He-Man.de19.10.2017
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Episode 35 - Graf Marzos Meisterplan

"Der erfolgreiche Handel mit anderen Metropolen ist einer der Grundsteine für den enormen Reichtum von Eternis."

- Eternis, Chronik einer Königsstadt

 

Die Sonne war gerade erst über dem königlichen Palast von Eternia aufgegangen als ein Wind Rider in den Himmel aufstieg. Man – E- Faces, der Kämpfer mit den drei Gesichtern, saß hinter den Kontrollen der Flugmaschine und steuerte das Gefährt in Richtung Süden, während Marlena, die Königin von Eternia und Ihre Tochter, Prinzessin Adora im hinteren Bereich Platz genommen hatten.

Zusammen mit zwei Sky-Sleds, die von den Wachen der königlichen Garde geflogen wurden, begleitete Buzz Off die beiden Mitglieder der königlichen Familie als zusätzliche Leibgarde.

„Ist es denn wirklich nötig, dass ich Dich auf dieser Reise begleite Mutter?“, erkundigte Adora sich.

Deutlich konnte die Königin erkennen, dass Ihrer Tochter mehr als nur unwohl dabei war, sie zu begleiten.

Sie konnte es Ihrer Tochter nicht verdenken, schließlich war dies der erste diplomatische Kontakt, den Ihre Tochter pflegen musste, seitdem sie in den Palast zurückgekehrt war, und damit unvermittelt in das Leben einer Prinzessin geworfen wurde.

„Ja, das ist es Adora. Dieses Handelsabkommen ist sehr wichtig für Eternos. Dein Vater hat Monate gebraucht um Einigung mit dem Präfekten von Macedania zu erzielen. Du weißt, dass Randor in der jetzigen Situation den Palast nicht einfach verlassen kann, deshalb ist es umso wichtiger, dass Du mich begleitest. Der Präfekt ist ein sehr eitler Mensch, und ich hoffe ohnehin dass er es nicht als Affront auffasst, dass ‚nur’ die Königin von Eternia und Ihre Tochter zur Unterzeichnung des Abkommens anreisen und nicht der König selbst. Ich hoffe unser Gastgeschenk wird Ihn ablenken“, meinte Marlena mit einem Lächeln zu Ihrer Tochter und deutete auf die kleine Kiste, die zwischen den beiden Frauen auf dem Boden stand.

„Ich verstehe Mutter“, aber musste ich dazu wirklich solch ein Kleid anziehen?“, fragte Adora mit gespielter Empörung.

  

Adora war nicht daran gewöhnt elegante Kleider zu tragen, ebenso wenig wie sie sich daran gewöhnt hatte als Prinzessin angesprochen oder wahr genommen zu werden. Zu allem Überfluss war es auch noch mehr als nur eine Herausforderung das Schwert des Schutzes trotz des Kleides unauffällig mit zu nehmen.

Sie erinnerte sich daran wie sie es nach einer halben Ewigkeit geschafft hatte das Schwert unter Ihrem Kleid und durch einen Cape-artigen Umhang verdeckt auf Ihrem Rücken zu verbergen, ohne dabei in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein.

Ein weiterer Grund, der Ihr Unbehagen bereitete. Sollte etwas schlimmes geschehen, konnte sie das Schwert nicht einfach aus einer Scheide auf Ihrem Rücken ziehen, sondern musste sich erst mehr oder weniger Ihrer Kleidung entledigen.

„Ich bestehe darauf Adora!“, entgegnete Marlena Ihr mit gespielter Ernsthaftigkeit.

„Das Kleid steht Dir wirklich fabelhaft“, kam sie nicht umhin.

„Ausserdem bin ich froh, Dich an meiner Seite zu wissen. Wir waren viel zu lange getrennt, und ich bin froh um jeden Augenblick den ich mit Dir zusammen verbringen kann Adora.“

„Das bin ich doch auch Mutter“, antwortete Adora Ihr.

„Und wenn mir das Kleid wirklich so gut steht?“

„Na also. Das ist mein Mädchen!“, meinte Marlena voller Stolz.

„Du musst Dir wegen des Abkommens keine Sorgen machen. Ich bin mir sicher, dass wir den offiziellen Teil mit dem Präfekten bald hinter uns haben. Und anschließend können wir uns gemeinsam Macedania ansehen. Du warst Doch noch nie dort, oder?“

„Nein, bislang nicht. Ich habe gehört es soll eines der größten Handelszentren der nördlichen Hemisphäre sein?“

„Dann warte ab, bis Du die Stadt siehst Adora! Die Realität ist besser als jede Beschreibung.“

 

***

 

Wenige Stunden später landete der Wind Raider nahe einem der weniger belebten Marktplätze direkt im Zentrum von Macedania.

Ein Regiment von Stadtwachen stand bereit und sofort nachdem der Wind Raider gelandet war, rollten einige Bedienstete einen roten Teppich aus, der direkt vor dem Fluggefährt endete.

„Königin Marlena, ich bin hocherfreut euch in unserer Stadt begrüßen zu dürfen. Wie war eure Reise. Ich hoffe doch nicht zu anstrengend. Und wer ist dieses reizende Wesen an Eurer Seite?“

„Ich danke euch für den herzlichen Empfang, Präfekt Anselm“, entgegnete die Königin Ihrem Gastgeber.

„Ich darf euch meine Tochter, Prinzessin Adora von Eternia vorstellen. Sie wird mich auf dieser Reise begleiten.“

Sie verwies auf Adora, die dem Präfekten mit einem mehr oder weniger eleganten Knicks Ihre Aufwartung machte. Adora warf Ihrer Mutter einen kurzen leidvollen Blick, doch Marlena duldete in jenem Moment keine Klage.

„Bezaubernd, einfach bezaubernd, Eure Hoheit. Die Anwesenheit Eurer Tochter lässt mich den Umstand, dass Euer Gatte nicht persönlich erschienen ist fast vergessen. Die Schönheit Eurer Prinzessin macht seine Abwesenheit nahezu wett“, fügte er hinzu.

Adora errötete leicht, versuchte sich aber nichts anmerken zu lassen, als sie das Gastgeschenk von Man – E – Faces entgegen nahm um es den Präfekten zu übergeben. Sie konnte sehen, wie der Krieger mit den vielen Gesichtern amüsiert dreinblickte, doch augenblicklich war sie dem ausgeliefert.

Langsam aber sicher schien sie zu verstehen, was Ihre Mutter mit den Schwierigkeiten der diplomatischen Bühne gemeint haben könnte.

„Hätte ich gewusst, dass der Anblick meiner Tochter euch so zusagt, so hätten wir euch das“, sie wartete darauf, dass Adora die kleine Kiste öffnete:“ gar nicht als Geste unserer Freundschaft mitbringen brauchen Präfekt Anselm“, meinte sie mit einem Anflug von Lachen in Ihrer Stimme.

Anselm betrachtete den Inhalt der kleinen Kiste, einen Kristall von immenser Größe mit Staunen.

„Ein wundervolles Geschenk, werte Königin Marlena“, meinte er schließlich.

„Randor und ich hielten für angemessen ein außergewöhnliches Geschenk an einen außergewöhnlichen Verbündeten zu übergeben“, antwortete Marlena.

„Ihr seid ebenso redegewandt, wie schön, Eure Hoheit“, meinte Anselm.

„Wenn Ihr und Eure Tochter mir folgen möchtet. Ich möchte Euch zu einem Mahl in meinem Amtssitz einladen, wo wir dann auch das Abkommen unterzeichnen können.“

Er winkte eine der Stadtwachen herbei, befahl dem Mann die Kiste sicher zu verwahren.

 

Aus dem Schatten heraus beobachtete eine Gestalt interessiert die Ankunft der Königin und Prinzessin von Eternia. Besonderes Interesse jedoch weckte das Gastgeschenk, welches sich nun in der Obhut der Stadtwachen befand.

Unbemerkt verschwand die Gestalt aus dem Schatten und ward nicht mehr gesehen, als der Präfekt mit seinen Gästen in jene Richtung, hin zum Amtssitz des Verwalters der Stadt lief.

 

***

 

Adora erschauderte, wenn sie daran dachte, welche Art von Grimasse sie schneiden musste, um Ihren offensichtlichen Unmut über den Präfekten in einem gespielten Lachen über eine weitere humoristische Bemerkung Ihres Gastgebers, die so ganz und gar nicht witzig war, zu verbergen.

Sie bewunderte Ihre Mutter, die diese Kunst offensichtlich perfektioniert hatte. Anders konnte die Prinzessin es sich nicht erklären, dass die Königin stets die perfekte Reaktion auf die Bemerkungen des Präfekten zeigte, auch wenn Ihre Tochter sich sicher war, dass sie seine Witze ebenso wenig belustigend fand, wie sie selbst.

Gerade setzte der Präfekt wieder zu einer seiner Erzählungen an, als sie einen lauten Knall von außerhalb der Tür zum prunkvoll eingerichteten Speise Zimmer der Residenz des Präfekten hörten.

Augenblicklich schnellte Adora hoch, wurde jedoch von Ihrer Mutter zurück gehalten.

Mit einem kurzen Blick deutete Ihr die Königin an, sich zurück zu halten.

„Was ist da draußen los? Sieh nach!“ rief Anselm einem der Wachleute zu, der daraufhin sofort zur Tür eilte.

Bevor er die Tür öffnen konnte, wurde er zurückgeschleudert. Die beiden Flügel der Türe sprangen aus den Angeln und fielen krachend zu Boden.

Eine Gestalt, die von einem dunklen Mantel verhüllt wurde, durchschritt den nunmehr leeren Torbogen. Dunkle Augen musterten die Anwesenden und stellten zufrieden fest, dass eine der Wachen bereits bewusstlos zu Boden gegangen war.

„Wer seid Ihr? Und was wollt Ihr hier?“ stellte der Präfekt den Eindringling zur Rede.

„Ich? Ich bin Graf Marzo… und Ihr… Ihr habt etwas, dass ich haben will“, entgegnete der Fremde dem Präfekten und deutete dabei auf den Kristall, den die Königin von Eternia als Gastgeschenk mitgebracht hatte.

 

„Wache! Kümmert euch um diesen Verrückten und schlagt Alarm!“ befahl Anselm.

Während zwei der Anwesenden Wachen sich direkt auf den Eindringling stürzten, betätigte der dritte und letzte der anwesenden Wachleute eine kleine Vorrichtung an einer der Wände, die augenblicklich einen Alarm auslöste und unterstützte dann seine Kameraden im Angriff auf Graf Marzo.

Aus den Augenwinkeln konnte Königin Marlena sehen, wie Ihre Tochter am Rücken Ihres Kleides herum nestelte, schließlich aber aufgab und stattdessen nach einem der antiken Kerzenleuchter, von gut eineinhalb Meter Länge griff, die zur Zierde am Rande des Raumes standen…

Mit gezogenen Schwertern waren die ersten beiden Wachen auf Graf Marzo zugestürzt, doch fielen wie sie Streichhölzer, denen man einen Stoß gegeben hatte um, während der dritte umständlich eine schwere Laserwaffe hervorgeholt und entsichert hatte. Immerhin schaffte er es einen Feuerstoß auf Marzo abzugeben, ehe gegen die nächstgelegene Mauer geschleudert wurde, und reglos liegen blieb.

Marzo fühlte sich bereits wie der Sieger, als er wie aus dem nichts ein Objekt auf Ihn heran schwirren sah. Mit letzter Not, schaffte er es sich zu ducken und konnte so dem Angriff entgehen.

 

Adora wollte fluchen, doch vielmehr musste sie mit Ihrem Gleichgewicht kämpfen. Es war schwer genug gewesen, für die Prinzessin von Eternia, sich mit dem schweren Kerzenständer an den Eindringling heran zu schleichen, doch das Kleid hatte Ihren Vorteil zunichte gemacht.

All die angelernte Eleganz und natur gegebene Grazie konnten nicht verhindern, dass die Prinzessin von Eternia bäuchlings zu Boden ging.

„Törichtes Mädchen“, fluchte Marzo und wollte sich dem Kristall zuwenden, als ein Trupp von mehr als einem Dutzend Soldaten von Macedania durch den Dienstboteneingang herein stürmte und sich mit geladenen Schusswaffen im Anschlag zwischen Ihm und seinem Ziel postierten.

„Gebt auf und ich verspreche euch faire Behandlung“, forderte Präfekt Anselm den Angreifer auf.

„Ich habe eine bessere Idee Präfekt“, entgegnete Marzo Ihm, und war im nächsten Atemzug, neben der zu Boden gefallenen Prinzessin, die gerade dabei war sich wieder zu erheben.

Bevor Adora reagieren konnte, hatte Graf Marzo Ihr bereits ein Taschentuch vor Mund und Nase gedrückt. Nur Sekunden später verlor die Prinzessin das Bewusstsein und sank bewegungslos in die Arme Ihres Feindes.

 

„Oh ihr Götter, nein! Adora!“, schrie Marlena beinahe hysterisch.

„Wenn Ihr die Prinzessin heil wieder haben wollt, solltet Ihr mir geben wonach mir verlangt, werter Präfekt Anselm“, meinte Marzo.

„Tut doch was er sagt, Präfekt. Er hat meine Tochter“, warf Marlena ein, doch der Präfekt ließ sich nicht beirren.

„Ich verhandle nicht mit Subjekten wie euch Graf Marzo, und nun lasst die Prinzessin los. Wagt es nicht, sie auch nur anzufassen, wenn Ihr diesen Ort lebend verlassen wollt!“

„Eure Drohungen sind nichts als leere Worte, und wir wissen beide, dass dies der Wahrheit entspricht Anselm“, entgegnete Ihm Marzo.

„Ihr werdet mir den Kristall vor Sonnenuntergang dieses Tages übergeben. Den Ort lasse ich noch wissen“, fuhr der Schurke fort.

„Wenn die Herrschaften mich entschuldigen würden“, meinte er in unschuldigem Tonfall.

Noch bevor der Präfekt oder die Königin reagieren konnten, war er in einer Rauchwolke verschwunden.

 

***

 

Zusammen mit dem Präfekten, Buzz-Off, Man-E-Faces und drei Stadtwachen stand Marlena am Ende einer schmalen Gasse in den äußeren Ausläufern der Stadt.

Hier sollte der Austausch stattfinden.

Eine der Wachen hielt die kleine Kiste in der sich der Kristall befand in den Händen.

Noch immer wussten sie nicht weshalb Graf Marzo es auf diesen Kristall abgesehen hatte. Es handelte sich dabei um ein wertvolles Juwel, das war allen Anwesenden klar, dennoch hatten zumindest Marlena und die beiden Masters, die sie begleiteten Zweifel ob es Marzo nur um die Mehrung von Reichtümern ging.

Im Gegensatz zu Präfekt Anselm, der sich zuerst geweigert hatte, dem Austausch mit einem ‚gewöhnlichen Kriminellen’ überhaupt zuzustimmen, aus Angst vor Nachahmern, die versuchen würden die Stadt Macedania zu erpressen.

 

Es war Marlenas’ diplomatisches Geschick, welches das Stadtoberhaupt zu diesem Austausch bewegt hatte, nicht zu vergessen die mehr als nur deutlich zur Sprache gebrachte Sorge um die Sicherheit Ihrer einzigen Tochter.

Buzz-Off kam nicht umhin, die Königin für Ihre gefasste und wohlüberlegte Reaktion zu bewundern.

Doch weiter konnte er diesen Gedanken nicht spinnen, denn in diesem Moment schlug eine schmale Tür am Rande der Gasse auf. Als erster erkannte Buzz-Off wie Prinzessin Adora von einer Gestalt, auf die die Beschreibung von Graf Marzo passte, durch die Tür geschoben wurde.

Auf den ersten Blick schien die Prinzessin unversehrt. Ihre langen blonden Haare hingen teils wirr über Ihr Gesicht, und Ihre Arme schienen in einer mehr als nur unangenehmen Pose hinter Ihrem Rücken fixiert zu sein. Ansonsten jedoch konnte Buzz Off keine Verletzungen erkennen.

Ein kurzer Blick zu Man-E-Faces, der die beiden Neuankömmlinge mit seinem Robotergesicht gescannt hatte, bestätigte Ihm, dass auf der Gigant mit den vielen Gesichtern keine anderen Informationen gesammelt hatte.

Augenscheinlich schien Marzo sich in diesem Punkt an seinen Teil der Abmachung gehalten zu haben…

„Adora! Geht es Dir gut, mein Engel?“ rief Marlena Ihrer Tochter augenblicklich zu, als sie in Sichtweite kamen.

„Ich bin unversehrt, Mutter“, entgegnete Adora Ihr, ehe sie einen weiteren Stoß von Marzo in Ihrem Rücken spürte, der sie zum weitergehen antreiben sollte.

„Graf Marzo…“, begann der Präfekt, wurde von dem Schurken aber abrupt unterbrochen:

„Seid still, Präfekt! Habt Ihr wonach ich verlangt habe, oder muss ich meinem Verlangen mehr Nachdruck verschaffen?“

Irritiert über die Unterbrechung war Anselm einen Moment lang sprachlos, gewann seine Sprache aber schnell wieder zurück.

„Meine Wachen haben den Kristall bei sich. Ihr werdet Ihn erhalten, wenn Ihr die Prinzessin augenblicklich frei lasst!“

„Meint Ihr, ich wäre so dumm, Präfekt?“ mockierte sich Marzo.

Eure Wachen werden die Kiste zu mir bringen, und erst wenn ich den Kristall in meinen Händen halte, werde ich die Prinzessin freilassen!“

„Wer garantiert mir, dass Ihr euch an Eure Zusage haltet, Graf Marzo?“ forderte der Präfekt Ihn.

„Niemand tut das, Präfekt. Ihr habt nur mein Wort. Ihr könnt dem Glauben schenken, oder auch nicht. In diesem Fall wird mich die liebliche Prinzessin Adora begleiten, wenn ich aus Eurer Stadt verschwinde.“

Er spie die Worte ‚Eurer Stadt’ beinahe aus, und machte dem Präfekten damit unmissverständlich klar was er von Macedania hielt.

„Das wird sie nicht“, warf Adora trotzig ein, und trat den langen Absatz Ihres rechten Stiefels mit voller Wucht gegen den Fuss von Marzo, traf ihn dabei perfekt zwischen Sprungbein  und Kahnbein und entlockte dem Schurken damit einen schmerzerfüllten Aufschrei.

Überrascht blickte Adora sich um, als sie fühlte wie der eisige Griff um ihr Handgelenk, mit dem Marzo sie gehalten hatte sich lockerte.

Ihr Tritt musste für Ihren Entführer schmerzhafter gewesen sein, als sie angenommen hatte.

Die Gunst des Augenblickes nutzend versuchte sie sich loszureißen…

 

Strauchelnd und ein weiteres Mal das Kleid, das sie trug verfluchend gelang es Ihr sich aus dem Zugriff von Marzo zu befreien.

„Verdammtes Mädchen“, hörte Adora Marzo hinter sich fluchen.

Sich vom unerwarteten Angriff der Prinzessin schnell erholend, erfasste er blitzschnell die Situation.

„Bleibt augenblicklich stehen, Prinzessin“, befahl er mit fester Stimme und schleuderte einen Feuerball aus seiner Handfläche in Richtung von Adora.

Der Feuerball traf knapp vor den Beinen Adora’s auf dem steinigen Boden der Gasse auf, versengte dabei die Spitzen des Kleides der Thronfolgerin und ließ diese Ihre hektische Flucht stoppen.

„Lasst meine Tochter frei, Ihr Teufel“, schrie Königin Marlena Graf Marzo zu, als sie ohnmächtig mit ansehen musste, wie der Feuerball die Flucht Ihrer Tochter beendet hatte.

„Ihr müsst nur dafür Sorge tragen, dass ich bekomme wonach mir verlangt, werte Königin“, entgegnete Marzo ihr.

 

„Schickt die Wachen weg, nehmt den Kristall an euch und bringt Ihn zu mir, und Eurer Tochter….“

„Meine Männer werden euch die Kiste überbringen, Graf Marzo“, unterbrach der Präfekt die Forderungen von Marzo. Ein abscheuliches Subjekt, wie Ihr, hat keine Befehlsgewalt in Macedania!“

„Wir werden sehen“, entgegnete Marzo Ihm belustigt.

„Und nun, tut was ich verlange Eure Hoheit, oder….“

Ein flammender Funken manifestierte sich in einer Hand, und symbolisierte die unausgesprochene Drohung…

„Gebt mir die Kiste“, befahl Marlena den beiden Wachen.

 „Aber Eure Hoheit…“

„Der Präfekt hat uns befohlen…“

„Es geht um das Leben meiner Tochter! Wollt Ihr dafür verantwortlich sein, wenn Ihr etwas zustoßen sollte?“ herrschte sie die beiden Männer an.

„Nei… nein Mylady“, gaben sie kleinlaut bei und Übergaben die kleine Kiste an Marlena.

Langsam schritt die Königin auf Graf Marzo zu.

„Ihr könnt diesem Subjekt nicht klein bei geben, Königin Marlena“, hörte sie die Stimme von Präfekt Anselm, der sich anschickte sie aufzuhalten. Aus den Augenwinkeln sah sie, wie sich Man-E-Faces ihm in den Weg stellte und damit verhinderte, dass der Präfekt oder seine Männer sie noch aufhalten konnten.

Als sie wenige Schritte von Marzo entfernt war, bedeutete der Schurke Ihr anzuhalten und den Deckel der Kiste zu öffnen.

Sie folgte seiner Anweisung und öffnete vorsichtig den Verschluss, bis unter dem Deckel der Kristall in seiner ganzen Pracht zum Vorschein kam.

„Ja, das ist er“, murmelte Marzo vor sich.

„Endlich wird er mein sein!“

Es war als hätte Marlena nur auf dieses Zeichen gewartet. Ohne Vorwarnung warf sie die Kiste zu Ihrer linken Seite, und tauchte selbst nach rechts weg und brachte Marzo dadurch in die Lage sich zwischen Ihr und Adora, die in Ihrer Laufrichtung stand, und dem Kristall, den sie in die andere Richtung geworfen hatte, zu entscheiden.

„Adora! Lauf!“

Überrascht durch die Aktion der Königin rannte Marzo auf die Kiste zu, versuchte zu verhindern, dass deren Inhalt auf dem steinigen Boden der Gasse aufschlug.

Gleichzeitig schleuderte er einen weiteren Feuerball aus seiner Handfläche in Richtung von Prinzessin, die er noch immer an Ihrer vorherigen Position vermutete.

„Mutter!“

Adora zögerte einen Moment lang, doch dann bekam Ihr Instinkt die Oberhand über ihr Handeln und sie lief augenblicklich los. Gerade noch rechtzeitig, um dem zweiten Feuerball von Marzo zu entgehen.

Sie rannte an einem Stapel von hölzernen Kisten und einem kleinen Gerüst vorbei, das augenscheinlich auf das Dach eines der Gebäude führte, als das flammende Geschoss hinter ihr in eine der Holzkisten einschlug und dort einen Brand entfachte. Sofort griff das Feuer auf die umliegenden Kisten und das Holzgerüst über.

Binnen weniger Sekunden hatte sich eine regelrechte Flammenwand zwischen Adora auf der einen Seite und Königin Marlena, Man-E-Faces, dem Präfekten und dessen Männern und natürlich Graf Marzo auf der anderen Seite aufgebaut.

Das Feuer der Strahlenwaffen der Stadtwachen versengte den Umhang von Graf Marzo, als dieser die Kiste auffing und den Kristall augenblicklich in Besitz nahm.

Aus den Augenwinkeln hatte der Schurke sehen können, wie die Prinzessin seinem Feuerball entgangen war.

Nun aber war er in Besitz des Kristalls.

Weitere todbringende Strahlen nahmen Ihren Weg aus den Waffen der Stadtwachen, doch diesmal zerstoben sie wirkungslos an einer unsichtbaren Barriere, die sich vor Marzo manifestiert hatte.

„Ihr Narren! Ihr könnt mich nicht besiegen! Jetzt bin ich unbesiegbar!“

Ansatzlos schleuderte er die beiden Stadtwachen mit Hilfe seiner neu gewonnenen Macht zurück, bis sie gegen eine Mauer prallten, und bewegungslos liegen blieben.

„Und Ihr, Prinzessin sollt bezahlen für den Ärger, den Ihr mit bereitet habt!“

Das Waffenfeuer von Buzz-Off, der Marzo aus der Luft heraus mit einem überraschenden Angriff bedachte ignorierend, murmelte der Schurke eine seltsame Beschwörung….

 

***

 

Eilig versuchte Marlena einen Weg zu finden, an dem Feuer vorbei zu Ihrer Tochter zu gelangen, doch so wie es aussah war Adora hinter den Flammen gefangen und von Ihr und den anderen abgeschnitten.

Flammen schlugen Adora entgegen und erste schwarze Rußflecken waren auf Ihrem Gesicht und auf teilen Ihres Kleides zu sehen. Die vormals ordentlichen Haare der Prinzessin hingen Ihr nun mehr oder weniger wirr ins Gesicht herab.

Die Hitze des Feuers ließ Adora zurückweichen.

Gerade rechtzeitig, denn nur Sekunden später sprang ein schwarzer Schatten durch das Feuer, kam dort auf den Boden auf, wo sie noch Momente zuvor gestanden war.

Das unheilvolle grollen eines Tieres riss Adora aus Ihrem ersten Schreck heraus, und sie konnte erkennen, dass es eine Art wolfsartige Bestie war, die durch das Feuer gesprungen war.

Unwillkürlich wich sie zurück. Sie saß in einer Falle. Vor Ihr war stand die Bestie, die zweifellos das Werk von Graf Marzo war, und hinter Ihr war nichts weiter als eine nackte Mauer. Zudem schnitt das Feuer Ihr jedweden Weg ab, den sie aus dieser Falle nehmen könnte…

Mit kleinen Schritten wich die Prinzessin von Eternia zurück, versuchte die Bestie nicht gegen sich aufzubringen, während sie gleichzeitig am Rücken Ihres Kleides nestelte und versuchte den Griff Ihres Schwertes endlich zu erreichen.

Sie hatte es noch nicht geschafft an der geschickten Tarnung vorbei die Waffe zu erreichen, als sie bemerkte wie der Diener von Marzo seinen Schritt beschleunigte und in einem wahnwitzigen Tempo auf sie zu sprintete.

Aus den Augenwinkeln heraus konnte Adora einen Spalt in der Mauer des Gebäudes erkennen, unweit eines mit hölzernen Brettern vernagelten Fensters, auf das die Flammen inzwischen über gegriffen hatten. Die Flammen beleuchteten die dunkle Gasse gerade gut genug, um den Spalt hervor zu heben, der für ein Kind sicher reichen würde…

Mit dem Mut der Verzweiflung rannte Adora los, und versuchte sich durch den Spalt zu zwängen, der eigentlich viel zu klein für eine Person Ihrer Statur war.

Immer näher kamen die Schritte der Bestie und sie bereitete sich auf den Schmerz vor, den sie fühlen würde, wenn die Zähne des Monsters sich in Ihre Haut bohren würden. Das Monster kam immer näher, Adora konnte bereits den heißen Atem der Bestie auf Ihrer Haut spüren, das Rascheln des Stoffs ihres Kleids als sich die Zähne des Angreifers ihren Weg zu ihrem ungeschützten Rücken bahnten…

Im letzten Moment schaffte es Adora ins innere des Gebäudes zu kommen – in Sicherheit, zumindest vorübergehend.

Adora hatte kaum Zeit richtig durchzuschnaufen, als die Holzbretterkonstruktion, die vor dem Fenster angebracht war in tausend Teile zersplitterte.

Unbeeindruckt von den Flammen und zorniger als zuvor hatte die schwarze Bestie die Absperrung durchbrochen und stand nun nach seiner Beute lechzend vor der wehrlosen Prinzessin…

 

 

***

 

Geschockt blickte Präfekt Anselm auf Graf Marzo, der sich ungehindert auf Ihn und Königin Marlena, die neben Ihm stand zu bewegte. Hilflos hatte der Führer von Macedania mit ansehen müssen, wie seine Wachen von der Macht des Schurken zurückgeschleudert worden waren. Mit großer Wucht hatte der Graf sie gegen die nächste Wand geschleudert, vor welcher sie bewusstlos liegen geblieben waren.

Man-E-Faces, der Krieger mit den drei Gesichtern, rappelte sich wieder hoch.

Auch er war schwer von einem Angriff des Grafen getroffen worden, doch im Gegensatz zu den Stadtwachen war er noch bei Bewusstsein.

Die Unsicherheit aus seinen Gliedern verbannend versuchte er sich zwischen den Schurken und die Königin zu bringen, wenngleich er die Königin in seinem jetzigen Zustand wirksam schützen zu können bezweifelte. Doch er musste es versuchen.

Einen Moment lang musste Graf Marzo seinen Vormarsch stoppen, als das Feuer einer Strahlenwaffe aus der Luft ihn dazu zwang einen magischen Schild aufzubauen, doch das Waffenfeuer konnte ihm nichts anhaben.

Ein heftiger Windstoß, den Marzo dank seiner neuen Kräfte beschworen hatte, bescherte Buzz-Off ernsthafte Schwierigkeiten, ließ den stolzen Krieger den Angriff abbrechen, um nicht selbst Opfer der Macht des Schurken zu werden.

Besiegt oder gar bewusstlos konnte er weder dem Präfekten, noch der Königin helfen. Dies war ihm nur allzu sehr bewusst.

„Ihr hättet mir den nötigen Respekt erweisen sollen, als mir noch danach war Präfekt“, rief Marzo dem Stadtoberhaupt in einem Ton der Verachtung entgegen.

„Spielt euch nicht so auf, Graf Marzo! Ihr habt war ihr wolltet – nun verschwindet endlich“, rief Marlena ihrem Feind entgegen. Die Sorge um Ihre Tochter war ihr deutlich anzusehen. Dennoch hatte sie es – im Gegensatz zu Anselm – geschafft ruhig zu bleiben und Marzo ihre Angst nicht zu zeigen.

 

„Aber, aber meine Königin… Ihr benehmt euch am heutigen Tage nicht Eurem Stand entsprechend… Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass ihr meinen Besitz zerstören wolltet“, meinte Marzo verärgert.

„Ich finde, ich sollte euch eine Lektion erteilen!“

Er setzte gerade zu einem Angriff an, als er die schwarze Bestie bemerkte, die mit einem mächtigen Sprung aus dem brennenden Gebäude heraus sprang.

Ein großer Fetzen Stoff, den Marzo als Teil des Kleids von Prinzessin Adora identifizierte, hing aus dem Maul der Bestie heraus.

Marzo fing an zu lachen.

„Ihr seht wie töricht es war, sich mir entgegen zu stellen, werte Königin. Mein Schoßhündchen hatte sicherlich seine Freude am Spiel mit Eurer Tochter! Auch wenn ich zugeben muss, dass es eine Verschwendung ist…“

„Nein!“

Marlena sank auf Ihre Knie als sie die Bestie sah.

Ihre innere Stärke war auf einen Schlag aus Ihr gewichen, als sie sah, dass Adora zumindest schwer verletzt sein musste. Noch mochte sie nicht die Hoffnung aufgeben, doch war Ihr klar, dass Ihrer Tochter etwas zugestoßen sein musste.

„Wie schade, dass Ihr nicht mehr herausfinden könnt, was mit der lieblichen Prinzessin geschehen ist, doch seit Euch sicher Königin Marlena… sollte sie überlebt haben, so werde ich mich gut um sie kümmern“, spottete Marzo.

„Ihr seit ein Teufel, Marzo!“ schrie der Präfekt Ihm entgegen.

„Ach seid still und sterbt endlich!“

Voller Verachtung schleuderte Marzo einen magischen Angriff auf den Präfekten der Stadt und die Königin Eternia, wartete selbstzufrieden darauf die beiden Widersacher damit endgültig aus dem Weg zu räumen und sich um seine wahren Ziele kümmern zu können…

 

***

 

Aus den Augenwinkeln konnte Marzo erkennen, wie die schwarze Bestie an Ihm vorbei flog, direkt auf den Präfekten und die Königin zu…

Vor Angst erstarrt sah der Präfekt sich nun auch noch der dunklen Bestie gegenüber, die bereits die liebliche Prinzessin erlegt hatte. Er stotterte einige Worte, von denen er dachte, sie vor seinem Tod aussprechen zu müssen, doch es sollte nicht dazu kommen.

In einem grellen Energieblitz traf die dunkle Bestie auf den magischen Angriff von Marzo, verging darin und löste sich in nichts als schwarzen Rauch auf, der in der Gasse hing.

Überrascht sog Marzo die Luft ein, versuchte den Grund zu erfahren, warum seine Kreatur sich für seine Feinde geopfert hatte.

„Wie ist das möglich?“ schrie er in die Gasse.

 

***

 

 

„Eure Umgangsformen lassen zu wünschen übrig, Graf Marzo!“ hörte der Schurke, die helle Stimme einer Frau in der Gasse erklingen.

Dort wo vor Sekunden noch seine Bestie triumphierte stand nun eine weibliche Kriegerin. Langes Blondes Haar, das von einer goldenen Tiara umrahmt wurde, fiel über Ihre von einem roten Umhang bedeckten Schultern herab. Eine schmale, in hellstem weiß erstrahlende Rüstung, die mit goldenen Ornamenten verziert war, bedeckte Ihren Oberkörper gerade so sehr, dass sie gegen Angriffe geschützt war, aber nicht so sehr um sie in Ihrer Beweglichkeit einzuschränken. Die Klinge des Schwertes in Ihrer rechten Hand reflektierte das Licht der Sonne und blendete Marzo.

„Wer zum Henker seid Ihr?“ entfuhr es Marzo mehr als nur überrascht.

„Der Name ist She-Ra, Graf Marzo. Ein Name den Ihr euch gut merken solltet, denn ich werde zur Stelle sein, wenn Ihr die Menschen von Eternia nochmals bedrohen solltet.“

„Mutige Worte, Mädchen“, tönte Marzo. Er hatte die anfängliche Überraschung verdaut und seine übliche Überheblichkeit hatte wieder das Ruder übernommen.

Ansatzlos schleuderte er seiner neuen Gegnerin einen magischen Angriff entgegen.

Das Schwert des Schutzes parierte den Angriff, ließ ihn im nichts vergehen.

„So einfach wie Ihr euch das vorstellt, könnt Ihr mich nicht besiegen Marzo“, entgegnete She-Ra Ihm.

„Wir werden sehen“.

Den Kristall in der einen Hand, materialisierte ein Schwert in seiner anderen Hand und Marzo stürmte auf She-Ra zu, versuchte sie in einen Schwertkampf zu verwickeln.

 

***

 

Vor den erstaunten Blicken des Präfekten und von Königin Marlena krachten die Schwerter der beiden Kontrahenten aufeinander.

 

Während She-Ra sich durch Ihre Kraft mehrmals einen Vorteil verschaffen konnte, konnte Marzo diesen durch den Einsatz seiner Magie stets zu nichte machen und die blonde Kriegerin seinerseits in Bedrängnis bringen.

She-Ra merkte, dass selbst die gewaltige Macht, die sie durch die Verwandlung erlangt hatte nicht wett machen konnte, dass sie zuvor noch nie ein Schwert in Händen gehalten hatte.

Wieder wehrte sie einen Hieb von Marzo ab, fand sich in der Defensive wieder, als sie eine Lücke in der Verteidigung Ihres Gegners fand. Ohne zu zögern schlug sie zu, schaffte es mit Ihrer flachen Hand Marzo den Kristall aus der Hand zu schlagen, während sie mit Ihrem Schwert gleichzeitig einen Hieb des Schurken abwehrte.

„Nein!“

Marzo schrie geradezu panisch auf, als er den Griff um den Kristall nicht mehr fühlen konnte. Seine Augen folgten dem Kristall, als dieser, durch die Wucht des Schlags von She-Ra angetrieben durch die Luft flog, und schließlich unbeschadet auf dem Boden der Gasse aufschlug und schließlich durch einen zerstörten Deckel in einen Schacht zu den Abwasserkanälen der Stadt hinab rutschte…

Das Klirren eines Schwertes, das auf dem Boden aufschlug riss die Zuschauer aus Ihrer Starre.

Im gleichen Moment rannte ein Trupp der Wachen der Stadt um die Ecke. Sofort eröffneten Sie das Feuer auf Graf Marzo, schafften es den Angreifer am Arm und am Bein zu verwunden und Ihn damit in seiner Beweglichkeit einzuschränken.

Sofort rannte Marlena in Richtung des Gebäudes um Ihre Tochter zu suchen, während Präfekt Anselm mit einem triumphieren Lachen auf dem Gesicht auf den besiegten Graf Marzo zu ging…

 

 

***

 

 

Aus den Augenwinkeln konnte She-Ra erkennen, wie die Königin sich auf die Suche nach Adora machte. Unsicherheit machte sich in Ihr breit. Konnte Sie Graf Marzo der Obhut der Stadtwachen überlassen, oder sollte sie bleiben, bis er keine Gefahr mehr darstellte?

Der kurze Moment der Unsicherheit, den seine Gegnerin zeigte, reichte Marzo aus, um daraus Kapital zu schlagen. Schnell hatte der Schurke seine Situation neu bewertet. Der Kristall, wegen dem er die Stadt aufgesucht hatte, war verloren.

Er selbst war geschwächt und musste sich mit den Stadtwachen und mit der Kriegerin, die sich Ihm als She-Ra vorgestellt hatte herumschlagen.

Seine Chancen heil aus dieser Situation heraus zu kommen, ließen sich bestenfalls als trostlos beschreiben.

Ohne lange zu überlegen, wirkte er einen Zauberspruch, schaffte es damit den Präfekten, die Wachen und auch She-Ra zu blenden.

Die Blendung hielt nur wenige Sekunden an, aber als der magische Energieblitz wieder abebbte war Marzo spurlos verschwunden.

„Verdammt, wo ist er hin?“ hörte She-Ra die Stimme des Präfekten.

Sie versuchte zu erkennen, wohin Graf Marzo verschwunden sein konnte, doch sie konnte auch keine Spur von Ihm erkennen.

Die Verwirrung der Stadtwachen nutzend zog sie sich zurück.

Schließlich war die Königin auf der Suche nach Ihrer Tochter und sie musste dafür sorgen, dass die Prinzessin unversehrt von Ihrer Tochter gefunden werden konnte…

 

***


„Ich bin so froh, dass Dir nichts geschehen ist Adora“, wisperte Königin Marlena Ihrer Tochter zu.

Sie waren auf dem Rückweg zu Ihrem Wind Raider, nachdem Ihr diplomatischer Besuch bedingt durch den Zwischenfall mit Graf Marzo ein jähes Ende gefunden hatte.

Die Königin legte die Arme um die Hüfte Ihrer Tochter, zog sie an sich und schien sie nicht mehr loslassen zu wollen.

„Ich muss zugeben, dass ich Angst hatte Mutter. Aber ich spürte, dass Du bei mir warst und alles getan hättest um mich zu retten“, entgegnete Adora der Königin, wissend dass sie damit die Wahrheit etwas dehnte. Es war Ihr unangenehm Ihrer Mutter nur eine Halbwahrheit zu erzählen, aber es war ein Teil Ihres Geheimnisses und sie konnte Ihr nicht die volle Wahrheit erzählen. Die Wahrheit, dass sich Ihre Angst auf Ihre Mutter erstreckt hatte, als Marzo sie angegriffen hatte, und nicht über Ihr eigenes Schicksal.

„Natürlich, mein Engel. Ich bin auch froh, dass wir auf diese Kriegerin, She-Ra getroffen sind. Ohne sie hätten wir dies vielleicht nicht heil überstanden. Nur schade, dass sie so schnell verschwunden ist. Ich hatte nicht einmal die Gelegenheit Ihr zu danken. Ich frage mich ob wir sie wieder sehen werden?“

„Ganz bestimmt, Mutter. Ich glaube sie wird wieder auftauchen, wenn wir in Not sind und Ihre Hilfe brauchen.“

Eng umschlungen gingen Sie die letzten Schritte zu Ihrem Wind Raider, warteten darauf, dass der Präfekt die offizielle Verabschiedung endlich hinter sich brachte und sie wieder in die Heimat aufbrechen konnten.

 

***

 

Wenige Meilen ausserhalb der Stadt standen zwei Gestalten an einem kleinen Rinnsal, dass aus der Stadt heraus führte.

„Skeletor wird sehr erfreut sein, über die Informationen, die wir sammeln konnten.“

Die andere der beiden Gestalten hielt inne, bevor Sie antwortete.

Schnell bückte sie sich herab, zog etwas aus dem schlammigen Wasser des Rinnsaals heraus.

„Ich denke, das hier wird Skeletor mehr erfreuen als jede Information, die wir Ihm heute beschaffen konnten.“

„Was ist das Tri-Klops?“, ertönte die Stimme von Beast-Man

„Es ist dieser Kristall, den Marzo unbedingt haben wollte. Und wenn Marzo das Ding brauchen kann, dann wird Skeletor bestimmt auch Verwendung dafür haben…“

 

Geschrieben von Gastautor: ZeroCool

 

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