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  • 19.06.2018, 11:18:07

Autor Thema: Warlords of Preternia 2: In the Stranglehold of the Snake  (Gelesen 1200 mal)

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Offline ClampChamp

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Teil 2:

„Aaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhh“, schrie Adam auf. Das riesige Maul des Tigers mit den messerscharfen Zähne raste unaufhaltbar auf ihn zu. Jeden Moment würde Adam sie in seinem Körper spüren und ihn unsagbare Schmerzen spüren lassen. Sollte seine soeben begonnene Mission jäh seine frühe Ende finden? Doch nichts geschah. Verwundert schob Adam den Arm etwas zur Seite und blickte vorsichtig zu dem Tiger rüber.

Adam wusste nicht, ob er in diesem Moment erleichtert sein sollte, oder verwundert, denn der Tiger hatte seinen Angriff gestoppt und schnüffelte mit seiner Nase an Adam. Sein heißer Atem, der aus seinem Maul kam, roch nach verdautem Fleisch. Obwohl Adam sich vor dem Gestank ekelte, hielt er ganz still, um den Tiger nicht zu reizen. Die große Katze schnüffelte an Adam hinauf. Und dann...... leckte er mit seiner rauhen Zunge Adam übers Gesicht!

„Ahhh, ähhh, laß das, ist ja gut.....ich....“, stammelte er. Nun war er sichtlich überrascht. Eben noch sein Ende vor den Augen, wurde er jetzt von einem Tiger, der fast so hoch war, wie er selbst, abgeschleckt.

„Sieh an, sieh an, Tygra hat wohl einen neuen Spielgefährten gefunden!“ hörte Adam plötzlich eine Stimme hinter sich. „Ach nein, der spielt nur gerne mit seinem Futter, bevor er es frisst!“ lachte eine andere Stimme. Zwei Reiter auf Dongos, jenen kleinen, schnellen Reitsauriern, die Adam bzw. He-Man schon von seiner ersten Reise in die Vergangenheit kannte, schauten grinsend zu.

„Könntet ihr euer Schoßtierchen mal zurückrufen, bitte!“ fragte Adam höflich. „Können schon, aber wollen.... Wer bist Du überhaupt, Fremder? Ich kann mich nicht erinnern, Dich schon mal in dieser Gegend gesehen zu haben“, fragte der bulligere von beiden. „Vielleicht ist er ja ein Spion der Horde! Dann sollten wir ihn gleich aufhängen.“ Der Tonfall wurde rauer.

„Ich bin kein Mitglied der Wilden Horde. Glaubt ihr, ein Hordesoldat würde sich alleine so nah bei Eternis herumtreiben?“ verteidigte sich Adam, während er versuchte, eine Tigerpranke von seinem Kopf zu zerren. „Ganz schön frech der Kleine. Immerhin, gekleidet wie ein Edelmann ist er ja. Nun, wie ist Euer Name?“ wiederholte der zweite Krieger den ersten. „Ich bin Adam, Pri...., ich meine, ich komme aus der Stadt Jetan, um an König Grayskulls Seite gegen die Wilde Horde zu kämpfen.“

„Das wollen viele, kannst Du überhaupt kämpfen? Du siehst mir eher wie ein verweichlichtes Muttersöhnchen aus.“ „Steig doch runter von Deinem Ross, und finde es heraus. Oder bist Du zu feige?“ Nun reichte es Adam. Er war nicht über 1000 Jahre in die Vergangenheit gereist, um sich von einigen übereifrigen Soldaten dumm kommen zu lassen. „Du hast es nicht anders gewollt! Niemand beleidigt Leek, den ersten Kol des Königs!“

Der bullige Soldat stieg rasselnd von seinem Dongo ab, das viele Metall seiner Rüstung klimperte bei jeder Bewegung. Er zog sein Schwert, ein prächtig verarbeitetes Langschwert und trat auf Adam zu. Adam zog sein Zauberschwert. Er hoffte, dass, auch wenn es durch die Magie des Bösen verwandelt war, es immer noch als Schwert zu gebrauchen war.

„Dann lass´ mal sehen, was Du kannst, aber sei gewarnt, ich habe noch nie einen Kampf verloren!“ Leek holte aus. Die Klinge seinen Schwertes raste nach unten. Krachend knallte es gegen das Zauberschwert. Adam hatte Mühe, den Schlag abzuwehren, konterte aber sofort. Leek wurde zurückgeworfen.

„Du führst das Schwert wie eine schwache Frau, Fremder. Führen alle Männer aus Jetan das Schwert mit schwachem Arm?“ spottete Leek. „Dir steht ja schon der Schweiß auf der Stirn. Sollte der Kampf doch anstrengender sein, als Ihr es selbst wahrhaben wollt?“ konterte Adam. „Du Würstchen, ich werde Dir für Deine Frechheiten mit einem Schlag den Schädel vom Halse schlagen. Argh!“ Doch dazu sollte es nicht kommen. In einem Moment, in dem Leek seine Deckung fallen ließ, rammte Adam ihm den Griff seines Schwertes in den Bauch. Leek atmete heftig aus und rang nach Luft.

Adam holte aus und setzte einen Treffer seiner Faust mitten ins Gesicht des Kriegers. Leek stöhnte auf. Adam warf sich auf den Rücken, umklammerte mit seinen Füßen den Kopf von Leek und schwang ihn zur Seite. Krachend knallte Leek auf den harten Boden und blieb röchelnd liegen. Adam hielt ihm die Spitze seines Schwertes an die Kehle. Leek riss die Augen auf.

„Haltet ein, Adam aus Jetan. Ihr habt Euren Mut und Eure Stärke bewiesen. Verschont das Leben dieses Mannes, denn zuviel Blut fließt im Moment auf Preternias Boden“, sprach der andere Krieger. „Mut und Stärke“, wiederholte Adam innerlich. Er wünschte, Teela wäre jetzt hier gewesen und hätte das gehört. Dann könnte er ihr auch gleichzeitig dafür danken, dass sie ihm diese Kampftechniken beigebracht hat, mit denen er Leek besiegen konnte. Keuchend nahm Adam den am Boden liegenden Leek das Schwert von der Kehle. Der geschlagene Krieger grunzte kurz auf.

„Ihr habt den ersten Kol des Königs im Kampf besiegt. Laut Gesetz seid Ihr nun berechtigt, diesen Titel zu führen“, fuhr der Krieger fort. „Verzeiht, meine Unwissenheit, aber was ist ein Kol? Und wenn mir die Frage gestattet ist, wer seid Ihr?“ fragte Adam und steckte das Schwert weg.

„Ich bin General Bedor, Oberkommandeur der Truppen des Königs. Und ein Kol ist.. ich glaube, die beste Übersetzung aus dem alt-preternianischen ist Leibwächter. Und nun kommt, Adam aus Jetan, reiten wir zurück zur Burg. Ich bin sicher, König Grayskull wird es sehr interessant finden, dass Leek besiegt wurde. Er konnte ihn jedenfalls nicht besonders ausstehen.“

„Und was wird nun mit ihm?“ fragte Adam und zeigte auf Leek. Oder zumindest auf die Stelle, wo er vor wenigen Augenblicken noch gelegen hatte. „Er flieht!“ sprach Adam und blickte Leek hinterher, der schwerfällig, durch sein eigenes Körpergewicht und seiner Rüstung, davonlief. „Lasst ihn laufen! Wenn unsere Leute ihn nicht schnappen, wird es die Horde tun“, sprach Bedor gelassen. „Nehmt seinen Dongo, wir reiten zur Burg Grayskull!“


In der  Zukunft

König Randor hatte zur großen Lagebesprechung gerufen, und alle waren nun dabei, eifrig Verteidigungsstrategien zu erarbeiten, wie gegen die Schlangenmenschen vorzugehen war. Skeletor nahm mit Evil-Lyn und Tri-Klops an der Besprechung teil. King Hiss, der ranghöchste Kämpfer von Skeletor, war aufgrund seiner Verletzungen noch nicht dazu in der Lage. „Was sollen diese Pläne alle ? Warum greifen wir Snake Mountain nicht einfach an und jagen ein paar Bomben hinein. Dann ist Schluss mit dem ganzen!“ brüllte ein General der Armee quer über den ganzen Tisch. Die anderen Gespräche stoppten automatisch. Skeletors Augen leuchteten dunkelrot auf, als er den abstrusen Vorschlag des Soldaten hörte.

„Wir wissen doch gar nicht, mit wem wir es zu tun haben. Im übrigen erwarte ich von Ihnen ein paar konstruktivere Vorschläge, als alles in Schutt und Asche legen zu wollen, General!“ Randors Stimme erklang hart durch den Raum. Der General setzte sich kleinlaut wieder auf seinen Stuhl und murmelte einige Verwünschungen in seinen Bart.

„Also, fassen wir zusammen, was wir wissen. Einige wichtige Informationen haben wir erst von Man-At-Arms bekommen. Offensichtlich ist es einem alten Schlangendämonen irgendwie gelungen, in unsere heutige Zeit zu kommen. Er hat sich des Körpers eines geklonten, anderen Schlangenmenschen bemächtigt, und verfügt über eine nicht geringe Anzahl von Schlangenkriegern, sowie die alte Festung der Schlangenmenschen, Snake Mountain. Der Schlangenberg wird damit unser Primärziel, und ich brauche ihnen wohl nicht sagen, dass Zeit eine wichtige Rolle spielt. Wir müssen einem Angriff der Schlangenmenschen auf jeden Fall zuvorkommen. General, wie sieht der Verteidigungsplan für die Stadt aus?“ wandte sich Randor an Conovan.

„Ich habe ständige Sicherheitsstufe 4 für die gesamte Stadt ausgerufen. Sämtliche Reserveeinheiten der Streitkräfte sind einberufen worden. Die Verteidigungswälle rund um die Stadt sind verstärkt worden. Unsere Späher sind über das ganze Land verteilt. Die Weltraumstation ist auf ständige Beobachtung des Snake Mountain ausgerichtet. Aufgrund der Planetenrotation kann jedoch nur eine 11-stündige Überwachung sichergestellt sein. Der nächste Überwachungszyklus beginnt in 3 Stunden. Mehr können wir im Moment nicht tun.“

„Danke, General. Ich denke, unser Ziel ist klar. Wir werden einen Angriffsplan für den Snake Mountain ausarbeiten, der den größtmöglichen Erfolg bei minimalen Verlusten sicherstellen soll. Ich bin sicher, dass ihnen allen nicht entgangen ist, dass an dieser Sitzung ebenfalls Skeletor mit seinen Kämpfern teilgenommen hat. Im Moment  haben wir einen Waffenstillstand, bis diese Krise ausgestanden ist. Ich erwarte daher Kooperation  - von beiden Seiten!“ Randor blickte zu Skeletor.

„Aber natürlich!“ antwortete Skeletor kurz. „Dann dürfte alles gesagt sein! Bereiten wir alles vor, denn....“, Randor stoppte mit seinen Ausführungen, denn der Alarm ging los. „Was ist los? Warum klingt Alarm? Wachen!“ rief Randor. Die Soldaten und Generäle rannten durcheinander. „Wir sollten uns das mal ansehen“, sprach Skeletor zu seinen Leuten und rannte zur Tür.


Preternia

Adam und General Bedor ritten über die Ebene zur Burg Grayskull. Adam war zunächst erstaunt, als er die Feldlager um die Burg entdeckte, doch entsann er sich, dass die Macht von Grayskull ja noch gar nicht bestand und die Burg selber nur eine von vielen war. „König Grayskull hat einen ausgeprägten Sinn für das extravagante, deshalb wundere Dich nicht über das Erscheinungsbild der Burg!“ klärte Bedor Adam auf. Adam lächelte, war ihm doch der Anblick des riesigen Totenkopfes von Schloss Grayskull nur aufs beste vertraut. „Ein eher erschreckender Anblick, nicht wahr?“ fragte ihn Bedor. „In der Tat“, lächelte Adam.

Die beiden ritten auf ihren Dongos über die schwere Zugbrücke in den Innenhof der Burg. Adam staunte. Während sein Grayskull eher ein Ort der Mystik und Ehrfurcht wahr, tobte hier im wahrsten Sinne das volle Leben. Dutzende von Rittern weilten in der Burg, dazu diverse hübsche Burgfräulein, die ihnen schöne Augen machten. Soldaten marschierten auf, ein Schmied war eifrig dabei, Schwerter und Lanzen zu schmieden. Auf einem Vorsprung des Innenhofes erkannte Adam einige edel gekleidete Herren und Damen. „Mitglieder des Councils! Ich mag sie nicht besonders!“ erklärte Bedor.

„Der Krieg gegen die Horde nimmt bedrohliche Ausmaße an, wir gehen davon aus, dass innerhalb der nächsten 24 Stunden ein Angriff auf Grayskull oder Eternis erfolgen wird. Deshalb hat der König die tapfersten Krieger um sich gescharrt, um einen Befreiungsschlag durchzuführen. Wir hatten viele Verluste, eine ganze Reihe guter Männer sind gefallen. Die Truppen sind dementsprechend demoralisiert. Wenn kein Wunder geschieht, werden wir überrannt.“

Bedor und Adam stiegen ab, woraufhin zwei Stalljungen ankamen und die Tiere mitnahmen. „Komm mit zum König, wir.....“, sprach Bedor, und dann geschah zur Verwunderung Adams etwas. Bedor lächelte zum ersten Mal, seit er ihn traf.

„Papa! Papa!“ rief ein kleiner Junge und rannte freudestrahlend auf Bedor zu, gefolgt von einer schönen, dunkelhaarigen Frau. „Eldor!“ rief Bedor und nahm seinen kleinen Sohn auf die Schultern. Adam schluckte. Tja, so war das halt mit den Zeitreisen, man ist nie vor Überraschungen gefeit. Und so kommt es halt, dass man einem der mächtigsten Mitglieder des Councils of Elders als Kind begegnet.

„Mein Lieber!“ sprach die dunkelhaarige zu Bedor und gab ihm einen Kuß. „Hier, nimm Du ihn, ich muss zum König, wir sehen uns heute Abend“, sprach Bedor kurz und reichte seinen kleinen Sohn rüber.

„Kommt jetzt Adam! Es gibt wichtige Dinge zu besprechen.“ Adam folgte Bedor in den Thronsaal der Burg. Staunend blickte er sich um, denn auch hier sah alles anders aus als in seiner Zeit. Überall hingen prachtvolle Gemälde und edle Wandteppiche, Soldaten in prunkvollen Uniformen wachten auf jedem Gang. Und dann betraten sie den Thronsaal der Burg. Eine nicht geringe Anzahl von Menschen hatte sich hier eingefunden und drängte sich auf kleinstem Raum. Als General Bedor mit seinem Begleiter erschien, bildete sich eine kleine Gasse, denn der Platz des Generals war an der Seite des Königs.

Adam war eigentlich begeistert davon, neben König Grayskull stehen zu dürfen, doch musste er zu seinem Erschrecken feststellen, dass Tygra, der Grayskull Tiger, wie ihn Bedor während des Ritts zur Burg genannt hatte, ebenfalls neben dem König sitzen durfte. Die große Katze schnaubte kurz, als sie Adam sah, und döste weiter.

„Es sind aber viele Leute hier“, sprach Adam leise zu Bedor. Er merkte, wie ihn die meisten Leute musterten und skeptisch ansahen. Natürlich, kam es ihm in den Sinn, normalerweise würde Leek neben Bedor stehen. Es konnte ja keiner wissen, was zwischen Adam und ihm vorgefallen war. Adam bemerkte auch einige Mitglieder des Councils of Elders unter den Anwesenden.

„Der König!“ rief plötzlich jemand und alle Gespräche zwischen den Anwesenden hörten auf. Und da kam er auch schon. Adam sah staunend zum König rüber. Er war wirklich eine stattliche Erscheinung: hochgewachsen mit langem, wallenden Haar, das hinten zu einem Zopf zusammengebunden war; ein rauschender Bart mit zwei Minizöpfen und eingeflochtenen Edelsteinen; gestählte Muskeln in einer prachtvollen Rüstung.

König Grayskull blickte einmal kurz in die Runde und nahm dann auf seinem Thron Platz.
„Nun, was sind die letzten Neuigkeiten von der Front?“ sprach König Grayskull, und seine Stimme klang wie Donnerhall, der den Saal durchströmte. General Bedor trat vor, und verneigte sich.

„Mein König, unsere Soldaten kämpfen tapfer gegen die Truppen von Hordes Prime, jedoch ist die Horde unseren Armeen an Technik und Anzahl weit überlegen. Im Moment sieht die Lage eher schlecht als recht für uns aus. Die Horde dringt aus zwei Richtungen gegen Eternis und Schloss Grayskull vor.“ Bedors Stimme klang betrübt. Raunen ging durch den Saal.

König Grayskull atmete schwer aus. „Wie sieht das Council of Elders die Lage, Lord Garvin?“ wandte er sich an die kleine Gruppe der Elders. „Auch der Rat hat schmerzliche Verluste hinnehmen müssen. Die Lücken, die die Lords Harving, Tamalokes und Eldrod hinterlassen haben, werden nur schwer zu schließen sein. Die auserwählten Nachfolger sind teilweise noch zu jung, um diese Positionen ausfüllen zu können. Eine längerfristige Bedrohung durch die Horde ist nicht mehr zumutbar!“ Lord Garvin faltete die Hände und senkte den Blick.

König Grayskull stand auf. „Unser Volk hat tapfer gekämpft, unermessliche Opfer wurden abverlangt, aber nun ist die Zeit des Widerstandes gekommen. Soll die Wilde Horde Maschinen und Kämpfer haben, noch und nöcher, wir werden sie besiegen. Ich werde den Armeen ein neues Ziel geben, wofür es kämpft!“ sprach König Grayskull ruhig.

„Ich will euch jedoch nichts vormachen. Der Anführer der Wilden Horde, Hordes Prime, ist ein Meister der schwarzen Magie. Wie groß seine tatsächliche Macht ist, mag jedoch niemand zu vermuten. Allerdings habe ich mich nicht umsonst seit frühesten Kindestagen mit der weißen Magie beschäftigt, die im Stein der Macht ruht. Es ist nun Zeit, diese Magie zu erwecken, und zum Wohle dieses Planeten einzusetzen. Bringt den Stein!“ befahl König Grayskull.

Einige Soldaten schleppten mühevoll den Stein der Macht, das kostbarste Relikt des Councils, in den Thronsaal. Sie legten ihn direkt vor dem Königsthron ab. Wieder ging ein Raunen durch den Saal. „Der Stein!“ hörte man einige flüstern. „Die Alten geben ihren kostbarsten Schatz her“, murmelten einige andere. Adam konzentrierte sich jedoch nur auf den Stein. Er hatte etwa die Größe von Stonedar, dem Felsling, wenn er als Meteor durch das Weltall flog. Adam erinnerte sich an den Stein. Es war der Stein, der als Zeichen der baldigen Ankunft der Urkraft des Universums dem Rat der Uralten erschien. Adam, bzw. He-Man, hatte ihn gesehen, als er zusammen mit seinen Freunden und Skeletor und Scare Glow in der Vergangenheit war, um den Ort der Urkraft herauszufinden!


Inzwischen im Lager der Wilden Horde

Ein Blitz hellte auf, und Leek knallte schreiend gegen die Wand des Zeltes. Röchelnd blieb er liegen. „Was soll das heißen, Du bist nicht mehr Kol des Königs? Ich habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, dass Du diesen Posten bekommst, damit ich einen Spion und Verbündeten in seinem nächsten Umfeld habe und Du verlierst diese Position einfach?“ Hordes Prime Augen glühten hinter seinem, den ganzen Kopf umschließenden Helm auf. „Aber ich, äh, ich, ich..... Ich wurde ausgetrickst! Der Fremde hat......“d versuchte Leek, der schwerfällig am Boden kauerte, sich zu rechtfertigen.

„Das interessiert mich nicht! Du hast versagt. Ich dulde kein Versagen unter meinen Untergebenen. Deine Inkompetenz wirft meine gesamten Pläne durcheinander. Und ich mag es gar nicht, wenn meine genialen Pläne durch so einen widerlichen Blutegel wie Dich zunichte gemacht werden. Ja, ein Egel, das bist Du!“ Hordes Prime hob eine Hand in Richtung Leek. „Nein, Herr, ich, ich bitte Euch. Ich habe Euch doch immer treu gedient. Ich ....“, winselte Leek. „Gar nichts hast Du. Du hast Dir einen Wanst angefressen, und mich um die beste Chance betrogen, Grayskull endgültig zu erledigen! Doch damit ist jetzt Schluß!“

Ein feuerroter Strahle schoß aus der Hand von Hordes Prime. Leek schrie auf, als ihn der Strahl traf. „Aaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!!!!“ Sein Schrei wurde von Sekunde zu Sekunde dunkler und grunziger. Als das Licht erlosch, war Leek verändert. Hordes Prime hatte ihn für sein Versagen bestraft. „Ich sagte ja, Du bist ein Egel. Aber vielleicht kannst Du mir so irgendwann noch einmal nützlich werden. Harr Harr!“

Leek stöhnte auf. Ein Schlürfen begleitete sein Stöhnen. „Was schlürf, Was hast Du mit mir gemacht schlabbe ?“ grunzte Leek auf. „Ich habe das aus Dir gemacht, was Du in Deinem Inneren immer warst. Ein schleimiges, widerliches Saugmonster! Harr, ich glaube, ich werde Dich Leech nennen!“

„schlürf Nein, ich will das nicht! Ich will das nicht!“ brüllte Leech. „Und jetzt aus meinen Augen, raus hier!“ brüllte Hordes Prime und stieß das schwerfällige, grüne Monster aus dem Zelt. „Jetzt habe ich wohl keine Wahl. Ich hätte zwar zu gerne das Gesicht Grayskulls gesehen, wenn er von Leek überrumpelt worden wäre, aber dafür werde ich nun selber in den Genuss kommen, ihm mein Schwert in den Leib zu rammen!“

Hordes Prime rief seine besten Krieger zu sich, um mit ihnen die letzten Details des großen Angriffes zu besprechen.


In Castle Grayskull

König Grayskull hatte sich vor den Stein der Macht gestellt und die linke Hand nach oben ausgestreckt. Die anwesenden Ratsmitglieder bauten sich um ihn auf und murmelten einige Zaubersprüche, die Adam aber nicht verstand. „Alt-preternianisch“, wie er vermutete. Plötzlich begann die Hand von König Grayskull magisch zu glühen. Was immer der Rat der Alten beschworen hatte, es musste wohl funktioniert haben, denn auch der Stein der Macht begann magisch zu leuchten.

Unter den staunenden Gesichtern der Anwesenden spielte sich nun ein wahres Spektakel ab. König Grayskull ballte seine Hand zur Faust. Er schloss die Augen. Und dann sprach er die wohl wichtigsten Worte seines Lebens:

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL!“

Noch lauter als sonst hallte seine Stimme durch das Gemäuer. Mit aller Kraft holte er aus, und schlug seine Hand auf den Stein der Macht. Grayskull brüllte auf. Sein Hand trieb sich in den magisch funkelnden Stein wie ein Messer in weiche Butter. Unter zahlreichen „Aahs“ und „Oohs“ riß er schließlich seine Hand wieder aus dem Stein. Das Leuchten des Steins verschwand. Adam schluckte, denn König Grayskull hatte etwas aus dem Stein gezogen. Es war das Zauberschwert, das magisch aufleuchtete. Instinktiv griff Adam nach seinem Zauberschwert, es war immer noch am selben Platz.

Die Anwesenden Soldaten und Ratsmitglieder knieten nieder. Auch Adam und Bedor taten dies. Selbst wenn Adam es gewollt hätte, er konnte sich dem inneren Zwang, niederzuknien, nicht widersetzen. „Das Herz des Steines hat sich in meiner Faust zum Schwert der Macht gewandelt. Unter seiner Führung und seinem Schutz werden wir die Hordes besiegen und Preternia wieder zu Freiheit und Frieden führen.“

König Grayskull hielt das Zauberschwert in die Luft. „Morgen wird die entscheidende Schlacht gegen die bösen Mächte stattfinden. Möge das Zauberschwert von Castle Grayskull uns wohlgesonnen sein!“ „Ja, mein König!“ riefen die Soldaten und Standen wieder auf.

„Bei der Macht von Grayskull! Ich habe die Zauberkraft!“

sprach Grayskull nochmals, was von seinen Untergebenen mit jubelndem Applaus begleitet wurde. Doch Adam begann plötzlich zu zittern und zu beben. Als Grayskull zum allerersten Mal den magischen Spruch aufsagte, mit dem sich Adam normalerweise in He-Man, den Kämpfer für das Gute, verwandelte, begann das Zauberschwert in seiner Scheide auf Adams Rücken zu vibrieren. Die Vibrationen wurden so stark, dass sich Adam nicht mehr auf den Beinen halten konnte und nach vorne fiel.

Sofort waren alle Augenpaare auf ihn gerichtet. König Grayskull blickte etwas erbost herein. „Was ist mit Dir Fremder, bist Du schon am Vortage des Sieges über unsere Feinde betrunken? Wer bist Du überhaupt?“ fragte ihn König Grayskull. Adam stand hastig auf und richtete seine Kleidung.

„Verzeiht mir, Herr und König, dies ist Adam aus der Stadt Jetan. Er hat heute Nachmittag Leek, euren ersten Kol, im Kampfe besiegt, und hat damit seinen Posten eingenommen“, erklärte General Bedor. „Ich kenne die Regel, die mein Vater aufgestellt hat. Er hätte sich niemals von Lord Tamalokes dazu verleiten lassen sollen, sie aufzustellen. Aber gut, Adam aus Jetan, ich hoffe, Ihr werdet morgen etwas mehr Disziplin an den Tag legen, wenn Ihr an meiner Seite in den Kampf ziehen werdet.“

Adam schluckt, fasste sich aber schnell wieder. „Natürlich, Majestät. Verzeiht mir bitte, ich war nur überwältigt von Eurer Macht!“ König Grayskull blickte Adam kurz mit zusammengekniffenen Augen an, doch dann verbreiterten sich seine Lippen zu einem Grinsen. Er schlug Adam auf die Schulter. „kommt, trinkt mit mir auf den Sieg, Adam aus Jetan!“ rief der König. Ein Diener kam herbei und servierte Grayskull, Adam und Bedor drei Gläser mit rotem Wein.

Grayskull nahm einen kräftigen Schluck, dann hielt er das Glas nach vorne und goss den Rest langsam auf den Boden. „Möge das Blut der Feinde morgen genauso fließen wie dieser Wein!“ sprach er. Als der letzte Tropfen Wein aus dem Gefäß geleert war, schleuderte der König es mit Kraft auf den Boden, wo es mit lauten Geklirr zerbarst. „Und mögen ihre Rüstungen und Schwerter klirren wie dieses Glas!“ fügte er hinzu, worauf er tosenden Beifall und Jubelrufe erntete.

„Geht jetzt! Geht hinaus zu den Armeen, zu den Soldaten und Offizieren. Erzählt ihnen vom Schwert von Grayskull und seiner Macht! Morgen ist der Tag der Entscheidung!“ brüllte König Grayskull in die Runde und setzte sich auf seinen Thron. Ein anderer Diener brachte erneut ein mit Wein gefülltes Glas. Grayskull leerte es mit einem Zug und blickte in die, unter lautem Gemurmel sich auflösende Runde. Der Grayskull Tiger knurrte einmal kurz auf. Grayskull blickte ihn an und machte einen Fingerzeig. Die große Katze schnaubte einmal kurz und trottete ebenfalls aus dem Raum.
„Was hat es mit diesem Tiger auf sich?“ fragte Adam. „Eine....etwas komplizierte Geschichte, die nicht jeden etwas angeht. Und jetzt verzeiht mir, ich habe noch viel zu tun und ich möchte auch noch einige Stunden im Kreise meiner Familie verbringen. König Grayskull, Adam!“ Bedor verneigte sich vor dem König. Grayskull nickte.

Inzwischen waren bis auf 4 Wachen und einige Diener alle gegangen, Adam war also quasi allein mit dem König, der sich mit großen Augen das Zauberschwert ansah. „Wie sollte ich es anstellen, damit Grayskull das Zauberschwert, sein Zauberschwert, vom bösen Geist befreit, der es befallen hatte?“ überlegte sich Adam.

„So, ihr habt also Leek besiegt. Ich glaube, ich sollte Euch eigentlich dankbar sein dafür. Hoffentlich bewährt ihr Euch morgen genauso!“ Ein Diener brachte Grayskull ein neues Glas Wein. „Ich werde Euch nicht enttäuschen, Majestät!“ versicherte Adam. „Das hoffe ich. Doch ich will Euch nichts vormachen. Der Kampf läuft nicht besonders gut für uns. Gleich bei ihrem Eintreffen auf Preternia haben die Hordes einen großen Teil unserer Armeen zerschlagen, wichtige Verteidigungssysteme lahmgelegt. Morgen wird ein letztes Aufgebot gegen die Wilde Horde kämpfen, und wenn wir verlieren, dann mögen die Götter unserer Seelen gnädig sein. Um eins bitte ich Euch aber noch, Adam!“ Der König stand auf.

„Was immer Ihr befiehlt, mein König!“ sprach Adam und senkte den Blick. Der König nahm Adam zur Seite, wo ihn weder die Wachen noch die Diener hören konnten. „Weder das Zauberschwert noch ich dürfen in die Hände der Wilden Horde fallen. Sollte dies jedoch geschehen, werde ich für mich das tun, was ich tun muss. Um das Zauberschwert jedoch, müsst ihr Euch dann kümmern.“ Adam schluckte. „Was immer Eure Befehle sind, Majestät.“ „Gut, wir verstehen uns. Und jetzt versucht noch etwas zu schlafen. Morgen wird ein sehr langer Tag!“ sprach Grayskull.


Königspalast von Eternis, Zukunft

König Randor, Man-At-Arms, Skeletor und viele andere rannten nach draußen auf den Hof. Man-E-Faces kam ihnen aufgeregt entgegen gerannt. „Faces, was ist los? Warum ertönt der Alarm?“ fragte Man-At-Arms. „Unsere Späher haben es gerade erst entdeckt. Ein Raumschiff ist in den Mystic Mountains gestartet und bewegt sich auf die Stadt zu!“

„Ein Raumschiff, wie soll denn.... oh nein, bei allen Göttern!“ Man-At-Arms schluckte, „wir haben das Raumschiff der Snake Men vergessen, es war ja immer noch in den Mystic Mountains. Wann ist es hier?“

„Es wird bereits in 17 Minuten hier sein!“ „In die Blaster Hawks und Winde Raider!“ brüllte Man-At-Arms. Es dauerte auch nur wenige Augenblicke bis auch schon die ersten Hawks und Raiders in der Luft waren. Man-At-Arms steuerte den Führungsfalken zusammen mit Stonedar und Rokkon.

„Verdammt! Das Raumschiff der Snake Men, daran haben wir überhaupt nicht mehr gedacht.“ Man-At-Arms schlug mit der Hand auf ein Panel. „Da ist es!“ rief Stonedar und zeigte nach vorne. „Keine Waffensysteme aktiviert und.... aber, das ergibt doch keinen Sinn!“ wunderte sich Rokkon.

„Was denn?“ fragte Arms. „Der Antrieb ..... ist das einzige System, das funktioniert. Keine Schilde, keine Lebenserhaltung, ja nicht mal die Waffen sind verfügbar. Wie wollen sie dann damit einen Angriff fliegen?“ erklärte Rokkon verdutzt.  Man-At-Arms biss die Zähne aufeinander. „Achtung, an alle Einheiten. Das Raumschiff sofort abschießen, bevor es in den Luftraum über Eternis eindringt. Ich wiederhole, das Raumschiff auf jeden Fall vor Eternis abschießen!“ Die Hawks und Raider gingen in Angriffsposition.

„Sie haben nicht die Absicht, Eternis mit dem Raumschiff anzugreifen. Sie wollen es über der Stadt abstürzen lassen!“ erklärte Man-At-Arms. „Arms an Palast, Arms an Palast!“ brüllte er in das Funkgerät.

„Hier Palast, Conovan, Duncan, was ist los?“ ertönte ein Knistern aus dem Lautsprecher. „Conovan, Du musst sofort die Leute aus Eternis schaffen. Sie wollen das Raumschiff in die Stadt fliegen und dort zur Explosion bringen. Macht schnell! Arms Ende!“ „Verstanden!“ war die kurze Antwort des Generals. Der Waffenmeister lud eine Detonationsscheibe in den Auswerfer des Hawks. „Feuern wenn bereit!“ befahl Duncan. Stonedar drückte den Knopf. Schon sauste die Scheibe durch die Luft auf das Raumschiff zu. Ihr folgten 4 andere von anderen Hawks. Krachend schlugen sie in der Außenhülle des Raumschiffs ein. Ein Riss hatte sich gebildet. Funken flogen.

„Angriff fortsetzen, nur noch 6 Minuten bis zum Luftraum über Eternis!“ brüllte Arms ins Mikrofon.

In der Stadt Eternis ertönte Evakuierungsalarm. Teela schlug langsam die Augen auf. Sie rieb sich die Schläfe. Als sie jedoch den Alarm hörte, war sie hellwach. Sie packte ihren Kobrastab und rannte hinaus. Sy-Klone humpelte gerade an ihrer Tür vorbei. „Sy-Klone, was ist los? Warum Alarm?“ fragte sie den menschlichen Wirbelwind.

„Ein Raumschiff fliegt auf Kollisionskurs mit Eternis. Man-At-Arms und einige andere versuchen es abzuschießen. Vorsorglich wird der Palast und die Stadt evakuiert. Du solltest auch sehen, dass Du wegkommst, Teela.“ Sy-Klone humpelte den Gang weiter. „Verflucht noch mal!“ murmelte Teela. Sie lief zur Brüstung und sah nach unten, wo alles wild durcheinander rannte. Im Gemenge sah sie General Champ mit einigen Soldaten. „General!“ rief sie hinunter, doch der General konnte sie wegen des Lärms nicht hören.


Snake Mountain

Über eine geheime Spähsonde verfolgte Rags Raptor das Geschehen um Eternis. Er grinste. Sein Plan schien aufzugehen. Vor ihm saß an einem Kontrollbildschirm einer seiner Schlangenmenschen und steuerte das Raumschiff mit einem Joystick fern. Auf dem Bildschirm war zu sehen, dass immer wieder Detonationsscheiben und Lasersalven in die Hülle des Raumschiffes knallten.

„Hüllenintegrität bei 69 %“, zischte der Schlangenmensch, „Tendenz rapide fallend.“ „Das macht nichts, das Schiff wird bald im Luftraum über Eternis sein, und dann kann es ruhig in der Luft zerbersten, es wird immer noch genug Schaden anrichten“, knurrte Raptor und beobachtete weiter mit weit aufgerissenen Augen den verzweifelten Versuch der Masters, das Schiff noch rechtzeitig abzuschießen.

„Wann wollt ihr mit Phase 2 beginnen, Meister?“ zischte ein anderer Schlangenmensch hinter Rags Raptor. „Jetzt! Je mehr Verwirrung auf einmal herrscht, umso demotivierter werden sie. Lasst das Programm anlaufen, das Mole-Man noch geschrieben hat!“ befahl Raptor. Grinsend beobachtete er, was nun geschah.

Eternis, Königspalast

Teela hastete die Stufen hinunter, dem General nach. Sie hatte ihn schon fast erreicht, als plötzlich der Strom ausfiel. Panik brach aus! „Verflucht, was ist denn jetzt?“ rief sie ins Halbdunkel des Palastes. Sie tastete sich die Treppe hinunter und wurde mehrfach von wild umherlaufenden Bediensteten angerempelt.


„Conovan an Man-At-Arms, Conovan an Man-At-Arms!“ ertönte es aus dem Bordlautsprecher. „Hier Arms, was ist los?“ fragte der Waffenmeister und schoss eine weitere Scheibe ab, die zielsicher ihren Weg zum Haupttriebwerk des Raumschiffes fand. „Im Palast und in der Stadt ist die Energieversorgung ausgefallen, die Hauptcomputer sind abgestürzt. Wir können die Notschilde über den Palast nicht aktivieren. Schießt das Ding endlich ab!“ ertönte der General über den Lautsprecher.

Man-At-Arms überlegte kurz, nur noch knapp eine Minute bis Eternis. „An die beiden Hawks hinter mir“, schrie Man-At-Arms, „bereitmachen eine Salve von 3 Detonationsscheiben auf folgende Koordinaten abzufeuern. Feuern bei 3!“

Die beiden Hawks, die hinter Man-At-Arms herflogen, luden ihre Auswerfer. „1.....2......3!!!“ rief Man-At-Arms. Kaum hatte er die letzte Zahl genannt, als die drei Scheiben auch schon abgefeuert wurden. Die erste zerstörte die Außenhülle, die zweite und dritte hatten dann kein Problem im Inneren des Schiffes einzuschlagen. Mit einer hellen Explosion wurde ein Teil des Schiffes weggerissen.

„Da! Da! Es verliert an Höhe!“ rief Stonedar. Man-At-Arms atmete heftig aus. Endlich hatten sie es geschafft. Das Raumschiff war vom Kurs abgebracht worden. „Man-At-Arms!“ rief Rokkon. „Was ist los?“ fragte er den Felsenmenschen. „Wir sind vor 12 Sekunden in den Luftraum von Eternis eingedrungen, das Schiff wird innerhalb der Stadtgrenze von Eternis aufschlagen!“


Schloss Grayskull, Vergangenheit

Ein Diener hatte Adam zu seinem Quartier im Schloss geführt. Jetzt sah er sich um. Er kannte diesen Raum, doch in seiner Zeit war er nicht in einem solchem Zustand, wie er ihn jetzt vor sich sah. Ein Tisch, zwei Stühle, dazu ein geräumiges Bett, das geradezu zum Schlafen einlud. Ein großer, schmuckvoll verzierter Kandelaber stand in der Ecke und erleuchtete den Raum ein wenig.

Adam ging zu seinem Bett und schnallte das Zauberschwert ab. Es leuchtete nach wie vor in schwarzen Farben. Adam legte es auf das Bett und zog seine Weste und das Hemd aus. Ein Schüssel mit Wasser stand auf einer Kommode neben dem Bett. Adam tauchte seine Hände ins Wasser und wusch sich durch sein Gesicht. Dann stützte er sich an der Kommode ab und blickte in den großen Wandspiegel über die Kommode. „Adam, Kol des Königs!“ sprach er und verzog das Gesicht. Mit einem kleinen Tuch wusch er das Wasser wieder aus seinem Gesicht.

Ein lautes Maunzen von draußen ließ ihn auffahren. Adam ging zum Fenster. Mitten auf dem Innenhof der Burg saß der Grayskull Tiger und maunzte in Richtung Himmel, so, als wenn er den Mond herbeirufen wollte. Adam sah nach oben. Der Mond war gerade hinter großen Wolken verschwunden, würde aber gleich wieder erscheinen. Adam sah wieder zum Tiger. Unruhig lief er mitten auf dem Hof auf und ab. Und dann geschah es.

Der Mond tauchte wieder hinter den Wolken auf und sendete seine Strahlen auf den Planeten. Ein Strahl traf den Tiger. Seine Augen blitzten auf. Er fauchte auf. Adam erschrak bei dem, was er nun sah. Der Tiger schien immer kleiner und dünner zu werden. Aber dann erkannte er, was wirklich geschah. Der Tiger verwandelte sich! Er verwandelte sich unter Jaulen und Kratzen in einen Menschen. Nach wenigen Sekunden war der Tiger verschwunden und an seiner Stelle stand ein Mann auf zwei Beinen, der allerdings immer noch stark an einen Tiger erinnerte.

Der Tigermensch blickte sich hastig um und dann sah er Adam genau in die Augen. Erschrocken wich Adam zurück. Der Tigermensch nahm Anlauf, stieß sich vom Boden ab und sprang in die Höhe. Er kam neben Adam auf dem Fenstersims auf. Adam stand starr vor Schreck.

„Du brauchst keine Angst vor mir zu haben!“ sprach der Mann, der vor wenigen Augenblicken noch ein Tiger gewesen ist. Adam schluckte. Für ihn war es zwar nichts Neues, einem sprechenden Tiger gegenüberzustehen, hielt er doch selber einen als Haustier und Weggefährten, aber das was er gerade gesehen hatte, verschlug ihm doch die Sprache.

„W.. Wer oder was bist Du?“ stammelte er. „Oh, Verzeihung, ich habe vergessen mich vorzustellen. Meine Name ist Kendor, der Tigermaster. Und Du bist, wenn ich richtig mitbekommen habe, Adam?“ sprach der Tigermensch ruhig. Adam nickte stumm. „Ah, dann habe ich mich doch nicht verhört. Weißt Du, als Tiger verstehe ich die Sprache der Menschen nicht so gut.“

„Dann ist es also wahr? Ich habe nicht geträumt, dass Du.....?“ begann Adam. „Als ich mich gerade von einem Tiger in einen Menschen verwandelt habe?“ fuhr Kendor fort, „nein, das ist kein Traum gewesen. Leider! Seit meinem 13. Lebensjahr führe ich das Leben eines Tigers und nur bei Nacht, wenn die Strahlen des Mondes diesen Planeten erhellen, ist es mir erlaubt, als Mensch mein Leben zu führen.“ „Was für ein schreckliches Schicksal! Wie...., ich meine, warum......“, begann Adam.

„Es ist die Strafe für eine verbotene Liebe.“ Kendor ging zum Fenster. „Meine Mutter war ein Mitglied des Council of Elders. Sie war eine wunderschöne Frau mit Prinzipien, gebildet, der Bewahrung der Geheimnisse der Uralten aufs Schärfste verpflichtet. Doch dann traf sie meinen Vater, und es war um sie geschehen. Die Beiden verliebten sich, das Resultat ihrer Liebe war ich. Doch nach den Regeln des Councils ist es den Mitgliedern verboten, Beziehungen mit Außenstehenden einzugehen. Meine Mutter war sich dieses Risikos bewusst, doch machte sie die Liebe blind. Und als ihre verbotene Liebe schließlich aufgedeckt wurde, waren die Folgen verhängnisvoll für sie.“

„Was ist geschehen?“ fragte Adam aufgeregt. „Das Council of Elders hat eine selten gebrauchte Zeremonie an ihr angewendet. Meine Mutter wurde für ihre Gefühle zu einem Mann damit bestraft, dass sie das Council sofort verlassen musste. Allerdings durfte sie das Wissen der Uralten, dass sie als Mitglied des Rates erworben hatte, nicht behalten. Das Council nahm ihr dieses Wissen gewaltsam, es riss ihr alles förmlich aus dem Kopf.“

Kendor holte Luft. „Nach dieser Zeremonie war meine Mutter nicht mehr dieselbe. Sie sprach wirres Zeug, erkannte alte Bekannte nicht wieder, und verhielt sich höchst unnormal. In einem unbeobachteten Augenblick nahm sie schließlich ein Messer und stieß sich die Klinge mitten ins Herz. Sie schrie nicht einmal, als sich die Klinge durch ihr Fleisch bohrte.“

„Das ist sehr traurig!“ sagte Adam betrübt.

„Mir selbst als Frucht dieser verbotenen Liebe sollte es nicht besser gehen. Als ich 13 Jahre alt war, entschied sich das Council dafür, dass es an der Zeit wäre, meinen Teil der Schuld zu tragen. Ich wurde dazu verdammt, mein Leben als Tier fortzusetzen. Gnädigerweise wurde mir gestattet, selbst zu entscheiden als welches. Ich wählte den Körper eines Tigers, da meine Mutter Tiger über alles liebte. Und so wurde durch die Entscheidung des Councils ein zweites Leben zerstört. Bei Tage bin ich der Tiger Tygra und bei Nacht darf ich Kendor, der Mensch, sein.“

„Gibt es denn keine Möglichkeit, diesen Bann zu brechen?“ fragte Adam. „Doch den gibt es, aber ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass diese Möglichkeit jemals passieren wird. Mein Vater, der einzige, der relativ unbeschadet aus der ganzen Geschichte herausgekommen ist, muss sich dafür zu mir bekennen. Erst dann ist der Fluch gebrochen. Doch mein Vater ist ein alter, starrköpfiger Mann, für den Ehre und Pflichterfüllung über das Eingestehen einer verbotenen Liebe steht. Bisher hat er sich in jeder erdenklichen Weise von mir abgewandt. Und morgen ist der letzte Tag, wo er sich zu mir bekennen könnte.“

„Morgen? Weil morgen die große Schlacht sein wird?“ fragte Adam und wischte sich eine Träne von der Wange. „Mein Vater wird morgen mit in die Schlacht ziehen, und ich gehe davon aus, dass er die Schlacht nicht überleben wird. Wenn man in der ersten Reihe kämpft, und tausende von Kriegern befehligen muss, sind die Überlebenschancen nicht besonders gut.“

Adam hob den Kopf, auf seiner Stirn bildeten sich einige Runzeln. „Soll das heißen, dass Dein Vater.....“, begann er. „Ja, mein Vater ist König Grayskull. Vielleicht hast Du Dich ja gewundert, dass keine Königin, kein Prinz ihm zur Seite war heute Abend bei der Versammlung. Er hat nach dem Tode meiner Mutter nie wieder eine andere Frau geliebt. Äußerlich zeigt er Stärke und Haltung, aber innerlich ist er ein gebrochener Mann.“

Kendor atmete einmal heftig aus. Dann drehte er sich um und setzte ein schiefes Lächeln auf. „Aber genug von mir. Was ist mit Dir? Irgendetwas ist besonders an Dir. Das spüre ich“, sprach der Tigermensch und ging auf Adam zu.

Adam überlegte. Konnte er Kendor trauen?


Eternis, Zukunft

Teela rannte über den Innenhof des Palastes. „Das Raumschiff! Es kommt!“ rief ein Diener in die Menge und ruderte heftig mit seinen Armen. „Da ist es!!!!“ schrie ein anderer. Über dem Palast tauchte der bedrohliche Schatten des Raumschiffes auf. Ein lautes Krachen ertönte. Das Raumschiff hatte den hohen Palastturm gestreift und in etwa 25 Metern Höhe den oberen Teil abgerissen. Riesige Steinteile knallten herunter. Eine Wache wurde von einem Mauerstein erschlagen. Teela rannte hin und wollte nach dem Mann sehen.

„Teela! Pass auf!“ hörte sie von hinten. Doch da wurde sie auch schon heftig zu Seite gestoßen. Hart kam sie auf dem Boden auf. Neben ihr krachte ein riesiges Stück des Turmdaches auf den Boden. „Uarghhhhhhhhh!“ hörte Teela jemanden schreien. Sie erschrak. Irgendjemand hatte sie davor bewahrt, von dem herabfallenden Dach getroffen zu werden, wurde aber selber dann getroffen.

Als der Staub sich verzogen hatte, suchte Teela in dem Haufen Schutt. Verzweifelt grub sie sich mit ihren Fingern durch die Steine und Ziegel. Und dann sah sie ihren Retter. Es war General Conovan! Ab der Brust begruben unter zentnerschwerem Bauschutt. „Oh nein, General! General!“ reif sie verzweifelt. „Ein Arzt! Holt einen Arzt!“ schrie sie ins Durcheinander. Einer der Palastköche hielt neben ihr an und schaute verdutzt. „Hol einen Arzt, sofort!“ brüllte Teela den Mann an. „Ja, ja, sofort!“ stotterte der Koch und rannte weg.

Der General begann zu röcheln. Er spuckte Blut. Teela nahm seine Hand, die der Verletzte mit aller Kraft noch drückte. „General, es kommt Hilfe!“ sprach Teela unter Tränen. „Teela, Teela, ich..... ich wollte Dich niemals verdrängen. Ich ... habe es ... für .. Eternia getan!“ „Ruhig, ganz ruhig! Sparen Sie Ihre Kräfte“, Teela schluckte. „Es ist zu spät für mich. Ich ... wollte meinem... Sohn noch so viel sagen. dass ich ihn liebe.“ „Das weiß er, dass weiß er ganz sicher!“ Conovan hustete. Teela blickte nach unten. Dort wo der General lag, sickerte Blut aus dem Stein.

„Teela, jetzt liegt es an Dir! .... Die Soldaten werden Dir folgen!... Du ....wirst....“, Teela merkte, wie die Kraft aus dem Griff des Generals wich. Sie drückte fester zu. „General! Nein!“ Doch der Blick des Generals wurde starr und sein Körper fiel langsam nach unten. Ein letztes Mal schloss Conovan seine Augen. Teela schluchzte.

Und dann gab es eine gewaltige Explosion!


Snake Mountain

Rags Raptors Augen leuchteten auf, als er auf den Monitoren die Verwüstungen sah, die sein Angriff auf Eternis hinterlassen hatte. Das Raumschiff wurde erwartungsgemäß nicht rechtzeitig von den Masters gestoppt und hatte bei seinem Sinkflug einen Teil des Königspalast und der Stadt in Schutt und Asche verwandelt. Und gerade war ein gewaltiger Feuerpilz im Westen der Stadt aufgegangen, wo das Raumschiff auf dem Boden aufgeschlagen war.

„Hahahahahaha!“ lachte Rags Raptor auf. „Das sollte diese Dummköpfe endgültig demoralisiert haben. Damit wird der Angriff morgen ein leichtes werden. Bereitet alles vor!“ befahl er.


Preternia, Königspalast

„Ich glaube, ich kann Dir vertrauen, deshalb will ich ehrlich zu Dir sein. Ich komme nicht aus der Stadt Jetan, sondern aus der Stadt Eternis. Allerdings nicht dieser Stadt Eternis!“ versuchte Adam zu erklären.

Kendor verzog  die Augenbrauen. „Wie soll ich das verstehen?“ fragte der Tigermensch. „Mein Name ist Adam, ich bin der Prinz von Eternia. Und ich bin 1100 Jahre aus der Zukunft gekommen, da meine Welt in Gefahr ist, von einer bösen macht überrannt zu werden.“ Kendor schluckte. „Uff, und ich dachte, meine Lebensgeschichte wäre schon aufregend. Und was willst Du hier?“

„Ich bin deswegen hier“, erklärte Adam und zog das Zauberschwert aus der auf dem Bett liegenden Scheide. „Aber das ist ja das Schwert meines Vaters!“ wunderte sich Kendor. „Ja, in 1100 Jahren führe ich das Zauberschwert, ich bin der Bewahrer der Mächte von Schloss Grayskull. Es wäre jetzt zu kompliziert, Dir alles zu erklären. Nur soviel: Ein Magier aus der Vergangenheit hat das Schwert mit böser Magie vergiftet. Ich brauche es aber, um Eternia gegen diesen Magier zu verteidigen. Laut der Zauberin von Grayskull, man könnte sagen, einer Nachfahrin des Council of Elders, kann nur der Erschaffer des Zauberschwertes die Reinheit des Schwertes wiederherstellen!“

„König Grayskull!“ entkam es Kendor. „Richtig. Das ich dazu gleich der Kol des Königs wurde, war zwar nicht beabsichtigt, hat mich meinem Ziel aber entscheidend näher gebracht“, ergänzte Adam.

„Dann ist morgen also für uns beide ein Tag, an dem sich unsere Schicksale erfüllen. Wenn wir Glück haben, stehen wir uns morgen Abend noch einmal gegenüber.“ Kendor versucht zu lächeln. „Ich wünsche Dir Glück, Adam. Morgen, im Kampfe, wirst Du an der Seite meines Vaters reiten. Auch ich werde in die Schlacht ziehen. Wenn die Götter es so wollen, werden wir alle das bekommen, was wir verdient haben.“ Kendor reichte Adam die Hand, die dieser ergriff.

„Ich werde jetzt noch wenig Zeit damit verbringen, alleine zu sein, bevor mich die ersten Strahlen des neuen Tages wieder in die Tigergestalt zwingen.“ Kendor ging zum Fenster und sprang einfach hinaus. Adam sah ihm nach, bis er ihn nicht mehr sehen konnte. Dann legte er sich auf sein Bett und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Nach wenigen Minuten war er dann schließlich eingeschlafen.


Eternis, Zukunft

Die Druckwelle des explodierten Schiffes riss einen Teil der Palastmauern weg. Teela duckte sich auf den Boden. Trotzdem konnte sie die Hitze des Feuers spüren. Als sie wieder aufblickte, schluckte sie. Wild um sich schlagend rannten einige Menschen durcheinander, die von der Glut des Feuers erfasst worden waren und selbst lichterloh brannten. Einige Soldaten und Feuerwehrmänner rannten aufgeregt herbei und löschten die armen Seelen.

Teela konnte nichts mehr für den General tun. Sie stand schweren Herzens auf und machte sich auf den Weg in die Kommandozentrale. Sie hoffte, das wenigstens dort noch einiges funktionieren würde.


Unterdessen, in Schloss Grayskull

Die Zauberin von Schloss Grayskull stand an einem Fenster und blickte zur Stadt Eternis rüber, die in weiter Ferne am Horizont zu sehen war. Eine riesige Feuersäule erhellte den ganzen Bereich um die Stadt. Die Alarmsirenen waren ebenfalls genau auszumachen. Die Zauberin schloss die Augen. Eine weitere Schlacht um die Stadt Eternis und dem Königspalast war im Gange.

Im Kerker währenddessen blickte sich He-Man grimmig um. Er musste endlich aus seinem Verließ kommen. Er musste das Zauberschwert bekommen und er musst.... böse sein! Der Schweiß trat ihm auf die Stirn. In seinem Kopf spielten sich Bilder ab, Visionen, Erinnerungen. He-Man knurrte auf. Er schlug sich mit der Hand gegen die Schläfen. Dann holte er aus. Mit all seiner Kraft, die er noch im Körper hatte, schlug er gegen das magische Gitter, dass ihn gefangenhielt. Ein Blitz zuckte und das Metall flog aus seiner Verankerung. He-Man lachte auf. Sabber trat aus seinem Mund und er verdrehte die Augen.

„Jetzt, Zauberin und Adam, hat eure letzte Stunde geschlagen. Meine Zeit ist gekommen! Harr Harr“, lachte He-Man, aber seine Stimme hatte nichts mehr von einem Menschen. Schwerfällig stieg He-Man die Stufen hoch. In seinem Kopf gab es nur noch Hass und Vernichtung!


to be continued....


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