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  • 23.09.2018, 05:47:33

Autor Thema: Origins of Preternia 2: Eye for an Eye  (Gelesen 710 mal)

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Offline ClampChamp

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Origins of Preternia 2: Eye for an Eye
« am: 28.08.2013, 23:16:12 »
Und weiter gehts mit Teil 2:

Langsam schlug Man-At-Arms die Augen auf und erhob sich. Er blickte sich um. Neben ihm lag die Zauberin, daneben Roboto. Etwas entfernt lagen Scare Glow und Skeletor auf dem Boden und rührten sich nicht. Man-At-Arms trat zur Zauberin und half ihr auf. Sie stöhnte leise. „Puhh, ich muss wohl ohnmächtig geworden sein“, sprach sie. „Das waren die gravimetrischen Kräfte der Zeitverschiebung“, versuchte Duncan zu erklären, „ich habe während des Durchschreiten der Schleuse auf meinen Sensor gesehen, die Werte waren 11 mal höher als normal. Das hat uns alle umgehauen.“ Man-At-Arms ging zu Roboto. Nach einem kurzen Check seiner Systeme blitzte das Visier des Roboters auf und er war wieder einsatzbereit.

Inzwischen hatte sich die Zauberin umgesehen. „Man-At-Arms, wo ist He-Man? Hier ist er nicht!“ entkam es ihr plötzlich. Auch Man-At-Arms blickte sich hastig um. „Das gibt’s nicht, er ist weg!“ schrie er auf. Inzwischen waren auch Skeletor und Scare Glow erwacht. Scare Glow rieb sich seinen Schädel. „Jeu, war das ein Ritt!“ stöhnte er. Auch Skeletor fasste sich an den Schädel. „Haben,.., haben wir es geschafft? Sind wir in der Vergangenheit?“ fragte Skeletor vorsichtig. „Das wissen wir noch nicht, wir haben nämlich ein größeres Problem: He-Man ist nicht hier. Wir wissen nicht was mit ihm passiert ist. Und was genauso schlimm ist: Der kosmische Schlüssel ist ebenfalls weg!“ antwortete die Zauberin.

„He-Man hatte ihn, er hat uns betrogen, er hat uns alleine hier zurückgelassen, er....“, brüllte Scare Glow. „Sei still!“ brüllte Arms zurück und blickte Scare Glow wütend an. „He-Man würde soetwas niemals tun. Er .....“. „Hört auf, alle beide. Wir haben keine Zeit für....“, fuhr die Zauberin dazwischen, wurde aber selbst durch ein schnell näherkommendes Rauschen unterbrochen. „Achtung, da kommt etwas durch die Luft. In Deckung!“ rief Arms.

Die kleine Gruppe suchte Schutz im naheliegenden Wald. Sie blickten nach oben. Schon bald erkannten sie drei kleine Gleiter, in denen jeweils ein Pilot saß, die über den Wald hinwegfegten. Kurze Zeit später ertönten Sirenen und Kampflärm. Das Fiepen von Laserschüssen erklang. „Da wird gekämpft!“ rief Skeletor. Alle hasteten durch den Wald. Am anderen Ende des kleinen Wäldchens wurde tatsächlich gekämpft. Arms und die anderen duckten sich hinter einen großen Felsen. Was sie sahen, stockte ihn der Atem.

Die drei Flugmaschinen umkreisten einen im Bau befindlichen, großen, blauen Turm, an dessen unteren Ende sich ein riesiges Löwenmaul befand. Hier, in der Vergangenheit, wurden Man-At-Arms, die Zauberin, Roboto, Skeletor und Scare Glow gerade Zeuge, wie der Central Tower der Eternia Burg gebaut wurde!

„Aber das würde ja bedeuten, dass wir nicht weit genug in die Vergangenheit gereist wären!“ flüsterte die Zauberin zu Arms, der nur betrübt nickte. Gespannt blickte sie wieder rüber zum Kampfgeschehen. Beim Central Tower wurden mobile Lasergeschütze aktiviert, die das Feuer erwiderten, in der Feuerkraft aber weit hinter den Schiffen zurückblieben. „Seht euch doch mal die Schiffe an, die da angreifen!“ rief Arms zu den anderen. Skeletor riß die Augen auf. „Sie sehen aus wie Schlangenköpfe, wie von Kobras! Aber dann wären das ja Schlangenmenschen, die da angreifen!“ entkam es ihm.

„Natürlich, der Central Tower wurde damals gebaut, um einen Pol zwischen den Grayskull Tower und dem Viper Tower der Schlangenmenschen zu bilden. Also sind wir knapp 1050 Jahre in die Vergangenheit gereist“, erklärte die Zauberin. „Also rund 1000 Jahre zu wenig“, ergänzte Arms. „He-Man hat den Schlüssel falsch bedient!“ knurrte Scare Glow.

Inzwischen hatten die Schlangenmenschen Verstärkung bekommen. Zwei riesige Kampfmaschinen mit Lasergeschützen trampelten auf die Burg zu. Sie erinnerten Arms ein wenig an die von ihm gebauten Stilt Stalkers. Stampfend näherten sich die beiden Maschinen mit ihren Piloten, die eindeutig Schlangenmenschen waren, dem Turm.
Die Zauberin blickte genauer rüber. Im Kampfgewirr am Turm erblickte sie zwei Männer in kostbaren Roben, die ihre Arme zum Himmel hielten. Ihre Fäuste begannen zu glühen und Blitze schossen heraus. Die Blitze sausten durch die Luft, verfehlten die Kampfgleiter aber knapp. Bei diesen Männern musste es sich um Mitglieder des Rates handeln, die den Turm beschützten, vermutete die Zauberin. Plötzlich schrie Man-At-Arms auf, und zeigte zum Turm. Die Zauberin kniff die Augen zusammen und erschrak. „Seht doch!“ rief Arms.

Ein Mann kam von einer anderen Ecke des Waldes herbeigelaufen und griff sofort in das Kampfgeschehen ein. „Aber, aber, das ist doch ... He-Man!“ rief die Zauberin. „Aber was tut er da? Er greift in den Kampf ein, und damit in den normalen Ablauf der Zeit. Der Schaden, den er anrichten könnte, wäre bedenklich!“ flüsterte Arms zur Zauberin.

„Laßt das Flüstern, Man-At-Arms!“ knurrte Skeletor, „wir sind Verbündete!“ Man-At-Arms blickte kurz zu Skeletor herüber, dann wandte er seinen Blick wieder zu He-Man.

Aber was war geschehen? He-Man war nicht an der gleichen Stelle wie Arms und die anderen aus der Zeitschleuse entlassen worden, und er hatte nicht, wie von Scare Glow vermutet, sich mit dem Schlüssel aus dem Staub gemacht. Als die Schleuse ihn etwa 400 m entfernt von den anderen entlassen hatte, war er hart auf dem Boden aufgeschlagen, und aus einer Wunde an der Stirn blutete er. Nachdem er aus der Ohnmacht erwacht war, versuchte er sich zu orientieren, wurde aber sehr schnell auf den Kampflärm aufmerksam. Er hastete los und kam schließlich zum Central Tower, der gerade stark belagert war. Ohne auch nur einen Augenblick zu warten, warf er sich in den Kampf gegen die Gleiter und die Kampfmaschinen.

Während die beiden Lords des Councils die Kampfgleiter nach besten Möglichkeiten angriffen, stürzte He-Man auf eine der beiden Kampfläufer. Es gelang ihm hastig an den mächtigen Beinen empor zu klettern und auf die obere Sektion zu kommen. Der Schlangenmensch an Bord züngelte erschreckt mit seiner langen Zunge und zischte laut auf. Doch He-Man überlegte nicht lange. Er zog den Schlangenmensch aus seinem Sitz, gab ihm eine paar Ohrfeigen und warf ihn von der Maschine. Jaulend stürzte er nach unten. He-Man schwang sich nun selbst auf den Sitz. Nach einigem Probieren hatte er die Funktionen der einzelnen Schalter, Hebel, Pedalen und Knöpfe verstanden. Er setzte seinen Kampfkoloß in Bewegung. Krachend rannte er auf den anderen Kampfläufer zu.

Dessen Pilot hatte den unfreiwilligen Pilotenwechsel im anderen Läufer nicht mitbekommen, und wähnte in dem anderen Läufer immer noch eine starke Unterstützung. Doch da sollte er sich gründlich getäuscht haben. Schon schossen die ersten Lasersalven am Cockpit des Läufers vorbei. Der Pilot fluchte auf, blickte sich um, und erkannte schließlich, das im anderen Läufer kein Schlangenmensch mehr war. Wütend versuchte er eine Drehung zu laufen, aber da war es schon zu spät. Ein Schuß aus He-Mans Bordkanone traf den Treibstofftank des Läufers und in einem riesigen Feuerball zerplatzte der Koloß aus Metall. In die Luft geschleuderte Teile des Kampfläufers schlugen auf dem Boden wieder auf.

He-Man drehte etwas ab und steuerte zum Turm hinüber. Die Lords beim Turm hatten inzwischen gemerkt, dass der Kampfläufer auf ihrer Seite stand und konzentrierten sich nur noch auf die Gleiter. Auch die Gleiterpiloten hatten bemerkt, dass mit dem anderen Kampfläufer wohl was nicht stimmt, und begannen auf ihn zu feuern. He-Man richtete die Bordkanone nach oben und feuerte. Die ersten Salven trafen noch ins Leere, doch dann gelang ihm ein Volltreffer. Einer der Gleiter fing Feuer, geriet ins Trudeln und stürzte ab. Gleichzeitig gelang einem der Lords ebenfalls ein Treffer. Offenbar waren die beiden anderen Piloten von dem Absturz so abgelenkt, dass sie den herannahenden Energieblitz nicht bemerkten. Ein zweiter Gleiter war getroffen und verlor rasch an Höhe. Und dann geschah es. Die beiden abstürzenden Gleiter konnten wohl beide ihre Flugbahnen nicht mehr kontrollieren und kollidierten in der Luft. Beide Maschinen explodieren und schlugen auf dem Boden ein.
Der dritte Gleiter war von dem Absturz der Maschinen wohl so geschockt, dass er abdrehte. Er ging etwas tiefer und las am Waldrand den Piloten auf, den He-Man aus dem Kampfläufer warf. Hastig stieg der Schlangenmensch auf und der Gleiter nahm Kurs auf die Mystic Mountains.

Man-At-Arms, die Zauberin und Roboto hatten hinter ihrem Felsen alles gut beobachten können. Nachdem der dritte Gleiter verschwunden war, sahen sie, wie He-Man den Kampfläufer zum Turm steuerte und er kurz davor anhielt und ausstieg. „Er hat es wahrhaftig geschafft, kommt gehen wir hin!“ sprach Man-At-Arms. Mehr konnte er nicht denken, denn plötzlich verspürte er einen harten Schlag gegen den Hinterkopf. Das letzte, was er sah, wie sich eine häßliche, giftgrüne Gestalt über ihn beugte und ihn angrinste. Dann fiel er in Ohnmacht.

Die beiden Lords traten auf He-Man zu und streckten ihm die Hand entgegen. „Wir danken Dir, Fremder. Ohne Dein Eingreifen hätten die Schlangenmenschen dem Central Tower weit größeren Schaden angerichtet, als sie es getan haben. Diese Halunken wollen mit allen Mitteln verhindern, dass wir den Turm fertig stellen. Aber verzeiht mir unsere Unhöflichkeit. Mein Name ist Lord Avor, Vorsitzender des Councils of Elders, und dass hier ist Lord Teskadias. Und wer seid Ihr?“ fragte der Ältere von beiden. He-Man überlegte, aber ihm fiel beim besten Willen nicht sein Name ein. „Ich, ich, weiß nicht, wer ich bin“, stammelte er. „Ihr seid verwundet, dort am Kopf. Vielleicht ist Euch deshalb Eure Erinnerung abhanden gekommen“, sprach Lord Teskadias. He-Man fasste sich an den Kopf und wusch etwas Blut ab.

„So wie ihr gekleidet seid, müßt ihr von den Barbarenstämmen des Nordens sein. Allerdings habe ich soetwas noch niemals gesehen“, sprach Lord Avor und deutete auf den Kosmischen Schlüssel, den He-Man am Gürtel trug. „Ich weiß nicht, was das ist. Ich wußte nur, dass ich Eingreifen musste, als ihr angegriffen wurdet“, erklärte He-Man.

„Und damit habt Ihr uns und dem ganzen Planeten einen großen Dienst erwiesen. Seht, vor einigen Jahren kamen einige Schlangenmenschen zu uns und versuchten den Planeten zu erobern. Ihr Plan scheiterte aber bald schon an der Macht des Rates und des Grayskull Towers. Im Laufe der Zeit kamen mehr Schlangenmenschen hierher, konnten aber ebenfalls nichts gegen die Macht unternehmen. Dann begannen die Schlangenmenschen mit dem Bau des Viper Towers, dem bösen Gegenstück zu unserem Turm. Der Viper Tower wird bald fertiggestellt werden, und dann werden die Schlangenmenschen über ein Machtinstrument, ähnlich unserem Grayskull Tower, verfügen. Damit wäre der Rat alleine gegen die Übermacht der Schlangenmenschen. Wir können nicht mit zwei Dutzend Magiern gegen tausende von Schlangendämonen bestehen. Deshalb bauen wir hier den Central Tower, den Pol zwischen guter und böser Kraft. Zugang zum Turm werden nur Ratsmitglieder haben, und deshalb wird der Turm niemals zu bösen Zwecken genutzt werden können. Aber wir müssen uns beeilen. Wenn der Viper Tower aktiviert wird, während der Central Tower noch im Bau ist, kann der Viper Tower den Central Tower zerstören. Und darum müssen wir...“, erklärte Lord Avor, und unterbrach sich. Er blickte zum Portal des Towers. Ein dritter Lord kam heraus, und er schien nicht gerade fröhlich zu wirken.

„Lord Yrak!“ rief Lord Avor. Der andere Lord schaute grimmig herüber und kam zu den drei Männern. „Ja, Lord Avor?“ sprach er zynisch. „Lord Yrak, wo wart ihr während des Angriffes? Drei Lords können ein viel besseres Verteidigungsfeld über den Turm errichten, als zwei!“ herrschte Lord Avor Lord Yrak an. „Ich war im Turm, ich hatte noch etwas zu erledigen!“ erklärte Lord Yrak. „Ihr hattet die Pflicht hier draußen den Turm zu beschützen. Wenn dieser tapfere Barbar nicht gekommen wäre, läge hier vielleicht bereits alles in Schutt und Asche! Aber darüber reden wir noch, Lord Yrak!“ knurrte Lord Avor.

Lord Yrak verbeugte sich kurz, und trat dann weg. Er ging zu einem der Dongos, die in der Nähe des Turmes angekettet waren und ritt zurück nach Eternis. „Warte nur Avor, Dir zeig ich es auch noch!“ murmelte Lord Yrak voller Zorn, als er sich vom Turm entfernte. Plötzlich begann das Amulett, das Yrak um den Hals trug, zu leuchten. Es zeigte eine stilisierte Fledermaus. „Reize Avor nicht, sonst wirft er Dich aus dem Rat. Und das wäre sehr hinderlich für unsere Pläne!“ ertönte eine dunkle Stimme aus dem Amulett. „Keine Sorge, Meister, dazu wird er nicht mehr kommen!“ antwortete Lord Yrak und grinste hämisch.

„Nun, da Ihr offensichtlich Euren Namen nicht mehr kennt, werde ich Euch einen geben, bis Euer Name bekannt ist, wenn ihr gestattet“, sprach Avor. He-Man nickte. „Nun denn, dann sei Euer Name fortan Aric, so wie der große Barbarenfürst unserer Vergangenheit.“ He-Man lächelte. „Und nun folgt mir nach Eternis. Ich sehe, dass die Arbeiter zurückkehren, um beim Turm weiterzuhelfen. Weitere Lords sind bei ihnen. Komm, wir reiten zur Stadt!“ sprach Avor, gab Teskadias einige Instruktionen und schwang sich auf einen Dongo. He-Man stieg auf einen anderen und gemeinsam ritten sie nach Eternis.

Man-At-Arms wurde unsanft aus seiner Ohnmacht gerissen. Er, die Zauberin und Roboto wurden in einem Käfig auf einem Karren, der von zwei kleinen Sauriern gezogen wurde, durch die steinigen Mystic Mountains transportiert. An den Seiten des Karren ritten 4 Schlangenmenschen auf Dongos, und auf dem Bock saß ebenfalls ein Schlangenmensch mit acht Tentakeln. Arms blickte sich um. Die Zauberin war immer noch ohnmächtig, und Roboto lag ebenfalls regungslos auf dem Boden des Käfigs. An seinem Hinterkopf stand eine kleine Klappe offen. Man-At-Arms untersuchte kurz die Öffnung, und er bemerkte dann auch sehr schnell, dass eine für den Betrieb des Robotkriegers entscheidende Sicherung herausgerissen wurde. Da er für Roboto im Moment nichts tun konnte, wandte sich Arms der Zauberin zu, und weckte sie aus ihrer Ohnmacht.

„Was, was ist denn passiert?“ keuchte sie und hustete heftig. „Die Schlangenmenschen. Sie haben uns erwischt und niedergeschlagen. Alle bis auf Skeletor und Scare Glow. Sie sind nicht hier. Das gefällt mir nicht, dass sie jetzt ohne Aufsicht hier in der Vergangenheit sind. Wir....“, Man-At-Arms stoppte. „Zauberin, seht doch!“ rief er und zeigte nach vorne in die Richtung, in die der Karren unterwegs war.

Vor dem Karren erhob sich eine Arms und der Zauberin nur allzu gut bekannte Festung: Snake Mountain. Neben der Festung waren einige Schlangenmenschen fieberhaft damit beschäftigt, einen kleinen Turm, um dessen Spitze sich eine rote Schlange wand, zu bauen.

Der Karren stoppte wenige Meter neben dem Eingang zum Snake Mountain. Kaum war der Kutscher abgestiegen, als ein grauenhaftes Brüllen ertönte. „WWWWWWWWWWAAAAAASSSSSSSSSSSSS?“ knurrte die Stimme und wurde schnell lauter. Und dann purzelten zwei Schlangenmenschen aus dem Eingang der Burg und blieben im Dreck liegen. Angsterfüllt blieben sie nebeneinander liegen und starrten gebannt auf den Eingang. Und dann wurde er im Durchgang sichtbar. Man-At-Arms erkannte ihn, er hatte ihn ja schon einmal gesehen, als er Gefangener der Schlangenmenschen war. In seiner grün-schwarzen Robe erschien Rags Raptor vor der Burg.

„Zurückgeschlagen? 2 Attack Stalkers und 3 Cobra Wings habe ich zum Angriff auf den Central Tower geschickt, einer Streitkraft, die den Lords weit überlegen war, und ihr kehrt heim und erzählt mir, dass 1 Attack Stalkers und 2 Cobra Wings zerstört, und 3 meiner Leute getötet worden sind?“ Rags Raptor war außer sich vor Zorn. Die beiden Schlangenmenschen, die vor ihm im Staube lagen rissen die Augen auf. Rags Raptor fasste hinter sich in den Umhang. Alle wußten was jetzt kam. Man-At-Arms und die Zauberin blickten gespannt rüber.

Langsam zog Rags Raptor sein Schwert, das mächtige Snaksor, geschmiedet vom Schlangenmenschengott Serpention, aus der Scheide. Er machte einen weiten Schritt nach vorne und holte aus. Der rechts liegende Schlangenmensch hatte keine Chance. Die messerscharfe klinge des Schwertes trennte seinen Kopf so schnell vom Rumpf, dass er nicht mal mehr Zeit und Gelegenheit für einen Schrei hatte. Grünes Blut flog durch die Luft und landete dem anderen Schlangenmenschen im Gesicht. Entsetzt und von Grauen gelähmt konnte er nichts sagen. Rags Raptor zeigte mit der Klinge auf den zitternden Schlangenmenschen.

„Du, wie ist Dein Name?“ sprach Raptor nun etwas ruhiger. Seine Wut war durch den Tod des versagten Schlangenmenschen etwas verraucht. „Hi..., Hi...., Hiss ist mein Name. Hiss!“ „Nun gut, Hiss. Du wirst nicht sterben. Jedenfalls nicht hier. Mit dem nächsten Transporter, der Eternia verläßt, wirst Du mitfliegen. Du wirst fortan bei jeder Schlacht, die auf anderen Planeten erfolgt, an vorderster Front mitkämpfen. Dort kannst Du Deine Fehler gutmachen. Vielleicht hast Du Glück, und Du überlebst. Schafft ihn weg!“ rief Rags Raptor zwei seiner Untergebenen zu. Die beiden Krieger schlurften schnellen Schrittes herbei und zerrten Hiss fort. Ein anderer Schlangenmensch zog den toten Schlangenmensch weg.

Rags Raptor musterte sein Schwert und wandte sich dann kurz dem Karren mit den Gefangenen zu. „Wer ist das?“ fragte Raptor einen der Reiter, die den Karren begleitet haben. „Stadtbewohner, wir haben sie in der Nähe des Central Tower aufgelesen“, erklärte dieser. „In den Kerker, ich kümmere mich später um sie! Ich werde gleich noch ausreiten“, befahl er und ging zurück in die Burg. Die Schlangenmenschen stiegen von den Dongos runter und brachten Arms, die Zauberin und Roboto in den Kerker von Snake Mountain. Hier war es zwar dunkel und unheimlich, aber endlich konnten Arms und die Zauberin in Ruhe über das Geschehene reden.

Lord Yrak hatte mittlerweile die Stadt Eternis erreicht. Er ging aber nicht in den Palast, welches zur Zeit das Domizil der Ratsmitglieder war, sondern ging über den großen Platz zur königlichen Schmiede, wo er hoffte, Colon, den königlichen Schmied und Lord Counselor des Rates, also ein beratendes Mitglied ohne besondere magische Kräfte, zu finden. Er öffnete das schwere eiserne Tor der Schmiede und trat ein. Da er im Inneren der Schmiede niemanden antraf, ging er weiter durch, bis er zu einem der größeren Räume hinter der Schmiede kam. Hier fand er den gesuchten Colon, wie er zusammen mit einem Helfer an einem neuen Fluggleiter arbeitete.

„Guten Mord, Colon!“ begrüßte Yrak den Schmied mit einer Freundlichkeit, die ihn selbst im Innersten erschrak. „Guten Morgen, Lord Yrak“, erwiderte der Schmied dem Lord. Offenbar mochte Colon den Lord des Rates nicht besonders. „Ihr baut an einer neuen Waffe gegen die Schlangenmenschen, Colon?“ fragte der Lord und musterte das halb fertige Fahrzeug. „Nicht nur gegen die Schlangenmenschen, Lord Yrak. Auch gegen andere Subjekte, die den Frieden auf Eternia bedrohen“, antwortete Colon, ohne aufzublicken. Yrak lächelte kurz. „Ein prächtiges Fahrzeug. Ein schwerer Angriffsgleiter?“ fragte Yrak, nur um ein wenig Interesses an der Arbeit Colons zu heucheln. „Ja, die Schlangenmenschen haben schweres Kriegsgerät dabei, da sollten wir einige wirksame Waffen entgegensetzen. Deshalb habe ich diesen Kampfgleiter gebaut“, erklärte Colon, während er in der Kabine des Gleiters ein Schaltpult justierte. „Habt Ihr schon einen Namen, Colon?“ fragte Yrak, der plötzlich sichtbares Interesse an dem Kampfgerät anmerken ließ. „Ich habe den Gleiter nach meinem Sohn genannt, da er sich für seine Freiheit aus den Wolken auf seine Feinde herabstürzen wird. Der Kampfgleiter heißt „Talon Fighter“!“ erklärte Colon, „ aber ihr seid doch nicht hierher gekommen, um meinen Gleiter zu mustern, oder?“

„Nein, ich habe eine technische Frage an Euch. Wenn ich Euch kurz etwas zeigen darf“, sprach Yrak und holte ein Pergament hervor und gab es Colon. „Was soll das darstellen? Einen Kampfroboter?“ fragte Colon und blickte sich das Pergament interessiert an. „Nein, nein, kein Kampfroboter“, redete sich Lord Yrak raus, „es soll eine, eine verstärkte Kampfrüstung für die Soldaten des Königs werden.“

„Hm“, begann Colon, „aber das hier sieht aus wie...“ „Ich muss hier in der Rüstung noch einen Gleichgewichtssensor einbauen, die Rüstung ist sehr schwer. Der Rob,... äh, der Soldat fällt immer um“, unterbrach Yrak den Schmied. „Nun, ich würde hier und dort die Stabilisatoren weglassen, anders geht es nicht“, sprach Colon. „Aber dann wird die Rüstung anfälliger“, warf Yrak ein. „Anders geht es nicht“, antwortete Colon und ging wieder an die Arbeit. Yrak rollte sein Pergament wieder zusammen, verabschiedete sich kurz und ging heraus.

Kaum hatte Yrak die Schmiede verlassen und wollte zum Palast gehen, als der Boden unter ihm zu beben begann. Doch es handelte sich hierbei um keinen Angriff der Schlangenmenschen auf die Stadt. Yrak blickte zu den Stadtmauern. Das große Tor schloß sich gerade wieder. Die Soldaten hatte die Tür geöffnet, um Gigantor, den gewaltigen Titanenfürst, in die Stadt zu lassen. Kaum hatten die Soldaten das große Tor der Stadt geschlossen, als erneut der Befehl zum Öffnen kam. Diesmal betraten He-Man und Lord Avor auf ihren Dongos die Stadt. Yrak versteckte sich hastig in einer Seitenstraße, um nicht von Avor gesehen zu werden. Auf eine weitere Diskussion mit dem Vorsitzenden des Rates hatte er heute keine Lust mehr. Als Avor und He-Man vorbeigeritten waren, hastete Yrak über den Platz und verschwand in einem Hauseingang.

„Gigantor, welch freudige Überraschung!“ begrüßte Avor den Riesen und stieg vorm Palast von seinem Dongo ab. He-Man folgte ihm. „Lord Avor, es ist mir immer eine Freude Euch zu sehen“, antwortete der Fürst, „ich bin gerade auf dem Weg zum König.“ „Habt Ihr Neuigkeiten von den Schlangenmenschen?“ fragte Avor. „Ja, und es sind keine guten. Wir rechnen damit, dass die Schlangenmenschen ihren Turm in drei Tagen fertiggestellt und aktiviert haben. Es wird knapp werden, Avor.“ „Ja, aber wir müssen es schaffen. Sind Deine Söhne nicht mit Dir gekommen?“ fragte Avor. „Nein, Tytus und Megator sind auf Patrouille in den Mystic Mountains. Als die nächsten Herrscher meines Reiches sollten sie es auch zu verteidigen wissen“, antwortete Gigantor, „doch jetzt verzeiht, ich muss zum König.“ „Gigantor, ich möchte Euch noch Aric vorstellen. Er hat uns heute im Kampf gegen die Schlangenmenschen geholfen.“ Gigantor nickte He-Man zu und verschwand dann im Schloß.

„Aric, seid bitte heute Abend mein Gast und eßt mit mir zu Abend“, sprach Lord Avor. „Gerne“, sprach He-Man. „ich muss noch einmal in den Palast zum König und mit den Ratsältesten muss ich noch wegen Lord Yrak sprechen. „Bitte geht zu meinem Haus und richtet meiner Frau Alora aus, dass Ihr mein Gast seid. Ich werde bald nachkommen“, sagte Lord Avor zu He-Man, wies ihm den Weg zu seinem Haus, und ging dann in den Palast. He-Man machte sich auf den Weg.


In den Mystic Mountains stampften die beiden Riesen Tytus und Megator durch die Berge. Sie waren auf Rundgang und drangen dabei tief in das von den Schlangenmenschen kontrollierte Gebiet ein. „Megator, Vater hat uns gesagt, wir sollen nur die Randzonen abgehen. Davon, dass wir fast den Snake Mountain stürmen, hat er nichts gesagt!“ sagte Tytus zu seinem älteren Bruder Megator. „Ach, sei keine Memme. Wir werden unserem Vater ein paar Schlangenmenschen als Gefangene mitbringen, das wird ihm zeigen, was wir können. Wir...“, Megator stoppte. Plötzlich erschallten Hufschläge. Tytus zeigte in die Luft. „Sieh doch, ein fliegendes, schwarzes Pferd!“ Tatsächlich. In der Luft über sie ritt ein Mann auf einem fliegendem, schwarzem Pferd. „Er kommt näher. Vorsicht, er hat ein Schwert!“ rief Tytus. Megator und sein Bruder wichen aus. Der Reiter in grün-schwarzem Gewand wirbelte sein Schwert durch die Luft und lachte auf. Er flog eine Schleife.

„Hast Du den Reiter erkannt? Es war Rags Raptor persönlich!“ Megators Augen leuchteten auf. „Wenn wir den schnappen, dann sind wir bald die Herren von Eternis. „Bist Du verrückt? Du weißt doch, was die anderen erzählen. Rags Raptor besitzt ein magisches Schwert, das ihn schützt. Das ist ne Nummer zu groß für uns. Wir schaffen das nicht. „Ach Feigling!“ rief Megator und richtete sich auf. „Komm nur her, Schlangenkreatur“, forderte Megator den König der Schlangenmenschen auf. Darauf hatte Rags Raptor nur gewartet. Mit einem Grinsen auf den Lippen stürzte er hinab und richtete sein Schwert auf Megator. Megator holte schon mit seinen Pranken aus. Doch Rags Raptor riß sein Pferd herum und schoß einen grünen Energiestrahl aus dem Schwert ab. Damit hatte Megator nicht gerechnet.

Die Wucht des Strahles riß Megator zu Boden. Unter Schmerzen wälzte er sich auf dem Boden. Tytus kroch zu ihm rüber. „Megator, Megator, wie geht’s Dir?“ sprach er zu seinem Bruder. Und dann geschah das Schreckliche. Megators Haut begann sich zu verfärben, sie wurde dunkler und dunkler, bis sie einen dunkelgrünen Teint angenommen hatte. Seine braunen Haare wurden pechschwarz, und seine Muskeln wuchsen. Statt Schmerzensschreie war nur noch ein Grummeln und Brummen von ihm zu hören. Tytus erschrak. Mit einem Mal stand Megator auf, und riß sich die Kleider bis auf die Hose vom Leib. Er schrie lauthals auf und warf sich auf Tytus. Dieser wich aus. „Megator, was soll das?“ fragte Tytus. Doch da war Megator schon wieder auf den Beinen, um sich erneut auf seinen Bruder zu stürzen. Tytus wich erneut aus, und da geschah es. Megator rutschte einen kleinen Abhang hinab und stürzte in eine tiefe Schlucht. Ein dumpfer Aufschlag verkündete seinen schweren Aufprall auf dem Grund. Aus der Tiefe ertönte ein grausiger Schrei.

Tytus schluckte. Er blickte nach oben. Hoch über ihm schwebte Rags Raptor auf seinem Pferd und lachte auf. Er richtete sein Schwert auf Tytus. „Sag Deinem Vater, dass die Titanen die Pläne der Schlangenmenschen nicht durchkreuzen sollen. Sonst werden alle Riesen zu Monstern wie dieser!“ sprach er und flog davon. Entsetzt rannte Tytus davon zu seinem Stamm, um dort von der Verwandlung Megators zu berichten.

In der Zwischenzeit hatte He-Man das Haus von Avor gefunden. Alora, Avors Frau, hatte ihn begrüßt und mit Freuden bei sich aufgenommen. „Avor wird sicher bald kommen. Obwohl, als Vorsitzender des Rates hat man sehr viele Pflichten, die bis spät abends dauern können“, sprach sie. „Ja, er wollte noch mit dem König und den Ratsältesten reden. Es geht wohl auch um den Central Tower“, antwortete He-Man. „Der Turm ist das Lebenswerk von Avor. Er muss rechtzeitig fertiggestellt werden, sonst übernehmen die Schlangenmenschen diesen Planeten. Und was wird dann aus uns? Und aus unseren Kindern?“ fragte Alora. Kaum hatte sie den Satz zu Ende gesprochen, als im Nebenraum ein Kind begann zu schreien. Sofort eilte Alora heraus und holte das Baby zu sich, um es zu beruhigen. „Jaja, ist ja gut. Ist ja gut, mein kleiner He-Ro“, sprach sie. Das Baby wurde tatsächlich ruhiger und nuckelte zufrieden an dem Finger der Frau. Als He-Man den Namen des Kindes hörte, überlegte er. He-Ro, He-Ro, der Name kam ihm bekannt vor, aber so angestrengt er auch nachdachte, er konnte nichts mit dem Namen He-Ro anfangen.

„Nun, ich glaube, heute wird es später, ich denke, wir können ruhig schon essen, bis Avor kommt, kann noch viel Zeit vergehen“, sprach Alora und füllte He-Man eine Schale mit heißer Suppe. He-Man musste sich eingestehen, dass er doch sehr hungrig war.

Während sich über die Stadt Eternis schon die Nacht gelegt hatte, diskutierte Lord Avor im Konferenzsaal des Rates mit den Ratsältesten. Die sechs Personen saßen an einem kleinen Tisch und diskutierten die Baupläne des Central Towers. „Und Ihr meint, wenn wir mehr Lords zum Central Tower schicken, kämen wir schneller voran?“ fragte einer der Lords. „Ganz sicher, der heutige Tag hat es gezeigt. Heute waren nur 2 Lords beim Tower. Sie konnten den Angriff zwar aufhalten, aber dennoch mussten die Arbeiter die Arbeit einstellen. Erst nach Ende des Angriffes konnte es weitergehen. Mit mehr Lords könnte selbst im Angriffsfall weiter gebaut werden. „Zwei Lords?“ fragte einer der Lords? Aber es sollten doch Lord Teskadias, Lord Yrak und Ihr beim Tower sein, heute.“

„Lord Yrak hat es vorgezogen, im Tower zu weilen. Keine Ahnung, was er dort gemacht hat. Über Lord Yrak wollte ich ebenfalls mit euch reden. Er ist undiszipliniert, und er richtet sich nicht nach Anordnungen des Rates. Ich werde daher dem Rat vorschlagen, Lord Yrak aus dem Rat ´zu werfen“, sprach Lord Avor ruhig. „Ist das denn wirklich notwendig?“ fragte einer der Lords, „ immerhin ist er von Eurem Vorgänger in den Rat geholt worden.“ „Ich maße mir nicht an, die Wahl von Lord Tamalokes in Frage zu stellen, doch hat sich Lord Yrak als unfähig erwiesen diesem Rat und diesem Planeten zu dienen. Und ich sehe es als gefährlich an, ihn bei der Aktivierung des Central Towers im Rat zu sehen. Wir.....“, Avor stoppte. Auf dem Flur vor dem Saal ertönten stampfende Geräusche.

„Ist denn noch jemand hier im Haus?“ fragte Lord Avor. Normalerweise war das Haus des Rates ein eigenständiges Gebäude neben dem Königspalast, das aber von den Palastwachen mitbewacht wurde. Und zu dieser Zeit war eigentlich niemand mehr sonst im Haus anzutreffen. „Wer ist da?“ rief Avor. Das Stampfen war verstummt. Avor stand auf. Jemand rüttelte an der Tür. Das Rütteln wurde stärker. „WACHEN!“ rief Avor. Kaum hatte er das ausgesprochen, flog krachend die Tür aus den Angeln. Im sich senkenden Staub des Holzes erkannte Avor ein rotglühendes „V“. Jemand trat ein.

„Wer,.. Wer bist Du?“ fragte Avor. Ein grauer Kampfroboter kam herein. Avor erschrak. Der Kampfroboter hob einen Arm hoch. In der Hand blitzte eine silberne Waffe auf. „ WAS ...“, rief Avor, doch es war zu spät. Der Roboter feuerte Laserschüsse auf die Ratsmitglieder. Unter Schreien versuchten die Ratsmitglieder zu entkommen. Doch der Roboter kannte keine Gnade. Gleich mit dem ersten Schuß wurde Avor in der Schulter getroffen, ein zweiter schlug in seiner Brust ein und warf ihn nach hinten. Ein dritter traf die Stirn, und raubte ihm endgültig sein Leben. Ein roter Blutfaden lief über sein Gesicht, als Avor tot zu Boden sackte.

Der Roboter ging mit unglaublicher Präzision vor. Keiner der Ratsmitglieder im Raum sollte das Massaker überleben. Als niemand mehr am Leben war, blickte der Stahlkoloß noch einmal in den Raum, der von Verwüstung und Blut gezeichnet war. Dann ging er zur Tür und verschwand aus dem Gebäude. Ein grunzendes Lachen begleitete ihn, als er im Dunkel der Nacht verschwand.

Während in der Stadt Eternis der feige Mord an Lord Avor und den Ratsältesten vollzogen wurde, kauerten Man-At-Arms, die Zauberin und der deaktivierte Roboto in einer kleinen Zelle im Kerker vom Snake Mountain. Vergeblich hatte der Waffenmeister versucht, den Roboter irgendwie wieder zum Laufen zu bekommen, aber ohne passendes Werkzeug und Ersatzteile war dies ein unmögliches Unterfangen. Enttäuscht ließ er von Roboto ab und setzte sich neben die Zauberin, die auf einer Bank unweit des Gitters saß. Sie blickte auf den Gang. Am Ende saß ein dicker Schlangenmensch schlafend an einem kleinen Tisch, vor ihm ein großer Kelch Wein, den er wohl schon fast leergetrunken hatte, was seinen festen Schlaf erklärte.

Die Zauberin blickte in die anderen Zellen. Fast in jeder saßen Gefangene auf Pritschen oder auf dem Boden, manche zerlumpt, manche mit fast gar keinen Kleidern mehr am Leibe. In der Zelle schräg gegenüber bemerkte die Zauberin, wie eine junge Frau gerade ein kleines Kind die Brust gab. „Barbarische Sitten“, dachte die Zauberin, „eine Mutter mit ihrem Kind in einem solchen Loch einzusperren.“ Sie lauschte ein wenig den zarten Worten der Mutter und musste an ihre eigene Tochter, Teela, denken.

„Ja, wo ist denn mein kleiner Schatz?“ flüsterte die Mutter lieb zu ihrem Kind, „ja, wo ist denn mein kleiner Zodac?“ Die Zauberin schluckte auf. „Zodac? Das kleine Baby in der Zelle gegenüber sollte Zodac sein?“ Die Zauberin schüttelte sich kurz und blickte Arms an, der ebenfalls gelauscht hatte. Der Waffenmeister wußte ja, dass Zodac, bevor er kosmischer Magier wurde, ein Gefangener der Schlangenmenschen war, und zu deren Vergnügen in der Gladiatorenarena kämpfte. Aber er wußte nicht, dass er sich bereits als Baby in der Gewalt der Schlangenmenschen befunden hatte.

Babygeschrei riß Man-At-Arms aus seinen Gedanken. Die Mutter musste den kleinen Zodac wohl etwas zu sehr gedrückt haben. Der Kleine schrie auf. Die Zauberin blickte zum Tisch im Gang. Der eingenickte Schlangenmensch schreckte durch das Geschrei auf, stieß dabei an den Tisch, so dass der Kelch umkippte und der Rest Wein ihm über die Hose lief. Wütend sprang er auf.
„So, ich habe Dich und Dein Gör gewarnt. Wenn Du ihn nicht zur Ruhe bringen kannst, dann muss ich das wohl machen“, keifte er los. Die Mutter zuckte zusammen und hielt ihr Kind fester an den Körper. Der Schlangenmensch schloß hastig die Tür zur Zelle auf, und riß der Mutter das Kind aus den Armen. Die Mutter schrie auf. „Nein, nein, mein Sohn. Nicht meinen Sohn. NNNNEEEEIIINNN!!!!“ schrie sie, die Augen voller Tränen. Der Schlangenmensch, gerade das Kind gepackt, holte aus und schlug der Mutter auf den Kopf. Bewußtlos fiel sie zu Boden. „Und Dich“, wandte er sich grinsend an das Baby, „ Dich bringen wir zur Gladiatorenschule. Vielleicht wirst Du uns doch noch etwas nützen, wenn Du in der Arena um Dein Leben kämpfst. WAS gibt’s da zu glotzen?“ schrie der Schlangenmensch, als er bemerkte, dass die Zauberin in der Zelle gegenüber ihn wütend ansah.

Am liebsten wäre die Zauberin dem Schlangenmenschen an die Gurgel gesprungen, aber sie hielt sich zurück, wollte sie nicht auch bestraft werden. Wortlos senkte sie den Kopf. „HAHA, das ist auch besser so“, sprach der Schlangenmensch und verschwand mit dem Baby aus der Tür.

„Dafür werden diese Hunde noch bezahlen, Zauberin“, versuchte Arms sie zu trösten. „Ja“, entkam es ihr kurz. „Wir müssen versuchen, hier rauszukommen. Wer weiß, was Skeletor und Scare Glow hier bereits alles angestellt haben. Und He-Man. Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist. Wir...“, Man-At-Arms stockte. Ein Kratzen hinter der Wand ließ ihn aufhorchen. „Was ist da los?“ fragte die Zauberin und blickte zur Wand. Plötzlich schob sich die Wand nach vorne und ein kleiner Durchgang wurde frei. Dahinter stand jemand.

„Aber, das ist doch ....“, begann die Zauberin. „Skeletor!“ entkam es Man-At-Arms. „Wen habt ihr erwartet? Den Weihnachtsmann?“ fragte Skeletor gelassen, „Snake Mountain ist meine Festung. Na ja, zumindest wird sie das mal sein“, lachte er auf, „ich kenne jeden Stein, jeden Gang, jeden Tunnel, und jeden Geheimgang! Los kommt, wir haben keine Zeit zu verlieren. Na los doch!“ mahnte er zur Eile an.

„Mit Dir hätte ich hier am wenigsten gerechnet“, sprach der Waffenmeister, nahm Roboto auf die Schulter und verließ nach der Zauberin die Zelle. Skeletor führte sie durch den Gang. „Aber Man-At-Arms, ich bitte Dich. Ich habe mich zur Mitarbeit verpflichtet. Auch ich will, dass L`Jor wieder aus Eternia vertrieben wird. So absurd das auch für Dich klingen mag, aber wir sind Verbündete.“ „Dann danken wir Dir, Skeletor. Was haben Scare Glow und Du inzwischen gemacht?“ fragte die Zauberin.

„Als wir den Angriff auf den Central Tower beobachteten, zog Scare Glow mich zur Seite. Gerade rechtzeitig, bevor die Schlangenmenschen euch niederschlugen. Seitdem haben wir eure Spur verfolgt. Wir haben auch He-Man gefunden. Er ist in Eternis, aber er scheint sein Gedächtnis verloren zu haben. Wir haben gehört, wie man ihn Aric gerufen hat“, erklärte Skeletor. „Das würde sein eingreifen in den Kampf um den Central Tower erklären. He-Man würde nie absichtlich die Zeitlinie stören“, ergänzte die Zauberin.

Nach einer Ewigkeit im Tunnel kamen die Vier endlich wieder nach draußen. Der Morgen graute schon. „Wir müssen vorsichtig sein. Wir sind immer noch in den Mystic Mountains, tief im Gebiet der Schlangenmenschen. Bis wir sicheres Land erreicht haben, ist es längst mittag“, sprach Skeletor. „Wo ist Scare Glow?“ fragte Arms. „Hier bin ich!“ rief er und trat hinter einem Baum hervor. “Gut, dann sind wir ja alle wieder zusammen“, sprach die Zauberin. „Wir sollten zum Central Tower gehen. Die Schlangenmenschen werden noch heute ihren Viper Tower in Betrieb nehmen. Und auch der Central Tower ist fast fertig. Wir werden He-Man ganz sicher dort antreffen“, schlug Scare Glow vor. Alle stimmten zu und vorsichtig suchten sich die Fünf einen sicheren Weg zum Central Tower der Eternia Burg.


He-Man war noch tief am schlafen, als es heftig gegen die Tür des Hauses klopfte. Er war erst spät eingeschlafen, weil sich vor seinem geistigen Auge Dinge abspielten, die er nicht verstand. Personen, die er glaubte zu kennen, und doch nicht kannte, Orte, an denen er gewesen ist, die ihm trotzdem nichts sagten. Immer wieder hatte er sich das seltsame Gerät angesehen, das er bei sich trug. Konnte es ihm sagen, wer er war? Irgendwann war er dann jedoch zu erschöpft, und kam endlich zu etwas Schlaf. He-Man fuhr hoch. Einige Sekunden später ertönte ein Aufschrei. He-Man sprang aus dem Bett und rannte die Treppe hinunter. Unten war Lord Teskadias und hielt die schluchzende Alora im Arm.

„Was ist passiert?“ frage He-Man. „Es gab heute nacht einen Anschlag auf den Rat“, sprach Teskadias mit leiser Stimme, „Lord Avor und die Ratsältesten haben es nicht überlebt.“ Alora schluchzte laut auf. „Was?“ rief He-Man entsetzt auf. „Wann? Wo ist es geschehen?“ fragte er weiter. „Am besten Ihr kommt mit mir, Aric. Es gibt viel zu besprechen und vielleicht seit Ihr von Nutzen. Alora, ich werde Euch meine Frau vorbeischicken. Sie wird sich um Euch und Euren Sohn kümmern.“ Teskadias ließ Alora nur sehr ungern in ihrem Kummer allein. Doch die Gefahr für Eternia war zu groß, als dass auch nur eine Sekunde länger verschwendet werden durfte.

Teskadias und He-Man eilten zum Ratsgebäude. Die Leichen der Ratsältesten und Lord Avors wurden gerade auf einen Wagen geladen. Dutzende Schaulustige hatten sich versammelt, diskutierten wild durcheinander, weinten und schluchzten. „Wie konnte das nur geschehen?“ fragte He-Man. „Jemand muss gestern nacht in das Ratsgebäude eingedrungen sein, und hat dieses scheußliche Verbrechen begangen. Jetzt ist der Rat ohne Führung. Lord Avor war der Vorsitzende, die Ratsältesten das wichtigste Gremium. Und den Vertreter von Lord Avor konnte ich bisher nicht erreichen. Lord Eldor ist auf der Reise zu  den Vogelmenschen von Avion, um sie für unseren Kampf gegen die Schlangenmenschen zu gewinnen. Und noch etwas. Ich habe heute morgen mit Gigantor, dem Titanenfürst gesprochen. Er hat gestern seinen ältesten Sohn im Kampf gegen die Schlangenmenschen verloren. Die Unterstützung der Riesen ist also auch mehr als fraglich. Es ist ein schwarzer Tag für Eternia“, erklärte Lord Teskadias traurig.

“Wir brauchen einen neuen Anführer im Rat!“ riefen einige Bürger. „Der Rat muss uns beschützen gegen die Schlangenmenschen!“ riefen andere. Lord Yrak hatte aus den hinteren Reihen zufrieden die Aufregung unter der Bevölkerung vernommen. Nun trat er nach vorne auf die Stufen des Ratsgebäudes. „Bürger! Dieses scheußliche Verbrechen, das eindeutig nur von den Schlangenmenschen begangen worden sein kann, darf nicht ungesühnt werden. Wir brauchen nun einen starken Anführer des Rates. Ein Anführer, der die Schlangenmenschen in ihre Schranken verweist. Ein Anführer, der sie wieder von diesem Planeten vertreibt!“ rief er zur Menge. Nach jedem Satz ertönte ein stetig lauter werdendes „JA!“ aus der Menge.

„Nur wenige Ratsmitglieder sind in der Lage, das schwere Amt des Ratsvorsitzenden auszuüben. Ich halte mich für ein solches Mitglied. Bürger! Vertraut mir und ich garantiere euch, die Schlangenmenschen werden es bereuen, jemals einen Fuß auf unseren Planeten gesetzt zu haben!“ hetzte Yrak die Menge auf. „JAAAAAA, Yrak soll Ratsvorsitzender werden!“ ertönte es aus der Menge. „Er soll uns die Schlangenmenschen vom Halse schaffen“, rief eine Frau neben He-Man.

„Wir müssen was tun!“ flüsterte He-Man zu Lord Teskadias, „das entgleitet hier!“. „Lord Yrak, der Ratsvorsitzende wird aus den Mitgliedern des Rates von den Mitgliedern des Rates gewählt! So war es, und so wird es bleiben. Ihr könnt Euch Eure Hetzte des Volkes
sparen!“ rief Lord Teskadias zu Yrak rüber, dem dieser Zuruf gar nicht gefiel. „Aber ...“, begann Lord Yrak, wurde aber sogleich durch Lord Teskadias wieder unterbrochen. “Als ranghöchster anwesender Lord ordne ich daher in Vertretung des Vorsitzenden eine außerplanmäßige Ratssitzung an. In einer Stunde! Und ihr,“ rief er zur Menge herüber, „ihr geht jetzt nach Hause. Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Das ist jetzt allein die Angelegenheit des Rates.“ Lord Teskadias winkte He-Man, mitzukommen. Die Menge trottete langsam auseinander.
„Lord Teskadias stört unsere Pläne“, vernahm Lord Yrak aus seinem Amulett. „Nicht mehr lange“, sprach Yrak kühl und umklammerte das Amulett mit festem Griff. Er eilte die Treppe hinunter und verschwand in einer Seitenstraße.

Lord Teskadias und He-Man eilten zu ihm nach Hause. „Aric, Ihr wart gestern noch mit Lord Avor zusammen, vor seinem Tode. Hat er noch irgend etwas bestimmtes gesagt? Es ist sehr wichtig!“ wandte sich der Lord an He-Man. He-Man überlegte kurz. „Lord Avor wollte sich am Abend noch mit dem König und den Ratsältesten treffen. Er hatte sich sehr über Lord Yrak aufgeregt, und wollte den Ratsältesten vorschlagen, Yrak aus dem Rat zu werfen“, erinnerte sich He-Man. „Yrak ist von der Idee besessen, im Rat zu bleiben. Jetzt will er sogar Ratsvorsitzender werden. Als Ratsvorsitzender hätte er große Macht“, sprach Lord Teskadias. „Und uneingeschränkten Zugang zum Central Tower“, ergänzte He-Man. „Aric, begleitet mich zum Central Tower. Er wird heute fertiggestellt. Wir müssen nachsehen, was Yrak gestern während des Angriffes im inneren gemacht hat!“ rief Lord Teskadias.

„In Ordnung, ich hole nur rasch mein Schwert, falls uns Schlangenmenschen auflauern. Ich bin sofort zurück.“ He-Man eilte hinaus. Die Tür war kaum ins Schloß gefallen, als sie krachend eingeschlagen wurde. Teskadias fuhr herum. Im zerborstenen Türrahmen stand ein glänzender, grauer Kampfroboter, bewaffnet mit einem Laserstrahler. Der Roboter schoß. Teskadias duckte sich und sprang zur Seite. Er warf einen Stuhl nach dem Roboter, der aber wirkungslos an ihm abprallte. Der Roboter näherte sich unaufhaltsam dem Lord. Gerade als er zum Schuß ansetzten wollte, stürmte He-Man herein. „Ich bin wieder....“, entkam es ihm. Der Roboter drehte sich hastig um und zielte auf ihn. He-Man reagierte sofort. Sein Schwert sauste nieder und schlug dem Roboter die Waffe aus der Hand. Dabei zerriß er noch einige Drähte und Kontakte am Arm. Funken sprühten. Der Roboter schrie auf. „ARGGGGGGHHHHHHHH“, ertönte es blechern. Er holte aus und gab He-Man einen kräftigen Kinnhaken, der ihn nach hinten gegen die Wand warf. He-Man schlug hart mit dem Kopf an.

Inzwischen hatte Lord Teskadias den Laserstrahler des Roboters hochgehoben und zielte auf den Roboter. Der Roboter drehte um und rannte aus dem Haus, bevor Teskadias schießen konnte. Teskadias eilte zu He-Man, der sich den Kopf rieb. „Aric, ist alles in Ordnung?“ fragte der Lord. He-Man stand auf und schüttelte sich. „Ich,.., ich weiß wieder wer ich bin!“ sprach He-Man und blickte sich um. An seinem Gürtel baumelte der kosmische Schlüssel. Noch etwas wackelig auf den Beinen versuchte er zu verarbeiten was alles passiert ist. „Ok, alles klar. Lord Teskadias, dann laßt uns schnell zum Tower eilen.“ He-Man und der Lord rannten hinaus. „Wir nehmen besser nicht die Dongos, sondern die neuen Turbodactyls. Das sind extra abgerichtete Flugsaurier“, erklärte Teskadias, „Aber wir müssen uns beeilen. In gut einer halben Stunde ist die Sitzung.“

Wenige Minuten später saßen Teskadias und He-Man auf den Sauriern und flogen über die Ebene. „Es ist gut, das Ihr Euer Gedächtnis wiedergefunden habt. Wollt Ihr mir nun Euren richtigen Namen sagen?“ fragte Lord Teskadias, als die Saurier sehr dicht nebeneinander flogen. He-Man überlegte. „Das würde ich sehr gerne, aber leider muss ich aus bestimmten Gründen meine Identität geheimhalten“, erklärte er. Lord Teskadias nickte. „Da ist der Tower!“ rief Teskadias. Die Turbodactyls landeten.

Von den anwesenden Lords und Ladys des Rates begrüßten Lord Arameus und Lady Arida Teskadias. Sie gaben einen kurzen Report, dass der Turm so gut wie fertig ist. Lediglich letzte Arbeiten im Turm müßten noch erfolgen. He-Man und er rannten in den Turm und bereits nach wenigen Minuten hatten sie gefunden, was sie suchten. Eiligst brachen sie wieder auf nach Eternis zur Sitzung.


„Endlich, da ist der Turm!“ rief Man-At-Arms erschöpft. Er hatte den ganzen Weg den schweren Roboto getragen. Erschöpft ließ er seinen Freund fallen. „Er ist fertig! Rechtzeitig“, bemerkte die Zauberin. „Seht mal, da fliegen 2 Turbodactyls“, bemerkte Arms und deutete auf die am Himmel verschwindenden Flugsaurier. „Jetzt können wir nur warten, bis He-Man auftaucht“, sagte Skeletor.


Im Snake Mountain wartete Rags Raptor ungeduldig auf die Fertigstellung des Viper Tower. „Wie lange noch?“ brüllte er einen Diener an. „Nicht mehr lange, eure Majestät. Die Wissenschaftler und Magier arbeiten mit Hochdruck daran“, versuchte der Diener den König der Schlangenmenschen zu besänftigen. Rags Raptor knurrte. „Eine Stunde, sag ihnen, sie haben noch eine Stunde. Ansonsten sterben sie alle durch mein Schwert“, brüllte er und wies den Diener zur Tür. „Ja, Herr!“ sprach er knapp und rannte hinaus. Rags Raptor nahm Snaksor, sein magisches Schwert aus der Scheide und blickte auf die Klinge. „Heute, heute wird sich entscheiden, ob die Schlangenmenschen diesen Planeten erobern, oder nicht. Heute!“ sprach er zum Schwert.

„Der Sieg heute wird sehr wichtig sein, oder nicht?“ vernahm Rags Raptor eine zischende Stimme hinter ihm. Er drehte sich um. Auf seinem Thron hatte eine Schlangenmenschenfrau Platz genommen. Die gespaltene Zunge des kobraköpfigen Wesens schnellte aufgeregt hervor. Rags Raptor trat heran. „Es wird der wichtigste Sieg meines Lebens werden“, sprach er und nahm die Hand der Schlangenmenschenfrau und ließ seine Zunge drüberfahren. „Und was bedeutet dieser Sieg für mich?“ züngelte sie. „Du wirst die Königin des Universums werden, Cobrassira, mein geliebtes Weib“, antwortete Rags Raptor und fuhr mit seiner glitschigen Zunge ihren Arm empor. „Uhhh“, stöhnte sie bei diesem Gedanken. “Ich mag Männer mit Macht!“ zischte sie und züngelte vor Ekstase auf. „Ich hoffe, Du weißt das zu schätzen!“ sprach Rags Raptor und küßte seine Frau. „Oh jaaaa, das weiß ich!“ antwortete sie und erwiderte den Kuß leidenschaftlich.

He-Man und Lord Teskadias landeten direkt vor dem Ratsgebäude. Eine riesige Menschenmenge hatte sich davor versammelt, waren sie doch alle gespannt auf das Ergebnis der Sitzung. Hastig stiegen die beiden ab und rannten die Stufen hinauf. Im großen Ratssaal hatten sich bereits die meisten der Ratsmitglieder versammelt. Auf dem Podium stand bereits Lord Yrak und hielt beißende Reden, um den Rat dazu zu bewegen, ihn zum neuen Ratsvorsitzenden zu wählen. Als Teskadias und He-Man eintraten, wurde er spürbar nervös.

„Nun, Lord Teskadias. Dafür das Ihr mir eben so drastisch das Wort entzogen habt, um von der Wichtigkeit dieser Ratssitzung zu erzählen, seit ihr ziemlich spät dran. Andere Dinge scheinen für Euch wichtiger zu sein, als die Sicherheit des Planeten“, spöttelte er, um Lord Teskadias vor dem Rat zu diskreditieren. „Ich hatte meine Gründe. Ich bin eben Opfer eines versuchten Mordanschlages geworden!“ sprach Teskadias. Einige Ratsmitglieder standen geschockt auf, andere tuschelten. „Und ich bin sicher, dass es derselbe Attentäter wie bei Lord Avor und den Ratsältesten war.“ Wieder Getuschel und Unruhe unter den Ratsmitgliedern. „Aber es gibt andere Dinge zu besprechen. Lord Yrak, ihr seit verhaftet!“ sprach Teskadias. „Verhaftet, ich?“ entkam es Lord Yrak panisch.

Während Teskadias gesprochen hatte, hatte sich He-Man langsam dem Lord auf dem Podium genähert. Als er neben Yrak stand, und Teskadias von Verhaftung sprach, ergriff er dessen rechten Arm. Yrak schrie auf „AHHHHHHHH!“ He-Man fuhr herum. Er riß Yraks Lordrobe hoch. Eine Brandwunde zog sich über den gesamten Unterarm. He-Man schluckte. „Das kam mir gleich sehr seltsam vor, das ein Roboter Schmerzen verspüren kann. Du warst es! Du bist für den Angriff auf Lord Teskadias verantwortlich. Und für ... den Mord an Lord Avor!“ He-Man wurde wütend. Die Ratsmitglieder standen wütend und geschockt auf. Einer von ihnen war ein Mörder. Das hatte es seit fast 1000 Jahren nicht mehr gegeben. Viele buhten Yrak aus. Andere riefen nach den Palastwachen.

Yrak riß die Augen auf. Schweiß tropfte von seiner Stirn. He-Man hielt den Mörder fest im Griff. Heftig versuchte er sich zu befreien, doch He-Man hielt stand. Dann begann das Amulett um Yraks Hals zu leuchten. Ein Blitz schoß heraus, und blendete alle im Raum. Ein Krachen ertönte. Als He-Man wieder etwas erkennen konnte, hatte sich Yrak losgerissen und war durch ein Fenster hinausgesprungen. Panik brach im Raum aus. Lord Teskadias kämpfte sich zu He-Man durch. „Er will zum Turm, er weiß noch nicht, dass wir seinen Plan erkannt haben!“ sprach er hastig zu He-Man.

„Zum Turm!“ rief He-Man. Lord Teskadias gab einigen Lords noch Instruktionen und dann rannten beide nach draußen zu den Turbodactyls. „Yrak will die Kräfte des Grayskull und den Viper Towers auf sich übertragen lassen, nicht auf den Central Tower. Das würde ihn unberechenbar und unbesiegbar machen. Damit hätte er alle Macht“, rief Teskadias He-Man zu. Unverzüglich starteten sie. Einige andere Lords bestiegen auch Turbodactyls und flogen zum Grayskull Tower, um die Kraftübertragung einzuleiten.

Die Turbodactyls jagten über die Ebene und bald erreichten sie den Central Tower. Schon von weitem erkannten sie Lord Yrak, diesmal wieder in seiner grauen Rüstung, vor dem Portal des Turmes. Vor dem Turm auf  dem Boden lagen leblos die Lords, die den Turm bewachen und gegen Angriffe schützen sollten.


„Da kommt He-Man!“ rief die Zauberin. Alle schreckten hoch und blickten gespannt aus ihrem Versteck in der Nähe des Turmes. Vor kurzem noch hatten sie beobachtet, wie jemand zum Turm kam, und die anwesenden Lords bewußtlos schlug.


„Zu spät! Zu spät!“ lachte Yrak laut auf. Der Turm war bereits mit Energie versorgt und wartete auf die Ströme von Gut und Böse. „Er hat einen Energieschild um den Turm aufgebaut!“ sprach Teskadias, „ich kann ihn alleine nicht durchbrechen!“ He-Man versuchte es mit seinem Schwert, aber es zeigte keine Wirkung. „Teskadias, aktiviere die Energie vom Grayskull Tower! Jetzt!“ entkam es He-Man. „Aber wir kommen nicht an den Turm heran!“ sprach Teskadias aufgeregt. „Vertrau mir!“ rief He-Man zurück. Teskadias gab schließlich nach und gab das Signal an die Lords beim Grayskull Tower, die positive Energie fließen zu lassen.

„JEEEEEEETTTTTTZTTTTT“, rief Rags Raptor und blickte zufrieden auf den Viper Tower, der vollgeladen mit Energie war. Kaum hatte er das Zeichen gegeben, als auch schon die erste Energiewelle aus dem Schlund der roten Schlange am Viper Tower schoß und in Richtung Central Tower unterwegs war. Rags Raptor lachte auf. „Herr, Meister!“ rief plötzlich einer der Schlangendiener aufgeregt. „Was ist?“ fragte Rags Raptor. „Unsere Späher melden, das vom Grayskull Tower ebenfalls eine Energieladung zum Central Tower unterwegs ist!“ stotterte der Diener. „WWWWWWAAASSSSSSS????“ brüllte Rags Raptor auf. „Wieviel Differenz?“ fragte er hastig. „Unser Strom startete 1,2 Sekunden später als der andere!“ sprach der Diener kleinlaut. Rags Raptor tobte auf. „NEEEIIIINNNNNN!“ schrie er und stampfte auf.

„He-Man, unser Strahl kommt!“ rief Teskadias zu He-Man. Auch von den Mystic Mountains näherte sich ein Strahl. He-Man rannte in Richtung des Strahles vom Grayskull Tower. Da der Strahl im Löwenmaul des Turmes einschlagen musste, so hoffte He-Man, würde er sehr tief fallen müssen. Und tatsächlich. Der Strahl positiver Energie verringerte die Höhe, je näher er dem Central Tower kam. Kurz bevor der Strahl über He-Man vorbeizog, sprang He-Man nach oben. Seine Fingerspitzen tauchten für einen kurzen Augenblick in den Strahl. Ungeahnte, reine Energie durchfloß ihn. Er spürte, wie seine Kräfte wuchsen. Kaum hatte He-Man den Boden wieder erreicht, schlug er die Armbänder zusammen und rief:

„Bei der Macht von Grayskull, ich rufe den Donnerschlag der Giganten!“
Auf He-Mans Rücken erschien ein roter Kasten. Er zögerte nicht und holte zweimal aus. Die erste Energiewelle krachte gegen den Energieschild und zerstörte ihn, die zweite Energiewelle packte Lord Yrak und riß ihn vom Portal weg, kurz bevor der Strahl des Grayskull Towers im Löwenmaul einschlug. Nur wenige Augenblicke später, jedoch zu spät um die Energie des Turmes umzukehren, schlug der Strahl aus dem Viper Tower ein. He-Man rannte zurück zum Turm.

„Es hat geklappt, es hat geklappt!“ rief Teskadias freudig. Die Energie der beiden Türme hüllten den Central Tower in ein undurchdringliches Feld voll Energie. Blitze zuckten. Und dann geschah es. Nachdem sich der Turm mit Energie vollgesogen hatte, veränderte er die beiden immer noch existenten Energiestrahlen der beiden Türme. Plötzlich floß die Energie zurück zu den beiden Türmen und verband auch den Grayskull und den Viper Tower miteinander. Nach wenigen Minuten verhärteten sich die Strahlen und bildeten fortan eine Verbindung aller drei 3 Türme. He-Man musste lächeln. „So entstand also die Gondelbahn der drei Türme“, dachte er.

He-Man und Lord Teskadias wandten sich Yrak zu. Seine Metallrüstung war durch den Donnerschlag He-Mans stark beschädigt worden. Keuchend lag er am Boden und versuchte sich aufzurichten. Sein Amulett war an der Kette gerissen und lag neben ihm. „Es ist vorbei, Yrak“, sprach Lord Teskadias. „Vorbei?“ keuchte Yrak, „nein, es fängt gerade erst an.“ Yrak ergriff das Amulett und hielt es hoch. „Meister, ich rufe Euch. Hört mich an!“ rief er laut auf. Das Amulett begann zu glühen. Rauchschwaden kamen aus dem Amulett und schichteten eine meterhohe Rauchwolke auf. Ein Schrei ertönte. Und dann kam eine metallene Hand aus der Wolke.

„Aber, aber das ist doch nicht möglich!“ rief He-Man. Auch Skeletor hinter dem Felsenversteck schluckte. „das gibt’s doch gar nicht. Das ist ja.... Hordes Prime!“ entfuhr es ihm.

Wieder ertönte ein Schrei und dann folgten die Worte. „YRAAAAAAKKKKKK, Du hast versagt. Ich dulde keine Versager in meine Nähe!“ knurrte Hordes Prime. Yrak fuhr zusammen. Die metallene Hand griff nach Yrak. „Nein, nein, Meister. Ich habe immer getan, was Ihr verlangt habt. Ich, neeeeeeiiiiiinnnnnnnnnnn!“ schrie Yrak. Doch es war zu spät. Aus der Wolke Hordes Primes schossen zwei Blitze heraus und mitten in den Körper von Yrak. Sein Körper begann zu glühen.

„Dein Leben wie Du es kanntest, ist vorbei. Du bist nun mein Diener, mein Sklave. Hier hast Du versagt, doch in Dir steckt Potential. Potential, das ich mir zunutze machen werde. Dein technisches Wissen wird fortan Deine größte Gabe sein. Bosheit, Wut, unkontrollierbarer Haß, das sind Deine Stärken. Von nun an bist Du nicht mehr Yrak, von nun an bist Du..... HORDAK!“

Yraks Körper glühte immer stärker. Mit einem Blitz war das Glühen verschwunden. Hordes Prime ließ Hordak los. Langsam kam er zu sich. He-Man und Teskadias blickten ihn mit großen Augen an. Hordak blickte sich an und lachte laut auf. Auf seiner Brust prangte eine große, rote Fledermaus, die seinen Kopf hatte. Aus dem Verräter Yrak war der fledermausköpfige Hordak geworden, der in He-Mans Zeit der Anführer der Wilden Horde auf Etheria ist.

„Und nun werde ich mir holen, warum ich gekommen bin!“ knurrte Hordes Prime. Die Wolke bewegte sich langsam auf den Central Tower zu. „Nicht so schnell, Hordes Prime!“ rief He-Man. Hordes Prime stoppte. „Du kennst meinen Namen, das tun nicht sehr viele. Ich habe es bisher vorgezogen, im Hintergrund der Wilden Horde die Fäden zu ziehen. Aber nun werde ich aktiv eingreifen“, sprach Hordes Prime und holte aus. Mit einem wuchtigen Schlag seiner Metallklauen wollte er He-Man zerquetschen. Doch dieser parierte mit einem wuchtigen Schlag zurück. Hordes Prime heulte auf. Erneut wollte er zuschlagen, als sich das Löwenmaul des Central Towers öffnete, und ein Energiestrahl austrat. Hordes Prime wurde zurückgeworfen. Er schrie auf.

„Die Macht des Guten liegt in diesem Turm, Hordes Prime. Verschwinde von hier. Du hast hier nichts verloren“, rief Lord Teskadias. Hordes Prime merkte, dass er hier heute der Unterlegene sein wird. „Ich werde gehen, aber ich komme wieder. Irgendwann. IRGENDWANN“, rief er und verschwand. Auch Hordak verschwand. Der oberste Anführer der Wilden Horde nahm seinen neusten Diener mit in seine Dimension.

„Ich hoffe, er kommt nicht so bald wieder. Und wenn, nun haben wir eine wirksame Waffe, die Eternia auch ohne den Rat verteidigen kann“, sprach Lord Teskadias und blickte den Turm hoch.

„Was werdet ihr jetzt tun?“ fragte He-Man. „Nun, wir werden einen neuen Rat zusammenstellen müssen. Wie wäre es? Lord Aric klingt doch nicht schlecht“, antwortete Lord Teskadias. „Euer Angebot ehrt mich, aber ich kann leider nicht. Ich bin selbst auf einer wichtigen Mission, um eine Welt zu retten. Doch muss ich zuerst meine Gefährten wiederfinden“, sagte He-Man. „Ich wünsche Euch Glück, Aric, oder wie auch immer Euer Name sei. Ich bin sicher, ihr werdet euren Weg gehen, und Eure Freunde bald wiedersehen. Eternia hat Euch ewig zu danken. Hütet Euch vor den Schlangenmenschen, die Grenze ihres eroberten reiches verläuft hier ganz in der Nähe.“ He-Man lächelte und gab Teskadias die Hand.

Nun machte er sich auf den Weg, seine Freunde und Skeletor und Scare Glow zu suchen. Zu seiner Überraschung musste er nicht lange suchen. Kaum hatte er den naheliegenden Wald erreicht, als er in die Gesichter von Man-At-Arms, der Zauberin, Skeletor und Scare Glow blickte. Die Zauberin umarmte He-Man heftig. He-Man ließ sich berichten, was vorgefallen war. Dann war es Zeit zum Aufbrechen.

„Und bedien den Schlüssel diesmal richtig“, sprach Scare Glow kühl. „Keine Sorge“, antwortete He-Man ebenso kühl. Man-At-Arms nahm Roboto auf seine Schulter und dann aktivierte He-Man den Schlüssel. Er tippte die Koordinaten ein, und aktivierte den Schlüssel. Die Zeitschleuse öffnete sich und He-Man, Man-At-Arms mit Roboto, die Zauberin, Skeletor und Scare Glow traten hindurch, bereit, den Ursprung der Macht von Grayskull in der Vergangenheit zu lokalisieren, um Eternia endlich von dem Einfluss des bösen Zauberers L`Jor zu befreien.


to be continued....


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