. „Viel Glück!“ rief Stratos den dreien hinterher, „ihr werdet es brauchen!“

Der Gang durch die Dimensionsschleuse des kosmischen Schlüssels verlief alles andere als ruhig. Nicht nur, dass He-Man zum ersten Mal rückwärts durch eine Schleuse ging, also quasi auf den Schlüssel zu, und nicht von ihm weg, sondern es strömten auch immer noch Horden von Troopern hindurch, die auf dem Weg nach Avion waren. Sie schienen wenig davon begeistert zu sein, schon in der Schleuse auf Widerstand zu treffen, und griffen He-Man, Skeletor und King Hiss sofort an. „Vorsicht! Passt auf, dass ihr keinen von ihnen gegen die Hülle der Schleuse werft. Wird die Grundkonstruktion der Schleuse zerstört, könnten wir wer weiß wo wieder auftauchen!“ warnte He-Man seine Begleiter.

Tatsächlich war die Schleuse wie eine Art Röhre zu verstehen, durch die man hindurchging, und die scheinbar kein Ende zu haben schien. An ihren Rändern zirkulierte die Luft und es hörte sich so an, als wenn im Inneren eines Sturmes eine wunderschöne Musik gespielt wird. Außerhalb der Röhre befand sich nach Gwildors Auskunft, die „universale Leere“, ein Bereich zwischen den Räumen, der allerdings auch wiederum aus allen Räumen bestehen kann. He-Man hatte damals schon nicht genau verstanden, was Gwildor damit meinte, allerdings, betonte der Schlüsselschmied, ist das bloße menschliche Vorstellungsvermögen nicht in der Lage, alle Zusammenhänge im Universum zu verstehen.

Doch nun hatte He-Man keine Zeit, über seine beschränkte Vorstellungskraft nachzudenken. Gleich drei Trooper warfen sich auf den Helden, und versuchten ihn zu Fall zu bringen, während andere sich wiederum um Skeletor und King Hiss kümmerten. Einige andere Trooper liefen aber auch einfach an den dreien vorbei weiter nach Avion. He-Man packte sich den ersten, griff ihm ins Maul, und riss ihm den Unterkiefer mitsamt der gesamten Elektronik seines Elektronengehirns heraus. Funkensprühend krachte der Trooper zu Boden. Den anderen beiden Angreifern schlug er mit dem Zauberschwert die Roboterköpfe vom Rumpf.

„Da hinten… ist das Ende der Schleuse! Ich sehe es!“ rief Skeletor und zielte mit seinem Havoc Staff auf einen Trooper. Doch Skeletor nutzte im Eifer des Gefechtes nicht seine Magie, um den Trooper zu schmelzen, oder ihn in Schrott zu verwandeln, sondern er schleuderte dem Roboter eine Energieentladung entgegen, die ihn zurückwarf – gegen die Begrenzung der Schleuse. Der Trooper durchbrach die Begrenzung und wurde in die universale Leere hinausgeschleudert, wo er sich binnen Sekundenbruchteile auflöste. „Skeletor!“ rief He-Man und blickte den Herrn des Bösen mit weit aufgerissenen Augen an. Skeletor biss die Zähne aufeinander. „Verdammt!“ murmelte er.

„LAUFT!“ rief He-Man und rannte los. Skeletor und Hiss taten es ihm gleich. Sie mussten das Ende der Schleuse erreichen, bevor sie zusammenbrach. Inzwischen hatte sich ein Sog in die universale Leere gebildet. Mehrere Trooper wurde angesaugt und aus der Schleuse gesaugt. Der Boden innerhalb der Schleuse begann zu wanken, und die Blitze wurden lauter und häufiger. „Schneller!“ rief He-Man, „laaaaaaaaaauuuuuuffffffffttttt ……!“

In Avion bemerkte man ebenfalls, dass sich die Schleuse destabilisierte. Die Blitze wurden unkontrollierter und heftiger. Es kamen kaum noch Trooper heraus und mit einem gewaltigen Zischen schloss sich das Dimensionsportal. „He-Man hat es geschafft! Jetzt schaffen wir es auch! Für Eternia!“ rief Stratos seinen Mitstreitern zu. Das es sich in Wirklichkeit etwas anders verhielt, konnte der Vogelmensch natürlich nicht ahnen. Doch der Zusammenbruch der Schleuse schien den Verteidigern von Avion tatsächlich neuen Mut zu geben. „Für Eternia!“ hallte es wie ein Echo durch die Straßen und Gassen der Stadt der Vogelmenschen.

He-Man und die anderen hasteten immer noch durch die Schleuse. Ein langsam lauter werdendes Rauschen ließ sie herumfahren. Ein riesiger Feuerring jagte auf die drei zu. „Bei allen Göttern. Die Ausgang in Avion ist zu und die Schleuse bricht zusammen! Wir müssen hier raus!“ brüllte He-Man und packte Hiss und Skeletor. Der Ausgang auf der anderen Seite begann sich zu ebenfalls aufzulösen. Er riss die beiden Dämonen hoch und schleuderte sie durch den Ausgang wieder ins Freie. Bevor sich die Schleuse endgültig auflöste, schaffte es He-Man gerade noch, sich mit einem Hechtsprung in Sicherheit zu retten.

Als er sich auf der anderen Seite der kollabierten Schleuse wiederfand, drängelten sich immer noch hunderte von Robotkriegern vor ihm, Skeletor und King Hiss. Der Zusammenbruch des Portals hatte ihren Vormarsch zum Stoppen gebracht. Wild zischend bauten sich die Roboter vor ihnen auf, griffen aber nicht an.

„Sieh an, sieh an, wen haben wir denn da!“ ertönte plötzlich eine Stimme und mit einem Schlag war das Zischen der Roboter verstummt. He-Man blickte nach oben. Auf einer Brüstung der Fright Zone stand Rags Raptor und blickte abfällig auf die drei Besucher aus Avion hinunter. Neben ihm stand Chief Bronco, in der Hand den kosmischen Schlüssel haltend. „Das ist aber nicht die feine Art, hier einfach unangemeldet aufzutauchen, He-Man!“ spottete der Schlangenmensch.

„Das sagt der richtige! Du bist doch selber in Eternis und Avion einmarschiert. Aber damit ist es jetzt vorbei. Ich beende diesen Spuk, hier und jetzt!“ rief He-Man nach oben und hob sein Schwert. Unruhe machte sich unter den Troopern  breit. Sie konnten es nicht mehr erwarten, bis ihr König den Befehl gab, He-Man in Stücke zu schlagen. „Große Worte von einem Mann, der mit dem Rücken zur Wand steht, He-Man. Glaubst du allen ernstes, dass du hier so einfach an meinen Troopern hereinspazieren kannst, um mich zu besiegen? Wenn du das glaubst, bist du dümmer, als ich gedacht habe.“

Rags Raptor sprang über die Brüstung nach unten und nähert sich He-Man mit einem abfälligen Grinsen. Der blonde Held umklammerte den Griff seines Schwertes fester. Angespannt und konzentriert verfolgte er jeden Schritt seines Feindes.

„Aber ich muss dir danken, He-Man. Du hast mir nämlich nicht nur dich selber, sondern auch gleich Skeletor und …. Hiss mit zum Geschenk gemacht.“ Mit tiefster Verachtung blickte Rags Raptor auf seinen Nachfolger als König der Schlangenmenschen, der aufgeregt zischte. Er hatte ihn absichtlich nicht King Hiss genannt, da er dessen Herrschaftsanspruch aus verständlichen Gründen niemals anerkennen würde. Schließlich war er es, der ihn vor 1000 Jahren gestürzt hatte.

„Ich habe dir überhaupt nichts zum Geschenk gebracht, Schlangenkopf. Ich bin hier um den ganzen Spuk ein Ende zu machen, und dieser Weg führt nun mal über dich. Also bist du Mannes genug, gegen mich zu kämpfen?“ fragte He-Man. „Mal sehen. Ihr seid zu dritt, und wir sind ca. na ja, sagen wir großzügig geschätzt, 300, wobei mein hübsches Maschinchen dahinten nach wie vor Krieger für mich baut. Meine Schlangenkrieger halten nach wie vor Snake Mountain und Eternis besetzt, meine Robotkrieger sind dabei, Avion zu erobern. Was sollte mich also dazu bewegen, mich auf einen Kampf um alles oder nichts mit dir einzulassen? Ich habe schon fast alles, und du ... hast nichts mehr!“

„Fühlst du dich so sicher, dass du einen Kampf mit mir scheust, Schlangendämon?“ versuchte He-Man den Schlangenmenschen weiter zum Kampf zu animieren. „Ich fürchte gar nichts, aber… wenn es dich glücklich macht, kannst du ja versuchen, gegen mich zu kämpfen!“ knurrte Rags Raptor. He-Mans Augen leuchteten auf!  Endlich hatte er es geschafft, den Schlangenmenschen soweit zu reizen, dass er ihm im Kampf begegnen wollte.


„Nur aus Gründen der Fairness sollte ich mir vielleicht ein Schwert besorgen. Raptor grinste. Er streckte die Hand in die Höhe. Die Luft begann zu flimmern und zu leuchten, und plötzlich hielt er ein Schwert in der Hand. „Aber das ist doch…..Snaksor!“ stammelte King Hiss. Auch He-Man und Skeletor konnten ihren Augen kaum trauen. Das Schwert, dass sich gerade wie von Geisterhand in der Faust von Rags Raptor materialisiert hatte, war tatsächlich Snaksor, das sagenhafte Schwert der Schlangenmenschen, das jedoch eigentlich als verschollen galt, seitdem He-Man Serpention damals im Kampf besiegt hatte.

„Ha ha! Wie dumm ihr doch seid! Dieses Schwert sieht zwar aus wie das legendäre Schwert der Schlangenmenschen, doch ist es ein anderes. Aber es hat denselben Ursprung wie Snaksor!“ „Es stammt von Serpention?“ zischte King Hiss, „sein Grab ist hier auf Etheria. Du hast aus seinem Skelett ein neues gebaut!“

„Das musste ich noch nicht einmal selber tun“ lachte Serpention. „Genug geredet, es ist zeit die Schwerter sprechen zu lassen!“ rief He-Man. „Wie du willst, He-Man. Ich hoffe, du bist dieses Mal besser gewappnet, meiner Macht zu widerstehen !“ lachte Rags Raptor, der damit auf die Verwandlung He-Mans in einen Dämon anspielte.

Ein wilder Kampf zwischen den beiden entbrannte, und Rags Raptor zeigte sich als würdigen Gegner des stärksten Mannes des Universums. Inzwischen hatten einige Trooper auf Befehl von Chief Bronco Skeletor und King Hiss entwaffnet und in Gewahrsam genommen. Beide waren aber bereit, im Falle von He-Mans Sieg sofort zu reagieren und in den Kampf gegen die Trooper einzugreifen.

Einige Male sah es so aus, als würde He-Man den Kampf verlieren, weil er öfter zurückwich, als dass er Rags Raptor zurückschlagen konnte. Doch dann zeigte sich, dass alles Taktik von ihm gewesen war. Während des Kampfes hatte He-Man sich immer näher an die Troopermaschine zurückdrängen lassen, und gerade als Rags Raptor schon glaubte gewonnen zu haben, ließ er seinen Plan aufgehen. Als er sich für einen Moment freigekämpft hatte, schleuderte er sein Zauberschwert in die Kontrollen der Maschine, die daraufhin mit einem gewaltigen Knall, der von einem elektromagnetischen Impuls begleitet wurde, explodierte.

He-Man, Rags Raptor und die anderen wurden von der Wucht der Explosion zurückgeworfen. Die Trooper allerdings wurden direkt von der EMP-Welle erfasst und sanken in sich zusammen. Wie nasse Säcke fielen sie zu Boden und rührten sich nicht mehr.

Nachdem He-Man einige Augenblicke benommen auf dem Boden gelegen hatte und von dem Knall der Explosion der Maschine noch wie betäubt war, merkte er, wie seine Kräfte langsam zurückkamen. Schwerfällig raffte er sich auf und orientierte sich. Da wurde er gepackt und durch die Luft geschleudert.

„Was soll mit ihm passieren?“ knurrte Chief Bronco. „Wir lassen ihn hier. Etheria ist eh nur noch eine Wüste, in der nichts überleben kann. Wenn der Planet stirbt, werden He-Man, Skeletor und Hordak mit ihm untergehen. Wir kehren zurück nach Eternia.“ Rags Raptor, der wie Chief Bronco und die anderen Schlangenmenschen immun gegen die lähmende Wirkung der Explosion war, aktivierte den kosmischen Schlüssel. Eine kleine Schleuse nach Eternia öffnete sich. Die Schlangenkrieger Raptors sprangen durch die Schleuse. „Aber dich… dich nehmen wir mit!“ sprach Raptor und blickte zu King Hiss, der als Schlangenmensch ebenfalls nicht von der Explosion betroffen war. Bronco schleuderte He-Man zur Seite und packte Hiss, der sich nach Kräften wehrte, aber gegen die aufgewerteten Kräfte des geklonten Schlangenmenschen nichts ausrichten konnte. Nachdem Chief Bronco mit seinem Gefangenen die Schleuse passiert hatte, schloss sie sich mit einem dumpfen Zischen.

Es dauerte noch einige Minuten, bis He-Man sich wieder vollends aufgerappelt hatte. Auch Skeletor war erst nach einigen Augenblicken wieder ansprechbar. „Wo sind die Schlangenmenschen hin?“ stammelte er. „Fort. Mit dem kosmischen Schlüssel. Sie haben uns hier gelassen“ sprach He-Man leise und stöhnte auf, weil ihm immer noch die Explosion im Kopf dröhnte.

„Die Lage ist noch schlimmer als erwartet. Sie haben auch meinen Widderstab mitgenommen. Ohne ihn kann ich nicht mal ein Tor nach Eternia öffnen!“ „Dann….. sind wir hier gestrandet!“ sprach He-Man und blickte Skeletor mit großen Augen an.

To be continued


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