He-Man.de29.06.2017
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Die Synchronisation - Ein exclusiver Blick hinter die Kulissen

2 Generationen He-Man: Randor und He-Man (Norbert Langer und Tobias Kluckert)Am Freitag, den 4.7.2003, besuchte das he-man.de Team, bestehend aus LilStar, ScareGlow und Ulf, das Studio des Sound&Picture Synchronstudios in Berlin. Einen ganzen Arbeitstag lang durften wir uns überall umsehen und uns mit den anwesenden Sprechern in deren Pausen unterhalten.
In dem gemütlichen Raum, in dem die Sprecher ihre Pausen verbrachten, trafen wir Julien Haggege (Adam), Jan Spitzer (Man-At-Arms), Klaus Lochthove (Man-E-Faces) und kurze Zeit später auch Tobias Kluckert (He-Man) und Norbert Langer (Randor). Dieter Klebsch (Skeletor) und Diana Borgwardt (Teela) würden erst am Nachmittag erscheinen.

Unsere Eröffnungsfrage, ob He-Man ihnen schon vor dieser Synchronisation ein Begriff war, brachte verschiedene Reaktionen der Sprecher.
Jan Spitzer und Klaus Lochthove gestanden, dass He-Man und die Masters of the Universe in den 80er Jahren an ihnen vorübergegangen waren, "allerdings habe ich in dieser Zeit im Ausland gelebt, vielleicht lag es daran", erklärte Herr Lochthove. Tobias Kluckert hatte den Cartoon gesehen, "aber die Figuren gab es bei uns im Osten nicht". Den Cartoon allerdings habe er sehr gemocht. Julien Haggege dagegen wusste mit den Masters einiges anzufangen. "Ich müsste irgendwo sogar noch ein paar Figuren haben", meinte er. Natürlich habe er als Kind damit gespielt, den Cartoon dagegen hatte er nicht gesehen.
Bei so unterschiedlichen Vorkenntnissen fragten wir natürlich nach, ob es irgendeine Vorbereitung auf die jeweilige Rolle gegeben habe. "Es kommt ganz selten vor, dass man vor den Aufnahmen ein Charakterprofil erhält", erklärte uns Herr Haggege. "Aber man kriegt meistens eine Zusammenfassung der Folge, bei der man mitspricht, und da ist der eigene Charakter dann auch kurz beschrieben. Außerdem sehen wir ja auch die Originalstellen, bevor wir aufnehmen [siehe dazu: Wie funktioniert Synchronisation?], von daher sind wir eigentlich ganz gut vorbereitet." Nutzlos seien die Originalstellen natürlich bei japanischen Serien, "denn da versteht man eh kein Wort", ergänzte Herr Spitzer augenzwinkernd.

Julien Haggege und Tobias Kluckert"Skeletor ist Kult!" (Julien Haggege, "Prinz Adam")

Als nächstes fragten wir nach eventuellen Lieblingscharakteren und der Einstellung zur eigenen Figur. Während die meisten noch überlegten, antwortete Herr Haggege bereits grinsend: "Skeletor ist Kult!" Allerdings gefalle ihm auch seine eigene Rolle, der junge Prinz Adam. Herr Spitzer sah seine Rolle etwas nüchterner. "Man-At-Arms ist interessant, aber auch ein bisschen langweilig. Die Schurken sind natürlich interessanter und faszinierender." Herr Lochthove nahm Man-E-Faces mit Humor. "Er ist schizophren, ganz klar. Der Kerl ist ein Mensch, ein Roboter und ein Monster! Ich mag ihn!" Und mit einem kurzen Brüllen und Grummeln bewies er, dass er für den Monster-Man-E-Faces auf jeden Fall die richtige Besetzung ist.
Dass sie Spaß an der Arbeit mit ihren Figuren haben, bestätigten allerdings alle einhellig. Ebenso äußerten sich alle sehr positiv über das Arbeitsklima im Studio; die älteren Sprecher kannten einander ohnehin schon aus vielen anderen Produktionen.

Was die Besetzung betrifft, konnten wir auch einige interessante Details herausfinden. Zunächst einmal sind alle Sprecher vorläufig nur für die erste Staffel engagiert, allerdings gehen alle davon aus, auch die zweite Staffel zu sprechen, falls diese nach Deutschland kommt. Über die Besetzung der Rollen Adam und He-Man konnte uns Herr Haggege außerdem noch berichten, dass man überlegt habe, einen Sprecher für beide Rollen zu nehmen. "Ich wurde für beide Rollen gecastet, ebenso wie Tobias (Kluckert), aber ich hätte bei Adam zu sehr in die Höhe gehen müssen, damit der Unterschied zwischen Adam und He-Man gut rauskommt, und das hätte dann nicht gut geklungen. Außerdem haben Tobias und ich ein ähnliches Timbre; das passt also sehr gut." Überrascht war er allerdings, dass im Original Adam und He-Man beide von Cam Clarke gesprochen werden: "Ich dachte, das wären auch zwei Sprecher! Da muss ich noch mal genau hinhören!"

In den 80ern sprach er He-Man, heute dessen Vater - King Randor (Norbert Langer)

Dass die Besetzung Norbert Langers als König Randor kein Zufall war, bestätigte uns der Regiesseur, Rainer Raschewski, der zwischendurch auch immer wieder einmal einige Minuten Zeit für uns fand. "Nach unserem Telefonat", meinte er mit Blick auf ScareGlow, "in dem wir ja auch über die Besetzung und die alten Hörspielsprecher gesprochen hatten, dachte ich mir, es sei wirklich eine gute Idee und ein netter Insider für die Fans, Herrn Langer als Randor zu verpflichten." Und da sage noch einer, die Fans hätten keinen Einfluss!
Und nicht nur Herr Raschewski, auch die Synchronsprecher ließen sich von unserer Begeisterung für die Masters anstecken. Die Comics, die wir für Autogramme mitgebracht hatten, wurden mit Interesse gelesen und bestaunt; eines davon war aus den 80ern, das andere aus der "Shard of Darkness" Reihe, so dass die Sprecher auch gleich die verschiedenen Generationen von Masters sehen konnten. Bei der Ausgabe aus den 80er Jahren meinte Herr Kluckert gleich augenzwinkernd, dass das Heft ja eigentlich Norbert Langer als He-Man unterschreiben müsse. Herr Haggege stellte fest, dass ihm das alte Heft besser gefällt als das neue, "aber das liegt bestimmt daran, dass ich das noch von damals kenne. Ich meine, die Zeichenqualität des neuen Heftes ist natürlich schon super."

Die mitgebrachte Hörspielkassette Nr. 37 lockte sogar den bis dahin eher ruhigen Norbert Langer aus der Reserve. "Sagt bloß, die gibt es immer noch zu kaufen?" Das natürlich leider nicht, doch als wir ihm den Wert der letzten Kassetten mitteilten, meinte er schmunzelnd: "Na, dann hätte ich mir damals besser einen ganzen Stapel davon mitgenommen." Er war überhaupt überrascht und erstaunt, dass es noch so viele Fans gibt, die sich an seine Rolle als He-Man erinnern. "Das hätte ich nicht gedacht." Ebenso überraschend sei für ihn gewesen, die Rolle des König Randor angeboten zu bekommen. "Ich war wirklich sehr überrascht, als ich das Angebot bekam", meinte er lachend. Da er kurz darauf aufbrechen musste, ließen wir uns noch schnell einig Autogramme geben und machten noch ein paar Erinnerungsphotos, bevor das Idol unserer Kindheit sich verabschiedete.

Zwischendurch bekamen wir die Möglichkeit, im Studio selbst den Aufnahmen der Sprecher beizuwohnen, was wir natürlich mit Begeisterung annahmen. So konnten wir aus nächster Nähe mit ansehen, wie den Helden und Schurken des Motu-Universums ihre Stimmen verliehen wurden.
Kurz vor der Mittagspause durfte dann ScareGlow selbst ans Mikrophon treten: Er lieh einer kleinen Nebenrolle seine Stimme und erfuhr so am eigenen Leib, dass Synchronisation zwar großen Spaß macht, aber trotzdem nicht ganz einfach ist.
Nach der Mittagspause durften wir in einem der Technikräume dann die bereits fertig gestellte erste Folge auf Deutsch sehen, von der wir alles in allem ziemlich beeindruckt waren. Besonders die Sorceress und Orko gefielen uns außerordentlich gut.

Skeletor (Dieter Klebsch)Danach trafen wir dann endlich Dieter Klebsch, den neuen Skeletor, der sich sehr nett mit uns unterhielt und ebenfalls großes Interesse an den Masters bekundete. Die Stimmlage des Skeletor sei natürlich nicht ganz leicht für ihn, da er normalerweise nicht so in die Höhe gehe. "Nach dem ersten Tag war ich klatschnass geschwitzt", erklärte er, "aber jetzt klappt es schon viel besser. Ich habe so langsam den Dreh raus, so dass es nicht mehr so anstrengend ist." Dass die deutsche Skeletorstimme eine große Umstellung gegenüber der englischen Stimme ist, war ihm natürlich klar. "Sicher wird es einige Fans geben, die damit [mit seiner Stimme] nichts anfangen können, weil sie so an die englische Stimme gewöhnt sind. So eine Umstellung ist auch nicht leicht, aber ich hoffe, es gefällt den meisten trotzdem." Sein Engagement für die Rolle zeigte sich auch bei den Aufnahmen im Studio, wo er jeden Satz mehrfach sprach und in verschiedenen Betonungen ausprobierte, bevor er ihn schließlich aufnahm.
Übrigens hatte Herr Klebsch in den 80er Jahren auch nicht viel von Masters mitbekommen "Ich wusste wohl, dass es das gibt, aber mehr auch nicht") und war entsprechend überrascht und amüsiert, als er erfuhr, dass Norbert Langer damals den He-Man gesprochen hatte. "Was, wirklich? Norbert Langer hat He-Man gesprochen? Ist ja klasse! Und jetzt den Randor, na, das passt ja!"
Nach Dieter Klebsch als Skeletor konnten wir dann auch noch Diana Borgwardt als Teela bestaunen, die ihre Rolle ebenfalls wirklich gut spielt. Auch sie hatte früher mit He-Man nichts zu tun gehabt, zeigte aber reges Interesse. Die Frage aller Fragen kam gleich zu Anfang: "Kommen He-Man und Teela eigentlich irgendwann mal zusammen?" Tja, wenn wir das wüssten… Überhaupt wurden wir eingehend über die Masters interviewt. Seit wann wir denn Fans seien, wie wir dazu gekommen seien und was uns an den Masters so fasziniere? Unsere Antworten ließen für Frau Borgwardt nur einen Schluss zu: "Eigentlich müssten die Fans über die Besetzung der Rollen entscheiden, schließlich wissen die Fans am besten, wer passt und wer nicht." Mit einem verschmitzten Lächeln fügte sie hinzu: "Obwohl, einige Sprecher wären da vielleicht nicht so begeistert." Jedenfalls hofft sie natürlich, dass die Fans mit ihrer Interpretation der Teela zufrieden sein werden. Die Rolle der Teela gefalle ihr jedenfalls, "obwohl eine böse Stimme wie Evil-Lyn natürlich auch ihre Reize hat."
Nachdem Frau Borgwardt gegangen war, verabschiedeten auch wir uns.

Unsere Bilanz: Herr Kluckert und Herr Klebsch wollen Cartoons und Hörspiele haben, Herr Haggege will auf he-man.de vorbeischauen, und alle warten gespannt auf die Bewertung ihrer Leistung durch die Fans!
Wir selbst haben viel über Synchronisation gelernt, viele interessante und wirklich nette Leute kennen gelernt (darunter ein Idol unserer Kindheit!), die ihren Beruf wirklich lieben, und somit einen ganz außergewöhnlichen Tag bei Sound&Picture in Berlin erlebt! Und unsere Drohung steht natürlich im Raum: Zur zweiten Staffel kommen wir wieder!

Eingang der Media Factory Berlin

Man-At-Arms (Jan Spitzer)

Man-E-Faces (Klaus Lochthove)

Norbert Langer

 

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