He-Man.de07.02.2012
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04. Dezember

4. Dezember

 

Weihnachts-Geschichte!

 

Am heutigen Tage gibt es für euch den ersten Teil unserer diesjährigen Weihnachts-Geschichte! Wir bedanken uns herzlich bei Thomas Tippner, der uns diese Geschichte geschrieben hat!

Viel Spaß damit wünscht;

Euer He-man.de-Team!


Brudersuche - Teil 1

von Thomas Tippner

 

In den Weiten des Universums, dort, wo der Planet Eternia heller erstrahlte als ein schimmernder Diamant, tat sich etwas, was man so bisher nicht gekannt hatte.
Ein Fest war unter die Menschen gekommen, welches ihnen zuerst befremdlich, ja sogar etwas suspekt erschienen war. Nun aber, wo selbst der königliche Palast von Eternos im hellen Schein winterlicher Kerzen strahlte, überall Tannenzweige hingen und sich ein Geruch von Marzipan in der Stadt ausbreitete, schien es beinahe, als ob die Leute akzeptierten, dass Weihnachten vor der Tür stand.

Längst hatten einige der Händler begriffen, was die Handwerkskunst bedeutete, die Engel schuf, kleine, dickbäuchige, in rot gekleidete Männer herstellten und diese etwas überteuert an die Masse verkaufte, die dem Brauch des königlichen Palastes nacheiferten.

Nicht, dass dieses schlimm gewesen wäre, aber Königin Marlena, die Mutter Prinz Adams und die Frau König Randors, hatte nur selten das Gefühl von Heimweh in sich gespürt, seit dem sie auf Eternia lebte.
Nun aber, wo ihr Blick über die gewaltige Tanne streifte, die die Soldaten des Palastes gerade aufrichteten, spürte sie einen sonderbaren Druck in ihrem Bauch und sie wusste nicht, warum ihr in diesem Moment Tränen in die Augen stiegen.
Sie wischte sich mit dem Handrücken über die Augen, schluckte kurz und rückte die Krone zurecht, die ihr kunstvoll ins Haar geflochten worden war.
„Ist dir nicht gut?“ fragte Adam leise, nachdem er neben sie getreten war, sie kurz ansah und ihr tröstend die Hand auf die Schulter legte.
„Ich weiß nicht“, meinte sie leise und lächelte verkrampft: „Irgendwie vermisse ich mein Zuhause!“
„Du meinst die Erde?“
„Ja!“
„Wir können dich doch wieder zurückbringen“, meinte Adam und drückte Marlenas Schulter etwas fester: „Damals, als das Missal hier Angst und Schrecken verbreitet hat, war He-Man doch auch auf der Erde und zerstörte den riesigen Schrotthaufen, der auf den Planeten zu stürzen drohte.“
„Der Raumgleiter, mit dem unsere Piloten hier waren, hat keine Daten hinterlassen, wie wir das Dimensionstor zur Erde öffnen können“, murmelte Malena und nahm ihren Sohn kurz in den Arm, um ihn dafür zu danken, dass er sich so liebevoll um sie sorgte.
„Ich werde trotzdem einmal mit Man-At-Arms reden“, meinte Adam und schrie dann erschrocken auf, als Marlena plötzlich, wie vom Blitz getroffen, zusammen brach…

*

„Er sieht so traurig aus!“
„Irgendetwas fehlt ihm!“
„Was nur?“
Der kleine Kobold, Triller und die etwas pummelige Fee Mini, schauten dem greis gewordenen Weihnachtsmann hinterher; der ihnen nicht einmal einen Blick gewürdigt hatte. Eine Seltenheit, wie Mini wusste, die erst seit gut vier Monaten am Nordpol arbeitete und für die Zuckergussherstellung zuständig war; denn bisher hatten alle Feen, alle Kobolde und alle Trolle nur liebevoll von dem etwas dicklichen Mann gesprochen, der das ganze Jahr über lachte und scherzte und sich nicht satt trinken konnte an Honig in Milch!
Nun aber, seit gut vier Tagen, schien es, als ob der Weihnachtsmann traurig war…
Seine roten Wangen schimmerten nicht mehr; die knollenartige Nase, unter der ein gewaltiger Bart wuchs und auf den rundlichen Bauch fiel, wackelte nicht mehr lustig, wenn er sprach und in den hell schimmernden, irgendwie keiner wirklichen Farbe zugeordneten Augen, lag keine Freude mehr.
Eher etwas dumpfes.
Etwas nicht genau zu beschreibendes…
Mini schaute zu Triller und stupste diesen in die leicht speckigen Hüften und flüsterte: „ Was nur?“
Der kleine Kobold, mit der leicht grünlich schimmernden Haut, den spitz von dem Kopf abstehenden Ohren, blinzelte verlegen und hauchte: „Ich weiß es nicht!“
„Sollen wir ihn fragen?“
„Was?“
„Na, ihn fragen, wie es ihm geht?“
„Nicht gut“, bemerkte Triller leise und wackelte nun seinerseits mit der Nase, so wie es der Weihnachtsmann immer tat- eine Eigenart, die sich der kleine Kobold sich bei seinem Vorbild abgeschaut hatte und sich sehr wichtig kam, wenn er es tat.
„Vielleicht können wir ihm helfen.“
„Wobei?“
„Glücklicher zu werden!“
„Er ist glücklich!“
„Ist er nicht.“
„Er ist nur etwas verstimmt.“
„Wir sollten ihm helfen!“
„Und wie das?“
Mini lächelte breit als sie sagte: „ Das lass mal meine Sorge sein!“

*

Die Burg Schlangenfels, umgeben von einem See Lava, und felsigem, unwegsamen Gestein, war die Festung Skeletors, des Herrn der Finsternis und ärgsten Widersachers von He-Man. Als seine beiden Monsterkrieger Tri-Klops und Clawful zu ihm getreten kamen und der Meereskrieger verwundert zur Decke der Felsenfestung schaute, erhob sich das Skelettgesicht, dass sein Gesicht unter einer weiten Kapuze verbarg, von seinem Knochenthron und streckte die Hand aus: „Das, was du da siehst, Clawful, ist die neuste Waffe, die ich gegen die Masters of the Universe einsetzen werde.“

„Ich sehe nichts“, gestand das gewaltige Krabbenmonster, das mit seiner rechten Klaue so fest zupacken konnte, dass sich kein Wesen aus diesem Griff wieder lösen konnte und qualvoll in diesem zu Grunde ging, wenn ihm keiner half.
„Das wirst du noch“, lachte Skeletor: „Tri-Klops!“
Der Kundschafter des Bösen, der den Visorring auf seinem Kopf trug und durch diesen sehen konnte, wie kein Zweiter, verzog seine schmalen Lippen. Sein kantiges Kinn zuckte kurz und seine linke Hand schloss sich kurz zu einer Faust.
Ein mechanischer Laut erklang.
Und dann öffnete sich irgendetwas, was Clawful nicht genau begriff. Das, was er wusste, war, dass es mit einmal kalt wurde- eiskalt… So kalt, dass sich seine Glieder augenblicklich steif wurden und er das Gefühl hatte, innerlich zu erfrieren.
„Er kommt“, lachte Skeletor und ließ den wie erstarrt stehenden Clawful innerlich zittern und glauben, innerlich auseinander zu brechen: „Er kommt und wird Eternia unter meine Kontrolle bringen!“

*

„Was ist mir ihr?“ wollte Randor wissen, nachdem er auf die Krankenstation geeilt war und der ängstlich grüßenden Schwester beruhigend die Hand auf die Schulter gelegt hatte.
„Der Arzt ist gerade bei ihr und kümmert sich um sie“, hauchte die dunkelhaarige Frau mit den Mandelaugen und dem zum Zopf geflochtenen Haar.
„Wo finde ich sie?“
„Dort, den Gang hinunter, Hoheit, und dann links.“
„Danke“, murmelte Randor kurz und eilte dann den Gang hinunter und stieß beinahe mit Adam zusammen, nachdem dieser gerade aus der Tür getreten kam. In dem Gesicht seines Sohnes stand die offene Sorge und in den Augen schimmerten Tränen, die Randors Herz augenblicklich schneller schlagen ließen.
„Was ist los, Adam? Nun rede doch schon!“
Adam antwortete nicht
Noch immer stand er da, stierte seinen Vater starr an und schluckte kurz.
„Adam!“ rief Randor, mit sehr viel mehr Nachdruck in der Stimme, der seinen Sohn zusammenzucken ließ: „Sag doch endlich etwas.“
„Es geht ihr nicht gut“, hauchte Adam leise und schluckte: „Nicht gut…!“
Randor schob sich an seinem Sohn vorbei, griff nach der Türklinke und presste diese herunter; um dann im gleichen Augenblick in das Zimmer hinein zu stürzen.
Der Schock traf ihn wie ein Schlag!
Mit trauernder Mine zogen die Ärzte gerade ein weißes Tuch über einen regungslosen Körper…

*

Es klopfte zaghaft an der Tür…
Mit einem kurzen Seufzer auf den Lippen hob der Weihnachtsmann den Kopf und ließ seinen Blick kurz durch den heimisch eingerichteten Raum gleiten, in dem es nach Zimt, Orangen und Milch roch. Im Kamin knisterte ein Feuer und die durchs Feuer an die Wand geworfenen Schatten schienen in einem fremden Rhythmus zu tanzen.
An dem großen Sessel, in dem der Weihnachtsmann saß, hatten viele unzählige Hände ihre Abdrücke hinterlassen und das weiß schimmernde Fell, dass das Sitzen erst richtig bequem machte, roch sanft nach Schnee und einem weich wehenden Wind, der rauschend durch blattloses Geäst wehte.
Es klopfte noch einmal…
„Hä“, folgte dem leisen, hölzernen Laut und ließ den Weihnachtsmann wieder in das Feuer seines Kamins schauen.
Er wollte niemanden sehen…
Seine linke Hand wanderte über ein Bild, dass auf einem kleinen Tisch neben dem Sessel stand und sein Zeigefinger strich dabei über das freundlich lächelnde Gesicht eines ebenfalls dicklichen, rundlichen Mannes, der anstatt einer roten Mütze eine Mitra trug und in der Hand einen Hirtenstab hielt.
„Äh, Weihnachtsmann?“ Die Stimme der kleinen Fee Mini drang zu dem Weihnachtsmann durch und ließ ihn kurz aufschauen, um zur Tür zu blicken, hinter der sich der blonde Kopf der Fee zeigte. Ihre Flügel klimperten leise und ihre runden Wangen schimmerten aufgeregt rot.
„Bist du wach?“
„Er ist nicht sehr gesprächig“, hörte er schließlich die fistelnde Stimme von Triller und wunderte sich, dass Minis Kopf mit einem Ruck hinter der Tür verschwand.
„Lass das“, erboste sich diese und streckte den Kopf wieder vor; diesmal lächelte sie breit und ehrlich: „ Äh… Hast du kurz Zeit.“
„Wofür?“
„Um glücklich zu werden“ fiel die kleine Fee mit der Tür ins Haus und traute sich nun völlig hinter der Tür hervor zu treten.
„Glücklich? Wie sollte ich glücklich werden?“
„Nun ja… Äh… das erste Weihnachtsfest steht vor der Tür. Der Nikolaus beschenkt die Kinder in dieser Nacht!“
„Der Nikolaus“, seufzte der Weihnachtsmann: „ er wird das Kind schon schaukeln. So wie er es immer tut.“
„Äh…“
„Ja?“
„Das klingt nicht sehr glücklich.“
„Das bin ich auch nicht!“
Mit tippelnden Schritten kam Mini auf den Weihnachtmann zu, schaute ihn neugierig an, und schaffte es das erste Mal, seit vielen Stunden, dass der dickliche Mann freundschaftlich lächelte und die Hand den dem Wuschelkopf der Fee ausstreckte, um ihr sanft durch diese zu streicheln.
„Warum?“
„Es liegt am Nikolaus.“
„Warum?“
„Weil es so ist!“
„Warum?“
Der Weihnachtsmann seufzte und schloss kurz die Augen: „Ich würde ihn gerne mal wiedersehen.“
„Den Nikolaus?“ fragte schließlich Triller und trat schnellen Schrittes hinter der Tür hervor und schaute den Weihnachtsmann verwundert an: „ Den habe ich hier noch nie gesehen. Ich war immer der Meinung, dass du der Nikolaus bist!“
„Nein, der bin ich nicht.“
„Und warum willst du den Nikolaus wiedersehen?“
„Weil er mein Bruder ist und ich mich wieder mit ihm vertragen möchte…“
 

Ende des 1.Teils

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