4. Dezember
Weihnachts-Geschichte!
Am heutigen Tage gibt es für euch den letzten Teil unserer diesjährigen Weihnachts-Geschichte! Wir bedanken uns herzlich bei Thomas Tippner, der uns diese Geschichte geschrieben hat!
Viel Spaß damit wünscht;
Euer He-man.de-Team!
von Thomas Tippner
Skeletor stierte zu He-Man!
Wie immer, wenn er kurz davor stand, die Macht über den gesamten Planeten an sich zu reißen, tauchte der blonde, muskelbepackte Hüne auf, und brachte all seine Pläne durcheinander.
Jetzt aber, wo Skeletor den ultimativen Clou gelandet hatte, er den Glauben des Planeten anzapfte und dadurch ein mächtiges, furchteinflößendes und unberechenbares Monster generien konnte, scheute er die Auseinandersetzung mit He-Man nicht.
„Bist du gekommen, um meinen Sieg zu betrachten, He-Man?“ höhnte der Herr der Finsternis und ein kurzes Leuchten in seinen leeren Augenhöhlen zeugten von seiner Überzeugung, den unendlich währenden Kampf endlich für sich zu entscheiden.
„Ich bin gekommen, um dir das Handwerk zu legen, Skelettgesicht“, gab He-Man, ohne jegliche Furcht in der Stimme zurück und zog in einer gleißenden Bewegung das Zauberschwert aus der Scheide.
„Ich glaube, dass du diesmal keine Chance gegen mich haben wirst, Muskelprotz!“
„Und wie kommst du darauf?“
„Deswegen!“
In dem Augenblick ging der formlose Gigant auf He-Man los…
„Hast du auch nur annährend verstanden, worum es hier geht?“ fragte Mini, die noch immer wie bestellt und nicht abgeholt dastand, und zu der Tür blickte, aus der der Weihnachtsmann gegangen war, ohne sich von ihnen zu verabschieden.
„Es hat irgendetwas mit Eternia zu tun“, schloss Triller und starrte dorthin wo der Weihnachtsmann eben noch in die Weihnachtskugel gestiert hatte und sich alles zusammenreimte.
„Ach nee…“
„Doch, doch… so ist das!“
„Das hat Weihnachtsmann auch schon gesagt!“
„Echt?“ Der noch immer in Decken gehüllte Triller kniff seine schmalen Augen noch fester zusammen und zischte: „ Ich bin mir sicher, dass ich gerade selber auf die Lösung unseres Problems gekommen bin!“
Mini schüttelte den Kopf: „Nein, der Weihnachtsmann war sich sicher, die Lösung für sein Problem gefunden zu haben.“
„Ich war im Haus des Nikolaus!“ beharrte Triller.
„Und was hat das mit uns zu tun?“
„Ich brachte die Weihnachtskugel mit!“
„Ja und?“
„Ich bin die Lösung für das Problem“, murmelte Triller und kuschelte sich etwas fester in die Decke und lächelte zufrieden.
Mini verstand auch das nicht…
Zwei Gedanken waren schnell gedacht!
Der Weihnachtsmann fühlte, wie sich seine in ihm wohnende Magie ausbreitete, wie sie sich ausbreitete, ihn mit sich zog und ihm eine Welt zeigte, die er bisher zu selten besucht hatte; die nicht über die eigentlichen, ihm vertrauten Muster verfügte und nicht im herkömmlichen Sinne einen Kamin und einen Schornstein beherbergten.
Hier war alles noch frisch…
So neu und unverbraucht, wie damals auf der Erde, als sich der Glaube an ihm ausbreitete und man nicht sicher sein konnte, ob der eben erwähnte Glaube stark genug sein würde, um alles zu halten, was es versprach…
Hier, auf Eternia, gab es erst eine Stadt, vier Dörfer und einen kleinen Weiler, in dem man sich sicher war, dass es etwas zu einem bestimmten Tag geschehen konnte.
Wunder…
Und der Weihnachtsmann spürte, wie sein Geist sich weiter ausbreitete, alles erfüllte, alles suchte, was an ihn glaubte, sich an ihn klammerte und so stieß er auf einen verwirrten, verängstigten Geist, der umherirrte, der sich verlaufen zu haben schien…
„Marlena“, hauchte der Weihnachtsmann und erinnerte sich an das kleine, verträumte Mädchen, dem es immer wichtig gewesen war, den Glauben an das zu bewahren, was die Menschen zu besseren Geschöpfen machte und sie in sich kehren ließ, um zu sehen, wie ihre Seele funktionierte.
„Marlena“, hauchte er noch einmal und fasste nach ihr, um dann plötzlich neben ihrem Bett zu stehen, sie zu betrachten und zu merken, dass ihr Geist sich in eine ganz andere Richtung davon gemacht hatte.
Sanft strich er über das wächserne Gesicht der Königin, nickte sich selber zu und flüsterte: „ Ich werde dir deinen Glauben an mich wiedergeben!“
Und löste sich dann um, um ihrem Geist zu folgen!
He-Man prallte gegen das verformte Etwas, dass ihm im ersten Moment so vertraut und bekannt erschien, dass er sich weigerte, mit dem Zauberschwert zuzuschlagen. Als aber eine Energiesalve auf ihn zuschoss, ihn umhüllte, und sofort in die Knie zwang, hatte er keinen Grund mehr, sich Gedanken darüber zu machen, was er kannte oder nicht.
Hier ging es um nichts anderes, als um sein Leben.
Und He-Man spürte, als ihn ein weiterer Schlag traf, er beinah die Besinnung verlor, dass er hier gegen eine Energieform kämpfte, gegen die er nicht gewinnen konnte…
Es war mächtig!
Es war unnachgiebig!
Es war unbezwingbar…
Und He-Man merkte dieses… Schritt für Schritt wich er zurück… Längst hatte er die Zugbrücke hinter sich gelassen und war in den verdunkelten, gelegentlich, wenn die Magie der Zauberin wirkte, bläulich schimmernden Gang hinein gestolpert… He-Man keuchte, als erneut Magie auf ihn zuschoss…
Magie…?
He-Man war sich sicher, dass er in diesem Augenblick gegen nicht kämpfte, was magischen Ursprungs war…
Nein… das… gegen das er kämpfte, war nicht das, für das er es hielt…
Und als er von einem letzten Schlag zu Boden ging, das Schwert aus der Hand verlor, ihn jemand am Hals packte, in die Höhe zehrte und vor ein Gesicht hielt, dass seltsam verzehrt und verschwommen wirkte, hatte He-Man das vorhin gespürte Gefühl wieder…
Es war ein neues, ein ihm noch nicht greifbares Gefühl in seinem Inneren… aber es löste etwas in ihm aus und ließ ihn weder ängstlich noch hasserfüllt zu dem Geschöpf schauen, dass ihn weiter, wie einen Fisch, in die Höhe hielt und ihn musterte.
„Du bist so, wie die, die ich in mir trage…“, hallte ihm die Stimme eines Wesens entgegen, dessen Worte hallend und vibrierend wirkte…
„Lass… mich… los…“, keuchte He-Man…
„Und doch bist du nicht wie die anderen…“
„Los lassen.“
„Vernichte ihn“, klang die Stimme Skeletors lachend und triumphierend auf: „Mach mich zum Herrscher des Universums…“
„Du…“, hauchte das Geschöpf und schien dann den Befehlen Skeletors zu unterliegen.
Es holte zum letzten Schlag aus…
Führe mich, Marlena… Führe mich…
Wehten die Gedanken des Weihnachtsmanns dem verwirrt umherlaufenden, einem bestimmten Ziel entgegen eilenden Geschöpf entgegen, das bis jetzt noch nicht verstanden hatte, worum es hier überhaupt ging.
Eben hatte sie noch mit Adam an der Brüstung des Palastes gestanden, auf Eternos herunter geschaut und die Menschen bei ihren winterlichen Einkäufen beobachtet.
Jetzt war alles anders…
Und der verwirrte Geist raste weiter auf eine schimmernde Scheme zu…
Um dann gegen diesen zu prallen…
„Was ist denn jetzt los?“ hauchte Skeletor verwirrt, als mit einmal, auf der Zugbrücke eine dickliche, runde Gestalt erschien und die Hand nach jenem Geschöpf ausstreckte, dass He-Man gerade besiegte.
„Nikolaus!“donnerte die Stimme des Dicken: „ Ich flehe dich an… Hör auf mit dem Bösen!“
Und alles veränderte sich…
„Und wieder einmal hat das Gute gesiegt“, meinte die Zauberin, die neben den am Boden kauernden He-Man trat, ihm sanft mit der Hand durch die Haare streichelte und zu jenem Mann schaute, der verhindert hatte, dass der Stärkste der Starken seinen Kampf verlor.
„Das Gute…?“ fragte He-Man mit brüchiger Stimme, als er zu dem eigentlichen Energiemonster schaute, dass sich auf sonderbare Art und Weise verändert hatte. War es eben noch böse und niederträchtig, mit einem Hauch Guten versehen, gewesen, so stand nun ein rundlicher, wohlgenährter Mann vor ihn, der verblüffende Ähnlichkeit mit jenem anderen Mann hatte, der ihn freundschaftlich die Hand auf die Schulter gelegt hatte.
„Der Glaube ist nicht mehr geknechtet… Er unterliegt nicht mehr dem Einfluss des Bösen.“
„Ich verstehe nicht…“
Die beiden Männer standen noch völlig ruhig da…
Keine sagte ein Wort, beide starten sie nur zu der Zauberin.
„Der Glaube an das Schöne verleiht den Menschen und allen Eternia eine unvorstellbare Macht. Nur durch ihre Gedanken, existiert das, was wir hier vor uns haben. Skeletor, hat sich diesem schwachen, noch neuem Glauben zu nutze gemacht und den, an sich gebunden, der das schwächste Glied in der Kette des Glaubens war…“
„Wie schrecklich…“, hauchte He-Man und sah für einen kurzen Moment Königin Marlena, um dann beobachten zu müssen, wie sie sich auflöste…
„Ihr wird es wieder gut gehen!“ erklärte die Zauberin.
„Aber wieso brach der Bann…“
„Weil der, der seinen Bruder über alles liebt, mit neuem Glauben erfüllte… Nun, ist auch Eternia ein Hort des Weihnachtsmannes…“
„Und ich werde ihn ebenso behandeln, wie die Erde…“, versprach der Weihnachtsmann und nickte He-Man zu.
„Du bist eine Mischung aus beiden“, meinte schließlich Nikolaus mit ruhiger, sanfter Stimme: „ Und hast als einziger den Glauben an mich und an meinen Bruder bewahren können. Wir sind dir zum ewigen Dank verpflichtet. Wir sehen uns wieder…“, meinte Nikolaus und klopfte He-Man sanft auf die Schulter: „ Davon gehe ich aus…“
„Ich freue mich“, murmelte der mächtigste Mann des Universums und lächelte den beiden Männern zu, die gemeinsam ein: „ HoHo!“ ausstießen und den Menschen von Eternia ein Weihnachten schenkten, dass diese nicht vergessen sollten…
Ende