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  • 23.10.2018, 06:05:46

Autor Thema: Der Schattenlord  (Gelesen 1205 mal)

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Offline Kafuun

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Der Schattenlord
« am: 23.02.2005, 16:27:58 »
Hier mein kleiner Text, der sich mit der Entstehung Scare Glows beschäftigt.
Viel Spaß beim Lesen

Der Schattenlord

Immer wieder drehte der hochgewachsene, schmalgesichtige Mann den Kopf. Er sah, wie sie alle dastanden. Auf ihn schauten und sich fragten, wann er denn endlich den letzten, entscheidenden Schritt machte. Er, der Lord, war gefallen. Aus einem einfachen, banalen Grund heraus, der ihn nun an den Rand seines eigenen Schicksals brachte, ihn soweit führte, dass er sich vor dem Tor aufbauen musste. Dem großen, wabernden, in sich gedrehten Nebel begutachte und nervös auf seiner Unterlippe kaute.
Sich fragte, wieso er nur erwischt worden war. Schließlich taten fast alle Angestellten des Hofes das, was er getan hatte. Es war nichts dabei, in die Stadtkammer zu gehen, in dem Kassenbuch einen Betrag einzutragen und sich einen höheren zu nehmen. Nein, es war so einfach gewesen. Nun aber stand er hier. Spürte den eisigen, wehenden Wind, wie dieser nach seiner teuren, ausgewählten Kleidung griff, die aus einer eleganten, an den Knien zusammengebundenen Hose bestand, die in weiße, lange Strümpfe überging. Diese wiederum fanden sich in lackähnlichen Schuhen wieder, auf dessen Verschluss eine silberne, im fahlen Licht der flackernden Fackeln, die die Träger in Händen hielten, bleich schimmerte.  
Der Lord schluckte. Spürte, wie sein Speichel einen übelschmeckenden Geschmack annahm, der ihn bitter das hohlwangige, längliche Gesicht verziehen ließ. Seine Hände klammerten sich an die weiße, feinen Bluse fest und zehrten an dieser, dass er hörte, wie der Stoff langsam zu reißen begann.
Er stieß keuchend die Luft aus, suchte seinen König und hoffte inständig, dass dieser sich gnädig zeigte und sein Urteil von gestern zurücknahm. Doch als er in den Pulk schaute, die Wachen erkannte, die allesamt Hellebaden in Händen hielten, dessen Blätter monströs erschienen, in ihrer Pracht und Größe. Sie maßen gut Einahnhalbfuß und konnten den Körper eines Mannes ohne mühe mit einem Streich in der Mitte spalten. Wenn denn der Träger genügend Kraft aufwand, um diese tödliche Waffe zu führen.
Und der Lord war sich sicher, dass die breitschultrigen, maskenhaft wirkenden Männer, es ohne Mühe konnten. Denn ihre breiten, muskulösen Arme, die unter ledernen Rüstungen hervor schauten, auf dessen Brust ein Motiv einer dahin schwimmenden Gans zu sehen war, besaßen enorme Körperkräfte. Schließlich waren sie ausgesucht worden, um den König und sein Gefolge zu beschützten. Sie hatten einen waren Horrortrip hinter sich, in Sachen Ausbildung.
Eine Tourtour, die der Lord, bei aller Ehrlichkeit, niemals überstanden hatte. Er wusste es und begegnete deswegen diesen Männern mit einer gehörigen Portion Respekt.
Sicherlich waren sie keine intelligenten Männer, aber sie waren schlau genug, um zu wissen, dass es für alle besser war, wenn dieser jetzige König an der Macht war, als der, der kurz vor den Mauern der heiligen Stadt stand. Immer wieder Drohgebärden vollführte, um die  eingeschlossene Bevölkerung zu verängstigen.
Der Lord aber, der nun zum König schaute, auf dessen ebenmäßigen, irgendwie kalt wirkenden Gesicht blickte, erkannte keinerlei Regung in diesem. Das einzige was der König tat, war mit seiner schmalen, glatten Hand nach der seiner Frau zu greifen. Die wiederum dastand, verständnislos zum Lord schaute und ihre Furcht nicht verbergen konnte. Eine Angst vor dem Tod, die die Königin schon lange ausstand und bis jetzt nicht verstand, diese unter Kontrolle zu bekommen. Zu oft schon hatte der Lord mit der Frau gesprochen. Ihr versucht die Angst zu nehmen, wenn er dicht hinter ihr stand, den weichen Geruch ihrer Haare aufnahm und sah, wie sie zitterte, wenn ein Verurteilter auf das Tor zu ging. Welches sich schneller zu drehen begann. An Tiefe gewann und dem Lord schwindelig werden ließ. Er versuchte Konturen, feste Punkte zu erkenne und fand sie doch nicht.
Das einzige was ihm passierte, war einen Schwindel zu bekommen. Der sich in ihm festsetzte, ihn leicht taumeln ließ. Erschrocken fuhr er die Hände aus. Versuchte sich das Gesicht der Königin ins Gedächtnis zurück zu rufen und hoffe darauf, niemals ihre ebenmäßigen Konturen zu vergessen. Die sich festsetzten an der glatten, kleinen Stirn, die geziert war, von zwei schmal verlaufenden Augenbrauen, die vor gut zwei Tagen erst gezupft worden waren. Außerdem wollte er nicht vergessen, wie ihre Augen funkelten, wenn sie sich fasziniert zeigte von erzählten Geschichten oder niedergeschriebenen Texten. Der Lord grinste schief, als er an die sinnlichen Lippen dachte, die weiße, reine Zähne zeigten, wenn sie sich lachend auseinander schoben.
Ja, diese Frau war eine Wohltat für einen jeden Mann, der sich dem weiblichen Geschlecht nahe fühlte. Sie war so begehrenswert, dass der Lord sich in einsamen, verlassenen Nächten des öfteren vorstellte, wie es wohl sein würde, wenn sie denn ihr Bett mit ihm teilte.
,,Was hast du, Glow?“ Hörte er die Stimme des Königs, wie sie hallend ihm entgegen schritt. Sich in seine Gehörgänge bohrte und ihn aufzeigte, dass die Masse hinter ihm begann ungeduldig zu werden:,, Traust du dich nicht, dich unseren Ahnen zu stellen?“
,,Mein König“, hauchte Lord Glow, der sich mit einer fahrigen Handbewegung eine blonde, verschwitzte Haarsträhne aus dem Gesicht wischte:,, Es ist nicht so leicht, wie ich dachte.“
,,Trotzdem aber solltet Ihr schnell den Schritt wagen, denn ansonsten würde es Euch sicherlich nicht gefallen, von einer meiner Hände hineingestoßen zu werden, oder?“
,,Nicht im geringsten, wenn ich es bemerken darf.“
,,Darfst du, Glow, also trage die Schuld wie jemand, der weiß, was für einen Fehler er getan hat.“
,,Ich habe ihn bereut, tausendmal schon.“
,,Deine Reue kommt zu spät“, bemerkte der König, dessen ausgeglichene, weiche Stimme nichts mehr von seinen einschmeichelnden Klang behalten hatte. Sie war plötzlich unnachgiebig, forsch und drängend geworden. Sie veranlasste den Lord noch einmal über die Schulter zu schauen. Zu dem König hin, der sich in schlichte Gewänder gehüllt hatte, um allen zu zeigen, dass auch er dem Tod machtlos gegenüber stand.
So wie sie alle!
Nur mit dem Vorteil, dass er sich wieder in seinen Palast zurückziehen konnte. Sich in seine teuren Umhänge  hüllen durfte, um dann ein Bankett oder Schauspiel zu besuchen. Im Gegensatz zum Lord, der immer noch dastand. Zitterte und sich fragte, ob diese Art von Bestrafung wirklich das war, was sie sein sollte. Schließlich war sie schon viele Jahrhunderte alt und kaum einer wusste genau, wohin man schritt, wenn man das Tor passierte. Viele Gelehrten sprachen von den Ahnen, die einen entgegen nahmen, sich gerichtlich mit einem befassten und schließlich ihr Urteil sprachen. Ob man seine Seele behalten oder verlieren sollte.  
Glow fürchtete sich nicht vor dem Urteil, sondern vor dem DANACH!
Was würde passieren, wenn er seine Seele behalten durfte?
Konnte er dann zurückkehren in den Palast, um noch einmal eine Chance zu erhalten? Oder musste er selber einen Platz einnehmen, an den langen Tischen des Totenreiches und darüber beraten, was mit denen passierte, die wiederrechtlich handelten und doch eine weitere Chance verdient hatten?
,,Mach nun endlich, Glow, uns allen wird langsam kalt.“
,,Es tut mir leid, mein König“, flüsterte Glow:,, doch meine Knie gehorchen meinem Verstand nicht mehr. Und auch mein Geist weigert sich, sich in einen Trog zu werfen, der eindeutig dazu bestimmt ist, einen zu richten.“
,,Ihr wusste genauso gut wie ich, dass dieser Schritt erforderlich ist. Er zeugt von Größe und Achtung. Während dem Niedertracht entgegenschlägt, der gestoßen wird.“
,,Ich weiß das alles, mein König.“
,,Was also hindert dich dann daran, endlich vorwärts zu gehen?“
,,Ich... ich“, die Stimme versagte Glow. Er spürte wie Panik in ihm aufstieg, als er die mentalen, sich in seinem Kopf festsetzenden Stimmen hörte, die ihn dazu anhielten, sich endlich auf die Reise zu begeben. Die nichts anderes wollten, als endlich ihre Ruhe zu finden, damit das Tor wieder geschlossen werden konnte.
Nicht nur weich waren seine Knie, sie gaben leicht nach, als er einen leichten Schritt nach vorne tat. Den schleifen der Sohlen lauschte, die über den gekachelten Boden scharbten. Einen rutschenden Halt fanden, der ihn eher weiter auf das wabernde Portal zutrugen, als davor zu stoppen.
Ihn aufzeigte wie aussichtslos seine Situation war.
Eisig war der Hauch, der ihn umwehte.
Ihn umschloss, ihn gefangen nahm und auf sich zuzog.
Eigentlich wollte er etwas sagen. Sich wehren schaffte es aber nicht, als er spürte, wie die Erwartung ihren Höhepunkt entgegen stieg und die Masse, die sich hinter ihm befand, begeistert die Luft anhielt.
Immer war es ein Spektakel, wenn einer den Weg gehen musste, der vorbestimmt war.
Er machte der Masse deutlich, wie vergänglich andere waren, während sie weiter lebten und sich labten an den Früchten des Lebens.
Lord Glow bemerkte dieses deutlich. Er spürte regelrecht wie alle begiert darauf warteten das er stürzte, sich abdrückte von dem kalten, grau daliegenden Steinen, die versanken an einer Grenze, die in eine andere Welt führten.
Glow schnaufte. Übelkeit stieg in ihm auf. Brodelte in ihm wie ein zischender Vulkan, den es in den weiten, östlich liegenden Gebirge zu oft gab und ihre kochenden Innereien immer wieder gen Himmel sendeten und die Sonne verdrängte. Rauch aufsteigen ließ, der sich kratzend auf die Lunge legte und das Atmen erschwerte.
Alle Bilder, jede Erinnerung, die er einmal durchlebte, holte er in diesem Augenblick zurück. Fühlte die Sehnsucht nach dem warmen Umarmungen seiner Mutter. Er wollte die jenige wieder sehen, die ihn damals zum Mann machte und ihm zeigte, wie schön das Leben war. Alles wollte er!
Nur nicht dieses!
Dann fiel er nach vorne und tauchte ein...
... und lebte weiter...
... fremd und unwirklich...

1

Es war zu erst mit einem Fallen verbunden. Ein leichtes dahin schweben, welches sich schnell veränderte, zu einem krampfhaften stürzen, dass ihn durch ein schwarzes Nichts taumeln ließ. Immer wieder versuchte der Lord einen festen Halt zu finden. Er fand ihn nicht. Musste sich eingestehen, einen Schritt zu weit gegangen zu sein. Alles um ihn herum veränderte sich. Die Schmerzen waren untragbar und die zischenden, boshaft klingenden Gedanken erzeugten in ihm eine Übelkeit, die ihn erschreckte.
Sie machte ihn zu einem gefügigen, willenlosen Opfer, dass nicht mehr merkte, ob es sich überschlug oder zu einen starren dahin gleiten degradiert worden war. Unwirklich und unklar erschien ihm die Eindrücke, die auf ihn einwirkten, ihn glauben ließen, auf helle, weiche Punkte zuzufliegen, die sich mit einer Wärme umschlossen, die verführerisch nicht sein konnten. Die den Eindruck vermittelten, auf ein knackendes, im Kamin vor sich hin brennendes Feuer zuzufliegen. Der Lord stellte sich vor, wie er davor lag. Ausgebreitet auf einem Wolfs oder Bärenfell, welches seit Jahren schon an diesem Platz lag. Einen eigentümlich, ihm eigenen Geruch angenommen hatte, der ihn an viele, erotische, wie auch sinnliche Abenteuer erinnerte.
Immer hatte er diesen Platz des Palastes geliebt. Ihn dazu benutzt Eindruck zu schinden und seine Seele baumeln zu lassen. Zu oft hatte er dort gelegen. Sich mit einem Wein gütlich getan und ein spannendes Buch dabei gelesen. Es war alles so herrlich romantisch gewesen, dass er sich jetzt danach sehnte. Er fühlte in sich eine Traurigkeit aufsteigen, die sich langsam seinem Herzen entgegen schob, um dieses dazu brachte still und heimlich zu bluten.
Wieder glaubte er, nachdem seine Gedanken sich erholten von der Last des dahin schwindenden Lebens, dass ein weicher Windhauch ihn erfasste. Ihn anhob und weiter trug, auf einen Punkt zu, der sich wie ein feines, rotes, langsam um einen hellen Punkt drehendes Flimmern zeigte. Ihn deutlich machte, dass die Gelehrten in einem Punkt unrecht hatten. Man bereute nichts. Viel mehr war man mit einer Gleichgültigkeit beseelt, die einem die Unendlichkeit des Seins trister und unwirklicher nicht erscheinen lassen konnte.
Der Lord war sich sicher, für immer auf dieser Ebene existieren zu müssen. Ungehört, von niemanden verstanden, um sich langsam darüber im klaren zu werden, was für einen Fehler man getan hatte.
Es war schrecklich!
Immer wieder sich selber einzugestehen, von der Ewigkeit begleitet zu werden.
Zu lange würde das dahinsiechen dauern, bevor man entgültig verstand, für immer diesen Platz gewählt zu haben, der einem zu einem starren Bildnis des Universums machte.
Hätte der Lord schlucken können, es wäre ein bitterer Geschmack gewesen, der sich in seinem Mund ausgebreitet hätte. Lange aber schon hatte er bemerkt, dass die natürlichen Eigenschaften eines Menschen von ihm getrennt worden waren. Sie hatten sich verflüchtig, nach dem er die Passage durchfiel, die ihm aus dem gewohnten Umfeld seines Lebens riss und zu einem neuen Erlebnis brachte.
Der Lord versuchte zu erkennen, was es nun genau war, auf was er zuschwebte. Ob es wirklich nur ein Flimmern oder eine feste Kontur war, die sich immer weiter, träger und unnachgiebig drehte. Ihn erinnerte, an eine Theorie, die einmal einer der vielen Astrologen aufstellte, der meinte, der Platz, an dem sie alle lebten, wäre ein festes starres Gebilde, was sich auf einen rotierenden Stern befand. Natürlich war er ausgelacht worden, jeder wusste, wie der Sonnenlauf funktionierte. Alle hatten gewusst, dass der Planet eine Scheibe war, die fest verankert war, mit dem Himmel des Tages und der Nacht.
Nun aber, wo er hier schwebte, sich immer weiter distanzierte von dem wärmenden Schein der hellen Lichter, fand er die Behauptung gar nicht einmal mehr so abwegig. Sondern viel mehr verständlich. Schließlich war alles um ihn herum in einer immerwehrenden Bewegung ergriffen.
Der Lord zweifelte plötzlich an sich und an alles, woran er glaubte. Was er damals lernte und dachte im Leben anbringen zu müssen.        
Er schaute zu, wie er weiter schwebte, auf das Ziel einer Reise zu, die er nicht einmal bewusst beschreiben konnte. Der Lord wusste nicht einmal genau, ob er noch einen Körper besaß oder nur noch ein reiner, eigenständiger Gedanke war, der sich an einem letzten, lebenden Impuls klammerte, um den Funken nicht zu vergessen, den er Leben nannte.
Es erschien ihn alles so sinnlos und als er den ersten weichen, ausschweifenden Nebel erreichte, von diesem sich umschließen ließ, merkte er, wie eine Veränderung mit ihm vorging. Es war weder mit Schmerz noch mit einem Hochgefühl zu vergleichen. Sondern viel mehr mit einem sachten ausfüllen der leeren und abgestorbenen Partikel. Nicht Wärme oder Kälte durchflutete ihn, sondern der einfache Drang sich weiter zu entwickeln. Zu einem Wesen zu werden, dass hinter den Vorhang der Realität blicken konnte, der herabgelassen worden war, um die Bühne der Wirklichkeit zu verdecken.
Unbeschreiblich waren die Erkenntnis, die ihn anregten, leise zu wimmern. Die seinen Geist öffneten, wie geschickte Finger den Bauch eines erlegten Wildschweins. Ja, er war dabei einen Kosmos zu betreten, in dem es keine festen Strukturen gab. In denen man sich vorwärts bewegte mit einem einfachen Wunsch der Gedanken. Wo es nicht mehr gab, außer zelllose Organismen, die vergangen, sobald man nicht mehr an sie dachte.
So war es ihm, als ob er plötzlich schwebte, über eine graue, aus Bäumen und Flüssen bestehende Landschaft, die sich zierte, mit in die Höhe ragende Berge, die aussahen, wie geschleifte Steine, die sich trotzig dem kalten Wind entgegen stellten, der über die weite, grüne Ebene jaulte, und einen leichten Hagel aus sich selber drehenden Sand hinter sich her zog.
Der Lord schluckte, als ihm eine Erkenntnis ins Bewusstsein drang, die ihm aufzeigte, dass er sich wieder auf einer Welt befand. An einem Ort, wo es Lebende und Tote gab. Wo sich unerklärtes mit rationalen Verband und eine Einheit bildete, die nichts fantastischeres mehr in sich tragen konnte.
So fühlte er sich angezogen, von einem klaren, eindeutigen Gedanken, der mit Machtgier und dem Hunger nach Erfolg angeregt war, der ihn schaudern ließ. Ihn zu einer neuen Dasein des Lebens formte, dass er sich über die Gabe wunderte, dem lauschen zu können, was andere dachten. Nur das seltsame dabei war, dass er noch niemals über diese Fähigkeit verfügte. Das er nicht im geringsten dazu im Stande war, die Gedanken anderer zu lesen.
Eine Veränderung, mit der dahin schwebende nichts anfangen konnte. Viel mehr schreckte sie ihn ab und machte ihm deutlich, wie sehr er seine alte Existenz vermisste.
Nun aber, wo er den sich durch das Gebirge schlängelnden Fluss erblickte, auf dem eine sich in den Himmel ragende Jacht befand, die mit weit aufgeblähten Segel sich ihren Weg bahnte, auf eine Mündung zu, die ins offene Meer führte. Die gesäumt war, von kleinen, sanft ansteigenden Hügeln, auf denen deutlich sichtbar kleine Siedlungen und ein Leuchtturm angebracht worden war.
Alles wirkte so friedlich und sanft auf Glow, dass er sich ernsthaft fragte, woher dann de wispernden Stimmen drangen, die davon berichteten, dass man unglaublich böses tun musste, um die Macht einer gewissen Burg Grayskull zu erlangen. Einen Ort, von dem der Lord noch niemals hörte. Einen Platz, der so unendlich weit entfernt lag, dass er sich ernsthaft fragte, was es bedeutete in der Hemisphäre der Schatten existieren zu müssen. Glow folgte den weichen Klang der Gedanken, obwohl sie ihn schreckten. Ihn zurückweichen ließen, und ihn ermahnten, nicht das falsche zu tun.
Aber sein neues Leben trachtete danach, endlich wieder mit jemanden in Verbindung zu treten, der einen Mund besaß, eine kleine, abgerundete Nase und den Mut, das unmögliche zu wagen.
Herrschte eben noch das Bild von dahin dümpelten Schiffen in seinem Geiste vor, so verblassten diese  wieder. Wichen einen dunklen, im düsteren Schatten liegenden Tal, in dem sich eine aus schroffen Vulkangestein gehauenen Fels, der die Form einer sich windenden Schlange besaß. Die ihr Maul weit aufriss, auf Glow wirkte, wie ein Wesen, welches sich übergab. Nur mit dem Unterschied, dass es keine bittere, übelriechende Galle war, die aus dessen Magen hervor drang, sondern ein rötlicher, dampfender Lavastrahl, der sich in eine Senke ergoss, die an einen brodelnden Teich erinnerte. Ebenfalls nur fast!
Denn der mit heißen Blasen übersehene Talkessel, brodelte vor schwarzen, langsamen erkaltender, flüssigen Feuer, welches eine Hitze entwickelte, die Glow entgegen wehte. Ihn aufzeigte, nicht mehr alleine sein zu müssen, sondern es endlich geschafft zu haben, wieder am Leben teilnehmen zu dürfen.
Er freute sich!
Nicht aber so, wie er es eigentlich kannte. Sondern auf eine veränderte, ihm seltsam erscheinende Entwicklung, die ihn schockierte. Ihn aufzeigte, in einem Taumel aus Veränderungen gefangen zu sein, die ihm nicht schmeckte. Sondern viel mehr zu einem kleinen, festsitzenden Schock anhielt, der ihn weiter schweben ließ. Dorthin, wo der Schlangenfels sich in die Höhe schraubte. Sich erhob, wie ein drohendes Mahnmal, welches jeden Augenblick über den friedlich daliegenden Planeten herfallen konnte.
Glow erkannte die einzelnen Areale der Landschaft. Wunderte sich über die Ascheebenen, auf denen, wie verloren wirkende Posten, Bäume standen und ihr trauriges, verkrüppeltes Geäst ausstreckten und nicht einen Hauch von Glanz besaßen. Viel mehr waren sie nur einfache, vergessene Überbleibsel einer Natur, die sich nicht darum kümmerte, was mit ihren Kindern passierte.
Glow fragte sich ernsthaft, wie es möglich sein konnte, so eine Landschaft zu formen. Er selber kannte nur blühende, kräftig wirkende Wälder, mit Buchen und Weiden besetzte Landstriche, die zu schnellen Ritten reizte, oder zu einem gemütlichen Lagerfeuer einluden. Nicht aber Depressionen und Furcht verursachten.
Natürlich, er selber war ein Liebhaber von düsteren Legenden und dunklen Prophezeiungen, dass sie aber ins Leben rutschten, welches er führte, hätte er niemals für möglich gehalten. Hier aber konfrontierte ihm das Schicksal mit einem Bild, welchem er nichts gutes abgewinnen konnte. Natürlich, es übte eine gewisse Faszination auf ihn aus, ließ ihn aber erheblich daran zweifeln, an einem Ort zu sein, der gutes in sich barg.
Aber genau das war es, was ihn anzog!
Er wollte zu dem schlangenähnlichen Felsen. Wollte sich umsehen, in den Gedanken derer, die sich nicht im geringsten darum scherten, der Gier erlegen zu sein.
Die so anziehend wirkten, dass Glow sich nicht einmal mehr schämte, in das Tor getreten zu sein, um sich angeblich mit seinen Ahnen zu treffen. Wie ihm schien, sah seine Strafe ganz anderes aus. Er blieb weiterhin ein Gedanke, ein Gebilde ohne Struktur, aber mit einem gewissen Potential ausgestattet, der ihn vielleicht ermöglichte, mehr zu werden, als er jemals zu Lebzeiten war!
Glow erschreckte selber über das, was er dachte. Wunderte sich im geheimen darüber, dass er sich selber nicht mehr als das akzeptierte, was er einmal war. Sondern sich zu etwas machte, was er niemals sein wollte.
Trotzdem aber war er erfreut darüber, als er spürte, wie die leichten, kribbelnden Impulse durch sein Bewusstsein zogen, sich verbanden, mit den Synapsen seiner Selbst und ihn aufforderten, endlich das schwarze, aschebedeckte Gestein zu durchdringen und mit dem in Kontakt zu treten, der sich selber Skeletor nannte. Eine Wesen, welches sich selber gut einzuschätzen wusste und sich im sicheren wog, alles richtig gemacht zu haben.
Es war nicht nur der Augenblick der Vereinigung, der Glow überwältigte, sondern auch die Bilder, die auf ihn einstürzten. Sie waren plötzlich da. Umspielten ihn wie eine weiche Musik und trieben ihn immer weiter in ein Bewusstsein ein, welches angehäuft war, von Korruption, Eifersucht und dem absoluten Willen alles zu unterwerfen, was sich mit den Masters of the Univers beschäftigte.
Eine Bezeichnung, die er bisher noch niemals gehört hatte, geschweige denn verstand. Er aber machte sich darum keine Gedanken. Schwebte einfach auf einen inneren, sich windenden Punkt zu, der aussah, wie ein zusammengepresstes Stück Brot. Das leicht pulsierende Lichtreflexe ausstrahlte und Glow eine Beschaffenheit zeigte, die den Lord zurückweichen ließ.  
Ihn aber auch anzog, wie der Magnet die Eisenspäne.
So sah er sich, über einer Gestalt schweben, die vergleichbar war mit dem Tod!
Die Glow erschreckte, in ihrem Äußeren. Er glaubte zu träumen, als seine Blicke über das knochige Gesicht glitt. In die Augenhöhle eindrang, die aus schwarzen, endlosen Schwächten bestand, die in einem das Gefühl von Unterwerfung erzeugten. Sie machten es dem Lord nicht leicht, sich weiter zu konzentrieren, geschweige denn gedanklich zu sortieren. Er war abgestoßen, von den immer grinsenden Lächeln, aus den scharfe Eckzähnen scharf hervorstachen. Sie erinnerten den Lord an Legenden und Erzählungen. An Blutsauger, die bei Nacht aus ihren Gräbern krochen, sich auf ihre wehrlosen Opfer warfen und diese versuchten mit einem gezielten Biss in die Aorta das Leben zu nehmen.
Ebenso wunderte sich Glow über die krallenähnlichen, zu einer Faust geschlossenen Hände. Sie waren ebenso dürr, wie lang. Sahen aus, wie zupackende Klauen, die alles festhielten, was sie einmal umklammerten.
Überwältigt von diesem Anblick, kreisten die Gedanken durch den Kopf Glows. Er war sich sicher, dem Leibhaftigen gegenüber zu stehen und betete zu seinen Ahnen, dass diesen friedlich gestimmt war. Doch Glow brauchte sich nicht zu fürchten. Viel mehr konnte er den Trumpf ausspielen, den er für richtig hielt. Denn er merkte, dass sich die Gedankenimpulse seinen Wünschen unterstellten.
Es war ein Zufall, dass er es bemerkte.
Denn als er erschrocken zurückwich, das weite suchen wollte, fiel ihm auf, wie ein davon eilender Gedanke auf ihn zuschoss. Der aussah, wie ein Nebel, der an einem frühen Morgen aus einem ruhig daliegenden See aufstieg. Sich fächerartig ausbreitete und eine Intensivität in sich trug, die Glow schlucken ließ. Die ihn anheizte, die imerginäre Hand auszustrecken, um das Gebilde zu berühren. In es einzutauchen, um ein aus klobigen, grauen Steinen erbautes Schloss zu erblicken, welches mit gewaltigen Zähnen ausgestattet worden war. Das eine Ähnlichkeit mit einem Gesicht aufwies, welches eher abschreckte, als Vertrauen erzeugte. Trotzdem konnte Glow sie sehen. Die reine, in eine buntes Gefieder gehüllte Frau. Die ihren magischen Stab in Händen hielt. Ihr ebenmäßiges, weiches Gesicht sorgenvoll in seine Richtung gedreht hatte, und nervös ihre Blicke hin und her huschen ließ.
Obwohl es sich nur um einen Traum handelte, bemerkte Glow doch die unendliche Macht, die es zu geben schien, hinter diesen Mauern.
Die sich wehrte vor den Zugriff Skeletors. Der nicht ruhte, sich immer wieder neues ausdachte, um an ein Geheimnis zu kommen, welches sich mit irgendwelchen Weisen beschäftigte, die vor über sechzehn Jahren davon eilten, um den Planeten zu retten.
Sie hatten sich zusammengeschlossen, und Skeletor in die Hemisphäre geschmissen, welche sich erstreckte, von dem Anfang der Wüste der Zeit, bis hin zum Meer von Rakash.
Von den Informationen überwältigt, zuckte Glow zurück und blinzelte. Er taumelte, wusste nicht, wie er einen sicheren Halt finden sollte und glitt aus der Gedankenwelt Skeletors zurück in die Wirklichkeit und spürte, dass sich etwas verändert hatte.
Waren seine Gedanken eben noch zögerlich und stockend, so fühlte sie sich in diesem Moment überlegen und zuversichtlich an. Sie waren so angehäuft mit Zuversicht, dass Glow stehen blieb. Nicht weiter zurückwich, sondern, Skeletor fixierte, in dessen dunklen, wie leere aussehenden Augen etwas passierte. Sie füllten sich. Nur langsam, so, als ob ein schlafender dabei war, die Augen zu öffnen, um zu bemerken, dass er nicht mehr schlief sondern dabei war aufzuwachen.
Erst war es nur ein leichter, in der Tiefe geborgener, roter Schein, der schließlich aber anschwoll, zu einer vernichtenden, die Augenhöhlen ausfüllende Sonne, die alles verbrannte, was sich ihr in den Weg stellte. Eine Maßnahme, die im ersten Augenblick etwas erschreckendes in sich trug, dann aber von Glow keine Beachtung mehr fand, da er zu überrascht war, von den klaren, eindeutigen Gedanken, die ihm entgegen wehten.
Die sich zu Worten formten, sie sich dort trafen und verbannten, wo er einst meinte seinen Kopf sitzen zu haben.
,,Wer bist du?“ Hauchte ihn Skeletor entgegen, der nicht die geringste Spur von Furcht zeigte, sondern viel mehr auf Glow wirkte, wie jemand, der wusste, auf was für ein Spiel er sich gerade einließ.
,,Glow“, antwortete dieser automatisch.
,,Und was willst du hier?“
Überrascht von dieser Frage, musste Glow leicht kichern. Er mochte die ablehnende, sich selbst überschätzende Art des Skelettgesichtes plötzlich und versuchte zu nicken:,, Erkunden. Vielleicht helfen.“
Skeletor, der seinen Körper und einer wollenden, grauen Decke verbarg, richtete sich auf. Ließ den Stoff des schützenden und wärmenden Decke bei Seite rutschen und präsentierte dem feinstofflichen Glow einen blauen, muskulösen, wie auch mager wirkenden Körper.
,,Wo kommst du her?“
,,Ich weiß es nicht“, gestand Glow und ärgerte sich im nächsten Moment, dem Herren der Dunkelheit so offen gezeigt zu haben, was sich in seinem innersten abspielte. Das er es nicht schaffte, sich vor dieser Kreatur zu verbergen, die ihn musterte und anscheinend sehen konnte.
,,Seltsam, nicht wahr?“ Höhnte Skeletor:,, Kommst hier her, kennst niemanden und gerätst dabei an mich. Was für ein Vorteil.“
,,Du bist der Herr der Finsternis“, flüsterte Glow, der auf der Suche war, nach seiner Zuversicht und der Hoffnung, wieder zu erstarken, um sich als mächtiger zu präsentieren. Außerdem fragte er sich, als er sich leicht vorwärts bewegte, warum ihn daran gelegen war, dieser Kreatur zu helfen, die die Beine aus dem Bett schwank und nach einer Kapuze griff, die feinsäuberlich zusammengelegt auf einem kleinen, aus dem Boden gewachsenen Felsen lag.  
,,Ja, dass bin ich, Glow. Nun aber sage mir, was du hier möchtest und wie du es schaffst, in meine Gedanken einzudringen und dir die Zauberin von Grayskull anzuschauen? Wie hast du das getan?“
,,Ich wollte es.“
,,Dann kannst du alles, was du willst?“
,,Vielleicht“, gestand Glow:,, Es kommt darauf an, was du möchtest.“
,,Nur die Macht, Glow, nur die Macht.“
,,Ich könnte dir helfen. Ich habe den Tod schon einmal überlebt.“
Das leuchten in den Augen Skeletors nahm zu. Zeigte dem feinstofflichen, durch den Raum schwebenden Glow auf, wie sehr sein Gesagtes Skeletor beeindruckte. Dieser knirschte leicht mit den Zähnen, die er fest aufeinander drückte und fragte:,, Dann wiedersetzt du dich dem Kreislauf der Natur?“
,,Ich bin ein Teil von ihr.“
,,Ausgezeichnet“, hauchte Skeletor:,, sehr interessant.“
,,Nicht wahr“, säuselte Glow, der sich immer mehr angezogen fühlte, von dem Herren der Schatten, der nun vor ihm stand, sich die Kapuze über den Kopf zog und so den knöchernen, sich leicht gewölbten Hinterkopf verbarg und aus der dunklen Öffnung hervor schaute, wie der Leibhaftige selber.
Die dunklen Schatten, die die Ränder der Kauze warfen, verliehen Skeletor einen düsteren, unnachgiebigen Schein, der Glow immer mehr in seinen Bann schlug. Ihn aufzeigte, wie gut es wäre, sich hier einer Macht zu unterstellen, die dabei war, an so viel Einfluss zu gewinnen, dass er sich diese Chance nicht entgehen lassen wollte.  
,,Dann kannst du in den Geist eines jeden eindringen?“
,,Ja“, schoss es aus Glow hervor, der nun auf einer Welle der Euphorie saß und sich zutraute, die ganze Welt zu unterwerfen:,, Ich kann das, was ich will.“
,,Du mein kleiner Nachtalb“, flüsterte Skeletor.
,,Ich bin das, wofür du mich hältst.“
,,Ich halte dich für meinen Schatten, Glow. Du bist das Ebenbild meiner Selbst. Mit dir an meiner Seite, werden die Mauern Grayskulls nicht mehr lange halten. Und auch He-man wird vor Angst vergehen, wenn du in seine Gedankenwelt eindringst und ihn Bilder zeigst, die seinen eigenen Untergang bringen.“
,,He-man?“ Flüsterte Glow, der mit dem Namen nichts anfangen konnte, geschweige denn wusste, was für eine Person dieses sein sollte. Viel mehr erschien ihn das Gesagt von Skeletor riskant und gewagt.
Natürlich, er war sich selber bewusst, dass er die Welt unterwerfen konnte, auf der er sich befand. Die sich ihm als Eternia vorstellte, nachdem er leicht nach den Gedanken Skeletor griff, der sofort zurückwich, als er merkte, wie etwas fremdes, in seinen Kopf eindrang.
,,Du solltest es lassen, Glow“, zischte dieser:,, Ich mag es nicht, wenn jemand versucht hinter meine wohl gehüteten Geheimnisse zu stoßen.“
,,In dir finde ich alles, was ich brauche“, gestand Glow, der nun über das Bett hinweg schwebte, den geistigen Arm ausstreckte, um Skeletor zu berühren. In einmal anzufassen, um zu merken, dass er selber nicht träumte. Sondern in der Realität steckte, die er sich selber nicht zu erhoffen wagte.
,,Lass das“, keuchte Skeletor, der zurückwich, nachdem der eisige Hauch der eingebildeten Hand Glows über seine Schulter wehte, und den Herren der Dunkelheit schaudern ließ. Glow spürte regelrecht, wie Skeletor sich konzentrieren musste, um nicht zurückzuweichen. Es war ein leichtes Zittern, welches durch den Körper des Herren der Finsternis huschte, und Glow seine eigene Macht demonstrierte.
Er war etwas, was er selber noch nicht in Worte packen konnte.
Aber doch im Begriff war, zu verstehen, was für eine Macht ihm sein König gegeben hatte, nachdem dieser ihn befahl in das Tor zu steigen.
,,Ich tue nichts“, verteidigte Glow sich mit einem hämischen Unterton in der Stimme und kicherte leise, nachdem Skeletor doch einen leichten, zögerlichen Schritt zurückwich.
,,Du bist widerlich“, stöhnte Skeletor:,, trotzdem aber von großer Wichtigkeit.“
,,Dann mache das, was dir gefällt.“
,,Ich werde dich an mich binden, Glow“, flüsterte Skeletor:,, dich in meine Dienste nehmen.“
,,So ehrlich zu mir?“
,,Was bleibt mir anderes übrig?“ Skeletors Schultern zuckten:,, Du würdest so oder so hinter meine Pläne gelangen, oder? Nichts kann dich aufhalten. Du schleichst dich dorthin wo du möchtest und überwindest Hindernisse, wie sie kein anderer hinter sich bringt.“
Glow, der versuchte erneut in die Gedankenwelt Skeletors einzudringen, um sich von der Echtheit seiner Worte zu überzeugen, wunderte sich, als er nur wieder das Bild der Zauberin erkannte. Wie sie sich auf dem Rahmen einer steinernen Fensters abstützte und in die Ferne schaute. So wirkte, als sei sie konzentriert.
Als er sich zurückzog, das Bild verblasste, hörte er Skeletor kichern:,, Auch ich lerne, Glow.“
,,Dann bist du gegen meine Zugriffe immun.“
,,Das nicht“, gab Skeletor zu:,, aber ich habe eine Möglichkeit gefunden, um dir deine Grenzen aufzuzeigen.“
,,Ich werde sie durchbrechen.“
,,Versuche es, Geist, und es wird dir schlecht bekommen.“
Glow kicherte erneut, schüttelte den eingebildeten Kopf und huschte an Skeletor vorbei. Auf den Ausgang des Zimmers zu, der sich an einen langen, aus den Wänden heraus pulsierenden Licht erleuchtete.
,,Wo willst du hin?“
Eine Antwort blieb Glow Skeletor schuldig. Er kümmerte sich nicht darum, was der Herr der Finsternis wollte oder verlangte. Das einzige, was ihn zur Zeit interessierte, war herauszufinden, wie er mit seiner Macht spielen konnte. Hier bei Skeletor, hatte er gemerkt, dass es genügend Möglichkeiten gab, ein Wesen so zu kontrollieren, wie er es wollte. Das er einringen konnte in Welten, die als best gehütete Geheimnisse galten.
,,Bleib hier, Geist!“ Donnerte hinter ihm Skeletor, der wütend mit den Fuß aufstampfte und es nicht verhindern konnte, dass Glow den Gang entlang schwebte. Die Energie in sich aufsog, die es hier gab. Die angereichert war mit einem Hauch Magier, der sich in Glow flüchtete. Ihm entgegen wehte, wie frisch gefallener Laub unter den sich der Wind schob und die langsam vergilbten Blätter anhob. Sie kreiselnd in der Luft schweben ließ, um sie dann sachte am Boden abzusetzen.
Glow wuchs!
Er begann zu verstehen!
Und dankte den Göttern immer wieder dafür, dass sie sich so gnädig mit ihm zeigten. Das sie ihm dazu brachten, eine Welt zu erforschen, die er im ersten Moment nicht zu kenne glaubte und doch nun so gut durchschaute, dass er glücklich darüber war, hier sein zu dürfen.
Denn das, was Skeletor ihn offenbarte, als dieser den einfachen, aber dennoch wirksamen Schutzwall aufbaute, war unglaublich gewesen. Es zeigte dem dahin schwebenden Geist auf, wie man sich entwickelte. Das man aus einfachen, unbedeutenden Handlungen eine Macht herausziehen konnte, die unbeschreibliches nach sich ziehen konnte.      
Glow war sich sicher, er würde diese Auseinandersetzung gewinnen...

2

Sie war ihm aufgefallen!
Gleich, nachdem er den Gang entlang schwebte, den einen oder anderen Gedankenfetzen in sich aufnahm und dann verharrte. Sich umschaute, konzentrierte und bemerkte, wie sie es schaffte, ihn in ihren Bann zu schlagen.
Damals schon, als er noch im Palast lebte, hatte er sich niemals den Wünschen einer schönen Frau wiedersetzen können. Jetzt, wo sie ihn lockte, mit Gedanken und Befehlen, Wünschen und Hoffnungen, konnte er nicht anderes, als den direkten Weg zu ihr zu suchen. Sich mit ihrem Geist zu vereinen, um zu merken, dass es nicht berauschenderes gab, als in ihren Gefühlen zu baden und mit ihrer Magie zu spielen. Er schaffte es, tief einzutauchen, an einen Punkt zu gelangen, der einen reinen, einheitlichen Punkt in jedem Menschen, Tier oder Dämon war. Eine Stelle, die sich erweiterte, wuchs und zu einem Gebilde komplizierter Abläufe mutierte, wenn er denn richtig gefördert würde.
Hier bei ihr, war es der Fall. Ihr bleicher, sie umschließender Schein, war zu einer wabernden Hochburg geworden, die Glow so faszinierte, dass er nicht anderes konnte, als seine imerginäre Hand auszustrecken und ihn zu berühren. Er zerschmolz regelrecht, als seine Finger eintauchten und zerliefen. Sie waren plötzlich wie aus ein Eimer laufendes Wasser. Sie verflüchtigten sich, gaben ihr Dasein im Schatten auf und verbanden sich mit dem, was diese Evil Lyn Seele nannte.
Diese schlug die Augen auf, war verwirrt, und fragte sich, was zum Teufel mir ihr los sei. Warum sie sich plötzlich so benommen und hintergangen fühlte. Glow, der in ihr saß, sich langsam aus dem pulsierenden Licht löste, konnte ihr eine Antwort geben. Hauchte ihr seinen Namen entgegen und wartete auf eine Reaktion, der schönen Frau, die kalte, aber dennoch runde Gesichtszüge besaß, die einen Mann sofort faszinierten. Er konnte sich nicht satt sehen, an den großen, alles wissenden Augen, die eine Boshaftigkeit in sich trugen, die ihn magisch anzuziehen drohte.
Glow schauderte, als er ihre zuckenden Lippen betrachtete. Die sich leicht geöffnet hatten, weiße, sauber gepflegte Zähne zeigten, die sofort wieder verschwanden, nachdem Evil Lyn gepresst die Luft ausatmete.
Sie verfügte über magisches, hohes Potential, was sie auch wusste, in diesem Moment aber, wo Glow mit ihr sprach, verlor sie jeglichen Glauben daran. Sie kam sich unbedeutend und klein vor, dass Glow sich fragte, wie dieses möglich sein konnte. Schließlich war Evil Lyn einer der mächtigsten Frauen Eternias. Sie besaß ein hohes Machtgefüge, welches sich leicht auf eine Stufe stellen ließ mit Skeletor, King Hsss, oder Shadow Weva!
Alles Gestalten und Personen, mit denen Glow noch niemals zusammengestoßen war, sich aber im klaren darüber war, dass sie die waren, die Eternia verändern konnten.
,,Habe keine Angst vor mir“, flüsterte er ihr zu und konnte es nicht vermeiden, auf ihre runden, großen Brüste zu schauen, die sich schattenhaft unter den weichen, dunklen Stoffen abzeichneten. In ihm das Verlangen erwachen ließen, die Hand um diese zu schließen. Sich einmal zu berühren, um die Wogen der Lust zu durchleben, zu der ein Mann und eine Frau fähig waren. Ebenso reizten ihn ihre schlanken, unter dem Nachthemd herausschauenden Beine. Wie sie sich lang hervor hoben, auf dem weißen Lacken des Bettes, über welche diese leicht knisternd zogen.  
,,Wer sagt, dass ich diese habe?“
,,Ich weiß es“, hauchte Glow:,, denn deine Zweifel, die du verspürst, sind durch meinen Willen entstanden.“
Evil Lyn kniff die Augen zusammen:,, Wirklich?“
,,Ja“, seine Stimme schwoll zu einem Brummen an:,, Ich kann in den Geist eines jeden Schauen, ihn manipulieren und gegen einen selber richten.“
,,Wie interessant.“
,,Nur das ich es nicht zulassen werde, dass du mich unter deine Kontrolle stellst“, höhnte Glow, der es genoss, wie sich ihre Gesichtszüge verhärteten. Ein Ausdruck von Überraschung sich in diese gesellte und ihr das Aussehen eines Bauern verlieh, der nicht verstehen konnte, warum seine Scheune in lichterlohen Flammen stand. Nur war Evil Lyn schneller darin, sich an ungewohnte und ungewöhnliche Situationen zu gewöhnen. Sie schüttelte sich nicht einmal und die Furcht, die sie eben noch verspürte, verschwand leicht und machte einer Neugier platz, die Glow gerne befriedigen wollte.
,,Ich bin und will weiter ein freies, lebendes Wesen bleiben, welches sich keinen Herren unterstellt. Ich will ein Zeitgeist bleiben, und es genießen, der Traum eines jeden zu sein.“
,,Wie schön für dich, Glow“, hörte er hinter sich die Stimme Skeletors:,, Nur wird es den einen oder anderen geben, der etwas dagegen hat.“
Nicht sonderlich überrascht, dass das Skelettgesicht hinter ihm stand, den Widderstab im Anschlag hielt, drehte Glow sich um:,, Wie schön auch dich wieder zu sehen.“
,,Wir haben unsere Unterhaltung noch nicht beendet.“
,,Hatten wir sie jemals wirklich geführt?“
Skeletors Augen leuchteten kurz, bevor er an dem Geist vorbei schaute, auf Evil Lyn blickte und mit herrischer Stimme sagte:,, Willst du dich nicht endlich bekleiden? Es gefällt unseren jungen Freund hier sicherlich, dich so zu sehen. Aber wir wollen ihn den Einstieg hier nicht zu einfach machen.“
,,Einstieg?“ Fragte Glow, der den bitteren Blick Evil Lyns bemerkte, den sie Skeletor entgegen schickte und ruckartig nach der Bettdecke griff, um diese vor ihre Brust zu ziehen.
,,Ich biete dir etwas an, was vielen verwehrt bleibt.“
,,Ja“, flüsterte Evil Lyn:,, Weil sie zu schlau sind.“
,,Ich habe deinen Kommentar überhört, Evil Lyn“, sagte Skeletor großzügig und nahm den Widerstab nicht aus seiner angriffswilligen Position:,, Und dich bitte ich nicht, Glow.“
,,Ich bin frei.“
,,Du bist im Snake Mounten“, erinnerte Skeletor und sendete Glow eine Reihe lebhafter, verschiedener Bilder, mit denen der Lord nichts anfangen konnte. Sie waren ihm fremd und erzeugten nicht die geringste Gier, die er eigentlich empfinden sollte, bei all dem Gold und Palästen.  Viel mehr regten sie in ihm Wiederwillen und Bestürzung aus.
,,Dies alles könnte dir gehören...“
,,Ich will es nicht...“
,,Was willst du dann?“
,,Einen festen Platz“, flüsterte Glow, der seine Blicke nicht von Evil Lyn nahm. Sie weiter begutachtete und versuchte zu lächeln. Doch in den schwarzen, im Gesicht stehenden Schatten, entstand kein Grinsen. Es blieb starr und verborgen.
,,Den wirst du haben“, kicherte Skeletor:,, An meiner Seite“, und damit schossen zwei Blitze auf Glow zu!
Einer aus dem Widderstab und der andere aus der plötzlich in der Hand Evil Lyns entstandene magischen Kugel.
Er war gebannt und konnte sich nicht mehr bewegen...

Ende des 1. Teils

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Der Schattenlord
« Antwort #1 am: 23.02.2005, 16:53:57 »
Kafuun, eine Bitte hätte ich an dich *G* ... Ich hätte deine Fanfics gerne alle auf einmal ma gesehen ... kannst du die nicht zusätzlich auch im Memberpages-Bereich hochladen? Wäre echt toll! :)

 :knuddel:

http://www.he-man.de/scripts/fanarts/fanart_eintragen.php