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  • 26.09.2018, 05:58:44

Autor Thema: Gemeinsames Werk  (Gelesen 54321 mal)

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Offline Motuwahn

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #300 am: 01.02.2012, 14:37:20 »
Marlena kam langsam wieder zu Bewusstsein. Ihr Kopf dröhnte und noch immer benommen, versuchte sie sich zu orientieren, wo sie überhaupt war.
Sie lag auf einer Waldlichtung, soviel konnte sie erkennen. Etwas weiter entfernt sah sie den Attack Track, völlig verbeult und rauchend vor einem gewaltigen Baum stehen.
Dann erkannte sie Trap Jaw, wie er langsam auf sie zukam.
„Kronis.“ rief sie erleichtert.
„Kronis, was ist passiert? Wie geht es dir?“
Tap Jaw antwortete nicht, sondern ging unbeirrt weiter auf die Königin zu.
„Kronis?“ Marlena stutzte, irgendetwas stimmte nicht mit ihm.
„Alles in Ordnung? Wieso antwortest du mir nicht? Red mit mir. Du machst mir Angst.“
„Keine Sorge, Königin, Eure Angst wird bald verflogen sein. Ich werde Euch genauso einfach auslöschen, wie ich es mit diesem Schwächling Kronis gemacht habe. Hahahahaha....“
Noch geschwächt konnte Marlena nicht mehr rechtzeitig fort laufen und wurde von Trap Jaw’s Greifarm gepackt.
Lachend zog er sie zu sich heran und mit entsetzen stellte die Königin fest, dass sich ihre Kehle dem malmenden Stahlkiefer im weiter näherte.
Sie wehrte sich mit Händen und Füßen, doch konnte sie gegen die Kraft des Dämonenkriegers nichts ausrichten.
Ihr Ende schien unausweichlich...

Offline bluecat9

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #301 am: 01.02.2012, 21:02:12 »
Tri-Klops hielt es für gut, seine reptilienhafte Kollegin etwas abzulenken. "Warum werden euch Kälte und Zombies gefährlich? Wenn ich bald wirklich einer von euch bin, sollte ich es wissen!" Vipra schnaubte herablassend. "Von Biologie verstehst du nicht wirklich viel, oder? Ihr Warmblüter zieht euch wärmer an oder lasst euch ein dickeres Fell wachsen, wenn die Temperaturen fallen. Ihr seid dann aber genauso aktiv wie bei höheren Temperaturen, wenn nicht sogar aktiver, weil eure Muskelarbeit zusätzlich Wärme produziert. Wir Schlangen verfallen in eine Starre. Diese Starre ist für uns die schlimmste Fessel. Ein Feind kann dann mit uns machen, was er will, wir sind wehrlos." "Aha", nickte Skeletors ehemaliger Knecht scheinbar desinteressiert. "Und Zombies?" Die Waffenmeisterin hielt inne, um dann mit bloßen Händen ein Stück Metall zu biegen. Zutiefst befriedigt nahm sie den entsetzten Gesichtsausdruck des Mannes war. "Zombies haben kein funktionierendes Nervensystem mehr. Unsere Bisse können sie weder lähmen, noch töten. Da sie bereits zum Aas zählen, können wir sie nicht verschlingen. Denn wir vertragen nur das Fleisch von frisch getöteten Opfern, ähnlich wie ihr Menschen. Unsere Waffen sind wirkungslos gegen sie. Aber da sei unbesorgt - auf Eternia gibt es keine Zombies, die hätte King Hss längst aufgespührt. Oh, hast du dort ein Taschentuch? Wie gut, da an der Maschine ist gerade Öl ausgelaufen!" Ehe das Dreiauge reagieren konnte, hatte ihm die Schlangenfrau Enyas Taschentuch entrissen und wischte damit den Temperaturregler ab. Tri-Klops ballte in ohnmächtiger Wut die Hand zur Faust, doch er konnte nichts tun. Vielleicht war es besser so. Eine Soldatin des Königs und ein Spion der Evils - es war ja eh nicht möglich. Eine anständige Frau brauchte einen anständigen Mann, und keine gescheiterte Existenz wie ihn.

Vipra ahnte indessen nicht, wie sehr sie sich in Bezug auf die Zombies getäuscht hatte. Sowohl Graf Marzo als auch Skeletor verfügten über genügend dieser für die Snakes so gefährlichen Geschöpfe.

« Letzte Änderung: 04.02.2012, 20:56:49 von bluecat9 »

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #302 am: 04.02.2012, 16:32:46 »
He-Man sammelte sich vom Unterdeck des Schiffes auf. Auch Battle Cat hatte nur leichte Verletzungen abbekommen, als das feuchte Holz unter ihrem Gewicht nachgegeben hatte. Stratos hingegen stönte kraftlos durch die neuerlichen Qualen und war nicht imstande, sich zu rühren. ‚Wenn ich nur mit der Sorceress Kontakt aufnehmen könnte…’ schoß es He-Man durch den Kopf. „Battle Cat, könntest du Stratos tragen?“ Battle Cat ließ sich ein zustimmendes Brüllen vernehmen. He-Man kniete sich zu Stratos, um dessen Gesamtzustand zu begutachten. „Meinst du, es wird gehen, mein Freund?“

Stratos nickte schwach und biß die Zähne unter Schmerzen zusammen, als er sich bewegte. ‚Wenn ich doch nur die Kraft aus Castle Grayskull nutzen könnte…’ He-Man überlegte fieberhaft, in welche Richtung er sich wenden sollte, um seinem Freund zu helfen. Eternos war zerstört, Grayskull gab es schlicht nicht mehr… Plötzlich fiel ihm ein Ort in der Nähe ein. Er dachte nicht näher darüber nach, daß sogar eine vage Verbindung zwischen ihm und diesem Ort existierte. Nur eine flüchtige Erinnerung verband ihn mit der kleinen Stadt, die nicht weit von Eternos entfernt lag; ein Gedanke, den er nie tiefer verfolgt hatte, weil es sich seinem Interesse entzogen hatte. Auch jetzt schenkte er dem wenig Interesse. Einzig die Hoffnung, daß die Stadt noch nicht zerstört war, füllte seinen Fokus. „Auf, Battle Cat! Vielleicht kann man uns in Calveren helfen!“ Er half zuerst Stratos in Battle Cats Sattel, dann durchschlug er den Schiffsrumpf, damit sie ohne Komplikationen nach außen gelangen konnten. Kurz darauf machten sie sich auf den Weg.

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #303 am: 04.02.2012, 16:50:25 »
He-Man hatte anfänglich versucht, von Stratos Informationen zu erhalten. Doch das Sprechen fiel dem Avioner schwer, und so hatte er bald davon abgesehen, seinen Freund zu quälen. Wenn es ihm wieder besser ging, würde er schon die Informationen bekommen, die er brauchte.
Battle Cat bewegte sich so geschmeidig, wie es eben möglich war, um die Reise für Stratos so angenehm wie in seiner Situation möglich zu machen. Sie waren schon eine ganze Weile unterwegs gewesen, als der Kater plötzlich stehenblieb. Sie waren Calveren bereits sehr nahe, und sie konnten schon die ersten Häuser der Stadt ausmachen. Zu He-Mans Erleichterung wirkte hier noch alles unversehrt. „Was hast du, alter Freund?“ fragte He-Man seinen Gefährten.
Battle Cat hob die Nase in den Wind, dann drehte er sich etwas. He-Man schüttelte andeutungsweise den Kopf. „Wir müssen erst Stratos versorgen lassen! Es geht ihm zunehmend schlechter! Außerdem müssen wir wissen, was er uns zu erzählen hat. Beides hat oberste Priorität. Was auch immer du witterst, es wird warten müssen!“
Battle Cat brüllte erneut und tat keinen Schritt. He-Man stutzte. „Ich weiß, du würdest eine wichtige Aufgabe nicht gefährden, wenn es nicht von enormer Bedeutung wäre. Also, wohin soll ich mich wenden?“
Battle Cat ging einen Schritt in eine Richtung, die etwas abseits der Stadt führte und sah sich auffordernd zu He-Man um.
„Nun gut. Es wird nicht viel Zeitverlust sein, wenn wir einen kleinen Umweg gehen!“ He-Man folgte Battle, der nun einen Weg einschlug, der von der anderen Seite an die Stadt heranführen würde. Als sie über eine Bergkuppe kamen, bemerkte He-Man, was Battle Cat bereits vorher ausgemacht hatte: Nahe des Weges, bei einer Kreuzung, lag eine Person auf dem Boden. Er zögerte nicht lange und lief auf die bewußtlos anmutetende Person zu. Er kniete sich zu ihr, und als er sie erkannte, schnappte er überrascht nach Luft. „Enya…“
Die junge Frau kam allmählich wieder zu sich.
„Bist du in Ordnung?“ erkundigte sich He-Man. Alte Gefühle brodelten unter einer tief verborgenen Oberfläche, die zu Adams Selbst gehörten, und sie waren nicht positiv. Doch als He-Man ließ er sie gar nicht erst die Oberhand gewinnen. Er durfte es nicht einmal! Denn Enya kannte den Zusammenhang zwischen ihm und Adam schließlich nicht.
Enya stützte sich auf, sondierte ihre Umgebung und nickte.
„Was ist passiert?“ fragte He-Man.
Enya atmete schwer durch. „Skeletor…“ erklärte sie. „Er zieht mit einer Arme Zombies durch das Land! Ich kam ihm in die Quere. Das hätte mich das Leben kosten können!“
He-Man konnte sich ein Schmunzeln nicht ganz verkneifen. ‚Ja, wenn du nicht eine so gute Ausbildung genossen hättest!’ Dann besann er sich wieder auf das wesentliche. „Bist du verletzt? Mein Freund Stratos ist schwer verwundet, er braucht sofort Hilfe!“
Das holte Enya vollends in die Wirklichkeit zurück. Sie sammelte Kraft um aufzustehen, dann sa sie He-Man an. „Folgt mir! Ich kenne eine gute Heilerin in unserer Stadt!“
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Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #304 am: 04.02.2012, 17:11:53 »
He-Man war froh darum, daß er Enya begegnet war. Sie kannte sich in Calveren aus. Wo er sich erst mühsam hätte durchfragen müssen, konnte sie ihn direkt führen. „Erzähl mir mehr von Skeletors Armee“, bat er.
„Ich kann dir nicht viel erzählen“, sagte sie. „Boten berichteten von den Ereignissen in Eternos. Darauf wurden Truppen von Calveren zur Unterstützung ausgesandt. Niemand rechnete damit, daß auf dem Weg dorthin etwas passieren könnte, dafür liegt Calveren viel zu abseits. Ich machte den Fehler, und wollte mir von der Anhöhe aus einen Überblick verschaffen. Da kam Skeletor plötzlich wie aus dem Nichts und mit ihm eine ganze Armee Untoter Krieger. Als er mich bemerkte, feuerte er einen Energiestrahl aus seinem Widderstab auf mich ab. Ich versuchte, mich mit einem Sprung zu retten. Scheinbar habe ich es geschafft, denn ich lebe noch.“
He-Man sah an ihr herab und musterte die Brandspuren, die von einem Streifschuß übrig geblieben waren. Enya mußte enormes Glück gehabt haben, und noch mehr davon, daß Skeletor sie anscheinen für tot gehalten hatte, als seine Truppen an ihr vorüberzogen. Manchmal, wenn jemand sich nicht genug Mühe gab, konnte Bewußtlosigkeit auch ein Geschenk sein. „In welche Richtung zogen sie?“ fragte er alarmiert weiter, sah er sich doch schon zerrissen zwischen Calveren, und der Aufgabe, Eternos und seinen Bewohnern zu Hilfe zu eilen.Doch Enya zeigte in eine entgegengesetzte Richtung. „Sie gingen nach Snake Mountain!“
He-Man folgte ihrem Fingerzeig nachdenklich. „Er sammelt seine Truppen also bei seinem Stützpunkt. Wir müssen uns also auf einen großen Angriff vorbereiten. Hm. Im Augenblick gibt uns das aber ein bißchen Zeit.“
Enya sah an ihm vorbei zu Stratos, der wieder leicht unter Schmerzen stöhnte. EIne Wunde war wieder aufgegangen und blutete durch schmutzigen Stoff. „Warte, ich kann…“ Enya unterbrach sich selbst, als sie ihre Taschen absuchte. He-Man sah sie fragend an.
Enya stöhnte leicht auf. „Verdammt. Ich muß es verloren haben…“
„Wovon sprichst du?“
„Ich hatte immer ein Taschentuch dabei. Das einzige Erbstück, das mir von meiner Großmutter geblieben ist, deswegen war es mir immer sehr wertvoll. Es hat mir immer Glück gebracht. Ich habe es lange nicht mehr gebraucht.“ Sie atmete erneut durch. „Ich habe es wahrscheinlich verloren. Naja…“
He-Man sah sie verblüfft an. „Das wolltest du aber nicht nehmen, um eine Wunde zu verbinden, oder?“
„Natürlich! So hätte es einen guten Nutzen für einen Freund erfüllt, und wieder ein bißchen Glück gebracht. Nur so sollte man es verwenden, wenn es das Schicksal erfordert.“ Sie warf die Arme in die Luft. „Siehst du? Ich habe es verloren, und jetzt kann ich nicht mal etwas für deinen Freund tun.“
„Oh, doch, das kannst du!“ widersprach He-Man sanft. „Ohne dich würde alles viel länger dauern in Calveren.“
Enya sagte nichts dazu, doch irgendwie tat das Lob gut. Trotzdem war sie in Gedanken. ‚Ich wüßte zu gerne, wo ich es verloren habe. Was wohl damit passiert ist…?’
« Letzte Änderung: 04.02.2012, 18:14:42 von Natira »

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #305 am: 04.02.2012, 17:34:22 »
Vipra schmiß Tri-Klops das ölbeschmierte Taschentuch wieder entgegen und wandte sich in einer geschmeidigen Bewegung von ihm ab. „Wenn wir vorankommen wollen, sollten wir uns mit den Plänen auseinandersetzen. Beweg’ dich! Ich forder nur ungern zwei mal auf!“
Nach den jüngsten Beobachtungen wollte Tri-Klops es auch lieber vermeiden, ein zweites Mal aufgefordert zu werden. Er schüttelte den kurzen Moment der Starre ab, den das von Vipra geworfene Taschentuch in ihm ausgelöst hätte, bis die Zähne zusammen und folgte ihr. Seine Finger schlossen sich um das Stück Stoff, bis seine Faust vor Wut zitterte. Besser, er suchte sich bereits jetzt Ventile, um seinen Emotionen Platz zu machen, bevor er etwas tat, was er anschließend bereute.
„Also, das hier ist die Konstruktion!“ Vipra hatte sich nicht einmal umgedreht um sich zu vergewissern, daß Tri-Klops ihr wirklich gefolgt war. Mit einem Zeigestock deutete sie auf eine große Darstellung. „Das Prinzip ist ganz einfach, wie du siehst. Soweit haben wir die Maschine bereits fertig. Allerdings haben wir noch immer das Leistungsproblem. Und jetzt kommst du in’s Spiel: Löse es!“
Tri-Klops brachte seine Emotionen sogar für ihn selbst überraschend schnell unter Kontrolle, als er die große Darstellung sah. Ihm blieb schier der Mund offen stehen. Er hatte nicht impliziert, daß die Snakes dumm waren - diese ausgeklügelte Maschine jedoch hatte er ihnen nicht zugetraut! Er trag mit zusammengepreßten Lippen an die Darstellung heran und studierte sie. Wo mochte der Fehler liegen? Auf den ersten Blick sah alles perfekt aus! „Ich muß mir die Maschine im Zusammenhang mit dem Plan ansehen“, gab er so neutral wie es ihm möglich war von sich.
„Du hast sie eben gesehen!“ sagte Vipra kühl.
„Ja, aber ich habe sie nicht analysiert!“ gab er mit erzwungener Ruhe zurück.
Vipra machte eine einladende Geste. „Du bist hier um zu arbeiten! Tu, was immer dazu notwendig ist!“
Tri-Klops erkannte einen Befehl, wenn man ihn ihm gab, und so prägte er sich noch einmal die Darstellung ein und ging dann zurück in den Raum mit dem Temperaturregler. Er spürte förmlich den Atem seiner Begleiterin im Nacken, was ihmmehr als unangenehm war. Als er sich umsah, war sie aber so weit von ihm entfernt, daß er es seiner Einbildung zuschreiben mußte. Er zwang sich zur Ruhe und ging um die Maschine herum. Erstaunlich, welche in großes Potential in dieser kleinen Konstruktion stecke… Er kniete sich hin und durchleuchtete das ganze Bauwerk von allen Seiten.
Vipra stand in der Tür und beobachtete ihn. Ihr Züngeln machte Tri-Klops nervös.
„Kein Wunder, daß es nicht funktioniert“, ließ sich der Ingenieur schlileßlich vernehmen, und er konnte nicht umhin, seiner Stimme einen leicht überheblichen Klang zu geben. Er hoffte, daß das nicht bereits genug Anlaß gab, um gefressen zu werden.
„So?“ sagte Vipra. „Wie schön! Dann richte es! Ich sehe in einer Stunde nach dir! Wenn ich meinen anderen Verpflichtungen nachgekommen bin, können wir zusammen speisen! Je nachdem, wie gut deine Arbeit ist, wird sich zeigen, auf welche Weise…!“
Vipra verließ den Raum, und hinter ihr schloß sich die Tür. Tri-Klops wußte, er war jetzt gefangen. Mit verhaltener Wut sah er ihr nach. Erst jetzt bermerkte er, daß er noch immer das Taschentuch umklammert hielt…
« Letzte Änderung: 05.02.2012, 00:38:32 von Natira »

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #306 am: 04.02.2012, 17:59:18 »
He-Man wartete vor dem Haus der Heilerin. Er dachte über Enyas Worte nach. Durch das, was sie erzählte, ergab Stratos’ Gestammel erst einen Sinn…
Enya gesellte sich gerade zu ihm. Sie lächelte. „Er wird wieder. Er wird einige Zeit hierbleiben müssen, um sich zu erholen. Aber du kannst nachher noch zu ihm.“
„Das ist gut!“ erwiderte He-Man.
„Was unternehmen wir jetzt gegen Skeletor und seine Armee?“ fragte Enya, und sprach damit He-Mans eigene Sorge aus.
„Das ist die Frage, die auch mich jetzt beschäftigt. – Wieviel eurer Streitmacht ist noch hier in Calveren?“
„Ich würde sagen, mehr als Dreiviertel“, gab Enya Auskunft. „Wir haben zwar Unterstützung ausgesandt, aber wir bereiten uns darauf vor, auch die Stadt schützen zu müssen!“
He-Man nickte. „Laß uns in der Zwischenzeit eure Kommandanten aufsuchen und beraten! Im Kampf gegen Skeletor brauchen wir jede Unterstützung, die wir kriegen können!“
Enya nickte, und wies He-Man den Weg. Eine Weile gingen sie schweigend nebeneinander her.
„Warum bist du damals aus Eternos weggegangen?“ fragte He-Man unvermittelt. „Du hattest eine gute Position!“
Enya wandte den Blick auf den Weg vor sich. „Ja, das ist richtig. Das hat auch mehr… persönliche Gründe!“
„Persönliche Gründe?“ Ein bißchen von Adams Selbst verschaffte sich Platz an der Oberfläche, ein bißchen Genuß, sie in die Enge zu treiben.
„Ich konnte einfach nicht in Eternos bleiben, nachdem Spector mich in die Falle gelockt und gedemütigt hat!“
He-Man hielt verblüfft inne. „Spector? Was hat er damit zu tun?“ Er biß sich schnell auf die Zunge. Er durfte nicht zu viel von seinem Wissen preisgeben.
„Das willst du gar nicht wissen!“ winkte Enya ab.
„Wie kommst du darauf?“ fragte He-Man, und seine Stimme nahm von ganz allein einen betroffenen Klang an. Auch das war in der Macht von Grayskull verborgen: Diplomatie, Anteilnahme, vielleicht sogar eine automatische Vorbild- oder väterliche Funktion…
Enya seufte. „Na gut! Ich hatte damals einiges für den Prinzen übrig!“
„Prinz Adam!“ spezifizierte He-Man.
‚Welchen sonst?’ hätte Enya am liebsten geantwortet, doch sie hielt sich zurück. „Ja! Ich wußte, daß er mit Teela zusammen war, daher habe ich mir nie Hoffnungen gemacht. Bis Spector zu mir kam und mich davon überzeugte, daß Adams Beziehung mit Teela gescheitert sei, und er sich mit mir treffen wollte. Nichts davon war wahr. Das stellte ich aber erst fest, als alles zu spät war. Ich habe mich so lächerlich vor dem Prinzen gemacht, und danach wurde es natürlich noch schwerer für mich zu ertragen, wenn wir uns begegneten. Also bin ich gegangen. In Calveren suchten sie noch Leute für die Verteidigung. Meine Referenzen waren gut genug, daß sie nicht lange gzögert haben, mich aufzunehmen!“
He-Man sah sie sprachlos von der Seite an. ‚»Gut genug«…’ Er erinnerte sich an Enyas Fähigkeiten! Sie hätte locker am Hof von Eternos eine Position erreichen können, die Teela in kaum etwas nachstand! Jeder, der Soldaten suchte, hätte sie mit Belieben aufgenommen!
Enya ließ nicht zu, daß das Thema vertieft werden konnte. Dafür nutzte sie nun die Chance zu einer Frage, die sie selbst bereits seit längerem beschäftigte. „He-Man, du kennst Skeletors Leute doch recht gut, oder?“
„Nun ja, wie man es nimmt“, erwiderte er mit einem leichten Lachen.
Es schien ihr unangenehm zu sein, doch dann fragte sie schließlich: „Wie gut stehen die Chancen, daß man von einem von Skeletors Kriegern verschont wird…?“
« Letzte Änderung: 04.02.2012, 18:01:48 von Natira »

Offline bluecat9

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #307 am: 04.02.2012, 21:21:31 »
Der blonder Held überlegte kurz, eher er antwortete: "Nicht besonders gut, Enya. Selbst wenn in den Schergen Skeletors noch so etwas wie Mitgefühl vorhanden ist, würden sie sich gut überlegen, jemanden zu verschonen. Skeletor bestraft jede Zuwiderhandlung hart. Selbst Evil-Lyn, die er doch seine "rechte Hand" nennt, lässt er in dieser Beziehung nichts durchgehen. Wer ihm dient, hat bedingungslos zu gehorchen."

Enya dachte in die kurze Begegnung mit dem Kämpfer Skeletors. Er war ein Mensch gewesen, wie sie. Er hatte für sie dieses hohe Risiko auf sich genommen - warum? Wieso hatte er seinen Herren wegen eines unbekannten Mädchens im Stich gelassen? Als Geisel wäre sie wertvoll gewesen, der Fremde hätte sich mit ihrer Gefangenschaft einige Pluspunkte bei Skeletor einholen können. Ob Adam für Teela auch sowas getan hätte?
« Letzte Änderung: 06.02.2012, 11:32:35 von bluecat9 »

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #308 am: 05.02.2012, 00:25:28 »
Sie wußte nicht, daß He-Man ihr diese Frage sogar hätte beantworten können. Allerdings war es auch weniger Adam, der sie bei diesem Vergleich interessierte. Vielmehr irritierte es sie, daß jemand, der zu Skeletor gehörte dieses Risiko auf sich nahm. Was hatte der dreiäugige Krieger Skeletors nur an ihr gefunden, daß er sie hatte gehen lassen? 'Er hat sich meinen Namen gemerkt!' schoß es ihr durch den Sinn. Ein weiteres mal schalt sie sich selbst als dumm. Sollte sie He-Man davon erzählen? Nein! Warum war sie nicht einfach gerannt, als er ihr die Gelegenheit gelassen hatte? Warum hatte sie dieses unsinnige Debattieren begonnen, und ihm zu allem Überfluß ihren Namen gegeben? Weil er sie darum gefragt hatte? Wegen der Art und Weise, wie er sie gefragt hatte? Würde sie jemandem erzählen, er hätte so glaubwürdig geklungen, sie hätte eine Mischung aus Entsetzen und Gelächter provoziert, dessen war sie sich sicher! Nein, sie mußte für sich behalten, was seinerzeit passiert war, und konnte nur hoffen, daß Skeletors Krieger sie wieder vergessen haben würde. Und trotzdem… Ihr ging die Situation nicht mehr aus dem Kopf. Hätte Adam das gleiche für Teela getan, was dieser Unbekannte, ihr Feind, für sie getan hatte…?

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #309 am: 05.02.2012, 00:38:00 »
Sie konnte nicht ahnen, daß zu eben dieser Zeit, an einem weit entfernten Ort, der Krieger Skeletors mit den drei Augen ebenfalls in Gedanken bei dieser Begegnung festhing. Tri-Klops saß an einer Wanne mit Wasser, welches eigentlich zur Säuberung der Maschinen dienen sollte, und versuchte, das Öl aus dem Taschentuch zu waschen. 'Das wirst du mir büßen, Vipra!' Selbst in Gedanken spuckte er ihren Namen aus.

Das Öl wollte sich einfach nicht aus dem Stoff lösen. So sehr er es auch versuchte, er hatte den Eindruck, es wurde nur noch schlimmer. Dann plötzlich fiel ihm etwas auf, was ihm vorher entgangen war: In einer Ecke entdeckte er gestickte Initialen - sie hatten die gleiche Farbe wie der Stoff, so daß sie erst bei genauem Hinsehen erkennbar wurden. Sie waren durch das Öl schattig geworden, so daß sie nun deutlicher lesbar wurden: MV. Er hielt in seiner Arbeit inne. Hatte sie ihm nicht gesagt, ihr Name wäre Enya? Oder Anya? Er drehte die Initalen auf den Kopf. Das M hätte man vielleicht noch als W deklarieren können, aber wenn sich ihr Name mit A schrieb, dann fehlte deutlich der Mittelsteg. 'Dieses kleine Miststück hat mich belogen!' Er biß die Zähne zusammen und schleuderte das nasse Stück Stoff an die nächste Wand. Nachdem die erste Enttäuschung darüber ihr Ventil gefunden hatte, atmete er durch. Was hätte er auch anderes erwarten sollen? Welcher Mensch hätte seinen richtigen Namen preisgegeben, wenn er seinem Feind in die Finger fiel? 'Wie kann man nur so naiv sein?!' schalt er sich selbst. Dann ging er frustriert an die Arbeit, um sich abzulenken. Das wäre ohnehin effektiver und lebenssichernder, als sich die ganze Stunde, die er Zeit hatte, mit dem Taschentuch zu beschäftigen. Den Rest der Zeit konzentrierte er sich strikt darauf, die Maschine genau zu untersuchen und zu sondieren, wie er sein Kühlsystem möglichst unbemerkt einbauen konnte…

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #310 am: 06.02.2012, 13:15:38 »
„Aaahhhh. Oohhh. Uuuhhhh.“
Trap Jaw stoppte seine Bewegung und hielt inne.
Was war das für ein liebliches Geräusch? Auch Marlena horchte. Trap Jaw’s Griff war noch immer zu stark, um sich befreien zu können, doch suchte sie nun fieberhaft nach einem Ausweg aus ihrer misslichen Lage.
Das Geräusch wurde immer lauter und ließ sich almählich als Gesang identifizieren. Der Gesang einer Frau und sie schien näher zu kommen.
Trap Jaw sah verwirrt um sich.
„Was geschieht mit mir?“ brachte er hervor und ein heftiges Zittern befiehl seinen Körper.
Dies gab Marlena endlich die Möglichkeit, sich aus dem eisernen Griff zu befreien.
„Das soll aufhören. Mein Kopf.... ich werde .... mit mal so ... müde....“
Trap Jaw brach zusammen, erst auf allen vieren schien er sich gegen eine Ohnmacht zu wehren, doch je lauter der Gesang wurde, desto kleiner wurde sein Widerstand.
Marlena sah in die Richtung, aus der sie den Gesang vermutete und endlich trat eine junge Frau aus dem Dickicht. Ihre Erscheinung war wie ihr Gesang, wunderschön und Marlena konnte beobachten, wie Trap Jaw noch einmal versuchte, sich aufzubäumen, doch schlussendlich zusammenbrach und ohnmächtig wurde.

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #311 am: 07.02.2012, 07:39:04 »
Marzo wandte sich wütend von Sy-Clone ab. Das war nichts als Zeitverschwendung! Er mußte seine Energie auf andere Dinge konzentrieren, Dinge, die ihn weiterbrachten. "Verbrennt ihn", rief er seinen Zombies noch im gehen zu.

Als Marzo ihm den Rücken zuwandte, und sich von allen Seiten die Zombies dem leblosen Körper näherten, ging ein ruhiger Atemzug durch Sy-Clones Körper. Mit ein bißchen Glück hatte sich die Mühe gelohnt! Er hatte die Lebensfunktionen bis auf ein Niveau heruntergefahren, daß Marzo hatte denken müssen, er sei tot. Da er allerdings nicht tot war, war jeder Versuch, ihn zum Zombie zu verwandeln zum scheitern verurteilt gewesen. Jetzt, wo Marzos Aufmerksamkeit sich anderen Dingen zuwandte, war der Moment gekommen, wo er handeln mußte. Langsam, noch unbemerkt, holte er sich in's Leben zurück. Und kurz bevor die Zombies ihm bedrohlich nahe kommen konnten, schlug er die Augen auf. Er stand auf, und, noch ohne daß Marzo es bemerkte, ließ er den Oberkörper routieren.

Marzo bemerkte es, als der Wind aufkam, doch als er sich umdrehte, war es bereits zu spät. Sy-Clones Oberkörper war nicht mehr als ein Schemen, und um ihn herum erzeugte er einen Sog, der mehr und mehr einem Orkan gleichkam, die Zombies von ihren Füßen riß, Steine ergriff und herumwirbeln ließ. Hilflos mußte Marzo das Geschehen mit ansehen; er hatte Mühe, sich selbst auf den Beinen zu halten, und konzentrierte sich aufgewühlt nur darauf, nicht von den Steinen getroffen zu werden. Aus den Trümmern von Eternos begann ein Turm zu entstehen und in die Höhe zu wachsen, und nur zwei Personen blieben in dessen Inneren: Sy-Clone, und Marzo! Als der Turm eine beträchtliche Höhe gewonnen hatte, konnten die Zombies Marzo nicht mehr helfen.

Langsam kam Sy-Clone wieder zur Ruhe, bis er dem verblüfften Marzo mit souveräner Ruhe gegenüberstand. "Nun zu dir, Marzo!" Ohne daß Marzo intervenieren konnte, ließ er einen Arm kreisen und lenkte den Sog auf eine spezielle Weise, um sein Ziel zu erreichen. Der dadurch entstehende Wind wurde stärker, einem kleinen Sturm gleich, der an dem Amulett um Marzos Hals riß. In einem Reflex griff sich Marzo auf die Brust, doch da war es zu spät: Die Kette riß, und das Amulett flog in Sy-Clones Hände.

Die Starken werden schwach, die Schwachen werden stark. Snowblossoms Weißsagungen erfüllten sich in diesem Augenblick, als Sy-Clone das Amulett auffing. Marzos Glückssträhne war zu Ende, und vor den Augen des Gar verwandelte er sich zurück in eine kleine Kreatur mit großen Ohren, die einst unter dem Namen Gwildor bekannt gewesen war.

"Das wirst du mir büßen!" kreischte die Gestalt und deutete mit einem wurstigen Finger auf Sy-Clone. "Wenn du glaubst, es ist schon vorbei, dann hast du dich getäuscht!"
Sy-Clone lächelte leicht. Dann sah er nachdenklich nach oben. Für einen kurzen Augenblick verfinsterten mächtige, dunkle Schwingen den schummriger werdenden Himmel, der durch die Öffnung des Turmes zu ihnen herabfiel…
« Letzte Änderung: 07.02.2012, 07:44:24 von Natira »

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #312 am: 07.02.2012, 14:51:05 »
Er schloß die Finger fest um das Amulett. In Gedanken ging er die Möglichkeiten durch, die sich außerhalb der Turmmauern abspielen mochten. Was bewirkte es, daß er nun das Amulett hatte, statt Marzo, der die Zombiarmee wachgerufen hatte? Würden sie ihrem Meister noch immer folgen? Waren sie orientierungslos oder vielleicht sogar zu Staub zerfallen? Oder würden sie etwa dem Amulettträger folgen? Während er sich auf die Eventualitäten vorbereitete, schaute er auf das pulsierende Leuchten des Amuletts. Doch mit Schrecken registrierte er erst zu spät, daß das Amulett nicht mehr grün, sondern rot leuchtete. Als er es im Affekt fortschleudern wollte, stellte er fest, daß das Amulett ihm die Kraft entzog. Anstatt ihm die Macht zu geben, die Geschicke für Eternia in gute Richtungen zu lenken, nahm er ihm die letzte Kraft, um aus eigenem Antrieb etwas auszurichten!

Er versuchte, dagegen anzukämpfen, doch er hatte nicht einmal mehr genug Kraft, das Amulett von sich zu schleudern, als er zusammenbrach.
Gwildor lachte leise. "Dieser Tölpel! Anscheinend weiß er nicht einmal etwas mit dem Medaillon anzufangen!" Er ging zu dem am Boden liegenden Körper, um das Medaillon aus seinen Fingern zu ziehen, als sich ein Schatten über ihn legte, der selbst den Schatten der Turmmauer noch durchdrang. Als er aufsah, sah er am Rand des Gemäuers einen großen Schwarzdrachen sitzen, der ihn zu beobachten schien. "Was um alles…"
In dem Moment stürzte sich der Drache hinab, nahm das Medaillon auf, und erhob sich schnell wieder. Seine Schwingen kratzen an den Seiten des Turmes entlang, der für die Spannweite des Drachen eigentlich viel zu eng war. Doch der Drache schaffte es mit dem Schwung, wieder in die befreienden Lüfte zu gelangen, schoß einige Meter durch die Luft und landete auf einem Kreuz, das Medaillon noch immer fest gepackt.

Gwildor hob schüttelnd die Faust und schrie dem Drachen aufgrebracht hinterher, ohne zu ahnen, daß dieser ihm gerade das Leben gerettet hatte.

Granamyr beobachtete die Szene nachdenklich im Spiegel der Visionen. "Ein Schwarzdrache und das Medaillon, und es hat sich in's Gegenteil verkehrt!" Er beobachtete den zerstörten Platz, der einst Eternos gewesen war. Überall waren Schwarzdrachen gelandet und umkreisten die Zombiarmee und den Turm. "Was hat das nur zu bedeuten?" Gerade, als er darüber nachdachte, daß es an der Zeit war, einzugreifen, kam Daria völlig außer Atem bei Granamyr an.

In der Zwischenzeit, an einem ganz anderen Ort Eternias: "Ich fasse es nicht! Wie konnten sie mich hier zurücklassen? Wenigstens bis auf' Festland hätten sie mich wieder mitnehmen können!" - Nun, von Festland zu sprechen bedeutete in diesem Fall, einen See aus kochender Lava zu überqueren. Whiplash lief aufgebracht auf dem Felsplateau herum, auf dem vor kurzem noch eine große Konferenz der Drachen stattgefunden zu haben schien. Nachdem er mit sich gehadert hatte, ob es angenehmer war, in heißer Lava umzukommen oder sich von einem Drachen verspeisen zu lassen, hatten sich die vielen Körper plötzlich in die Lüfte erhoben, und er hatte den Moment verpaßt, sich wieder in Erinnerung zu bringen. Seine winzige, winkende und schreiende Gestalt jedenfalls hatte keiner der Drachen mehr beachtet, als sich die Gruppe auf den Weg gemacht hatte.
« Letzte Änderung: 07.02.2012, 14:56:36 von Natira »

Offline Motuwahn

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #313 am: 08.02.2012, 17:23:49 »
Marlena sah ihre Lebensretterin verwirrt an. Es war eine junge, attraktive Frau mit orange-roten Haaren. Sie trug ein hellblaues Kleid, welches an den Seiten die Beine entblösste.
„Ich bedanke mich für Eure Hilfe.“ brachte die Königin schließlich hervor.
„Ihr müsst mir nicht danken, ich helfe gern, wenn jemand in Not ist. Geht es Euch denn gut?“ antwortete die junge Frau freundlich.
„Danke, ja, ich bin noch mal davon gekommen. Sagt, wie habt ihr es gemacht, dass er zusammengebrochen ist. Ich hab nur euren Gesang gehört.“
„Oh, dass ist eine Gabe, welche ich seit Kindesalter besitze. Durch meinen Gesang kann ich Wesen, welche sich dem Bösen verschrieben haben zum schlafen bringen. Einst habe ich damit mein Dorf vor einem bösen Dämon beschützt, aber eines Tages wurde ich von Skeletor geraubt und der Dämon erwachte. He-Man rettete mich damals und der Dämon wurde verbannt. Skeletor war einfach zu mächtig, selbst mein Gesang konnte ihn damals nicht aufhalten. Und gestern wurde mein Dorf von einer Horde Drachen grundlos zerstört. Ich und ein paar andere Bewohner konnten zwar fliehen, doch haben wir uns auf der Flucht verloren.“
„Drachen? Sagtest du Drachen?“ Marlena, welche interessiert zugehört hatte, horchte bei der Erwähnung der Echsen auf.
„Dann seit ihr auch Opfer der Drachen geworden. Bei der Göttin. Eternos ist ebenfalls gefallen.“
„Das kann nicht sein.“ die junge Frau wirkte entsetzt.
„Leider doch, ich hab es hautnah miterlebt, wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Marlena. Wie darf ich euch ansprechen?“
„Marlena? Die Königin? Verzeiht mir, Eure Hoheit, mein Name lautet Celice.“ und Celice verneigte sich hastig vor der Königin, welche aber abwinkte:
„Bitte nicht so förmlich, wir sitzen im Moment im gleichen Boot. Sag, hattest du ein bestimmtes Ziel vor Augen, bevor ich dich hier aufgehalten habe?“
„Ich wollte nach Calveren, dass Dorf liegt als nächstes von uns und wir wären gegen abend dort. Es wäre mir eine Ehre, wenn ich mich begleiten würdet.“
„Calveren.“ Marlena überlegte.
„Eigentlich muß ich nach Snake Mountain, aber dass scheint in meiner jetzigen Lage wohl unmöglich zu sein. Also gut, ich werde mit dir kommen, vielleicht ergibt sich dort etwas. Aber was sollen wir mit ihm machen?“ und dabei nickte Marlena in Richtung des schlafenden Trap Jaw.
„Er wird noch eine Weile schlafen, bis er aufwacht sind wir längst in Calveren. Lassen wir ihn hier schlafen, wir sind zu schwach, ihn zu tragen. Und, darf ich fragen, was ihr in Snake Mountain zu tun gedenkt?“
„Also gut, dann lass uns aufbrechen und ich werde dir auf unserem Weg die Geschehnisse der letzten Tage berichten.“

Uns so machten sich die beiden Richtung Calveren auf, während Trap Jaw weiter auf der Lichtung schlummerte.

Offline Natira

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Re: Gemeinsames Werk
« Antwort #314 am: 08.02.2012, 19:15:22 »
Die Tür flog auf, und Tri-Klops zuckte zusammen. Er war nicht ängstlich - aber im Augenblick war er etwas nervös.
Vipras Umrisse zeichneten sich im Türrahmen ab. "Und, wie kommst du voran?"
Tri-Klops war in Entsetzen erstarrt. So sehr konnte ihn sein Zeitgefühl nicht betrogen haben! Ohne tatsächlich zu wissen, wie Recht er hatte, schoß er in's Blaue: "Die Stunde ist noch nicht rum!"
"Ich kann mich frei hier bewegen", sagte Vipra, kam mit geschmeidiger Schlangenbewegung herein, und knallte dann die Tür zu. "Du nicht!" Sie ging an die Maschine und strich über die Armaturen. "Was passiert, wenn ich diesen Knopf drücke…?"
Die Frage, die sich anhörte, als hätte sie keine Ahnung, war sehr mit Bedacht gewählt, und das wußte auch Tri-Klops. Nachdem er sich die Maschine angeschaut hatte, konnte es verschiedene Varianten geben, die von einem Knopfdruck ausgelöst wurden, und sie ließ nur eine davon zu!
"Noch nichts anderes als vorher auch!" grollte er, trat aber vorsichtshalber einen Schritt zurück, als sie bedächtig näher kam.
"So? War das der arrogante Mensch, der mir vorhin noch mit einer unvergleichbaren Überheblichkeit präsentierte, es wäre kein Wunder, daß die Maschine nicht so funktioniert, wie sie soll? Und du bist nicht in der Lage, das Wunder in einer halben Stunde zu vollbringen? Ich habe erwartet, daß ich hier ein stolzes Ergebnis präsentiert bekomme!" Sie wandte sich vermeintlich von ihm ab, was ihn unvorsichtig werden ließ, dann drehte sie sich blitzschnell um und preßte ihn an die Wand, daß ihm der Atem stockte. "Mein Rat ist: Du bist zukünftig weniger überheblich, denn mehr effektiv! Denn sonst bist du für uns wertlos!"
Tri-Klops biß die Zähne zusammen, aus Ärger, Verzweiflung und vor den Schmerzen im Rücken, die er nach der Wucht des Aufpralls unvermeidlich hatte. 'Eine halbe Stunde war es also', resümierte er für sich. 'So ein verdammter Mist! Hätte ich nicht die Hälfte davon mit dem Taschentuch zugebracht, hätte ich es geschafft, zumindest eine Teilmodifikation fertigzubekommen!'
Er spürte ihre Klauen schmerzhaft in seinen Rippen, während er bewegungsunfähig zwischen ihr und der Wand stand, und wenn sie züngelte, fürchtete er, es dauerte nicht mehr lange, und der Abstand zwischen ihrem und seinem Gesicht würde zu kurz, um einen Kontakt zu vermeiden. "Und jetzt laß uns lieber zusammen arbeiten! Ich werde langsam hungrig, und wenn ich hungrig bin, werde ich ungehalten!"


He-Man und Enya hatten mittlerweile die Gelegenheit ergriffen, und mit den Kommandanten über die aktuelle Lage gesprochen. Viel neues kam dabei zwar nicht auf den Tisch - auch in Calveren war man bereits auf viele Eventualitäten vorbereitet - trotzdem versetzten die Berichte der beiden die Soldaten in von Calveren in Sorge. Zumindest wußte man jetzt, worauf man sich vorbereiten mußte.

Nach dem Gespräch waren He-Man und Enya erst einmal auseinander gegangen. He-Man nutzte den Augenblick, um etwas zu essen, und auch, um über einige Dinge, die Enya gesagt hatte nachzudenken. Anschließend ging er mit Battle Cat durch die Straßen von Calveren. Es gefiel ihm zwar nicht, aber er konnte im Augenblick nicht viel tun, bis er die Möglichkeit hatte, mit Stratos zu sprechen…
« Letzte Änderung: 13.02.2012, 17:13:07 von Natira »