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  • 18.10.2018, 08:01:48

Autor Thema: Episode I Die Macht des Kobrazepters  (Gelesen 1763 mal)

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Offline Zodakkian7

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Episode I Die Macht des Kobrazepters
« am: 01.06.2005, 17:30:58 »
Sodele...
da es scheinbar mode ist, die Fanfics direkt als threads zu posten, mach ich das auch...
"Die Macht des Kobrazepters" ist die erste Geschichte meines canons, einer ganzen serie von aufeinander basierenden Storys.
Generell beziehe ich meine Hintergrundinfos nur aus dem classischen Cartoon, der dazugehörigen MotU Bibel und den Minicomics (natürlich nicht aus den ersten von DC, da dort eine andere Geschichte erzählt wird), einige anleihen hole ich mir (zwar selten) aus den HSP´s.

ich wünsche euch viel spass und mir viele bewertungen  :;):


Episode I

Die Macht des Kobrazepters


Sichelförmig schob sich der Mond über den Ever Green Forest, tauchte den Wald in gespenstisches, silbriges Licht. Nebel waberte zwischen den Bäumen, ließ kleine Büsche und Sträucher, das Gras, die Wiesen und den Erdboden gänzlich optisch verschwinden. Der Wind wirbelte Nebelschwaden auf, ließ das Laub der Bäume in einer sanften nächtlichen Brise rascheln. Die Tiere des Waldes hatten sich unlängst vor der Dunkelheit in ihre Schlupflöcher zurückgezogen. Lediglich ein Käuzchen hörte man hin und wieder rufen.
Und mitten in diesem nächtlichen Szenario erhob sich urplötzlich, düster und unwirklich aus dem Nebel und der Dunkelheit, ein Schloss gegen den Nachthimmel empor. Die Front war ein bloßer, gräulicher, von Grün bewachsener Totenschädel, der von zwei ebensolchen Türmen flankiert wurde. Ein breiter, niemals zu enden scheinender Graben umgab das Schloss und eine Anhöhe erhob sich einer Brücke gleich mit zwei Steinbögen gegen das Tor, das als Zugbrücke in das Maul des Schädels eingelassen war.
Es war Castle Grayskull, die Burg der alten und weisen Magier von Eternia, die einst ihre Kräfte und ihre Geheimnisse auf die Burg übertragen hatten. Nun wurde das Schloss von einer mächtigen Zauberin bewacht, die dafür sorgte, dass niemals die Geheimnisse und das Wissen der alten und weisen Magier in die Hände des Bösen geraten könnten.
Die amtierende Zauberin war Teelana, eine sehr schöne, junge Frau, und sie tat das, was die meisten anderen Bewohner des Planeten Eternia um diese Zeit auch taten; Sie schlief.
Doch es war ein unruhiger Schlaf. Schon seid einigen Wochen, genauer gesagt seid der Wiederauferstehung der Schicksalstürme von Eternia, die ihr von nun an erlaubten, auch außerhalb von Schloss Grayskulls Mauern in menschlicher Form zu bestehen und in vollstem Masse über ihre magischen Zauberkräfte zu verfügen, plagten sie schreckliche Alpträume.
So urplötzlich wie von einem Blitz getroffen, und schweißgebadet, erwachte sie aus ihrem Schlaf. Da war er wieder! Der Traum, der sie seid Wochen schlecht bis gar nicht hatte schlafen lassen.
Sie hatte eine Vision gehabt, wie sich das Volk von Eternia gegen den rechtmäßigen Herrscher, König Randor, richtete. Sie hatte „gespürt“, was für einen Traum schon ungewöhnlich real war, dass die pure Angst und der pure Hass freigesetzt wurden.
Und inmitten dieses Szenarios aus Zerstörung und Verderben hatte sie eine junge Frau gesehen, die ihr aufs Haar glich. Eine junge Frau, mit hochgestecktem, braunem Haar, die einen menschenhohen Stab in Form einer Kobra trug, und gegen die Angst und den Hass, die von ihr Besitzt ergreifen wollten, anzukämpfen versuchte.
Teelana hielt sich den Kopf. Was war nur los? Ihre Zauberkräfte waren stark und für gewöhnlich konnte sie Realität - sowohl Vergangenheit und Gegenwart, als auch Zukunft - und Träume und Visionen auseinander halten. Sie stand auf und „ging“ - was für die Zauberin ebenfalls ungewöhnlich war, für gewöhnlich schwebte sie als rote Nebelwolke durchs Schloss oder beamte sich schlicht an den gewünschten Ort - in ihr Bad und stieg unter eine kalte Dusche um ihre Gedanken zu ordnen.
Wenig später schritt sie mit dunklen Augenringen und Sorgenfalten auf der Stirn die langen, düsteren Gänge von Schloss Grayskull zu ihrem Thronsaal hinab. Ein bloßer Gedanke der schönen Frau genügte, und der Geisterspiegel, mit dem die Zauberin bis in die entlegendsten Gebiete Eternias blicken konnte, schwebte herbei. Der Spiegel leuchtete kurz auf und zeigte ihr, wo die junge Frau, die sie in ihrem Traum gesehen hatte, nun war.
Erleichtert stellte Teelana fest, dass die Oberbefehlshaberin der königlichen Wachen, ruhig und friedlich in Eternis im Königspalast in ihrem Bett lag und schlief.
„Du versuchst noch immer herauszufinden, was dieser Traum zu bedeuten hat, nicht wahr?“ Sprach eine tiefe, aber gutmütige Männerstimme hinter ihr. Die Zauberin drehte sich nicht um, lange bevor er zu sprechen begonnen hatte, hatte die Zauberin die Anwesenheit des kosmischen Magiers gespürt.
„Ja, Hüter des Kosmos. Es begann alles mit der Wiederauferstehung der Schicksalstürme von Eternia.“ Sie drehte sich nun um, sah ihm in die Augen.
„Vieles hat sich geändert, seid sie wieder stehen.“ Sprach Zodac und begann aufzuzählen. „Das Schloss erlaubt dir, auch außerhalb seiner Mauern als Frau zu existieren und deine magischen Fähigkeiten zu gebrauchen. Ebenso bist du selbst verständlich auch für den Schutz der Türme des Schicksals zuständig.“
„Ja, eine neuerliche Pflicht, eine Bürde, bei der ich mir nicht sicher bin, ob ich sie allein tragen kann.“ Die schöne und kluge Frau seufzte kurz auf.
„Nun, es ist nicht deine Bestimmung, diese Bürde allein zu tragen.“ Erwiderte Zodac, der Hüter des Kosmos.
„Ja, He-Man hilft mir wo er kann, und auch die anderen Masters of the Universe…“ Teelana blickte wieder zu ihrem Geisterspiegel, wo sie das Abbild des Captains der königlichen Garde beobachten konnte.
„Nein, das habe ich nicht gemeint.“ Sprach Zodac sachlich.
„Sondern?“ Teelana drehte sich wieder zu ihm um. Sie kannte die Antwort. Sie WÜNSCHTE sich diese Antwort sogar. Und sie wusste, dass er wusste, dass sie die Antwort kannte. Doch sie wollte es aus dem Mund des kosmischen Hüters hören.
„Du weißt es, schöne Zauberin. Es ist an der Zeit, dass Teela ihren rechtmäßigen Platz an der Seite ihrer Mutter einnimmt und den Stab erhält. Die Alten haben, als die Türme des Schicksals versenkt wurden, vorhergesehen, dass sie wieder auferstehen würden, und sie wussten, dass der Hüter von Schloss Grayskull nicht imstande sein würde, sich auch um die drei Türme zu kümmern. Nur deshalb wurde er geschaffen.“ Erklärte Zodac.
Teelana nickte knapp, erhob ihre rechte Hand, woraufhin ein langer, menschenhoher Stab erschien, der Stab, von dem sie geträumt hatte, in der Form einer braunen Kobraschlange.
„Sie muss die Waffen, die ihr seid sie in der Wiege lag, zugesprochen wurden, endlich erhalten. Doch wähle den Ort und den Zeitpunkt der Übergabe gut, Zauberin von Grayskull! Ich weiß, dass dir das nicht schwer fallen wird…“ Mit diesen Worten verschwand Zodac, genauso geheimnisvoll, wie er aufzutauchen pflegte, wieder von der Bildfläche und ließ Teelana allein und nachdenklich in der großen Thronhalle von Schloss Grayskull zurück…

*

Weit ab von Schloss Grayskull und dem Ever Green Forest, in den düsteren und unheimlichen Mystic Mountains, ragte ein schroffer, massiver Felsen, spitz und bizarr, gegen den Nachthimmel empor. Eine Schlange wandte sich um den Felsen und neben ihr ergoss sich ein blutroter Wasserfall in die von Nebeln verschleierte und Dämonen bewohnte Ebene. Es war Snake Mountain, die Burg des Bösen, in der Skeletor, dem Herrscher der Unterwelt, mit seinen Dämonen und Spießgesellen hauste.
Der totengesichtige Ursprung allen Übels saß an seinem Ratstisch mit der eingefassten Kristallkugel auf seinem aus den Knochen eines Widders gefertigten Thron, und beobachtete durch jene Kugel das weit entfernte Castle Grayskull.
Er wusste, dass er nur Eternia würde unterjochen können, wenn er die geheimen Mächte von Grayskull eroberte. Doch die Hüterin von Schloss Grayskull war stark in der Magie und der Weisheit, und sie hatte mächtige Verbündete, allen voran He-Man, der mächtigste Mann im Universum, der ihr half, Grayskulls Mauern gegen das Böse bestehen zu lassen.
Mit einem wutverzerrten Gesicht wandte er sich von der Kugel und dem, was sie zeigte, ab. Er hatte durch lange Umstände und ein bisschen Mithilfe von Scare-Glow, seinem bösen Geist, herausgefunden, dass sich die Steintafeln der Schatten auf Shadow Island befanden, mit denen er angeblich seine Feinde, die Masters of the Universe, an den Rand der Verzweiflung bringen könnte.
Diese Steintafeln beschrieben angeblich, wie man die Urängste der Menschen und jedes anderen Lebewesens kontrollieren könnte. Wenn er dies schaffte, würde er He-Man mühelos sein Schwert, das mächtige Power Sword von Castle Grayskull, abnehmen können, und es gegen die Zauberin richten. Dann wäre er auf seinem Weg zur Machtübernahme auf Eternia einen gewaltigen Schritt vorangekommen!
Er zog die Landkarte von Shadow Island, die neben der Kugel auf seinem Ratstisch gelegen hatte, näher zu sich heran und studierte sie kurz. Dann begann er sich zu konzentrieren, und schickte eine telepathische Nachricht an seine Hexenmeisterin.
„Evil-Lyn, Zauberin der Nacht, ich dein Herr Skeletor, rufe dich zu mir!“
Der Herr des Bösen musste nur kurz warten, bis sich eine pechschwarze Wolke in seiner Thronhöhle bildete. Sie öffnete sich und heraus trat die schmale Gestalt eine Hexe: Evil-Lyn, die Herrscherin des Schattenreiches, trug einen dunkelblauen Kampfanzug mit Zierrüstung. Auf ihrem Kopf trug sie einen dunkelblauen Helm.
„Skeletor, warum hast du mich zum Schlangenberg gerufen?“ Fragte sie, kaum, dass sie ihren Platz am Ratstisch eingenommen hatte.
„Ich habe herausgefunden, wo sich die Steintafeln der Schatten befinden, Teuerste!“ Antwortete der Skelettgesichtige.
Evil-Lyns Augen weiteten sich. Ihr, als Herrscherin des Schattenreiches, waren die Sagen und Geschichten über die Tafeln der Schatten durchaus bekannt. Und sie kannte auch die geheimnisvollen Kräfte, die auf diesen Tafeln beschrieben wurden und die mit diesen Tafeln freigesetzt werden konnten.
„Und wo genau sind sie?“ Fragte Evil-Lyn. Vor Aufregung hatte sich ihre Haut ganz gelb verfärbt.
„Auf Shadow Island.“ Skeletor zeigte seiner Hexenmeisterin die Landkarte. „Inmitten eines unterirdischen Labyrinths. Ich selber kenne mich dort unten nicht aus, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir beide mithilfe unserer magischen Kräfte und Scare-Glow den richtigen Weg finden wurden. Scare-Glow weiß über Dinge bescheid, von denen in der heutigen Zeit niemand wissen kann.“ Evil-Lyn nickte.
„Wann willst du aufbrechen?“ Hakte sie nach.
„Sobald Scare-Glow hier ist!“ Er reckte seinen Widderstab empor und schickte Gedankenwellen an den gespenstischen Verbündeten…

*

Inmitten einer weiten Ebene, umgeben von klaren Flüssen, kleineren Seen und fruchtbaren Feldern, erhob sich ein gigantisches Plateau. Auf dieser riesigen Steinplatte war einst Eternis, die Hauptstadt des Planeten Eternia, erbaut worden. Hoch über der Stadt zeigte sich der rötliche, runde Königspalast des Herrschers von Eternia und seiner Familie.
Die Sonnenstrahlen krochen langsam an den Wänden des Schlosses empor, fielen schließlich durch die Fenster und weckten die Bewohner. Einer von ihnen war Prinz Adam, der Sohn von König Randor und seiner Gemahlin Marlena. Der junge Prinz war blond, durchtrainiert und sehr auf sein Äußeres bedacht.
Er gähnte, als er die Augen öffnete und blinzelte dem Morgenlicht entgegen. Er stand schwerfällig auf und begab sich in sein Badezimmer. Er versuchte sich zu beeilen, denn gleich als erstes an diesem Tag wollte Teela, die Oberbefehlshaberin der Wachen, mit ihm trainieren.
Bei dem Gedanken daran musste Adam schmunzeln: ER war der letzte, dem man etwas im Schwertkampf oder sonstigen Waffengebrauch beibringen musste. Denn durch das Zauberschwert von Grayskull wurde er in Zeiten der Gefahr zu He-Man, dem mächtigsten Mann im Universum. Aber all dies wusste Teela natürlich nicht; Lediglich Duncan, der Waffenmeister am Hofe des Königs, Orko, der trolanische Zauberer und die Zauberin von Grayskull wussten von diesem Geheimnis. Und natürlich Cringer, sein fauler Schosstiger, der während dieser Verwandlung zu Battle-Cat, dem mächtigen Kampftiger wurde.
Aber da Teela den Prinzen ohnehin schon, übrigens ebenso wie sein Vater, für einen verächtlichen Feigling hielt, schritt er vor dem Frühstück hinunter zum Trainingsplatz, wo Teela bereits auf ihn wartete.
„Du bist ja mal pünktlich.“ Spottete sie zur Begrüßung.
„Und was stört dich daran?“ Fragte Adam desinteressiert. Teela war eine gute Freundin, aber zuweilen ging sie ihm auf den Geist, wenn sie versuchte, aus ihm einen verantwortungsvollen Prinzen zu „machen“. Allzu oft war sie ungehalten und ungeduldig.
„Nichts.“ Erwiderte Teela schlichtweg. Sie wies auf einen mobilen Waffenständer. „Nimm dir eines der Schwerter und komm her. Wir beginnen sofort.“ Adam parierte und nahm sich ein Schwert und einen Schild. Dann stellte er sich vor Teela, die ebenso bewaffnet war wie er, auf.
„Versuche mich zu bekämpfen.“ Sprach sie gebieterisch. Adam erhob sein Schwert und ließ es gegen die schmale Frau niedersausen. Doch geschickt und flink wie sie war, wich sie seinem Hieb aus, parierte ihn mit ihrem Schild und ging mit ihrem Schwert in die Offensive.
Adam hielt seinen Schild dagegen, so wie Teela es ihn gelehrt hatte. Dann zog er sein Schwert zurück, beschrieb einen Bogen und griff Teela erneut an. Die junge Frau wehrte den Hieb wieder mit Leichtigkeit ab.
„Ach Adam.“ Seufzte sie. „Lernst du es denn nie?“ Keinen Moment später schaffte sie es, Adam den Schild mit einem geschickten Trick abzunehmen.
„Du musst dir mehr Mühe geben!“ Rief sie. „Ich sehe den Tag, an dem DU König wirst! Ich bezweifle jedoch sehr stark, dass du in die Fußstapfen deines Vaters treten kannst. Du bist ja nicht mal imstande dich gegen mich zu wehren, wie willst du dann deinen Planeten verteidigen?“
Adam hatte genug! Zu oft schon hatte er sich den Demütigungen seines Vaters und seiner Wächterin aussetzen müssen. Er selber war der größte Held Eternias, doch er durfte es niemandem Sagen. Doch auch wenn er nicht von Grayskulls Mächten gestärkt war, so konnte er trotz allem, und aufgrund jahrelangen Trainings mit Teela, doch gut ein Schwert führen.
Adam hielt nun sein Schwert mit beiden Händen umklammert und griff Teela an. Mit voller Stärke traf sein Hieb ihren Schild, den sie schützend vor sich gehalten hatte. Doch als sie hoffte, ihn nun mit ihrem Schwert entwaffnen zu können, nahm er blitzschnell sein Schwert zurück und schlug gegen ihr Schwert, hielt es weit von sich weg, hielt sein eigenes nur noch mit einer Hand, mit der anderen Hand nahm er ihr den Schild ab und warf ihn weit weg.
Teela wich erschrocken einen Schritt zurück. Doch schon im nächsten Moment schien sie sich gefangen zu haben. „Adam!“ Rief sie freudig. „Endlich hast du es begriffen!“ Nun lieferte ihr Adam einen schweren Kampf. Zwar gewann sie, doch es war weit aus schwerer für sie, den jungen Prinzen abzuwehren.
Das Training endete damit, dass Adams Schwert mit einem lauten Scheppern zu Boden fiel. Etwas außer Atem, aber zufrieden mit ihrem Schüler, stützte sich Teela auf ihr Schwert.
„Siehst du Adam, du kannst es! Wenn du nur willst!“ Sprach sie in versöhnlichem Ton. Adam zuckte nur mit den Schultern.
„Dann hör auf mich ständig zu nerven, ich könnte niemals einen Kampf gegen die Dämonen des Bösen bestehen.“ Erwiderte er trotzig. „Und nun, holde Teela, werde ich mein wohl verdientes Frühstück einnehmen…“ Sprach er und machte eine verspottende Verbeugung…

*

Sehr unleise landete der Fright Fighter auf Shadow Island. Skeletor und seine Begleiter, die Evil-Lyn, Scare-Glow, Jitsu, der Karatemeister, und Spikor, der stachelige waren, stiegen aus. Sie musterten die Umgebung mit äußerstem Argwohn. Die Insel schien ihren Namen nicht umsonst zu haben und wirkte, als würde ein Fluch auf ihr lasten:
Merkwürdige Pflanzen, die es auf dem Festland nicht gab, reckten sich gespenstisch gegen den düsteren Himmel empor. Überall schienen Schatten um sie herum zu schweben, Geister huschten hier und da zwischen den Bäumen umher, die geisterhaft und unheimlich gewachsen waren. Tiere und Kreaturen kreuchten und fleuchten zwischen den Nebeln über den Boden und der komplette Himmel war von Wolken verdeckt. Ein Wispern ging durch die Wälder und Ebenen der Insel, es war, als würden die Dämonenschatten miteinander flüstern.
„Skeletor…“ Stammelte Jitsu, der Karatemeister. „Mir ist unheimlich…“ Er rieb sich fröstelnd die Oberarme. Hätte er einen Umhang bei sich gehabt, er hätte ihn jetzt fest um sich zugezogen.
„Haha!“ Lachte Evil-Lyn ihn aus. „Höre ich etwa Angst aus deinen Worten?“ Sie grinste gehässig. „Diese Insel ist wie geschaffen für uns!“ Sie breitete die Arme aus, schloss die Augen und atmete tief durch. Es war, als würde sie alles Dunkle und Unheimliche in ihrem Umkreis aufnehmen, und zu ihrer eigenen Stärkung nutzen.
„Nein… Angst habe ich keine, Hexenmeisterin!“ Knurrte Jitsu pikiert zurück. Evil-Lyn nahm ihre Arme wieder runter, öffnete die Augen und sah ihn herablassend an, hatte bereits eine passende Antwort auf der Zunge.
„Schluss jetzt!“ Wisperte Skeletor heiser. Der Unterton in seiner Stimme stoppte den abzusehenden Streit der beiden auf der Stelle. „Nur wenn wir zusammenhalten können wir unser Ziel erreichen, sonst werden wir scheitern!“ Jitsu verneigte sich leicht um seine Unterwürfigkeit zu demonstrieren. Evil-Lyn hingegen schürzte nur die Lippen. Die Hexe genoss hohes Ansehen und hatte sich in langen Jahren harter Kämpfe den Respekt Skeletors erobert.
Der Herr der Unterwelt holte nun die Landkarte von Shadow Island unter seiner Rüstung hervor. Er studierte sie kurz.
„Meister…“ Wisperte ein Skelettartiges Wesen neben Skeletor, von dem ein leichtes, ständig aufflackerndes Glühen ausging, es war Scare-Glow, der böse Geist Skeletors, den der Herrscher des Bösen einst zusammen mit Ninjor hatte erscheinen lassen, als er die furchtbarsten Monster aus Zeit und Raum beschworen hatte.
Das Wesen zeigte mit einem seiner knöchernen Finger auf einen bestimmten Punkt in der Landkarte. „Die Stadt, die einst hier auf dieser Insel gestanden hatte… und in der die Steintafeln verborgen sind… sie ist auf dem östlichen Teil der Insel. Wir sind aber auf dem westlichen Teil gelandet!“ Skeletor hatte verstanden. Er nickte.
„Dann gehen wir in die Richtung.“ Er rollte die Karte wieder ein und verbarg sie unter seiner Rüstung. Mit seinem Widderstab in der Faust schritt er vor seinen Dämonen her Richtung Osten…

*

Adam saß zu dieser Zeit beim Frühstück im Königspalast. Er beschäftigte sich gerade angestrengt mit dem Belegen eines Brötchens, um Teelas Erzählungen – Sie berichtete allen, ob sie es hören wollten oder nicht, welche Fortschritte Adam bei ihrem Training gemacht hatte – zu überhören.
Der König schien begeistert. „Das wurde aber auch Zeit, mein Sohn, ich bin stolz!“ Flog die Stimme des Königs durch den Raum.
Königin Marlena hatte Adam nur zugezwinkert. Schon öfter hatte Adam das Gefühl gehabt, dass seine Mutter wohl um sein – und He-Mans! – Geheimnis wusste. Und sein Gefühl wurde bestätigt, als Marlena ihren Sohn nach einem Kampf einmal zur Seite genommen und gemeint hatte: „Eine Mutter kennt ihren Sohn immer am besten.“ Daraufhin hatte sie ihm wieder zugezwinkert.
Wusste sie, dass er He-Man war?
„Dann kann Adam ja bald mit uns gegen Skeletor kämpfen!“ Erwiderte Mekaneck, der galaktische Kundschafter, lauthals über die gedeckte Frühstückstafel.
Adam empfand es als puren Spott. Er hasste das ganze dumme Getue ums Kämpfen, richtiger Prinz sein, oder kein richtiger Prinz sein, bloß weil man ein Schwert führen konnte, oder eben nicht. Wenn die alle wüssten! Dachte der Prinz grimmig.
Oh ja, wenn sie nur wüssten! Auf Knien würden sie um Vergebung für ihren Spott und ihren Hohn BETTELN!
Nachdem auch noch Ram-Man, der Mauer brechende Titan, eine passende Bemerkung abgegeben hatte, hatte Adam genug. Er stand auf.
Und ging. Es war ihm egal, dass ihm seine Eltern, die Giganten und das Gefolge des Königs verwundert nachsahen.
Cringer, sein Schosstiger war an seinen Fersen und folgte ihm.
„Es ist nicht zum Aushalten!“ Fauchte Adam seinem Tier zugewandt.
„Ach, lass sie doch reden.“ Antwortete der Tiger mit einem tiefen Gähnen. „Eines Tages werden sie es bemerken, und auch, wie dumm sie sind…“ Adam wollte gerade etwas erwidern, als er eine Stimme, einen telepathischen Ruf der Zauberin von Grayskull, in seinem Inneren vernahm.
„Adam, du musst umgehend zum Castle Grayskull kommen, es ist ungeheuer wichtig.“ Waren ihre Worte an ihn.
„Ich mach mich sofort auf den Weg.“ Antwortete Adam, zuerst etwas irritiert.
„Aber nimm Teela mit, du könntest ihre Hilfe gebrauchen…“ Sprach sie, dann brach die telepathische Verbindung ab.
Adam sah sich um. Er lief hinunter in das Labor von Duncan, da zu dieser Zeit niemand dort sein würde, weil sie alle beim Frühstück waren. Kaum, dass er die Tür hinter sich zugeschlagen hatte, reckte er sein Zauberschwert empor und rief: „BEI DER MACHT VON GRAYSKULL!“ Blitze und Farbwirbel umgaben ihn, und verwandelten ihn in He-Man, den mächtigsten Mann des Universums.
„ICH HABE DIE ZAUBERKRAFT!!!“ Rief er und richtete danach sein Schwert auf seinen zierlichen Haustiger Cringer. Auch er wurde von Blitzen und Farbwirbeln umhüllt und als sie ihn entließen, war er Battle-Cat, der mächtige Kampftiger, der nicht mehr im Mindesten an den kleinen  Cringer erinnerte.
Auf dem Rücken des treuen Freundes ritt He-Man wieder zum Palast hinauf, wo mittlerweile das Frühstück beendet war. In der großen Eingangshalle kamen ihm Teela, Orko und Man-At-Arms entgegen. Als sie He-Man sahen, änderten sich ihre Gesichtsausdrücke:
Teela bekam einen rosigen Glanz auf den Wangen, der ihre Freude ausdrückte, dem Helden zu begegnen. Auf Duncans Gesicht nahm eine Sorgenfalte einen Großteil der Stirn für sich ein, denn Adam wechselte nur im Falle einer Gefahr für Eternia zu seiner zweiten Identität über. Orko hingegen sah man den Wechsel gar nicht an; Sein Gesicht war stets unter einer Kapuze verborgen. Lediglich seine gelben Augen lugten darunter hervor, doch auch sie wurden rasch größer, als sie He-Man erspähten.
„Teela, Duncan, Orko… Die Zauberin hat mich nach Castle Grayskull gerufen. Es scheint sehr wichtig zu sein.“ Erklärte er.
„Dann haben wir keine Zeit zu verlieren.“ Erwiderte Duncan, der Man-At-Arms, ohne zu zögern. „Wir nehmen den Blaster Hawk. Mit dem Feuerfalken sind wir schneller bei Grayskull als mit jedem anderen Fahrzeug, das ich gebaut habe.“ Und so schritten die Freunde hinab zur Maschinenhalle, um dem Ruf der Zauberin zu folgen…

*

Auf Shadow Island hatten Skeletor und seine dämonischen Begleiter bereits den östlichen Teil der Insel erreicht. Die Insel war nicht sehr groß, und sie hatten sich mit Hilfe von Evil-Lyns Magie und Skeletors Karte sehr gut auf ihr zu Recht gefunden.
Nun standen sie vor einer Stadt. Oder besser gesagt: Der Ruine einer Stadt. Skeletor hatte laut der Karte vage Andeutungen darauf, wo sich das Labyrinth befand, nämlich unter der Festung, die sich über der Stadt erhoben hatte.
Aber da von der Stadt nichts als zerstörte Grundmauern übrig geblieben waren, war es sehr schwer auszumachen, was von den Überresten mal eine Bastion gewesen war.
„Es ist wirklich fast alles zerstört.“ Grunzte Jitsu und strich sich seinen spärlichen Bart glatt.
„Ja, jemand muss großen Wert darauf gelegt haben, dass die Steintafeln niemals wieder gefunden würden.“ Erwiderte Spikor und fuhr den in seinen linken Arm eingefassten Dreizack mit einem geräuschvollen „Schnapp“ ein und aus.
„Aber ich wäre nicht die Herrscherin des Schattenreiches wenn ich dieses Problem nicht bewältigen könnte!“ Erwiderte Evil-Lyn herablassend. Sie hielt ihren langen Stab, der in einer Krallenhand endete die eine Kristallkugel umfasste, wie eine Wünschelrute vor sich und schritt zwischen den Ruinen auf und ab. Schon bald glühten ihre Augen entzückt auf und im Schein ihres eigenen Stabes, wies sie auf die von Pflanzen überwucherten Grundmauern von etwas ziemlich Großem.
„Ich würde sagen, wir sind am Ziel!“ Sprach sie zufrieden. Skeletor nickte ihr, mit einem fanatischen Glimmen in den Augen, anerkennend zu.
„Vielleicht ist es das tatsächlich.“ Skeletor folgte seiner Hexenmeisterin in die Grundmauern. „Ja, hier ist etwas… eine Kraft… Scare-Glow, spürst du sie?“ Das glühende Wesen schritt mit wehendem Umhang hinzu, bis er mit Skeletor und Evil-Lyn einen Kreis bildete.
„Ja… Meister…“ Wisperte er. Und plötzlich zuckten die Köpfe der drei in eine bestimmte Richtung.
„Sie kommt von dort! Diese Kälte, wie sie nur das Böse selbst erzeugen kann!“ Skeletor wies mit seinem Widderstab auf einen halb zerstörten Brunnen. Auf Skeletors Wink hin folgten auch Jitsu und Spikor den drei Dämonen. Gemeinsam beugten sie sich über den Brunnen, sahen hinein.
„Da ist ja gar kein Wasser drin.“ Rief Spikor enttäuscht. Skeletor hob langsam seinen Kopf, sah den Krieger aus tiefen, düster funkelnden Augen an.
„Wir sind doch nicht hier um uns in einem Brunnen zu spiegeln, du Dummkopf! Wir haben vielleicht den Weg zu der Höhle gefunden, in der die Tafeln versteckt wurden! Und das letzte, das wir gebrauchen können, sind deine Nichts bringenden Kommentare!“ Blaffte Skeletor ihn an. Spikor senkte wieder sein Haupt.
„Das sieht mir ganz nach einem Abfluss aus.“ Sprach Evil-Lyn plötzlich. Ihre Augen wurden durch die Dunkelheit nicht getrübt, sie waren so scharf wie am Tage.
„Ja, sie hat Recht, Meister…“ Wisperte auch Scare-Glow.
„Dann geht es dort unter dem Brunnen also noch tiefer hinein…“ Überlegte Skeletor. „Wir müssen dort hinunter!“ Befahl er. Evil-Lyn nickte knapp.
„Wie du willst!“ Sie erhob ihren linken Zeigefinger und mit der rechten Hand zog sie aus ihm ein goldenes Seil heraus, bis es fast 50 Meter lang war. Dann reichte sie es Jitsu und Spikor, die es auf Skeletors Kopfnicken hin an einem nahe gelegenen Baum festbanden.
„Ihr beide wartet hier oben auf uns, Evil-Lyn, Scare-Glow und ich werden dort hinunter gehen und die Steintafeln der Schatten holen!“ Befahl der Herr des Bösen. Dann kletterte er mit den beiden Besagten an dem Seil hinunter. Unten, auf dem Grund des Brunnens, kamen sie auf einem Gitter auf, das in den Stein des Brunnenbodens eingelassen war.
„Wir stehen direkt auf einem Abfluss.“ Überlegte Skeletor, hielt seinen Widderstab, ohne sonderlich zu überlegen, darauf und schoss einen gleißenden Energieblitz auf das Gitter ab. Mit einem lauten Knall prallten Magie und Eisen aufeinander, das Eisen widerstand nicht und gab nach.
„Da geht es nur circa zwei Meter in die Tiefe.“ Sprach Evil-Lyn, die mit ihrer Magie längst in die Dunkelheit gespäht hatte.
„Dann reicht das Seil auch dafür aus.“ Erwiderte Skeletor, und ließ noch etwas von dem goldenen Seil hinunter. Daran stiegen sie in die Höhle hinab…

*

Rauschend setzte der Blaster Hawk vor Schloss Grayskull zur Landung an. Obwohl der Morgen erst vor wenigen Stunden angebrochen war, und die Sonne bereits hoch über ihnen stand, war es düster im Ever Green Forest. Als sie ausgestiegen waren, schritten sie hinüber zum Tor des Schlosses.
„Irgendwie ist es merkwürdig ruhig.“ Bemerkte Teela und sah sich um. „Ob Skeletor hier angegriffen hat?“
„Glaube ich nicht, denn DAS hätte uns die Zauberin wissen lassen.“ Erwiderte He-Man und zog sein Zauberschwert und richtete es gegen das Tor.
„Bei der Macht von Grayskull, befehle ich der Zugbrücke sich zu öffnen!“ Rief er. Kurz darauf kam das Tor mit einem knarrenden Geräusch herunter und knallte auf die Spitze der Anhöhe, die zu Grayskull hinaufführte.
He-Man, Man-At-Arms und Teela betraten die sagenumwobene Burg, während Orko und Battle-Cat vor dem Tor blieben, um unliebsame Gäste notfalls zu vertreiben.
Durch einen langen Steingang schritten die drei hinüber zum Thronsaal des Schlosses. Und dort, auf einem alten verwitterten Steinthron, über dem sich der aufgerissene Rachen eines Steingargoyles erhob, saß eine junge, schöne Frau, die einen Umhang trug mit der Kapuze in Form eines Adlerkopfes. „Ich grüße euch, meine Freunde!“ Rief sie auf ihre Gäste hinab.
„Zauberin, was ist geschehen, dass du uns zu solch früher Stunde herriefst?“ Fragte He-Man zu der auf dem Thron sitzenden Frau hinauf.
„Skeletor hat herausgefunden, wo sich die Steintafeln der Schatten befinden.“ Antwortete sie. „Mit ihnen hat er die Formel, um unser aller Urängste zu kontrollieren. Er kann damit dafür sorgen, dass wir Realität, Ängste und Träume, seien sie guter oder böser Natur, nicht mehr auseinander halten können.“
„Aber Skeletor müsste doch wissen, dass wir keine Angst haben, vor nichts und niemandem.“ Erwiderte Teela. Der Blick der Zauberin ruhte eine Weile auf der jungen Kriegerin. Dann wandte sie sich allen dreien zu.
„Nun, er kann nicht nur eure Ängste kontrollieren, sondern sie auch freisetzen. Aus Angst kann leicht Misstrauen werden, aus Misstrauen Hass, und aus Hass kann sehr leicht Krieg werden.“ Erklärte die Sorceress. Die drei nickten Knapp. „Versteht ihr jetzt? Ihr müsst dies verhindern. Denn es wird nicht nur Misstrauen und Hass zwischen den Menschen geben, sondern auch zwischen allen anderen Spezies von Eternia.“
„Die Drachen!“ Warf Man-At-Arms ein. „Granamyr zum Beispiel. Wir haben lange Jahre dafür gearbeitet, damit das Vertrauen der Drachen in uns Menschen wieder hergestellt wird. Wenn Skeletor aber das Misstrauen schürt, gäbe es eine Katastrophe.“ Die Zauberin nickte wieder.
„Was können wir tun, Zauberin?“ Fragte Teela. „Und wo ist Skeletor jetzt?“
„Skeletor ist auf Shadow Island.“ Antwortete die Zauberin. Die drei tauschten einen beunruhigten Blick. Shadow Island war nicht gerade als Liebling unter den Urlaubszielen bekannt. „Und dort sind auch die drei Tafeln der Schatten verborgen, tief im Inneren eines Labyrinthes, welches Skeletor aber erst noch durchschreiten muss.“
„Zauberin, kannst du uns helfen, damit wir uns in dem Labyrinth zu Recht finden?“ Fragte He-Man. „Und damit wir auch wieder den Weg zurück finden?“
„Auf dem Weg könnt ihr euch eine Sandspur legen.“ Sie schnippte nur mit ihren Fingern, woraufhin ein kleines Säckchen erschien. Das kleine Säckchen schwebte hinunter in He-Mans Hand. „Der Sand darin geht niemals aus.“ Erklärte sie auf die drei verdutzten Gesichter hin. „Und nun geht, und findet Skeletor! Zerstört die Steintafeln der Schatten, denn sie können größtes Verderben über uns bringen!“ Mit diesen Worten stand die Zauberin auf, spreizte ihr imposantes Gewand und verwandelte sich in einen Falken, entschwebte, und war verschwunden.
„Also dann…“ He-Man nickte zum Ausgang. „Lasst uns nach Shadow Island fliegen.“ Und so verließen die drei Freunde Schloss Grayskull wieder und bestiegen mit Orko und Battle-Cat, denen sie erklärten, was die Zauberin ihnen erzählt hatte, den Blaster Hawk…

*

Über Shadow Island zogen sich die Wolken immer düsterer zusammen. Es war, als spürten die Geisterwesen der Insel, dass ein mächtiger Dämon kommen würde, um die Steintafeln wieder zu benutzen, um ganz Eternia mit Angst und Hass zu überschütten.
Skeletor, Scare-Glow und Evil-Lyn standen nun unter dem Brunnen in einer weiten Halle und erkannten im Schein von Skeletors Widderstab drei Torbögen, hinter denen sich jeweils ein Gang erstreckte. Es waren die Eingänge in das Labyrinth.
„Und nun? EIN Eingang wäre ja in Ordnung gewesen, aber jetzt könnte es sein, dass wir schon in die falsche Richtung laufen, bevor wir das Labyrinth überhaupt betreten haben!“ Knurrte Skeletor skeptisch.
Evil-Lyn biss sich nachdenklich auf der Unterlippe herum. „Skeletor, das Labyrinth ist mit einem Fluch belegt.“ Sprach sie nachdenklich. „Mit einem sehr alten Fluch.“
„Ach, was du nicht sagst.“ Erwiderte Scare-Glow.
„Nun, ich kann nicht genau erkennen, was sich hinter den einzelnen Toren verbirgt. Aber wenn wir unsere Kräfte konzentrieren, könnte ich vielleicht in meiner Kugel sehen, was uns erwartet.“ Sprach die Hexe.
„Mir soll alles Recht sein, wenn wir nur die Steintafeln finden.“ War Skeletors Beitrag zu dieser Unterhaltung. Also schlossen die Dämonen einen Kreis, ließen ihre Köpfe hängen, und sammelten Kraft. Keinen Augenblick später erhoben sie ihre Köpfe wieder, die Augen aller drei glitzerten Rot auf, und Scare-Glow und Skeletor verschossen Energie auf Evil-Lyn. Die Hexe nahm die Kraft in sich auf, und konzentrierte sich wieder auf ihre Kristallkugel. In dieser konnten sie nun der Reihe nach sehen, was sich hinter den Toren befand:
Hinter dem Eingang ganz links wurde erst ein langer, verzweigter Gang sichtbar, der urplötzlich in einem reißenden und todbringenden Strom endete, der durch Magie unsichtbar und unhörbar gemacht wurde, bis es zu spät war.
Der Gang hinter dem mittleren Eingang wies antike Lebensformen auf, die, obwohl man aufgrund des Schattens und der Düsternis nicht viel erkennen konnte, nicht aussahen, als würde man einen Kampf gegen sie überleben.
Und der Gang ganz Rechts ließ Evil-Lyn noch immer nicht durchblicken, was sich dahinter verbarg.
„Nun? Was machen wir jetzt?“ Fragte Evil-Lyn unsicher. Skeletor rieb sich am Kinn, oder besser an dem, was noch davon übrig war.
„Wir nehmen den rechten Gang. Dort müssen die Tafeln verborgen liegen.“ Raunte Skeletor durch die Dunkelheit.
„Aber wenn die beiden anderen Eingänge schon solch todbringende Fallen parat hatten, was ist dann erst mit dem rechten Tor? Wenn sich dort wirklich die Tafeln befinden, will ich mir nicht ausmalen, was uns dort erwartet!“ Warf Scare-Glow ein.
„Aber eine andere Wahl haben wir nicht! Wir gehen!“ Erwiderte Skeletor mit einer Tonlage, als würde er jeden enthaupten, der einen Widerspruch wagte. Er richtete seinen Widderstab auf den rechten Gang und schritt vor seinen Verbündeten hinein…

*

Im  Thronsaal von Schloss Grayskull saß die Zauberin wieder auf ihrem Thron. Zodac war erneut erschienen und stand nun vor der Treppe, die zu ihrem Thron hinaufführte. Er war wie immer unangekündigt erschienen und auf seinem Gesicht hatte sich ein ebenso breites, wie mystisches Lächeln ausgebreitet. Selbst die Zauberin von Grayskull konnte nicht immer mit Sicherheit sagen, was in ihm vorging.
„Warum hast du es Teela nicht gesagt?“ Fragte der Hüter des Kosmos die Zauberin. „Und wieso hast du ihr den Stab nicht gegeben? Sie könnte ihn vielleicht gebrauchen!“ Er sah sie skeptisch an.
„Nun…“ Sie strich ihren Umhang glatt. „Du selbst hast gesagt, ich solle den Ort und den Zeitpunkt gut wählen. Und ich kann Teela nicht so aufgewühlt in den Kampf schicken. Wenn sie jetzt das Geheimnis ihrer Herkunft erfährt, gefährdet sie das gesamte Unternehmen, Skeletor aufzuhalten, und somit würde sie auch Eternia selbst gefährden!“ Antwortete Teelana. Zodac nickte.
„Ja, da hast du nicht unrecht…“ Mit einem mystischen Lächeln löste er sich in Luft auf…

*

Einsam und verlassen lag der Fright Fighter auf einer Lichtung in einem eher spärlichen Wald, bis das Aufbrausen einer weiteren Flugmaschine ankündigte, dass noch jemand auf dem Weg nach Shadow Island war.
Nur kurz darauf setzte der Blaster Hawk keine zehn Meter neben der mechanischen Libelle auf dem hohen, abgestorben wirkenden Gras auf und landete. He-Man, Orko, Man-At-Arms, Teela und Battle-Cat stiegen aus und sahen sich um.
„Skeletor ist also hier gewesen. Gut, dass die Systeme im Blaster Hawk andere Maschinen erkennen, sonst hätten wir wahrscheinlich ewig bei dieser Dunkelheit gesucht.“ Sprach He-Man anerkennend an den Waffenmeister gewandt.
Man-At-Arms drückte einige Knöpfe am Blaster Hawk und baute die Scheinwerfer der Flugmaschine ab. In kürzester Zeit hatte er sie zu tragbaren Scheinwerfern umfunktioniert. „Das muss vorerst genügen.“ Brummte er.
„Das wird es auch.“ Teela wies im Schein des Strahls auf den Boden. „Diese Fußabdrücke kommen direkt aus dem Fright Fighter. Skeletor ist also bereits auf dem Weg sich die Tafeln zu holen. Wir können einfach seinen Fußspuren folgen.“
„Und er war nicht allein.“ Setzte Duncan hinzu. „Kommt, wir haben nur wenig Zeit.“ Und so begannen sie ihren Marsch durch das düstere Arial.
Die fünf stahlen sich so leise es eben ging durch das Unterholz des spärlichen, unheimlichen Waldes. Nicht selten kam es ihnen vor, als würden sie beobachtet, und selbst He-Man kroch beim Anblick einer vermummten und vermodert wirkenden Geistergestalt, die sich nur für den Bruchteil einer Sekunde hinter einem Baum zeigte, eine Gänsehaut über den Rücken. Er machte seine Freunde nicht darauf aufmerksam, damit sie ihre eigentliche Aufgabe nicht vergaßen, und ging rasch weiter.
Schon bald kamen in merkwürdigen Linien aneinander gelegte Steine in Sicht, und als sie näher heran traten, erkannten sie, dass es die zerstörten Grundmauern einer Stadt waren. Ein Wispern ließ sie aufmerksam werden, und als Teela und Duncan die beiden Lichtstrahler des Blaster Hawks über die Ruinen gleiten ließen, erblickten sie bald Spikor und Jitsu, die noch immer an dem Brunnen, in dem kurz zuvor Skeletor, Evil-Lyn und Scare-Glow hinab gestiegen waren, Wache hielten.
„He-Man!“ Rief Spikor wütend auf und löste seine orangene Stachelkeule mit einer schnippenden Handbewegung von seinem Gürtel.
„Der Waffenschmied und Teela sind auch dabei!“ Rief Jitsu und zog sein Schwert. „Auf sie!“ Die beiden Kreaturen des Bösen sprangen synchron mit erhobenen Waffen auf die Giganten zu. He-Man zog sein magisches Schwert und stürmte ihnen entgegen, während Teela und Duncan ihre Waffen ebenfalls zogen.
Mit einem scheppernden Geräusch wehrte He-Mans mit seinem mit vier roten Metallplatten beschlagenen Schild die Stachelkeule von Spikor ab, während er mit seinem Zauberschwert Jitsus Schwerthieb parierte. Noch im Sprung, während sich ihre Waffen berührten, stieß He-Man seine Arme von sich und warf Jitsu und Spikor somit zurück. He-Man machte in der Luft einen Looping und kam vor ihnen auf dem Boden auf, während die beiden unsanft auf den staubigen Erdboden befördert wurden.
He-Man erhob wieder sein Schwert, hielt seinen Schild schützend vor sich, während Jitsu und Spikor sich wieder aufrappelten.
„He-Man, für diese Demütigung wirst du bezahlen!“ Schrie Jitsu wütend auf. Wieder ließ er sein Schwert gegen He-Man hinab sausen. Doch He-Man parierte den Hieb wieder mit seinem Zauberschwert.
Derweil versuchte sich Spikor von hinten an He-Man heran zu schleichen. Aber Man-At-Arms kam ihm in die Quere.
„Jemanden zu attackieren, der einen nicht sehen kann, ist äußerst feige!“ Rief Duncan ihm zu. Spikor schnaubte verächtlich. Er erhob seine mit Stacheln besetzte Keule und teilte Duncan einen mächtigen Hieb aus, den der Waffenmeister aber mit seiner Donnerkeule gekonnt parierte. Doch in dem Moment, in dem Man-At-Arms die Waffe seines Feindes mit seiner eigenen von sich weg hielt, erhob Spikor seinen linken Arm und jagte dem Waffenmeister seinen in seinen Arm integrierten Dreizack in die Magengegend. Mit einem glucksenden Geräusch sank der Waffenmeister zu Boden.
„Vater!“ Rief Teela entsetzt. Spikor lächelte hinterhältig.
„Dein Vater wird dir vorerst nicht mehr helfen, junge Teela!“ Er lachte laut und herzlos auf. „Und jetzt zu dir!“ Spikor schritt mit einem fiesen Grinsen auf Teela zu.
„Nimm deine dreckigen Pfoten von ihr weg, GROAR!“ Plötzlich sprang Battle-Cat aus der Dunkelheit heraus auf Spikor zu. Der Dämon schrie überrascht auf.
„Der Kampftiger!“ Doch bevor Spikor wieder seine Stachelkeule oder seinen Waffenarm benutzen konnte, hatten sich bereits Battle-Cats nahezu gigantischen Tatzen auf seine Arme, die einzigen Körperteile neben den Beinen, die nicht mit Stacheln überzogen waren, gelegt und drückten ihn zu Boden. Mit zu schlitzen verengten Augen knurrte ihn das Tier an.
„Eine einzige falsche Bewegung, und ich zerfetze dich bevor du auch nur „Aua“ schreien kannst!“ Grollte der Tiger. Spikor blieb wie gelähmt unter dem mächtigen Krieger liegen und regte sich nicht mehr.
Derweil hielt sich Jitsu im Kampf gegen He-Man ähnlich schlecht. Der Karatemeister hatte sein Schwert längst verloren und versuchte nun seine goldene Hand geschickt einzusetzen und vollführte seine trickreichen Handkantenschläge. Doch He-Man war der eindeutig stärkere und zwang Jitsu sehr bald mit bloßen Händen zu Boden. Der Fairness halber hatte er sein Schwert wieder in den Köcher am Rücken geschoben, als er Jitsus Schwert in den finstren Untiefen des Waldes verschwinden ließ.
„Und nun sagt uns, wo Skeletor ist!“ Sprach He-Man ruhig, während er Jitsu mit nur einer Hand am Genick gepackt hatte und ihn somit zu Boden drückte. Der Karatemeister versuchte sich nach Leibeskräften dem eisernen Griff des blonden Hünen zu entledigen.
„Niemals!“ Würgte er um Luft ringend hervor.
„GROAR! Wo ist das alte Knochengesicht, GROAR, wo?!“ Brüllte Battle-Cat Spikor an. Dieser war vor Angst schon ganz weiß im Gesicht. „Sag es oder ich beiße dir den Kopf ab! GROAR!“ Spikors Augen weiteten sich noch weiter, und stammelnd und stotternd gab er die gewünschte Antwort.
„Da… da… Brunnen… Tafeln…!“ Er wies mit seinem rechten Zeigefinger zitternd auf den Brunnen, und nun bemerkten die Giganten auch das goldene Seil, das Spikor und Jitsu an einem der Bäume festgemacht hatten.
„Gut, wir gehen da rein. Was ist mit Duncan?“ Fragte He-Man und sah sich um. Teela und Orko stützten ihn, doch Duncan stand schon wieder auf den Beinen.
„Nichts Ernstes, sie Rüstung hat das Meiste abbekommen.“ Erwiderte der Waffenmeister sachlich und löste sich von Teela und Orko. „Wir fesseln die beiden und steigen ebenfalls da runter.“ Schlug er vor.
„Hm… nein. Jemand sollte zu ihrer Bewachung hier bleiben.“ Überlegte He-Man.
„GROAR, das kann ich tun, He-Man, ich komme ohnehin nicht in den Brunnen hinab.“ Warf Battle-Cat ein.
„Gut, Duncan du bleibst auch hier. Teela, Orko und ich gehen da runter und halten Skeletor auf. Wer ist noch bei ihm?“ Wandte sich der blonde Muskelberg wieder an Spikor und Jitsu. Doch die beiden Dämonen schwiegen.
„Es muss noch jemand bei ihm sein. Aber wir haben keine Zeit Verstärkung aus Eternis anzufordern.“ Murmelte He-Man. „Gut, Teela und Orko, ihr kommt mit mir, das muss genügen. Sie sind nur zu fünft. Also kann Skeletor nur zwei seiner Krieger bei sich haben.“
„Abgemacht.“ Duncan scheuchte Jitsu hinüber zu dem Baum, an dem das Seil festgemacht war, und Battle-Cat schleifte Spikor – ziemlich unsanft – hinterher. Das Ende des Seils, das vom Verknoten übrig geblieben und nicht im Brunnen hinab gelassen worden war, trennte der Kampftiger mit seinen scharfen Reißzähnen ab und Duncan fesselte die beiden Dämonen aneinander. „Wir halten hier die Stellung, verlasst euch auf uns.“
Dann kletterten He-Man und Teela an dem Seil hinab, während Orko gemächlich neben ihnen her schwebte. Auf dem Grund des Bodens war ein Loch, das Loch, in dem das von Skeletor zerstörte Gitter festgemacht gewesen war. Und darunter nur tiefste Dunkelheit.
„Orko, kannst du sehen, wie tief es ist?“ Fragte He-Man. Der Trolaner kicherte kurz und beamte sich hinunter.
„Höchstens zwei Meter!“ Rief er hinauf. Teela und He-Man nickten sich zu und kletterten an dem Seil weiter hinunter. Schwärze umfing sie.
„Wir hätten einen der Scheinwerfer mitnehmen sollen.“ Murmelte Teela. He-Man zog daraufhin sein Zauberschwert.
„Das hier wird denselben Effekt haben.“ Sprach er und rief: „Bei der Macht von Grayskull – Ich habe die Zauberkraft!“ Das Schwert leuchtete auf und erhellte ihnen den Weg. Vor ihnen erhob sich nun die Decke immer mehr, bis die Höhle zu einer Halle ausgeweitet war. Auf der anderen Seite der Halle erkannten sie die drei Tore. Und auf dem Fußboden erkannten sie Skeletors Fußabdrücke, und die seiner Begleiter.
„Wie praktisch.“ Wisperte He-Man. Mit dem Power Sword zeigte er in die Richtung und die drei gingen auf den rechten Torbogen zu. „Nun brauchen wir den Sandsack der Zauberin.“
Orko hatte das kleine Sandsäckchen, das die Zauberin ihnen gegeben hatte, in seinem Hut versteckt, nun suchte er es wieder hervor, und beförderte dabei allerlei anderen Kram zu Tage.
„Aber hier muss es doch irgendwo sein.“ Sprach der kleine Zauberer zu sich selbst, als er bereits einen alten silbernen Kelch, ein vergilbtes Buch, eine Auswahl an verschiedenen Spielbällen und ein kleines Portrait von Dreelle aus seinem Hut gekramt hatte. He-Man und Teela tauschten einen Blick.
„Aha…“ Sprach er freudig, und nachdem er den Blickwechsel der beiden bemerkt hatte. „Hier ist er!“ Stolz wie ein kleines Kind hob er das Sandsäckchen empor.
„Gut Orko, und weil du ihn gefunden hast, darfst du uns auch eine Sandspur legen.“ Schlug He-Man vor. Orko, der immer sehr eifrig bei der Sache war, wenn er jemandem helfen konnte, nickte und schwebte hinter den beiden her in den Gang hinein.
Schon nach knapp hundert Metern hörten die drei, wie mehrere Kreaturen schwer atmeten. He-Man hielt seinen Schild schützend vor sich, hob sein Schwert um weiterhin den Gang zu beleuchten und drang weiter vor. Teela hielt sich dicht hinter ihm, hatte ihr Schwert fest mit beiden Händen umklammert, bereit, jeden Gegner abzuwehren.
Nach gut zehn Metern kam eine kleine Gruppe von Trollen in Sicht, die stöhnend auf dem Boden verteilt lagen. Argwöhnisch beobachteten He-Man, Teela und Orko die kleine Gruppe.
„Das war bestimmt Skeletor! Eine Gruppe Trolle dürfte für den Herrn des Bösen kein wirkliches Hindernis dargestellt haben.“ Wisperte Teela. He-Man nickte nur.
„Kommt, bevor sie sich wieder erholt haben und uns in einen Kampf verwickeln. Sie können bei der Dunkelheit wesentlich besser sehen als wir, und dann können sie wirklich gefährlich werden! Wir haben keine Zeit zu verlieren.“ Erwiderte He-Man und rauschte an den Trollen vorbei.
Wieder drangen sie einige hundert Meter weiter in den Gang ein, ohne, dass etwas geschah. Dann aber erhob sich ein Krater vor den dreien, deren Rand etwa Vierzig Zentimeter hoch war. Der Trolaner sah in das tiefe Loch hinein.
„Was ist hier wohl passiert?“ Überlegte Orko, hörte jedoch ganz schnell zu überlegen auf, als ein markerschütternder Schrei daraus ertönte, bei dem die Helden nicht wussten, ob er nun einem lebenden, oder einem toten Wesen zuzuordnen war, und dem Skeletor wohl nicht begegnet war, denn ohne die Hilfe von King Hiss wäre er niemals an dem Wesen vorbei gekommen.
Und es erhob sich! Die riesige Gestalt einer Schlange schoss aus dem Loch im Boden empor und zischte und geiferte He-Man, Teela und Orko an.
„Bei allen Geistern…“ Schrie Teela entsetzt auf. Das Viech stürzte sich sofort auf die drei. Mit aufgerissenem Rachen stürmte der Dämon auf sie zu, doch He-Man reagierte schneller, und hielt ihm seinen Schild entgegen. In dem Moment, in dem die Kreatur zuschnappen wollte, presste He-Man ihr seinen Schild senkrecht in den Mund, so dass das Schlangenwesen diesen nun im Maul stecken hatte. He-Man und Teela traten erleichtert einen Schritt auf das Wesen zu, doch die Kiefer der Schlange waren stark! Mit ein wenig Kraftanstrengung zerdrücke die Schlange das Schild, bis es flach zusammen gedrückt war und schlang es hinunter. Mit giftig stechenden Augen blickte es seinen Widersachern entgegen.
He-Man wollte sich auf das Monster stürzen, doch die Schlange wich ihm aus, schlug ihn während er auf sie zusprang mit dem Ende ihres Leibes zu Boden. Krachend schlug He-Man gegen die felsige Wand. Die Schlange schnupperte kurz und wandte den Kopf in alle Richtungen, bis sie Teela erspähte.
Die junge Frau versuchte die Panik und die Angst, die in ihrer Brust hochstiegen, zu unterdrücken. He-Man war erstmal mit sich selbst beschäftigt, sie hatte jetzt auch nicht die Zeit, nach zu sehen, ob er verletzt war, was sie ohnehin bezweifelte, da die Magie von Grayskull ihn mit übermenschlicher Stärke ausgestattet hatte. Und einen Sekundenbruchteil, nachdem die Schlange sie erblickt hatte, stürzte sie sich auf Teela.
Als wenn sie dies erwartet hätte, wich Teela mit einem routinierten Sprung aus, landete auf dem Boden, reckte ihr Schwert empor. Im ganzen Gang hallte das Schleifen des Schlangenleibes wieder, so dass Teela nicht ausmachen konnte, wo sich das Wesen jetzt befand. Zudem war nach He-Mans „Absturz“ ihre einzige Lichtquelle versiegt und ihre Ohren waren die einzigen Sinnesorgane, die ihr jetzt noch blieben.
Doch plötzlich bewegte sich etwas, es musste sich etwas bewegt haben, denn He-Mans Schwert wurde wieder sichtbar. Scheinbar hatte es der Schlangendämon lediglich mit seinem Körper abgedeckt. Und erst jetzt erkannte Teela, dass der Dämon nur ein Katz-und-Maus-Spiel mit ihr gespielt hatte. Sie spürte, wie sich der Schwanz der Schlange um ihre Knöchel zog. Sie schrie überrascht auf, dann warf die Schlange sie durch die Luft, fing sie aber mit ihrem Körper wieder auf und umschlang sie, wobei Teela ihr Schwert verlor.
„Hilfe! He-Man!“ Rief Teela in seine Richtung. He-Man war längst wieder aufgesprungen und hatte sich sein Schwert zurückgeholt. Und nun, da er den Gegner einschätzen konnte, war er auch bereit ihn zu besiegen!
„Teela, ich werde dich befreien!“ Rief He-Man und sprang mit erhobenem Schwert auf den Dämon zu. Er landete knapp hinter dem großen Kopf der Kreatur und hielt sich mit der freien Hand an ihm fest. Mit der anderen Hand rammte er sein Zauberschwert gegen den Schädel der Schlange. Kreischend ließ diese Teela fallen, wirbelte mit unglaublicher Schnelligkeit und Präzision herum und ihr hässlicher Kopf wandte sich wieder He-Man zu.
„Leg dich mal mit jemandem in deiner Größenordnung an, Monster!“ Knurrte He-Man. Das Monster knurrte mit diabolisch funkelnden Augen zurück. Das riesige Gesicht der Schlange kam dem He-Mans nahe, doch He-Man wich nicht aus, sondern bewahrte sich seine innere Ruhe. Sie waren jetzt auf Augenhöhe, und im selben Moment, indem die Schlange ruckartig heranschnellen und He-Man den Kopf abbeißen wollte, wirbelte auch He-Man mit seinem Zauberschwert herum, und bevor die Schlange ihn mit ihren spitzen Zähnen erreichte, bohrte sich bereits die Klinge des Zauberschwertes durch ihren Oberkiefer.
Dickes, grünes Blut sickerte über das Power Sword auf He-Mans Arm. Der Held riss es aus der Wunde der Schlange heraus und schüttelte das Blut so gut es ging von seinem Schwert und seinem Arm. Die Schlange fiel mit einem lauten Klatsch tot zu Boden.
Erleichtert drehte sich He-Man um. Teela stand mit zerzausten Haaren, ihre Hände umklammerten eisern ihr Schwert, an der Wand und blickte verstört auf den Kadaver des Tiers. Orko schwebte knapp unter der Decke und schien sich erst wieder regen zu können, als das Licht, welches das Zauberschwert ausstrahlte, ihn erreichte.
„Kommt, diese Schlange hat uns lange genug aufgehalten. Wenn Skeletor die Tafeln der Schatten erst hat, bricht eine Katastrophe über Eternia herein!“ Sprach He-Man. Orko schwebte wieder zu ihm hinab. An der Stelle, über der er geschwebt hatte, hatte sich ein Sandhaufen aus dem Säckchen ergossen. Teela richtete sich ihre Frisur, damit ihr die Haare während des bevorstehenden Kampfes nicht mehr ins Gesicht fielen und die Drei drangen weiter in den Gang ein.
„Hört ihr das?“ Sprach He-Man nach einigen hundert Metern, die sie den Spuren weiter gefolgt waren. Teela blieb neben ihm stehen und lauschte.
„Es hört sich an wie ein Gesang…“ Bemerkte sie. Doch plötzlich vernahmen He-Man und Teela tief im Inneren ihrer Seele die Stimme der Zauberin.
„Es ist Skeletor, er hat bereits die Steintafeln der Schatten gefunden! Eilt! Nehmt sie ihm wieder ab!“ Dann war die Stimme in ihren Köpfen wieder verschwunden.
He-Man und Teela sahen wieder für einen kurzen Augenblick an. Und stürmten beinahe gleichzeitig voran, weiterhin darauf bedacht, einem anderen todbringenden Wesen zu begegnen. Doch sie erreichten ein versteinertes Tor, ohne nochmals von einer Bestie überfallen geworden zu sein. In dem Tor klaffte bereits ein breites Loch, und nun erkannten sie auch die Stimme wieder; Es war Skeletor!
He-Man, Orko und Teela schritten langsam und vorsichtig durch das Loch in dem Portal, das Skeletor wahrscheinlich mit seinem Widderstab geöffnet hatte, und versahen sich in einer Art Gruft.
Die Decke war wenigstens Zehn Meter hoch, die steinernen, grauen Wände und der Fußboden waren glatt und auf Hochglanz poliert. Die Halle war wesentlich länger als breit und abgesehen von einer Art Steinquader auf der anderen Seite der Halle, auf dem wohl die Tafeln aufgestellt worden waren, völlig leer.
Am anderen Ende der Halle sahen sie drei Kreaturen stehen: Skeletor, der bereits die drei Tafeln der Schatten in Händen trug, Evil-Lyn, die mit verzücktem und machtlüsternem Gesichtausdruck neben ihm stand und Scare-Glow, der böse Geist Skeletors, der sich bis an die Wand zurückgezogen hatte und mehr wie ein leuchtender Schatten wirkte.
„Skeletor!“ Rief He-Man in die Halle hinein. Erst jetzt drehten sich die Dämonen um und bemerkten die Verteidiger von Eternia.
„He-Man!?“ Skeletor hätte vor Entsetzen beinahe eine der drei Tafeln fallen gelassen. „Los doch, worauf wartet ihr?“ Herrschte er Evil-Lyn und Scare-Glow an. „Gebietet ihnen Einhalt!“
Scare-Glow löste sich wieder von der Wand und mit Evil-Lyn rauschte er auf He-Man zu.
„Also, dann…“ He-Man nickte den ihnen entgegen kommenden Dämonen zu.
„Nach dem Schrecken gerade mit der Schlange bin ich bestens gerüstet!“ Rief Orko und krempelte die Ärmel hoch. Den Sandsack hatte er wieder in seinem Hut verschwinden lassen.
„He-Man, du wirst sterben, hier und heute!“ Rief Evil-Lyn, hob ihre Kugel und verschoss einen Hagelschauer Energiekugeln auf ihn. Doch He-Man erhob sein Schwert und wehrte sie alle ab. Scare-Glow schwebte förmlich auf den blonden Hünen zu, flackerte erst kurz auf und strahlte dann sein unheimliches, lähmendes Licht aus. He-Man erhob sein Zauberschwert.
„Bei der Macht von Grayskull – Ich habe die Zauberkraft!!!“ Die Macht von Grayskull beschützte He-Man vor der grausamen Lähmung und er konnte sich weiterhin gegen Evil-Lyns Attacken wehren. Orko jedoch schwebte wie ein Stein zu Boden.
Teela hatte sich derweil Skeletor genähert. He-Man war mit Evil-Lyn und Scare-Glow beschäftigt. Sie wusste, gegen Skeletor würde ihr ein harter Kampf bevorstehen, und sie wusste nicht, wie lange sie durchhalten konnte. Sie hoffte, dass sie stark genug war, ihn so lange abzulenken, bis He-Man Scare-Glow und Evil-Lyn besiegt hatte.
Doch daran wollte sie jetzt nicht denken. Ihr Adoptivvater hatte sie zu einer mächtigen Kriegerin erzogen, und sie war fast allen Monstern Skeletors gewachsen. Der Herr des Bösen war nur eine weitere Bürde, der sie sich stellen musste. Sie war die Oberbefehlshaberin der königlichen Wachen, und jetzt würde sich zeigen, ob sie diesem Titel gerecht würde.
„Skeletor!“ Rief sie, darauf bedacht, dass ihre Stimme Stärke und Selbstvertrauen vermittelte. Mit der rechten Hand hielt sie ihr Schwert eisern umklammert.
„Ach… Teela…“ Skeletor tat ganz überrascht. „Soll ich jetzt Angst bekommen?“ Grinste er und verzog sein Knochengesicht, so weit wie ihm das überhaupt möglich war, zu einem diabolischen Grinsen. „Du solltest dich in den Königspalast zurückziehen und deine Wachen befehligen, dies hier ist kein Ort für ein junges Mädchen!“ Spott und Hohn fanden sich in Skeletors Stimme wieder.
„Ich habe nicht vor, länger als nötig zu bleiben, Skeletor!“ Erwiderte sie und spürte plötzlich, wie sich ihre Anspannung löste. In Gedanken versuchte sie sich alles in Erinnerung zu rufen, was sie je von ihrem Adoptivvater gelernt hatte, da der bevorstehende Kampf gegen Skeletor ihre gesamte Kriegskunst erfordern würde.
Skeletor ließ die drei Steintafeln vor sich schweben, und las einige uralte Worte darauf ab. Dann plötzlich ging ein Beben durch den gesamten Planeten, und eine düstere Macht breitete sich, wie ein Nebelschleier, um Skeletor herum aus…
« Letzte Änderung: 04.04.2007, 23:40:39 von Zodakkian7 »

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Die Macht des Kobrazepters
« Antwort #1 am: 01.06.2005, 17:33:15 »
irgendwie passte nicht die ganze geschichte in einen beitrag?! hm, egal...



*

Ein Unwetter zog herauf. König Randor stand mit seiner Frau Königin Marlena auf dem Balkon zu ihrem Thronsaal und blickte auf die weiten Ebenen ihres Königreichs hinaus. Sie hatten das leichte Vibrieren, das ganz Eternia durchzogen hatte, gespürt, und die Mess- und Spionagegeräte von Duncan hatten ihnen verraten, dass der gesamte Planet davon befallen war. Bei ihnen waren Stratos, der ritterliche König von Avion, der Stadt der Vogelmenschen, und Clamp-Champ, der heroische Krieger mit den sieben Sinnen.
„Was ist da geschehen?“ Fragte der König beunruhigt. „Und wo sind Teela und Duncan! Wenn Eternia Gefahr droht, sind sie unverzichtbar.“
„Mein König, Duncan hat mir über Funk mitgeteilt, dass er gemeinsam mit Teela, Orko, Battle-Cat und He-Man einen Auftrag der Zauberin erledigt! Es ging um Skeletor!“ Antwortete Clamp-Champ.
„Verdammt, was ist das denn?“ Rief Stratos plötzlich aufgeregt und wies mit einem zitternden Finger zum Himmel. König Randor, Königin Marlena und Clamp-Champ rissen die Augen weit auf, als sie es sahen:
Der Himmel verdunkelte sich. Die Sonne verschwand hinter dichten Wolken, und kaum ein Lichtstrahl erreichte Eternia. Um sie herum wurde es düster und kalt, und es schien, als würden sich die Fratzen von Monstern in den Wolken abbilden.
Blitze zuckten am Himmel, und tauchten Eternis, die Hauptstadt von Eternia, immer für wenige Sekunden in grelles Licht, um sie anschließend wieder der Düsternis zu überlassen.
Dann hörten sei einen Aufschrei. Genauer gesagt, war das erst der Anfang, denn in ganz Eternis brach plötzlich ein einziger Krieg los: Die Menschen kamen aus ihren Häusern gestürmt, einige waren verängstigt, einigen sah man die Wut am Gesichtsausdruck an. Sie gingen aufeinander los und bekämpften sich.
Die Dämonen, die sich in den Wolken versteckt hatten, schwebten immer niedriger und verstreuten ihre Saat aus Angst, Hass und Misstrauen.
„Bei allen Geistern Grayskulls… was hat Skeletor getan?“ Der König sah entsetzt hinab auf seine Stadt, in der die Menschen grundlos aufeinander losgingen. Und gerade noch rechtzeitig konnte er von Clamp-Champ und Stratos zu Boden gedrückt werden, als ein Dämon sich dem Balkon näherte und den König angriff.
Die Wesen, die Skeletor aus den Tafeln heraufbeschworen hatte, hatten keinen wirklichen Körper. Vielmehr schienen sie durchsichtig zu sein, wie graue Wolken, und doch hatten sie eine Form mit Wiedererkennungswert. Schreiend und kreischend schwirrten sie durch die Strassen, stifteten noch mehr Unheil wie ohnehin schon.
„Was zur Hölle sollen wir tun?“ Ratlosigkeit und Angst waren hörbar in den Worten des Königs.
„Randor, sieh da!“ Die Königin hatte sich bis zur Brüstung des Balkons vorgewagt und wies hinunter. Die drei Männer kamen zu ihr und wurden auf der Stelle bleich.
Nicht alle Bewohner hatten es auf Ihresgleichen abgesehen, einige von ihnen hatten sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die nun auf den Palast zumarschierte. Randor blickte düster hinunter.
„Sie haben keine Waffen, sie können also nicht-„
„Verzeiht, wenn ich euch unterbreche, aber einige von euren Soldaten befinden sich ebenfalls drunter.“ Warf Stratos ein.
„Dann versammelt alle Masters, wir müssen die Stellung bewahren!“ Der König wischte sich mit der Hand den Schweiß von der Stirn. „Mein Gott, ich kann nur hoffen, dass die Erfahrenen Giganten ihren kühlen Kopf alle bewahren, und sich nicht von den Kreaturen beeinflussen lassen!“ Stratos und Clamp-Champ verließen das Königspaar und versuchten, die Masters of the Universe zusammen zu trommeln. Randor und Marlena konnten nur hilflos zusehen, wie das Volk und teilweise ihre eigenen Soldaten versuchten, das Portal aufzubrechen. Und sie fragten sich, wie lange das von Man-At-Arms gestärkte Tor standhalten würde…

*

In den Tiefen des Ever Green Forests rauschten ebenfalls die Gestalten der Dämonen durch die Bäume, schürten den Hass und die Angst der Tiere des Waldes. Ein riesiger Bär bahnte sich stampfend und brüllend seinen Weg, auf der Suche nach jemandem, an dem er seine unkontrollierte Wut auslassen könnte, durch das Unterholz.
Ein Rudel Wölfe, das normalerweise Respekt vor einem Gegner wie einem Bär hatte, griff das riesige, starke Tier an. Das Heulen und Schreien der Tiere des Waldes und der Dämonen und Geister hallten durch den Immer grünenden Wald.
Inmitten des Waldes, auf Schloss Grayskull, beobachtete die Zauberin den Himmel, der sich bereits komplett verdunkelt hatte. Nur ihrer Magie war es zu verdanken, dass sie nicht völlig blind war in dieser Finsternis. Und sie spürte es, wie in ihrem Traum: Hass, Furcht und Misstrauen! Sie spürte es überall um sie herum, als wäre sie in einen See eisigen Wassers getaucht, und die Kälte fraß sich durch ihren Körper.
Und sie spürte auch die massive Bedrohung, die von den Dämonen und Geistern für Schloss Grayskull ausgingen. Und scheinbar spürten auch die Kreaturen, die Skeletor aus den Steintafeln geholt hatte, und die vorher Shadow Island bewacht hatten, dass Schloss Grayskull es durchaus wert war, angegriffen zu werden! Die Wesen hatten sich in Scharen um die Burg versammelt, schwebten im Kreis über dem nie endenden Abgrund, der sich um das Schloss zog.
Teelana stand an ihrem Turmfenster. Ihre Sorge um Eternia und Schloss Grayskull wuchs mit jeder Sekunde mehr an. Und mit jeder Sekunde kamen die Dämonen dem Schloss näher.
„Der Atem des Bösen schließt sich wie eine Klaue um den Planeten, ich muss das Böse von Schloss Grayskull fernhalten, damit die Hoffnung bewahrt bleibt!“ Die Zauberin breitete ihre Arme aus und spreizte ihr imposantes Gewand. Dann glühte sie plötzlich in einer silbernen Aura auf und umhüllte ganz Grayskull mit dieser silbernen Aura.
Die Geisterwesen, die sich bereits zum Ansturm bereit gemacht hatten, prallten allesamt an der silbrigen Aura ab, doch mit jedem Moment schienen mehr Geisterdämonen das Schloss anzugreifen, und die schöne Zauberin musste all ihre Kraft aufbringen, um die schützende Aura um das Schloss aufrecht zu halten…

*

Tief unter Shadow Island, in dem gigantischen Labyrinth, in dem die Steintafeln der Schatten verborgen waren, führten Scare-Glow und Evil-Lyn einen harten Kampf gegen He-Man. Der Held spürte durch die Kräfte Grayskulls, die ihm seine Stärke gaben, dass der Planet und alles auf ihm befindliche Leben massiv durch das Böse bedroht wurden. Und das spornte ihn zu noch größeren Leistungen an.
Währenddessen stand Teela noch immer Skeletor gegenüber, der die dämonischen Geister aus den Tafeln und der Insel beschworen hatte, die nun überall auf Eternia Angst und Hass verbreiteten.
„Skeletor, stelle dich mir zum Kampf!“ Forderte Teela. Auch sie hatte die Bedrohung wahrgenommen. Sie konnte nicht sagen, warum, doch sie hatte es gespürt, wie eisiges Wasser, das ihren Körper umschloss.
„Wie du willst, junges Mädchen!“ Skeletor ließ die Steintafeln vorsichtig zu Boden sinken, dann schritt er mit seinem Widderstab in der Hand auf die Kriegerin zu. Und ohne Vorwarnung, hieb er mit gnadenloser Härte auf sie ein.
Geschockt wich Teela aus, der Widderschädel auf Skeletors Stab schwirrte nur wenige Zentimeter an ihrem Körper vorbei. Mit ihrem Schwert griff sie ihn nun an, doch Skeletor fing ihren Schlag mit Leichtigkeit ab, wirbelte wieder herum, und schlug Teela mit einem einzigen Schlag mit seinem Stab das Schwert aus den Händen. Klirrend kam das Eisen auf dem blanken Steinboden auf.
„Und jetzt, mach dich bereit zu sterben! STIIIIIRB!“ Aus Skeletors Augen schossen Energiestrahlen auf die junge Frau zu. Teela hielt sich die Arme schützend vors Gesicht, kniff die Augen zusammen, jeden Augenblick erwartend, dass Skeletors Magie sie töten würde!
Doch plötzlich, noch bevor der Strahl Teela erreichte, hörte sie einen Gong-artigen Laut, silbriges Licht erfüllte die Halle, und sie wagte einen kurzen Blick durch ihre Arme.
Skeletors Energiestrahl war an irgendetwas abgeprallt. Verärgert darüber, dass dem so war, sah Skeletor auf den Ursprung für sein Versagen, und auch Teela konnte ihn nun sehen:
Ein menschenhoher, brauner Stab in der Form einer Kobra, schwebte zwischen ihr und Skeletor. Als Teela ihn erblickte hallte die Stimme der Zauberin durch die düstere Gruft.
„Teela! Ergreife das Zepter! Eternia steht am Rande des Abgrunds! Nutze seine Macht um Skeletor Einhalt zu gebieten, und sorge dafür, dass das Unheil von Eternia abgewendet wird! Nimm es, Teela, spüre, wie die Macht durch deine Adern fließt und entfache die Hoffnung des Guten!“
Teela sah zuerst Skeletor an, der mehr als irritiert war, dann auf das Zepter. Und obwohl es in rasender Geschwindigkeit geschah, sah Teela ihren Arm sich in Zeitlupe heben, sah, wie sich ihre Hand öffnete, und sich ihre Faust um die Mitte des Zepters Schloss.
Als Teelas Hand sich um den Stab gelegt hatte, ging plötzlich von dem Stab ein silbernes Leuchten aus, und umschloss Teela komplett. Wärme breitete sich in Teela aus, Wärme, die den Einfluss der Geisterdämonen aus ihrem Körper vertrieb und sie vor dem Bösen beschützte. Als die silberne Aura sie wieder entließ, trug sie außerdem eine Rüstung in Form einer Kobra, und einen dazu passenden rotbraunen Schild.
Skeletor wich entsetzt zurück, hielt seinen Widderstab eisern umklammert, da er nicht die geringste Ahnung hatte, was nun geschehen würde. Doch er spürte, dass Teela soeben eine gewaltige Macht freigesetzt hatte!
„Skeletor, wehre dich!“ Teela schritt mutig auf ihn zu, schlug mit dem Stab nach ihm aus. Nur schwach konnte Skeletor den Hieb abwehren, da er auf eine solche Gegnerin JETZT nicht vorbereitet war.
Teela besann sich nun wieder voll und ganz auf das, was sie von ihrem Adoptivvater, dem Waffenmeister, gelernt hatte! Sie vollführte einige trickreiche Hiebe und Attacken mit dem Stab, und trieb Skeletor weiter zurück.
Skeletor verschoss wieder einen Energieblitz aus seinem Zepter auf die Frau, doch Teela machte einen Salto rückwärts, wehrte den Strahl mit ihrem Stab ab und machte einen Salto vorwärts, über Skeletor hinweg und kam hinter ihm auf dem Boden einer Katze gleich auf.
Sie schlug ihm mit dem Stab in die Kniekehlen, woraufhin Skeletor, der so schnell nicht hatte reagieren können, zusammensackte. Ein einziger Hieb war ausreichend, und sie entwaffnete den Herrscher des Bösen mit ihrem Stab. Mit einem siegesgewissen Lächeln hielt sie Skeletor die Schlange direkt vors Gesicht.
„Du bist besiegt, Skeletor!“ Rief sie. Und endlich hatte auch ihre Stimme ihre ursprüngliche Stärke wieder gefunden.
„Da irrst du dich aber gewaltig, Teela!“ Rief Skeletor und richtete eine seiner Krallenhände auf die drei Steintafeln der Schatten und ließ sie zu sich schweben.
Doch bevor sie ihn erreichen konnten, richtete Teela ihren Schlangenstab auf die drei Tafeln und verschoss einen Energieblitz darauf. Mit offen stehendem Kiefer musste Skeletor mit ansehen, wie sie eine der drei Tafeln zerstörte.
„Und die anderen beiden auch noch!“ Rief sie und verschoss bereits den nächsten Strahl. Wieder traf sie und zerstörte die zweite Tafel. Der dritte Strahl war ebenfalls ein Treffer, und als sie Skeletor erreichten, waren die Steintafeln der Schatten nur noch Staub und Asche!
„Nein… NEIN! … NAAAAIIIIN!“ Schrie Skeletor auf. Und tief in seinem Inneren spürte Skeletor, wie sich die Dämonen wieder zurückzogen und von Eternia abließen, um entweder nach Shadow Island zurückzukehren, oder aber gänzlich zu existieren aufhörten. Er konnte sie ohne die Steintafeln der Schatten und die darauf beschriebenen Zaubersprüche nicht mehr beherrschen!
Ein Klatschen ließ Skeletor und Teela aufsehen. Es waren Scare-Glow und Evil-Lyn, die He-Man in einem günstigen Moment mit den Köpfen gegeneinander geknallt hatte. Nun lagen sie bewusstlos zu seinen Füssen. Der Held strahlte Teela an.
„Was ist denn mit dir passiert?“ Teela zuckte nur mit den Schultern.
„Das werdet ihr büßen!“ Skeletor erhob sich wieder, winkte kurz mit der Hand und ließ seinen Widderstab herbeischweben. „Heute mögt ihr gewonnen haben! Aber ihr werdet schon sehr bald wieder von mir hören!“ Skeletor drehte sich um und verschwand.
Orko, der nun nicht mehr in Scare-Glows lähmendem Licht stand, schwebte zu ihnen. „Was ist denn passiert? Haben wir gewonnen?“ Fragte er mit seiner fipsigen Koboldstimme.
„Ja, Orko. Wir haben gewonnen.“ He-Man atmete erleichtert aus. „Kommt, kehren wir nach oben zurück. Evil-Lyn und Scare-Glow können sich nachher selbst befreien. Für uns gibt es hier nichts mehr zu tun.“ Damit schritt er mit Teela und Orko durch den Gang zurück, quer durchs Labyrinth.
Diesmal stellte sich ihnen niemand in den Weg. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten sie das Loch in der Decke, das sie zum Grund des Brunnens zurückbrachte. An dem goldenen Seil kletterten sie wieder empor zur Insel. Und als sie aus dem Brunnen kletterten, erwartete sie bereits eine Überraschung.
Duncan stand mit seiner gezückten Donnerkeule, die er mit der Rechten hielt und sich immer wieder in die linke Schlug, über drei gefesselte Gestalten. Battle-Cat stand neben ihm und grollte wütend.
Es waren Jitsu, Spikor und Skeletor.
„Man-At-Arms, ihr habt Skeletor gefangen?!“ Rief He-Man verwundert. Battle-Cat und Duncan drehten sich um.
„Ja, He-Man.“ Strahlte der Waffenmeister. „Skeletor war gerade aus dem Brunnen gestiegen, und wollte das Seil durchtrennen, da er wohl hoffte, dass ihr dann da unten fest sitzen würdet. Battle-Cat hat ihn überwältigt und wir haben ihn dann gefesselt.“
„Gut. Evil-Lyn und Scare-Glow sind noch immer dort unten. Sie werden sich auch bald befreit haben, dann können sie Skeletor und seinen Spießgesellen die Fesseln wieder abnehmen.“ Meinte He-Man und blickte zum Himmel. Er war klar, nur wenige Wolken waren zu sehen und die Sonne schien.
„Und wir können uns ruhigen Gewissens nach Eternis zurückziehen.“ Setzte Man-At-Arms hinzu.
„Nein.“ Erwiderte Teela. Und erst jetzt fiel Duncan die seltsame Bewaffnung seiner Adoptivtochter auf. „Wir müssen erst nach Castle Grayskull. Ich will mit der Zauberin reden. Sie hat mich gerettet und mir diese Waffen gegeben, doch das wirft noch einige Fragen auf!“ Duncan nickte. Als er Teela damals adoptiert hatte, hatte er nicht nur versprochen, das Geheimnis von Teelas Herkunft zu bewahren, die Zauberin hatte ihm auch von dem Stab erzählt, den sie eines Tages erhalten sollte, um Eternia zu beschützen.
Die Helden sahen sich nochmals nach Skeletor, Jitsu und Spikor um. Als sie feststellten, dass sie hilflos von Evil-Lyns magischem Seil gefesselt waren, machten sie sich auf den Weg zurück zum Blaster Hawk…

*

König Randor blickte verwundert zum Himmel. Clamp-Champ, Stratos, Man-E-Faces, Mekaneck, Fisto und viele andere Verteidiger von Eternia hatten sich im Hof des Königsschlosses versammelt, bereit, dem Bösen gegenüber zu treten.
Doch da gab es nichts Böses mehr, dem es gegenüber zu treten galt. Die Bürger waren wieder friedlich, die Soldaten bewachten das Königsschloss und auch die Geisterdämonen waren verschwunden. Es war, als hätten sie sich in einem Tornado zurückgezogen und binnen weniger Sekunden waren sie allesamt verschwunden.
„Haben wir uns das nur eingebildet, oder…“ Der König sah die Helden von Eternia der Reihe nach an.
„Ich weiß nicht, nichts deutet darauf hin, dass wir eben noch durch böse Mächte bedroht wurden.“ Erwiderte Stratos und blickte hinauf zum wolkenlosen, Sonnen beschienen Himmel. „Und auch das Chaos in der Stadt ist wieder behoben.“
„Ich denke, He-Man war auf seiner Mission, auf die die Zauberin ihn geschickt hatte, sehr erfolgreich.“ Warf Clamp-Champ ein. Der König nickte brummig, als das Klingeln von kleinen Glöckchen zu hören war.
„Orko?!“ Riefen die Verteidiger, als sie den kleinen schwebenden Zauberer erblickten.
„Ja, hallo!“ Der kleine Trolaner winkte aufgeregt mit seinen Ärmchen. „He-Man schickt mich und fragt, ob hier alles in Ordnung ist.“ Erklärte er, als er die verdutzten Mienen seiner Freunde sah.
„Ja, Orko, hier ist alles in Ordnung, aber sag uns doch mal, du trolanisches Wichtelmännchen… was ist überhaupt passiert? Vor nicht mal zehn Minuten war hier in Eternis noch die Hölle los, und das ist noch milde ausgedrückt!“ Erwiderte der König.
„Och… also gut, dann hört zu…“ Orko erzählte dem König und den heroischen Verteidigern von Eternia, was er zusammen mit He-Man, Duncan und Teela auf Shadow Island erlebt hatte…

*

Der Blaster Hawk näherte sich Castle Grayskull. Auch hier war der Himmel klar, die düsteren Wolken waren verschwunden und die Geisterhaften Dämonen ebenfalls. Bald schon konnten sie den Totenschädel erkennen, der die Front von Castle Grayskull darstellte und setzten zur Landung an.
Als He-Man an seinen Rücken griff, um das Zauberschwert zu ziehen, mit dem er für gewöhnlich das Portal öffnete, ging die Zugbrücke bereits von allein herunter. Die drei traten ein, während Battle-Cat beim Blaster Hawk wartete.
Durch einen verwitterten, steinernen Gang erreichten sie bald den großen Thronsaal des Schlosses. Die Sorceress saß auf ihrem Thron und erwartete die drei bereits.
„He-Man, Teela, Duncan… Ihr habt Eternia gerettet.“ Begann sie, als die drei vor ihrem Thron standen.
„Ja, Zauberin. Aber ohne deine Hilfe hätten wir das wohl niemals geschafft.“ He-Man blickte kurz auf Teela, die bereits die Rüstung ausgezogen und mit dem Stab und dem Schild auf den Boden neben sich gelegt hatte.
Die Zauberin lächelte kurz. „Ja…“
„Zauberin, ich danke dir, dass du mich gerettet hast. Die Waffen, die du mir geschickt hast, haben mir großen Dienst im Kampf gegen Skeletor erwiesen. Ich habe ihn allein besiegt.“ Sprach Teela. Die Zauberin stand auf, breitete ihre Arme aus, wobei sie ihr imposantes Gewand spreizte, und teleportierte sich zu den dreien hinunter.
„Es freut mich, wenn du sie gebrauchen konntest, und ich hoffe sie werden dir noch öfter große Dienste erweisen.“ Erwiderte die Zauberin.
„Du… du meinst, ich darf sie behalten?“ Fragte Teela. Die Zauberin nickte.
„Ja, diese Waffen, Teela, sind für dich bestimmt… schon vor deiner Geburt sind sie dir zugesprochen worden!“ Duncan und He-Man sahen sich kurz an.
„Wir warten draußen.“ Sprach Duncan knapp und schritt hinaus. Auf ein Kopfnicken des Waffenmeisters hin folgte He-Man ihm. Teela sah den beiden verwundert nach.
„Was ist denn los? Warum gehen sie jetzt?“ Fragte sie. Die Zauberin seufzte kurz.
„Und warum soll ausgerechnet ich diese Waffen bekommen? Der Waffenschmied schien mehr zu wissen als ich. Was ist los? Ich hatte schon oft das Gefühl, dass sie mir etwas verheimlichen.“ Setzte Teela hinzu, nachdem die Zauberin einen Moment lang geschwiegen hatte.
Die Zauberin tat einen Schritt auf Teela zu. „Ja, sie wissen tatsächlich mehr über dich als du selbst. Sie kennen zum Beispiel das Geheimnis deiner Herkunft.
Und diese Waffen bekamst du, weil du etwas ganz besonderes bist, Teela. Seid die Schicksalstürme von Eternia wieder auferstanden sind, fällt auch ihr Schutz in mein Aufgabengebiet, doch allein kann ich diese Bürde niemals tragen. Ich brauche Hilfe, doch nicht jeder kann mir diese Hilfe geben, dazu ist ein ganz besonderer Mensch notwenig, Teela.“ Erklärte die Zauberin. „Deshalb wurde es Zeit, dass du diese Waffen endlich bekamst, mit ihnen bist du allen Monstern Skeletors überlegen, denn du bist die einzige, die mir diese Hilfe geben kann, doch die Entscheidung liegt bei dir, Teela.“
„Natürlich will ich dir helfen, Zauberin, aber etwas anderes hast du eben erwähnt, etwas, das mir persönlich auch sehr wichtig ist. Du hast erwähnt, dass He-Man und Man-At-Arms das Geheimnis meiner Herkunft kennen würden. Kennst du es denn, Zauberin? Weißt du wer mein leiblicher Vater war, oder ist? Und weißt du wer meine leibliche Mutter ist? Mein Adoptivvater hat einmal gesagt, ich würde eines Tages erfahren, wer meine Eltern waren, aber nicht von ihm, und es würde noch lange dauern, bis dieser Tag käme.“ Erwiderte Teela. Sie spürte, wie ihr Herz zu rasen begann, wie ihr ganzer Körper zitterte. Schon von klein auf hatte Duncan ihr erzählt, dass er sie nur adoptiert hatte, und sie hatte ihr ganzes Leben schon versucht herauszufinden, wer ihre Eltern waren, wer sie selber war! Würde sie heute endlich Aufschluss bekommen?!
„Ja, Teela… dein Vater war Zendar, ein mächtiger Krieger, und ein Jugendfreund der Königssöhne Randor… und Keldor.“ Teela schluckte. Sie wusste, dass König Randor einen Bruder hatte, der seid 20 Jahren als verschollen galt. „Dein leiblicher Vater verschwand während einem Kampf gegen das Böse, wir haben leider niemals herausfinden können, was mit ihm geschah. Und deine leibliche Mutter…“ Die Zauberin schluckte ebenfalls. „Nun… du erinnerst dich, als ich von Skeletor in eine andere Dimension verbannt wurde, hatte der Geist von Grayskull dich gerufen, damit du meinen Platz einnimmst?!“ Teela nickte.
„Ja, aber was hat das damit zu tun?“ Fragte sie. Ihr Atem ging schnell und hektisch und noch immer pochte ihr Herz laut.
„Hast du dich niemals gefragt, warum ausgerechnet du nach Schloss Grayskull gerufen wurdest, um meinen Platz einzunehmen? Und erinnerst du dich, als du in die Bodenlose Spalte vor Grayskull gefallen und auf einem Felsvorsprung gelandet bist, hast du die Nähe deiner Mutter gespürt… Und jetzt habe ich dir diese magischen Waffen überreicht, damit du, und niemand sonst, mir bei der Verteidigung der Schicksalstürme hilfst… Teela!“ Die Zauberin griff an den blauen Schnabel an ihrer Kapuze und nahm sie herunter. Seidig-glänzendes, braunes Haar fiel in langen Wellen auf die Oberarme der Zauberin herab. Und Teela verstand! Ihre Augen weiteten sich, Tränen suchten sich einen Weg in ihre Augen. Sie ergriff ihr goldenes Diadem und nahm es ab, auch ihr fiel seidig-glänzendes, braunes Haar in langen Wellen auf die Oberarme.
„Mutter!“ Rief Teela, entsetzt, schockiert und glücklich zu gleich. „Oh mein Gott! Mutter!“ Teela warf ihre Arme um die Zauberin. „Mutter, endlich!“
„Teela…“ Tränen standen der Zauberin in den Augen, suchten sich in kleinen Rinnsalen ihren Weg über ihre Wangen. „Endlich, der Tag, den ich so lang herbeigesehnt habe, ist endlich gekommen! Endlich habe ich dich wieder, meine geliebte Tochter!“ Die Zauberin schlang ihre Arme fest um Teela, Teela umschlang ebenfalls ihre Arme fest um ihre Mutter, die sie so lange gesucht hatte. Plötzlich ließ sie aber abrupt von ihr ab.
„Warum?“
Die Zauberin wischte sich mit der Hand durchs Gesicht. „Warum? Nun…“ Die Zauberin atmete tief ein und aus. „Nach dem dein Vater gestorben war, war ich ganz allein. Ich war die Zauberin von Grayskull, die Hüterin der Geheimnisse der alten Magier, und hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Wenn dein Vater noch am leben gewesen wäre, hätten wir dich gemeinsam in Castle Grayskull aufgezogen, doch-„ Die Zauberin brach in Tränen aus. „Aber dein Vater starb… mein Ehemann…Zendar…“ Sie versuche sich das Gesicht trocken zu wischen. „Ich konnte dich hier allein niemals aufziehen… Schloss Grayskull ist und bleibt die Burg der Macht, und wurde allzu oft durch böse Mächte bedroht… wie hätte ich hier allein in Frieden ein Kind aufziehen sollen? Nein, das war unmöglich für mich. Außerdem konnte ich Schloss Grayskull damals nur in Gestalt des Falken Zoar verlassen, und wenn ich Grayskull verlassen habe, habe ich meine magischen Kräfte verloren. Ich hätte dich niemals beschützen können, Teela. Deshalb gab ich dich zu Man-At-Arms.“
Vor Teelas geistigem Auge baute sich das Bild des Orakels am Kristallmeer auf. Ihre Erinnerung an die dortige Begegnung mit der Zauberin kehrte zurück. Und auch der letzte Satz, den die Zauberin damals gesagt hatte.
„Wenn sie erwacht wird sie nichts mehr wissen, außer dass ihre Mutter eine Frau war, die sie sehr geliebt hat…“
 So vieles, das sie erlebt hatte, bekam jetzt einen Sinn. Wie oft schon hatte sie sich bei der Zauberin ausgesprochen, wenn sie traurig war weil sie niemals ihre leiblichen Eltern kennen gelernt hatte. Und ausgerechnet diese Frau war ihre Mutter. „Ich habe dich all die Jahre gesucht, und du warst immer für mich da. Ich hatte immer gehofft, dass meine Mutter so gewesen war wie du…“ Teelas Augen füllten sich erneut mit Tränen. Die Zauberin schloss ihre Tochter wieder fest in die Arme.
„Ich habe dich dein ganzes Leben lang beobachtet… wie du deine ersten Schritte gemacht hast, wie du in die Schule kamst… ich war von ganzem Stolz erfüllt, meine liebe Tochter, als du Captain der königlichen Wachen wurdest. All die Jahre habe ich manchmal nächtelang wach gelegen, habe manchmal stundenlang zugesehen wie du geschlafen hast. Doch jetzt bin ich im vollen Besitzt meiner magischen Kräfte und nichts wird uns je wieder trennen, Teela.“ Sprach die Zauberin.
„Wie heißt du eigentlich?“ Fragte Teela, selbst überrascht, dass sie das nicht wusste.
„Mein Name ist Teelana… vor vielen Jahren lebte ich in einem kleinen Dorf namens Novella. Nur Duncan, He-Man und Kodac Ungor wussten davon.“ Antwortete die Zauberin.
„Wer… wer ist Kodac Ungor?“ Fragte Teela, der wieder einmal bewusst wurde, wie wenig sie eigentlich über die Zauberin wusste.
„Kodac Ungor war vor mir die Hüterin von Schloss Grayskull.“ Erklärte Teelana. „Möchtest du heute Nacht hier bleiben? Ich weiß, 20 Jahre kann man nicht in einer einzigen Nacht aufholen, aber ich denke es wäre ein Anfang…“
„Natürlich. Nichts lieber als das. Ich sage nur rasch He-Man und Duncan bescheid.“ Und so verließ Teela den Thronsaal und schritt langsam hinaus zu ihren Freunden.
„Nun, Teela?“ Fragte Duncan, als er seine Adoptivtochter sah.
„Vater… He-Man…“ Teela sah die beiden an. „Ich werde heute Nacht auf Castle Grayskull bleiben. Mutter und ich haben eine Menge zu bereden. Ich weiß nicht, wann ich wieder in Eternis sein werde, um meinen Platz einzunehmen, aber-„
„Mach dir darüber mal keine Gedanken. Ich werde meine alte Aufgabe als Captain der Wachen wieder übernehmen.“ Erwiderte Duncan. Teela lächelte dankbar.
„Ich melde mich bei euch.“ Teela schloss beide fest in ihre Arme. Dann kehrte sie ins Schloss Grayskull, und die Zugbrücke verschloss sich hinter ihr…

Die beiden Männer besetzten mit dem Kampftiger wieder den Blaster Hawk und He-Man startete die Maschine. Sie hoben ab und der blonde Hüne schlug die Richtung von Eternis ein.
Auf dem Rückflug zum Königspalast, vernahm Duncan eine innere Stimme.
„Duncan, ich danke dir, dafür, dass du Zendars und meine Tochter zu dem gemacht hast, was sie heute ist. Sie ist eine starke Kriegerin und eine außergewöhnliche, wundervolle Frau geworden…“ Es war die Stimme der Zauberin. Duncan schmunzelte.
„Ja, … so wie ihre Mutter…“ …

Ende…

Offline Rippman

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Die Macht des Kobrazepters
« Antwort #2 am: 02.06.2005, 12:53:22 »
Also Zodakkian7, ich habe mich durch deine Geschichte gekämpft  :grin:  Obwohl ich eher ein Fan der neuen Geschichten (sprich 200x) bin hat mir deine Geschichte gut gefallen. DU hast alles sehr gut beschrieben und ausgeschmückt, so dass man keine Probleme hatte sich Bilder im Kopf zu machen und seinen eigenen kleinen Cartoon im Kopf ablaufen lassen konnte. Jetzt interessiert mich eins. Teela kennt nun ihre Mutter, aber wie lange wird es jetzt noch dauern bis auch sie das Geheimnis von He-Man kennt?
Aber tolle Geschichte. Mach auf jeden Fall weiter.  :applaus:  :respekt:

Offline Zodakkian7

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Die Macht des Kobrazepters
« Antwort #3 am: 02.06.2005, 19:50:53 »
hi dake für deinen kommentar

nun ja wie gesagt, diese geschichte ist der anfang meines canons...
he-mans geheimnis wird sie an dem tag herausfinden an dem sie die neue zauberin wird.

meine anderen fanfics findest du hier,in genau der reihenfo,ge in der ich sie auch geschrieben habe.
http://www.fanfiktion.de/u/Zodakkian7


greetz