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  • 23.09.2018, 06:08:52

Autor Thema: Secrets of Preternia 3: Closing circles  (Gelesen 906 mal)

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Offline ClampChamp

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Secrets of Preternia 3: Closing circles
« am: 26.08.2013, 20:01:14 »
Teil 3:

He-Man trat durch das geöffnete Burgtor in Castle Grayskull ein. Er stieg über einige schwere Trümmerbrocken, die mitten auf dem Weg lagen. Vorsichtig folgte ihm Battle Cat. He-Man blickte nach oben. Ein riesiges Loch klaffte in der Decke von Schloß Grayskull. Die Strahlen der eintretenden Sonnen blendeten ihn. He-Man trat weiter in die Burgruine ein. Ab und zu huschte ein verängstigtes Tier aus seinem Versteck, fauchte oder knurrte die Eindringlinge kurz an und entkam ins Freie.

„He-Man, was ist hier nur geschehen?“ fragt die Katze und blickte sich fragend um. „Ich weiß es nicht Battle. Dies ist eindeutig Castle Grayskull, aber alles ist total verfallen, und ich verspüre auch keine Präsenz des Geistes von Grayskull oder der Sorceress. Überhaupt verspüre ich rein gar nichts hier drin. Nur Einsamkeit und Kälte“, versuchte sich He-Man in einer Antwort. Aber er hatte keine sinnvolle Antwort.

„Ob der Zeitwirbel uns in eine andere Zeit gebracht hat? Der Flug war ziemlich unruhig“, knurrte die Katze. „Du könntest recht haben. Ich habe auch die Unruhe gespürt. Erst war es wie die anderen Male zuvor, aber dann wurde der Flug unruhig. Aber der Wirbel hat uns ja wieder raus gelassen. Nur, wo?“

He-Man blickte sich in den Trümmern ein wenig um. Plötzlich blieb er stehen und bückte sich. „Bei allen Göttern Eternias“, sprach er. Er hatte einen Gegenstand aufgehoben. „Was ist los, He-Man?“ fragte die Kampfkatze, „was hast Du da gefunden?“ He-Man drehte sich um und zeigte seinem Freund den Fund. „GROOOOOAAAAAAAARRRRR“, brüllte die Katze, „He-Man, wie ist das nur möglich?“ „Ich weiß es nicht“, sprach He-Man und betrachtete den verrosteten Gegenstand in seiner Hand. Bis auf den schlechten Zustand und der abgebrochenen Klinge sah der Gegenstand genau wie sein Zauberschwert aus!

He-Man zog sein Schwert und hielt es zum Vergleich daneben. Bei dem verrosteten Gegenstand in seiner Hand handelte es sich wahrhaftig um sein Zauberschwert. He-Man konnte es nicht glauben, und verglich die beiden Waffen sorgfältig, aber er fand keinen Unterschied. „Das kann doch nur eins bedeuten, Battle“, sprach er nach einigen Augenblicken, „wir sind nicht in unserer Zeit gelandet, sondern in der Zukunft.“

„Was, aber wann?“ fragte die Katze knurrend. „10, 100, 1000 Jahre, wer weiß. Aber wir sind weit genug in der Zukunft gelandet, dass es offensichtlich keinen Geist von Grayskull mehr gibt, keine Sorceress und auch kein Bedarf mehr an einem Zauberschwert besteht. Wir sollten herausfinden, in welcher Zeit wir uns befinden. Wir gehen nach Eternis.“ He-Man drehte sich noch einmal um und warf das verrostete Zauberschwert in eine Ecke. Plötzlich ertönte ein Zirpen und Battle Cat brüllte auf.

„He-Man! Paß auf!“ knurrte Battle Cat auf. He-Man fuhr herum. Aus dem Dunkel, wo er das Schwert hingeworfen hat, kam geifernd eine Riesenspinne hervor. Schleim triefte von ihren messerscharfen Beißzangen. He-Man reagierte sofort.

„Bei der Macht von Grayskull, Ich habe die Zauberkraft!“

Für einen Augenblick war He-Man verwirrt, dann aber stellte er sich der Spinne entgegen, die seltsame, pfeifende Geräusche von sich gab und Spinnfäden auf He-Man und die Katze ausspie.

„Kämpfe, alter Kater, kämpfe“, rief He-Man. „Sie, sie ist zu stark, He-Man, wir müssen fliehen“, keuchte Battle Cat. „Du hast Recht. Wir müssen verschwinden. Los!“ He-Man schwang sich auf den Rücken der Katze, die mit einem Sprung aus der Burg hechtete. Die Spinne verfolgte sie nicht, sondern zog sich wieder in ihr dunkles Versteck zurück. Battle Cat und He-Man waren nicht mehr in Gefahr.

„He-Man, was war denn los? Normalerweise hätten wir mit der Spinne keine Last gehabt.“ „Ich weiß es nicht, als ich die magischen Worte gesprochen hatte, fühlte ich gar nichts. Keine Magie, keine besondere Kraft. Irgendetwas ist sehr merkwürdig hier. Vielleicht finden wir in Eternis ein paar Antworten. Los, Battle, so schnell Du kannst.“ Die Katze wurde schneller, und bald wurde die Silhouette von Eternis sichtbar.

Auf dem ersten Blick war die Stadt wie immer. Doch je näher He-Man und Battle Cat ihr kamen, desto fremder wurde ihnen der Anblick. Zwar bildete nach wie vor der Königspalast mit seinen prächtigen Fassaden den Mittelpunkt der Hauptstadt von Eternia, doch die Bauten hatten sich sehr verändert. Wuchtige Säulen, auf denen Krieger zu erkennen waren, ragten überall aus der Stadt. Die Häuser waren viel höher. Und die Stadt war mit der Gondelbahn der Schicksalstürme von Eternia verbunden. Im Minutentakt sausten die Kabinen über die Bahn. Einige Minuten blickte He-Man den Kabinen hinterher, bis sie verschwunden waren.

Als sich He-Man auf Battle Cats Rücken der Stadt näherte, ertönten plötzlich die Sirenen. Battle Cat stoppte. Inmitten der Stadt fuhr plötzlich ein Turm aus Metall hoch, der langsam anfing zu vibrieren. Dann plötzlich baute sich ein Schutzschild um die Stadt auf, der die Gebäude wie in einen Schleier hüllte. Battle Cat und He-Man ritten zum Rand des Schildes. Als He-Man ihn berührte, bekam er einen Schlag. Hastig zog er die Hand weg.

„Ein netter Empfang, findest Du nicht, Battle?“ sprach He-Man ironisch. „Versuch doch, den Schild einzuschlagen“, knurrte Battle. „Nein, dann würden sie vielleicht ein falsches Bild von uns bekommen. Aber sieh doch, da kommen einige Reiter auf Pferden. Vielleicht kann man mit denen reden“, sprach He-Man und zeigte in die Richtung der Reiter.

He-Man wartete gelassen, bis sich die Reiterschar ihm genähert hatte. Ihr Anführer war ein hochgewachsener, bärtiger Mann, gekleidet in einer prächtigen Rüstung, die reich mit Ornamenten verziert war. Sein Gesicht war fast vollständig von seinem Helm verborgen, lediglich seine Mundpartie war erkennbar. Als sich die Gruppe von acht Reitern He-Man und der Katze genähert hatte, erhob er seine Hand. Die Reiter rissen an den Zügeln ihrer Pferde und blieben stehen.

„Wer bist Du, dass Du es wagst einfach so in Eternis, der Stadt des Friedens, eintreten zu wollen?“ donnerte die Stimme He-Man entgegen. He-Man erhob die Hände zum Zeichen, dass er keine bösen Absichten hatte. „Verzeiht mir, ich wusste nicht, dass ich beim Betreten von Eternis erst um Erlaubnis fragen muss. Allerdings bin ich auch erst vor kurzer Zeit hier angekommen, und deshalb sind mir einige Sachen auch noch neu“, antwortete He-Man dem Anführer der Reiter.

„Geschwätz, Logar, wir sollten ihn in Ketten legen und ins Gefängnis bringen. Er bringt bestimmt das Böse mit sich. Sieh ihn Dir doch nur an“, knurrte plötzlich ein Reiter hinter dem Anführer und zog sein Schwert. „Zurück, Torag, er sieht mir nicht nach einem Krieger des Bösen aus. Solange wir nicht wissen, wer er ist und welche Absichten er hat, wird niemand verhaftet. Nimm das Schwert weg, sofort!“ knurrte Logar seinen Krieger an. Mit einem bösen Blick in den Augen steckte er das Schwert wieder weg und blicke grimmig zur Seite.

„Mein Name ist übrigens He-Man“, sagte He-Man. Als er seinen Namen aussprach, zuckten einige der Krieger zusammen. „He-Man? Soll das ein Scherz sein?“ fragte Logar ernst. „Nein, das ist mein Name. Warum sollte ich damit scherzen?“ fragte He-Man, und verstand nicht, was Logar meinte.

„Er ist doch ein Wesen des Bösen, wie ich es gesagt habe!“ fing Torag wieder an, „auf ihn, Krieger!“ „NEIN“, schrie Logar, „Ihr gehorcht mir, und nicht Torag!“ Wütend ritt Logar neben Torag und riss ihm ein goldenes Dreieck von der Brust. „Ich degradiere Dich, Torag, für Befehlsverweigerung und aufrührerisches Verhalten“, sprach Logar und warf das kleine Dreieck auf den Boden. Torag schäumte vor Wut, blieb aber ruhig. Dann wandte sich Logar wieder He-Man zu.

„Du musst sein Verhalten verzeihen. Aber es ist doch ziemlich unglaubwürdig, dass du He-Man bist. Denn He-Man ist einer unserer größten Helden. Er hat unseren Planeten von dem Bösen befreit. Aber das ist über 300 Jahre her“, erklärte Logar. He-Man schluckte. 300 Jahre zu spät hatte der Zeitwirbel ihn und Battle Cat entlassen. 300 Jahre in der Zukunft. 300 Jahre von seiner Zeit entfernt. Nach einem schweren Ausatmer wandte sich He-Man wieder an Logar.

„Ich kann eure Zweifel verstehen. Ich kann es ja selber kaum glauben, dass Battle Cat und ich hier sind. Aber wir sind durch die Zeit gereist, und schließlich hier gelandet.“ Logar blickte He-Man lange an. „Ich glaube Dir, Fremder, denn Du hast Ähnlichkeit mit der Beschreibung He-Mans aus unseren Legenden. Folge uns in die Stadt, dort werden wir Deine Identität überprüfen können“, sprach Logar. Er betätigte einen Knopf an seinem Handgelenk, und sprach in einen kleinen Lautsprecher neben dem Knopf. Kurze drauf verschwand der Energieschild um Eternis und He-Man und Battle Cat konnten passieren.

Die kleine Gruppe machte sich auf den Weg in die Stadt. Logar und He-Man ritten voran. Torag musste sich aus Konsequenz seines neuen Ranges ans Ende der Gruppe begeben und hinterher reiten. „Warte nur, Logar“, murmelte er grimmig vor sich hin, „mit Deiner Überheblichkeit ist es bald vorbei.“ Dabei warf er Logar einen verachtenden Blick zu.

Als He-Man und die anderen in die Stadt ritten, kamen die Einwohner von allen Seiten angeströmt. Sie alle hatten von dem Fremden gehört, der auf einer riesigen Katze ritt. Nach kurzer Zeit mussten die Reiter anhalten, weil es kein Vorankommen mehr gab. „Los, Leute, geht aus dem Weg. Macht Platz!“ rief Logar wütend. Doch seine Rufe gingen in der Masse unter. „Mama, der sieht ja genauso aus, wie die Statue da!“ rief plötzlich ein kleines Mädchen und zeigte auf eine Statue mitten auf dem Marktplatz. He-Man, Logar und viele andere blickten aus Reflex auf die Statue. He-Man schluckte. Auf einem steinernen Podest stand eine Statue, die genau wie He-Man aussah. Auf dem Podest stand eine Inschrift:“ He-Man, der Held von Eternia.“

Logar schluckte. „Du bist es wirklich, He-Man. Ich habe es nicht geglaubt.“ Logar schüttelte He-Man überschwänglich die Hand. Die Nachricht, dass der Fremde wirklich He-Man war, ging wie ein Lauffeuer durch die Menschenmassen.

Hunderte von Hände streckten sich He-Man plötzlich entgegen. Alle wollten den Mann berühren, der vor so vielen Jahren das Böse auf Eternia besiegt und dem Planeten Frieden geschenkt hatte. Warum er plötzlich in ihrer Zeit war, interessierte nicht mehr. Unter lautem Hurra-Geschrei und Jubel bahnte sich He-Man einen Weg durch die Massen. Immer wieder blickte er zu den hohen Statuen hinauf, die sich um den ganzen Vorplatz des Palastes reihten. Nach und nach erkannte er, wer auf den anderen Sockeln dargestellt war. Es waren seine Freunde und Mitstreiter: Man-At-Arms, Teela, Fisto, Ram-Man, Extendar und all den anderen Kämpfer für das Gute wurden durch Denkmäler Verehrung gezollt.

Plötzlich ertönte eine Fanfare auf den Dächern des Palastes. Die Menschenmenge, die sich um He-Man, Logar und den anderen Reitern scharrte, bildete eine Gasse und schuf einen Durchweg für eine prächtige Kutsche, die von zwölf Reitern begleitet wurde. Neugierig sah sich He-Man die Kutsche an, die mit Gold und Silber verziert war. Der Kutscher stoppte das Gefährt nicht weit von He-Man. Die Tür öffnete sich und ein bärtiger Mann in einem edlen Gewand und einer Krone auf dem Haupt stieg heraus, gefolgt von einer wunderschönen Frau in einem rotem Kleid. Die Menschen, an denen die beiden vorbeitraten, senkten demütig die Köpfe. He-Man vermutete richtig, dass es sich hierbei um das Königspaar handelte. Um seinen Respekt zu zollen, verneigte sich He-Man ebenfalls kurz.

„Majestät, darf ich euch He-Man vorstellen? He-Man, dies sind König Ivios und Königin Andrella, weise und gerechte Herrscher von Eternia“, stellte Logar vor. He-Man streckte dem König seine Hand entgegen, die der König freudig ergriff.

„Ihr seid wirklich der He-Man? Von dem in unseren Legenden berichtet wird?“ fragte die Königin mit leuchtenden Augen, und musterte den Helden von oben bis unten, wobei sie besonders angetan von den stählernen Muskeln He-Mans war.

„Tja, so scheint es, My Lady. Ich bin hier irgendwie gestrandet, als ich aus der Vergangenheit wieder in meine Zeit reisen wollte. Und jetzt muss ich einen Weg finden, um wieder in meine Zeit zu kommen“, erklärte He-Man kurz.

„Nun, das wird zu bewerkstelligen sein. Doch solange das dauert, sei unser Gast, He-Man. Ich bin sicher, viele Menschen von Eternia brennen darauf etwas aus Deiner Zeit zu erfahren. Und einen kenne ich bestimmt jetzt schon“, lachte der König. „Demian!“ rief er in Richtung Kutsche. Aus dem Gefährt kletterte ein etwa 10 Jahre alter Junge und rannte auf den König, seine Frau und He-Man zu. „Das ist Demian, mein Sohn und Prinz von Eternia. Demian, das ist...“, begann der König. „He-Man!“ rief der Prinz heraus. He-Man lächelte. Auch der König hob die Mundwinkel. „He-Man, es gibt in ganz Eternia nicht einen Knaben, der sich mehr für Dich und Deine Zeit interessiert als Demian“, erklärte der König.

„So? Nun dann begrüße ich Dich, Demian“, sprach He-Man und reichte dem Jungen die Hand, die dieser freudig ergriff. „Ich weiß fast alles über Dich und .... Battle Cat!“ rief Demian. Mit erhobenen Armen rannte Demian auf die Katze zu, die sich einige Meter hinter He-Man hingelegt hatte. Freudig knurrte der alte Kater, als Demian ihm durch die Barthaare strich. „So, nun wird des Zeit. Laßt uns in den Palast zurückkehren. He-Man sei unser Gast. DEMIAN!“ rief die Königin ihren Sohn. „He-Man, erweist Du uns die Ehre, in der Kutsche mitzufahren?“ fragte König Ivios. „Sehr gerne, nur bitte ich darum, dass Battle Cat ebenfalls mit in den Palast darf“, antwortete He-Man.

„Natürlich, er ist im Palast genauso willkommen wie Ddu. Zurück zum Palast“, befahl der König seinem Kutscher, nachdem Königin Andrella, Prinz Demian, He-Man und er in die Kutsche eingestiegen waren.

Während der Fahrt zurück in den Palast ließ der junge Prinz He-Man nicht aus den Augen. Mit großen Augen blickte er He-Man immer wieder an, bewunderte seine Muskeln und konnte es immer noch nicht fassen, dass sein Vorbild, der Bezwinger des Bösen, nun vor ihm stand.

„Du wirst sehen He-Man, das Eternia von heute hat sich gegenüber Deinem Eternia stark verändert. Wir haben nicht nur endlich Frieden, sondern auch eine Technologie zustandegebracht, die seines Gleichen sucht“, sprach König Ivios stolz. „Das bezweifle ich nicht, König Ivios, jedoch haben wir vor 300 Jahren auch schon ein paar tolle Ideen gehabt“, antwortete He-Man salopp. Prinz Demian musste kichern. Auch die Königin verbarg ein Grinsen auf ihren Lippen, indem sie sich die Hand vor den Mund hielt. König Ivios brummte in seinen Bart, lächelte dann aber auch. He-Man wandte sich dem Prinzen zu.

„Woher weißt Du denn soviel über mich, Demian?“ fragte He-Man, „sind denn so viele Geschichten über unseren Kampf gegen Skeletor aufgeschrieben worden?“ Als He-Man Skeletor erwähnte, rutsche König Ivios unruhig auf seinen Sitz hin und her. „Ja, ich habe alle Geschichten gelesen. Manchmal erzählt mir aber auch...., halt, Du kannst ja nicht wissen, dass er noch da ist“, rief Demian aufgeregt. „Wer noch da ist?“ fragte He-Man. „Das zeige ich Dir im Palast“, sprach Demian mit leuchtenden Augen.
Während der restlichen Fahrt zum Palast blickte Demian immer wieder aufgeregt aus dem Fenster. Endlich hielt die Kutsche im Hof des Palastes. Demian nahm He-Man an die Hand und zerrte ihn mit. Lächelnd ließ er sich mitschleifen. „Wir sehen uns gleich, He-Man“, rief der König He-Man und Demian hinterher. „Ja, wir kommen gleich“, antwortete He-Man. Demian zog He-Man durch verschiedene Korridore im Palast. Unterwegs sah sich He-Man um. Im großen und ganzen hatte sich der Palast nicht verändert. Lediglich einige Bilder waren dazugekommen, darunter auch eins von seinem Vater, König Randor und eins von sich selbst als Prinz Adam mit der Königskrone auf dem Kopf.

Endlich hielt Demian vor einer Tür an. Er klopfte leise an und öffnete die Tür. He-Man und er traten ein. He-Man blickte sich um. Er konnte kaum fassen, wen er in dem Raum sah. In einem schwebenden Sessel saß eine kleine Gestalt und schnarchte leise vor sich hin. Sie trug einen Hut und einen roten Mantel, und ein langer, grauer Bart verdeckte fast vollständig das „O“ auf dem Mantel. Unter dem Hut, wo He-Man das Gesicht vermutete, trug das Wesen eine Brille. Es hatte die Eingetretenen nicht bemerkt und schlummerte tief und fest weiter.

„Das kann doch nicht wahr sein“, sprach He-Man, „ORKO!“ Das kleine Wesen schreckte auf und blinzelte verschlafen durch die Brille. Auf einmal riss es die Augen auf. „Was sehen meine alten Augen? He-Man? He-Man, bist Du es wirklich?“ fragte Orko überrascht. Er schwebte aus seinem Sessel auf He-Man zu. He-Man lächelte. „Ja, kleiner Freund. Ich bin es.“

Orko umarmte den Freund stürmisch. Sein Bart kratzte He-Man etwas, aber die Freude seinen Freund Orko wiederzutreffen ließ ihn das übersehen. „He-Man, Du bist es wirklich. Ja, Du bist es!“ Orko konnte es kaum glauben. „Was machst Du hier, He-Man. Du bist doch schon so lange....“, Orko stoppte, und beendete den Satz nicht. „Schon gut, Orko. Erinnerst Du Dich noch daran, dass ich einmal in der Zeit zurückgegangen bin, um He-Ro in der Vergangenheit zu helfen? Es ging um die dunkle Macht von Grayskull“, fragte He-Man.

„Hm“, druckste Orko herum „das ist alles schon so lange her, He-Man. Ich weiß nur noch, als Du Skeletor besiegt hast. Du hast ihm....“ „NEIN!“ fuhr He-Man dazwischen. Orko schreckte auf. „Orko, bitte erzähl mir nichts von dieser Zeit. Für Dich mag es Geschichte sein, Erinnerungen, die Du Dir bewahrt hast, aber für mich kommt das erst alles noch. Wenn ich jetzt etwas erfahre, was in meiner Zukunft liegt, könnte das den Lauf der Geschichte verändern. Wenn die Zeit für mich gekommen ist, gegen Skeletor ein letztes Mal zu kämpfen, so soll es geschehen, wie es geschehen ist, wie ihr es in Erinnerung habt. Verstehst Du?“ Orko nickte. „Na ja, auf jeden Fall bin ich aus der Vergangenheit nicht in meiner Zeit sondern hier gelandet. Und jetzt versuche ich nach Hause zu kommen.“

„Meine Magie wird Dir da wohl nicht viel helfen. Ich habe im Laufe der Zeit fast meine gesamte Kraft verloren“, seufzte Orko. „Nicht schlimm, kleiner Freund, irgendwie schaffen wir das schon. Ach übrigens, Battle Cat ist auch hier“, sprach He-Man. „Battle? Hier? Wo ist er?“ fragte Orko aufgeregt. „Er ist unten im Hof“, sprach Demian, der He-Man und Orko gespannt zugehört hatte. „He-Man, vielleicht gibt es in unserem Museum etwas, was Dich zurückbringen könnte“, wandte sich Demian an He-Man. „Museum?“ fragte He-Man.

„Ja, das Museum des Palastes. Dort sind viele Gegenstände aus Deiner Zeit. Komm mit, ich zeige es Dir“, winkte Demian He-Man zu. „Ich sehe dann mal nach dem alten Kater. Er freut sich sicher, mich zu sehen“, kicherte Orko und flog zur Tür heraus. „Na gut“, sprach He-Man und folgte Demian. Dieser führte ihn zu einer großen Eisentür. Demian holte einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Tür. He-Man staunte nicht schlecht, als er die Museumsstücke sah. Teelas Stab war hier genauso ausgestellt, wie die Keule von Mekaneck oder das Schwert von Fisto. Und dann blickte He-Man auf ein besonderes Stück der Sammlung. In einem Glaskasten, der an der Wand befestigt war, hing der Widderstab Skeletors! He-Man trat vor den Kasten und sah sich den Stab an. Einen Augenblick hielt er inne und dachte daran, welch schwere Aufgabe ihm noch bevorsteht, Skeletor zu besiegen, so dass sein Stab zu einem Museumsexponat wird.

Hinter dem Glaskasten erblickte He-Man eine gesicherte Tür. Sie war dreimal so gut gesichert, wie jede andere Tür, die er im Palast gesehen hatte. „Was ist dahinter, Demian?“ fragte He-Man den Prinzen. „Hinter der Tür? Ich weiß nicht. Nur mein Vater und Logar wissen davon. Angeblich soll dahinter auch noch etwas aus Deiner Zeit liegen, aber es ist zu gefährlich, deshalb ist es sicher unter Verschluß“, sagte Demian.

He-Man blickte die Tür argwöhnisch an. „Komm, laß uns gehen, Demian“, sprach He-Man. Beim Hinausgehen lief He-Man an einem Kissen aus Satin vorbei, auf dem ein Edelstein lag. He-Man blieb stehen und überlegte kurz. Er nahm den Edelstein in die Hand und sah ihn sich genauer an. Seine Augen wurden größer als er sah, was er da in der Hand hatte.  „Demian, weißt Du, was das ist?“ He-Man hielt Demian den Stein hin. „Hm, ein Edelstein. Wohl auch schon etwas älter. Was ist damit?“ fragte Demian. „Das könnte meine Rückfahrkarte in meine Zeit sein“, sprach He-Man trocken aus.

„Wirklich? Was ist es denn?“ fragte Demian aufgeregt. „Es ist das Zeitsiegel der alten Magier. Skeletor hatte es damals aus der Stadt der alten Magier in den Mystic Mountains gestohlen. Er wollte damit durch die Zeit reisen. Einmal hat es sogar geklappt!“ He-Man erinnerte sich an Skeletors Zeitreise, um in der Welt von Preternia an Snaksor zu kommen. „Das Zeitsiegel kann mir ein Tor in die Vergangenheit öffnen und mich zurückschicken. Aber ich muss erst einen Weg finden, es zu aktivieren. Darf ich es mitnehmen?“ fragte He-Man. „Natürlich, mein Vater wird schon nichts dagegen haben. Wir sollten jetzt aber gehen, es ist bald Abendessenszeit.“

He-Man blickte nochmals auf die verschlossene Tür und steckte das Zeitsiegel ein. Demian sperrte die Tür zum Museum wieder zu.

Kurz darauf saßen König Ivios, Königin Andrella, Prinz Demian, Orko und He-Man am Eßtisch und aßen zu Abend. Hauptthema war natürlich He-Man, sein Kampf in der Vergangenheit und sein Auftauchen in der Zukunft. Mit Erstaunen lauschten sie He-Mans Ausführungen, als er erzählte, wie er in der alternierenden Zeitlinie gegen die übermächtige Horde kämpfen musste. So kam es, dass kaum etwas gegessen wurde, und die Bediensteten die Teller fast voll wieder vom Tisch abräumen mussten, da alle lieber zuhörten, als durch das Essen abgelenkt zu werden.

Nach dem Essen ergriff König Ivios das Wort. „Nachdem Skeletor geschlagen war, und seine Anhänger und Kämpfer in alle Himmelsrichtungen verstreut waren, gab es für die meisten der heroischen Kämpfer keinen Grund mehr, im Palast zu verweilen. Viele kehrten dahin zurück, von wo sie kamen, z.B. die Felslinge oder Extendar. Andere siedelten sich in anderen Gegenden von Eternia an. Ihre Nachkommen leben noch heute dort. Orko ist der letzte, der immer noch hier ist. Er ist so eine Art guter Geist des Palastes.“

„Majestät, darf ich euch etwas fragen?“ unterbrach He-Man Ivios. „Natürlich, He-Man“, antwortete der König. „Ich war eben mit Demian im Palastmuseum.“ König Ivios blickte Demian mit strengen Gesichtsausdruck an. „Demian, Du weißt, Du sollst dort nicht alleine hingehen.“ „Ja, Vater“, antwortete Demian kleinlaut. „Wie dem auch sei, ich bin neugierig, Majestät, was befindet sich hinter der gesicherten Tür? Demian sagte, es gibt Gerüchte, dass es etwas aus meiner Zeit ist, etwas gefährliches“, fragte He-Man ernst.

„Gerüchte, He-Man, nichts als Gerüchte. Sei unbesorgt. Im Museum befindet sich nichts, was irgendwie Schaden anrichten könnte. Hinter der gesicherten Tür befinden sich nur einige alte Waffen, rostige Schwerter, Karten und Pläne über Geheimeingänge des Palastes. Also nichts, was wirklich gefährlich ist“, erklärte der König. He-Man bemerkte sofort, dass der König ihm etwas verschwieg, jedoch ließ er sich nichts anmerken. Er tat so, als würde ihm diese Erklärung ausreichen. Der restliche Teil des Abendessens verging recht zügig. Bald schon verabschiedete sich der junge Prinz von seinen Eltern und He-Man. „Übermorgen habe ich Geburtstag. Ich möchte ihn mit Dir feiern, He-Man“, sprach er mit leuchtenden Augen. „Ich werde da sein, Demian. Gute Nacht.“ 

Nachdem der Prinz zu Bett war, verabschiedeten sich auch He-Man und Battle Cat aus der Runde. Die Reise und der Tag hatten ihn sehr angestrengt und so legte er sich schlafen. Jedoch lag er noch lange Zeit wach und dachte darüber nach, was hinter der Tür sein mag, und warum der König ihn mit einer so billigen Lüge zufrieden stellen wollte. Für ihn stand fest, der König hat ihm nicht alles gesagt. Früh am Morgen wollte er sich das Museum nochmals gründlich ansehen. Erschöpft schlief He-Man schließlich ein.

Mitten in der Nacht schreckte He-Man durch eine laute Explosion auf. Kurz darauf ertönten Alarmsirenen und Stimmen hallten über den Gang. He-Man kleidete sich hastig an und stürzte zur Tür. Rauchwaden standen auf dem Korridor und es roch verbrannt. Als He-Man einen vorübereilenden Bediensteten fragte, was passiert sei, bekam er zur Antwort, dass es im Museum eine Explosion gegeben hatte .He-Man eilte zum Museum. Der König und die Königin sowie Torag und Logar waren bereits vor Ort, und dirigierten die Löschhelfer. Als das Feuer endgültig gelöscht war, traten der König, Logar, Torag und He-Man ein. Das Museum war komplett zerstört. Die Glaskästen waren unter der Hitze geborsten. Auf dem Boden lagen die Ausstellungsstücke teils verbrannt oder durch Löschwasser unbrauchbar gemacht. He-Man blickte zu der verschlossenen Tür. Das Feuer hatte die Tür halb verbrannt, und sie hing aus den Angeln. He-Man blickte in den Raum. Wie von König Ivios gesagt, befanden sich in dem Raum nur alte Bücher, Karten, und einige rostige Waffen.

„Was ist hier nur passiert?“ fragte König Ivios. „Eine Bombe, jemand wollte das Museum zerstören“, sagte Logar. „Ein seltsamer Zufall, dass wenige Stunden zuvor der Fremde hier aufgetaucht ist“, sprach Torag. Er hatte sein Mißtrauen gegenüber He-Man immer noch nicht abgelegt. „Sei still, Torag, He-Man wird das kaum gewesen sein“ sagte Logar barsch. „Aber er war wenige Stunden zuvor mit dem Prinzen noch im Museum“, sprach Torag weiter. „Ruhe!“ ging König Ivios dazwischen, „Ich vertraue He-Man. Er war es ganz sicher nicht. Findet heraus wer das war. Und räumt hier auf.“ König Ivios verließ mit seiner Frau das Museum.

Torag blickte He-Man giftig an. Gerade als He-Man Torag darauf ansprechen wollte, rief Logar Torag zu sich. He-Man drehte sich weg, und blickte sich um. Er stand vor dem zerstörten Glaskasten in dem Skeletors Stab geruht hatte. Er kniete sich hin und untersuchte die Scherben. Torag blickte He-Man aus den Augenwinkeln an, während er mit Logar sprach. He-Man nahm einige Scherben vom Boden und sah sie genau an. Schließlich fand er auf dem Boden das Schloß des Schrankes. He-Man reinigte es. Er schluckte. Das Schloß war nicht eingeschnappt. Somit wurde der Schrank vor der Explosion geöffnet und nicht wieder verschlossen. He-Man blickte sich um. Auf dem Boden konnte er keine verbrannten oder zerstörten Bruchstücke des Widderstabes entdecken!

Hastig stand He-Man auf. Mit der Explosion sollte nicht nur einfach des Museum zerstört werden. Es sollte ein Diebstahl vertuscht werden. Aber was war noch alles gestohlen worden, außer dem Widderstab? He-Man ging noch einmal zur Tür hinüber und suchte die Schlösser der Tür. Er fand eines in den Trümmern. Seine Vermutung wurde bestätigt. Die Tür war, als das Museum explodierte, ebenfalls nicht verschlossen! Jemand musste vorher noch in dem Raum gewesen sein, und hat etwas herausgeholt. Nur was? He-Man beschloß am nächsten Morgen sofort zum König zu gehen. Er musste ihm jetzt sagen, was wirklich hinter der Tür war. Rostige Schwerter und alte Karten werden nicht mit drei Schlössern gesichert. He-Man ging zurück in sein Zimmer und legte sich hin. Er dachte noch einige Minuten an das Geschehene, dann schlief er ein.

He-Man hatte einen unruhigen Schlaf. Es war heiß, und die Geschehnisse der letzten Tage schwirrten ihm im Kopf herum. Da merkte er plötzlich etwas. Etwas war unter seiner Decke und bewegte sich. He-Man blieb ruhig liegen. Langsam schob sich des Gekrabbel höher und kam unter der Decke hervor. He-Man riss die Augen auf. Auf seiner Brust saß ein roter Messerskorpion. Diese Tiere sind ihm aus seiner Zeit gut bekannt. Sie zählen zu den giftigsten Tieren von Eternia. Und nun saß eines dieser Tiere mitten auf seiner Brust, und vibrierte drohend mit seinem Schwanz, an deren Ende eine lange Spitze austrat. He-Man blieb ruhig liegen, während der Skorpion langsam höher wanderte. Schweißtropfen bildeten sich auf seiner Stirn, als der Skorpion an He-Mans Halsschlagader vorbeikrabbelte und über das Kissen lief. Jetzt reagierte He-Man blitzschnell. Er schwang sich aus dem Bett, ergriff das Zauberschwert und schlug damit auf den Skorpion ein. Bereits der erste Hieb zerteilte das giftige Insekt. He-Man atmete aus, und setzte sich auf einen Stuhl. Irgendwer wollte ihn beseitigen. Warum? Weil er unangenehme Fragen stellte? Weil er sich für Sachen interessierte, die ihn nichts angingen? Aber wenn er hier in der Zukunft sterben würde, würde er in seiner Zeit nicht mehr Skeletor besiegen können. Dieser Jemand war offensichtlich bereit, dieses Risiko einzugehen. He-Man war nun stärker darauf fixiert, Licht in das Rätsel zu bekommen, als vorher. Er freute sich schon auf das Gespräch mit dem König.

Am anderen Morgen erlebte He-Man eine erneute Überraschung. König Ivios und Logar hatten überraschend den Königspalast verlassen, und waren zu einer mehrtägigen Expedition aufgebrochen. So kam es, dass He-Man am Morgen mit der Königin und Prinz Demian alleine am Tisch saß. Auf die Frage, wo Orko sei, bekam er zur Antwort, dass der Trollaner morgens gerne ausschläft, und daher selten so früh am Morgen anzutreffen sei.

Da He-Man den König nicht mehr auf das Museum ansprechen konnte, versuchte er sein Glück bei der Königin. Nach dem Frühstück nahm er sie zur Seite. „My Lady, ich muss es wissen. Was war wirklich in dem abgesperrten Teil des Museums? Die Explosion war kein Zufall, und heute nacht wollte man mich töten.“ In He-Mans Stimme hörte die Königin Besorgnis und Vorsicht heraus. „Nicht jetzt, in einer Stunde, in meinem Gemach“, sprach sie kurz, da sie Torag eintreten sah.

„Majestät, es ist Zeit für den Unterricht des Prinzen“, sprach Torag, nachdem er sich kurz verbeugt hatte. „Darf He-Man mitkommen, Mutter?“ fragte der Prinz. Die Königin nickte. „He-Man komm, ich habe Unterricht im Schwertkampf“, rief der Prinz und raste hinaus. He-Man nickte der Königin zu, und verließ den Tisch, gefolgt von Torag.

Draußen auf dem Platz war bereits alles vorbereitet. Waffen lagen bereit, und der junge Prinz hatte sich einen speziellen Anzug übergezogen, damit er nicht aus Versehen schwer verletzt werden konnte. He-Man nahm auf einer der Bänke Platz und beobachtete, wie Torag dem Prinzen die Kunst des Schwertkampfes beibrachte. Amüsiert dachte He-Man dabei an seine eigenen Versuche als junger Prinz Adam, sich für den Schwertkampf zu begeistern. Torag ging nicht gerade zimperlich mit Demian um. Macht der Prinz einen falschen Schritt oder erwiderte er eine Attacke falsch, wurde Torag zornig und brüllte den Jungen an. Gerade als Demian wieder einen Fehler gemacht hatte, holte der Krieger mit seiner Hand zum Schlag aus.

„STOP!“ rief He-Man und ging dazwischen, „das ist keine Art, ein Kind für einen Fehler zu bestrafen.“ „Was mischt Du Dich da ein, Fremder? Prinz Demian weiß, wie es richtig gemacht wird. Er ist unkonzentriert, und daher macht er Fehler. Im Kampf sind diese Fehler tödlich“, erwiderte Torag wütend. „Im Kampf kämpfen selten Kinder. Oder ist euer achso fortschrittliches Eternia wirklich schon soweit gesunken, dass es Kinder in den Kampf schickt?“ He-Man provozierte absichtlich den Krieger. Torag biß die Zähne aufeinander, bis sie knirschten. „Na gut, dann zeig doch mal, was Ddein Eternia zu bieten hat. Würde mich sowieso interessieren, ob ihr wirklich damals so gute Kämpfer gewesen seid.“ Torag zog sein Schwert. He-Man zog ebenfalls sein Zauberschwert.
„Geh etwas zur Seite, Demian“, mahnte He-Man den Prinzen an. Prinz Demian wich einige Schritte zurück und betrachtete mit großen Augen das nun folgende. He-Man und Torag lieferten sich einen erbarmungslosen Schwertkampf. Ab und zu hatte Demian das Gefühl, bei diesem Schwertkampf ginge es wirklich um Leben und Tod. Torag warf sich mit aller Gewalt nach vorne und ließ sein Schwert niedersausen. He-Man stellte sich dagegen und wehrte die Hiebe ab.

Vom Kampflärm alarmiert kamen immer mehr Wachen angerannt. Nachdem sie sahen, wer dort kämpfte, blieben sie begeistert stehen, jubelten, feuerten an, oder setzten auf ihren Favoriten. Immer wieder krachten die Schwertklingen gegeneinander, und keiner der Kämpfe zeigte ein Zeichen von Schwäche oder Aufgabe. Funken flogen, als das Metall der Schwerter aneinander schlug. Und dann geschah es. He-Man holte mit einem wuchtigen Schlag aus, und schlug Torag das Schwert aus der Hand. Torag war besiegt.

„Ich habe noch niemals mit einem Mann gekämpft, der solche Kräfte hat. Vielleicht habe ich mich doch in Dich getäuscht“, sprach er, hob sein Schwert auf und steckte es wieder in die Scheide. He-Man reichte dem Besiegten die Hand. Torag zögerte kurz, ergriff sie dann aber doch. „Was steht ihr hier herum, habt ihr nichts zu tun?“ brüllte Torag die umstehenden Wachen an. Hastig liefen die Wachen wieder auf ihre Positionen.

„He-Man, das war ja ein toller Kampf“, sagte Demian später, „Du bist der erste seit Logar, der Torag im Kampf besiegt hat. Das muss ich gleich Mutter erzählen.“ Die Königin! dachte He-Man. Er war doch mit ihr verabredet. „Demian, ich muss erst alleine mit Deiner Mutter sprechen. Wartest Du bitte?“ fragte He-Man den Prinzen. „Hm, na gut“, sprach Demian und ging zurück zur Matte und stellte den Kampf von eben nach, indem er He-Mans Bewegungen imitierte.

He-Man ging ins Schloß zum Privatgemach der Königin. Er klopfte. Eine Stimme flüsterte „Komm herein“. He-Man trat ein und schloß die Tür hinter sich. Er blickte sich um. Das Zimmer war eigentlich sehr schlicht eingerichtet und dunkel gehalten. Mitten im Raum stand ein großes Bett, dass durch eine Lichtquelle in ein magisches Leuchten getaucht. Darauf rekelte sich die leicht bekleidete Königin, deren Gesicht mit einem durchsichtigen rosa Schleier verhüllt war. He-Man schluckte. Schon lange hatte er keine so schöne Frau mehr gesehen. Verführerisch winkte sie He-Man mit dem Zeigefinger, näherzukommen. Langsam näherte sich He-Man dem Bett. Als er an der Bettkante stand, richtete sich die Königin auf. Sie strich mit ihren Fingern durch He-Mans Haar, über sein Gesicht, wanderte schließlich tiefer und streichelte ihm über die Brust. He-Man atmete schwerer. Die Königin lüftete ihren Schleier und näherte sich langsam mit ihren verführerischen Lippen He-Mans Mund.

Kurz bevor sie ihn küssen konnte, besann sich He-Man jedoch. Er blickte die Königin etwas verdutzt an und trat einen Schritt zurück. Die Königin riss die Augen auf. „Majestät, bitte, ich kann nicht. Ihr seid eine glücklich verheiratete Frau, und ich sollte eigentlich gar nicht hier sein.“ He-Man wandte sich ab. Hastig stand die Königin von ihrem Bett auf. „Glücklich? Was weißt Du schon? Ivios hat nur seine Armeen und Krieger im Kopf. Nächtelang saß er früher im Museum und hat niemanden zu sich vorgelassen. Ich habe innerlich vor Freude geschrien, als das Museum zerstört wurde, und gehofft, dass sich einiges ändern würde. Aber es wird sich nichts ändern. Mein Mann verdient es nicht besser, dass ich ihn betrüge“, schluchzte die Königin.

„Aber Majestät, denkt doch an Demian. Er wird sehr darunter leiden, wenn ihr und Ivios streitet“, sprach He-Man. „Demian ist der einzige Grund, warum ich noch bei Ivios bin. Normalerweise wäre ich schon längst weggegangen, zurück in meine Heimat. Doch ich bin die einzige, die noch etwas für Demian tun kann, die einzige, die verhindern kann, dass Demian zu einem Kriegerkönig wird, wie sein Vater. Dabei haben wir doch Frieden auf Eternia, trotzdem werden seine Armeen immer größer. Ich verstehe ihn nicht, He-Man.“

„Was war in dem abgeschlossenen Raum im Museum? Ich glaube nicht, dass es sich nur um alte Waffen oder Karten gehandelt hat. Was war es?“ fragte He-Man ernst. Die Königin schluckte kurz. „Ich habe Ivios einmal belauscht, wie er mit Logar darüber gesprochen hat. Er sagte etwas davon, dass die Zeit bald gekommen ist, den Schädel einzusetzen, und das dann die große Zeit auf Eternia zurückkommen wird. Ich habe nicht verstanden, was er damit meinte.“ He-Man schluckte. „Der Schädel!“ rief He-Man, „bei allen Göttern Eternias. Der Schädel existiert noch.“ He-Man rannte zur Tür. „Was ist das für ein Schädel?“ fragte die Königin. „My Lady, ihr seid in großer Gefahr. Sperrt ab und laßt niemanden hier herein. Sorgt auch für Demian. Ich bin in Eile. Große Gefahr kommt auf Eternia zu.“ „He-Man warte.“ Die Königin ging zu einem Kästchen und nahm ein Blatt Papier heraus. „Dies habe ich einmal bei Ivios gefunden. Eine Höhle ist darauf verzeichnet. Vielleicht hilft Dir das weiter.“ Die Königin gab He-Man den Zettel und küßte ihn flüchtig. He-Man steckte den Zettel ein und verließ das Zimmer.

Die Königin schloß die Tür. Als sie sich umdrehte, sah sie einen Schatten hinter sich. „Wer sind sie? Was tun sie hier?“ fragte sie panisch. Doch sie sollte keine Antwort mehr bekommen. Die Spitze eines Dolches bohrte sich mehrmals in ihren Unterleib. Die Königin zuckte zusammen und krallte sich an ihrem Peiniger fest. Blut spritzte aus der Wunde auf ihr fast durchsichtiges Gewand. Sie schluckte. Sie konnte nicht mal mehr schreien. Mit letzter Kraft riss sie dem Fremden die schwarze Maske vom Kopf. Sie blickte in das grinsende Gesicht ihres Mörders und schaffte noch ein leises „DU“ zu stammeln, bevor sie tot zusammenbrach. Das austretende Blut bildete eine Lache auf dem blauen Teppich des Zimmers. Der Fremde wischte als letzte Erniedrigung mit dem Kleid der Königin das Blut vom Dolch, und verschwand durch einen Geheimgang in der Wand wieder aus dem Zimmer. Gerade rechtzeitig als sich die Klinke der Tür runterdrückte und jemand eintrat.

Ein Bote hatte beobachtet, dass He-Man aus dem Zimmer der Königin kam. Um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung war, wollte er daraufhin nach der Königin sehen. Nachdem er keine Antwort bekommen hatte, nachdem er leise zweimal geklopft hatte, öffnete der Bote die Tür, obwohl er wusste, schwer bestraft zu werden, wenn er unaufgefordert das Privatgemach der Königin betrat. Doch irgend etwas sagte ihm, dass etwas passiert war. Auch ohne das Licht in dem Raum vollends einzuschalten, sah er das grauenvolle Verbrechen. Die Königin lag tot in einer riesigen Blutlache. Ihr Körper war grauenhaft zugerichtet. Der Bote schluckte und musste sich einen Brechreiz unterdrücken. Dann rannte er zurück auf den Korridor. „Die Königin ist tot. Der Fremde hat sie ermordet. Wachen!“ rief er so laut, dass man es im ganzen Schloß hören konnte. Alarmiert kamen Torag, Demian und andere Wachen angestürmt. Als Torag die Königin sah, wandte er sich angewidert ab. Demian wollte zu seiner Mutter, und als die Wachen ihn nicht durchlassen wollten, um ihm den Anblick zu ersparen, begann er zu schreien. Torag übergab den Prinzen schließlich einer Zofe, die den Jungen mitnahm.

Als He-Man ebenfalls angerannt kam, zeigte der Bote auf ihn. „Er war es! Er war bei der Königin! Ich habe gesehen, wie er hinauskam. Er hat sie getötet!“ schrie der Bote. Die Wachen zogen ihre Schwerter. „Nehmt ihn fest, ich wusste es von Anfang an!“ rief Torag. He-Man hielt es für besser, nicht hier zubleiben. Er hatte keine Zeit, sich gefangen nehmen zu lassen für ein Verbrechen was er nicht begannen hatte. Er musste verhindern, dass der Schädel mit der dunklen Macht von Grayskull wieder zu Macht kommt. He-Man blickte sich um und sprang kurzerhand über die Mauer nach unten. Die Wachen hasteten hinter ihm her. He-Man rannte nach draußen. Er rief nach Battle Cat. Bald kam die Katze angelaufen. Orko, der Trollaner, war bei ihm. He-Man schwang sich auf den Sattel.

„He-Man, was ist denn los?“ fragte Battle Cat. „Keine Zeit für Erklärungen. Eternia schwebt in großer Gefahr. Und mir will man einen Mord anhängen. Los, alter Kater.“ Orko hielt sich an He-Man mit. „Ich komme mit, He-Man“, sprach der Trollaner. „Na gut, los jetzt.“

Battle Cat stürmte los und rannte ein paar Soldaten über den Haufen. Durch das Tor ging es hinaus über die Ebene. He-Man blickte sich um. Plötzlich ertönte wieder die Sirene, und der metallene Turm wurde ausgefahren. Der Schild um die Stadt wurde wieder aufgebaut um He-Mans Flucht zu verhindern. „Schneller alter Kater, lauf schneller. Da vorne endet der Bereich des Schildes. Battle Cat wurde schneller. Kurz bevor sich der Schild um die Stadt schloß hechtete Battle Cat mit einem Sprung aus dem Schildbereich und rannte davon. Torag schlug mit der Faust auf einen Tisch, als er He-Man entkommen sah. Er rief einige Soldaten um sich, die He-Man verfolgen und ihn gefangen nehmen sollten. Gleichzeitig ließ er sich eine Funkverbindung zu König Ivios und Logar schalten, konnte jedoch keinen von beiden erreichen.

Torag verstärkte die Wachen an allen Eingängen des Palastes und überbrachte dann schließlich dem Prinzen Demian die Nachricht vom Tode seiner Mutter.

Als die Nacht einbrach erledigte Torag noch einen Rundgang durch den Palast und legte sich dann zur Ruhe. Er dachte noch einmal über alles nach. Er konnte es nicht glauben, dass He-Man die Königin getötet haben sollte. Das paßte nicht zu ihm. Er war ein Kämpfer für das Gute. Gewiß, er hatte seit seiner Ankunft Mißtrauen gegen ihn gehabt, aber etwas in ihm sagte ihm, dass er falsch lag.

Während Torag so in Gedanken war, hört er plötzlich ein leises Kratzen. Der aufgegangene Mond von Eternia schien etwas in sein Zimmer, so konnte er erkennen, dass jemand in sein Zimmer eingedrungen war. Aus halb zugekniffenen Augen sah er, dass jemand neben seinem Bett stand. Und dann sah er etwas helles. Das Mondlicht reflektierte sich in einer Klinge, die der Fremde in der Hand hielt. Und dann ging alles sehr schnell. Die Klinge sauste herunter, bereit Torag das Leben zu nehmen. Dieser jedoch wandte sich blitzschnell aus dem Bett, ergriff im Fallen ein Messer, dass neben seinem Bett auf einem Tisch lag und schleuderte es gegen den Angreifer. Das Messer schlug im Oberschenkel des Angreifer ein. Dieser schrie kurz auf, und zog die Klinge heraus. In der Zwischenzeit hatte sich Torag sein Schwert genommen und hielt es drohend gegen den Angreifer.

„Hahahaha, glaubst Du wirklich, mich besiegen zu können? Es wäre besser gewesen, wenn Du Dich nicht gewehrt hättest. Dann wärst Du schnell gestorben, jetzt aber..“, sprach der Fremde und zog sich die dunkel Maske vom Kopf, „...jetzt wirst Du langsam sterben und leiden!“ Torag zuckte kurz zusammen. Der Fremde, der ihn töten wollte, war niemand anderer als Logar.

„Du? Du willst mich töten?“ fragte Torag ungläubig. „Die Königin zu töten war nur ein Auftrag, aber Dich zu töten, das wird ein Vergnügen“, sagte Logar und warf sich gegen Torag. Im Halbdunkel des Zimmers konnte jeder den anderen mehr vermuten als sehen, und so war es besonders für Torag schwierig, sich zu behaupten. Immer wieder gelang es beiden, den anderen leicht zu verletzen. „Warum hast Du sie umgebracht?“ fragte Torag während des Kampfes. „Sie hat uns gestört bei dem was wir vorhaben. Wenn sie weg ist, gehört der Prinz uns. Wo bist Du? Meine Klinge hat Sehnsucht nach Dir“, lachte Logar. Doch plötzlich war er es, der aufschrie. Torag hatte sich während Logar sprach von einer anderen Seite angeschlichen, als Logar es vermutet hatte. Als er hinter Logar stand, rammte er ihm das Schwert in den Leib. Logar brach zusammen.

„Der Prinz? Was habt ihr mit ihm vor?“ fragte Torag. „Töte mich nur, Torag, aber bald kommt jemand, der mächtiger ist als ich und alles was Du kennst. Dann spürst Du den Atem des Todes“, sprach Logar und spuckte Torag ins Gesicht. „Du zuerst“, sprach Torag unbeeindruckt und stieß Logar seine Klinge in den Hals. Eine Fontäne Blut schoss heraus, und Logar brach endgültig zusammen. Torag untersuchte den toten Logar schnell, und fand in seiner Tasche eine herausgerissene Buchseite, die er hastig einsteckte. Dann rannte er hinaus zum Zimmer des Prinzen. Er stürmte zur Tür herein und fand die Zofe, die über seinen Schlaf wachen sollte, erschlagen vor. Vom Prinzen Demian fehlte jede Spur.
Unterdessen hatten sich He-Man, Battle Cat und Orko in die alte Ruine von Grayskull zurückgezogen. Die Reiter, die sie verfolgten, hatten ihre Fährte noch nicht wieder aufgenommen. He-Man untersuchte den Bereich von Grayskull, ob sich nicht auch hier eine Spinne oder sonst ein Wesen eingenistet hatte, was sie als Störenfriede hätte ansehen können. Rasch berichtete der den Freunden, was passiert war. „Es scheint ganz so, als wenn jemand versucht, Skeletor zurückzubringen. Oder zumindest die dunkle Macht von Grayskull. Und so wie es aussieht, hätte Eternia gegen diesen Feind keine Chance mehr, jedenfalls ohne den guten Geist von Grayskull. Wenn wir nur wüßten, was sie vorhaben. Wir...“, He-Man stoppte. Er griff in seine Tasche und holte den Zettel hervor, den die Königin ihm vor ihren Tod gegeben hatte. Er sah sich den Zettel genau an. Es war ein Teil der Karte der Mystic Mountains. Ein rotes Kreuz war eingezeichnet.

„Hm, wenn ich das richtig lese, markiert das Kreuz eine Höhle in der Nähe von Snake Mountain. Dort wollen sie also zuschlagen. Auf, Freunde, wir haben einen weiten Weg vor uns. Im Schutze der Nacht kommen wir schneller vorwärts als bei Tage. Hoffen, wir dass es noch nicht zu spät ist.“ He-Man schwang sich auf Battle Cat und Orko hielt sich an He-Man fest. Der Kater rannte über die Ebene in Richtung Mystic Mountains.

Im Palast hatte sich Torag reisefertig gemacht. Er hatte niemanden erzählt, was er vorhatte, denn er wusste nicht, wem er noch trauen konnte, wenn selbst Logar, der Anführer der Armeen des Königs, ein Verräter war. Torag hatte den Entschluß gefaßt, den Plan von Logar und seinen Verbündeten zu vereiteln, und den Prinzen zu retten. Auf der Buchseite, die er Logar abgenommen hatte, war eine Höhle in den Mystic Mountains eingezeichnet. Hier wollte er mit seiner Suche beginnen. In aller Stille schwang er sich auf sein Reittier und jagte los. Es war 2 Stunden vor Mitternacht.

Prinz Demian erwachte langsam. Er fühlte Übelkeit. Vorsichtig blickte er sich um. Er war an ein großes Metallgitter gefesselt. Sein Oberkörper war frei und ein seltsames Symbol war ihm auf die Brust gemalt worden. Von oben herab konnte er nicht erkennen, was es darstellen sollte. Er blickte sich weiter um. Er befand sich offenbar in einer großen Höhle. Durch ein Loch in der Decke konnte er ins Freie sehen. Tiefe Nacht herrschte draußen. Er dachte an seinen Geburtstag. Vorsichtig zog er an seinen Fesseln, doch sie waren fest und er konnte sich nicht losreißen. Demian bewegte sich etwas und rüttelte am Gitter.

„Ah, Du bist erwacht. Etwas zu früh, aber das macht nichts. Wir haben noch nicht Mitternacht. Dann wirst Du ein neuer Mensch werden“, hörte Demian plötzlich eine Stimme. Eine schwarzgekleidete Person hatte die Höhle betreten und musterte den Prinzen. „Wer sind sie? Was soll das? Binden sie mich sofort los!“ forderte der Prinz. „Du wirst bald wieder frei sein, Demian. Aber nichts wird dann mehr sein, wie es war. Du bist der Auserwählte, Demian. Du wirst der neue Herrscher über alles Böse auf Eternia sein. Seit Deiner Geburt ist Dein Weg vorbestimmt. Bald wirst Du die böse Macht von Grayskull erhalten, und Eternia in ein neues Zeitalter führen“, lachte der Schwarze. „Mein Vater und He-Man werden mich befreien“, weinte Demian. „He-Man? He-Man! Für den haben wir bereits gesorgt. Und was Deinen Vater betrifft....“, sprach der Schwarze und legte seine Kapuze, die sein Gesicht verhüllte zurück, „...Dein Vater wird Dir auch nicht helfen, besser gesagt nicht helfen wollen!“ lachte die Gestalt. Demian erschrak. Der Schwarzgekleidete war niemand anderer als König Ivios, sein Vater.

„Vater, warum?“ fragte Demian weinend. „Zu lange herrscht schon Frieden auf Eternia. Es wird Zeit, dass das Böse wieder auf Eternia Einzug hält. Die Macht von Grayskull mag fort sein, aber in den Schicksalstürmen ist noch genug Energie, das Universum zu erobern. Und diese Macht wird uns, oder besser Dir gehören. Du wirst unser neuer Anführer sein. Du wirst der Wirtskörper für die dunkle Macht von Grayskull sein. Bald ist es soweit. Wenn sich um Mitternacht Dein Geburtstag zum 12. Male jährt, wird die dunkle Macht von Dir Besitz ergreifen, und niemals mehr wird sie von Dir lassen.“

Demian rüttelte an seinen Fesseln und schrie laut um Hilfe. „Schrei nur, es kommt Dir niemand zu Hilfe. Deine Mutter, He-Man, Torag, alle haben wir ausgeschaltet. Niemand wird Dich retten, Demian. Genieße die letzten Minuten Deines bisherigen Lebens, mein Sohn“, lachte Ivios und ging hinaus. Demian weinte bittere Tränen und blickte hinaus in den Himmel. „Ihr Götter von Eternia, helft mir, bitte helft mir“, sprach er mit leiser Stimme.

Unterdessen jagten Torag und He-Man von verschiedenen Seiten zum Snake Mountain heran. Unweit der Burg schlichen sie sich zum Schlangenberg vor. Überall waren Soldaten des Königs, die alle auf die Ankunft des neuen Herrn des Bösen warteten, stationiert. He-Man, Battle Cat und Orko schafften es, sich bis in die Burg vorzukämpfen. Plötzlich hörten sie Kampflärm. Torag war entdeckt worden und kämpfte nun gegen mehrere Soldaten, die ihn am Betreten der Festung hindern wollten. He-Man überlegte kurz. Dann griff er in den Kampf ein, denn jeder Gegner dieser Soldaten war auf seiner Seite. He-Man und Battle Cat warfen sich in den Kampf, nach wenigen Minuten waren die Soldaten besiegt und lagen bewußtlos am Boden.

„Torag, auch wenn Du mich verfolgst, ich...“, begann He-Man. Torag unterbrach ihn. “He-Man, ich weiß, dass Du die Königin nicht getötet hast. Logar war es. Er hat es bei mir auch versucht.“ He-Man schnaufte aus. „Irgendwer versucht die dunkle Macht von Grayskull wieder zurück nach Eternia zu bringen. Daher auch die Explosion im Museum. Damit sollte ein Raub vertuscht werden. Zumindest der Widderstab Skeletors wurde gestohlen, und ich bin sicher, dass auch der Totenschädel des Bösen, in dem die dunkle Macht festgehalten wird, im Museum war. Sie wollen irgendwen mit dem bösen Geist infizieren. Dieser jemand wird der Herr des Bösen werden“, erklärte He-Man.

„Ich weiß auch wen. Demian!“ sagte Torag kühl, „sie haben ihn entführt.“ „Demian? Oh nein, wir müssen sofort los.“ He-Man rannte in die Festung, gefolgt von Torag, Battle Cat und Orko. Es war kurz vor Mitternacht.

In der Höhle hatten sich einige Soldaten versammelt. Sie knieten vor dem gefesselten Demian und raunten eine Art Totengesang. Dann betrat Ivios in Schwarzer Robe und lila Mantel die Höhle. In der Hand trug er eine schwarze Kiste. Langsam schritt er auf Demian zu. Er stellte die Kiste auf dem Boden ab.

„Soldaten, bald ist es soweit. Die Zeit des Friedens ist vorbei. Der große Kampf wird beginnen. Nicht mehr lange, und unser großer Meister kehrt zurück, um uns anzuführen. Jeder von uns wird dafür Opfer bringen. Und ich selbst werde das größte Opfer bringen. Meinen Sohn!“ sprach Ivios mit fester Stimme. Die Soldaten jubelten auf. Demian rüttelte an seinen Ketten. Er hatte große Angst.

„Der Mond ist fast in richtiger Position, es wird Zeit, unseren Meister zu rufen.“ Ivios öffnete die Kiste und holte einen gelblichen Totenschädel heraus. Als er ihn in der Hand hielt, begannen die Augen rot zu leuchten. Die knienden Soldaten stimmten wieder den Gesang an. Ivios hielt den Totenschädel vor Demians Gesicht. Das Licht des einfallenden Mondes tauchte den Prinzen in ein Glühen. Der Schädel in Ivios Händen begann ebenfalls zu glühen und zu vibrieren. „Gleich ist es soweit, begrüßt unseren neuen Herrscher!“ lachte Ivios.

„Niemals!“ ertönte plötzlich eine Stimme. Ivios blickte entsetzt nach oben. Von einem Felsvorsprung über den Grund der Höhle sprangen He-Man, Torag und Battle Cat hinunter. Während sich Torag und Battle Cat auf die aufgeschreckten Soldaten stürzten, rannte He-Man auf Ivios zu.

„Zu spät, He-Man!“ rief Ivios wütend. Der Schlund des Schädels hatte sich bereits geöffnet und schwarzer Rauch stieg auf. Jeden Moment konnte der dämonische Geist des Schädels entweichen und Demian mit seinem Gift infizieren. Und He-Man wusste, was das bedeuten würde. Es war schwierig genug gewesen, in Preternia Eldor vom bösen Geist zu befreien. He-Man wagte alles, und warf sich nach vorn. Schon sah er den Blitz aus dem Schädel fahren, wie er schon zu seiner Zeit aus seinem Onkel Keldor Skeletor gemacht hatte. Dies sollte sich nicht wiederholen.

Kurz bevor der Blitz in Demian einschlagen konnte, ging He-Man mit dem Zauberschwert dazwischen. Der Blitz wurde vom Schwert abgelenkt und zurückgeworfen. Er schlug in den Totenschädel ein, der sofort anfing zu leuchten und zu vibrieren. Ivios schrie gellend auf. Er konnte den Schädel nicht mehr loslassen. Die Hitze des Schädels verbrannte ihn. Sein Gesicht schmolz und zerfloß nach allen Seiten. He-Man blickte kurz auf Demian und rannte auf Ivios los. Mit einem mächtigen Hieb schlug er Ivios den Schädel aus den Händen. Der Schädel krachte gegen eine Wand und knallte auf dem Boden. Dadurch riss die Schädeldecke etwas ein und bildete eine Narbe auf dem Schädel.

Für Ivios kam jede Hilfe zu spät. Trotz dass er den Schädel nicht mehr in den Händen hielt, schmolz er weiter. Nach wenigen Sekunden war vom König von Eternia nichts weiter übrig als eine braune schleimige Brühe auf dem Boden. He-Man rannte zu Demian und band ihn los. Nachdem die restlichen Krieger, die immer noch gegen Battle Cat, Torag und mittlerweile auch Orko kämpften, gesehen hatten, dass der Schädel besiegt worden war und Ivios getötet wurde, rannten sie davon. Torag atmete aus.

Demian umarmte heulend He-Man. Der Held beruhigte den Prinzen und übergab ihn Torag. Doch der Schrecken sollte noch nicht vorbei sein. Das Glühen in den Augen des Totenschädels war noch nicht verstummt. Er begann wieder zu vibrieren. He-Man ging in Abwehrposition. Hier und jetzt wollte er den Schädel endgültig besiegen. Doch zum Entsetzen aller geschah etwas unglaubliches.

Unter dem Schädel begann plötzlich etwas zu wachsen. Es schien, als würde aus dem Schädel eine Wurzel wachsen. Diese Wurzel teilte sich plötzlich in drei Teile. Ein Teil wuchs stärker weiter, die anderen beiden nicht so stark. Gebannt starrten He-Man, Battle Cat, Torag, Orko und Demian auf den Schädel. Wieder teilte sich der längere Wurzelstrang, diesmal in zwei Teile. Plötzlich erkannte He-Man, was hier geschah. Aus dem Schädel wuchs ein Körper mit zwei Armen, Händen, einem Torso und zwei Beinen. He-Man schluckte. Nach wenigen Minuten war das nun vollständige Skelett ausgewachsen. Es schüttelte sich etwas und brüllte.

„He-Man!“ knurrte das Wesen, „dies ist das letzte Mal, dass Du mir in die Quere gekommen bist.“ „Ich kenne Dich, Du bist....“, begann He-Man. „Scare Glow, der böse Geist von Skeletor“, knurrte das Skelett, „ und jetzt erfahre meine Macht.“ Scare Glows Augen leuchteten auf. Seine Knochen, die ihm gerade gewachsen waren glühten auf. „Nicht hinsehen!“ rief He-Man seinen Freunden zu. Doch zu spät. Demian, Torag, Battle Cat und Orko waren vor Angst gelähmt.

He-Man musste etwas tun. Er hoffte, dass in seinem Zauberschwert noch genug gute Kraft steckte, um gegen Scare Glow zu kämpfen. Das leuchtende Skelett lachte laut auf. „Wehre Dich nicht, He-Man. Es ist eh zu spät“, triumphierte das Monster. Doch He-Man gab nicht auf. Er drehte sich dem Monster zu und richtete sein Zauberschwert auf Scare Glow. Gleichzeitig sprach er die magischen Worte:

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!!!“

Und dieses Mal merkte He-Man die Kraft des Zauberschwertes. Ein leuchtender Strahl guter Magie schoss aus dem Schwert und auf Scare Glow zu. Dieser wurde gepackt und zurückgeworfen. Kreischend krachte er gegen eine Wand. Sein Körper glühte nicht mehr. Schwerfällig konnten sich Torag, Battle Cat, Demian und Orko wieder bewegen. Battle Cat war als erster wieder voll einsatzfähig.

„Ihr habt noch lange nicht gewonnen“, schrie Scare Glow und rannte eine Treppe nach oben. He-Man und Battle Cat folgten dem Skelett. He-Man nickte Torag zu, sich um Demian zu kümmern. He-Man und die Katze rannten die Treppe hinauf. „Wo ist er hin“, knurrte der Kater. He-Man blickte sich um. „Da ist er, er rennt zum Viper Tower! Hinterher!“ „Groooooooooooooaaaaaaaaarrrrrrrrrrrrrr“, brüllte Battle Cat. He-Man schwang sich auf den Rücken der Katze und jagte hinter dem fliehenden Scare Glow hinterher. Doch das Skelett schaffte es, eine der Gondelbahnen zu erreichen und düste davon. He-Man und Battle Cat sprangen in die nächste und jagten hinterher. Ihr Vorteil war, dass ihre mit einer Bordwaffe ausgestattet war. Und nun begann eine holperige Verfolgungsjagd.

Die beiden Gondeln jagten über das Schienensystem der Schicksalstürme. Immer wieder näherte sich He-Man mit seiner Gondel der Gondel von Scare Glow. Er betätigte die Bordwaffe, konnte aber aufgrund der Schaukelei keinen wichtigen Treffer landen um Scare Glow aufzuhalten. Schon wurde die Spitze des Central Tower sichtbar. Da endlich gelang He-Man ein Schuss mitten ins Triebwerk von Scare Glows Gondel. Die Gondel wurde langsamer, He-Man holte schnell auf. Kurz bevor beide Gondeln kollidierten, sprang Scare Glow aus der Gondel in die Tiefe. He-Man sah ihn nicht mehr. Beide Gondeln krachten ineinander und verhakten sich. Trotzdem konnte He-Man noch zur Andockrampe im Central Tower navigieren. Battle Cat und er verließen ihre Gondel und rannten die Treppen runter zum Portal.

Gerade als He-Man aus dem Portal nach draußen trat, sprang ihn Scare Glow an und warf ihn um. Beide Krieger landeten unsanft auf dem Boden. Eine wilde Rangelei entstand, beide wälzten sich auf dem Boden. Dann endlich konnte He-Man Scare Glow mit einen Tritt von sich wegschleudern. „Jetzt mache ich Dich fertig“, sprach Scare Glow wütend, als er sich wieder aufgerappelt hatte. Er richtete seine Krallenhände auf He-Man und schoss einen Strahl dämonische Energie ab. He-Man hob sein Schwert und lenkte den Strahl von sich ab. Der Strahl, gestärkt aus schwarzer und weißer Magie, schlug in den Central Tower ein und wurde von dort reflektiert. He-Man sprang zur Seite. Der Strahl schlug in den Boden ein. Plötzlich begann die Stelle zu glühen. Genau an der Stelle, wo der reflektierte Strahl eingeschlagen war, lag das Zeitsiegel der alten Magier. Der Strahl hatte es aktiviert. He-Man überlegte einen kurzen Moment. In Zodacs Zeitspiegel hatte er gesehen, wie Skeletor in der Vergangenheit das Siegel mit Hilfe des Löwenturmes wieder aktiviert hatte, genau das musste hier auch geschehen sein.

Schlagartig wurde He-Man aus seinen Gedanken gerissen. Er sah wie Scare Glow auf das Siegel zustürzte. Offenbar wusste das Skelettgesicht, worum es sich handelte, hatte es doch die Erinnerungen Skeletors in sich. He-Man rannte los. Scare Glow durfte das Zeitsiegel nicht in die Hände bekommen. Doch zu spät. Scare Glow hielt das Siegel bereits in den Händen und hielt es hoch. Vor ihm formierte sich ein Zeittor. Laut lachte er auf. „Viel Spaß noch, He-Man. Nun bist Du endgültig hier gestrandet.“ Scare Glow machte sich daran, das Zeittor zu betreten.

„Nicht so voreilig, Knochenkopf.“ He-Man schleuderte das Schwert gegen Scare Glow. Das Schwert schlug Scare Glow das Siegel aus der Hand, während er hindurchging. „NEEEEEEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNN“, ertönte Scare Glow. Während er im Zeitwirbel verschwand, blieben Siegel und Schwert existent. Mit einem Zischen schloss sich der Wirbel. He-Man hob Schwert und Siegel auf. „Was glaubst Du, wo er hin ist?“ fragte Battle Cat. „Ich habe eine Ahnung, alter Kater“, sprach He-Man ernst.


Vergangenheit: 300 Jahre früher

Skeletor, der Herr des Bösen, saß in schwarzer Robe auf seinem Thron im Snake Mountain. In einigen Minuten würde er seinen besten Krieger, King Hiss, zu Grabe tragen müssen. Der König der Schlangenmenschen war von seinem Vorgänger, Rags Raptor, im Zweikampf getötet worden, der aus der Vergangenheit mit dem mächtigen Schwert Snaksor gekommen war. Nachdem King Hiss tot war, und auch Rags Raptor aufgrund einer alten Legende starb, hätte ihm das Schwert eigentlich gehören müssen. Doch He-Man hatte das Schwert zerstört, bevor Skeletor es an sich reißen konnte.

Nachdenklich sah sich Skeletor die Bruchstücke des Schwertes an. Er überlegte kurz. Das Schwert scheint jetzt für immer verloren zu sein. Aber in der Vergangenheit, kurz bevor Rags Raptor damit durch die Zeit verschwunden war, da war es noch intakt. Skeletors Augen glühten. Wenn er einen Weg in die Vergangenheit finden könnte, könnte er sich das Schwert von dort holen. Doch wie sollte er in die Vergangenheit kommen? Skeletors Gedanken wurden jäh unterbrochen. Denn plötzlich begann vor ihm die Luft zu zirkulieren. Skeletor stand auf. Ein Wesen kam aus dem Wirbel. „Wer bist Du?“ fragte Skeletor. „Ich bin Scare Glow, und ich kann Dir helfen, He-Man zu besiegen.“ Skeletor grinste. Auch Scare Glow grinste. „Nun, ich höre“, sprach Skeletor. Er fasste sofort Vertrauen zu dem Skelett, obwohl er es eigentlich gar nicht kannte.


Zukunft:

„Für uns wird es auch Zeit zu gehen“, sprach He-Man zu Battle Cat. Hier können wir nichts mehr tun. He-Man blickte sich noch einmal um. Die Zukunft war vor der dunklen Macht von Grayskull gerettet. Nun galt es seine Zeit vom Bösen zu befreien oder wenigstens zu beschützen.

He-Man hielt das Zeitsiegel hoch und dachte ganz stark an die Zeit, in die er zurückkehren wollte. Das Siegel leuchtete auf und schuf einen Zeitwirbel. Battle Cat sprang hinein. Kurz bevor He-Man hindurchtrat, zerdrückte der Hüne das Siegel, das daraufhin zu Staub zerfiel. Niemand sollte es mehr missbrauchen, um die Vergangenheit zu verändern. He-Man folgte seiner Katze in die Vergangenheit.

Als He-Man und Battle Cat den Wirbel in ihrer Zeit wieder verließen, waren sie beruhigt, denn alles war wieder so, wie es sein sollte. He-Man und Battle Cat wurden freudig im Kreise ihrer Freunde willkommen geheißen. Und sogar Zoar flog hoch über ihnen und unterstützte das Freudengeschrei der Masters of the Universe mit seinem Gekrächze.


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