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  • 23.09.2018, 05:36:20

Autor Thema: Legends of Preternia 3: Birth of the Future  (Gelesen 521 mal)

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Offline ClampChamp

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Legends of Preternia 3: Birth of the Future
« am: 25.08.2013, 12:30:00 »
Und hier nut Teil 3 der Legends of Preternia:

Zodac, Teela und Man-At-Arms schlichen durch die Dunkelheit. Obwohl sie nun schon seit mehreren Stunden unterwegs waren, befanden sie sich immer noch im Gebiet der Schlangenmenschen. Immer wieder mussten sie sich verstecken, weil Schlangenkrieger auf Patrouille waren, und ihren Weg kreuzten. Daher kamen sie nur sehr langsam voran. Immer wieder drehte sich Teela um und schaute nach He-Man, ob er ihnen folgte. Doch solange sie sich auch umsah, sie konnte He-Man nicht erblicken. Mit besorgtem Gesichtsausdruck wandte sie sich an ihren Vater.

„Vater, wo bleibt He-Man nur? Warum folgt er uns nicht? Ob er...?“

Man-At-Arms, in allen Lebenslagen eigentlich der kühle und überlegte Stratege, konnte sich auch nicht erklären, wo He-Man bleibt. Auch er machte sich Sorgen, versuchte aber so weit es möglich war, seine Sorgen zu verbergen.

„Ich weiß es nicht. Aber zuerst müssen wir uns um uns selbst kümmern. Wir sind immer noch tief im Gebiet der Schlangenmenschen. Kaum zu glauben, wieviel von Eternia sie schon unter ihre Kontrolle gebracht haben. Ich erkenne einige dieser Orte wieder, aber in unserer Zeit sind es Ortes des Friedens. Ich glaube, wir können fast froh sein, es in der Zukunft nur mit Skeletor und Hordak zu tun zu haben.“

Zodac wandte sich um, als Man-At-Arms seinen Satz beendet hatte. „Hordak?“ flüsterte er, „ihr kennt Hordak?“

„In unserer Zeit ist Hordak der Anführer der Wilden Horde. Na ja, Hordes Prime zieht natürlich im Hintergrund die Fäden, aber Hordak bereitet uns oft große Sorgen mit seinen Angriffen auf Eternia. Aber woher kennst Du Hordak?“ fragte Teela.

„Hordak war einmal ein Mitglied des Council of Eldors. Er besaß große Macht. Er hat mitgeholfen, die Schicksalstürme von Eternia zu errichten. Doch dann wollte er die ganze Macht des Rates an sich reißen. Hordes Prime hat ihn dazu animiert. Es hat nicht viel gefehlt, und er hätte sein Ziel erreicht. Doch der Rat durchkreuzte seine Pläne, nahm Hordak seine Macht und verbannte ihn. Er ist jetzt ein Krieger von Hordes Prime. Und er... still!“ Zodac duckte sich. Auch Man-At-Arms und Teela senkten ihre Köpfe. Eine Gruppe von Schlangenmenschen marschierte vorbei, einer furchterregender als der andere, und schwer bewaffnet. Teela wandte sich ab. Sie konnte diese schleimigen Kreaturen nicht mehr ansehen. Als sie nach unten sah, bemerkte sie eine Kobra, die sich um ihre Beine schlängelte und drohend mit der gespalteten Zunge zischte. Teela wollte gerade den Mund öffnen und losschreien. Sie wusste, dass dies sie und ihre Freunde verraten würde, aber ein innerer Ekel ließ ihr nur die Chance zu schreien. Gerade als sie loskreischen wollte, legte sich eine Hand von hinten auf ihren Mund und verhinderte, dass auch nur ein Laut aus ihrem Mund kam.


Unterdessen, im Snake Mountain

He-Man erwachte langsam aus seiner Ohnmacht. Er versuchte sich zu orientieren. Doch es fiel ihm schwer. Er richtete sich auf, und erkannte, daß er in einer Gitterzelle war. Ein Schlangenmensch, der He-Mans Schlaf überwacht hatte, lief hinaus.

He-Man stand auf. Ihm wurde wieder schwindelig, also setzte er sich wieder. Sein Kopf schmerzte. Er erinnerte sich: Skeletor, die Zeitreise, Rags Raptor, das Schwert. Das Schwert! Es hatte ihn im Flug gestreift. Er blickte auf die Wunde an seinem Arm. Sie war während seiner Ohnmacht größer geworden. He-Man berührte die Wunde kurz, zog aber sofort mit schmerzverzerrtem Gesicht die Hand zurück. Die Wunde brannte wie Feuer. Grüner Eiter floss heraus. Die Saat des Bösen breitete sich in seinem Körper aus. Die Sorceress von Grayskull hatte ihn vor dem Schwert gewarnt, gemahnt, es nicht zu berühren.

„Oho, Du bist also endlich aufgewacht.“ He-Man wandte sich in die Richtung aus der die Stimme kam. Es war Skeletor. Alarmiert von der Wache war er gekommen, um sich an He-Mans Schicksal zu erfreuen. In der Hand hielt er He-Mans Zauberschwert. Siegessicher betrachtete es der Herr der Finsternis aus seinen toten Augen.

„Welche Ironie. Jahrelang habe ich vergeblich versucht, dieses Schwert in die Finger zu bekommen, und jetzt, wo ich es habe, ist es wertlos. Castle Grayskull existiert noch nicht, die Macht der Alten ist noch nicht auf die Burg übertragen. Damit besitzt auch dieses Schwert keine Macht.“ Skeletor grinste. Er genoss es sichtlich, dass He-Man Schmerzen hatte.

„Skeletor, Du wirst niemals siegen. Nicht solange ich lebe.“ He-Mans Stimme war geprägt von Anstrengung. Es fiel ihm wohl sehr schwer, klar zu sprechen.

„Damit ist es bald vorbei, He-Man. Dein Leben, Deine lächerliche Existenz ist bald zuende, Du wirst schon sehen.“ Skeletor trat einen Schritt weiter auf das Gitter zu.

„Hast Du es denn noch nicht bemerkt? Sieh Dich doch an. Du wirst zu einem Schlangenmenschen. Das Schwert hat Dich verletzt, und damit bist Du mit dem bösen Geist des Schwertes infiziert worden. Du wirst zu einem Dämon, einem Schlangenkrieger. Ein neuer Soldat für King Hiss. Finde Dich damit ab, He-Man, Du hast verloren. Mein Ziel war es immer nur, Dich zu töten. Aber jetzt wirst Du zu dem, was Du immer bekämpft hast, einem Kämpfer für das Böse. Das ist fast genau das gleiche wie der Tod für Dich.“ Skeletor grinste.

In He-Man bauten sich seine letzten Kraftreserven auf. Er sprang auf und stürmte gegen das Gitter. Skeletor wich erschrocken zurück.

„Niemals, niemals  werde ich so etwas wie Du. Lieber sterbe ich, als dass ich ein Dämon werde.“

„Das wirst Du, He-Man, das wirst Du“ lachte Skeletor. „Ich muss jetzt gehen. King Hiss plant den großen Angriff auf den Königspalast und die Schicksalstürme von Eternia. Ich werde ihm dabei helfen. Auch wenn Snaksor fort ist, bin ich jetzt King Hiss` wichtigste Waffe im Kampf um die Macht. Ich werde bald noch mal nach Dir sehen. Dann kannst Du mich ja noch mal angreifen, wenn Du willst. Das heißt, wenn Du es dann noch willst. HARR HARR !“ Skeletor lachte laut auf.

„Skeletor, warte!“ He-Man rüttelte mit letzter Kraft am Gitter. Doch der Herr des Bösen war gegangen. Er hatte He-Mans Zauberschwert in eine Ecke geworfen. He-Man sah es an. Doch was würde es ihm nützen? Skeletor war noch nicht besiegt, also war seine Zeit, die er kannte immer noch nicht wiederhergestellt. Erst wenn Skeletor besiegt war, konnte er wieder auf die Macht von Castle Grayskull bauen. He-Man legte sich wieder auf seine Pritsche. Er wurde auf einmal so müde. Wenige Augenblicke später fiel er in einen tiefen Schlaf.


Teela blickte sich um. Sie vermutete, daß sich ein schleimiger Krieger von hinten genähert hatte und sie nun verschleppen wollte. Doch stattdessen blickte sie in das freundliche Gesicht eines jungen Mannes, der die gefährliche Schlange mit einem Stock vertrieb. Auch Man-At-Arms und Zodac bemerkten die Ankunft des Fremden. Zodac Augen glänzten auf, als er erkannte, wer da gekommen war.

„He-Ro!“ entfuhr es ihm leise, da ja immer noch Schlangenkrieger in der Nähe waren. Hastig umarmte er den Freund.

„Zodac, ich dachte Du wärst tot. Ich bin froh Dich zu sehen.“ He-Ro klopfte Zodac auf die Schulter. „Wie ich sehen kann, bist Du aus dem Schlangenberg geflohen. Das haben bisher nicht viele geschafft. Aber stell mir Deine Freunde erst einmal vor.“

Zodac stellte seinem Freund den Waffenmeister und dessen Tochter vor. Mit Erstaunen hörte er, dass sie aus der Zukunft kamen und eine Veränderung der Zeitlinie verhindern wollten.

„Und He-Man wollte Skeletor daran hindern, sich des Schwertes zu bemächtigen. Seitdem wissen wir nichts mehr von ihm. Vielleicht ist er gefangen genommen worden, oder sogar..“ Teela wagte den Gedanken kaum weiterzudenken.

„Teela, jetzt überstürze nichts. Solange wir nichts genaues wissen, helfen uns Spekulationen nicht weiter“, versuchte Man-At-Arms Teela zu beruhigen.

„Dein Vater hat recht, Teela. Aber wir haben im Moment andere Sorgen als euren Freund. Wenn Rags Raptor wirklich fort ist, und General Hiss die Macht übernommen hat, müssen wir handeln. Hiss ist Soldat, d.h. er wird angreifen und zwar schnell. Wir müssen sofort nach Eternis und den Rat zusammenrufen, ehe es zu spät ist. Wir dürfen keine Zeit verlieren.“ He-Ro mahnte zur Eile an.
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„Am schnellsten kommen wir nach Eternis durch die Schlucht der Verdammten.“ He-Ro blickte Zodac an. Und er hatte richtig vermutet. Kaum hatte He-Ro die Schlucht erwähnt, als Zodac ihn entgeistert ansah.

„Die Schlucht der Verdammten? Bist Du noch bei Sinnen, He-Ro? Du weißt doch, wer in der Schlucht lebt.“

„Ja, das weiß ich. Wir werden sehr leise sein müssen. Aber es ist der kürzeste Weg nach Eternis, und wir müssen kaum durch das Gebiet der Schlangenmenschen. Weil auch sie ihn fürchten.“

„Dafür hat er die Kraft von tausend Schlangenmenschen, He-Ro. Aber ich vertraue dir, wenn Du glaubst, wir schaffen es, dann lasst es uns versuchen.“

„Würde uns mal jemand aufklären, wer er ist? Und warum ist er eine so große Gefahr?“ Teela mochte diese Ratespiele nicht. Der Geist von Grayskull sprach meistens auch nur in dieser Art. Aber der Geist von Grayskull existierte noch nicht. Ebenso Fisto, Snout Spout, Ram-Man und all die anderen Freunde. Teela rann eine Träne über die Wange.

„Das werdet ihr sehen, wenn wir da sind. Wir müssen los. Es werden noch Stunden vergehen, bis wir Eternis erreichen.“ Die kleine Gruppe zog sich ins Unterholz zurück und machte sich auf den Weg zur Schlucht der Verdammten und damit ihrem Schicksal entgegen.


Im Königspalast von Eternis

Unlängst hatten die Spione des Königs und des Rates gemeldet, dass Rags Raptor, der König der Schlangenmenschen, von seinem obersten Feldherrn General Hiss entthront und abgesetzt worden war. Große Sorge machte sich breit. Aus den umliegenden Dörfern zogen Flüchtlingskolonnen in die Stadt, da die Menschen sicher waren, dass die Schlangenmenschen nun zum großen Angriff riefen, und auf ihrem Weg zum Königspalast würden sie kein Stein auf dem anderen lassen. Hinter den großen Stadtmauern waren ihre Chancen viel besser, von den Schlangenarmeen verschont zu bleiben. Soldaten des Königs waren eifrig damit beschäftigt, Quartiere und Notlager für die Flüchtenden einzurichten. Alle Bewohner der Stadt waren angehalten worden, Verwandte und Bekannt, die in die Stadt strömten bei sich aufzunehmen.

In der Kommandozentrale des Palastes waren Lord Grayskull, Lord Talon, König Kanes und General Goter in einer Lagebesprechung.

„Da, schon wieder zwei Truppentransporter in den Mystic Mountains gelandet. Schon der fünfte seit heute morgen“, erklärte General Goter zwei leuchtende Punkte auf einem Display.

„Hiss macht keine halben Sachen. Aus der ganzen Galaxie ruft er seine Armeen nach Eternia. Wenn er Eternis überrannt hat und sich die Macht des Rates angeeignet hat, herrscht er ohnehin über das Universum. Dann braucht er seine anderen eroberten Welten nicht mehr.“ Lord Talon wirkte nachdenklich. Unter Rags Raptor war die Lage nicht so ernst gewesen, und das obwohl er Snaksor gehabt hat.

„Ist der Rat einberufen worden, Lord Talon?“ fragte König Kanes.

„Ja, mein König. Wir haben fast alle Mitglieder erreicht. Sie sind auf dem Weg hierher.“

„Was heißt fast alle, Lord Talon? Wen haben wir denn nicht erreicht?“ Lord Grayskull  wusste, dass zur Abwehr der Schlangenmenschen der gesamte Rat mithelfen musste.

„Wir haben Lord Sarras und He-Ro nicht auffinden können. He-Ro war auf dem Weg nach Avion, um Kontakt mit den Vogelmenschen aufzunehmen, und sie um Hilfe gegen die Schlangenmenschen zu bitten. Seitdem haben wir keinen Kontakt mehr mit ihm gehabt.“
„Über Lord Sarras brauchen wir nicht nachdenken. Er ist der kosmische Magier, der Beherrscher des Kosmos. Wie ich ihn kenne, wird er als letztes erscheinen“, tönte es von hinten. Die vier Männer drehten sich um. In der Tür stand Eldor, Großmeister der Magie und Vorsitzender des Councils. In den Händen trug er das Buch der Weisheit, das älteste Zauberbuch auf Eternia, das die größten Geheimnisse des Universums enthält.

„Lord Eldor“, verbeugten sich Grayskull und Talon. Auch King Kanes und General Goter verneigten sich.

„Lassen Sie doch das Lord weg. Ich mag diese Titel nicht, das wissen Sie doch. Also, wie ist die Lage?“ fragte Eldor.

Nachdem sich Eldor die Lage um Eternis angehört hatte, wurde er nachdenklich. Er schritt in der Kommandozentrale auf und ab. Gedankenverloren blickte er zum Fenster hinaus. In der Ferne konnte er die Spitze des Löwenturmes sehen. Er wandte sich um.

„So wie es scheint, sind wir nicht in der Lage den Königspalast mit dem Rat, die Stadt Eternis mit den Flüchtlingen und die Schicksalstürme gleichzeitig gegen die Schlangenmenschen zu verteidigen. Ich schlage daher vor, wir entfernen eine Variable aus der Gleichung. Wenn der Rat zusammengerufen ist, soll er sich bei dem Löwenturm versammeln. Spätestens morgen Mittag muss dies geschehen.“

„Lord Eldor, seid Ihr sicher, dass es in diesen Zeiten richtig ist, den Rat zum Löwenturm zu bringen. Was ist, wenn uns die Schlangenmenschen dort bereits erwarten?“ fragte Lord Grayskull besorgniserregt.

„King Hiss wird kaum mit allen seinen Leuten gegen den Löwenturm marschieren. Und wenn, dann ist es ihr Untergang. Die Macht des Rates und die Macht es Turmes werden sie vernichten. Befolgt nun meine Befehle. Morgen Mittag muss der Rat zusammenkommen. Und sucht He-Ro, wir brauchen ihn.“ Eldor verschwand wieder.

„Aber wo sollen wir ihn nur suchen?“ fragte General Goter, und blickte in die leeren Gesichter der anderen.


In den Mystic Mountains

„Seid jetzt ganz leise“ mahnte He-Ro seine Begleiter an. „Da unten ist die Schlucht. Wenn wir zu laut sind, wird er wach, und dann wird es sehr unangenehm.“

„Wer ist denn er?“ flüsterte Teela, worauf sie von Zodac nur ein „Sshhttt“ als Antwort bekam.

Vorsichtig, einen Schritt vor dem anderen setzend, kletterten die Vier am Rand der Schlucht entlang. Man-At-Arms riskierte einen Blick in die Schlucht, konnte aber nichts erkennen. Teela hingegen blickte sich immer wieder um, darauf hoffend, daß He-Man ihnen endlich folgen würde. Und da geschah es. Teela übersah einen Stein auf ihrem Weg. Sie trat dagegen und der Stein fiel in die Schlucht. Mit großen Augen sahen He-Ro, Zodac und ihr Vater sie an. Der Stein schlug auf seinem Weg nach unten mehrmals an der Wand auf und krachte mit einem großen Knall auf dem Boden der Schlucht.

Für einen Moment war es still. Doch dann erzitterte die Erde. Ein gewaltiges Brüllen aus dem Grund der Schlucht lies die kleine Gruppe zusammenzucken. Teela verlor dabei den Halt und drohte in die Schlucht zu stürzten. „Aaaaaahhhh, Hilfe, Vater!!!“ schrie sie. Man-At-Arms konnte sie gerade noch fassen und festhalten. Doch da ertönte wieder das grauenhafte Brüllen.

„OAAARRRRGGGGHHHHH, WER WAGT ES EINZUDRINGEN IN DAS REICH MEGATORS?“

Plötzlich schoss ein riesiger Kopf von unten nach oben. Giftgrüne Haut und pechschwarze Haare charakterisierten diesen Zeitgenossen als nicht gerade freundlich. Mit einem grimmigen Gesichtsausdruck blickte er die vier Eindringlinge an. Aus seinen Mundwinkeln sabberte gelber Geifer heraus. Dabei machte er grunzende und schnalzende Geräusche.

„Verdammt, das hätte ich mir gerne erspart“, entkam es He-Ro. Er griff hinter sich und zog einen merkwürdigen Stab aus seinem Rückenholster. Der Druck auf einem Knopf lies den Stab aufklappen. Teela erinnerte dieser Stab stark an einen Kronleuchter.
„Zurück Megator, zurück. Du kennst diesen Stab. Und das, was er mit Dir anstellt.“ Drohend hielt He-Ro den leuchtenden Stab auf Megator, während er seinen Freunden ein Zeichen gab, den Rand der Schlucht weiter zu erklimmen.

„GRAAAAAAARRRRRRRRR, HE-RO“ brüllte das grüne Monster, „HE-RO, ICH ERKENNE DICH. ICH MUSS DICH TÖTEN. OAAAAAAARRRRRRRRGHHHHHHHHHHH.“ Wieder brüllte das Ungetüm. Doch es griff nicht an. Anscheinend hatte es schon einmal Bekanntschaft mit dem Stab gemacht, vermutete Man-At-Arms. Er sprach Zodac darauf an. Dieser erklärte ihm hastig, daß dies ein magischer Stab ist, den He-Ro von Eldor bekommen hat. Der Stab besitzt magische Kräfte, funktioniere aber nur bei Sonnenlicht. Man-At-Arms blickte zum Himmel. „Verdammt!“ entfuhr es ihm.

Auch Zodac blickte nach oben. Von Westen nährte sich eine Wolke der Sonne und drohte sie zu verdecken.

„He-Ro, beeile Dich!“ rief Zodac dem Freund hinterher. Dieser stand immer noch mit dem auf Megator gerichteten Stab am Rand der Schlucht. Jeden Schritt seinerseits beantworte Megator mit einer Bewegung in He-Ros Richtung.

„Seht zu, dass ihr aus der Schlucht kommt. Macht euch um mich keine Sorgen.“ Auch er hatte die riesige Wolke am Himmel gesehen, und wusste, dass sein Stab in wenigen Augenblicken den Dienst versagen würde.

Zodac, Man-At-Arms und Teela beeilten sich. Und nach einer Ewigkeit konnte He-Ro seine Freunde in Sicherheit sehen. Kurz bevor die Wolke die Sonne endgültig verdunkelte, und das Leuchten des Stabes verblasste, schoss He-Ro einen Strahl aus seinen Stab direkt auf Megators Auge, der sich ihm bis auf wenige Meter genähert hatte.

Das Monster jaulte auf, He-Ro hastete los. Die Klippe war sehr schmal, er mußte aufpassen wohin er trat. Er blickte kurz zurück. Megator rieb sich sein Auge, konnte aber bereits wieder sehen. Er stürmte He-Ro hinterher. Doch Megator war klar im Vorteil. Während He-Ro auf einem schmalen Grat unterwegs war, konnte Megator durch die breite Schlucht stampfen. Und seine langen Beine trugen den Rest dazu bei, dass Megator He-Ro schnell eingeholt hatte. Seine riesige Hand holte aus um den lästigen Zauberer im Lauf zu zerquetschen. He-Ro sah auf, und die riesige grüne Pranke sauste auf ihn zu. Teela schrie auf.  Auch Zodac und Man-At-Arms sahen mit stockendem Atem auf das Geschehen in der Schlucht. He-Ro war verloren. Nichts konnte ihn mehr retten.


Im Snake Mountain

He-Man erwachte aus seinem unruhigem Schlaf. Er hatte von Monstern geträumt, schrecklichen Gestalten. Zwischendurch offenbarten sich ihm Bilder von Personen die er glaubte zu kennen, die er aber nicht zuordnen konnte. Ihm taten alle Glieder weh. Er stöhnte beim aufstehen. Er hielt sich den Kopf.

„Denk an Teela, denk an Grayskull, denk an...“ sagte er sich selbst vor. Aber er konnte mit diesen Begriffen nichts anfangen. Wer war Teela? Wer oder was war Grayskull? He-Man fühlte nur eins. Boshaftigkeit. Pure, gemeine Boshaftigkeit. Aber in ihm war immer noch ein Teil, der sich dagegen sträubte, Böses zu tun. Und diese beiden Seiten in ihm bekämpften sich und bereiteten ihm Schmerzen.

„Siehst Du, was hab ich Dir gesagt, Hiss. Er wird zu einem Schlangenmenschen.“ He-Man blickte auf. Hinter dem Gitter standen King Hiss, Skeletor und zwei weitere Schlangenmenschen. Es waren Rattlor und Tung Lashor.

„Du sollst mich nicht Hiss nennen, Schädelgesicht. Ich bin der König der Schlangenmenschen, der Herr allen Bösen hier auf Eternia. Auch wenn Du in der Zukunft der Meister des Bösen bist, hier bist Du es nicht. Also hast Du Dich unterzuordnen.“  King Hiss warf Skeletor einen verachtenden Blick zu. Der neue König der Schlangenmenschen wußte, daß er Skeletor brauchte, um Eternis zu erobern, aber er wollte gleich von Anfang an die Rollen festlegen. Skeletor sah King Hiss kurz an, erwiderte aber nichts darauf.

He-Man stöhnte auf. „Niemals werde ich zu einer Schlangenkreatur. Ich werde kämpfen, ich, ich...“, He-Man fühlte schon wieder diese starken Schmerzen. Aber er kämpfte dagegen an. Er durfte sich nicht unterkriegen lassen. Doch es war zu spät. Wie ein nasser Sack fiel er erneut zu Boden.

„Das ist also dein ärgster Feind aus der Zukunft. Bald wird er Dein bester Freund sein, Skeletor. Morgen um diese Zeit ist er einer von uns. So, meine Schlangenarmeen sind nun vollzählig. Der letzte Transporter ist angekommen. Nun kann die Eroberung von Eternia beginnen. Der Rat der Alten muss ausgelöscht werden.“

King Hiss wandte sich an Rattlor und Tung Lashor. „Für euch habe ich eine besondere Aufgabe. Ihr bleibt hier und überwacht die Verwandlung. Wenn er durch und durch ein Schlangenmensch geworden ist, folgt ihr uns. Alle meine Krieger sollen dabei sein, wenn der Königspalast gestürmt wird.“ Skeletor und King Hiss verschwanden, um die Truppen in den Kampf zu führen.

„Oh Mann, jetzt müssen wir auch noch auf diesen Kerl aufpassen. Ich will kämpfen. Ich will alle mit meinem Schlafschleim betäuben.“ Tung Lashor grinste hämisch bei diesem Gedanken. Er rieb sich seine Hände mit den Glubschfingern und ließ seine Zunge herausfallen.

„Beruhige Dich, unsere Zeit wird kommen, Tung.“ Rattlors Antwort war kurz. Aber auch ihm juckte es in den Fingern, endlich anzugreifen. Aber weder Tung Lashor noch Rattlor wären je auf die Idee gekommen, einen Befehl ihres Königs zu missachten. Deshalb warteten sie ab.



Megator, der giftgrüne Riese aus der Schlucht, sah sich am Ziel. Endlich konnte er He-Ro töten, und damit seine Rachegelüste befriedigen. Mit unheimlicher Kraft jagte er seine Pranke nach vorn, bereit, den machtlosen Zauberer zu töten. Doch da flog etwas dicht an seiner Hand entlang, packte He-Ro und zog ihn aus Megators Reichweite. Megators Hand knallte auf blanken Fels auf. Der grüne Riese fluchte laut auf und stampfte wild mit einem Fuß auf.

„NEIN, NIEMAND ENTKOMMT MEGATOR!!! HE-RO!!! HEEE-RROOO!!!!!!“ Megator war außer sich vor Zorn und Enttäuschung. Außerdem tat seine Hand furchtbar weh, weil seine Pranke hart auf dem Fels eingeschlagen war.

He-Ro öffnete langsam die Augen und blickte in ein bekanntes, freundlich lächelndes Gesicht.

„Na, da bin ich ja gerade noch rechtzeitig gekommen, oder?“ sprach der geflügelte Mann.

„Atmos, der Herr der Vogelmenschen. Du hast mir das Leben gerettet. Ich danke Dir.“ He-Ro atmete erleichtert aus. Der Vogelmensch trug He-Ro auf seinen geflügelten Armen und landete sicher mit ihm bei Zodac und den anderen. Überschwänglich umarmte Teela den geretteten Freund.

„He-Ro, ich bin Dir gefolgt, um Dir mitzuteilen, daß ich und mein Volk euch dabei helfen wollen, Eternis gegen den Clan of Viper zu unterstützen. Auch wir haben schon viel Leid durch diese schleimigen Kreaturen erfahren müssen, auch wenn es ihnen bisher nicht gelungen ist, Avion einzunehmen.“

„Ich danke Dir, Atmos. Aber wir werden eure Hilfe bald brauchen. Rags Raptor ist nicht mehr der König, sondern General Hiss. Und er wird angreifen. Schon sehr bald. Rufe deshalb Deine Männer und komm zum Palast nach Eternis. Wir gehen auch dorthin. Eile Dich, mein Freund.“

„Gut. Ich beeile mich. Viel Glück, He-Ro!“ Atmos stieß sich vom Boden ab und flog zurück nach Avion.

„Atmos ist ein treuer Freund. Aber wir haben etwas Zeit verloren. Kommt Freunde, wir haben noch eine lange Strecke zu bewältigen.“ Teela erinnerte sich, daßssStratos einmal von seinem Großvater Atmos erzählt hatte.

Die kleine Gruppe war wieder auf dem Weg zum Palast. Nachdem sie die ganze Nacht durchgelaufen sind, erreichten sie schließlich die Stadttore von Eternis. Ohne große Mühe traten sie hinein, war He-Ro doch den Soldaten als Mitglied des Councils kein Unbekannter.

Im Hof des Schlosses trafen sie auf General Goter, der sich für die Schlacht rüstete. Er sattelte gerade einen Flugsaurier.

„He-Ro, endlich, man erwartet Euch schon. Und wie ich sehe, sind unsere Besucher aus der Zukunft auch wieder da. Aber wo ist der blonde Krieger?“ Goter blickte sich nach He-Man um.

„General, wir haben keine Zeit für Erklärungen. Wo ist der Rat? Wir müssen sofort etwas gegen die Schlangenmenschen unternehmen.“

„Ja, sie sind bereits auf dem Vormarsch. Sie nähern sich von Süden dem Palast. He-Ro, der Rat ist beim Löwenturm. Eldor hat ihn dorthin befohlen. Beeile Dich, Du musst auch sofort dahin. Hier, nimm meinen Turbodactyl, der wird Dich zum Turm bringen.“ General Goter gab He-Ro die Zügel in die Hand.

Rasch bestiegen He-Ro, Man-At-Arms, Teela und Zodac den Saurier. Dieser hob unter Gekreische ab und flog in Richtung des Löwenturmes. „Ich hoffe, wir kommen nicht zu spät“, sagte He-Ro leise.



„Schneller, wir müssen schneller vorwärtskommen“ Skeletor, der zusammen mit King Hiss, auf dem riesigen gepanzerten Kommandowagen, stand, wurde langsam nervös. „Beruhige Dich, Skeletor, beruhige Dich. Sieh dich um. Niemals zuvor war eine derartige Schlangenarmee zusammengekommen um einen Planeten zu erobern. Auch die Macht des Rates kann uns nicht aufhalten. Außerdem wird der Rat zum größten Teil Deine Aufgabe sein, wie Du es mir versprochen hast.“

„Ich weiß, was ich gesagt habe. Meine Magie wird der Macht des Rates widerstehen. Aber was uns fehlt ist Zeit. Wir sollten uns beeilen, King Hiss.“

„Nun gut, wenn Du das meinst.“ King Hiss setzte sich einen Helm auf, der über ein Kabel mit einer riesigen Gedankenkugel verbunden war. Diese Gedankenkugel verstärkte King Hiss Gedankenströme so, daß jeder Schlangenkrieger sie empfangen konnte. So konnte er schnell und problemlos seine Befehle an seine Krieger weitergeben. Kaum hatte er den Befehl gedacht, wurde die Militärmaschinerie der Schlangenmonster schneller.

„Zufrieden?“ fragte King Hiss Skeletor und grinste hämisch dabei. „Etwas, aber ich werde schon mal zum Löwenturm fliegen. Wozu hast Du mir sonst die Wings of Destruction gegeben?“ Skeletor zog sich die Rüstung mit den riesigen Schwingen über.

„Was willst Du beim Löwenturm? Wir greifen Eternis an, um den Rat zu zerschlagen. Der Löwenturm wird uns dann eh gehören.“

„Ich fliege zum Löwenturm, und wenn Du klug bist, schickst Du mir ein paar Schlangenkrieger hinterher.“ Skeletor breitete die Schwingen aus und flog davon.

King Hiss wurde unruhig. Was hatte des Skelettgesicht vor? Er kam aus der Zukunft. Wusste Skeletor mehr, als er gesagt hat? King Hiss traute ihm nicht. Wieder nahm der König der Schlangenmenschen den Helm und schickte einen Gedankenbefehl an seine Krieger. Ein paar Einheiten der Schlangenmenschen spalteten sich ab und schlugen eine andere Richtung ein. Sie zogen zum Löwenturm, während King Hiss mit seinen Männern weiter auf den Königspalast zog.



Lautlos glitt der Turbodactyl über die Ebene. Sie kamen schnell voran. Schon konnte Teela die Spitze des Löwenturmes sehen. „ Vater, schau nur“, wandte sie sich an ihren Vater, „der Turm sieht keinen Tag älter aus als bei uns.“

„Teela“, flüsterte Man-At-Arms zurück, „Du weißt doch, was den Legenden zufolge mit den Schicksalstürmen passiert ist.“ Teela nickt nur stumm zurück. Sie sah zum Turm. Am Portal des Turmes konnte sie eine Gruppe von ca. 20 Männern und Frauen ausmachen. Als sie den Turbodactyl herankommen sahen, winkten einige. He-Ro setzte zur Landung an.
„He-Ro, endlich. Wir dachten schon, Ihr wärt in eine Falle der Schlangenmenschen geraten. Gut, daß Ihr endlich da seid.“ Lord Grayskull und Lord Talon begrüßten den Freund.

Hastig stiegen He-Ro und seine Begleiter ab. „Derartige Gerüchte sind stark übertrieben. Was hat Eldor vor? Warum hat er den Rat hierher bestellt? Wenn uns die Schlangenkrieger hier erwischen, sind wir verloren.“ HE-RO sah sich nach Eldor um. „Wo ist er eigentlich?“

„Er ist im Löwenturm. Er hat noch niemandem gesagt, was er vor hat. Außerdem fehlt noch Lord Sarras, der kosmische...“ Lord Grayskull konnte nicht fortfahren. Unruhe machte sich unter den Ratsmitgliedern breit. Denn aus dem Himmel schoss eine brennende Kugel auf den Löwenturm zu. Die Kugel verlangsamte die Geschwindigkeit, und setzte vorsichtig auf dem Boden auf. Innerhalb eines Augenblickes verwandelte sich die Kugel in einen fliegenden Thron, auf dem ein alter Mann mit langem Bart saß, und der eine rote Rüstung trug. Man-At-Arms kannte diese Rüstung. Es war dieselbe, die Zodac in ihrer Zeit trug. Dies mußte Lord Sarras sein, der Beherrscher des Kosmos. Erhaben trat er auf Lord Grayskull und die anderen zu.

„Lord Sarras, wir haben Euch bereits erwartet.“ Die Lords verneigten sich. Neben Eldor war Sarras der mächtigste Magier des Rates, und der einzige, der nicht ständig auf Eternia weilte. Sarras war der Beherrscher des Kosmos, ihm waren daher besondere Aufgaben nahegelegt, die ihn nur selten gestatteten, nach Eternia zu kommen. „Ich bin noch rechtzeitig gekommen“, war seine kurze und knappe Antwort.

Teela sah den Magier an. Er musste schon uralt sein. Gerade als sie ihn ansprechen wollte, erschien Eldor am Portal des Löwenturmes. Alle Augen waren auf ihn gerichtet.

„Mitglieder des Rates. Die Schlangenmenschen haben ihren Angriff gestartet. Sie sind bereits auf dem Weg zum Königspalast. Auch hierhin ist eine Gruppe unterwegs. Wir selbst sind zu wenig, um den Königspalast und die Schicksalstürme, die das Gleichgewicht von Gut und Böse bilden, zu schützen. Daher bin ich zu dem Entschluss gekommen, die Schicksalstürme mit einem Bannspruch zu belegen, der den Schlangenmenschen nicht gestatten wird, die Türme zu betreten. Solange, bis sie vertrieben sind. Doch dazu müssen wir unsere Kräfte vereinigen. Es wird eine große Macht notwendig sein, aber wir können es schaffen.“ Eldor trat die Treppe des Turmes herunter.

„Ja, das müssen wir tun“ und „Wir haben keine andere Wahl“, hörte man aus den Reihen der Ratsmitglieder ertönen.

Eldor trat zu Sarras, He-Ro, Talon und Grayskull. „Lord Sarras, ich hoffe, Ihr seid mit diesem Plan einverstanden.“ Obwohl Eldor in seiner Eigenschaft als Ratsvorsitzender auf niemanden hören musste, war es ihm doch wichtig, was der Cosmic Enforcer meinte.

Sarras war kein Freund von vielen Worten und nickte nur stumm. Eldor wusste, daß Sarras über die magischen Spiegel der Zeit verfügt, und er gewiß hinein gesehen haben wird. Sarras wusste also, was Eldor vorhatte und dass er ihn dazu brauchte. Eldor verneigte sich kurz vor Sarras und rief die anderen Mitglieder zu sich. Alle, einschließlich He-Ro, nahmen Position im Halbkreis vor dem Portal.
Zodac, Teela und Man-At-Arms stellten sich etwas weiter entfernt vom Turm auf. Eldor hatte ihnen gesagt, dass sie eventuell den magischen Ring stören würden. Nun wurden sie Zeuge eines einmaligen Schauspiels.

Die Ratsmitglieder streckten ihre Hände dem Turm entgegen. Eine magische leuchtende Aura umgab sie dabei. In ihren Körpern mussten sich enorme Kräfte aufbauen. Die Aura wurde heller und gleißender. Man-At-Arms und Teela konnten ihren Blick nicht mehr auf den Turm richten, das Licht blendete sie. Zodac hingegen trug einen Helm mit Sichtschutz und konnte daher das ganze Schauspiel mit ansehen. Teela wandte sich um. Sie sah nach oben. In der Ferne sah sie etwas fliegendes schnell näherkommen. Sie kniff die Augen zusammen, um genauer zu erkennen, was es sein konnte.

„Vater, was ist das? Ein riesiger Vogel?“ Man-At-Arms blickte in die Richtung, in die Teela zeigte.  Langsam bekam das fliegende Objekt Konturen.

„Bei allen Göttern Eternias, das ist Skeletor. Wenn er den magischen Kreis des Rates sprengt, sind der Rat und wir verloren. Wir müssen etwas tun. Zodac!“ rief Man-At-Arms.
Zodac wandte sich um. Er hatte gar nicht mitbekommen, wie Teela und ihr Vater sich umgedreht hatten. Er blickte in die Richtung, in die Man-At-Arms zeigte. Er verstand. Skeletor flog direkt auf den Rat zu und wollte angreifen. Da er von den Dreien als einziger nicht von der Aura geblendet wurde, musste er handeln. Er rannte zum Rat. Währenddessen rannte Teela zum Turbodactyl, sie wollte Skeletor in der Luft abfangen. Doch sie konnte mit dem Saurier nicht umgehen. Jeder Befehl den sie gab, wurde von dem Tier nicht beachtet. Teela fluchte.

Währenddessen hatte sich Skeletor bis auf wenige hundert Meter dem Rat genähert. Zodac konnte ihn lachen hören. Er wechselte den Blick immer wieder zwischen dem Rat und Skeletor. Dann war es soweit. Skeletor schoss eine magische Entladung aus seinem Finger, der den magischen Ring zwischen den Ratsmitgliedern zerstören sollte. Zodac blickte sich um. Der Strahl würde genau in Lord Sarras eintreten. Er handelte und warf sich gegen den Lord. Dieser wurde unsanft aus dem magischen Kreis geworfen, und Zodac nahm seine Position ein. Im Flug bekam Zodac den Lord noch zu fassen. Zodac verkrampfte sich. Sarras magische Energie schoss in Zodacs Körper. Gleichzeitig traf ihn der Bannstrahl Skeletors. In Zodac schlugen daher gleichzeitig gute und böse Energien ein. Er schrie auf. Der magische Kreis des Rates wurde kurz durchgeschüttelt. Dann plötzlich verdichtete sich die magische Aura und ein heller Blitz schlug aus dem Kreis in den Löwenturm ein. Dieser Blitz zog die gesamte Aura mit sich. Das magische Glühen verschwand, und die Ratsmitglieder fielen erschöpft zu Boden.

Inzwischen war es Teela gelungen, den Turbodactyl in die Luft zu kriegen. Skeletor, der gebannt und fluchend auf das Geschehen am Boden blickte, hatte damit nicht gerechnet. Gerade, als er eine erneute Energiewelle los schicken wollte, packten ihn die Krallen des Sauriers von hinten. Skeletor schrie auf. Er schlug fest mit den Wings of Destruction. Nach heftigen Flügelschlag konnte er sich befreien. Nun begann eine Verfolgungsjagd in der Luft. Teela jagte mit dem Turbodactyl hinter Skeletor her.

Währenddessen kümmerte sich Man-At-Arms um die Ratsmitglieder. Er rannte zu Zodac, der mit dem Gesicht auf dem Boden lag. He-Ro trat neben ihn. Er war als erster wieder erwacht von den anderen.

„Was ist mit ihm?“ fragte He-Ro. Man-At-Arms drehte Zodac um. Er hatte sich verändert. Er sah nun genauso aus wie der Zodac, den Man-At-Arms aus seiner Zeit kannte.

„Als er Sarras aus dem Kreis stieß, hat er seine Kraft übernommen.“ He-Ro ging zu Sarras, und fühlte seinen Puls. „Er ist tot. Zodac ist nun der Cosmic Enforcer, der Beherrscher des Kosmos.“

„Aber Skeletors Blitz ist in ihm eingeschlagen. Was hat das zu bedeuten?“ Obwohl Man-At-Arms die Antwort eigentlich schon kannte, wollte er dennoch eine Bestätigung für seine Vermutung. „Zodac ist nun ein Wesen weder Gut noch Böse. Oder ein Wesen Gut und Böse. Er wird fortan zwei Persönlichkeiten haben. Einmal wird er für das Gute kämpfen, einmal für das Böse. Und niemand kann sagen, wann er für welche Seite kämpft“, erklärte He-Ro. Man-At-Arms kannte diese Antwort schon. So war Zodac nämlich auch in der Zukunft.

Inzwischen hatte Teela die Verfolgung Skeletors abgebrochen. Der Herr des Bösen hatte sich in Richtung des Palastes abgesetzt. Sie brachte den Turbodactyl zur Landung und stieg ab.

„He-Ro, Skeletor ist auf dem Weg zum Palast, wir müssen ihm hinterher.“

He-Ro blickte sich um. Inzwischen waren wieder alle Ratsmitglieder auf den Beinen. Eldor, Talon und Grayskull standen um den Leichnam Sarras. Auch Zodac war wieder wach geworden. Er sah an sich herunter. Eilig erklärte He-Ro ihm, was geschehen war. Zodac nickte nur.

„Es wird Zeit, wir haben hier getan, was getan werden musste. Der Bann auf den Turm ist gesprochen, wir...“ Weiter kam He-Ro nicht. Plötzlich begann die Erde zu beben. Risse bildeten sich. Die Ratsmitglieder sahen zum Turm. Die gelbe Aura, die den Schlangenmenschen den Zutritt zum Turm verwehren sollte, hatte sich dunkelrot verfärbt.

„Was, was geschieht hier?“ fragte Lord Talon. Heftige Stürme peitschten umher und warfen die Anwesenden um. Und dann geschah es. Der Löwenturm versank langsam und unter Donnergrollen im Boden.

„Nein, der Turm, er verschwindet!“ rief He-Ro. Auch die anderen sahen entgeistert zu.
„Aber wie ist das nur möglich? Das kann doch nicht sein“, rief Lord Grayskull. Auch andere Mitglieder des Rates sahen sich entgeistert an und wußten nicht, was geschah.

„Der Strahl des Totengesichtes“, sagt Eldor kühl. „Seine Magie hat unseren Bannspruch verändert. Jetzt kommen nicht mehr nur die Schlangenmenschen an den Turm ran, auch für uns ist der Zugang jetzt versperrt. Für immer.“

„Aber das würde ja bedeuten, dass wir nie mehr unsere magischen Kräfte auffrischen können. Und das dies hier der letzte Rat der Alten sein wird. Wenn wir sterben, werden die Geheimnisse der Alten mit uns sterben. Nein, nein, das darf nicht sein. Das kann es nicht geben.“ Lord Grayskull war verzweifelt.

„Jammert jetzt nicht, wir haben wichtigeres zu tun. Die Schlangenmenschen greifen den Königspalast an. Auf, wir müssen uns beeilen. Wir können später... Oh nein! Seht doch!“ He-Ro zeigte aufgeregt in eine Richtung. Eine Meute von Schlangenkriegern stürmte unter großen Kampflärm heran.

„King Hiss schickt seine Meute. Skeletor war nur der Vorbote. Zu den Waffen!“ rief Man-At-Arms.

„Nein, keiner rührt seine Waffen an. Es ist endlich unsere Stunde gekommen, den Kampf zu beenden. Wir werden diese Meute endgültig von Eternia verbannen!“

Wie auf Kommando schlossen alle Mitglieder des Rates ihre Augen und konzentrierten sich. Auch Zodac tat dies. Er war jetzt der kosmische Magier und musste dem Rat helfen. Wieder entstand zwischen den Mitgliedern eine magische Aura. Doch diesmal war sie irgendwie anders, bedrohlicher. Blitze zuckten durch sie hindurch.

„Teela, komm, die Meute ist gleich hier. Der Rat weiß, was zu tun ist.“ Man-At-Arms zog Teela hinter einen großen Felsen. Hier konnten sie genau sehen, was passierte. Gebannt blickte Teela hinter dem Stein hervor. Dann war es still.


„RRRRRAAAAARRRRR, lasst mich hier raus, sssssssss“. He-Man, inzwischen nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu einer Schlangenkreatur mutiert, rüttelte am Gitter. Ihm gefiel es nicht, eingesperrt zu sein. Er wollte kämpfen. Jegliche Erinnerung an sein früheres Leben war in ihm ausgelöscht. Er kannte jetzt nur noch eins: Töten und Vernichten. Der böse Einfluß von Snaksor hatte es geschafft, und alles Gute in He-Man ausgelöscht.

Vor dem Gitter standen Rattlor und Tung Lashor, und sahen gespannt auf He-Man.

„Es ist soweit, öffne die Zelle, Rattlor.“ „Nein, King Hiss hat Dir den Schlüssel gegeben, Du schließt auf, Tung Lashor.“ „Ich denke ja nicht daran. Er wird mich in Stücke reißen, Du schließt auf.“ Rattlor und Tung Lashor schoben sich gegenseitig den Schlüssel zu.

„RARRRR, ich werde euch beide töten, wenn ich hier herauskomme.“ Rattlor und Tung Lashor schluckten. Das Schwert hatte aus He-Man einen unberechenbaren und unkontrollierbaren Dämonen gemacht. Unter diesen Umständen wollte natürlich keiner das Monster freilassen.

„Was machen wir jetzt, wir sollen doch....“ Rattlor wurde unterbrochen. Plötzlich fing die Erde an zu Beben, der Schlangenberg erzitterte. Tung Lashor stolperte zu einem Fenster. Er sah hinaus, und konnte den Viper Tower erkennen, das den bösen Teil der Schicksalstürme darstellte.

„Rat-, Rat-, Rattlor, sch... sch... schau mal nach draußen, der der der Turm...“ stotterte Tung Lashor, „der Turm, er verschwindet im Boden!“

„Was redest Du da für einen Unsinn?“ Auch Rattlor versuchte unter dem Erzittern der Erde zum Fenster zu gelangen. Als er hinaussah, stockte ihm der Atem. Der Viper Tower war umhüllt von einer dunkelroten Aura und er war gerade dabei, vom Erdboden verschluckt zu werden.

„GRAAAAAAAAARRRRRRRRRRRR“, ertönte es plötzlich hinter den beiden, das begleitet war von einem riesigen Krachen. Sie blickten sich um. He-Man hatte das vom Erdbeben gelockerte Gitter aus der Wand gerissen und weggeschmissen. Nun wollte er mit seinen Klauen den beiden Schlangenmenschen an den Kragen.
„Weg hier!“ Rattlor und Tung Lashor suchten das Weite. He-Man folgte ihnen nach draußen.


Mit großen Augen sah Teela was sich wenige hundert Meter entfernt von ihnen abspielte. Während die Schlangenmenschen mit gezogenen Schwertern gierig heranstürmten, um den Rat niederzumetzeln, standen die Ratsmitglieder immer noch mit geschlossenen Augen da. Keiner von ihnen versuchte wegzulaufen, oder sich mit Waffen zu wehren.

Dann geschah es. Zwischen dem Rat und den Schlangenmenschen baute sich ein gewaltiger Energiewirbel auf. Gierig und laut schlürfend zog er alles an, was vor ihm lag. Schon wurden die ersten Schlangenkrieger vom Sog erfasst und verschluckt. Andere versuchten verzweifelt zu entkommen, rannten um ihr Leben, kreischten, schossen mit Energiewaffen, doch es nützte nichts. Einer nach dem anderen wurde erfaßt und verschluckt. Nach dem der Wirbel alle Schlangenmenschen aufgesogen hatte, begann er sich zu bewegen. Er verwandelte sich in einen Zyklon und peitschte über die Ebene in Richtung des Palastes. Dorthin, wo bereits die große Schlacht begonnen hatte.
Teela und Man-At-Arms kamen aus ihrem Versteck und gingen zu den anderen.

„Bei allen Göttern Eternias, was war denn das?“ fragte Man-At-Arms. „Wir haben die Schlangenmenschen in eine zeitlose Dimension verbannt. Dort können sie keinen Schaden anrichten. Der Wirbel wird sich jetzt auch die anderen holen.“

„Wir folgen dem Wirbel. Auch wegen Skeletor.“

„Ja, geht He-Ro. Aber der Rat hat eine andere Aufgabe. Kommt später zur alten Festung von Grayskull. Wir treffen uns dort wieder.“ Eldor winkte seinem Freund zu.

He-Ro nickte. Er, Teela und Man-At-Arms bestiegen den Turbodactyl und flogen zurück zum Palast. Eldor blickte sich um. Zodac, der kosmische Magier, war verschwunden.



Skeletor kam nur mühsam voran. Der Turbodactyl hatte die Steuerung der Wings of Destruction beschädigt, deshalb fiel es dem Herrn des Bösen schwer, die Flugbahn einzuhalten. Während er über die Ebene flog, sah er verbrannte Häuser, zerstörte Felder. Die Schlangenmenschen hatten auf ihrem Weg zum Palast buchstäblich keinen Stein auf dem anderen gelassen. Ihm gefiel die Vorgehensweise der Schlangen. Endlich erreichte er die Stadt Eternis. Sie war von allen Seiten von den Horden King Hiss umlagert. Hinter den Stadtmauern versuchten die Soldaten des Königs und die geflohenen Bauern verzweifelt, die Stadt zu verteidigen. Aber die Schlangenkrieger waren ihnen weit überlegen. Soldaten folgen auf Flugsauriern und attackierten die Angreifer aus der Luft, wurden aber oft abgeschossen. Immer wieder wurden Tonnen mit heißem Öl heruntergestürzt, doch für jeden Schlangenkrieger, der dadurch ausgeschaltet wurde, kamen fünf neue nach.

King Hiss saß weit entfernt von der Kampflinie und sah zufrieden rüber zu der teilweise schon brennenden Stadt. Es war nur noch eine Frage der Zeit bis Eternis fallen würde. Da landete Skeletor neben ihm auf seinem Kommandowagen.

„Ah, Skeletor, schön Dich zu sehen. Sieh selbst, Eternis ist unser. Hast Du den Rat ausgeschaltet?“

Skeletor verneinte. King Hiss stand wütend auf. „Was? Du hast es nicht geschafft? Dann ist dies hier alles sinnlos! Der Rat wird uns zerschmettern! Du Narr!“ King Hiss warf sich die Haut vom Körper. Drohend zischte die große Viper und blickte verächtlich mit funkelnden Augen auf Skeletor.

„Warte es ab, wir werden ...“ Weiter kam Skeletor nicht, denn ein Schlangenkrieger stürmte auf den Wagen.

„Herr, Meister, seht doch!“ fuchtelte er mit seinen 20 Armen, die stark an die Fangarme eines Oktopus erinnerten.

„Wieso stürmst Du so einfach meinen Wagen? Was...?“ King Hiss blickte in die Richtung in die der Bote gezeigt hatte. „Nein, das kann nicht wahr sein!“ entfuhr es ihm. Aus Richtung der  Mystic Mountains kamen hunderte von Vogelmenschen angeflogen. Atmos, der Herr über Avion, war mit ihnen zur Verstärkung der Truppen des Königs gekommen. Und sie warteten nicht mit dem Angriff. Wie Raubvögel schossen sie herab und stürzten sich auf die Schlangenmenschen.
„AAAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!! Meine schönen Pläne! Ich bin verraten worden!“ Giftig sah King Hiss zu Skeletor. Gerade als er ihn angreifen wollte, schrie der Bote erneut auf.

„Meister, seht doch dort!“ King Hiss wandte sich um. Aus den Wäldern um Eternis strömte eine riesige Anzahl von Menschen, bewaffnet mit Keulen und Schwertern.

„Was? Wer sind die?“ King Hiss blickte genauer hin.

„Es, es sind unsere Gladiatoren und Sklaven. Sie haben sich aufgelehnt. Wir haben niemanden zu ihrer Bewachung zurückgelassen, Herr!“

„GRRRAAAAAAA“, King Hiss wurde fast wahnsinnig vor Wut. Er biss um sich und traf den Boten. Dieser schrie kurz auf und sackte daraufhin leblos zu Boden.

„Skeletor, setze Deine Magie ein. Jetzt!“ King Hiss war ratlos. Innerhalb weniger Minuten hatte sich das ganze Blatt gewendet. Angegriffen aus der Luft, von den Vogelmenschen, und von hinten, von den Sklaven, saßen seine Leute in der Falle. Und auch die Soldaten und Bauern in der Stadt kämpften jetzt verbissener, waren ihre Chancen doch so ungemein verbessert worden.

„Es ist zu spät dafür! Sieh doch!“ Und wieder gab es eine Enttäuschung für den König der Schlangenmenschen.

„Was, was ist denn das nun schon wieder?“ Die Hiobsbotschaften rissen nicht ab. Von Westen näherte sich ein riesiger Zyklon dem Palast. Dieser saugte jeden Schlangenkrieger ein, den er zu fassen bekam. Jetzt waren die Schlangenmenschen plötzlich nicht mehr die Angreifer, sondern mußten sich selbst verteidigen. Doch womit sie sich auch wehrten, es war nutzlos. Gierig und laut schmatzend verschluckte der Wirbel alles Böse und gab es nicht mehr frei.

„Komm mit, wir müssen weg. Los, komm!“ Skeletor schnappte sich King Hiss und begann loszufliegen. Da es für ihn jedoch schon alleine sehr schwer war, mit den beschädigten  Wings zu fliegen, war es zu zweit fast unmöglich. Deshalb kamen die beiden auch nicht weit und krachten auf den Boden. Als King Hiss aufsah, sah er den Wirbel auf sich zu rasen.

„Dann komm, friss mich auch!“ sagte er kühl.

„Nein!“ Skeletor richtete seine Krallenfinger auf den Wirbel, „weiche von mir!“ Energieblitze schossen aus seinen Fingern. Gute Magie und Böse Magie trafen aufeinander. Doch der Wirbel hatte King Hiss schon erfasst und zog ihn in sich hinein.

Doch da bekam Skeletor plötzlich unerwartet Hilfe. Hinter ihm öffnete sich eine Pforte und Zodac trat heraus. Wortlos packte er Skeletor und zog ihn durch die Pforte. Bei King Hiss erwies sich dies leichter gesagt als getan, da er schon fast vollkommen im Schlund des Wirbels war. Zodac setzte die Kräfte des Kosmos ein. Und tatsächlich gelang es ihm, Hiss herauszuziehen. Doch die Kräfte des Wirbels zogen weiter. Und dann geschah es. Zodacs Kräfte und die Kraft des Wirbels erschufen aus dem ersten King Hiss einen zweiten. Es schien, als wenn Hiss in zwei Teile gerissen würde, aber jeder Teil ein kompletter King Hiss wäre. Ein King Hiss wurde in den Wirbel gerissen, während Zodac den zweiten durch seine Pforte ziehen konnte. Die Pforte schloß sich.

Nachdem der Wirbel auch King Hiss verschluckt hatte, begann er zu glühen und verschwand. Es wurde still. Kein Schlangenmensch war mehr zu sehen. Nachdem die Soldaten, Bauern, Sklaven und Vogelmenschen realisiert hatten, dass die Schlangenmenschen fort waren, brach ein Jubel aus, wie ihn die Stadt noch nie erlebt hatte. Fanfaren ertönten, die Menschen lagen sich in den Armen, glücklich, ihr Leben und ihre Freiheit behauptet zu haben.

Mitten in dieses Szenario landete der Turbodactyl mit He-Ro, Teela und Man-At-Arms. Überschwänglich wurden die Freunde empfangen. Teela und Man-At-Arms fragten nach Skeletor, doch niemand konnte ihnen eine Antwort geben. Ein Sklave berichtete, dass er King Hiss und Skeletor während des Kampfes zusammen gesehen haben wollte, und durch ein leuchtendes Tor entkommen wäre.

Plötzlich wurde laut geschrien. He-Ro, Man-At-Arms und Teela rannten vor das Stadttor. Grimmig und geifernd nährte sich ein Schlangenmensch. „Zu den Waffen“ rief ein Soldat. „Nein“, schrie Teela. „Teela, was hast Du?“ fragte Man-At-Arms seine Tochter.

„Vater, sieh ihn Dir an. Es ist He-Man!“ „He-Man? Bist Du Dir sicher?“ fragte ihr Vater ungläubig.

„Ja, er ist es. Sieh seine Brust, das Emblem!“ Knurrend näherte sich das He-Man-Schlangenmonster. Es schien weder Teela noch ihren Vater zu erkennen.

„Ja, Du hast recht! Es ist He-Man. He-Ro, wir müssen He-Man retten. Er darf nicht sterben, He-Ro!“

„Also gut.“ He-Ro öffnete seinen Stab und richtete ihn auf He-Man.

„RAAAAAAAAARRRRRRRRRRR“, schrie das Monster und stürzte sich auf He-Ro. Dieser schoss einen Strahl auf He-Man ab. Er taumelte und stürzte zu Boden.

„Ist er...?“ fragte Teela vorsichtig. „Nein, er ist nur betäubt“, gab He-Ro zur Antwort.

„Aber was machen wir jetzt? Die Zauberin von Grayskull könnte ihm helfen! Aber sie ist weit entfernt.“

„Grayskull, natürlich“, entfuhr es He-Ro. Wir sollen doch zum Castle Grayskull kommen. Eldor hat es gesagt. Beeilen wir uns. Er sagte etwas von einer Aufgabe des Rates. Los!“

He-Ro nahm den betäubten He-Man und setze ihn auf eine Turbodactyl. Man-At-Arms und Teela nahmen einen zweiten. Zusammen flogen sie nach Grayskull.

Als sie die geheimnisvolle Burg mit dem riesigen Totenschädel erreichten, sahen sie das Tor weit offen. Im Inneren war ein magisches Leuchten. Als He-Ro, Teela und Man-At-Arms die Burg betraten, stockte ihnen der Atem. Im Halbkreis aufgebahrt lagen die leblosen Körper der Ratsmitglieder. He-Ro blickte sich um. Er ging zum Körper Eldors. Als er sich neben ihn kniete, meldete sich eine Stimme.

„Willkommen, He-Ro. Hab keine Furcht. Deine Freunde sind nicht tot. Sie werden nur ewig schlafen.“

„Wer bist du?“ fragte He-Ro.

„Ich bin der Geist von Castle Grayskull, Bewahrer der großen Geheimnisse dieses Universums. Höre was ich Dir zu sagen habe. Nachdem die Schicksalstürme von Eternia unzugänglich geworden waren, und der kosmische Magier zu einem Wesen halb gut halb böse wurde, hat der Rat beschlossen, seine Macht auf ewig zu erhalten. Diese Burg wurde ausgewählt, die Macht des Rates aufzunehmen. Doch dazu musste der Rat in seinem bisherigen Dasein aufhören zu existieren. Seine gesamte Lebensenergie wurde auf die Mauern der Burg übertragen. Ich, der Geist von Grayskull wurde erschaffen, die Macht zu bewahren. Du, He-Ro, bist auserwählt, die Macht von Grayskull zu verteidigen. Die Schlangenmenschen sind fort, aber es gibt noch andere böse Mächte im Universum, die es abzuwehren gilt. Du, und die, die Dir folgen werden, müssen diese Burg beschützen. Willst Du diese Aufgabe erfüllen?“

„Bei den Göttern Eternias, ich will!“ antwortete He-Ro, sich seiner Aufgabe gewiss.

„Dann erfahre nun die Macht von Grayskull!“ Ein Blitz schlug in He-Ro ein und erfüllte ihn mit ungeheurer Macht.

„He-Ro, alles in Ordnung? fragte Teela. „Danke, Teela, es geht mir gut. Aber wir müssen uns nun um euren Freund kümmern. Kommt mit.“ He-Ro und die anderen gingen nach draußen.

Als sie vor die Burg traten, stockte ihnen der Atem. Bei dem Turbodactyl, auf dem immer noch der gelähmte He-Man saß, standen Skeletor und King Hiss.

„Das darf doch nicht wahr sein, Skeletor!“ Man-At-Arms zog ein Schwert.

„Halte ein, Waffenmeister.“ Die Stimme kam von hinten. Es war Zodac, der kosmische Magier. In der Hand hielt er He-Man´s Zauberschwert.

„Was ist hier los?“ fragte Teela wütend. „Teela beruhige Dich, es wird alles gut“ sprach He-Ro.

„He-Ro, bist Du jetzt auf Skeletors Seite?“ Teela schluckte. Konnte sie He-Ro noch trauen?
„Teela, sieh Dir Skeletor und Hiss doch einmal an. Fällt Dir nichts auf?“ Man-At-Arms hatte es als erster bemerkt.

„Jetzt, wo Du es sagst, Vater. Ihre Augen sind so leer. Was ist mit ihnen?“

„Ich habe Skeletor und Hiss vor dem Wirbel gerettet und in Trance versetzt“, sprach Zodac.

„Du hast was getan? Wie konntest Du nur? Und wir haben Dir einmal vertraut!“ Teela war zornig vor Enttäuschung.

„Hätte ich es nicht getan, hätte es die Zeit beeinflusst. Skeletor und King Hiss müssen in die Zukunft zurückkehren. Und ihr auch. Der Schaden in der Zeitlinie ist fast repariert. Es fehlt nur noch eine Aufgabe.“ Zodac sprach wie gewohnt mystisch und geheimnisvoll.

„He-Man, er muss wieder zurück verwandelt werden. Wir brauchen ihn in der Zukunft.“

„Ja, die Saat des Bösen muss aus seinem Körper entfernt werden. Tragt ihn in die Burg, der Geist von Grayskull wird ihm helfen.“

Teela, Man-At-Arms und He-Ro trugen He-Man in die Burg und legten ihn ab. Zodac legte das Zauberschwert neben ihn. Dann verließen alle die Burg, und die Zugbrücke schloss sich. Kaum hatte sie sich geschlossen, als es aus allen Fenstern der Burg magisch leuchtete. Nach einigen Augenblicken öffnete sich das Burgtor langsam. Dahinter stand He-Man mit gezogenem Schwert.

„BEI DER MACHT VON GRAYSKULL, ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!!!!“

rief er, und wie gewohnt zuckten Blitze und Strahlen aus dem Schwert.

„He-Man!“ rief Teela, rannte auf den Freund zu und umarmte ihn heftig. Auch Man-At-Arms konnte sich eine Umarmung nicht verkneifen.

Und dann trafen sich He-Man und He-Ro. Beide Krieger drückten sich die Hände.
„Es wird Zeit zu gehen. Ich öffne euch ein Zeittor in die Zukunft“, sprach der Geist von Grayskull. „Zuerst für Skeletor und King Hiss.“

Vor der Burg öffnete sich ein kleines Portal. Ohne große Worte traten Skeletor und Hiss hindurch. Sie waren immer noch in Trance.   

„In welche Zeit werden sie in der Zukunft ankommen?“ fragte He-Man, inzwischen voll erholt.

„Ein paar Sekunden nachdem Skeletor abgereist war“, antwortete der Geist.


In der Zukunft, vor dem Löwenturm

„Was, Du...“ fing Evil-Lyn an und hob ihr Zepter. Auch Beast-Man, Mer-Man und Kobra Khan zogen ihre Waffen. „Du wirst uns mitnehmen. Wir haben Dir geholfen, das Tor..“

Weiter kam Evil-Lyn nicht, denn Scare Glow hatte auf einen Gedankenbefehl Skeletors angefangen zu glühen und lähmte die vier Krieger Skeletors.

„Gute Arbeit, Scare Glow“, bedankte sich Skeletor. „Gehabt euch wohl, meine Freunde“, spottete Skeletor seinen Freunden zu.

Mit wenigen Schritten durchtrat Skeletor die Zeitpforte und verschwand. Einen winzigen Augenblick später öffnete sich an derselben Stelle erneut das Zeittor und Skeletor und King Hiss traten heraus. Als das Tor sich wieder schloss, erwachten sie aus ihrer Trance.

„Wie, was, was war los?“ Skeletor sah sich verwundert um. Auch King Hiss musste sich orientieren. Scare Glow hörte auf zu glühen. Evil-Lyn und die anderen konnten sich wieder bewegen. „Skeletor und King Hiss!“ brüllte Mer-Man.


Vor Castle Grayskull, 1000 Jahre früher

„So, nun sind wir dran. He-Ro, lebe wohl. Und Dich Zodac, nun, ja, wir sehen uns.“ He-Man verabschiedete sich von He-Ro, auch Man-At-Arms drückte dem Helden aus Preternia die Hand. Teela umarmte He-Ro zum Abschied und dasselbe tat sie bei Zodac.

„Gute Reise“, wünschte der Geist von Grayskull und baute das Zeittor auf. Die Freunde winkten noch einmal zurück und traten durch das Tor.


Im Königspalast von Eternia, 1000 Jahre später

„Und er ist wirklich tot?“ König Randors Stimme klang aufgeregt. Er hatte gerade zusammen mit seiner Frau Marlena, Orko, Roboto, Rio Blast und vielen anderen Verteidigern von Castle Grayskull He-Mans Ausführungen zu den jüngsten Geschehnissen im Snake Mountain gehört.

„Ja, mein König. Die Sorceress hatte mich gewarnt, daß ein Fremder aus der Vergangenheit gekommen war, und eine mächtige Waffe mitgebracht haben soll. Es war der Fremde, den Moss Man und Snout Spout in den Mystic Mountains gesehen haben. Ich vermute, er war ein Schlangenmensch, aber keiner der zu King Hiss gehörte. Ich glaube,...“ Weiter kam He-Man nicht, denn plötzlich öffnete sich ein Portal und heraus kamen ein zweiter He-Man, eine zweite Teela und ein zweiter Man-At-Arms.

„Was zum...?“ entfuhr es dem König. Doch zu seiner noch größeren Verwunderung verschwanden plötzlich der erste He-Man, die erste Teela und der erste Man-At-Arms.

Alle blickten Orko an und dachten an einen Scherz des Trollaners, doch dieser zuckte nur mit seinen kurzen Ärmchen.

„Mein König, es ist alles in Ordnung. Wir haben eine unglaubliche Geschichte zu erzählen.“

Nachdem der König und die Königin und die anderen heroischen Verteidiger mit offenen Mündern He-Mans Ausführungen gelauscht hatten, saß Teela spät abends vor dem Kamin und las ein Buch.

Prinz Adam gesellte sich dazu. „Hallo Teela, was machst Du?“ „Oh, Adam, ich lese gerade etwas in der Geschichte Eternias. Hier, sieh mal.“ Teela zeigte ihm ein Bild.

„He-Ro, Beschützer von Castle Grayskull. Ihn hast Du getroffen, nicht wahr?“

„Ja, er war so eine Art He-Man der Vergangenheit. Aber es war auch eine düstere Zeit.“

„Möchtest Du mir davon erzählen?“ fragte der Prinz.

Und Teela erzählte dem Königssohn bis in die frühen Morgenstunden von ihren Erlebnissen in der phantastischen Welt von Preternia.


ENDE


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