He-Man.de17.05.2012
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Future Imperfect - Teil 58

by ZeroCool


Zodak nickte Ihr kurz zu, während er seinen Stab lautlos zu Boden fahren ließ.

Imnächsten Moment saß er auf seinem fliegenden Thron und war schließlichverschwunden....


 


 

Die erste Euphorie über den Sieg verblasste. Ernüchterung machte sich unter den Menschen breit, als She-Ra sich aus der Umarmung Ihrer Mutter löste.

 

„Ihr entschuldigt mich bitte Eure Majestät“, meinte sie förmlich, jedoch nicht ohne ein gewisses verräterisches Glitzern in Ihren Augen, dessen Bedeutung niemand, der es sehen würde, deuten könnte, der das Geheimnis der Kriegerin nicht teilte.

 

„Natürlich She-Ra“, meinte die Königin, die sich nach einem abebben der ersten Glücksgefühle wieder hinter der Maske der Regentin verstecken konnte in bemüht monotonem Tonfall.

Sie musste keine Sekunde warten um zu sehen warum Ihre Tochter den Körperkontakt mit Ihr beendet hatte.

Der Herzschlag der Königin beschleunigte sich als Ihre Tochter zwar leichten Schrittes aber mit zunehmender Unsicherheit in Richtung des königlichen Palastes lief, hin zu dem Mann, für dessen vermeintlichen Tod sie sich verantwortlich fühlte, der sie und all die anderen in dieser Schlacht vor der Niederlage bewahrt hatte – He-Man, das Alter Ego Ihres über alles geliebten Bruders und natürlich auch des Sohnes, den Marlena für immer verloren geglaubt hatte.

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Marlena wagte nicht zu atmen als sie Ihre beiden Kinder, zwar verborgen hinter der Gestalt der Verteidiger von Eternia, aber beide am Leben und in guter Gesundheit vor sich sah.

König Randor, Man at Arms und Teela voran, vor Stratos, Mekaneck, Ram-Man, Fisto, Man-E-Faces, Sy-Clone, Buzz Off, König Carnivus, Ceratus, Prinzessin Kittrina, Lord Dactys und einigen anderen folgten She-Ra, die zu Ihrem Bruder aufschloss, der inzwischen vor dem zerstörten Haupttor der Hauptstadt von Eternia stand. Gedankenverloren starrte er auf die sich vor Ihm erstreckende Strasse die hin zum königlichen Palast führte und aus der vor wenigen Stunden noch hunderte von Horde Troopers heraus auf das Schlachtfeld marschiert waren.

 

 

Teelana hatte sich noch nicht von der Stelle bewegt…

Fast schien es so, als wollte die Zauberin abwarten ob an diesem Ort wirklich keine Gefahr mehr drohte.

Die Wunde, die der letzte Angriff von Hordak verursacht hatte, bereitete ihr noch immer Schmerzen, doch dank der Hilfe von Zodak hatte sie mit Hilfe Ihrer eigenen Magie die Blutung stillen können.

Äußerlich erinnerte nur noch wenig an den hinterhältigen Angriff, doch dies konnte täuschen.

Wie auch den Biss von King Hsss vor vielen Jahren, würde sie den Schmerz des Speeres noch lange fühlen können, auch wenn der Angriff keine Gefahr auf Ihr Leben mehr bedeuten würde. Sie würden Sie mahnen, die Macht der Weisen und die Freiheit von Eternia zu beschützen mit all Ihrer Kraft und Hingabe.

 

Nachdenklich, und die eigenen melancholischen Gedanken wieder hinter der Maske der weisen Zauberin verbogen, beobachtete sie das Treffen Ihrer beiden Schützlinge mit entsprechendem Interesse.

 

 

Umringt von Freunden, Kampfgefährten und denen die sie als Familie, auch im weiteren Sinne betrachtete stand She-Ra Ihrem Bruder gegenüber.

Ihre Blicke trafen sich...

 

Sekundenlang standen beide einfach nur so da. Die Zeit schien still zu stehen.

„Ich… ich bin froh dass Du wieder hier bist“, begann She-Ra mit leicht bebender Stimme.

„Du.. Du hast mir gefehlt, in all den Jahren… Ich.. ich hoffte auf Deine Rückkehr…so sehr… und nun stehst Du mir gegenüber und… und ich weiß nicht was sagen soll….Ich… bin einfach nur glücklich Dich zu sehen… Ich….“

Die Prinzessin der Macht hatte sichtlich mit sich selbst zu kämpfen um Ihre Gefühle im Zaum zu halten, andernfalls wäre sie Ihrem Bruder überglücklich und mit Tränen in den Augen um den Hals gefallen.

Sie wusste dass sie sich eine solche Emotionalität vor diesem Publikum nicht erlauben durfte, auch wenn es Ihr mehr als nur schwer fiel die Contenance zu wahren.

 

Bange Sekunden vergingen für die junge Frau bis sie die Stimme Ihres Bruders vernahm.

„Es…ist lange her, dass ich zuletzt hier stand“, entgegnete der Stärkste der Starken Ihr.

 

„Und es hätte keinen besseren Zeitpunkt für Deine Rückkehr geben können als diesen“, mischte sich Fisto ein und versuchte die Stimmung ein wenig aufzulockern.

 

„Jeah, das war gerade noch rechtzeitig“, bekräftigte Ram-Man den Kampfgefährten.

„Wirst Du uns in Zukunft wieder unterstützen He-Man?“

 

„Es wäre schön Dich wieder in unseren Reihen zu wissen“, fügte Mekaneck hinzu.

 

„Bleibst Du bei uns?“ fragte She-Ra nach.

‚Bleibst Du bei mir?’

 

Erwartungsvoll blickten die Masters, allen voran She-Ra auf He-Man, der die Fragen scheinbar emotionslos zur Kenntnis nahm.

 

„Ich… kann nicht“, ertönte die Antwort des Helden nach einer schier endlos wirkenden Zeitspanne.

„Zu viel habe ich gesehen… Zu vieles habe ich getan, oder nicht… getan… Ich kann nicht einfach unter euch weilen… so tun als wären die Jahre, die ins Land gezogen sind nie vergangen. Was geschehen ist… ist geschehen. Es…ist der unabänderliche Lauf der Dinge und wer bin ich… die Geschichte in Frage zu stellen? Dies… ist nicht mehr der Ort, den ich … als eine verquere, aber dennoch reelle Chance eines Zuhauses sehen kann. Vielleicht gibt es einen solchen Ort nicht mehr für mich… vielleicht ist er … irgendwo da draußen. Ich… weiß es nicht.“

He-Man sprach mehr zu sich selbst als zu seinen Freunden und seiner Familie und dennoch hatten Sie alle die Worte vernommen. Außer Ihm selbst, würde es jedoch kaum jemanden geben, der die Bedeutung der Worte erkennen könnte.

 

„Was… was soll das bedeuten?“

Verwirrt blickte Teela auf das andere Selbst Ihres Freundes aus Kindheitstagen.

 

‚Ich habe Dich gerade erst wieder gefunden, geliebter Bruder. Warum verlässt Du mich… jetzt wo wir uns wieder nahe sein könnten. Ich… ich brauche Dich. Heute genauso wie vor 15 Jahren. Bitte… bitte lass mich nicht alleine!’

„He-Man. Bitte! Bleib bei mir“, wisperte She-Ra Ihm zu.

 

Das Herz von Marlena schien zu zerbrechen als sie die flehentliche Bitte Ihrer Tochter hörte, wohl als einzige der Anwesenden.

‚Adora… mein Engel… wie schwer muss es für Dich sein. Adam so nah zu sein und doch so weit von Ihm entfernt. Ich hoffe für Dich… für uns alle, dass er nicht wieder aus unserem Leben verschwinden wird.’

 

Langsam schüttelte He-Man den Kopf. Er hatte die Worte seiner Schwester vernommen. Die Unsicherheit, die aus Ihnen sprach erkannt, und dennoch konnte er Ihrem Wunsch nicht entsprechen.

 

„He-Man! Du willst uns verlassen?“, fragte König Randor den Verteidiger von Eternia direkt.

 

„Ja, Eure Majestät. Ich muss gehen. Ich kann nicht einfach hierher kommen und die vergangenen Jahre ignorieren. Ich war nicht da, während die Menschen von Eternia mich brauchten! Im Gegenteil, vieles habe ich verschlimmert. Ich kann nicht einfach bleiben, ohne mich umzusehen… ohne den Konsequenzen meiner Handlungen ins Auge zu sehen…Ich muss weiter ziehen.“

 

„Es ist niemand hier, der Dich dazu zwingt He-Man. Du hast uns in unserer dunkelsten Stunde beigestanden und dafür sind Dir die Menschen von Eternia zu tiefstem Dank verpflichtet, egal was zuvor war.  Du bist uns jederzeit willkommen He-Man.“

 

„Ich danke Euch für dieses Angebot, Eure Majestät“, antwortete He-Man dem König.

„Ich kann es nicht annehmen.“

 

„Es ist nicht nur ein Angebot He-Man“, erwiderte Randor.

„Es ist auch eine Verpflichtung.  Vielleicht warst Du nicht der Held den die Menschen brauchten, aber Du bist der Held den die Menschen, den wir alle verdienten. Ich kann verstehen, dass Du Rechenschaft ablegen möchtest über die Vergangenheit, aber wichtig für das Volk ist die Zukunft, und dass Du Ihnen beistehen wirst, in Zeiten der Not. Doch es bedeutet auch, die Feste mit Ihnen gemeinsam zu feiern.“

 

„Ich weiß. Dennoch kann ich nicht bleiben!“

 

„Du kannst nicht, oder Du willst nicht? Was sollen wir tun wenn Hordak mit seinen Truppen zurückkehren sollte und das Böse erneut nach der Macht auf Eternia greift?“ forderte Randor Ihn heraus.

 

„Wenn Eternia in Gefahr ist… ruft meinen Namen und ich werde da sein!“ antwortete He-Man nach einem anfänglichen Zögern mit sicherer Stimme auf die Frage. Er hatte seine Entscheidung getroffen und ließ keinen Zweifel an seiner Absicht aufkommen.

„Komm Battle-Cat!“

 

Verwundert blickte Randor zu He-Man. Er hatte nicht die Zeit darauf zu reagieren. Wie aus dem Nichts erschien Battle-Cat mit einem großen Satz neben seinem Herrn. In einer eleganten Bewegung, als hätte er niemals etwas anderes getan schwang der stärkste der Starken sich auf den Sattel des Tigers und ritt auf seinem Rücken in Richtung des Evergreen Forrest davon…

 

Eine winzige Träne bahnte sich Ihren Weg über die Wange von She-Ra. Eilig bemühte die Prinzessin der Macht sie mit einer Handbewegung zu trocknen.

‚Leb wohl geliebter Bruder… ’

 

Ein lautes Brüllen des Kampftigers war das letzte was die Verteidiger von He-Man sehen oder hören konnten, ehe Tiger und Reiter im dichten Saum des Waldes verschwanden…

 

 

In Gestalt von Zoar, dem Falken folgte die Sorceress dem Verteidiger von Eternia ein Weile auf seinem Ritt, bis sie Ihn unter der dichter werdenden Baumdecke des Evergreen Forrest aus den Augen verlor.

Doch obwohl Sie ihn aus den Augen verloren hatte, konnte sie seine Präsenz immer stärker fühlen, je näher sie Castle Grayskull, dem Ort den sie geschworen hatte mit all Ihrer Kraft zu beschützen, kam.

Durch das linke Auge des Totenschädels erreichte sie das innere der Burg der Zeitlosen und nahm wieder die Gestalt der Zauberin an.

Erschöpft sank sie gegen die steinerne Wand, blickte gedankenverloren auf die Ebene vor den Toren von Grayskull.

 

Teelana schreckte hoch, als sie das Brüllen eines Tigers vernahm.

Er dauerte einige Sekunden, ehe sie Ihren Blick auf den Ursprung fokussieren konnte, doch dann sah sie Ihn, am Rande des Evergreen Forrest.

He-Man war zurück nach Grayskull gekommen. Auf dem Rücken von Battle-Cat hatte er die Zauberin längst gesehen und suchte auf die Distanz direkten Augenkontakt mit Ihr.

 

‚Du bist zurückgekehrt Prinz Adam?’ übermittelte sie Ihm auf telepathischem Wege, schaffte es dabei nicht die Überraschung zu verbergen.

 

‚Prinz Adam ist tot, Sorceress. Ihr solltet das wissen’, antwortete er Ihr ohne jeglichen Groll.

‚Es ist He-Man, der überlebt hat.’

 

‚Es tut mir leid He-Man. Ich hätte verhindern müssen, dass es soweit kommt!’

Wie lange hatte sie sich vor diesem Augenblick gefürchtet, doch nach allem was heute passiert war, schienen Ihr jene Worte kaum mehr Unbehagen zu bereiten.

 

‚Es ist geschehen Sorceress. Nichts und niemand vermag dies noch zu ändern.’

 

‚Du hast recht, He-Man. Dennoch erfüllt es mein Herz mit Trauer wenn ich daran denke, wie Dein Leben hätte anders verlaufen können.’

 

‚Das muss es nicht Sorceress… Teelana…es war nicht mein Schicksal glücklich zu werden. Das war es nie und wird es vielleicht auch nie werden. Ich bitte Dich… empfinde keine Trauer für mich. Du solltest Dich für meine Schwester, für Teela und all die anderen freuen.’

 

‚Bist Du deshalb nach Grayskull gekommen, He-Man? Um mir das zu sagen?’

 

‚Ja…. und nein. Mir ist eines klar geworden… in der Zeit in der ich… der dunkle Wanderer war. Nie stand ich so nah davor mich selbst zu verlieren, wie vor jenem Tag, als ich Grayskull verließ und für lange Zeit verschwand. Es war wie eine Droge hinter die Mauern der Burg gelangt zu sein. Die Macht zum greifen nah. Ich spürte die Gier, das was Skeletor ausmachte, den Gedanken nach grenzenloser Macht greifen zu können, ohne dass es jemanden gab, der mich hätte aufhalten können.  Alles was der dunkle Wanderer… was ich tun musste, war Dich aus dem Weg zu räumen….Alleine der Gedanke an die grenzenlose Macht… es war… mehr als nur berauschend. Es war, als stünden mir alle Möglichkeiten des Universums offen. Ich hatte Gelegenheit alles zu tun, wonach mir beliebte. Nur die Macht brauchte ich zu ergreifen, an Dir vorbei…’

 

‚Ich… ich wollte nicht wahr haben, was damals mit Dir passierte. He-Man… es tut mir leid. Es erschien mir wie ein Traum. Ich glaubte die Einsamkeit hinter mir, und obwohl ich wusste dass es falsch war, aber dennoch…’

 

‚Es war nicht falsch…. Teelana… Nur wegen Dir habe ich Grayskull verlassen. Es war nicht mein Pflichtgefühl, Verantwortungsbewusstsein oder meine innere Stärke, die Skeletor, den dunklen Wanderer… die mich davon abgehalten haben, nach der Macht der Weisen zu greifen…. Du warst es!’

 

‚He-Man…ich weiß nicht, was ich…’

 

Er spürte Dankbarkeit von Ihr ausgehen, obwohl die Worte Ihren Mund nicht verließen.

‚Es gibt nichts wofür Ihr mir danken müsstet Sorceress’ entgegnete He-Man ihr.

 

‚Oh, doch das gibt es, Verteidiger von Eternia… das gibt es.’

 

‚Es spielt keine Rolle für mich.’

 

‚Ich weiß, dennoch …’ Teelana hielt inne. Egal was sie sagen würde, sie hatte das Gefühl, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt dafür war. Sie wusste jedoch auch nicht, ob es jemals einen richtigen Zeitpunkt dafür geben würde.

 

‚Und was wirst Du nun tun, He-Man?’

 

‚Ich weiß es nicht. So weit voraus hatte ich mein Leben niemals geplant…Als dunkler Wanderer habe ich vieles getan, worauf ich nicht stolz sein kann. Vielleicht werde ich einige der Dinge in Ordnung bringen, die ich in jener Zeit falsch gemacht habe… Und danach… vielleicht kennt die Zeit die Antwort?’

 

‚Egal wofür Du Dich entscheiden magst, ich hoffe Du findest dabei Deinen Seelenfrieden. Möge der Segen der Göttin Dich auf Deinem Weg begleiten He-Man!’

 

‚Ich danke euch Sorceress!’

„Battle-Cat! Lass und reiten!“

 

Die Präsenz von He-Man ließ nach, als er aus Ihrem Sichtfeld verschwand und erneut war Teelana alleine.

 

Sie war Einsamkeit gewohnt, dennoch war heute alles anders. Zu viel war geschehen.

Ihre Vergangenheit, Ihr Versagen vor Augen, und doch gleichzeitig das Bekenntnis von He-Man, dass Sie es war, die Ihn davon abgehalten hatte nach der Macht zu greifen, was letztlich zu seiner Rettung und zur Rettung vor Hordak geführt hatte… Die Sorge um Teela, deren Leben in Ihren Händen lag… Adora, der sie die Wahrheit über Ihre Rolle beim vermeintlichen Tod Ihres Bruders gestanden hatte, all jene Offenbahrungen und Ereignisse waren nicht spurlos an Ihr vorbei gezogen.

 

Die physische und psychische Erschöpfung all dessen was ihr in den letzten Stunden widerfahren war, zollten Ihr langsam aber sich Tribut. Zudem hatten die Worte von He-Man tiefen Eindruck bei Ihr hinterlassen. Sie hatte Ihr Schicksal gewählt – gezwungenermaßen – doch sie hatte eine Wahl gehabt. Eine Wahl, die dem damals so jungen Prinzen nie vergönnt war, und dennoch hatte er die Bürde, die das Schicksal Ihm auferlegt hatte akzeptiert, vielleicht sogar mehr als sie selbst?

War das die wahre Macht von Grayskull? Das Schicksal zu akzeptieren zu können, immer nach dem besten im Menschen zu streben, egal wie widrig die Umstände waren?

Geschwächt sank sie auf Ihre Knie, vergrub Ihr Gesicht in Ihrem Händen und begann zu weinen.

Zuerst war es nur ein kleines Rinnsal an Tränen, das über Ihre Wangen rann, doch schließlich begann sie unkontrolliert zu schluchzen….

 

 

 

 

weiter...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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