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  • 17.08.2018, 01:08:30

Autor Thema: FanFic: Guardians of Eternia II  (Gelesen 1161 mal)

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FanFic: Guardians of Eternia II
« am: 06.10.2004, 18:24:52 »
Und hier mal wieder ein kleiner Ausschnitt aus dem Rollenspiel "Guardians of Eternia".

Dieses Mal steht die Neuinterpretierung eines bekannten Bösewichts im Mittelpunkt.

Hoffe, es gefällt euch.

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Die Sonne schien rot und golden über die Mystic Mountains, wo ihre Strahlen das braune Gestein trafen, huschten helle Flächen durch die tiefen Schluchten und die karge Baumlandschaft warf rote Schatten über die zerklüfteten Abhänge.

He-Man, Man-at-Arms, Teela und Rio Blast schritten einen breiten Weg hinauf. Die Mystic Mountains waren an dieser Stelle zu gefährlich und zu uneben für ihre Fahrzeuge und selbst mit den Fluggeräten wäre ein Flug in diese Region riskant gewesen. Die Freunde hatten daher ihre Fahrzeuge im Tal abgestellt und waren weiter gegangen.

„Ey, Duncan! Wie weit is´ noch?“, keuchte Rio Blast und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Du bist nichts Gutes mehr gewöhnt, was?“, antwortete Teela, die ihn demonstrativ überholte und zu Man-at-Arms und He-Man aufschloß.
„Vielleicht seit ihr beiden mal ein bißchen leise? Wir wissen noch nicht, was uns dort oben erwartet. Und egal wer oder was es ist, ich zöge es vor, wenn es uns nicht schon auf zwei Meilen hört, nur weil ihr beiden hier rumschreien müßt.“, Duncan warf den beiden einen strafenden Blick zu und marschierte dann weiter.
„Leckt mich.....“, knurrte Rio leise und schritt weit aus, um Teela wieder einzuholen.

Seit Hordak zurückgekehrt war, war nichts mehr wie zuvor. Mehr noch als Skeletor und King Hiss waren Hordak und seine wilde Horde zur Geißel Eternias geworden.
Hatten die Krieger des Bösen und die Schlangenmenschen noch wenigstens ansatzweise so etwas wie Ehre und Gnade gekannt, so walteten die Truppen des Hordak mit unnachgiebiger Härte und rücksichtsloser Brutalität.
Sie plünderten Dörfer, um die Bevölkerung als Sklaven zu nehmen, sie mordeten und brandschatzten.
Hordak saß in seiner Fright Zone und kommandierte die Angriffe mit boshafter Brillianz, die seine obersten Generäle Grizzlor, Leech, Dragstor und Mosquitor mit blindem Gehorsam ausführten. Der Cyborg Multi-Bot baute unablässig neue, tödliche Kriegsmaschinen und Mantenna, der Späher, schien scheinbar jeden Schritt der Feinde im Voraus erahnen zu können.

So waren die Masters of the Universe Schrecken gewohnt in der letzten Zeit, doch der Funkspruch aus dem Dörfchen Diobara, das hoch in den Mystic Mountains gelegen war, hatte sie erstaunt. Was sollte es hier geben, was die wilde Horde gebrauchen konnte? Bodenschätze gab es keine und die wenigen Bauern lebten von der kargen Ernte in dieser Region und würden gewiß keine guten Sklaven abgeben....

„Sy-Clone! Was hast du uns zu berichten?“, He-Man winkte dem Hüter Anwat-Gars, der soeben über einer Hügelkuppe erschienen war und neben ihnen landete.
„Es scheint, wir können nichts mehr tun. Das Dorf liegt in Trümmern....“
„Überlebende?“, fragte Duncan.
Der Anwat-Lunin schüttelte den Kopf.

Wenige Minuten später überquerte die Gruppe einen etwas größeren Berg und sah in das Tal hinab, in dem einst Diobara gelegen hatte. Nunmehr zeugten etwa zwei Dutzend eingestürzte Häuser und Ställe von dem Schicksal der Bewohner.
„Was immer hier gewütet hat, es hat ganze Arbeit geleistet.“, Teela ging auf das Dorf zu.

Auf dem Platz in der Mitte des Dorfes bot sich ihnen ein gräßlicher Anblick: Fünf Pferdekadaver lagen hier, die Köpfe seltsam verdreht. Die Haut war ihnen abgezogen worden, die Augen traten in ewiger Agonie aus den Höhlen heraus.
„Bei allen Göttern Eternias... das ist widerwärtig.“, He-Man betrachtete die Kadaver voller Abscheu.
„Seht euch das hier mal an!“, Rio war vor einer der Ruinen niedergekniet und hielt etwas in die Höhe. Es war der Kopf eines etwa 5-jährigen Mädchens. Er war am Hals brutal abgerissen worden, die blonden, gelockten Haare waren mit Blut und Asche verklebt, die Augen des Mädchens wie vor namenlosem Entsetzen weit aufgerissen.

„Noch nicht mal vor unschuldigen Kindern machen sie halt. Diese armen Seelen werden den Weg in die goldenen Hallen der Götter finden.“, Sy-Clone senkte den Blick.

Man-at-Arms, der etwas abseits stand, winkte He-Man zu sich herüber, während die anderen drei nach weiteren Leichen suchten.
„Ich denke nicht, dass es die wilde Horde war, He-Man.“
„Nicht die wilde Horde? Aber wer sonst sollte so etwas tun?“
„Das weiß ich noch nicht, aber es scheint mir vollkommen unlogisch, dass die Truppen Hordaks ein so kleines Dorf angreifen und die gesamte Bevölkerung abschlachten. Die Horde braucht Rohstoffe und Sklaven, um ihre Maschinen betreiben zu können. Sie töten nicht aus purer Boshaftigkeit. Hordaks Angriffe folgen stets einem Plan, er vergeudet seine Ressourcen nicht an einem Dorf wie diesem hier.“
„Denkst du, dass Skeletor oder King Hiss das hier getan haben?“
„Wenn die beiden überhaupt noch leben und noch nicht von Hordak angegriffen wurden.... aber selbst dann denke ich es nicht.“
„Was ist mit Grizzlor? Er wäre zu so etwas fähig....“, He-Man erinnerte sich mit Schrecken an den Tag zurück, als ihn Grizzlor auf den Berserker-Inseln in eine Falle gelockt hatte. Nur dem Eingreifen von Fisto und Ram-Man war es zu verdanken gewesen, dass die Gorilla-Bestie ihn nicht getötet hatte.
„Grizzlor ist ein Jäger. Er liebt die Jagd und lebt durch sie. Einfach so Bauern töten... nein, das würde er nicht tun. Da fehlt ihm der Spaß. Du kennst doch die Legenden.“
Ja, He-Man kannte die Legenden. Seine Mutter Marlena hatte sie ihm erzählt, als er noch ein kleiner Junge gewesen war.
Die Geschichten von Grizzlor, dem Jäger aus den Mystic Mountains. Und die Sagen von Leech, dem großen Tier aus den Sümpfen des Vergessens und von Mantenna, der dann kommt, wenn die Kinder schlafen und sie mit sich nimmt.
Alle diese Sagen-Gestalten aus den eternischen Legenden waren Handlanger von Hordak.
Woher kamen sie?
Lebten sie gar von der Angst der Menschen vor ihnen? Existierten sie nur deshalb, weil die Menschen an sie glaubten und sich vor ihnen fürchteten?

„Hey, ihr beiden? Was flüstert ihr da?“, Teelas Stimme riß He-Man aus seinen Gedanken.
„Wir haben keinen Überlebenden mehr gefunden. Alle sind tot. Ich kann mir nicht erklären, wer so ein Blutbad anrichtet...“, Teelas Stimme war gedämpft.
„Uns bleibt nicht s zu tun, außer alle Toten, die wir finden zu verbrennen. Wenigstens eine anständige Bestattung sollen sie haben, damit ihre Seelen in die Gärten der Stille einziehen können.“, Duncan machte sich an die Arbeit.

He-Man sah Teela an. In ihren Augen sah er eine Leere, wie er sie bei zuvor noch nie gesehen hatte. Das Schicksal dieser Menschen war grausam gewesen und nagte an ihr.
In ihm selbst war die Macht und die Stärke von König Grayskull, er bedauerte die Toten zwar, doch er fühlte nicht die Trauer, die Teela fühlte. Man-at-Arms und Sy-Clone waren Veteranen, die in ihrem Leben schon viele Kämpfe bestritten und noch mehr gefallene Freunde betrauert hatten. Es hatte sie stark gemacht, das merkte man jetzt. Ohne Scheu schleppten sie Leichen und brachten sie auf den großen Platz.
Und Rio Blast? Naja.... was in seinem Kopf vorging, vermochte wohl keiner zu sagen. Vielleicht hatte er einfach zu viel Spaß am Töten, als dass ihn ein Berg von Leichen hätte beeindrucken können.

He-Man legte Teela den Arm auf die Schulter: „Du musst uns nicht helfen. Wir schaffen es schon...“
„Es ist so schrecklich...“, Tränen sammelten sich in Teelas Augen, „Die Menschen.... die Kinder...“
He-Man nahm sie in den Arm.
„Ist dir auch so kalt?“, Teela zitterte kurz.
Ja, erst jetzt fiel es He-Man auf. Es war ungewöhnlich kalt geworden, obwohl es Sommer war und die Sonne sich gerade erst daran machte hinter den Bergen zu verschwinden. Eine Gänsehaut fuhr über He-Mans Rücken.
„Ist Glacier hier irgendwo?“, He-Man hoffte inständig, dass ihr Freund aus dem ewigen Eis der Grund für diese Kälte war, doch ein leises Klirren hinter ihm ließ ihn herum fahren.

Sy-Clone hatte seine beiden rotglänzenden Klingenreifen von seinen Handgelenken gelöst uns hielt sie in beiden Händen. Er sah in die Luft und atmete tief ein.
„Hey Blaumann! Was geht?“, grölte Rio Blast zu ihm herüber.
He-Man verdrehte die Augen.

„Sy-Clone! Was ist los?“, Duncan schaute den Anwat-Lunin besorgt an.
„Saryr Adawandra!“, erwiderte dieser trocken.
„Böse.... Kälte?“, Teela hatte von Sy-Clone zwar ein paar Brocken der heiligen Sprache von Anwat-Gar gelernt, aber sehr sicher war sie sich mit ihrer Übersetzung nicht. Die Anwat-Lunin hatten eine Sprache, in der eine andere Betonung die Bedeutung eines Wortes komplett verändern konnte. Und die Ohren der Menschen waren meistens nicht in der Lage diese feinen Laute zu unterscheiden....
Umsomehr war Teela erstaunt, als Sy-Clone ihr zustimmend zunickte.

He-Man griff in einer raschen Bewegung das Zauberschwert, während surrend Man-at-Arms Handkanone ausfuhr. Rio-Blast zuckte nur mit den Schultern und zog zwei Schnellschuss-Pistolen.
Sy-Clone blickte sich in alle Richtungen um. He-Man und Man-at-Arms gingen derweil zum Rand des Dorfes, wo sie einen besseren Blick auf das Umland hatten.

„Ifriit alyá ademya!“, zischte Sy-Clone hervor. Er musste schon sehr angespannt sein, wenn er in seiner Muttersprache redete und vergaß, dass ihn niemand verstand.
Teelas Gedanken rasten vor Anstrengung: „Der unerwünschte Gast?“
Das ergab für sie keinen Sinn.
Doch Sy-Clone nickte erneut....

Dann erstarrte Teela.
Erst sah sie nur Rio Blasts Blick, der ungläubig zu ihr herüber sah.
Doch dann hörte sie die Stille um sich herum. Kein Vogel, kein Wind.....
Dann sah sie Man-at-Arms und He-Man. Auch sie blickten in ihre Richtung. Lähmendes Entsetzen schien sie kurzzeitig zu versteinern. Teelas Herz dröhnte in ihren Ohren, sie blickte sich hastig um.... kalter Schweiß brach aus allen ihren Poren. Was war da?

Dann dieses sirrende Geräusch! Ein Krachen und dann ein ohrenbetäubendes Kreischen unter ihr.
Funken sprühten auf.
Sy-Clones Klingenreifen flog zurück in die Hand seines Trägers.
Dann sah Teela unter sich eine huschende Bewegung. Nur kurz.
Aber sie sah deutlich etwas huschendes, rotes, was wieder in dem Geröll unter ihr verschwand.

Dann schrie sie. Sie wußte selber nicht warum. Es war Angst, Panik, grenzenloses Entsetzen.
Weinend brach sie zusammen und stürzte in Duncans Arme, der an ihre Seite geeilt war.
„Oh Gott, Kind!“, er drückte ihr Gesicht an seine Schulter.

„Sy-Clone! Was war das?“, He-Man sicherte mit dem Schwert in alle Richtungen.
„Es hat viele Namen. Wir nennen es Ifriit alyá ademya, den ungebetenen Besucher. Die Adreeniden nennen es Ozza´Karr, den krebsroten Kreischkriecher. Und die Leute aus Avion sprechen von ihm als Kranyar, dem wimmelnden Leben.“
Es war He-Man völlig schleierhaft, wie Sy-Clone in dieser Situation noch so ruhig bleiben konnte, um Monologe über eternisches Sprachgut zu halten.
Dann blickte Sy-Clone ihn ernst an und flüsterte: „In der Sprache der Menschen nennt man es Modulok.....“

He-Man stand mit offenem Mund da.
„Modulok ist ein Fabelwesen. Eine Sagengestalt, mit der man kleine Kinder erschreckt. Man sagt, es würde die unartigen Kinder fressen, die ihren Teller nicht leer essen.“
Sy-Clone blickte He-Man lächelnd an: „Ja, das sagt man. Doch glaube mir He-Man, ich bin lange genug auf diesem Planeten. Ich kenne dieses Wesen. Es existiert.... doch ich habe schon lange nichts mehr von ihm gehört.“

Völlig fassungslos starrten die Freunde Sy-Clone an.
„Wie dem auch sei! Wir müssen hier weg!“, Duncan half Teela wieder auf die Beine.
„Dafür ist es zu spät.“, Sy-Clone nickte in Richtung des Pfades, der aus dem Tal hinaus führte. Dort wurden gerade, leise und unhörbar, kleine Steine aufgewühlt. Etwas grub sich an die Oberfläche....
Teela jammerte leise und auch Rio Blast schluckte.
„Huiuiuiui....“, mit ruhiger Hand visierte er die Stelle an.
„Was vermag dieses Wesen?“, He-Man blickte Sy-Clone fragend an.
„Es frißt die Seelen derer, die sich vor ihm ängstigen. Habt keine Furcht vor ihm!“, Sy-Clone kniff die Augen zusammen und hob einen seiner Reifen.

Immer mehr von dem Wesen erschien und nun legte es scheinbar auch keinen Wert mehr darauf, dass sein Erscheinen heimlich vonstatten gehen sollte. Ein urtümliches Brüllen war zu hören.
Eine Kakophonie, die an die Ohren und in die Seelen der Masters drang und an ihrem Geist zerrte.
Rio Blast verzog das Gesicht und wich einen Schritt nach hinten.
„Habt keine Furcht vor ihm!“, rief Sy-Clone erneut.

Eine große, dornenbewehrte Klaue erschien über dem Rand des Loches und krallte sich mit einem kreischenden Laut im Gestein fest.
Selbst He-Mans Augen weiteten sich vor Schrecken, als sich der Rest der Kreatur erhob.
Sie war etwa zweieinhalb Meter hoch und von krebsroter Farbe.
Unzählige Beine in allen möglichen Formen hingen an ihrem Leib, der wirkte wie eine wahnsinnige Kreuzung zwischen Spinne und Drache.
Ein Skorpionstachel und ein Drachenschwanz peitschten über den Boden hinter ihr, während ihre unzähligen Arme wild in der Luft herumwirbelten.
Über diesem Konglomerat von entarteten Leibern thronten zwei Köpfe.
Der linke glänzte ölig und schimmerte wie ein Schwarm Fliegen; die lidlosen weißen, geschlitzten Augen starrten die Freunde hypnotisch an, während aus dem lang gezogenen Maul mit den verwachsenen, dolchartigen Zähnen, beständig schleimiger Geifer auf den Boden tropfte.

Der rechte Kopf war mit zwei gewaltigen Bullenhörnern geschmückt. Die grünen Augen, deren Schlitze quer anstatt senkrecht verliefen, glotzten sie hämisch an. Jeweils zwei Zähne ragten aus Ober- und Unterkiefer bis unter das Kinn und vor die Nase, die nur ein abgefaulter Schlund in Mitten des Gesichtes war.

„Scheiße! Scheiße! Was ist das für ein Vieh?“, Rio Blasts Stimme zitterte und auch Teela kroch auf dem Boden rückwärts vor der Kreatur davon.
Duncan, He-Man und Sy-Clone stellten sich schützend vor sie.

Der rechte Kopf legte sich in den Nacken und brüllte laut himmelwärts auf, während der linke sich hechelnd nach vorne streckte und seine gräßlichen Zähne entblößte.

„Verpiss dich, du Kroppzeug!“, Rio Blast feuerte einige Salven auf  ihn ab. Wo sie trafen zischten kleine Funken durch die Luft und ein metallisches Klirren war zu hören. Völlig ungerührt glotzte das Monstrum sie an und begann sich langsam in Bewegung zu setzen. Mit seltsam symmetrischen Bewegungen, die an einen Tausendfüßler erinnerten, kam es auf die Freunde zu.

Krachend fuhr ein Laserstrahl aus Duncans Handkanone, doch auch dieser Volltreffer schien die Kreatur nicht verletzen zu können.

„Es ist unverwundbar....“, japste Rio Blast.
He-Man blickte zögernd zu Sy-Clone, der kurz die Augen schloß und kaum merklich den Kopf schüttelte.
„Man sagt nur magischer Stahl könnte diesem Wesen Wunden schlagen. Wenn dies stimmt, dann schütze du Teela und Rio Blast, Duncan und versuche sie von hier fortzubringen.“, Sy-Clone warf Man-at-Arms einen kurzen Blick zu. Duncan nickte.
He-Man schaute auf das Zauberschwert in seinen Händen und dann zu dem Anwat-Lunin: „Aber du....“
„Meine Klingen sind in den heiligen Flammen im Inneren Tempel der Ordnung geschmiedet worden.“, gab
Sy-Clone als Antwort. Was immer diese Flammen auch waren, sie schienen zu genügen....

„Jetzt gilt es! Bei der Macht von Grayskull! Ich habe die Zauberkraft!“, He-Man reckte das Schwert in die Höhe.
Ein silber-weißer Schein hüllte die Freunde ein, während Modulok mit einem wilden Aufschrei schneller zu laufen begann.
Mit einem Rauschen neben ihm beschleunigte Sy-Clone, der Herr der Winde und flog auf die Kreatur zu. In letzter Sekunde zog er nach oben und ließ seine beiden Klingenreifen los, die mit einem sirrenden Rotieren auf Modulok zurasten.
Ein schneidendes Geräusch und ein lautes Kreischen war zu hören, als die Geschosse auftrafen und zwei tiefe Kerben in Moduloks Panzerung schlugen.

He-Man warf sich mit einem lauten Schrei in den Wall von zuckenden Armen, die sich ihm entgegenstreckten.
Er spürte, wie ihn eine Klaue am Oberschenkel packte und ihre Krallen tief in sein Fleisch gruben. Mit einem großen Bogen holte er aus und traf die Kreatur an der Hüfte. Das Zauberschwert hackte etwa eine Handbreit hinein. Grüner Eiter spritzte ihm entgegen, als er die Waffe wieder herauszog und zu einem weiteren Schlag ansetzte. Aus dem Maul des linken Schädels schlug eine scharfe Zunge heraus, die ihm über den Brustpanzer striff und ihn klirrend spaltete. Der rechte Kopf warf sich nach vorne und spie einen Hagel von kleinen, scharfen Splitten auf He-Man. Keuchend taumelte dieser einige Schritt zurück, vollführte aber noch in der Rückwärtsbewegung den Schlag und hieb das Schwert tief in den Leib des Unholdes.

Laut brüllte der Dämon auf und ließ seinen Skorpionstachel, von dem violettes Gift tropfte, bedrohlich nach vorne schnellen.
In diesem Augenblick war Sy-Clone wieder heran. Die Reifen fest umschlossen, führte er zwei schnelle, parallele Hieb gegen den Schwanz, der dumpf zu Boden fiel. Gelber Rauch kräuselte sich über dem Stumpf.

He-Man gab das eine kurze Verschnaufpause. Überall um sich herum huschten Arme, Pranken, Krallen und Klauen durch die Luft, vor ihm geiferten die beiden Schädel, die sich gerade auf den abgetrennten Schwanz fixierten.
He-Man ignorierte den Schmerz aus den Dutzenden kleiner Wunden, die ihm die Splitter geschlagen hatten und beschrieb mit dem Schwert einen Bogen. Mit einem schmatzenden Geräusch spaltete er den rechten Schädel von oben bis zum Halsansatz.
Ungläubig glotzte der linke Schädel He-Man an, während sein Bruder schlaff neben ihm hing und Blut und Eiter auf dem Boden vergoß.
Mit einem infernalischen Kreischen stieß der übrig gebliebene Schädel nach vorne.
So schnell konnte sich ein Lebewesen eigentlich gar nicht bewegen!
Von einem lauten Aufschrei von He-Man begleitet, schlug der Schädel seine gräßlichen Zähne in seine Schulter.

Sy-Clone hatte derweil wieder Kurs auf den Dämon genommen. Er zielte auf den noch gebliebenen Kopf, der sich in He-Man verbissen hatte, als sich plötzlich ein stechender Schmerz durch seinen Körper fraß.
Wie kochendes Wasser fuhr es durch seine Adern, seine Muskeln verkrampften sich.
Er wurde herum gerissen und auf den Boden geschleudert.

Als er wieder zu Bewußtsein kam, sah er vor sich He-Man, der verzweifelt gegen die anstürmenden Gliedmaßen kämpfte.
Bei den Göttern der Winde und des Meeres! Der rechte Kopf war wieder zusammengewachsen! Wie war das möglich? Und auch der Skorpionschwanz peitschte wieder durch die Luft und verfehlte He-Man in diesem Moment nur denkbar knapp.
In diesem Moment durchfuhr Sy-Clone wieder dieser Schmerz. Er betrachtete sein Bein und sah den etwa fingerdicken Einstich in der Wade, aus dem hellblaues Blut, gemischt mit violettem Gift floß. Der Stachel hatte ihn aus der Luft geholt, herum geschleudert und zu Boden geworfen.
Sy-Clone biß die Zähne aufeinander. Zwar waren die Anwat-Lunin äußerst unempfindlich gegen Gift, doch trotz alle dem konnte er in dieser Verfassung nur schlecht fliegen. Und zudem dachte er darüber nach, was das wohl für ein Gift sein könnte, dass dieses Monster da in sich trug.
Es war bestimmt nichts harmloses und er hoffte, dass sein Körper damit fertig werden würde.

Aus den Augenwinkeln sah er Man-at-Arms, der sich an dem Monster vorbei zu ihn durchkämpfen wollte. Doch die Arme waren wie Windmühlenflügel... es war aussichtslos an ihnen vorbeikommen zu wollen.
Sy-Clone gab Duncan ein Zeichen, dass mit ihm soweit alles in Ordnung sei, so dass sich der Waffenmeister zurückziehen konnte. Noch einen Schwerverletzten brauchten sie nun wirklich nicht.

He-Man kämpfte derweil gegen die erdrückende Übermacht. Von allen Seiten griffen und schlugen die Extremitäten dieser Kreatur nach ihm. Nur seiner gewaltigen Kraft war es zu verdanken, dass sie ihn noch nicht zu Boden gerissen hatten. Sein Körper war mit Wunden übersät, doch musste er immer wieder feststellen, dass sich die Wunden, die das Zauberschwert schlug, mit geradezu erschreckender Geschwindigkeit heilten.

Sy-Clone machte eine Geste mit der Hand und seine Klingenreifen, die er bei seinem Sturz verloren hatte,  kehrten zurück zu ihm Er saß halb aufrecht auf dem Boden, das verletzte Bein weit von sich gestreckt, das andere angewinkelt. Er konnte seinen Waffen so unmöglich genug Schwung geben, um den Dämon wirklich zu verletzen.
Doch seine Reifen waren die einzige, die das, außer dem Zauberschwert, vermochten....

Sy-Clone hörte das Rauschen über sich erst spät, weil das Kreischen Moduloks von den Bergwänden widerhallte.
Über dem Tal kreiste ein Truppentransporter Eternis´. Man-at-Arms musste Verstärkung geholt haben.
Stratos und Buzz-Off waren gerade dabei, Rio-Blast, Teela und Duncan an Bord zu fliegen.
Sy-Clone erkannte Man-E-Faces am Steuer, der den Boden verzweifelt nach einem Landeplatz absuchte, doch nirgendwo fand sich eine Stelle, die einem Fahrzeug genügend Platz geboten hätte.

Sy-Clone seufzte und versuchte aufzustehen. Doch noch in der Bewegung fiel er wieder zurück. Die Taubheit hatte sich bereits in beide Beine ausgebreitet.
„Sy-Clone! Mein Freund! Was liegst du hier so traurig herum?“
Orco, der Trollaner war neben ihm erschienen.
„Du hast leicht reden, Kobold! Ich würde He-Man gerne helfen, aber ich kann nicht aufstehen!“
„Oh, das sieht in der Tat böse aus. Dieses Monster hat gräßliche Kräfte.... Man-E-Faces hat gesagt, dass er die Laser-Waffen nicht einsetzen kann, solange He-Man noch mit dem Monster kämpft. Er könnte ihn verletzen....“

Von dem Kampfplatz war ein lautes Brüllen zu hören. Modulok hatte He-Man zu Boden gerungen und stürzte sich auf ihn. Mit verzweifelten Schlägen parierte der Held die unzähligen Attacken, doch er war schon zu sehr geschwächt. Das Ende war nahe.....

„Orco! Bevor du gar nichts tust; hier, nimm den Reifen und wirf ihn auf das Monster!“, Sy-Clone drückte dem Trollaner eine seiner Waffen in die Hand. Sie wirkte dort eher wie der Spielreifen eines Kindes, als wie eine Waffe. Orco holte Schwung und schleuderte sie auf das Ungeheuer. Doch die Kraft dahinter war nicht ausreichend: Scheppernd prallte das Geschoß ab.

Sy-Clone griff sich an die Stirn und fiel nach hinten. Seine Sinne begannen zu schwinden. Er sah Anwat-Gar, die heilige Insel. Den Strand des Westens und die inneren Tempel über denen Adler kreisten. ADLER!
Er schreckte hoch und starrte Orco an: „Orco!“, er bemerkte selbst, dass er nur noch flüsterte.
„Wir brauchen deine Magie! Ruf.... den Talon Fighter! Er...er... ist das Gefährt Schloß Grayskulls. Ein magisches.... Fahrzeug.“, benommen fiel er auf den Boden zurück.
„Der Talon-Fighter? Ja natürlich! Ohoohhweia! Hoffentlich klappt das!“, Orco sah zu He-Man herüber, der inzwischen unter einem roten Wust aus zuckenden Leibern verschwunden war.
Nur noch hin und wieder bohrte sich das Zauberschwert durch den Körper des Monsters nach außen.

„Oh Orco aus dem Zauberland! Reich mir deine helfende Hand!
Wenn Modulok hier brüllt und faucht,
die Klaue Grayskulls wird gebraucht!“
leise erklang Orcos Glöckchen.

Er schaute zu Sy-Clone, der über den, wie immer miserablen, Reim lächelte und mit letzter Kraft den Daumen hob.

Und wäre Mekaneck in der Nähe gewesen, er hätte gesehen, was tausende Meter über ihnen geschah:
Von Orcos Hilferuf alarmiert, begannen die Lampen Point Dreads zu leuchten. Zischend öffnete sich das Tor der großen Rampe, hinter dem gespenstisches Raunen zu hören und grünes Schimmern zu sehen war.

Dann waren die Turbinen eines Fluggerätes zu hören. Der Transporter flog eine hastige Kurve und gab den Weg frei für das, was da durch die Wolken stieß.
Den bronzenen Adlerkopf voran, stürzte der Talon-Fighter aus dem Weltenraum herab und nahm Kurs auf die Kämpfenden.
Surrend lud sich die Kanone auf und erfüllte die Luft um sich herum mit glitzernden grünen Funken.
Orco wandte sich ab und steckte die Finger in die Ohren.
Mit einer gewaltigen Explosion löste sich der Schuß. Wie ein Blitz beschrieb er einen grünen Riss im Himmel und traf den Rücken des Untieres.

Ein panisches Kreischen hallte durch das Tal und kehrte von den Bergwänden wieder.
Modulok bäumte sich auf die Hinterbeine auf und zuckte hektisch hin und her.
Eine große, nässende Wunde, aus der gelber Rauch aufstieg, prangte auf seinem Rücken.
Auf diesen Moment hatte Stratos nur gewartet. Donnernd fuhr er zwischen Modulok und He-Man, schulterte den Helden und flog mit ihm zum Transporter.

Erneut schlug ein Schuß des Talon-Fighters ein. Ein großes Brandloch klaffte in Moduloks Brust, der wie wahnsinnig nach dem Fluggerät schlug, es jedoch nicht erreichen konnte.
Sy-Clone spürte, wie ihn etwas packte. Sein Haut rieb über hartes Chitin und ein vertrautes Brummen von Insektenflügeln war neben ihm zu hören.

Während der Talon-Fighter eine Kurve flog und zum dritten Mal schoß, sah Rio-Blast aus dem Fenster des Transporters.
„Ey, Schnalle! Wirf mal ´nen Blick hier rüber! Der Talon-Fighter grillt das Vieh!“, euphorisch drückte er seine Nase an die Scheibe.
„Jaja Rio! Ganz toll! Wie wär´s du packst mal mit an?“, erwiderte Teela, die offensichtlich angesprochen war und zog Sy-Clone, gemeinsam mit Man-at-Arms an Bord.

So sah nur Rio Blast, wie sich Modulok kreischend wieder in die Erde eingrub. Verletzt zwar, doch immer noch lebendig...

Snout Spout stach eine Spritze mit einer dickflüssigen gelben Flüssigkeit in Sy-Clones Hüfte.
„Das wird zwar etwas dauern, aber das wird wieder.“, ertönte seine blecherne Stimme.
„Dass dieses Gift selbst bei Sy-Clone so schnell wirkt, zeigt uns, wie stark es ist. Ein Nervengift, wie ich es vorher noch nie gesehen habe. Ein normaler Mensch wäre schon lange tot...“, der Mediziner füllte etwas von dem austretenden Gift in ein Reagenzgläschen.

Auf dem Tisch neben Sy-Clone lag He-Man. Ein grüner, fingerdicker Schlauch führte in seinen Mund, während die Hände in zwei Behältern mit glitzernder grüner Flüssigkeit lagen.
„DAS wird allerdings dauern...“, Snout Spout schaute besorgt auf He-Mans Wunden und kratzte sich am Hinterkopf.
He-Man röchelte und hustete etwas, dann schlug er erschöpft die Augen auf.
„Keine Sorge mein Freund! Du bist in Sicherheit!“, Duncan setzte sich neben ihn und lächelte ihn an.
He-Man schüttelte kaum merklich den Kopf und raunte etwas zu Man-at-Arms.
„Auf Moduloks Panzer.... ich habe es gesehen. Ein Bild..... eine... Tätowierung. Mit schwarzer Farbe gemalt.
Eine... Fledermaus.“
Man-at-Arms´ Augen weiteten sich: „Hordak....“

Offline Trap-Jaw191

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FanFic: Guardians of Eternia II
« Antwort #1 am: 06.10.2004, 20:51:40 »
woohoo! gerade verschlungen, jetzt kommt edr dritte teil dran! genauso klasse, wie die erste geschichte, die mir ja damals auch sehr gut gefiel

Offline Guardian

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« Antwort #2 am: 07.10.2004, 15:35:34 »
Da freu ich mich doch wirklich, dass jemand die Zeit hat, dieses lange Ding durchzulesen.

Schön, dass es dir gefällt!