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  • 20.07.2018, 05:51:29

Autor Thema: Legacies of Preternia 2: Into the Abyss  (Gelesen 828 mal)

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Offline ClampChamp

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Legacies of Preternia 2: Into the Abyss
« am: 02.09.2013, 15:10:31 »
Und Teil 2:

Eternis, Königspalast

He-Man stoppte den Laser Bolt und betrat den Palast. Mit nachdenklichem Gesichtsausdruck machte er sich auf den Weg zum Waffenmeister. Er schätze Duncan als rationalen Menschen, der auch in schwierigen Zeiten einen kühlen Kopf bewahrte. Er hoffte, von ihm einen Rat bezüglich der Aussagen der Zauberin zu bekommen. Als He-Man die Waffenschmiede betrat, sollte es sich zeigen, dass He-Man den Waffenmeister doch etwas überschätzt hatte.

„Verdammt noch mal, warum willst Du denn nicht laufen? FUNKTIONIERE ENDLICH!“ brüllte Man-At-Arms auf und warf wütend einen Schraubenschlüssel davon. „Arms, was ist denn los? So habe ich Dich ja noch nie erlebt!“ sprach He-Man fassungslos. „Ich weiß nicht, warum Roboto nicht funktionieren will. Es ist alles richtig eingestellt, der Datenfluss ist konfiguriert. Roboto müsste eigentlich schon längst wieder laufen. Aber irgendein dummer Fehler ist noch drin. Und ich...“ Arms stoppte. Erst jetzt bemerkte er den nachdenklichen und ernsten Ausdruck in He-Mans Gesicht. Arms seufzte und wischte sich etwas Schweiß von der Stirn.

„He-Man, was ist los? Du wirkst sehr nachdenklich!“ sprach Duncan, der sich schnell beruhigt hatte. He-Man seufzte auf. „Ich war gerade bei der Zauberin. Sie hat mich vor einer neuen Gefahr gewarnt, aber sie konnte mir nichts genaues sagen“, sprach He-Man leise. „Das ist doch nicht ungewöhnlich, dass die Zauberin nur vage sagt, worum es geht“ antwortete Duncan und sammelte den eben fortgeschleuderten Schraubenschlüssel wieder auf.

„Ja, ich weiß. Aber sie wirkte sehr nachdenklich und angespannt. Das war schon seltsam.“ „Hm, das ist schon etwas beunruhigend. Aber vielleicht....... Moment, was ist das denn?“ Arms unterbrach sich und ging zum Computerterminal an der Wand. Eine kleine rote Leuchte blinkte auf. „Arms, was ist los?“ fragte He-Man. „Verdammt, jemand hat sich in unser Computersystem gehackt. Verflucht noch mal. Ich verfolge die Spur zurück.“ Duncan tippte einige Befehle ein.


Im Raumschiff der Snake Men

Mole Man saß immer noch an der Konsole und lud Daten aus dem Computersystem des Palastes runter. Plötzlich erschien eine Alarmmeldung auf dem Bildschirm. Er zuckte zusammen. „Hallo, sollte uns wohl jemand entdeckt haben?“ sprach er ironisch und tippte einige Befehle in. „Soso, eine Rückverfolgung. Na, dann wollen wir mal schauen, dass ihr uns nicht findet.“ Hastig tippte er einige Befehle in den Computer. Und je schneller er tippte, desto breiter wurde sein Grinsen. Mit einer sehr schwungvollen Bewegung drückte er schließlich einen Knopf auf der Tastatur. „Und tschüß, Ihr Lieben!“ lachte er auf.


Im Palast

Duncan blickte gespannt auf den Bildschirm und tippte Befehle über die Tastatur ein. Plötzlich gab es einen Blitz. He-Man riß die Augen auf und zog Arms vom Bildschirm weg zur Seite hinter einen Tisch. Kaum eine Sekunde später explodierte der Monitor mit lautem Knall und tausende kleiner Scherben flogen durch den Raum. „Verflucht, was war denn das?“ knurrte Arms und stand eilig auf. Eine kleine Rauchsäule kam aus dem Monitor. Der Waffenmeister wedelte mit dem Arm den Rauch weg. Das Terminal war durch die Explosion regelrecht zerrissen worden. „Arms, was war das?“ fragte He-Man und blickte sich um.

„Jemand muss in das Computersystem des Palastes eingedrungen sein. Aber das ist so gut wie ausgeschlossen. Das System war perfekt, Ich wüßte niemanden, der dazu imstande gewesen sein könnte.“

„Die Zauberin sagte etwas, von Söhnen, die nach Eternia heimgekehren sind um die Väter zu rächen. Ob sie damit was zu tun haben?“ erinnerte sich He-Man. „Können wir nach verfolgen, was für Daten sie sich angesehen haben?“ „Ja, jeder Datenabruf wird auf dem Hauptcomputer abgespeichert. Hoffentlich haben sie ihn nicht auch zerstört. Komm mit!“ Arms hastete aus der Waffenschmiede. He-Man folgte ihm schnellen Schrittes.


Im Raumschiff der Snake Men

„Was war los?“ fragte Raptyle als er den Raum betrat. „Wir wurde leider entdeckt. Ich habe die Verbindung beendet, und unsere Spuren größtenteils verwischt.“ „Was heißt „größtenteils“?“ knurrte Raptyle. „Nun, ihr Hauptcomputer war leider eine Nummer zu groß für mich. Ich habe unsere Spuren aber verschlüsselt. Es wird einige Zeit dauern, bis sie entdeckt haben, was wir gemacht haben.“ „Nun gut, dann komm. Wir sind bereit diesen Klonforscher zu holen.“ Mole Man schnappte sich seinen schweren Bohrer und montierte ihn an seinem rechten Handgelenk. Das schwere Gerät brummte zweimal auf. „Von mir aus kann es los gehen“, grinste er und folgte Raptyle nach draußen.

Vor dem Schiff warteten bereits RazorAxe und Typer. Raptyle zog ein kleines Gerät aus der Tasche, richtete es auf das Schiff und betätigte einen Schalter. Ein Energiefeld baute sich um das Schiff auf. „Für den Fall dass wir ungebetenen Besuch bekommen“, sprach Raptyle und blickte auf Mole Man. Dieser verstand den Blick und ließ seinen Bohrer aufheulen. Er hielt ihn zum Erdboden und rammte ihn hinein. Bereits nach wenigen Sekunden hatte sich das Gerät weit genug in den Boden gebohrt, das Raptyle, RazorAxe und Typer Mole Man in den Tunnel folgen konnten. Nach wenigen Minuten war kein Bohrgeräusch mehr zu hören.

Erst jetzt näherte sich aus dem Gebüsch eine grünliche Gestalt und blickte sich prüfend um. Nach einigen Minuten machte sie wieder kehrt und verzog sich zurück in den umliegenden Wald.


In einem unterirdischen Gefängnis, genaue Lage nicht bekannt

Die beiden Schotten glitten zur Seite und ein müde wirkender Mann betrat den Raum. Das rechte Bein zog er nach und bei jedem Schritt ertönte ein schlurfendes Geräusch. Er trat an einen Schrank, nahm ein Glas und eine Flasche heraus, goß sich etwas ein und trank einen hastigen Schluck. Er füllte das Glas wieder auf, trat um den schweren Tisch herum und nahm Platz auf einem Holzstuhl. Hinter ihm an der Wand gaben ihm sechs Monitore Überblick über das Geschehen in der Anstalt. Fünf der Monitore wechselten ständig die Ansicht, während einer immer nur eine bestimmte Zelle zeigte.

Der Mann lehnte sich zurück und blickte zur rechten Wand. Neben einigen Bildern, die größtenteils Landschaften zeigten, war auch ein Rahmen zu sehen, hinter dem 2 prachtvolle Achselklappen glänzten. Daneben hing eine Ernennungsurkunde, versehen mit dem königlichen Siegel von König Randor.

„....wird aufgrund besonderer Dienste in den Rang eines Generals der eternianischen Armee befördert“

prangte in reich verzierten Lettern auf der Karte. Über der Ernennungsurkunde hing ein fast vergilbtes Bild auf dem 2 junge Männer in Soldatenuniformen abgebildet waren. Daneben hing ein Bild, auf dem Prinz Adam zu sehen war. Neben dem Prinzen war Clamp Champ, der Heroic Master of Capture, zu erkennen, wie er den Arm um den Prinzen legte. Beide lächelten. Unten auf dem Bild prangte eine Widmung: „Für den besten Vater“

Conovan lächelte, als er diesen Spruch las. Er hatte ihn schon dutzende Male gelesen, seit ihm sein Sohn Clamp Champ das Bild geschickt hatte, nachdem er den südlichen Kontinent verließ, um mit den Masters of the Universe gegen Skeletor und Hordak zu kämpfen. Ja, er konnte wirklich stolz sein auf seinen Sohn. Conovan nahm noch einen Schluck aus dem Glas, dann wandte er sich wieder seiner Arbeit zu.

Er drehte sich um und blickte die Monitore an, konnte aber zu seiner Beruhigung nichts besonderes erkennen. Seit 20 Jahren war er nun schon Direktor des unterirdischen Gefängnisses Zaura 3, das tief in einem Berg in den Mystic Mountains gelegen war. Und seit 20 Jahren blickte er jeden Abend auf die Monitore in der Wand.

Dem Monitor, der immer dieselbe Zelle zeigte, zollte er besonders viel Aufmerksamkeit. Seine Augen wurden schmal, als er die Gestalt in der Zelle auf und abgehen sah. Einige Male blickte der Gefangene direkt in die Kamera und schnitt eine Grimasse oder grinste hämisch. Nach einigen Minuten drehte er sich wieder um und nahm einige Akten zur Hand. Doch schon nach einigen Minuten wurden seine Augen schwerer und er schlief einfach ein.


Der Königspalast in Eternis

He-Man und Man-At-Arms gingen die schweren Stufen zum Palastkeller hinunter. Hinter einer schweren Tür befand sich der Hauptcomputerraum des Palastes. Man-E-Faces, der Gigant mit den 3 Gesichtern, sah sie erstaunt an. „Man-E-Faces, irgendetwas ungewöhnliches passiert?“ sprach Arms, ohne Man-E-Faces anzusehen und schritt direkt auf den Hauptcomputer zu. „Nein, Man-At-Arms, hier ist alles ruhig. Warum, ist was passiert?“ fragte Man-E-Faces überrascht. „Jemand ist in meine Privatleitung eingedrungen und hat sich Daten runtergeladen. Als ich die Spur verfolgen wurde, ist mein Computerterminal explodiert. Ich hoffe, der Hauptcomputer hat nichts abbekommen.“ Arms tippte am Hauptterminal einige Befehle ein.

„Hm“, sprach er, “hier sind einige verschlüsselte Signaturen, die nicht vom Hauptcomputer erzeugt worden sind. Ich starte mal ein Dechiffrierprogramm. Das kann jetzt aber dauern. Man-E-Faces, sag Bescheid, wenn das Programm gelaufen ist. He-Man, kommst Du?“ sprach Arms und verließ den Raum. He-Man sah Man-E-Faces an, der mit den Achseln zuckte.

„Was hat die Zauberin denn nun gesagt? Dieser Vorfall könnte wirklich in Zusammenhang stehen mit dem was sie gesagt hat“, wandte sich Arms vor der Tür an He-Man. Unruhe lag in seiner Stimme. „Sie sagte etwas von den Söhnen, die nach Eternia zurückgekehrt sind um die Väter zu rächen. Und das ein Totgesagter zurückkommen wird, der Eternia bedroht. Und vor einer falschen Schlange hat sie mich gewarnt. Ich kann mir da noch keinen Reim drauf machen.“

„Das klingt in der Tat sehr rätselhaft. Von Schlangen hatten wir in letzter Zeit mehr als genug Ärger.“ „Du meinst die Schlangenmenschen? Das ist allerdings richtig. Aber ich verstehe die Worte der Zauberin einfach nicht.“ „Nun, vielleicht wird die Zeit die Antwort bringen“, sprach Duncan und stieg die Treppe nach oben. „Wenn es bis dahin noch nicht zu spät ist“, sagte He-Man und folgte dem Waffenmeister nach oben.


In den Mystic Mountains

Mit gleichbleibender Kraft bohrte sich Mole Man einen Weg durch das Gestein der Mystic Mountains. Raptyle, RazorAxe und Typer folgten ihm durch den dunklen und kalten Tunnel. Sie waren bereits tief in den Stein der mystischen Berge vorgedrungen. Raptyle blickte auf den Kompass, der ihnen unter Tage den Weg zum Gefängnis von Zar wies. „Wir müssen noch 300 m geradeaus und dann 60 Grad nach unten für 1,4 km“, knurrte Raptyle. „Beeil Dich etwas, mir ist kalt“, grunzte Raptyle. „Es dauert so lange, wie es dauert!“ blaffte Mole Man zurück, und rieb sich etwas Schweiß von der Stirn.


Im unterirdischen Gefängnis Zaura 3

Paurin und Evos, 2 der 14 Mann starken Wachmannschaft in der Strafanstalt, waren gerade auf ihrer letzten Patrouille vor dem Ende ihrer Schicht. Paurin wirkte eh schon sehr lustlos und schlurfte mehr über den harten Boden, als das er lief. „Mensch Paurin, reiß Dich zusammen. Was meinste was los ist wenn der Alte jetzt kommt. Dann heißt es wieder Sonderschichten schieben“, ermahnte Evos seinen Kollegen. Paurin sah ihn gelangweilt an. „Stell Dich nicht so an. Du weißt ganz genau was der Alte gerade macht. Sich einen genehmigen und dann Rausch ausschlafen auf dem Schreibtisch. Wie jeden Abend. Der is doch voll fertig. Seit 20 Jahren denselben Job, da muss man doch austicken. Und dabei war er mal der größte General in der Armee des Königs. Heute ist er nur noch ein Schatten seiner selbst“, spottete Paurin.

„Wie konnte es denn nur soweit kommen ?“fragte Evos den ältern Paurin. Evos war erst seit 6 Monaten Wachmann im Gefängnis. Paurin hingegen war schon hier, als Conovan Direktor wurde. Paurin blickte sich um, dann zog er Evos heran.

„Du kennst den Gefangenen in Zelle 13? Er ist schuld, das es soweit kam.“ „Zelle 13? Da sitzt doch dieser Verrückte drin, der den ganzen Tag vor sich hingrinst“, erwiderte Evos. „Verrückt? Verrückt ist der nicht. Im Gegenteil. Das ist Drakon Zar, einer der klügsten Wissenschaftler auf diesem Planeten. Genial würde es besser treffen“, sprach Paurin gelassen. „Aber wenn er genial ist, und so ein kluger Mann, warum ist er dann hier?“ fragte Evos weiter. Paurin sah schon, dass er Evos Neugier geweckt hatte. Ohne ihm die ganze Geschichte zu erzählen, kam er wohl aus der ganzen Sache nicht mehr raus. Also nahm er auf einem wackeligen Stuhl Platz, der in einer Wandnische stand. Evos stellte sich neben ihn auf und lauschte seinen Worten:

„Vor 20 Jahren war Champ General in der eternianischen Armee und höchster Soldat unter König Randor. Er hatte Karriere gemacht, hatte Frau und Kind, und brauchte sich eigentlich über nichts Gedanken zu machen. Zur gleichen Zeit gab es an der Akademie der Wissenschaften von Eternis einen Wissenschaftler, von dem man behauptete, dass er seinen Platz unter den größten Köpfen seiner Zeit finden werde“, Paurin deutete mit dem Finger auf die Zelle von Drakon Zar. Evos blickte zur Zellentür hinüber. „Doch seine Forschung war nach geltendem Recht verboten. Er befasste sich mit der DNS-Forschung und speziell dem Klonen von Menschen. Als bekannt wurde, dass Zar sich trotz Verbots weiter der Klonforschung widmete, wurde seine Zulassung zur Akademie widerrufen, und er wurde der Anstalt verwiesen. Tja, und dafür hat er sich dann gerächt“, Paurin schnaufte aus.

„Was ist passiert?“ fragte Evos mit leuchtenden Augen, „nu rede doch schon!“ Paurin lachte auf. „Nun, eines nachts schlich er sich in die Stadt Eternis zurück, und entführte zwei Kinder, um an ihnen seine Klonexperimente fortzusetzen. Doch der König persönlich, Man-At-Arms, Convon Champ und sein Bruder Overon Champ nahmen die Verfolgung auf. In den Mystic Mountains gelang es ihnen endlich, die Kinder zu befreien und Zar dingfest zu machen. Doch der Kampf mit Zar forderte zwei Opfer von Conovan. Zum einen zertrümmerte Zar ihm eine Kniescheibe, seitdem zieht er sein linkes Bein nach. Zum anderen stürzte sein Bruder Overon bei der Verfolgung Zars von einem Hang zu Tode. Diese Erlebnisse machten aus Champ ein seelisches Wrack. Zwar hatte er die Kinder retten können, doch der Verlust seines Bruders und die körperlichen Schmerzen überstiegen das, was er aushalten konnte.

Champ ließ sich schließlich hierhin versetzen, als er hörte, dass Zar in diese geheime Anstalt gesperrt wurde. Er wurde aus der Armee mit allen militärischen Ehren entlassen, und seitdem ist er hier.“ Paurin stand auf. Er stöhnte und rieb sich seinen Rücken. „Komm, wir haben noch 10 Minuten, dann ist Ablöse“, winkte er Evos hinter sich her. „Und die Kinder? Wen hat er denn entführt, dass der König und Man-At-Arms persönlich hinter Zar her waren?“ fragte Evos aufgeregt.

„Nun, offiziell weiß das niemand, aber es gibt genug Vermutungen, dass....“, begann Paurin, doch dann stoppte er abrupt. Er legte den Finger auf den Mund und horchte. „Sag mal, hörst Du das auch?“ fragte er den jüngeren Evos. „Hören? Was?“ fragte Evos. „Psschht!“ mahnte Paurin Evos zur Ruhe. Paurin ging den Gang etwas zurück, den sie gerade gekommen waren. Er fasste an die kalte Wand. „Die Wand, sie .... zittert etwas“, murmelte Paurin. „Die Wand zittert? Ach komm, jetzt hast Du mir aber genug Schauermärchen erzählt“, erwiderte Evos. „Nein, fühl doch mal. Und hör hin. Es ist als wenn hinter der Wand etwas wäre!“ Evos legte die Hand auf die Wand. „Du spinnst. Wir sind gute 2 km unter dem Berg, außerdem, wer weiß schon von diesem Gefängnis. Und....“, Evos hielt inne. Paurin hatte Recht. Jetzt fühlte er es auch. Ein Erzittern der Wand, und ein lauter werdendes Geräusch. „Was zum ...“, entfuhr es Paurin.


Königspalast von Eternia

Man-At-Arms, He-Man und Teela machten sich daran, in Man-At-Arms‘ Labor etwas Ordnung zu schaffen. Die Geräte hatten doch einigen Schaden genommen und der Waffenmeister kontrollierte, was noch zu gebrauchen war. Als erstes kümmerte er sich um Roboto. Der Roboter stand zum Glück einiges entfernt vom Computerterminal und hatte so gut wie keinen Schaden genommen. Gerader als Arms die Verkleidung von Roboto entfernte, ertönte ein Funkspruch über sein Funkgerät im Armband. „Hier Man-E-Faces, die Dechiffrierung ist abgeschlossen, Waffenmeister“, ertönte seine Stimme. „Wir kommen!“ antwortete er und winkte He-Man und Teela mitzukommen.


Strafanstalt Zaura 3

Das Geräusch kam schnell näher und plötzlich krachte vor Paurin und Evos die Wand ein. Evos hechtete zur Seite. Paurin wurde zurückgeworfen. Er schrie auf. Blut spritzte. Der spitze Bohrer von Mole Man hatte sich nicht nur durch die Wand gebohrt, sondern hatte den ahnungslosen Paurin gleich mit aufgespießt und gegen die gegenüberliegende Wand gedrückt. Paurin zuckte noch etwas, dann sackte er leblos zusammen. Durch den rotierenden Bohrer wurde Paurins Blut weit über die Wand verteilt. Überrascht grinsend zog Mole Man den Bohrer zurück. Der tote Paurin fiel wie ein nasser Sack zu Boden. Mit Entsetzen in den Augen hatte Evos den Tod Paurins beobachtet. Unfähig zu schreien stand er auf und lief davon. „RazorAxe“ hörte er jemanden hinter sich rufen.

Evos blickte sich um. Er sah, dass ein furchterregendes Monster mit zwei messerscharfen Spitzen aus dem Loch sprang und hinter ihm herhastete. Er beschleunigte und rannte um eine Ecke. Endlich, eine Tür am Ende des Korridors. Die Tür zum Aufenthaltsraum der Wachmänner. Er blickte sich noch mal um. Das Monster war weg. Er stoppte und blickte sich um. Erst jetzt zog er seinen Lähmstrahler und richtete ihn nach vorne. Doch das Monster war weg. „Warnen“ und „Hilfe holen“, waren seine einzigen Gedanken jetzt. Evos drehte sich um und ging weiter zur Tür. Doch dort sollte er nicht ankommen. Mit weitaufgerissenen Augen sah Evos, wie die Tür scheinbar auf ihn zukam. Zu keiner Reaktion fähig öffnete Evos den Mund, doch nur ein leises Stöhnen entkam ihm. Und dann materialisierte vor ihm das Ungeheuer. Es riss seine Hand mit den Spitzen hoch und rammte sie Evos mitten in den Hals. Evos Leib zuckte noch und ein Streifen Blut rann aus seinem Mund. Nach einigen Sekunden verstummten die Zuckungen und der letzte Funke Leben hatte seinen Körper verlassen.

RazorAxe ließ den toten Körper zu Boden fallen, dann packte er in seine Tasche und holte ein kleines Päckchen hervor. Er drückte einen Schalter, wo rauf das Päckchen zu blinken begann und deponierte es neben der Tür. Dann lief der den Gang zurück zum Tunnel.

Während RazorAxe den fliehenden Wachmann verfolgte, kümmerten sich Raptyle, Mole Man und Typer um Drakon Zar. Mole Man rammte seinen schweren Bohrer in die Eisentür zu Zars Zelle. Nach einigen Umdrehungen war das Metall derart verformt, dass Mole Man die Tür einfach herausziehen konnte. Raptyle hastete hinein, die anderen hinterher. Dort wurde er zu seiner Überraschung anscheinend schon erwartet.

„Gentleman, ich bin Drakon Zar! Ich habe euch bereits erwartet!“ sprach der schwarzgekleidete, hagere Mann und hob eine Augenbraue. Der Zischlaut, mit dem er den Anfangsbuchstaben seines Nachnamens aussprach, würde einem Schlangenmenschen alle Ehre machen. Raptyle ging gar nicht weiter auf die Aussage des Gefangenen ein. „Mitkommen!“ sprach er barsch und deutete Typer, Zar zu fassen. Gerade als die vier die Zelle verließen, kam ihnen RazorAxe entgegen. „Auftrag ausgefüllt“, grunzte er und sprang als erster in den Tunnel zurück. „Warum geht hier eigentlich kein Alarm los?“ fragte Raptyle nebenbei. „Es gibt hier keine Alarmanlagen. Die Einrichtung wird für so unantastbar von außen gehalten, dass keine eingeplant sind. Aber sie haben nicht damit gerechnet!“ grinste Mole Man und hob seinen Bohrer demonstrativ hoch. „Los jetzt! Wir sind schon viel zu lange hier drin!“

Raptyle stieg als letzter in den Tunnel. Als er einige Meter in ihm verschwunden war. Drückte er einen kleinen Schalter an seinem Gürtel.. Eine gewaltige Explosion durchzuckte die Kälte des Tunnels. Mit einem Miniatur-Explosions-Pack hatten die Snake Men die Anstalt verwüstet, so dass niemand mehr klären konnte, was eigentlich passiert war. Der Tunnelausgang zur Strafanstalt brach unter dem Echo der Explosion zusammen. Lachend folgte Raptyle den anderen Snake Men und ihrem Gefangenen durch den Tunnel zurück zum Raumschiff.


Königspalast

Man-At-Arms, He-Man und Teela hasteten die Stufen zum Hauptcomputerraum hinunter. Der Waffenmeister schlug die Tür auf und begab sich unmittelbar zum Computerterminal. Auf dem Bildschirm rief er die Daten ab, die der Hauptcomputer soeben dechiffriert hat. „Du meine Güte“, sprach er fassungslos aus. „Was ist Arms? Hast Du was entdeckt?“ fragte He-Man und blickte ebenfalls auf den Bildschirm. „Wer sich in das System reingehackt hat, hat ganze Arbeit geleistet. Taktische Pläne, Waffenstärke, die Codes für die automatischen Verteidigungsparameter, der Fuhrpark des Palastes, sie haben sich alles runtergeladen, was wichtig für die Verteidigung der Stadt und des Königspalastes ist.“ Arms blickte He-Man und Teela entgeistert an.

„Man-E-Faces“, rief er den Giganten mit den drei Gesichtern. „Ja, Arms? Was gibt es?“ fragte Man-E-Faces. „Wir gehen auf Verteidigungsparameter Gelb. Und dann müssen die Codes für die automatischen Verteidigungsanlagen geändert werden. Ruf einige unserer Freunde zusammen. Wir müssen alle Verteidigungstaktiken ändern. Außerdem müssen wir...“, Arms stockte. Beim Abrufen der Daten auf dem Monitor hatte er etwas wichtiges entdeckt.

„Bei allen Göttern Eternias!“ entfuhr es ihm. He-Man und Teela blickten ihn fragend an. „Sie sind in meine Geheimdatenbank reingekommen. Verflucht!“ rief Arms. Dann wandte er sich an Teela. „Teela, versetze die Palastwache in Alarmbereitschaft. Wir könnten jederzeit mit einem Angriff rechnen. Gefährliches Wissen ist gestohlen worden, und wir wissen nicht von wem!“ mahnte er seine Tochter. „Ich beeile mich, Vater!“ rief Teela und verließ hastig den Computerraum.

Arms zog He-Man in einen abhörsicheren Nebenraum. Dort aktivierte er ein Kommunikationsterminal. „Arms, was ist denn los, so aufgeregt habe ich Dich selten gesehen“, fragte He-Man den Waffenmeister. Ohne auf He-Man zu reagieren aktivierte er einen Kommunikationskanal. „Computer, Identifikation Man-At-Arms, Waffenmeister, Code 145 Blau“, sprach er. „Identifikation und Code bestätigt“, ertönte die Stimme des Computers.

„Computer, Verbindung zur Strafanstalt Zaura 3 aufbauen. Priorität 1“, sprach Man-At-Arms. Seine Stimme hatte einen Unterton von Aufregung. Die Sekunden vergingen. „Verbindung konnte nicht aufgebaut werden, keine Rückmeldung von der Gegenstelle“, ertönte nach einigen Sekunden wieder der Computer. „Verbindungsversuch wiederholen“, sprach Arms erneut, doch er bekam nach einigen Sekunden dieselbe Nachricht vom Computer wie beim ersten Versuch.

„Verdammt! Da stimmt was nicht. Komm mit He-Man!“ „Was ist denn los, Arms. Und was ist so besonders an dieser Strafanstalt?“ fragte He-Man. Arms antwortete ihm nicht, sondern winkte ihm nach. Im Computerraum hatte Man-E-Faces mittlerweile Fisto, Extendar, Stonedar, Rokkon und Sy-Klone dazugeholt, um die Codes für die Verteidigungsparameter zu überprüfen. Wortlos rannte Arms an ihnen vorbei. He-Man folgte Arms nach draußen zum Point Dread. Gerade als He-Man einsteigen wollte, tauchte Moss Man hinter ihm auf.

„He-Man, warte, wir müssen reden!“ rief er dem Helden hinterher. „Später Moss Man, wird haben es sehr eilig“, fuhr ihm Arms dazwischen und schloss die Kabine des Fighters. Krachend hob das Sturmfahrzeug ab und beschleunigte Richtung Mystic Mountains.

„Man-At-Arms, was sollte das denn?“ fragte He-Man den Waffenmeister ärgerlich. „Tut mir leid, He-Man. Aber die Zeit drängt. Ich werde später mit Moss Man reden.“ „Kannst Du mir jetzt endlich sagen, was los ist? Und was ist mit dieser Strafanstalt Zaura 3? Ich habe noch nie davon gehört!“

„Das kannst Du auch nicht. Zaura 3 ist eine geheime Strafanstalt, von der kaum mehr eine Handvoll Leute auf diesem Planeten wissen. Durch den Hackerangriff ist es zumindest eine Person mehr geworden“, erklärte der Waffenmeister. „Und was ist so besonders an dieser Strafanstalt, das sie geheim ist, und niemand etwas darüber weiß?“

Man-At-Arms holte tief Luft. „In Zaura 3 werden einige der gefährlichsten Männer dieses Planeten in Gewahrsam gehalten. Conovan, der Vater von Clamp Champ ist der Leiter des Gefängnisses.“ „Conovan?“ He-Man stutzte. Clamp Champ hatte ihm erzählt, sein Vater sei seit seinem Austritt aus der Armee Gouverneur auf einer kleinen Inselgruppe des südlichen Kontinents.

„Ja, Clamp Champ weiß von der Tätigkeit seines Vaters, doch durfte er es niemanden preisgeben.“ „Und was ist jetzt so besonders an diesem Gefängnis?“ fragte He-Man erneut. Er mochte es nicht, wenn um den heißen Brei herumgeredet wird.

„Aus dem allgemeinen und meinem privaten Datenbestand wurden umfangreiche Datensätze über das Klonen von Menschen abgerufen, quasi alles, was uns über diese gefährliche Technologie bekannt war.“ Man-At-Arms atmete aus. „In Zaura 3 ist unter anderem ein Wissenschaftler namens Drakon Zar inhaftiert. Zar hat vor 20 Jahren verbotene Experimente mit Klonen durchgeführt. Als er enttarnt wurde, entführte er 2 Kinder aus Eternis um sich für seine Verbannung zu rächen und um seine Experimente fortzusetzen. Dein Vater, Conovan, sein Bruder Overon und ich nahmen damals seine Verfolgung in die Mystic Mountains auf, um die Kinder zu retten und Zar gefangen zu nehmen. Nach tagelanger Verfolgungsjagd haben wir ihn schließlich gefangen. Overon verlor bei der Suche nach Zar sein Leben, als er von einer Klippe stürzte. Als wir Zar gefangen hatten, brachten wir ihn nach Zaura 3, von deren Existenz kaum jemand wusste. Wir mussten verhindern, dass Zars Wissen jemals wieder ans Tageslicht kommt. Conovan, durch den Verlust seinen Bruders ein gebrochener Mann, trat danach aus der Armee des Königs aus und übernahm die Leitung der Strafanstalt.“

„Und jetzt ist das Wissen über Zar und Zaura 3 aus dem Computer gestohlen worden. Und es gibt keinen Funkverkehr zur Station. Das ist in der Tat sehr beunruhigend. Jetzt verstehe ich Deinen Drang zur Eile“, sprach He-Man betrübt.

„Diese ganze Sache bringt Erinnerungen hoch, die ich schon fast vergessen hatte. Denn es gibt noch etwas, dass Du wissen solltest. Es gab einen Grund, dass der König an der Suche von Zar teilgenommen hatte.“ Arms stoppte. Er schien nach den richtigen Worten zu suchen. „Die beiden Kinder, die Zar damals entführte,......“ Arms unterbrach sich, „... waren Teela und Adam!“

He-Man schluckte. Er war zunächst unfähig etwas zu sagen. Er konnte es nicht fassen, dass er, oder besser, er als Adam, als Kind in den Händen eines Wissenschaftlers war, der ihn klonen wollte und als Versuchskaninchen missbrauchen wollte.

„Ich hoffe Du verstehst jetzt meine Erregung. Der Gedanke, dass Teela, meine Teela, in der Gewalt dieses Monsters war, bringt mich schon zur Verzweiflung.“ Man-At-Arms schien kurz vorm Explodieren, sammelte sich dann aber und wurde wieder leiser. „Drakon Zar ist gefährlich. Und das, obwohl er aus einer der ältesten Familien dieses Planeten stammt.“

He-Man hatte sich wieder gefasst. Er legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter. „Ist schon gut, Arms!“ beruhigte er den Freund. Arms legte einen Schalter im Talon Fighter um. „Der Autopilot übernimmt jetzt die Navigation. Der Zugang zu Zaura 3 liegt versteckt und ist von anderen Fluggeräten nicht auszumachen. Nur der Talon Fighter kann in der Anstalt landen.“

Der Talon Fighter drehte ab und nahm Kurs auf einen der Berge der Mystic Mountains. Das Fluggerät steuerte direkt auf das gewaltige Massiv der Berges zu. „He, was...“, begann He-Man. „Keine Sorge, alles ist in Ordnung“, beruhigte Arms den Giganten.

Der Fighter schoss auf den Berg zu . He-Man schluckte. In einigen Sekunden würde der Fighter zerschellen und er und Arms würden binnen Sekunden verglühen. „Arms, was passiert hier? Wir werden zerschellen, wir.....“, He-Man wurde unruhig. Mit weit aufgerissenen Augen sah er wie der Talon Fighter auf den Berg zu raste. Scheinbar nichts schien ihr Schicksal, in einem Feuerball zu verglühen, zu verhindern. He-Man hielt den Atem an, und dann passierte es!


Beim Raumschiff der Snake Men

Raptyle, RazorAxe, Typer, Mole Man und der befreite Drakon Zar verließen den Tunnel neben dem Raumschiff. Zar klopfte seinen Mantel ab, fuhr sich mit der Hand durch das zerzauste Haar, um es zu glätten, und sah die anderen musternd an. „Ich danke euch für meine Befreiung“, sprach Zar und blickte sich um.

„Genug der Worte. Sprich, bist Du in der Lage aus einer DNS-Probe einen Klon des DNS-Spenders herzustellen?“ blaffte Raptyle Zar an. „Mit den entsprechenden Maschinen bin ich sehr wohl in der Lage dies zu tun. Habt ihr genug Geld, um die Einzelteile für die Maschinen zu kaufen?“ fragte Zar abwertend. „Das ist kein Problem!“ sprach Raptyle, holte ein kleines Gerät aus der Tasche und drückte einen Knopf. Wenige Sekunden später materialisierte das Raumschiff der Snake Men vor den Augen des verblüfften Zar. „In diesem Schiff findest Du alles was Du brauchst, und hier.......“, Raptyle griff in seinen Mantel und holte ein kleines Glas heraus. „Die DNS-Probe. Erschaffe daraus einen Klon, und ich rate Dir, keinen Fehler zu machen, sonst ergeht es Dir schlecht!“ drohte Raptyle.

„Nun“, sprach Zar wenig beeindruckt, „da wir ja nun „Partner“ zu sein scheinen, wird wohl an der Zeit sein, meine Forderungen auszusprechen, oder?“ „Forderungen?“ knurrte RazorAxe und ließ seine Klingen ausfahren. „Du tust, was Dir befohlen wird, sonst.....“ „Was sonst?“ brüllte Zar zurück, „so wie es aussieht, seid ihr wesentlich mehr auf mich angewiesen als ich auf euch. Nun los, töte mich. Aber sei gewiss, niemand auf diesen Planeten wird dann mehr in der Lage sein, euch euren Klon zu erschaffen.“ Zar blickte RazorAxe in die blutroten Augen. Dieser hätte am liebsten ausgeholt, und diesen widerlichen Menschen in zwei Teile geschnitten. Doch Raptyle hielt ihn zurück.

„Nun gut, was willst Du?“ fragte Raptyle. „Rache!“ sprach Zar kühl aus. „Ich habe 20 Jahre im Gefängnis verbracht, weil man den Wert meiner Forschung nicht erkannt hat. 20 Jahre nutzlos verbracht. Es verging nicht eine Nacht, in der ich nicht daran dachte, mich an denen zu rächen, die mir das angetan haben.“ Zars Stimme wurde dunkler. „Ich will die beiden Kinder, die ich damals entführt habe. Ich will mit ihnen beenden, was ich vor 20 Jahren begonnen habe. Helft mir, meine Rache zu vollenden, in dem ihr mir helft, die Kinder nochmals zu entführen. Sie mögen jetzt erwachsen sein, doch sie sollen das Werkzeug meiner Rache sein.“

Raptyle dachte kurz nach. „So soll es sein. Erschaffst Du uns den Klon, helfen wir Dir, die Kinder von damals zu entführen.“ Zars Augen leuchteten auf. Er streckte seine Hand aus. „Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ein Handschlag unter euch etwas bedeutet, aber ich sage mal, dass wir jetzt Partner sind“, lächelte Zar hämisch. Raptyle reichte ihm kurz die Hand, zog sie dann aber wieder angewidert zurück. Dieser Zar war ihm irgendwie unheimlich.

Zar krempelte sich den rechten Ärmel seines Mantel nach oben. Auf seinem Arm zeichnete sich eine etwas 6 cm lange Narbe ab. „Was tust Du?“ fragte Raptyle. „Das wirst Du gleich sehen“, sprach Zar trocken. Er fuhr sich mit dem Finger über die Narbe und drückte sie am Rand ein. Ein kurzes Knacken ertönte. Etwas Blut spritze aus der Narbe. „Was machst Du denn da?“ Raptyle verzog das Gesicht. Ohne das Gesicht vor Schmerzen zu verziehen, riss Zar die Narbe immer weiter auf. Er griff unter das Fleisch und zog etwas kleines viereckiges heraus.

„Ein isolinearer Datenchip, komplett aus Kunststoff, von Metalldetektoren nicht zu entdecken. 20 Jahre habe ich ihn unter meiner Haut getragen, bis ich wieder frei sein werde, um meine Rache zu vollenden. Hier!“ Zar überreichte Raptyle den blutverschmierten Chip. „Da sind alle Baupläne und Beschreibungen der Einzelteile für meine Klonmaschinen drauf. Ihr solltet keine Probleme haben, sie zusammenzusetzen. Und jetzt entschuldigt mich bitte.“

Raptyle nahm den Chip und gab ihn an Mole Man weiter. „Entschuldigen? Was soll das heißen. Du gehst nirgendwo hin!“ knurrte Raptyle. „Zur Entschlüsselung der DNS brauche ich ein von mir entwickeltes Gerät. Ein Gerät wurde damals zerstört, aber ich besitze noch den Prototypen. Er ist in meinem Geheimlabor. Mit ein wenig Glück wurde es damals nicht entdeckt. Ich werde hingehen und es holen“, sprach Zar trocken.

„Aber nicht alleine!“ blaffte Raptyle. Es gefiel ihm ganz und gar nicht, dass Zar jetzt weggehen wollte. Wenn er denn unbedingt dieses Gerät brauchte, sollte auf jeden Fall sichergestellt sein, dass er sich nicht aus dem Stab macht. „RazorAxe wird Dich begleiten!“ befahl er.

„Eine Schande, dass jetzt einem nicht mal mehr die eigenen Partner vertrauen“, sprach Zar zynisch. „Ich vertraue niemanden!“ sprach Raptyle, „und nun geht. Seit bis zum Sonnenuntergang zurück!“ Er nahm RazorAxe zur Seite. „Pass auf, was er macht, und...“ Raptyle packte RazorAxe am Arm, „wenn es sein muss, schlag ihn k.o. Aber töte ihn NICHT! Hast Du verstanden?“ sprach er ernst. RazorAxe grunzte spöttisch, nickte aber. Sogar er wusste, wie wichtig Zar für ihren Plan war.

„Können wir dann?“ fragte Zar und ging los. RazorAxe trottete wie ein Hund hinter ihm her. Raptyle wandte sich an Mole Man. „Du und Typer, ihr werdet die Maschinen zusammenbauen. Nehmt euch soviel Teile vom Schiff, wie ihr braucht. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir diesen Planeten sowieso nie mehr verlassen“, grinste Raptyle.


In den Mystic Mountains

Ein Zisch und es war passiert. He-Man blickte sich verwundert um. Vor einer Sekunde befand er sich noch mitten in den Mystic Mountains, und jetzt in einer großen Hangarhalle. „Arms, was zum......?“ sprach He-Man verwundert aus. Arms konnte sich ein grinsen über He-Mans Ausdruck im Gesicht nicht verkneifen, obwohl ihm eigentlich nicht zum Grinsen zumute war. „Zaura 3 ist mitten unter einem Berg gebaut. Der einzige Zugang liegt in 300 m Höhe und ist nur mittels des Talon Fighters zu erreichen. Vor dem Hangartor ist ein kombiniertes Kraft- und Tarnfeld installiert. Von außen sieht es wie normales Felsgestein aus“, erklärte Arms und landete den Fighter im Hangar.

„Fantastisch!“ sprach He-Man, „und das hast Du hier alles gebaut?“ fragte er den Waffenmeister. „Nein, das meiste wurde von meinem Vorgänger erbaut. Ich habe nur hier und da ein paar Feinarbeiten erledigt“, sprach Arms und schaltete das Triebwerk des Talon Fighters aus und öffnete die Kabine.

„Komm, dort ist der Fahrstuhl. Mit ihm geht es fast 700 m nach unten.“ Arms drückte den Knopf. Nach einigen Sekunden öffneten sich die Türen und die beiden stiegen ein. Arms drückte den untersten Knopf und der Fahrstuhl setze sich knarrend in Bewegung.

„Was glaubst Du werden wir da unten vorfinden?“ fragte He-Man. „ich weiß es nicht, aber ich hoffe, es ist alles in Ordnung. Wir müssen...“, begann Man-At-Arms, wurde dann jedoch durch ein lautes Knatschen und Krachen unterbrochen. Die Fahrt des Fahrstuhles wurde unruhig und verlangsamte sich. He-Man hielt sich am Geländer fest. Die Kabine wurde durchgeschüttelt. Dann stand sie plötzlich und die Beleuchtung fiel aus.

„Verdammt, was soll das denn?“ Arms drückte einen Schalter am Kontrollpanel. Schwaches Notlicht glimmte auf. Arms drückte einen weiteren Schalter. „Hallo, Basis, könnt ihr mich hören? Notfall im Lift, ich wiederhole, Notfall im Lift! Ist da jemand?“ Arms wiederholte den Ruf mehrfach. „Verdammt!“ fluchte er und haute mit der Faust gegen die Konsole. Plötzlich ertönte ein lautes Krachen und die Kabine kippte etwas zur Seite weg.

„Oh nein!“ rief Arms. „Was?“ fragte He-Man. „Es scheint, das eine Klammer gebrochen ist. Das wäre schlecht, sehr schlecht.“ „Klammer?“ „Die Kabine wird von 3 Klammern im Schacht gehalten. Brechen 2 weg, stürzt die Kabine in die Tiefe. Verdammt, wir sitzen hier in der Falle!“ Arms blickte sich hastig um. „Können wir die Kabine nicht verlassen?“ fragte He-Man. „Am Rande des Schachtes führt eine Leiter bis nach unten. Und alle 100 m gibt es eine kleine Plattform. Aber wie kommen wir aus der Kabine?“ „Wo es keine Tür gibt, macht man sich eine!“ rief He-Man, holte aus und schlug das Dach der Kabine ein. Ein kurzes Knarren der Kabine ertönte, und sie senkte sich einige cm weiter nach unten. „Es scheint, als wäre eine zweite Klammer beschädigt. Wir müssen uns beeilen. Der Lift kann jeden Moment abstürzen“, entfuhr es Arms.

He-Man hangelte sich nach oben auf das Dach. Er sah sich kurz die Klammern an und erkannte sofort die Gefahr. Eine Klammer war gebrochen und eine weitere angerissen und drohte jeden Moment zu brechen. He-Man reichte Arms die Hand und zog ihn nach oben aufs Dach. Ein verräterisches Knirschen signalisierte beiden die unmittelbare Gefahr. Beide hasteten über das Dach und sprangen zur Leiter, die sich links von ihnen an der Wand befand und in den Schacht hinunterführte. Gerade rechtzeitig schafften sie es, sich an den Sprossen festzuhalten, denn kurz danach brach auch die zweite Klammer und der Lift donnerte krachend in die Tiefe. Vor lauter Schreck verlor Arms für einen Augenblick das Gleichgewicht und rutschte von einer Stufe ab. Doch He-Man reagierte sofort und packte den Waffenmeister am Arm und hielt ihn fest. Dankbar blickte Arms zu He-Man.

Unten im Schacht knallte die Kabine auf den Boden und faltete sich durch den Aufschlag zusammen wie eine Ziehharmonika. Wären He-Man und Arms jetzt noch drin gewesen, sie hätten den Aufschlag nicht überlebt. Nun begannen die beiden den mühsamen Abstieg durch die Röhre nach unten. Und der Weg war noch sehr, sehr weit!


Woanders in den Mystic Mountains

„Wie weit ist des denn noch?“ knurrte RazorAxe. Seit zwei Stunden lief er dem Wissenschaftler Zar nun schon hinterher, und das Labor war immer noch nicht in Sicht. „Nicht mehr weit, mein ungeduldiger Freund. Vielleicht kannst Du mir auf dem Rest der Reise erklären, warum ich jemanden für euch klonen soll“, antwortete Zar. „Das geht Dich gar nichts an, Du sollst nur den Klon erschaffen, warum, das hat Dich nicht zu interessieren“, blaffte RazorAxe zurück.

„Nun ganz wie Du meinst. Aber es wäre hilfreich für mich, etwas über das Wesen zu wissen, dass ich erschaffen soll. Nicht das ich am Ende einen Fehler mache, weil mir wichtige Informationen fehlten. Ich glaube, dieser Raptyle wäre davon nicht gerade begeistert. Er scheint ja wohl so was wie euer Anführer zu sein.“ Zar setze eine ganz besondere Taktik ein, um alles zu erfahren, was ihm nützlich sein könnte. Denn immerhin  waren ihm seine persönlichen Interessen doch sehr viel wichtiger als die dieser skurrilen Typen. Aber scheinbar hatte er einen wunden Punkt getroffen, als er das Thema Führerschaft ansprach, denn RazorAxe` Gesichtsfarbe wechselte von dunkelbraun nach rot.

„Raptyle ist keineswegs unser Anführer. Auch wenn er das denkt. Aber ich will Deine Neugier befriedigen. Wir sind die Nachkommen der Schlangenmenschen, die die Vernichtung der großen Armee auf Preternia durch das Council of Elders überlebt haben. Trotz Verfolgung haben einige Snake Men überlebt und bald wird das große Imperium der Schlangenmenschen neu erstehen.“ Zar horchte auf. „Die Asche, die Dir Raptyle gegeben hat, ist die Asche des letzten großen Königs der Schlangenmenschen, Rags Raptor. Du sollst ihn für uns klonen, ihn und viele andere Snake Men, damit die Schlangenmenschen endlich wieder die Rolle zuerkannt bekommen, die für sie bestimmt ist: Die Herrschaft über das Universum!“

„Ein netter Plan, das muss ich zugeben“, sprach Zar trocken aus, doch in Wirklichkeit zollte er vor dieser genialen Idee seinen Respekt. Eine Armee aus geklonten Kriegern, wann hatte man so etwas schon mal erlebt?

„Also“, knurrte RazorAxe erneut, „wie weit ist es noch?“ „Nicht mehr weit. Siehst Du dort vorne den Felsen? Der wie ein Ei geformt ist? Dort hinter liegt der Eingang zu meinem Geheimlabor. Ich hoffe nur, dass die Witterung das Schloss nicht zerstört hat. Es war eben nicht geplant, dass ich 20 Jahre von der Bildfläche verschwinde.“ Zar trat vor den eiförmigen Stein und tastete die Oberfläche ab. Mit großen Augen sah RazorAxe, wie Zar plötzlich in den Stein fasste, als wäre er aus Butter. „Hier ist der Schalter. Verdammt, aber er klemmt. Er scheint nicht mehr zu funktionieren!“ sprach Zar ärgerlich. „Moment, das haben wir gleich“, sprach RazorAxe. „Aus dem Weg“, sprach er zu Zar und stieß ihn von dem Felsen weg.

RazorAxe fuhr seine Klingen aus und rammte sie ohne groß nachzudenken in den Stein. Funken sprühten aus der Stelle, und RazorAxe nahm den Kopf zur Seite. Er zog seine Klingen wieder heraus, nachdem ein Zischen ertönte. „Faszinierend, Du hast es geschafft“, sprach Zar und hob eine Augenbraue. RazorAxe grinste hämisch, wobei ihm ein dicker Sabberfetzen aus dem Mundwinkel tropfte. Zar verzog das Gesicht und trat zurück. Plötzlich öffnete sich der Stein an einer Stelle und schuf einen Eingang. Doch dann knarrte es laut, und die Tür öffnete sich nicht weiter. „Na ja, fast“, ergänzte Zar seinen Satz von eben und ging zur Tür um sie weiter zu öffnen. RazorAxe half ihm dabei.

Die beiden konnten zwar die Tür nicht ganz öffnen, jedoch schafften sie es, sie soweit zu öffnen, dass beide eintraten konnte. Sie gingen durch eine kleine Schleuse und öffneten die Tür am Ende. Im Raum war es dunkel und das wenige Licht, dass von draußen hereinkam, verlieh dem ganzen eine gespenstische Atmosphäre. Fast das ganze Labor war übersät mit Spinnweben. Vorsichtig traten Zar und RazorAxe ein. Der Schlangenmensch schnüffelte. Dann fuhr er blitzschnell seine Spitzen raus.

„Hier stimmt etwas nicht!“ knurrte er. Und damit hatte er gar nicht so unrecht. Plötzlich huschte etwas vor den beiden Männern her, riss Zar mit sich und warf ihn gegen die Steinwand. Benommen blieb er liegen. RazorAxe fuhr herum. Blitzschnell drehte er sich, und er schien in alle Richtungen gleichzeitig zu blicken. Wieder huschte es vor dem Schlangenmenschen und ein wuchtiger Schlag vor die Brust warf RazorAxe nach hinten auf den Rücken. Als er aufblickte, schaute er in zwei böse funkelnde Augen, die sich ihm näherten. Plötzlich wurde er gepackt und hochgerissen. Ein Arm nach den anderen legte sich um den Körper von RazorAxe und drückte erbarmungslos zu. Verzweifelt versucht sich RazorAxe aus dem Griff zu befreien, doch er schaffte es nicht. Er schrie auf. Doch während er schrie, ertönte ein weiterer Schrei.

„Nein! Nicht! ARACTOR!“ RazorAxe blickte sich schwerfällig und mit rotem Gesicht um. Zar hatte das gesagt. Kannte er etwas dieses Monster? Er sollte es bald erfahren. Denn das Wesen ließ RazorAxe einfach los und trottete zu Zar. Schweratmend blickte er zu Zar rüber.

„Aractor, ich bin es! Erkennst Du mich noch?“ fragte Zar ruhig. Er hatte sich von der Wucht des Aufpralls erholt und hatte sofort reagiert. Das Monster ging langsam auf Zar zu und machte seltsame kreischende Geräusche. „Aractor, komm zu mir“, sprach Zar weiter. Das Monster schien zu lächeln und legte seinen Kopf auf Zars Schulter, wobei es quietschte.

RazorAxe war wieder bei Atem. Er stand schwerfällig auf, näherte sich den beiden aber nicht. „Du kennst dieses Vieh?“ sprach er abwertend. „Nenne ihn nicht Vieh!“ blaffte Zar zurück. „Dies ist Aractor. Meine Schöpfung! Mein Sohn, könnte man fast sagen“, sprach Zar und strich dem Monster über den Kopf. „Und was soll das darstellen?“ fragte RazorAxe. „Nun, es wird Zeit, etwas Licht in diese Angelegenheit zu bringen. LICHT!“ sprach Zar. Ein Rauschen erklang, und der Raum erhellte sich langsam. RazorAxe riss die Augen auf. Das Monster, das ihn angegriffen hatte, war fast vollkommen schwarz. Aus dem Rücken wucherten acht tentakelartige Arme. Aractor war ein Spinnenmensch!

Angewidert verzog RazorAxe das Gesicht. „Wuuuahhhh, ein Spinnenmensch!“ entfuhr es ihm. Aractor blickte zu ihm böse auf und kreischte aufgeregt. „Was ist? Kann der nicht sprechen?“ „Nein, ich habe ihn nicht mit Stimmbändern ausgestattet. Er war mein erstes Geschöpf. Menschliche DNS geklont mit der DNS einer Spinne. Fertig war Aractor. Ich habe ihn ein wenig aufgewertet. Stärke, Schnelligkeit, Kampfbereitschaft“, sprach Zar stolz.

„Gut gut, aber wo ist jetzt das Gerät, weswegen wir überhaupt hier sind?“ fragte RazorAxe ungeduldig und ließ Aractor dabei nicht aus den Augen. „Aractor“, sprach Zar und der Spinnenmensch quiekte auf. „Mein DNS-Encoder, weißt Du wo er ist?“ fragte Zar. Aractor nickte heftig und zog Zar hinter sich her in einen Nebenraum. Im Abstand von einigen Metern folgte RazorAxe den beiden.

Nach kurzem Suchen hatte Zar sein Gerät gefunden. Seine Augen leuchteten auf. „Dieses Gerät wird den Lauf der Geschichte verändern!“ Er schaltete das Gerät ein und tippte ein paar Mal auf den Monitor. „Ich habe vor 20 Jahren ein DNS-Muster in diese Waffe geladen, mal sehen, ob es noch intakt ist. Verflucht!“ schimpfte er, als er sah, dass das Muster zerfallen war. Er betätigte einen weiteren Schalter und löschte das zerstörte Muster aus dem Speicher.

„Und wie funktioniert das Ding?“ fragte RazorAxe ungeduldig. Zar grinste hämisch. „So!“ sprach er und richtete den Encoder auf RazorAxe. Dieser zuckte kurz zusammen. Ein kurzes Zischen ertönte und der Encoder feuerte einen kleinen Pfeil ab, der mitten in den Hals von RazorAxe traf. Wütend riss sich RazorAxe den Pfeil raus und ging auf Zar zu. Aractor stellte sich ihm in den Weg. „Was, Du wagst es.....!“ entfuhr es ihm.

„Reg Dich nicht auf. Der Datenpfeil hat mir bereits Deinen kompletten Bauplan auf den Encoder übertragen, RazorAxe“, sprach Zar und tippte einige Befehle auf das Kontrolldisplay. „Was? Du hast meinen DNS-Plan auf Deinem Gerät? So schnell?“ blaffte RazorAxe erstaunt.

„Ja, aber mit Deiner DNS kann ich eh nichts anfangen. Also weg damit.“ Zar betätigte einen Schalter und löschte das DNS-Muster von RazorAxe aus dem Encoder. „Ich schlage vor, wir sprengen den Laden hier. Er nützt mir eh nichts mehr. Zar ging zu einem verstaubten, mit Spinnweben verklebten Panel an der Wand und drückte drauf. Eine kleine rote Lampe leuchtete auf. Zar drückte noch einmal drauf. Die Lampe begann zu leuchten. „So wir haben 2 Minuten!“ „2 Minuten?“ fragte RazorAxe. „2 Minuten!“ sprach Zar erneut und ging mit Aractor zum Ausgang. RazorAxe blickte zum Panel. Die rote Lampe begann schneller zu blinken. „Verdammter Mist!“ sprach er und rannte hinterher.


Im Fahrstuhlschacht von Zaura 3

He-Man und Man-At-Arms stiegen weiter die Stufen zur Station hinab. Alle hundert Meter stiegen sie auf die Notplattformen, um zu verschnaufen. „Wie weit haben wir es noch?“ fragte He-Man den Waffenmeister. „Nun ich würde sagen, noch 200 Meter. Dann sind wir endlich unten“, keuchte Arms. Er blickte in die Tiefe. Nichts, absolut nichts war zu erkennen. Die Beleuchtung im Schacht ebenso ausgefallen, wie die Kontrollpanels bei den Notplattformen. „Was glaubst du, was da unten passiert ist?“ fragte He-Man und blickte ebenfalls hinunter.

„Sicher nichts gutes. Fast alles ist ausgefallen. Und je schneller wir unten sind, desto besser. Also weiter“, sprach Arms und trat mit einem Fuß auf die Leiter. Plötzlich gab es eine gewaltige Erschütterung. He-Man riss es von den Füßen. Arms verlor ebenfalls den Halt und stürzte über den Rand des Schachtes. Er versuchte noch sich festzuhalten, doch er schaffte es nicht. Mit weit aufgerissenen Augen blickte Arms in die Tiefe in die er gerade stürzte. „AAAAAAAAAAARRRRRRRMMMMMSSSSSSSS“, rief He-Man. Er zögerte keine Sekunde. Er rollte sich über den Boden und bekam im allerletzten Moment den Fuß des Waffenmeister zu fassen. Kopfüber baumelte Arms über den Abgrund.

„Versuch die Sprosse neben Dir zu packen!“ rief He-Man dem Waffenmeister runter. Arms baumelte ein wenig hin und her und als er die Sprosse in Reichweite hatte, packte er zu. „Ich hab sie!“ rief er nach oben. „Okay, halt Dich fest, ich lasse jetzt los“, Vorsichtig ließ er den Fuß des Waffenmeisters los. Dieser klammerte sich blitzschnell mit der anderen Hand ebenfalls am Sprossengeländer fest. Arms atmete aus. Er steig einige Stufen nach oben. „Das wird langsam zur Gewohnheit, was?“ lächelte er. He-Man lächelte zurück. Dann wurde er wieder ernst.

„Was war das? Eine Explosion?“ fragte He-Man. „Wahrscheinlich, aber nicht in diesem Berg. Verdammt, wir wissen nicht was unter uns los ist, und wir wissen nicht, was über uns geschieht.“ „Besser wir beeilen uns jetzt!“ sprach He-Man und folgte dem Waffenmeister auf die Leiter. Langsam setzten die beiden ihren Weg nach unten in den Abgrund fort. Was würde sie dort unten erwarten? Und was war oben geschehen? Fragen über Fragen, über die He-Man und Arms immer wieder nachdachten, solange sie den beschwerlichen Weg nach unten weitergingen.....



to be continued....


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