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  • 20.07.2018, 05:57:19

Autor Thema: Shadows of Preternia 2: Invasion Eternia  (Gelesen 497 mal)

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Offline ClampChamp

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Shadows of Preternia 2: Invasion Eternia
« am: 25.08.2013, 19:40:23 »
Teil 2:

Als die ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages die Stadt Eternis in ein rotglühendes Meer tauchten, ahnte noch niemand, dass dies der Tag sein sollte, der alles verändern sollte. Ansonsten hätten alle Bewohner von Eternia diesen letzten Sonnenaufgang mitangesehen, um sich an den schönsten Planeten des Universum zu erinnern.

Bereits sehr früh am Morgen waren Ram-Man, Buzz-Off, Man-E-Faces, Snout Spout, Sy-Klone und die beiden Felslinge mit dem Battle Bones in die Mystic Mountains aufgebrochen, um für Man-At-Arms nach seltenen Mineralien und Metallen zu suchen. Seit der Waffenmeister mit He-Man und Teela aus der phantastischen Welt von Preternia zurückgekehrt war, hatte er seine ganze Zeit in seinem Labor verbracht, um an einem neuen Fahrzeug zu tüfteln.

Mittlerweile hatte sich die Ebene in steiniges und unwegsames Terrain verwandelt, so dass die heroischen Verteidiger mit dem Sammelsaurus nur schwer vorankamen.

„Der Boden wird immer steiniger, bald kommen wir nicht mehr mit dem Battle Bones weiter“, sprach Ram-Man. Buzz-Off, der Wespenmensch, flog neben dem Transporter her.

„Nun mecker´ nicht rum, Rammy, wir haben es ja bald geschafft. Da hinten ist ja schon die Teufelsschlucht.“

„Ein passender Name. Hier, tief in den Mystic Mountains, scheint wirklich der Teufel zu wohnen. Unheimlich ist es hier. Mir schaudert es.“ Ram-Man schüttelte sich.

„HA, HA, unser guter Rammy wird doch wohl keine Angst haben?“ lachte Man-E-Faces auf, der hinter Ram-Man auf dem Sammelsaurus saß.

„Nein, das ist es nicht. Aber es ist hier so still. Kein Vogel ist zu hören, und keine Grille zirpt. Das gefällt mir nicht.“ Ram-Man blickt sich suchend um.

„Nun sei mal nicht so nervös“ versuchte Buzz-Off den Freund zu beruhigen, „Skeletor wird uns kaum angreifen. Er sitzt wohl noch mit seinen Monstern im Snake Mountain, und trauert um seine letzte Niederlage.“

„Es scheint, als wenn nicht alle Krieger im Snake Mountain wären. Seht doch!“ Snout Spout zeigte nach vorne. Der Battle Bones stoppte. Vor ihnen versperrte ihnen King Hiss den Weg. Grinsend blickte er die Reisenden an.

„King Hiss, was willst Du? Halte uns nicht auf!“ rief Ram-Man.

„Ihr werdet euch jetzt ergeben, und mir den Battle Bones aushändigen. Bitte!“ fügte Hiss sarkastisch hinzu.

Die Männer lachten auf. „Wir sollen uns ergeben? Bist Du wahnsinnig? Du bist einer und wir sind sieben. Nicht einmal mit Deiner Schlangenkraft könntest Du gegen sieben Gegner gleichzeitig was ausrichten.“

„Ach ja? Bin ich allein?“ grinste Hiss. Plötzlich sprangen Rattlor und Snake Face aus dem Gebüsch.

„Na und? Jetzt seid ihr drei. Immer noch zu wenig. Und jetzt geh aus dem Weg, wir haben es eilig“, brüllte Ram-Man.

„Der hat doch was vor“, murmelte Stonedar und blickte Rokkon an, der nur stumm nickte.

„Du Narr, wenn Dir drei nicht reichen, wie wäre es dann mit ... DREIHUNDERT?“ triumphierte HissHiss.

Bevor Ram-Man oder irgend ein anderer etwas entgegnen konnte, brach die Hölle auf der kleinen Lichtung aus. Plötzlich schossen weitere Schlangenmenschen aus dem Unterholz und stürzten sich auf die Giganten auf ihrem Sammelsaurus.

„Was zu..., Wer sind die denn?“ rief Sy-Klone, aber da war er auch schon von grausamen Gestalten umzingelt. Eine Gruppe von Schlangendämonen warf sich gegen den Battle Bones und brachten ihn zu Fall. Krachend fiel er auf die Seite. Man-E-Faces konnte von dem Saurier nicht mehr rechtzeitig abspringen und war nun zwischen Felsen und den Knochen eingeklemmt. So sehr er sich anstrengte, er konnte sich nicht befreien. Hilflos musste er mit ansehen, wie seine Kameraden einer Übermacht von scheußlichen Monstern gegenüberstanden.

„Tötet sie nicht, unser Herr will sie lebend!“ rief Hiss, als die ersten Schlangenmenschen angriffen. Und bereits nach wenigen Augenblicken waren die heroischen Kämpfer von Castle Grayskull besiegt. Einer derartigen Übermacht hatten sie Nichts entgegen zu wirken. Lautes Siegesgeschrei entbrannte. Die Gefangenen wurden in Netze gesteckt und zum Snake Mountain gebracht. Einige Krieger richteten Battle Bones wieder auf, bestiegen ihn und nahmen ihn als Kriegsbeute mit.

„Serpention wird zufrieden mit uns sein“, sagte Tung Lashor. „Dies war erst der Anfang, Tung. Unsere Krieger haben jetzt Blut geleckt. Noch an diesem Tag wird Eternia den Schlangenmenschen gehören. Für immer und ewig!“ lachte Hiss, und auch die andere Krieger stimmten in das höhnische Gelächter ein.

Im Königspalast von Eternia unterdessen merkte man nichts von den Händen, die sich langsam und unerbittlich um den Planeten legten und zudrückten. Prinz Adam war gerade erst aufgestanden. Mürrisch und unausgeschlafen schlurfte er zum Frühstückstisch, an dem seine Eltern, König Randor und Königin Marlena, zusammen mit Man-At-Arms bereits saßen.

„Guten Morgen Vater, Mutter. Duncan“, nickte der Prinz und nahm Platz. “Guten Morgen mein Sohn. Was hast Du? Du siehst unausgeschlafen aus“, fragte der König. „Ich habe wirklich nicht viel geschlafen. Ich hatte einen furchtbaren Albtraum. Es war schrecklich. Aber ich möchte nicht darüber reden.“ Adam schenkte sich einen Tee ein und blickte gelangweilt  an die Wand.

Da kam Teela herein. Auch sie sah nicht besonders ausgeschlafen aus, begrüßte alle kurz, setze sich auf ihren Platz und schwieg.

Die anderen Anwesenden sahen sich dieses Schauspiel kurz an, dann wurde es ihnen jedoch zu bunt. „Adam, Teela, was habt ihr? Ich verlange eine Erklärung!“ forderte King Randor mit gewohnt strengem Ton.

„Es, es war ein Traum. Ein Albtraum“, stotterte Adam, immer noch nicht ganz wach. „Was, ich hatte auch einen Traum. Ich habe von Schlangen geträumt, die alles zerstörten, es war furchtbar“, ergänzte Teela.

Adam sprang auf. „Unglaublich, ich habe dasselbe geträumt. Ich sah Snake Mountain in meinem Traum, und viele Schlangenmenschen. Einer grässlicher als der andere. Und ich sah, ach..“, Adam begann zu stottern.

„Was hast Du gesehen?“ fragte König Randor, von den Träumen der beiden sichtlich besorgt.

„Ich weiß es nicht. Es war wie ein Schatten. Jemand aus meiner Vergangenheit, oder sonst wer, wer mir nahe steht. Ich kann es nicht genau beschreiben. Ach, die Erinnerung ist fast schon wieder verschwunden.“

„Adam, es ist doch schon sehr merkwürdig, dass Du und Teela denselben Traum hattet. Das muss etwas bedeuten. Vielleicht kann die Sorceress euch weiterhelfen“, sprach Man-At-Arms, der wie fast immer im richtigen Moment einen guten Einfall hatte.

„Eine gute Idee, Vater. Komm Adam wir brechen sofort auf!“ drängte Teela. Wenige Minuten später hob der Wind Raider in Richtung Grayskull ab.


Im Snake Mountain hingegen wurden gerade Ram-Man und die anderen in die Kerker unter der Burg gesperrt. Serpention grinste hämisch über diese schnell gemachten Gefangenen. King Hiss nahm seinen Gott und König zur Seite.

„Meister, wir sollten bald angreifen. Fast alle unsere Krieger sind aus der zeitlosen Dimension zurück. Unsere Krieger die wir in den Höhlen der Mystic Mountains verstecken, sind bereit. Sie wollen kämpfen. Jede Stunde, die wir verlieren, erhöht die Gefahr, dass wir vorzeitig entdeckt werden. Ich bin sicher, die Sorceress hat bestimmt schon He-Man alarmiert.“

„Haha, Hiss, keine Sorge. Wir werden noch heute angreifen. Und um die Sorceress mach Dir keine Sorgen. Seit unserer Ankunft von Etheria habe ich sie mit Gedankenwellen bombardiert, gegen die sie sich wehrt. Aber inzwischen spüre ich keine Gegenwehr mehr von ihr. Die ist erledigt!“

„Meister, Ihr seid wahrlich der Größte“, sprach Hiss bewundernd. „Ich möchte Euch etwas zeigen.“ Hiss führte Serpention in einen kleinen Raum. Schon beim Eintritt sah Serpention, was Hiss ihm zeigen wollte. Auf einem Tisch lagen die Bruchstücke von Snaksor, seinem Schwert des Bösen.

„Snaksor!“ rief Serpention, eilte zum Tisch und nahm die beiden Teile in die Hand.

„He-Man hat das Schwert zerstört, allerdings, hätte er es nicht getan, hätten wir Dich nicht gefunden, Meister.“

Serpention musterte die Bruchstücke, dann konzentrierte er sich, hielt die Stücke aneinander und blies feurigen Atem aus seinem Schlund auf die Bruchstelle. Hiss schluckte. Serpention schweißte das Schwert mit seiner Magie wieder zusammen. Nach einigen Augenblicken war das Schwert wieder ganz.

„Snaksor, endlich bist Du wieder mein!“ Serpention hielt das Schwert in die Luft und sprach ein paar Worte in einer uralten Sprache, die selbst King Hiss nicht mehr verstehen konnte. Plötzlich zuckten ein paar Blitze und das Schwert war von einer magischen Aura umgeben. Ein Schatten schwebte von draußen herein und glitt in das Schwert.

King Hiss blickte Serpention an. „Als Snaksor zerstört wurde, entwich der Geist des Schwertes und wartete solange, bis das Schwert wieder zusammengefügt war. Und jetzt bist Du wieder mein, Snaksor! Dieses mal wird uns niemand aufhalten können“, lachte Serpention.

„Dieses Mal?“ fragte Hiss, „soll das heißen, D bist schon mal besiegt worden?“ Hiss bereute diese Frage schon, da Serpention ihm einen bösen Blick zuwarf. Götter haben es nun mal nicht gerne, wenn man sie auf Niederlagen anspricht.

„Ja, einmal. Aber für diese Geschichte haben wir jetzt keine Zeit. Hiss, bereite die Krieger vor, wir greifen an! Jetzt wird Eternia erfahren, was wirkliche Rache ist.“ Serpention sah auf sein Schwert. „Endlich wieder vereint!“ flüsterte er.

Kurze Zeit später drängelten sich Hunderte von Schlangendämonen vor der Burg, bis an die Zähne bewaffnet und hungrig auf Kampf und Blut. Serpention hielt Snaksor in die Luft und die Meute brüllte los.

„Krieger! Ihr habt lange auf diesen Tag gewartet. Nun endlich wird den Schlangenmenschen Gerechtigkeit widerfahren. Nieder mit der Macht der Alten! Nieder mit Schloss Grayskull!! Nieder mit Eternia!!!“

Serpentions Rede wurde mit riesigen Jubel begleitet. Serpention nickte Hiss zu. Dieser hob sein Schlangenzepter hoch und sagte nur „Angriff!“ Die Meute setzte sich nun in alle Himmelsrichtungen in Bewegung. Für Eternia brach nun die Hölle herein.


Der Wind Raider mit Teela und Adam raste über die Ebene. Unterwegs unterhielten sich die beiden über den gemeinsamen Traum. „Weißt Du, was mir komisch vorkam?“ fragte Teela den Prinzen. „Nein, was?“ antwortete Adam. „Ich habe von Snake Mountain geträumt, von Monstern, die Eternia überfallen, aber ich habe Skeletor nirgends gesehen. Wenn es wirklich eine Traumbotschaft der Zauberin gewesen war, warum hat sie uns nicht vor Skeletor gewarnt? Normalerweise steckt er doch hinter allem Bösen.“ Teela blickte gedankenverloren aus dem Raider.

„Hm, stimmt eigentlich. Vielleicht war es ja wirklich nur ein dummer Zufall, dass wir gleichzeitig denselben Traum hatten.“ „Aber vielleicht ist es ja gar nicht Skeletor, von dem die Gefahr ausgeht“, fügte Adam in Gedanken hinzu.

„Adam, sieh mal!“ rief Teela plötzlich und zeigte nach unten. Adam riss das Steuer etwas herum, so dass er etwas sehen konnte.

„Da unten! Skeletors Monster!“ „Tatsächlich, was machen die denn da? Warum sind sie nicht auf Snake Mountain? Stattdessen machen die hier ne Art Camping. Sieh mal, die hausen in Zelten.“

„Vorsicht, sie ziehen die Waffen! Pass auf!“

„Schießt, schießt sie ab!“ brüllte Trap Jaw. Die Monster Skeletors hatten sich nach ihrer Vertreibung aus dem Snake Mountain in diese Lichtung im immergrünen Wald zurückgezogen, und einigen war es sogar gelungen, ein paar Waffen unbemerkt mitzunehmen. Sie brauchten Zeit zum Reden und Klären der Lage. Von einem Tag auf den anderen hatten sie ihre Festung und ihren Anführer verloren, und keiner wusste warum. Das Auftauchen des Wind Raiders jedoch hatte ihre alten Instinkte wieder geweckt, gegen die Beschützer von Castle Grayskull zu kämpfen.

Adam riss den Raider nach oben weg, bis die Kugeln und Laserschüsse sie nicht mehr erreichen konnten. „Das ist alles sehr merkwürdig“^, sprach Adam und blickte zu Teela, die auch keine Antwort parat hatte, um das zu beschreiben, was gerade passiert war.

Nachdem der Raider in den Wolken verschwunden war, ließen die Monsterkrieger von ihrem Ziel ab und widmeten sich wieder ihren Beschäftigungen. Trap Jaw fluchte laut auf.

„Trap Jaw, was sollen wir nun machen?“ fragten Spikor und Ninjor.

„Woher soll ich das wissen, ich bin...“, Trap Jaw stoppte mitten im Satz. Plötzlich war Unruhe unter den Monstern Skeletors ausgebrochen. Eine Meute Schlangenmenschen war aus dem Gebüsch gesprungen und hatte sofort um sich geschlagen und gebissen. Ein paar Krieger lagen bereits bewusstlos auf dem Boden.

„Auf sie, wehrt euch. Oh, ihr Dämonen von Eternia. Was ist nur passiert? Was ist mit Skeletor passiert?“ Trap Jaw montierte seinen MG-Arm und feuerte los.


Der Wind Raider setzte vor Grayskull zur Landung an. Teela und Adam stiegen aus und stellten sich vor das große Portal.

„Zauberin von Castle Grayskull, laß uns herein!“ rief Teela. Doch nichts passierte, die Zugbrücke öffnete sich nicht.  „Seltsam, das Burgtor öffnet sich nicht. Vielleicht ist die Zauberin nicht da?“

„Unsinn, Adam. Auch wenn die Zauberin als Zoar unterwegs wäre, würde uns der Geist von Grayskull hereinlassen. Zauberin, lass uns herein!“ wiederholte Teela ihre Bitte.

Adam wußte natürlich, dass der Geist von Grayskull ebenso das Burgtor öffnen konnte, wenn die Zauberin nicht im Schloss ist.

„Adam, irgendetwas ist passiert, etwas furchtbar schreckliches. Komm, lass uns zurück nach Eternis fliegen. Ich spüre große Gefahr.“

Doch da war es schon passiert. Aus mehreren Richtungen stürmten Schlangenmenschen auf das Schloss und die beiden Menschen zu, drohten sie zu zerreißen. Teela schrie auf. Zum Wind Raider zurück zu laufen war zu spät, einige Monster hatten ihn schon passiert und waren gefährlich nahe, mit ihren Schwertern, Speeren und Dolchen Adam und Teela niederzumetzeln.

Adam blickte sich um nach einem Versteck. Entweder um sich mit Teela dort in Sicherheit zu bringen, oder um sich kurz zu verstecken um sich in He-Man zu verwandeln. Doch weit und breit kein geeignetes Versteck in Sicht.

Da plötzlich begann die Luft zu flimmern und ein Spalt bildete sich. Ein Dimensionstor wurde geöffnet. Adam sah eine Chance. Entweder sie blieben wo sie waren, dann würden sie innerhalb weniger Sekunden niedergemetzelt werden oder sie flüchteten durch das Raumtor und hofften, in einer sicheren Umgebung wieder herauszukommen.

Adam zögerte nicht. Er packte Teela und zog sie mit sich durch das Tor, das sich nach seinem Eintritt wieder Schloss. Die zurückgebliebenen Schlangenmenschen tobten vor Wut und ließen Ihren Zorn am Wind Raider, den sie mit Laserschüssen und Schwerthieben zerstörten, und am Schloss Grayskull aus.

Adam und Teela flogen durch Zeit und Raum und nach einer Ewigkeit sahen sie das Ende des Tores. Sie purzelten heraus und stießen dabei Evil-Lyn, Tri-Klops und Beast-Man um. Evil-Lyn fluchte.

„Ihr törichten Narren, ich habe fast einen Tag gebraucht dieses Tor nach Eternia aufzubauen. Grrrrrrr!“ Evil-Lyn stampfte auf.

Adam half Teela hoch und blickte sich um. „Wo sind wir hier?“ fragte er. „Na wonach sieht es denn aus?“ kam die schnippische Antwort von Evil-Lyn.

„Etheria! Und wir sind in der Fright Zone“, entkam es Teela. „Ich war schon einmal hier.“ Adam, der als He-Man natürlich auch schon mal die Fright Zone besuchen „musste“, kannte Hordaks Zone des Schreckens auch, aber da er als Adam niemals hier gewesen ist, musste er so tun, als sei ihm dieser Ort vollkommen unbekannt.

„Was macht ihr überhaupt hier?“ fragte Tri-Klops. „dasselbe könnten wir euch fragen!“ antwortete Teela jetzt schnippisch. Tri-Klops trat einen Schritt vor. „Werd nicht frech, Du ...!“ knurrte er Teela an. Adam stellte sich schützend vor sie hin.

Erst jetzt bemerkte Adam dass hinter Tri-Klops und Beast-Man noch jemand stand. Ein Mann mit einer Kapuze, die er tief im Gesicht trug.

„Wir sind von Schlangenmenschen angegriffen worden. Wäre das Raumtor nicht offen gegangen, wären wir verloren gewesen.“

„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es niemals geöffnet“, fauchte Evil-Lyn. Jetzt kann ich es noch mal versuchen.

„Was soll das heißen, Schlangenmenschen? King Hiss und seine paar Monster haben euch angegriffen?“

„Nein, es waren andere Schlangenmenschen, und bestimmt 20 und mehr. Diese Kreaturen habe ich noch nie gesehen. Sie waren abscheulicher als all das, was Skeletor aufzubieten hat.“ Beast-Man brummte.

„Und jetzt wollen wir eine Antwort. Was macht ihr auf Etheria? Ich dachte, Hordak wäre euer Todfeind. Und wo ist Skeletor überhaupt?“ Teela wurde ungeduldig.
 
Beim Namen Skeletor blickte Evil-Lyn auf den Vermummten, blieb eine Antwort aber schuldig.

„Wer ist das? Ein neuer Freund Skeletors?“ Adam näherte sich dem Fremden. Dieser wich einen Schritt zurück.

„Prinz Adam, bleib weg von ihm.“ Beast-Man knurrte.

Der Vermummte zuckte kurz zusammen. Prinz Adam? Von Eternia? Solle dies der Sohn seines Bruders sein? Er wußte ja nicht, ob seine Familie immer noch auf Eternia regierte. Er beschloss daher sehr vorsichtig zu sein.

„Wenn Du nichts zu verbergen hast, zeig doch Dein Gesicht. Oder bist Du es Skeletor?“ sprach Adam herausfordernd.

Diesmal zuckte Evil-Lyn zusammen. Adam konnte ja nicht ahnen, wie richtig er mit seiner Vermutung lag.

„Adam, sieh doch, da!“ Teela deutete auf einen Gang, der tief unter die Fright Zone führte.

„Was ist da unten? Hat es etwas mit dem zu tun, was auf Eternia passiert?“ Adam bekam keine Antwort. Er entschied, der Sache selber auf den Grund zu gehen.

„Komm mit, Teela. Wir gehen da hinunter. Vielleicht finden wir dort ein paar Antworten.“ Adam entzündete eine Fackel, nahm Teela bei der Hand und betrat mit ihr den dunklen Gang.

Unterdessen konzentrierte sich Evil-Lyn erneut, um das Raumtor nach Eternia zu öffnen. Keldor blickte in den Gang. „Ist das der Sohn meines Bruders?“ fragte Keldor.

„Ja, er ist der Sohn von Randor. Aber Du solltest Dir langsam klar werden, wer Du bist, und auf welcher Seite Du stehst.“ Evil-Lyn war sich nicht sicher, wie viel von Skeletor noch in Keldor verblieben war.

Unmerklich von den anderen rann eine Träne über Keldors Gesicht. Keldor schloss die Augen und dachte an seinen Bruder.


Unterdessen wartete im Königspalast von Eternia Man-At-Arms auf die Rückkehr von Ram-Man und den anderen. Sie waren längst überfällig, oder hätten sich zumindest melden müssen. Bei ihm waren Extendar und Clamp Champ.

„Man-At-Arms, was baust Du da eigentlich?“ fragte Clamp Champ. Der dunkelhäutige Hüne stand vor dem Robotskelett eines Sauriers.

„Nun ich hoffe, mir gelingt die Entwicklung eines neuen Fahrzeuges. Als ich mit He-Man und Teela in der Vergangenheit war, ritten wir auf kleinen, aber schnellen Sauriern. Die Alten nannten sie Dongos.“

„Ah ja, und Du willst jetzt diese Saurier als Maschinen nachbauen. Sehr gut, Duncan“, sagte Extendar.

„Ich warte nur auf Ram-Man und die anderen. Sie wollten mir noch ein paar Metalle und Mineralien aus den Mystic Mountains besorgen. Ich mache mir schon Sorgen. Wir...“

Weiter kam Man-At-Arms nicht, denn plötzlich heulten die Alarmanlagen auf und die Palastwachen rannten wild durcheinander. Man-At-Arms, Clamp Champ und Extendar rannten zur Palastmauer, wo bereits Roboto und Rio Blast standen.

„Bei allen Göttern, was ist das?“ fragte Man-At-Arms. Am Horizont zogen schwarze Wolken auf, und die Erde begann zu Erzittern.

„Johayy, sieht wie ne Stampede aus“, rief Rio Blast.

„Man-At-Arms kniff die Augen zusammen. Die schwarzen Wolken kamen näher und auch die Erde erbebte stärker.

„Nein, Rio, das ist keine Stampede. Ich habe das schon einmal gesehen.“ Man-At-Arms erstarrte.

„Wo denn?“ fragte Clamp Champ.

„Genau an dieser Stelle“, sprach Man-At-Arms, „vor 1000 Jahren beim Angriff der Schlangenmenschen auf Eternis.“


Adam und Teela gingen weiter den Gang hinunter. Der Korridor war verziert mit Malereien, die Schlangenmenschen darstellten. „Teela, ich glaube, wir nähern uns der Wurzel allen Übels.“ „Das glaube ich auch, sieh mal, da vorne wird es heller.“ Teela deutete nach vorne. Vor ihnen öffnete sich eine Katakombe, ein riesiger Raum, in deren Zentrum ein zerborstener Steinquader lag.

„Sieh mal, Adam!“ Teela deutete auf zwei Statuen. „Hordak und Mosquitor“, entkam es Adam, „also die Sache wird immer mysteriöser. Was immer hier passiert ist, es kann nur mit dem Auftauchen der Schlangenmenschen auf Eternia zu tun haben.“

„Aber was kann nur grausames geschehen sein. Es ist ja fast so, als hätte sich der Schlund der Hölle über Eternia aufgetan.“ Teela schluchzte.

„Der Schlund der Hölle, ja!“ ertönte es plötzlich von allen Seiten.

Adam und Teela sahen sich um. Sie sahen Hordak und Mosquitor und bei genauerem Hinsehen erkannte Adam, dass Grizzlor ohnmächtig in einer Ecke lag. Jemand musste ihm übel mitgespielt haben.

„Versucht nicht zu begreifen, was ihr nicht seht, versucht lieber zu begreifen, was ihr seht!“ ertönte die Stimme erneut.

„Es gibt eigentlich nur eine Person im Universum, die in derartiger Form redet“, fiel es Adam ein, und blickte Teela an.

„Zodac!“ flüsterte Teela.

„Zodac, Beherrscher des Kosmos, zeige Dich“, rief Adam in das Dunkel. „Schrei nicht so!“ Adam fuhr herum. Zodac trat aus einer dunklen Ecke.

„Zodac, Kosmischer Magier, weißt Du was hier geschehen ist?“ fragte Teela.

„Teela, ich kenne die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Nichts bleibt mir verborgen. Denn ich wache über den Kosmos!“

„Dann sprich! Schweige nicht länger, während Eternia vor der größten Gefahr seit Jahren steht. Bitte, Zodac, wir müssen wissen, wie das alles passieren konnte.“

„Teela, die Lage ist schlimmer, als Du sie Dir jemals vorstellen könntest. Der Königspalast ist bereits gefallen, seht selbst!“

Zodac machte eine kleine Handbewegung, woraufhin sich in etwa 3 m Höhe ein Bild öffnete. Es zeigte den hart umkämpften Königspalast in Eternis. Tausende von Schlangenmenschen bombardierten die Palastmauern mit Feuerkugeln, drangen bereits in die Stadt ein, steckten Häuser in Brand oder schlugen und bissen auf Soldaten und Bürger ein. Immer wieder starteten Blaster Hawks, Wind Raider und andere Raumfahrzeuge mit Flüchtlingen, wovon manche aber gleich nach dem Start abgeschossen wurden.

„Oh nein!“ schluchzte Teela und wandte entsetzt den Kopf ab. Zodac veränderte die Stellung der Finger, und das Bild veränderte sich ebenfalls. Es zeigte nun den Innenbereich des Palastes.

Mit stockendem Atem blickte Adam auf das Geschehen im Palast. Große Teile waren bereits in Brand gesteckt. Dutzende von Schlangenmenschen waren eingedrungen, jagten Bedienstete oder machten sich an der Einrichtung zu schaffen. Die tapferen Soldaten der Leibwache behaupteten sich so gut sie konnten, aber gegen diese Übermacht waren sie machtlos.
Teela schluckte. Ihr Platz wäre jetzt im Palast gewesen, um Ihre Soldaten gegen die Monster zu befehligen. Aber sie war nicht da, sondern gefangen auf Etheria, ohne eine Möglichkeit der Rückkehr.

„Bei allen Göttern Eternias. Wo ist He-Man nur? Warum kämpft er nicht für den Palast?“
„Vielleicht ist ihm dasselbe zugestoßen wie der Sorceress“, versuchte sich Adam an einer Erklärung, obwohl er natürlich wusste, wo He-Man war. Aber vor Teela und Zodac konnte er sich ja nicht verwandeln, obwohl sich Adam ziemlich sicher war, dass Zodac sein Geheimnis kannte.

Adam blickte auf. In dem Gewirr von Soldaten und Monstern erblickte er seine Eltern. Sie wurden von einigen Soldaten sowie von Man-At-Arms und Clamp Champ gegen Angreifer beschützt. Orko der Trollaner flog hastig hinterher. Immer wieder versuchten Schlangenmenschen den Schutzring um das Königspaar zu sprengen, konnten aber immer wieder daran gehindert werden.
Endlich sah Adam, wie seine Eltern mit Man-At-Arms und Orko einen Blaster-Hawk bestiegen und starteten. Adam atmete tief aus und zitterte am ganzen Körper. Der Königspalast wurde aufgegeben. Sein Zuhause, in dem er immer glücklich gewesen war, gab es nun nicht mehr. Die Saat des Bösen hatte ihn übernommen und spie ihren feurigen Atem über ihn aus.

Doch dann kam der nächste Schock. Laserschüsse vom Boden trafen den Blaster Hawk, und zerstören ein Triebwerk. Adam riss die Augen auf.

„NEEEEIIINNNN!!!“ schrie er. Mit Entsetzen sah er, wie der Blaster Hawk brennend einen schwarzen Kondensstreifen hinter sich herzog, rasch an Höhe verlor und in einen naheliegenden Wald stürzte und explodierte.

„Meine Eltern, sie,... sie sind tot!“ schrie Adam unter Tränen. Er bekam einen Schwächeanfall und fiel weinend auf die Knie. Teela nahm den Prinzen in die Arme und hielt ihn ganz fest an sich. Auch sie trauerte, sie hatte gerade ihren Adoptivvater verloren.

Im Fenster ertönten die Alarmsirenen. Die Soldaten sowie die heroischen Verteidiger, die noch nicht von den Schlangenmenschen besiegt oder gefangengenommen worden waren, traten den Rückzug auf Blaster Hawks, Wind Raiders, Jet Sleds und anderen Fahrzeugen an. Der Königspalast war nun endgültig nicht mehr zu halten. Eher beiläufig blickte Adam nur noch auf das schwebende Bild. Das letzte was er sah, war der Einsturz des Hauptgebäudes. Auf einem Wink Zodacs erlosch das Fenster.

„Warum nur? Wie konnte das geschehen, Zodac?“ wandte sich Teela verzweifelt an den kosmischen Magier.

„Warum fragt ihr ihn nicht?“ antwortete Zodac und deutete auf die Gestalt, die sich hinter dem Eingang der Katakombe versteckt gehalten hat und ebenfalls alles auf Eternia mit angesehen hat. Es war der Fremde mit der Kapuze im Gesicht.

Adam und Teela fuhren herum. Adam stand wütend auf und ging auf den Fremden zu. „Wer bist Du? Irgendwie scheinen alle Fäden bei Dir zusammen zu laufen.“

Mit grimmigen Gesichtsausdruck riss der Prinz ihm die Kapuze vom Gesicht und erschrak. Mit Ausnahme der blonden Haare und dass er keinen Bart trug, sah der Fremde genau wie sein Vater aus.

Adam schluckte. „Wer bist Du, Fremder?“ sprach er nun in einem ruhigeren Ton.

Der Fremde überlegte, ob er seinen Namen preisgeben sollte.

„Ich,..., ich bin Keldor, der Bruder Deines Vaters, Adam!“

Adam erschrak. Auch Teela zuckte kurz zusammen. „Keldor? Keldor ist seit fast 30 Jahren verschollen. Niemand weiß, wo er ist. Du lügst !“ Adam war nicht in Stimmung, sich Scherze in Bezug auf seine Familie anzuhören, besonders jetzt, wo er gerade seine geliebten Eltern verloren hatte. Adam wandte sich ab.

„Warte, Prinz Adam. Er sagt die Wahrheit. Er ist Keldor. Aber frage ihn nicht, wo er die vergangenen Jahre geblieben ist. Er kann es Dir nicht sagen, er weiß es nicht“, sprach Zodac und trat vor.

„Weißt Du es denn?“ fragte Keldor. „Bitte hilf mir, es ist, als erwache ich aus einem Traum, und im nächsten Augenblick sehe ich nur noch Chaos, Tod und Verderben.“

„Zodac, ich bitte Dich als Prinz von Eternia, was war mit Keldor in all den Jahren?“

„Nun gut, ich werde es euch verraten. Ich werde euch Keldors letzte Erinnerung zeigen. Über die Dauer dieser Gedankenreise wird die Zeit im Universum stillstehen, wir werden keine Sekunde verlieren.“ Zodac begann sich zu konzentrieren.

„Wenn Du soviel Macht hast, warum siehst Du dann tatenlos zu, wie Eternia untergeht?“ fiel Teela ihm ins Wort. Doch sie bereute ihre Aussage sofort, denn der Ausdruck in Zodacs Gesicht ließ ihr Blut fast gefrieren. „Entschuldige bitte, kosmischer Magier!“ gab Teela kleinlaut zu.

„Stellt euch um mich auf und nehmt euch an die Hände. Ich zeige euch, was vor fast 30 Jahren geschehen war.

Adam, Teela und Keldor nahmen Position um Zodac ein, faßten sich an den Händen und Schlossen die Augen. Zwischen den dreien und Zodac entstand eine magische Aura. Vor Adams geistigen Auge erschien Nebel. Langsam vernahm er Bilder und Töne. Er hörte den Hufschlag eines Pferdes.

30 Jahre zuvor

Das Pferdegetrappel verstummte und der Reiter stieg ab. Vorsichtig trat er durch das unförmige Gestein und erreichte schließlich sein Ziel. Nebelschwaden lagen um dem dunklen Gemäuer, und aus dem Dunkel hallten unheimliche Geräusche.

Prinz Keldor, jüngster Sohn von König Miro, betrat den gefürchtetsten Ort von ganz Eternia, Snake Mountain, den Berg der Schlangen.

Hier herrschten vor 1000 Jahren die Schlangenmenschen, die böswilligsten Wesen von Eternia, bis sie schließlich von dem sagenhaften Held He-Ro und dem Rat der Alten unter der Führung von Eldor vertrieben worden sind.

Seit dieser Zeit war Snake Mountain verwaist und verfiel zusehends. Alle Eternier fürchteten diesen Ort und mieden ihn. Grund genug für den neugierigen Prinz Keldor, sich in diesem alten Hort des Bösen einmal umzusehen. Vorsichtig trat er durch das große Portal ein.

Neugierig erforschte der Prinz jeden zugänglichen Winkel der alten Festung. Manchmal sprang ihn ein wildes Tier an, oder Greifpflanzen streckten ihre Klauen nach ihm aus, jedoch konnte sich der geübte Schwertkämpfer immer befreien. Er dachte an seinen Vater, der ihm immer wieder verboten hatte, diesen Ort zu betreten. Doch seine Neugier war stärker. Er musste mehr über diese Festung erfahren.

Und dann betrat er einen Saal, in deren oberen Ende ein großer Thron aus Knochen stand. Dies war der alte Thronsaal von King Hiss, dem letzten König der Schlangenmenschen.

Keldor ging auf den Thron zu. Dunkle Stimmen raunten durch den gespenstischen Raum. Er stand nun vor dem Thron. Er streckte seine Hand aus, um ihn zu berühren. Doch da blitzte ein Totenschädel auf, der auf dem Thron angebracht war. Seine schwarzen Augen bekamen plötzlich rote Lichtpunkte.

Keldor wich zurück. Obwohl er sich schon mit Magie und auch schwarzer Magie etwas beschäftigt hatte, bekam er ein ungutes Gefühl. Er wich einen Schritt zurück, doch da war es schon zu spät.

Das Maul mit den gelblichen Zähnen öffnete sich und ein gewaltiger Blitz schlug heraus mitten in das Gesicht des jungen Prinzen. Die Wucht des Aufpralls riss ihn durch die Luft und ließ ihn ein paar Meter weiter wieder auf dem Boden aufschlagen. Bewusstlos blieb er liegen. Der Totenschädel auf dem Thron aber war verschwunden.

Langsam erwachte Keldor aus seiner Ohnmacht. Ihm schmerzten alle Glieder. Mühsam stand er auf. Er blickte sich um. Irgendwie wirkte der Saal kleiner als vorhin. Fremde Gedanken durchströmten ihn, er konnte sich nicht richtig konzentrieren. Er wusste nur eins. Ein innerer Zwang befahl ihm Böse zu sein. Er konnte nicht sagen, woher es kam, es war ganz einfach da.

Keldor blickte sich um. An einer Wand entdeckte er einen Spiegel. Er sah hinein. Jeder andere hätte sofort einen Schreianfall bekommen, doch nicht Keldor. Er war sehr zufrieden.

Anstelle seines Prinzengesichts saß auf seinen Schultern ein blankgeputzter, gelber Totenschädel. Derselbe Totenschädel, der eben noch den Thron zierte.

Keldor lachte auf. Seine Stimme war dunkel und verzerrt. Er zerriss seinen königlichen Umhang und fertigte eine Kapuze daraus. Als er damit fertig war, blickte er sich weiter um. Es gab noch soviel zu entdecken, und jetzt, nach seiner Verwandlung sowieso.

Er erreichte ein Zimmer, in deren hinterster Ecke ein seltsames Wesen kauerte. Es knurrte laut, als es Keldor sah und stürmte zähnefletschend los. Keldor erschrak, doch anstelle wegzulaufen öffnete er wie aus einem inneren Zwang heraus seinen Mund und ein grüner Blitz schlug heraus.

Der Blitz traf das Monster und schleuderte es zurück in die Ecke. Unter Schmerzen wandte  es sich und verstummte schließlich. Keldor wartete. Nach einiger Zeit hörte er ein Röcheln aus der Ecke. Das Monster stöhnte und stand plötzlich auf.

"Wie ist Dein Name?" Keldor hatte sich mit seiner neuen Kraft ein Monster geschaffen, wie das wußte er nicht.

"Be-, Be-, Beast", blaffte das Monster, verdrehte aber im selben Moment die Augen und schien zu überlegen, wer da gesprochen hatte. Das Monster schien nicht gerade mit Intelligenz gesegnet zu sein.

"Ich werde dich Beast-Man nennen. Von jetzt an bist Du mein Sklave und Knecht.“ Keldor hob seinen Zeigefinger und verpasste dem Monster eine rote Rüstung, die an ein Joch erinnerte und Armschützer. „Mit Deiner Hilfe werde ich der Beherrscher des Universums. Komm mit, Beast-Man." Keldor schritt voran.

"Wohin gehen wir, Herr?" grunzte Beast-Man.

"Ich habe meine Kräfte noch nicht unter Kontrolle. Ich brauche jemanden, der mich lehrt, meine Macht richtig einzusetzen. Und ich kenne genau den richtigen. Komm Beast-Man, wir gehen zu den Caverns of Fear, dem Stützpunkt der Wilden Horde. Ihr Anführer ist der Mann den ich suche. Und er wird mich lehren Böses zu tun. Mir, Skeletor, dem Herrn der Unterwelt!"

Die beiden unheimlichen Gestalten verließen Snake Mountain und verschwanden in der dunklen Nacht.


Die magische Aura, die von Zodac ausging, verblasste. Adam, Teela und Keldor erwachten aus ihrer Trance. Adam schluckte und sah Keldor an. Teela war sprachlos. Keldor, der ältere Bruder von König Randor, war Skeletor, der Todfeind Eternias und allem Guten.

„Der Totenschädel beinhaltete die dunkle Macht des Council of Eldors. Als der Rat vor 1000 Jahren beschloss, seine Macht auf Castle Grayskull zu übertragen, musste jede Spur Bösen verbannt werden, damit die Macht von Grayskull nur gut sein kann. Ein Ratsmitglied wurde ausgewählt, all dieses Böse aufzunehmen und auch selber Böse zu werden. Als der Auserwählte dann starb, blieb die böse Macht in seinem Totenschädel erhalten. Wie der Schädel allerdings in den Snake Mountain kam, ist jedoch auch mir nicht bekannt“, erklärte Zodac.

Adam konnte es immer noch nicht fassen, dass Keldor, sein lange vermisster Onkel, wirklich Skeletor sein sollte. Aber er hatte im Moment wichtigere Sorgen. Seine Heimat stand vor der Zerstörung.

„Zodac, aber was hat das nun alles mit dem Auftauchen der Schlangenmenschen auf Eternia zu tun?“ wandte sich Adam an den kosmischen Magier.

„Sagt Dir der Name Serpention etwas?“ sprach Zodac düster.

Adam überlegte. Als Adam durfte er eigentlich nichts von diesem Schlangenmensch wissen, aber als He-Man schon.

„Ich glaube, He-Man hat ihn mir gegenüber mal erwähnt“, wählte der Prinz als List, um sich nicht zu verraten.

„Serpention war ein mächtiger Schlangenmensch, der vor vielen tausend Jahren das Reich der Schlangenmenschen schuf“, führte Adam aus.

„Und er erschuf Snaksor, das Schwert des Bösen“, ergänzte Teela.

„Richtig. He-Man hatte das Schwert zerstört, aber damit machte er es zum Schlüssel für das Grab Serpentions.“

„Lass mich raten. Das Grab war hier auf Etheria, hier in dieser Katakombe.“

„Richtig“, nickte Zodac auf Adams schnelle Auffassungsgabe. „Skeletor war mit Hiss und Evil-Lyn hier unten, und sie haben versucht Serpention wieder aufzuwecken. Aber etwas ist schiefgegangen. Serpention brauchte mehr Macht zur Wiedererweckung als Skeletor geplant hatte.“

„Serpention hat Skeletors gesamte böse Kraft absorbiert, also seinen bösen Geist, der Keldor zu Skeletor machte.“ Adam verstand.

„Richtig, und damit ist er mächtiger geworden, als es je ein Dämon im Universum war.
Keldor war ein normaler Mensch, als die dunkle Macht ihn umnebelte. Aber Serpention war ein dämonischer Schlangenmensch, der sich selbst zum Gott erhoben hatte. Seine Macht und die dunkle Macht von Grayskull zusammen machen ihn fast unbesiegbar. Er hat in den Höhlen unter dem Schlangenberg einen Zugang zur zeitlosen Dimension geöffnet, und die Schlangenmenschen aus Preternia befreit. Das Resultat habt ihr ja gesehen.“

„Und als er die gesamte böse Macht aus Skeletor abgezogen hatte,...“

„... verwandelte er sich zurück in das Wesen, dass er vorher war. In mich.“ Keldor hatte die ganze Zeit nur geschwiegen. Er konnte nicht glauben, was geschehen war. Er war der Herr des Bösen, der Meister der Unterwelt, und das alles durch seine Neugier.

„Dann bin ich also an allem Schuld? Oh, ich Verblendeter, wie konnte ich nur die Warnungen meines Vaters überhören. Hätte ich diesen verfluchten Schlangenberg doch nie betreten.“

„Keldor, wenn Du den Schlangenberg nicht betreten hättest und den bösen Geist empfangen hättest, wäre ein anderer das Opfer geworden“, versuchte Teela den Prinzen zu beruhigen.

„Hier steckst Du also!“ ertönte es plötzlich von hinten. Evil-Lyn, Tri-Klops und Beast-Man erschienen in der Katakombe. „Was tust Du hier? Kehre mit uns nach Eternia zurück. Wir wollen mit Serpention reden.“

„Dafür dürfte es bereits zu spät sein, Evil-Lyn. Eternia ist bereits im Würgegriff der Schlangenmenschen. Selbst ihr Dämonen des Bösen kommt nicht mehr an ihn heran“ versuchte Zodac zu erklären.

„Haha, das wollen wir doch erst mal sehen. Komm mit uns, Du bist einer von uns, Keldor!“

„Nein, niemals, ich werde nicht mit euch kommen. Ich bin kein Dämon. Und ich werde alles tun, um Eternia zu retten.“

„Du dummer Narr, dann bleib doch hier, aber mal sehen, wie Du Dich hier zurecht findest.“ Evil-Lyn grinste. Sie schoss einen Augenblitz auf Hordak und Mosquitor ab, der ihre Lähmung löste. Unter Stöhnen fielen sie auf den Boden.

„Viel Spaß mit Hordak. Haha!“ Evil-Lyn schwang ihren Mantel und verwandelte sich in eine Feuerkugel, die durch den Korridor nach oben verschwand. Beast-Man und Tri-Klops rannten ihr hinterher.

„Oh nein, nicht der auch noch! Und wir sind unbewaffnet.“

„Es ist Zeit zu gehen.“ Zodac machte eine Handbewegung. Vor ihnen bauten sich zwei Dimensionstore auf.

„Warum zwei?“ fragte Teela.

„Teela und Keldor, ihr geht durch das rechte Tor. Es wird euch zu euren Freunden bringen, die sich nach Avion zurückgezogen haben.“

„Und Adam?“ fragte Teela besorgniserregt.

„Prinz Adam hat eine besondere Aufgabe. Nun geht, Teela und Keldor. Aber Teela, verrate niemanden das Geheimnis von Keldor.“

Teela nickte. Obwohl sie es nicht billigte, den Prinzen alleine zu lassen, folgte sie der Aufforderung Zodacs. Teela nahm Abschied von Adam und verließ mit Keldor die Fright Zone durch das Tor, das sich unmittelbar nach ihnen Schloss. Bevor Keldor durch das Tor schritt, nickte er seinem Neffen zu und drückte ihm die Hand.

„Wohin führt das andere Tor, Zodac?“ fragte der Adam.

„Es bringt Dich zu dem einzigen Ort, wo Du hingehörst“, ertönte die Stimme des kosmischen Magiers von allen Seiten. Während der Verabschiedung war Zodac verschwunden.

Adam zögerte nicht. Hinter sich sah er Mosquitor sich aufrichten und auf sich zustürzen. Mit einem Hechtsprung glitt er ins Tor, das sich sofort hinter ihm versiegelte.

Prinz Adam glitt durch den Raum. Es war nur eine kurze Reise, als ihn der Wirbel wieder in den normalen Raum zurückbrachte. Er sah sich um. Zodac hatte ihn nach Castle Grayskull gebracht.

Adam verschwendete keine Zeit. Er zog das magische Schwert von Grayskull und sprach die magischen Worte:

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!!!“

Unter den gewohnten Blitzen verwandelte sich der Prinz in He-Man, den stärksten Mann des Universums.

He-Man sah sich um nach der Zauberin. Er fand sie nach kurzem Suchen in ihrem Gemach. Sie lag wie leblos da, und ihr Körper schien fast transparent.

„Zauberin, bei allen Göttern von Eternia.“ He-Man berührte die Zauberin, doch er konnte sie nicht erfassen. Er griff einfach durch sie hindurch. He-Man erschrak.

„He-Man“, hörte der Gigant plötzlich flüstern. „Zauberin!“ antwortete He-Man.

„He-Man, Serpention verbannt mich mit der dunklen Macht von Grayskull aus diesem Universum. Ich kann nicht widerstehen. Gleich bin ich nicht mehr existent“, stöhnte die Zauberin. Ihr Körper wurde immer durchsichtiger.

„Zauberin, wie können wir Serpentions Macht Einhalt gebieten? Wenn wir nichts tun, ist Eternia verloren.

„Im Moment kannst Du gegen ihn selbst Nichts tun. He-Man, wenn ich verschwinde, ist Grayskull ohne Wächter und seine Macht ist verwundbar. Ich kann mich nicht mehr lange in dieser Dimension halten. Die gute Macht von Grayskull darf der bösen Macht nicht in die Hände fallen, es wäre das Ende des Universums. Du musst, ahhhhhhhhh,...“ Die Zauberin stöhnte auf.

„Zauberin!!!“ rief He-Man.

„Du musst den Rat der Alten erwecken und seine Macht in Sicherheit bringen. Beeile Dichhhhhhhhhhh.......“ Die Stimme der Zauberin wurde immer heller, bis nur noch ein Pfeifen zu hören war, das schnell verstummte. Die Zauberin von Grayskull war verschwunden, He-Man war allein.


Zur selben Zeit feierten die Schlangenmenschen ihren ersten Sieg. Eternis war binnen weniger Stunden erobert, der Königspalast zerstört. Die verbliebenen Häuser wurden unter Grölen der Schlangenmonster zerstört. Serpention und King Hiss wohnten diesem Treiben zufrieden bei. Eternis war erst der Anfang, bald würde der ganze Planet in ihren Händen sein, einschließlich Castle Grayskull und den Schicksalstürmen von Eternia.

Plötzlich zuckte Serpention zusammen und stöhnte auf. „Was habt ihr, Meister?“ fragte Hiss besorgt.

„Aaaaahhh“, stöhnte Serpention wohlig. „Die Zauberin von Castle Grayskull ist besiegt, das Schloss verwaist. Jetzt kann ich mir die Macht von Castle Grayskull holen. Hiss, sammel ein paar Männer zusammen. Wir greifen Castle Grayskull an!“

Die Augen von King Hiss funkelten auf. Sofort machte er sich auf die Suche. Freiwillige zu finden war nicht schwer, alle wollten dabei sein, wenn die Festung fällt, und Serpention die Macht von Grayskull in sich aufnahm.


He-Man rannte durch das Gemäuer. Ohne die Zauberin kam ihm das Schloss so leer vor. Er musste den Rat der Alten finden. Aber wo mochten He-Ro und Zodac vor tausend Jahren die schlafenden Körper untergebracht haben? Und wie konnte er die Schläfer wecken? Und was war, wenn Serpention das Schloss angriff, und er die Schläfer nicht gefunden hatte? Fragen über Fragen, und keine Antworten.

Die Hoffnungen eines ganzen Planeten ruhten auf He-Mans Schultern. Versagte er, war Eternia für alle Zeiten verloren.


to be continued....


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