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  • 20.07.2018, 06:08:25

Autor Thema: Secrets of Preternia 1: The Dark Power  (Gelesen 530 mal)

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Offline ClampChamp

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Secrets of Preternia 1: The Dark Power
« am: 26.08.2013, 12:48:33 »
Und weiter gehts mit dem 3. Zyklus - Hier Teil 1:

Preternia – vor 1000 Jahren

Mit einem lauten Zischen schloss sich das Zeittor in die Zukunft. He-Man, Teela und Man-At-Arms waren gerade hindurch getreten, nachdem sie Skeletor, den Herrn des Bösen, daran gehindert hatten, die Zeitlinie zu ändern und sich mit Hilfe des Schwertes der Schlangenmenschen zum Herrscher des Planeten zu machen. Nur mit extremen Anstrengungen war es gelungen, die Schlangenmenschen, die sich unter der Führung ihres neuen Königs Hiss daran machten, zum großen Schlag auszuholen, und den Planeten zu erobern, zu besiegen und in eine zeitlose Dimension zu verbannen. Das Council of Eldor, der Rat der Alten, hatte in letzter Sekunde die Pläne der Schlangenmenschen verhindern können.

Die Bedrohung der Schlangenmenschen zeigte ihnen aber ihre Verwundbarkeit. Die Geheimnisse des Universums und der absoluten Macht waren viel zu kostbar, um sie bei den Sterblichen zu lassen. Daher entschlossen sich die Ratsmitglieder ihrer körperlichen Existenz zu entsagen, und sich in einem Geiste zu vereinen. So schufen sie denn den Geist von Grayskull, Bewahrer der größten Geheimnisse des Universums.

He-Ro, Held von Preternia und letztes lebendes Mitglied des Rates und Zodac, der kosmische Magier, standen nun im Portal von Grayskull, der uralten Burg, die nun das Zentrum der Macht im Universum geworden war. Um sie herum lagen die leblosen Körper der Ratsmitglieder. In Grayskull selbst funkelte es mystisch, und zeugte von der Gegenwart des mächtigen Geistes von Grayskull.

„So, Zodac“, sprach He-Ro, „nun liegt es an uns, unsere Welt sicher in eine neue Zukunft zu bringen.“ He-Ro trat an die leblosen Freunde heran und blickte sie ein letztes Mal an. Zodac nickte nur. Er, der bisher ein Gladiator in der Arena von Rags Raptor und King Hiss gewesen war, mußte sich erst an seine neuen Kräfte gewöhnen. Ansonsten hätte er die große Gefahr, die jetzt dabei war, ihren dunklen Atem über Eternia auszuspeien, früher erkannt.

„Tretet zurück“, ertönte plötzlich die Stimme des Geistes von Grayskull. He-Ro und Zodac traten zurück. „Ich werde nun die Körper in Stasis versetzen, damit ihre Hüllen nicht altern. Wenn Eternia den Rat wieder einmal braucht, soll er zurückkehren können. Doch dies wird nicht vor der Rückkehr der Schicksalstürme geschehen.“

Kaum waren He-Ro und Zodac zurückgetreten, als ein Strahl aus der Burg die Körper traf und in Kristalle einfasste. Hier drin waren sie gegen das Altern geschützt. Und hieraus würden sie erst nach tausend Jahren Schlaf von He-Man befreit werden.

He-Ro trat wieder heran. Er sah sich die gläsernen Särge an. Plötzlich stutzte er. „Zodac, müssten es nicht 19 Kammern sein? Ich zähle aber nur 18“, sprach er zum kosmischen Magier. Auch er zählte die Glaskammern nach, kam aber zum selben Schluß.

„Einer fehlt! Nur wer?“ fragte He-Ro. Da ertönte plötzlich ein Lachen, furchterregender als alles, was He-Ro und Zodac bis dahin in ihrem Leben gehört hatten. He-Ro und Zodac fuhren herum. Was sie sahen, erfüllte sie mit Schrecken.


Etheria, 1000 Jahre später

Hordak, der Anführer der Wilden Horde, saß in seiner Fright Zone an einem Arbeitstisch und arbeitete an seinem Hurrikan-Arm. Unruhig blickte er fast im Sekundentakt während seiner Tätigkeit zur Uhr. Vor Stunden hatte er bereits seine Leute nach Eternia geschickt, um Informationen darüber zu sammeln, was in den vergangenen Tagen vorgefallen war. Erbost hatte er dulden müssen, dass Skeletor mit seinen Leuten, Zodac, der kosmische der Magier und sogar Prinz Adam und Teela in seiner Fright Zone ein- und ausgingen, wie es ihnen beliebte. Und diese Vorstellung gefiel ihm nicht. Daher hatte er Grizzlor, Leech, Mantenna, Dragstor und Mosquitor zusammen mit einigen Troopern nach Eternia geschickt, um in Erfahrung zu bringen, was nun eigentlich vorgefallen war. Bisherige Berichte, die er von seinen Spionsonden erhalten hatte, waren sehr widersprüchlich, und deshalb wollte er genauestens wissen, was passiert war.

Gerade als er eine wichtige Einstellung an seinem Arm vornehmen wollte, platze Modulok lauthals herein. Hordak fuhr auf, und erschrak sich dabei so sehr, dass er eine Justierung falsch vornahm und sein Arm plötzlich zu qualmen anfing.

„MODULOK!!! Den ganzen Tag habe ich dran gearbeitet, und Du ruinierst mir alles mit Deinen beiden Hohlköpfen. Arrgggh!“ Hordak blickte Modulok böse an und knurrte.

Modulok grinste verlegen mit seinen beiden Mäulern. “Sorry, Chef, aber ich hab ne Überraschung für Dich. REEIIINNNKKOOOMMMMEEEENNN!!!“ brüllte Modulok. Und wieder erschrak Hordak und erhob aus Reflex drohend eine Faust. Doch ein Blick zur Tür versöhnte ihn wieder etwas. Zur Tür herein kam Multi-Bot. Modulok hatte ihn nach seinen alten Schaltplänen neu gebaut, nachdem Serpention ihn zerstört hatte. Etwas unsicher stapfte der Roboter herein und direkt auf Hordak zu.

„Gut gemacht, Modulok, endlich haben wir wieder die alte Besetzung. Skeletor wird noch dafür bezahlen, dass er uns diesen komischen Schlangenmenschen auf den Hals gehetzt hat“, grinste Hordak. Währenddessen trat Multi-Bot weiter auf Hordak zu.

„Ok, laß ihn jetzt stehen bleiben“, befahl Hordak. Modulok gab den Befehl, doch nichts geschah. Modulok wiederholte den Befehl, doch Multi-Bot reagierte nicht. Plötzlich begann Multi-Bot zu sprechen.

„MUSS......HORDAK......TÖTEN......MUSS......HORDAK.....TÖTEN......MUSS......“.

„WAAAAAAAASSSSSSSS?“ schrie Hordak auf und blickte wutschnaubend auf Modulok. „Öhm, ein kleiner Fehler, Chef, ist bald behoben.“ Modulok trat an Multi-Bot heran und drückte einen kleinen Schalter, der Multi-Bot außer Gefecht setzte.

„RRRRRAAAAAAAAAAAUUUUUUUUUSSSSSSSSS MIT EUCH! UND KOMMT MIR HEUTE NICHT MEHR UNTER DIE AUGEN!“ brüllte Hordak. Hastig packte Modulok den Roboter zusammen und verschwand kleinlaut.

Ärgerlich machte sich Hordak wieder an seinem Hurrikan-Arm. Gerade als er wieder eine Einstellung vornehmen wollte, platze Grizzlor herein.

„GGGRRRRROOOOOOOAAAAARRRRRRR“, brüllte die Gorilla-Bestie und trat gegen die Tür, die gegen die Wand krachte und splitterte.

Und wieder erschrak Hordak so, dass er eine hektische Bewegung machte. Nur diesmal verdrehte er den Einschalter, so dass sich der Arm plötzlich selbstständig machte und Hordak mit sich durch das Zimmer schleifte.

„AAHHHHHHHH, NNNNNNEEEEIIIIIINNNNNNNN. SSSSSSSSTTTTTOOOOOOPPPPPP“, schrie Hordak. Gerade als Hordak über den Boden schleifend an Grizzlor vorbeikam, schlug dieser mit seiner Pranke auf Hordak ein, so dass sich sein Wirbel in den Boden fraß und brummend stecken blieb. Unter normalen Umständen hätte er Grizzlor zur Hölle gejagt, aber er war ihm dankbar, den Wirbel gestoppt zu haben. Doch da fiel ihm ein, dass Grizzlor ja eigentlich dafür verantwortlich war. Gerade als er Grizzlor strafen wollte, bemerkte Hordak, dass Grizzlor ein Bündel auf den Schultern trug, in dem sich etwas bewegte.

„Grizzlor, was bringst Du da?“ Hordak deutete auf das Bündel. „Ein Geschenk“ brummte Grizzlor. Der Gorilla nahm den Sack von seinen Schultern und warf ihn auf den harten Boden, worauf ein schroffes „Auuuuuuaaaaaaa“, aus dem Sack ertönte. Hordak riss die Augen auf. In dem Sack war jemand drin.

„Wer ist da drin?“ fragte Hordak ungeduldig. Grizzlor kniete sich neben das Bündel und öffnete ihn. Als Hordak sah, wen Grizzlor da brachte, leuchteten seine Augen auf und ein Grinsen umspielte seinen Mund.


Preternia 1000 Jahre früher

„Bei allen Göttern was ist das?“ entfuhr es He-Ro. Zodac und er blickten auf zwei rotglühende Augen, die sie geisterhaft anstarrten. Und wieder ertönte dieses grausige Lachen. He-Ro zog sein Schwert. „Wer bist Du? Komm heraus!“ sprach er mit fester Stimme. Zodac wandte sich von He-Ro ab. Irgendetwas in ihm befahl ihm dies, auch wenn er es gar nicht wollte. Er spürte, dass dieses Wesen böse war, und He-Ro war ein Krieger des Lichtes. Doch er konnte sich nicht auf die Seite He-Ros schlagen, so gerne er es wollte. Zodac spürte die Kräfte des Kosmos in ihm aufsteigen, die Kräfte, die niemals nur für eine Seite kämpfen, die Kräfte, die gut und böse sind.

He-Ro bemerkte, dass mit Zodac etwas nicht stimmte. „Zodac, was ist los? Bleib hier?“ forderte er den Freund auf.

„Ich..., ich..., ich kann nicht. Es tut mir leid“, stammelte Zodac und verwandelte sich vor He-Ros Augen in eine Feuerkugel und flog davon. He-Ro war allein vor Grayskull mit dem Fremden, dessen Augen langsam größer wurden. Wie in Zeitlupe trat der Fremde aus dem Dunkel ins Hellere, begleitet von der widerlichen Lache. He-Ro erschrak. Das fremde Wesen trug das Gewand Elders, hatte aber anstelle seines Kopfes einen blankgeputzten Totenschädel, der He-Ro aus rotglühenden Augenlöchern anstarrte.

„HHHHHHHAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHAAAAAAAAAAAA“, ertönte das grausige Lachen des Fremden, der sich He-Ro näherte. He-Ro musterte das fremde Wesen. Es hatte Ähnlichkeit mit dem Fremden Skeletor, der ebenfalls vor einigen Minuten durch das Zeitportal in Richtung Zukunft getreten war.

„Wer bist Du?“ fragte He-Ro, jedoch jederzeit bereit, sich seiner Haut zu erwehren, falls das Skelettgesicht ihn angreifen sollte.

„HAARRRRRRRRR, ICH BIN DAS NAMENLOSE BÖSE, UND ICH WERDE DIESEN PLANETEN EROBERN. UND DU WIRST STERBEN. SSSSSTTTTTTIIIIIIIIIIRRRRRRRRBBBBBBBB“, sprach der Fremde und stürzte sich sofort auf He-Ro. He-Ro riss sein Schwert hoch und wehrte den Fremden erfolgreich ab. Doch dieser drehte sich um Flug und schoss einen Energiestrahl aus seiner Krallenhand auf He-Ro ab. Mit voller Wucht glitt der Strahl in seine Brust und warf den Helden Preternias weit in den Burghof von Grayskull hinein.

„HHAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRR“, ertönte wieder die Lache des Fremden. „JETZT SSSTTTTTTTTIIIIIIIIIIIIRRRRRRRRRRRRBBBBBBBB!!!“ Der Fremde wollte gerade die Burg von Grayskull betreten, als sich das Burgtor schloss.

„NNEEEEEEIIIIIINNNNNNNN“, fluchte er und hämmerte mit seinen Fäusten gegen das Tor und schoss Energieblitze ab. „Geist von Grayskull, Du wirst mich nicht lange aussperren. Ich werde wiederkommen, und dann wirst Du meine Macht spüren.“ Wortlos verschwand der Namenlose im Dunkel.

„He-Ro“, raunte es plötzlich. Der Geist von Grayskull sprach zu He-Ro, der mit voller Wucht gegen eine Wand geflogen war und bewusstlos liegen geblieben ist. „He-Ro, erwache!“ wiederholte sich der Geist. Schwer atmend erwachte He-Ro. Er rieb sich die Schläfen.

„Bei allen Göttern Eternias, was war das?“ fragte er den Geist und stand benommen auf.

„Dieses Wesen beinhaltet die dunkle Macht von Grayskull. Es entstand, als sich der Rat zum Geist von Grayskull, zu mir, weiterentwickelt hat. Jeder böse Gedanke, jeder Funke bösen Geistes im Bewusstsein und Unterbewusstsein wurde aus den Ratsmitgliedern herausgefiltert, damit der Geist von Castle Grayskull rein und frei von jedem schlechten Gedanke ist. Die dunkle Energie jedoch konnte nicht einfach absorbiert werden. Sie musste während des Entstehungsprozesses auf eine Person übertragen werden...“ erklärte der Geist.

„ELDOR!“ entkam es He-Ro.
 

Etheria, 1000 Jahre später

„Willkommen in der Fright Zone“, grinste Hordak Evil-Lyn an, die gerade hart auf dem Boden aufgeschlagen war, nachdem Grizzlor den strampelnden Sack, den er bei sich trug, geöffnet und ausgeschüttet hatte. Entsetzt blickte sie in die riesigen Augen Hordaks, die vor Wut und Neugier über das Geschehen der letzten Tage aufblitzten.

„Grizzlor, das hast Du gut gemacht“, lobte er die Gorilla-Bestie. „Du hast mir genau die richtige gebracht, die mir sagen kann, was hier geschehen ist.“

Evil-Lyn stand hastig auf. „Nichts, gar nichts werde ich Dir verraten, Du Hund.“ Evil-Lyn erhob ihre Arme, um einen Zauber auszusprechen. Doch Hordak reagierte schneller. Er gab Grizzlor ein Zeichen, der wiederum mit einem Prankenschlag Evil-Lyn niederschlug. Bewusstlos blieb sie liegen.

„Schaff sie in mein Laboratorium, Grizzlor, und binde sie gut fest. Ich bin sicher, dass ich dort etwas habe, um die Wahrheit aus ihr herauszubekommen“, lachte Hordak. Grizzlor nahm Evil-Lyn auf seine Schulter und trug sie die Treppe hinunter in Hordaks Labor, wo er von Zeit zu Zeit Experimente vornahm, und das ihm auch als Folterkammer diente.


Preternia, 1000 Jahre früher

„Oh, ihr Götter Eternias“ schluckte He-Ro, nachdem der Geist von Grayskull seine Erklärungen über das Wesen mit dem Skelettkopf beendet hatte. „Dieses Wesen beinhaltet also die dunkle Macht des Rates. Als ich den Stoß von ihm bekam, dachte ich, es zerreißt mich. Dieses Wesen ist sehr gefährlich und seine Macht gewaltig. Wir müssen es aufhalten. Aber wie? Ich habe keine Erfahrung mit dieser dunklen Kraft. Es ist etwas anderes gegen Megator oder die Monster aus den Teersümpfen zu kämpfen. Sie setzen nur ihre Körperkraft ein. Aber dieses Wesen? Es besitzt magische Kräfte, gegen die ich machtlos bin. Geist von Grayskull, ich brauche Hilfe!“

„Die Macht dieses Skelettmonsters ist der Macht von Grayskull ebenbürtig. Gut und Böse halten sich im Gleichgewicht. Doch ich kenne jemanden, der Dir helfen kann, wenn Du bereit bist, ein großes Risiko auf Dich zu nehmen, und wagst, was niemand bisher gewagt hat, He-Ro“, fügte der Geist von Grayskull an.

„Um Eternias Schicksal wegen, ja, ich bin bereit alles zu tun, was nötig ist, dieses Monster zu bekämpfen“, sprach He-Ro mit fester Stimme. Er ahnte bereits, was der Geist vorhatte. Er, He-Ro, sollte in die Zukunft gehen, und den Krieger finden, der die meiste Erfahrung im Kampf gegen die bösen Mächte hat: He-Man. Er hatte He-Man ja bereits kennengelernt, als der Geist von Grayskull ihn davor bewahrt hat, zum Schlangenmenschen zu mutieren.

„So sei es denn, ich öffne ein Tor in die Zukunft für Dich, He-Ro. Finde He-Man, er wird Dir helfen, unsere Welt zu retten. Mit He-Mans Hilfe ist es uns vielleicht möglich, Eldor von der dunklen Macht zu befreien.“ Kaum hatte der Geist von Grayskull diese Worte ausgesprochen, als sich auch schon ein Feuerring im Burghof bildete.

„Aber Geist von Grayskull, ist es nicht ein wenig seltsam, wenn ich jetzt in die Zukunft gehe, wo He-Man und seine Gefährten uns erst vor kurzem verlassen haben?“

„Die Zeit läuft nicht parallel. Du wirst einige Tage später als He-Man wieder in Eternia erscheinen. Finde He-Man und bringe ihn hierher. Ich wünsche Dir viel Glück, He-Ro, Held von Eternia. Doch sei auf das Unerwartete vorbereitet, Du wirst Dinge sehen, die Du nicht kennst und nicht verstehst, Dinge, die Dir fremd sind.“

He-Ro nickte dem Geist von Grayskull zu und trat durch den Feuerring. Er hatte das Gefühl, als würde er in ein tiefes Loch fallen. Begleitet von unterschiedlichen Farben und Mustern, die sich vor seinem Auge abspielten und einer leisen Melodie, die von überall und nirgendwo kam, befand er sich auf der Reise in die Zukunft Eternias.


Etheria, Gegenwart

Langsam erwachte Evil-Lyn aus ihrer Ohnmacht. Sie fühlte Schmerzen am Hinterkopf, dort wo Grizzlor zugeschlagen hatte. Das war auch das einzige, was sie fühlte, denn sie lag straff gefesselt auf einem Metalltisch in Hordaks Labor. Sie versuchte sich zu bewegen, oder zumindest die Hände zu bewegen, aber sie schaffte es nicht. Grizzlor hatte ganze Arbeit geleistet beim Anketten der Hexenmeisterin aus dem Schattenreich.

„Hordak, sie ist wach“, hörte sie plötzlich und blickte in Leech gefräßiges Maul, das sich über sie beugte. „Gut“, sprach Hordak, „ich bin auch soweit.“ Hordak trat an Evil-Lyn heran.

„Hordak, das wirst Du büßen. Lass mich sofort frei. Ich werde mich rächen für das alles hier“, fluchte Evil-Lyn. „Aber, aber, nicht so übermütig. Du wirst Deine Kraft noch zum Schreien brauchen, meine Liebe“, grinste Hordak hämisch. Er nahm Evil-Lyn ihren Helm ab und setzte ihr einen metallenen Helm auf, der über mehrere Kabel mit einer kompliziert aussehenden Maschine verbunden war.

Hordak trat an die Maschine heran und drückte einige Knöpfe. „Und jetzt, wirst Du mir alles sagen, was ich wissen will!“ rief Hordak Evil-Lyn zu, die mit weit aufgerissenen Augen jeden Knopfdruck Hordaks verfolgte. Hordak legte einen Kippschalter um.

„AAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!“ schrie Evil-Lyn auf und wandte sich auf dem Tisch, „AAAAAUUUUUFFFFFFFHHHHÖÖÖRRREENNNNNNNN, AAAAAAHHHHHHHHHHH!“ Evil-Lyn wurde durchgeschüttelt. Hordak blickte auf einen Monitor, der in der Maschine eingefaßt war. Er erhellte sich. Zunächst nur schwach. Hordak drückte einen Schalter und die Energiestöße in Evil-Lyns Körper verstärkten sich. Sie schrie lauter, im Gegenzug erhellte sich das Bild stärker. Hordak grinste. Auf dem Monitor sah er mit Evil-Lyns Augen, was in den vergangenen Tagen hier und auf Eternia geschehen war. „Endlich!“ lachte Hordak. „Jetzt werde ich erfahren, was hier los war.“


Castle Grayskull Gegenwart

Der Feuerring öffnete sich und entließ He-Ro wieder auf festen Boden. Seine Reise in die Zukunft war zu Ende. Er blickte sich um. Zunächst glaubte er, dass er gar nicht in der Zukunft sei, da sich Castle Grayskull kaum verändert hatte. Außer dass das Gemäuer stärker mit Grün bewachsen war, sah die Burg genauso aus wie vorher.

„Geist von Grayskull, hörst Du mich?“ rief He-Ro. Er konnte nicht ahnen, dass der Geist von Grayskull derzeit nicht existierte, da He-Man ja den Rat der Alten wiedererweckt hatte, um ihn vor Serpention zu schützen.

„Geist von Grayskull, hörst Du mich?“ wiederholte He-Ro seine Frage. Doch wieder geschah nichts. Er trat näher ans Tor und schlug dagegen. „Geist von Grayskull, öffne das Tor!“ Keine Reaktion. He-Ro zog sein magisches Zepter und richtete es gegen das Tor. Er erkannte ein Schloss an der Tür mit einer merkwürdigen Öffnung. Offenbar passte hier kein Schlüssel, sondern etwas anderes herein, um das Tor zu öffnen. Er aktivierte sein Zepter und schoss einen Strahl auf das Schloss ab.

Plötzlich fuhr He-Ro herum. Der Schrei eines Falken ertönte. Der Falke flog durch eine Öffnung ins Schloss und wenige Sekunden später stand eine Frau im Adlerkostüm am Fenster. „Wer begehrt Einlaß in Castle Grayskull?“ ertönte die Stimme.

„Ich bin He-Ro und komme aus der Vergangenheit. Ich bin auf der Suche nach He-Man. Der Geist von Castle Grayskull hat mich geschickt. Große Gefahr bedroht meine Heimat.“

„Ich glaube Dir, He-Ro. Dein Name wird in vielen Legenden erwähnt. Du bist der erste der legendären „He-Ritter“, der ewigen Beschützer der Macht von Grayskull. So trete nun ein. Ich werde He-Man benachrichtigen.“ Mit diesen Worten öffnete sich das Burgtor und He-Ro trat hinein. Nachdem sich das Tor geschlossen hatte, stahl sich eine bis dahin versteckt gehaltene Person davon. Es war Mantenna, der Spion Hordaks, der sich nun rasch nach Etheria aufmachte, um seinen Herrn zu berichten, was er gesehen hatte.


Eternis Gegenwart

Prinz Adam war mit Cringer und Orko im Schloßgarten. Der Prinz und Orko spielten eine Partie Schach. Bereits zum dritten Mal hatte der Königssohn den Trollaner besiegt, was diesem gar nicht schmeckte. “Oh Adam, ich will auch einmal gewinnen. Wir Trollaner verlieren nicht gern“, brummte Orko. „Dann mußt Du bei Deinen Zügen besser aufpassen, mein kleiner, schwebender Freund“, lachte Adam. Doch dann wurde Adam plötzlich schlagartig ernst.

„Was ist Adam, was hast Du?“ fragte Orko. „Die Zauberin, sie ruft mich nach Castle Grayskull. Ich muß sofort los.“ Adam stand auf und begab sich in eine versteckte Ecke des Gartens. Er winkte Cringer zu sich. „Ach nein, Adam“, gähnte der faule Tiger, „ich will nicht.“ „Los, komm Cringer, Du bekommst auch einen fetten Fisch zum Abendessen.“

Das ließ sich Cringer natürlich nicht zweimal sagen. Er leckte sich mit der Zunge um die Barthaare und trottete zu Adam. Dieser zog sein Zauberschwert und sprach die magischen Worte:

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT“

Wie gewohnt zuckten Blitze und Adam verwandelte sich in He-Man, den Stärksten der Starken. Er richtete sein Schwert auf den zitternden Cringer, der sich unter Grollen in Battle Cat verwandelte, die mächtige Kampfkatze. Laut brüllte die Katze auf. „GGRROOOOOAAAAAAAARRRRRRRR, wo sind die Feinde? Ich zerreiße sie!“ „Ganz ruhig, Battle“ sprach He-Man, „noch wissen wir gar nicht, ob sich eine Gefahr für Eternia im Anmarsch befindet.

He-Man schwang sich auf Battle Cat, der sofort über die Mauer des Schloßgartens sprang. Orko folgte dem Helden. Vor dem Tor der Stadt trafen sie auf Lord Grayskull und Lord Talon. „Hallo, He-Man“, begrüßte Lord Grayskull den blonden Hünen. He-Man grüßte kurz zurück und entschuldigte sich, nicht länger bleiben zu können. Orko hingegen blieb zurück, da die beiden Lords ja seine großen Künste noch gar nicht kannten. Leider wusste er nicht, dass die beiden Lords ihrerseits mächtige Magier waren, so dass er mit seinen Kunststückchen hier nichts erreichen konnte. He-Man ritt derweil auf Battle Cat weiter Richtung Castle Grayskull.


Etheria Gegenwart

„Sie ist wieder ohnmächtig, Hordak“, sprach Leech und beugte sich wieder über Evil-Lyn, die regungslos auf dem Tisch lag. Über eine Stunde war sie nun schon auf dem Tisch gefesselt und Hordak zapfte ihre Gedanken an.

„Das macht nichts, ich weiß was ich wissen muß“, lachte Hordak. „Paßt auf sie auf, ich ziehe mich zurück zum Nachdenken.“ Leech und Grizzlor nickten, während Hordak die Steintreppe zu seiner Kammer hochstieg. Er setzte sich auf einen knochigen Stuhl.

„Soso, mein alter Schüler Skeletor“, dachte er über das Erfahrene nach. „Ich erinnere mich noch daran, als Keldor damals verschwand. Aber dass er zu Skeletor wurde, das hätte ich nicht gedacht. Skeletor besitzt also die dunkle Macht von Grayskull.“ Hordak rieb sich das Kinn. „Und man kann ihm diese Kraft wegnehmen, wie dieser Schlangenmensch ja bewiesen hat. Wenn ich die dunkle Macht hätte, wäre ich der mächtigste Bösewicht, der je gelebt hat.“ Hordak dachte nach, doch ihm fiel kein Weg ein, wie er die dunkle Macht von Grayskull erlangen könnte. Da platzte Mantenna herein.

„Hordak, Meister. Große Neuigkeiten“, rief der Späher. „Was platzt Du so hier herein?“ fragte Hordak zornig. Er mochte es ganz und gar nicht, wenn er in seinen Gedanken gestört wird. „Aber wo Du schon da bist, was gibt es?“

„Ich war bei Castle Grayskull und habe das Schloß beobachtet. Plötzlich öffnete sich ein Feuerwirbel. Jemand kam heraus. Er nannte sich He-Ro.“

„HE-RO?“ Hordak stand auf und riss die Augen auf. „Bist Du sicher?“ „Das hat er selbst gesagt. Er wollte zum Geist von Grayskull.“

„He-Ro“, dachte Hordak. „He-Ro hat damals meine Machtübernahme im Rat vereitelt. Damals, als ich selbst noch im Council of Elders saß, als ich half, die Schicksalstürme der Eternia-Burg zu bauen.

„Was hat er gesagt?“ fragte er den Späher. „Nur das seine Heimat von einer großen Gefahr bedroht wird“, war die Antwort Mantennas.

„Hm, das reicht mir nicht. Ist er noch bei Schloss Grayskull?“ „Ja, die Zauberin wollte He-Man dorthin holen, damit er He-Ro hilft.“ „Also wird He-Ro He-Man mitnehmen in die Vergangenheit.“ Hordaks Augen glänzten. Das wäre doch die Gelegenheit, die Zeitlinie ein wenig zu seinen Gunsten zu ändern.

„Mantenna Du bleibst hier, ich gehe nach Grayskull. Wenn He-Ro und He-Man in die Vergangenheit gehen, werde ich dabeisein“, lachte Hordak laut auf. Hordak öffnete eine magische Pforte nach Eternia und verschwand darin.
Eternia

„Da vorne ist die Burg, alter Kater“, rief He-Man seinem Kampfgefährten zu. Schon von weitem erkannte er, dass jemand vor der Burg stand. Als er sich der Burg näherte, begann die Person ihm zu zuwinken. „Aber das ist doch...“, He-Man traute seinen Augen kaum. Battle Cat blieb stehen und He-Man stieg ab. He-Ro kam ihm bereits entgegen und reichte ihm die Hand.

„He-Ro, was für eine unerwartete Überraschung“, begrüßte He-Man den Ahnen aus Preternia. „He-Man, Du wirst es kaum glauben, aber aus meiner Sicht hast Du Preternia erst vor wenigen Stunden verlassen.“ „Was? Unglaublich. Ich bin vor einigen Tagen schon zurückgekehrt, seitdem ist viel passiert.“

„He-Man, He-Ro ist in einer wichtigen Mission hier“, unterbrach die Sorceress den Helden Eternias, „die dunkle Macht des Rates, auch die dunkle Macht von Grayskull genannt, sie ist entkommen. Die Welt von gestern ist auf eine solche Kraft, schlimmer als die Bedrohung der Schlangenmenschen, nicht vorbereitet.“

„Die dunkle Macht des Rates? Ja, davon habe ich gehört. Skeletor ist davon beseelt. Und er nutzt sie gnadenlos aus.“

„Bei seiner Entstehung war die dunkle Macht des Rates noch sehr viel stärker als heute. Skeletor besitzt nur wenig davon, da sie sich mit jedem, den sie befällt, ein wenig mehr auflöst. He-Ro weiß nicht, wie er dieser Macht begegnen soll, aber Du He-Man, hast bereits Erfahrung damit. Gehe mit He-Ro nach Preternia. Verhindere, dass die dunkle Macht Eternia in Finsternis taucht und unsere Gegenwart nie geschehen macht“, verkündete die Zauberin von Grayskull.

„He-Ro, ich komme mit dir. BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT“, rief He-Man. He-Ro nickte. Hoch oben über den Zinnen flog Zoar, der Falke. Die Zauberin hatte sich verwandelt und flog über He-Man und He-Ro. Ein Blitz aus ihren Augen öffnete einen Feuerring vor den beiden Helden. „Ich wünsche euch viel Glück“, vernahmen beide die telepathische Stimme von Zoar, dann flog er davon.

In einem Gebüsch bei Castle Grayskull, weit entfernt um nicht gesehen zu werden, aber nah genug um alles zu hören, kauerte Hordak und sah mit funkelnden Augen, dass Zoar ein Portal nach Preternia geöffnet hatte. Und er hatte von der dunklen Macht von Grayskull erfahren. Diese Macht musste er sich holen. Nun wartete er darauf, dass He-Ro, He-Man und Battle Cat darin verschwanden. Und endlich, die beiden Hünen und die mächtige Katze betraten den Feuerring und waren plötzlich verschwunden. Hordak hastete los. Er musste den Feuerring erreichen, bevor er zusammenbrach und er nicht mehr nach Preternia mitkommen konnte. Im letzten Moment gelang es ihm. Er sprang in den Ring, der kurz danach zusammenbrach. Hordaks Lachen untermalte den Zusammenbruch des Ringes.

Wie vorher auch, sah He-Ro viele bunte Farben im Zeittunnel. Eine seltsame Melodie drang in sein Ohr. Doch ehe er sich an den Flug gewöhnen konnte, war er auch schon wieder vorbei. Der Hinflug war wesentlich unruhiger, das mag damit zusammenhängen, dass der Geist von Grayskull seine Kräfte noch nicht so unter Kontrolle hat, wie diese Frau in der Zukunft.


Preternia

Der Feuerring öffnete sich und He-Ro, He-Man und Battle Cat standen wieder vor Grayskull. Der Feuerring erlosch. „Willkommen He-Man“, ertönte die Stimme des Geistes von Grayskull. He-Man verneigte sich kurz.

„He-Man, ich glaube, wir sollten zuerst nach Eternis, und Hilfe holen. Dann sollten wir einen Plan entwickeln, wie wir das Skelettwesen aufhalten können“, erklärte He-Ro. He-Man nickte. „Skelettwesen? Demnach sieht dieses Wesen wie Skeletor aus?“ fragte der blonde Hüne. „Er hat Ähnlichkeit mit ihm, ja. Aber im innersten ist er Eldor. Er hat sich während der Transformation der Ratsmitglieder zum Geist von Grayskull geopfert, um die dunkle Macht aufzunehmen. Leider konnten wir ihn nicht bändigen, und jetzt ist Eternia in großer Gefahr“, erklärte He-Ro.

„Geht nach Eternis, und versucht das Wesen zu fangen. Mit vereinten Kräften können wir den bösen Geist wieder aus Eldor nehmen und ihn zurückholen. Ich werde mich daher zur Ruhe zurückziehen, um genug Kräfte zu sammeln, um dies zu vollbringen“, sprach der Geist. Das Leuchten in den Augenhöhlen der Burg verschwand. Der Geist war nicht mehr anwesend.

He-Man bestieg Battle Cat und half He-Ro auf die Kampfkatze. „Auf alter Kater, Du kennst ja den Weg nach Eternis. Los jetzt“, heizte He-Man die Katze an. Mit lauten Grollen jagte Battle Cat los in Richtung Eternis.


Als He-Man und He-Ro fort waren, und auch der Geist von Grayskull nicht mehr anwesend war, fing die Luft vor der Burg noch mal an zu flimmern. Energieblitze zuckten. Erneut öffnete sich der Feuerring und Hordak trat heraus. Er sah sich hastig um.

„Preternia!“ sagte er ruhig und rieb sich die Hände. Dann machte er sich auf den Weg zum einzigen Ort auf Preternia, der ihm jetzt dienen konnte: Snake Mountain.


Battle Cat jagte über die Ebene Richtung Eternis. He-Ro mußte sich gut festhalten, damit er während des Laufes nicht vom Sattel fiel. „Die Schlangenmenschen existieren ja nicht mehr“, sprach He-Man ohne zu erwähnen, dass die Monsterkämpfer von King Hiss in der Zukunft bereits wieder versucht hatten, die Macht an sich zu reißen. „Von wem könnte das Skelettgesicht also noch Hilfe erwarten?“ „Nun“ sprach He-Ro, „es gibt eine Anzahl von dämonischen Riesen, und der böseste von allen ist Megator, ein furchtbarer, grüner Riese. Er kann mich eh nicht leiden, weil ich ihm mal eine schmackhafte Beute ruiniert habe.“ He-Ro lächelte kurz.

„Und wen haben wir auf unserer Seite?“ fragte He-Man. „Nicht alle Riesen sind böse, es gibt auch eine Menge guter Riesen. Ich habe einen guten Freund unter ihnen, Tytus. Er wird uns sicher helfen. Und dann haben wir noch die Palastwache. Im Kampf gegen die Schlangenmenschen ist der bisherige Anführer General Goter leider gefallen. Er war einer der erfahrensten Kämpfer von Eternia. Sein Tod hat uns tief getroffen. Aber die Palastwache untersteht bereits einem neuen Kommando. Sein Name ist Greddock, aber die Wachen nennen ihn nur „Man-At-Arms““, lachte He-Ro.

He-Man mußte auch grinsen. Aus der Geschichte wusste er, dass der Name Man-At-Arms seit Jahrhunderten an den erfahrensten Krieger und Waffenmeister weitergegeben wurde, und zu dieser Zeit etwa entstanden sein muß.

„Da vorne ist die Stadt Eternis bereits“, zeigte He-Man. Battle Cat rannte auf das Tor zu.


Inzwischen hatte das namenlose Böse, das früher einmal Eldor gewesen ist, sich durch die Mystic Mountains gekämpft. Irgendetwas hatte ihn zu einer bestimmten Stelle gezogen. Etwas Böses, etwas dunkles. Er mußte Herrscher über Eternia werden, und den Geist von Grayskull vernichten, der die größten Geheimnisse des Universums behütete, also den Teil der Macht, der ihm vorenthalten wurde. Er mußte. Endlich hatte er seinen langen Weg gemacht und stand vor einer Schlucht. Er trat gegen einen Stein, der donnernd auf den Grund flog. Kurz drauf donnerte und grollte es aus der Schlucht. Das namenlose Böse trat zurück. Schon schoben sich schwarze Haare und ein giftgrüner, grimmig dreinblickender Kopf aus der Schlucht.

„GGGGGGGRAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRR, WER WAGT ES DIE RUHE MEGATORS ZU STÖREN?“ schrie die Bestie aus der Schlucht und hob grimmig die Arme hoch. Dann erblickte er den Totenschädelmann, der selbstsicher vor ihm stand, und zu dem gut 8 Meter größeren Riesen aufblickte.

„Ich wage es, ich, das namenlose Böse, und ich befehle Dir, mir zu gehorchen!“ rief der Skelettkopf und richtete seine Hände auf den Riesen. Megator lachte laut auf. Seine schäbige Lache wiederholte sich in der Schlucht. „Du Skelettkopf wagst es mich, den mächtigen Megator, befehligen zu wollen. Dir werd ich`s zeigen!“ brummte Megator, von der Frechheit des Zwerges sichtlich erbost. Der Riese hob seine mächtige Pranke und wollte den Skelettkopf mit einem Schlag zerquetschen. Aber soweit kam es gar nicht. Denn plötzlich schossen zwei Energieblitze aus den Pranken des Bösewichts und trafen Megator mitten in die Augen. Dieser heulte geblendet von dem Blitz kurz auf, dann war er still. Instinktiv hatte der seine Hände vors Gesicht geschlagen. Als er sie wieder wegnahm, waren seine Pupillen verschwunden. Megator stand nun unter dem Bann des Bösen. „Sehr gut“, lachte der Skelettkopf, „jetzt gehorchst Du mir!“ „Ja, Herr“, stammelte Megator wie in Trance.


Hordak fluchte laut auf. Der Weg zum Snake Mountain war viel weiter, als er es in Erinnerung hatte. Oder aber, er war früher einfach jünger gewesen, und deshalb hatte er mit dieser Strecke weniger Probleme. Aber endlich stand er vor dem Schlangenberg. Hordak grinste. Vor der Burg standen noch einige Karren und Waffen lagen auch herum. Bis vor kurzem mußte der Schlangenberg noch bewohnt gewesen sein. Hordak betrat die Festung und sah sich um. Bis auf die Tatsache, dass der Schlangenberg noch nicht so heruntergekommen war wie in tausend Jahren, sah sie nicht viel anders aus. Hordak blickte in jeden Raum. Er schien etwas zu suchen. Gerade als er das Privatgemach von King Hiss betreten wollte, hörte er Stimmen. Hastig zog er sich ins Dunkel zurück. Zwei Personen näherten sich. Hordak horchte.

„Glaubst Du, sie sind alle weg?“ fragte die eine Stimme. „Siehst Du hier noch welche?“ antwortete die andere Stimme barsch zurück. „Aber was machen wir denn jetzt?“ kam wieder die Frage von der ersten Stimme. „Ich weiß es nicht, laß mich nachdenken.“ Hordak hatte genug vom Versteckspiel. Er wartete, bis einer der beiden sich ihm näherte. Blitzschnell trat er aus seinem Versteck und umpackte einen der beiden. „IIIHHHHHHHHHHHHHHHHHH“ quiekte die Stimme des Fremden auf. Als Hordak erkannte, wen er da umklammert hatte, riss er die Augen auf.


He-Ro und He-Man stiegen von Battle Cat ab. Sofort kamen einige der Stadtbewohner angerannt. „He-Ro, wo ist der Rat?“ und  „Sind die Schlangenmenschen wirklich fort“ und „Was ist mit den Schicksalstürmen?“ wurde wild durcheinander gefragt. Doch He-Ro winkte nur ab und betrat mit He-Man und Battle Cat das Königsschloß.

„He-Ro“ rief plötzlich jemand. He-Man und He-Ro drehten sich um. Eine junge, schwarzhaarige Frau kam auf He-Ro zu gerannt und umarmte und küßte ihn. „Teelexa“, rief He-Ro. He-Man blickte fragend auf He-Ro. „He-Man darf ich Dir meine Frau Teelexa vorstellen“. He-Man ergriff freudig die Hand der jungen Frau. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, erschallte ein Ruf über den Hof des Schlosses.

„MMMMMMMMMMMEEEEEEEENNNNNNNNNNNNNN AAAAATTTTTTTTTTTTTTTTTT AAAAAAARRRRRRRMMMMMSSSSSSSSS“, schrie ein bärtiger Soldat höheren Ranges. Sofort eilten einige Soldaten herbei und stellten sich mit ihren Waffen auf. Hastig schritt der Offizier die Reihen ab. He-Man blickte He-Ro an. „Greddock“, sprach er zu He-Man. He-Man grinste verschmitzt. Diesem Mann hatte Duncan also seinen Namen zu verdanken. „Colonel Greddock, wenn ich bitten darf, Lord He-Ro“, sprach plötzlich der Soldat, und trat auf die kleine Gruppe zu. „Lord He-Ro? Ich bin doch kein Lord“, wunderte sich He-Ro. „Doch!“ antwortete Colonel Greddock kurz, „seine Majestät hat Euch als letztes lebendes Mitglied des Rates zum High Lord ernannt.“ He-Ro und He-Man blickten sich an.
„Egal, das ist jetzt nebensächlich, Eternia schwebt in großer Gefahr.“ He-Ro erklärte kurz, was sich zugetragen hatte. Es dauerte nicht lange, und Greddock hatte einige Soldaten auf Dongos bereitstehen. He-Ro und seine Frau nahmen Platz auf einem Turbodactyl, während He-Man auf Battle Cat ritt. „He-Man, reite Du schon mit den Soldaten vor nach Grayskull. Wir werden Tytus zu Hilfe holen.“ He-Man nickte. Der Turbodactyl startete und flog davon. Colonel Greddock gab das Zeichen und die Truppe setzte sich in Bewegung in Richtung Grayskull.


„Lass mich los“, schrie der Fremde, den Hordak in der Hand hielt. Und tatsächlich, Hordak ließ ihn los. Schnell rannte er neben seinen Freund. Hordak blickte die beiden grinsend an. „Wer bist Du?“ zischte einer der beiden.

„Ich bin Hordak von der Wilden Horde. Und euch kenne ich auch, Rattlor und Tung Lashor“, grinste Hordak.

„Ssssssssssssshhhhhhhhhhhh“, zischte Tung Lashor, „woher kennst Du uns?“ „Das tut nichts zur Sache. Ich kann eure Dienste gut gebrauchen.“ „Wir gehorchen nicht der Horde“, knurrte Rattlor. „Sei still“, fauchte Tung Lashor. Rattlor blickte Tung Lashor aus den Augenwinkeln an. „Warum sollte wir Dir dienen wollen?“ fragte Tung Lashor Hordak. „Weil die Schlangenmenschen fort sind, und ihr nicht wisst wohin ihr sollt“, erklärte Hordak. Tung Lashor sah Hordak grimmig an, und Rattlor seufzte nur, denn Hordak hatte recht. King Hiss war fort, die Eternia Burg war auch verschwunden. Es gab also derzeit keinen Verwendungszweck für die beiden letzten Schlangenkrieger. „Gut, aber wir lassen uns nicht das Horde Symbol einbrennen, wie Hordes Prime es mit seinen Sklaven macht.“ „Einverstanden, und nun, sagt mir, wo ist das Funkgerät von King Hiss, womit er seine Leute auf anderen Planeten rufen konnte?“ „Es ist hier in Hiss Privatgemach, aber was hast Du vor?“ fragte Tung Lashor. „Das geht euch gar nichts an. Ihr wartet hier.“ sprach Hordak und verschwand in der Tür. Nach einigen Minuten kam er grinsend wieder hervor. „Was ist los?“ fragte Rattlor. „Ich habe einen Funkspruch abgesendet. Jetzt warten wir hier." „Worauf?“ fragte Tung Lashor. „Das werdet ihr dann sehen“, lachte Hordak.

He-Man war innerlich sehr aufgewühlt. Es gefiel ihm nicht, dass er in geschichtliche Ereignisse verwickelt war. Normalerweise wäre er gar nicht hier, sondern wäre in der Zukunft. „Du scheinst sehr besorgt zu sein, He-Man!“ sprach plötzlich jemand mit fester Stimme neben ihm. Es war Colonel Greddock, der „Man-At-Arms“ von Preternia. „Ja, ich bin nicht gerade begeistert davon, an geschichtlichen Begebenheiten teilzunehmen, die Auswirkungen auf meine Gegenwart und eure Zukunft haben“, sprach He-Man trocken. „Nun vielleicht war es ja Bestimmung, dass Du in Deine Vergangenheit reisen solltest. Vielleicht führt gerade das zur Gegenwart, die Du kennst“, erklärte der Colonel. „Das sind alles nur Spekulationen, die....“ Weiter kam He-Man nicht, denn plötzlich fing die Erde an zu Beben und eine Gruppe grüner Riesen kam brüllend auf die Männer zugestampft.


Ein schnell lauter werdendes Rauschen durchschnitt die düstere Atmosphäre rings um den Snake Mountain. Hordak und seine neuen Untergebenen traten an ein Fenster. Hordak grinste. Er sah, dass sich eine Feuerkugel dem Schlangenberg näherte, jedoch stetig langsamer wurde und schließlich vor der Festung stoppte und zur Landung ansetzte. Das Leuchten verschwand und die Kugel entpuppte sich als einen schnellen Raumgleiter aus Metall. „Endlich“, entfuhr es Hordak, „los kommt mit“, winkte er Rattlor und Tung Lashor herbei. Gemeinsam mit den beiden Schlangenmenschen schritt er eilig die große Steintreppe hinunter. Als sie das Tor nach draußen passiert hatten, öffnete sich gerade eine Luke an der Unterseite des Schiffes. Eine Gestalt trat aus dem Schiff uns kam auf den Schlangenberg zu. Hordaks Augen leuchteten auf, als er sah, wer dort kam.

„A-, a-, aber das ist doch....“, stammelte Rattlor und rasselte aufgeregt mit seinem Schwanz. „Wie ist das möglich?“ zischte Tung Lashor und blickte abwechselnd Hordak und den Fremden an. Doch Hordak lachte nur laut auf. Denn die Person, die da aus der Raumkapsel kam, war niemand geringer als er selbst. Sein 1000 Jahre jüngeres ich, das hier in der Zeit von Preternia schon existierte.

„Wäähhhh, Schlangenmenschen“, knurrte der jüngere Hordak, „weg mit euch, dreckige Lemuren.“ Tung Lashor züngelte giftig, denn die Wilde Horde und die Schlangenmenschen waren verfeindete Parteien um die Vorherrschaft im Reich des Bösen.

„Ganz ruhig, Hordak“, sprach der ältere Hordak und grinste hämisch, „Wir sind nicht hier um zu kämpfen. Jedenfalls nicht wir gegeneinander. Ich habe Dir ja schon über Funk von meinem Plan berichtet.“ Der jüngere Hordak nickte nur. „Du bist also mein Ich aus der Zukunft. Ich glaube, ich sollte mal mehr für meine Körperpflege tun, damit ich verhindern kann, dass ich mal so aussehe“, grinste der jüngere Hordak. „Nebensächlichkeiten“, knurrte der ältere Hordak. Jeden anderen hätte er schwer für die Äußerung bestraft, doch sich selbst durfte er nicht anrühren. Jeden Schaden, den er sich in der Vergangenheit zufügte, würde er selbst in der Zukunft haben.

„Du hast etwas von der Dunklen Macht des Councils of Elders gesagt?“ fragte der jüngere Hordak. „Ja, sie ist hier in Eternia. Ich weiß nur nicht genau wo. Aber ich kenne ihre Kraft. Diese Kraft werden wir uns holen. Das heißt, Du wirst sie Dir holen, und ich werde in der Zukunft davon profitieren“, lachte Hordak. Auch der jüngere Hordak gefiel dieser Gedanke von der dunklen Macht. Endlich könnte er sich an den Eternians und dem Rat rächen, die ihn so schmachvoll vertrieben haben. Und vielleicht würde er sogar Hordes Prime besiegen können. Die Augen des jüngeren Hordaks bekamen plötzlich denselben gierigen Glanz wie die des älteren Hordaks. „Einverstanden“, sprach er und hielt seinem Gegenstück aus der Zukunft die Hand hin. Für den älteren Hordak war es eine sonderbare Erfahrung, sich selbst die Hand zu geben.

„Und nun?“ fragte der jüngere Hordak. „Wir gehen zum Castle Grayskull. Ich bin sicher, dort werden wir am ehesten herausfinden, wie wir die dunkle Macht erringen können“, erklärte der zukünftige Hordak. Die Anwesenden nickten. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg nach Castle Grayskull, um den Lauf der Geschichte entscheidend zu verändern.


Der Turbodactyl segelte über die Ebene in Richtung Berge. He-Ro und Teelexa blickten sich ständig um, ob sie das namenlose Böse oder Megator und seine Monster irgendwo erblickten, doch die Ebene war ruhig.

„Das gefällt mir nicht, es ist alles so ruhig“, murmelte He-Ro. „Und wenn sie schon auf dem Weg nach Grayskull sind?“ fragte seine Frau besorgt. „Ein Grund mehr, uns zu beeilen. He-Man mag zwar Erfahrung gegen die dunkle Macht von Grayskull haben, aber selbst er wird nicht gleichzeitig gegen den Skelettkopf und Megator kämpfen können.

„Das ist doch schon das Tal der Riesen“, rief seine Frau und zeigte nach vorne. Tatsächlich. Vor dem Turbodactyl öffnete sich ein weites Tal, in denen einige riesige Bauten standen. Bereits von weitem konnte He-Ro seinen Freund Tytus sehen. Tytus war der Anführer des Bergstammes, der in diesem Tal lebte. He-Ro setzte den Flugsaurier zur Landung an. Er kam wenige Meter neben Tytus auf.

„Tytus, alter Freund!“ rief He-Ro dem Freund zu, der den Helden Eternias um mindestens 5 Körperlängen überragte. „He-Ro!“ kam die Antwort des Hünen. Freudig begrüßte der Riese den lange nicht mehr gesehenen Freund. Hastig erklärte He-Ro Tytus sein Anliegen. Dieser erklärte sich natürlich sofort bereit zu helfen, war ihm doch jegliches Böse aufs tiefste verhaßt. Er rief einige seiner Krieger zu sich, die mit Speeren und Stöcken, die fast schon den Stämmen von Bäumen ähnelten, bewaffnet waren. Auch die Krieger waren sofort bereit zu helfen.

Wenige Minuten später setzten sich die Krieger mit Tytus an ihrer Spitze in Bewegung. He-Ro und Teelexa setzten sich wieder auf ihren Turbodactyl und starteten ebenfalls. „Wir treffen uns dann bei der alten Burg Grayskull“, rief er Tytus zu, der wiederum nickte. He-Ro schwenkte zur Seite und trieb den Flugsaurier zur Höchstgeschwindigkeit an. „Ich hoffe, wir kommen nicht zu spät“, sprach He-Ro so leise, dass nicht einmal Teelexa, die hinter ihm saß, es verstehen konnte. Doch sein Gesicht spiegelte seine Angst wider.


„ZUUUUUUUUU DDDDDDEEEEEENNNNNNN WWWWAAFFFFEEEEEENNNNNNNN!!!!!!!“ rief Greddock hastig und zog sein Schwert, als die Riesen angestampft kamen und ihre Speere und Knüppel schwangen. Auch He-Man zog sein Zauberschwert.

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!“

Kaum hatte er die magischen Worte gesprochen, die seine Kraft noch etwas verstärkten, zielte auch schon der erste Riese mit einem baumstammdicken Knüppel auf ihn. Doch Battle Cat brachte den Helden mit einem Sprung sicher aus dem Gefahrenbereich hinaus. Noch im Flug erkannte He-Man, dass auf dem Riesen, der ihn angegriffen hatte, eine Person saß, der zwischen seinen Schultern einen Skelettkopf trug. Dies musste der verwandelte Eldor sein. Er sprang vom Kampftiger ab und stürzte auf den Riesen zu, während Battle Cat einigen Soldaten zu Hilfe kam, die sich gegen drei andere Riesen behaupten mussten. He-Man schaffte es, sich bis zu den Schultern vorzuarbeiten, wurde dann aber vom wild um sich schlagenden Riesen abgeworfen. Gerade als der Riese auf He-Man treten wollte, ertönte ein Horn. Alle Beteiligten blickten zum Himmel. Hoch über ihnen erschien der Turbodactyl. He-Ro blies in ein Horn und erzeugte dadurch einen langen Ton. Gleichzeitig begann die Erde erneut zu ertönen. He-Man blickte sich um. Andere Riesen näherten sich. Auch sie schwangen Keulen und Speere. Aber sie gehörten nicht zu den anderen Riesen.

Als einige der grünen Riesen die anderen Riesen und Tytus erblickten ließen sie von den Soldaten und der Kampfkatze ab und stürzten sich auf sie. He-Man war blitzschnell wieder auf den Beinen. Doch Megator mit Eldor auf dem Rücken ließ von ihm ab und rannte donnernd über die Ebene Richtung Grayskull.

„ER WILL NACH GRAYSKULL“, rief He-Man He-Ro hinauf. Dieser nickte nur und steuerte den Turbodactyl hinterher. He-Man wollte Battle Cat besteigen, doch dieser war mittendrin in der Kampfhandlung zwischen den verfeindeten Riesen und den Soldaten des Königs.

„Warte, ich helfe Dir“, sprach plötzlich einer der Riesen. Der Riese packte He-Man und nahm ihn auf seine Schultern. He-Man hielt sich an seinen langen Haaren fest, um während des Laufens nicht hinunterzufallen, denn schon nahm auch dieser Riese Kurs auf Castle Grayskull, hinter Megator und Eldor und He-Ro und Teelexa her.


Castle Grayskull lag ruhig da. Doch im Innern bauten sich gewaltige Kräfte auf. Der Geist von Grayskull wollte alles daran setzen, die dunkle Kraft aus Eldor zu vertreiben und unschädlich zu machen. Nichts schien auf die drohende Gefahr hinzudeuten. Oder darauf, dass sich vier dunkle Gestalten im Schutz der hohen Bäume langsam der Burg näherten. „Und was jetzt?“ zischte Rattlor. „Wir warten. Irgendwas wird schon passieren“, sprach der ältere Hordak. Und es dauerte wirklich nicht lange, bis die Erde unter den vier Dämonen anfing zu zittern. Das Zittern wurde stärker und uferte schließlich zu einem Beben aus. Und dann erschien Megator vor der Burg. „Wir warten ab, was passiert!“ befahl Hordak seinen Leuten.

Knurrend stand Megator vor der Burg. Das namenlose Böse stieg ab und stellte sich vor das Burgtor. „Geist von Grayskull, ich bin wieder da! Diesmal ist Dein Ende besiegelt. Bevor Hilfe eintreffen kann, werde ich Dich vernichtet haben“, lachte der Schurke und schoss Energieblitze auf das Schloß ab, während Megator mit seinen enormen Kräften versuchte, das Burgtor aus seiner Verankerung zu reißen. Doch der Geist von Grayskull hielt stand. Schon näherten sich der Turbodactyl mit He-Ro und Teelexa und Tytus mit He-Man der Burg. Eldor fluchte.

„Los, streng Dich an, Du grünes Ungetüm! Reiß das Tor ein!“ schimpfte das Skelettgesicht und feuerte eine Energiesalve auf den Riesen, der aufjohlte. Doch es war zu spät. He-Ro sprang aus geringer Höhe vom Flugsaurier ab und auch He-Man war bereits zur Stelle. Beide stürmten auf Eldor zu. Dieser trat zurück und feuerte auf He-Man und He-Ro. Beide Krieger sprangen zur Seite. Unterdessen warf sich Megator auf Tytus. Beide Riesen kämpften ohne Gnade miteinander, schlugen aufeinander ein, rangen herum, rollten auf dem Boden herum.

Währenddessen bekriegten sich He-Ro und He-Man mit Eldor. Immer wieder schickte er Energiesalven ab. Manche lenkte He-Man mit seinem Schwert zurück auf ihn, aber er absorbierte diese Strahlen. Die dunkle Macht von Grayskull war in ihrem Ursprung wirklich viel stärker, als Skeletor es in der Zukunft jemals war. Es war also kein Rankommen an den Schurken.

Doch da geschah es. Das Tor von Castle Grayskull öffnete sich. Alle Beteiligten blickten sich um. Im Inneren der Burg glühte es magisch in allen Farben. Und langsam wurden die Strahlen immer heller. He-Man und He-Ro schlugen die Hand vor die Augen. Megator und Tytus, die immer noch miteinander rangelten, blickten weg. Nur Eldor nicht, die Strahlen blendeten ihn nicht. Er sah eine Chance, in die Burg zu kommen. Doch es war zu spät für ihn. Ein Blitz schlug aus der Burg genau in den Skelettkopf ein. Eldor schrie auf. Der Geist von Grayskull hatte unglaubliche Energien gesammelt, um das namenlose Böse wieder aus Eldor zu vertreiben. Und He-Man und He-Ro hatten rettende Sekunden für den Geist herausgeholt, bis er genug Kraft zusammen hatte, dies zu tun.

Doch es schien, als reichte die Energie nicht aus. Die dunkle Kraft von Grayskull war sehr stark, und wollte den Körper von Eldor nicht hergeben.

„He-Ro, wir müssen helfen, der Geist schafft es nicht.“ „Du hast recht, He-Man. DAS SCHWERT!“ rief He-Ro, „beschwöre die Kraft von Grayskull, He-Man. Sie wird die nötige Kraft liefern!“ He-Man überlegte nicht lange.

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!“

He-Man richtete das beschworene Schwert auf Eldor. Schon schoss ein Strahl Energie hinaus mitten in den Totenschädel. Und diese Energie war genau der fehlende Teil. Eldor, beziehungsweise die dunkle Macht in ihm war ihr nicht mehr gewachsen. Unter unmenschlichen Schreien und hastigen Bewegungen versuchte Eldor noch zu widerstehen, schaffte es aber nicht. Langsam begann sich der Totenschädel von Elders Rumpf zu lösen. Er beinhaltete die gesamte dunkle Macht des Rates. Noch während der Schädel von den beiden Energiestrahlen gehalten wurde, formte sich eine Glaskugel um ihn, die von innen undurchdringbar war. Die dunkle Macht war gefangen und beherrschte nicht mehr den Körper Elders. Als der böse Geist ihn verlassen hatte, sackte er bewußtlos zusammen. He-Ro rannte zum Freund und legte seinen Kopf hoch, während He-Man den Totenschädel in Händen hielt. Der Strahl aus Castle Grayskull versiegte, das magische Leuchten im Innern der Burg war kaum noch zu sehen. Es mußte dem Geist unheimliche Kräfte abverlangt haben, Eldor und Eternia zu retten. Teelexa hatte inzwischen den Turbodactyl gelandet und trat zu ihren Mann. He-Ro bat sie, den Kopf von Eldor zu halten.

Kurz nachdem der böse Geist von Grayskull aus Eldor entwichen war, verschwand auch der Bann über Megator. Als der Riese wieder Herr über seine Gedanken war, knurrte er auf, beendete aber den Kampf und verließ rasch das Gebiet. Tytus lag erschöpft auf dem Boden.

He-Man übergab He-Ro den Totenschädel mit gemischten Gefühlen. In tausend Jahren würde dieser Schädel erneut schlimmes Leid über Eternia bringen. Doch er konnte ihn nicht zerstören, da es seine Zeit beeinflussen würde.

„Ich danke Dir, He-Man. Ohne Dich hätten wir es nicht geschafft.“ „Nicht der Rede wert!“ antwortete der Held und umarmte seinen Ahnen, „Paßt gut darauf auf!“ „Das werden wir!“

„He-Man!“ ertönte es plötzlich. He-Man fuhr herum. Battle Cat erschien mit den Soldaten des Königs und Colonel Greddock. „Hallo Battle Cat“, begrüßte He-Man den Freund.


„He-Man, mit letzter Kraft werde ich Dir die Rückkehr in Deine Zeit ermöglichen. Eternia schuldet Dir ewigen Dank“, sprach der Geist von Grayskull. Sein magisches Glühen verstummte langsam. Der Geist mußte jetzt ruhen. Doch zuvor öffnete er noch ein Tor, um He-Man und Battle Cat zurück in die Zukunft zu schicken. He-Man verabschiedete sich von He-Ro, der die dunkle Macht von Grayskull in Händen hielt, Teelexa und Tytus, bestieg dann Battle Cat und trat winkend in das Zeittor ein. Zurück in seine Zeit, dort, wo er gebraucht wird.


„JETZT!“ schrie plötzlich jemand. He-Ro fuhr herum. Plötzlich stürzten vier Gestalten aus dem Gebüsch, von denen zwei Schlangenmenschen waren und zwei fast genau gleich aussahen. Bevor He-Ro reagieren konnte, hatte ihn einer der Zwillinge bereits niedergeschlagen und ihm den Skelettkopf weggenommen. Die beiden Schlangenmenschen stürzten sich danach auf ihn und Teelexa, während der andere Zwilling zum Zeittor in die Zukunft stürmte, um He-Man zu folgen. Mit Entsetzen sah He-Ro was passierte. Der Dämon, der das Symbol der Wilden Horde auf seiner Brust trug, zerschlug das Glas um den Totenschädel und hielt sich den Skelettkopf an die Stirn. Zischend entwich die frisch gefangene dunkle Macht von Grayskull und zog in den Dämonen rein. 

„NNNNNNEEIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNN“, rief He-Ro, wurde dann jedoch endgültig k.o. geschlagen.

Hordak stand am Eingang zum Zeitportal, und sah mit Spannung was geschah. Als letztes vernahm er ein gewaltiges Brüllen seines Pendanten, welcher die dunkle Macht von Grayskull in sich aufgesogen hatte. Laut lachend betrat er den Wirbel, kurz bevor er sich schloss.


Eternia, Gegenwart

Der Zeitwirbel öffnete sich, und He-Man und Battle Cat traten heraus. „Endlich daheim“, sprach der Kater, und He-Man stimme ihm zu. Kurz bevor sich der Wirbel schloss, trat noch jemand hinaus. He-Man erschrak. Es war Hordak, der laut lachte. Als sich der Wirbel aufgelöst hatte, veränderte sich plötzlich die Ebene. Hordak wurde durchsichtig und verschwand. Sein Lachen verstummte. Das Land wurde dunkel und ungastlich. Überall rauchten riesige Fabrikschornsteine, die giftige Abfälle und Abgase in die Natur losließen.

„Bei allen Göttern Eternias!“ rief He-Man. Er sah sich geschockt um. Seine Gegenwart war verändert worden.

„He-Man sieh doch! Castle Grayskull!“ grollte plötzlich Battle Cat. He-Man blickte sich um. Sie standen direkt vor dem Portal der alten Burg. Stolz ragten die beiden Türme der Burg in den Himmel. Doch als He-Man auf das Portal blickte stockte ihm der Atem. Anstelle des alten Totenschädels mit seinen großen Augenhöhlen, durch dessen Mund mit der Zugbrücke er stets die Burg betreten hat, blickte He-Man nun in eine überdimensional große, fledermausähnliche Fratze. Das Portal von Castle Grayskull zierte das Gesicht Hordaks, des Anführers der Wilden Horde.

to be continued....


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