He-Man.de05.02.2012
Startseite » Specials » Future Imperfect » Future Imperfect - Teil 57

Future Imperfect - Teil 57

by ZeroCool


„An alle Horde Einheiten! Hier spricht Force Captain Catra! Ich befehle euch den sofortigen Rückzug! Alle Kampfhandlungen sind augenblicklich einzustellen! Wir ziehen uns aus dem Kampf zurück!“


 


 

Das Auge des Sturms

 

 

Klirrend fielen der Falkenstab und das Schwert des Schutzes zu Boden. Ihre Trägerinnen folgen den beiden Waffen im Abstand weniger Sekunden. Am Ende Ihrer beider Kräfte sanken die Sorceress und She-Ra erschöpft auf Ihre Knie herab, versuchten einander zu stützen. Zodak, der kosmische Vollstrecker war selbst kaum in der Lage sich auf seinen Beinen zu halten, doch seine eiserne Disziplin versagte es dem dunkelhäutigen Krieger dem Begehren seines Körpers nachzugeben.

 

Das Schwert der Macht immer noch in der Hand haltend, wandte He-Man sich von jenem Feind, der Verantwortung für den Tod seines Vorfahren, König Grayskull, trug ab.

„Du bist besiegt Hordak. Deine Herrschaft des Schreckens endet hier und jetzt. Es ist vorbei!“

 

„Das wird es niemals sein“, entgegnete Hordak seinem Gegner keuchend.

 

„Deine göttliche Macht gibt es nicht mehr Hordak und deine Armee ist besiegt… Nimm Deine Krieger mit Dir und kehre nie wieder nach Eternia zurück!“

 

„Vielleicht hast Du diese Schlacht gewonnen He-Man…“

 

„Es wird keine weitere geben Hordak! Deine Macht ist gebrochen… für immer.“

 

„Niemals He-Man!“

 

Hordak kam nicht dazu seine nächsten Worte an He-Man zu richten, als er aus einem Kommunikator eines Gefallenen den Befehl von Catra zum Rückzug der Truppen vernahm.

 

„Catra! Diese Verräterin!“

 

„Sieht so aus, als wären Deine Leute klüger als Du Hordak! Die Horde hat diese Schlacht verloren und deine Leute wissen es!“

 

„Für diesen Verrat wird sie bitte bezahlen müssen! Ich bin noch nicht geschlagen He-Man und ich werde mich nicht einfach zurückziehen.“

„Keine gute Entscheidung Hordak. Ich habe kein Interesse an einem weiteren Kampf mit Dir. Wenn Du mit Deinen Kriegern in Frieden abziehst, verspreche ich, dass euch niemand folgen wird. Deine Untergebenen haben verstanden dass Sie nicht gewinnen können. Sieh Dich um Hordak. Was ist von deinen Truppen geblieben? Wer von Deinen Generälen kann noch auf eigenen Beinen stehen? Die Schlacht ist gelaufen und Du hast sie verloren. Folge dem Beispiel Deiner Befehlshaberin und zieh in Frieden ab.“

 

He-Man wusste, dass er Hordak damit die Möglichkeit gab, eines Tages zurück zu kehren, doch konnte das Einstellen der Kampfhandlungen heute viele Leben retten. Die Schlacht war praktisch gewonnen, doch wenn die Krieger der Horde bis zum bitteren Ende weiterkämpfen würden, so würden viele der Soldaten von Eternia noch Ihr Leben geben, ehe der letzte von Hordaks Soldaten geschlagen sein würde. Er wurde von Hordak aus seinen Gedanken gerissen.

 

Nachdenklich sprach der Anführer der Horde seine nächsten Worte: „Denkst Du wirklich, Du hast mit dieser Schlacht gegen mich gewonnen, He-Man? Mag sein, dass meine Truppen geschlagen sind. Meine Befehlshaberin eine schwächliche Verräterin ist und dass Du meine Macht neutralisieren konntest – für jetzt. Aber ich bin noch lange nicht geschlagen und solange ich lebe, werde ich nie aufhören nach der vollständigen Macht über diesen Planeten zu streben! Auch wenn ich diese Schlacht verloren haben mag, und mich heute zurückziehe, so werde ich zurückkehren und dann wird es nichts und niemanden mehr geben, der mich aufhalten kann! Ich werde mich zurückziehen, für heute. Aber fürchte den Tag meiner Rückkehr.“

 

 

„Das Böse wird nie über das Gute siegen Hordak! Merke Dir dies gut, bevor Du erneut versuchst nach der Macht zu greifen“, antwortete der stärkste der Starken dem Anführer der feindlichen Truppen, ehe er sich vollends von Ihm abwandte. Nun, da Catra den Befehl zum einstellen der Feindseligkeiten gegeben hatte, und Hordak’s Macht neutralisiert war, stellte der Kriegsherr keine Gefahr mehr dar. Pflichtbewusst versuchte He-Man sich einen Überblick über die Verluste die die Völker von Eternia erlitten hatten zu verschaffen. Sein Blick wanderte über die verschiedenen Frontlinien, die langsam aber sicher beidseitig die Kampfhandlungen einstellten, bis er schließlich zu Man at Arms, der zusammen mit Teela die besiegte Catra in Schach hielt und Königin Marlena, die erschöpft aber glücklich in den Armen von König Randor lag, blickte.

Er bemerkte Kittrina, die Prinzessin von Felis Quadi die zwischen Ram-Man und Sy-Clone auf dem Boden kauerte und versuchte Ihre Erschöpfung zu verbergen.

 

Der Waffenmeister und seine Tochter machten aus der ihrigen keinen Hehl.

Nachdem er sich versichert hatte, dass Catra in sicherem Gewahrsam war, schritt der Waffenmeister gefolgt von der Königin auf He-Man zu,

Auf der anderen Seite näherten sich auch Teela und König Randor dem Verteidiger von Eternia, der sich seinerseits von der Sorceress, She-Ra und Zodak entfernt hatte, um von einer kleinen Erhebung unweit des Schauplatzes des letzten Gefechts, das Schlachtfeld besser überblicken zu können.

Ein scheues Lächeln, das sich immer mehr zu einem riesengroßen Grinsen verwandelte war auf Teela’s Lippen zu erkennen und auch Man at Arms schien mehr als nur glücklich zu sein, als er sich davon überzeugen konnte, dass die Kampfhandlungen tatsächlich stoppten….

 

Verwirrt, aber auch glücklich über den Verlauf Ihres Kampfes beobachteten die Prinzessin von Eternia, die Zauberin von Grayskull und der kosmische Vollstrecker den Wortwechsel zwischen He-Man und Hordak…

 

„Ist es wirklich vorbei?“ fragte She-Ra zwischen zwei Atemzügen.

 

„Es scheint so zu sein, She-Ra“, entgegnete Teelana Ihr.

 

„Hordak ist noch am Leben“, antwortete Zodak.

 

„Es wird niemals vorbei sein, She-Ra!“, zischte Hordak Ihr in jenem Moment entgegen.

Dunkle Flammen umgaben den Kriegsherrn der Horde, als dieser die Mächte aus seiner letzten Beschwörung, bevor die vereinte Kraft der Verteidiger von Eternia Ihn seiner letzten Reserven und damit auch der göttlichen Macht von Horde Prime beraubt hatte, mobilisierte.

„Ihr mögt mich geschwächt und meiner göttlichen Kraft beraubt haben, doch meine Macht ist ebenso unermesslich wie mein Zorn! Ihr werdet die Bitterkeit Eurer Niederlage jeden verdammten Tag Eures Lebens spüren!“

 

Die Augen von Zodak weiteren sich. Schneller als der dunkelhäutige Krieger reagieren konnte, war Hordak bereits auf Schlagdistanz herangenaht. Viel zu langsam um seinen Feind damit aufhalten zu können war die Waffe des kosmischen Vollstreckers auf den Stab des Anführers der Horde getroffen.

Mit einer Leichtigkeit, als wäre er gerade erst in die Schlacht eingetreten warf der Kriegsherr der Horde den kosmischen Vollstrecker zurück, bereit seine letzte verbliebene Macht gegen seine verhassten Widersacher einzusetzen…

 

Mit weit geöffneten Augen starrte Teelana auf Hordak. Obwohl Sie Ihn mit vereinten Kräften angegriffen hatten, war er immer noch nicht besiegt. Ganz im Gegenteil. Mit schier unglaublicher Kraft hatte er Zodak aus dem Weg befördert und hatte nun die Möglichkeit sowohl sie selbst, wie auch She-Ra anzugreifen, ohne dabei auf nennenswerte Gegenwehr zu stoßen.

Die Zauberin wusste, dass weder sie selbst, noch die Prinzessin in der Lage waren sich selbst oder die andere zu verteidigen. Sie selbst hatte Mühe die Augen offen zu halten und nicht vor Erschöpfung das Bewusstsein zu verlieren und sie bezweifelte, dass es She-Ra wesentlich besser ging als Ihr selbst. Sie waren Hordak ausgeliefert, obwohl sie seine Macht gebrochen hatten.

 

Ohne jede Chance eingreifen zu können musste She-Ra mit ansehen, wie Hordak einen letzten mächtigen Energieblitz in die Richtung Ihres Bruders schleuderte.

Ein verzweifelter, beinahe erstickter Ruf löste sich aus Ihrer vertrockneten Kehle, vermischte sich mit dem warnenden Schrei von Teela, die den Angriff auf den Verteidiger von Eternia ebenfalls aus weit geweiteten Augen beobachten musste, ohne selbst eine Chance zu haben einzugreifen.

 

Aufgeschreckt durch die Warnungen wirbelte He-Man herum, gerade noch rechtzeitig um den Angriff kommen zu sehen, aber zu spät um sich selbst noch in Sicherheit bringen zu können….

 

 

Mit einem diabolischen Lachen über den Triumph über seinen größten Widersacher fuhr Hordak in seinem dunklen Werk fort. Der Kampf um Eternia war für Ihn verloren – für jetzt, aber dennoch hatte er zwei seiner größten Widersacher vernichtet und diejenigen die es gewagt hatten sich Ihm zu widersetzen, würden nun für diesen Frevel bitterlich bezahlen.

 

Aus dem Schaft seines Stabes schoss eine Spitze hervor, verwandelte den Kampfstab in einen Speer.

Ansatzlos schnellte Hordak voran, trieb den Speer auf Höhe des Bauchnabels auf die wehrlos vor Ihm kauernde Sorceress.

Die Stimme von Teelana versagte, als sie spürte wie die Spitze der Waffe sich in Ihren Unterleib bohrte. Der Schmerz lähmte all Ihre Sinne, ließ die mächtige Zauberin hilflos in sich zusammenbrechen. Sie spürte wie etwas gegen Ihren Körper prallte, sie mit sich fort riss, doch der Schmerz ließ jedweden Gedanken an einen Grund dafür zerfasern…

ill_571

 Die in Blut getränkte, abgetrennte Speerspitze, die direkt neben Ihm auf dem Untergrund lag, riss Hordak aus seinem Gefühl des Triumphes heraus.

 

In einem sirrenden Geräusch flog die Klinge seines alten Rivalen Grayskull über das Schlachtfeld, fand festen Halt in der Hand von He-Man, der unweit seiner eigenen Position hochgeschnellt war, und mit dem Schwert in der Hand nun erneut auf Ihn zu rannte.

 

Die Speerspitze hatte seine Feindin getroffen, dessen war sich Hordak bewusst, doch das Schwert hatte den Angriff abgelenkt und die Waffe letztlich zerstört, ehe er in der Lage gewesen war, seine Rache zu vollenden. Zu allem Überfluss hatte She-Ra sich hochrappeln können. Das zeitgleiche Eingreifen beider hatte schlimmeres für die Zauberin verhindert und Hordak so um seine Rache gebracht. Doch wie hatte He-Man sich seinem Angriff entziehen können?

 

Hordak hatte keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen. Er musste Land gewinnen. In seinem derzeitigen Zustand war das Überraschungsmoment sein einziger Vorteil gegen He-Man gewesen. Ein Vorteil der Ihm zunichte gemacht wurde.

Er musste fliehen, darin bestand kein Zweifel – aber wohin?

 

„Hordak!“

 

Er drehte sich um, sah wie der Abstand zu seinem Rivalen schrumpfte, und doch war da Genugtuung auf dem Gesicht des Anführers der Horde, als er stoppte und sich seinem Gegner zuwandte.

 

„Du kannst mich nicht schlagen, Nachfahre von Grayskull! Nicht heute und nicht in Zukunft. Du hattest Glück – einmal, doch beim nächsten Mal bin ich besser vorbereitet!“

 

„Es wird kein nächstes Mal geben“, rief He-Man Ihm zu, ohne selbst zu stoppen.

 

„Wir werden sehen“, entgegnete Hordak selbstsicher, obwohl das Schwert des Gegners nicht mehr weit von Ihm entfernt war.

„Shadow Weaver! Bring uns hier raus!“

„Wie Ihr wünscht, großer Hordak!“, krächzte die Hexenmeisterin als habe sie nur noch auf den Befehl Ihres Anführers gewartet.

In einer dunklen Wolke aus Rauch und Feuer lösten sich zuerst die Körper von Hordak und Shadow Weaver, einige Sekunden später auch die von Grizzlor, Modulok, Mantenna, Scorpia und Leech auf.

Lediglich Catra, die den Befehl zum Rückzug gegeben und Hordak damit verraten hatte, wurde nicht von Shadow Weaver weg teleportiert.

Zurück blieb nichts außer dunklem Rauch, den die Winde von Eternia schon bald vertrieben.

 

Hordak war verschwunden und mit seinem Verschwinden endete auch diese Schlacht und damit der Krieg.

 

He-Man stoppte abrupt, als Hordak vor seinen Augen verschwand. Sein Blick streifte umher, doch er konnte den Anführer der Horde nicht mehr entdecken. Shadow Weaver, die Hexenmeisterin, und einige der Krieger der Horde waren ebenfalls verschwunden.

Der Krieg war vorbei – für jetzt, dies wurde Ihm in jenem Moment bewusst.

Das Schwert der Macht verschwand in der Scheide auf seinem Rücken als er sich umdrehte und von der leichten Anhöhe auf der er stand zu den Männern und Frauen von Eternia herabblickte.

 

Zu seinem Volk – wäre sein Leben anders verlaufen. Ihm war klar, dass es nicht dazu kommen würde.

Zu vieles war geschehen. Es war ein starker Führer, den die Menschen von Eternia in Zeiten wie diesen brauchten, jemanden wie seinen Vater.

 

Nachdenklich beobachtete er wie Soldaten sich gegenseitig beglückwünschten, wie Männer und Frauen sich gegenseitig um den Hals fielen, einander aufhalfen, aber auch den Verlust von Freunden, Nachbarn oder geliebten Menschen beklagten und betrauerten. Sie waren siegreich aus dem Kampf gegen die Horde hervor gegangen, doch zu welchem Preis?

Schweigend beobachtete er wie Battle-Cat, sein getreuer Kampftiger so viele Jahre lang, sich seinen Weg durch die Reihen der Soldaten bahnte und schließlich unweit seiner Position stoppte. Er sah mit an, wie Königin Marlena eine verletzte Frau vom Rücken des Tigers herab geleitete, in die Arme eines Heilers, der auf Ihren Befehl eilig herbei geeilt war.

Wie die Königin, als sie die junge Frau in guten Händen wusste, mit schnellen Schritten auf She-Ra zu rannte. Beinahe wäre die Prinzessin der Macht von der Wucht der Umarmung Ihrer Mutter zu Boden gerissen worden, doch das Bestreben beider Frauen das Gleichgewicht zu wahren fruchtete und verhinderte, dass sie umfielen.

Emotionslos beobachtete er die Wiedervereinigung einer weiteren Familie, seiner Familie.

 

Duncan, der Waffenmeister schloss Teela in seine Arme und König Randor, konnte endlich zu seiner Frau aufschließen, und sie in die Arme schließen. Er wollte sie nicht mehr los lassen, sah sich aber schließlich Stratos, Buzz Off und Ceratus, dem Anführer der Caligarier gegenüber, die Ihn in ein Gespräch verwickelten.

König Carnivus schloss seine Tochter, Prinzessin Kittrina, die an vorderster Front gekämpft hatte in die Arme, überglücklich dass Ihr nichts geschehen war.

In einer Entfernung bahnten sich Sy-Clone, Fisto und Ram-Man einen Weg durch die Reihen der Verteidiger, während Mekaneck und Man-E-Faces bereits auf sie warteten und He-Man vorsichtig beobachteten.

 

Orko, der über den Köpfen der Menschen hin und her schwebte, versuchte die gute Stimmung nach der gewonnenen Schlacht mit Hilfe seiner Magie einzufangen.

Roboto hingegen fing die Reaktionen der Verteidiger durch seine Bilderfassungssysteme ein.

Er würde die entsprechenden Dateien für die Geschichtsschreiber von Eternia erfassen.

 

Inmitten all dieser Personen half Zodak, unbeachtet von den umstehenden Menschen, der immer noch mehr als geschwächten Sorceress auf die Beine.

 

„Es sieht so aus, als wäre die Macht von Horde Prime gebrochen. Die Gefahr die von Hordak ausgeht ist vorbei“, meinte der kosmische Vollstecker.

 

„Ja, Ihr habt recht Zodak, die Gefahr ist gebannt – Vorerst“, antwortete die Sorceress Ihm mit brüchiger Stimme.

 

„Ich hoffe dass ich in dieser Sache recht behalte, obwohl ich in anderen Dingen im Unrecht war“, konstatierte der dunkelhäutige Krieger.

„Ich zweifelte an He-Man und hätte uns dadurch beinahe ins Unheil gestürzt. She-Ra hat Ihm vertraut und uns damit die letzte Chance, die wir nutzen konnten, eröffnet. Sagt Ihr… es war ein Fehler nicht zu hoffen und zu vertrauen.“

 

„Das werde ich“, entgegnete Ihm die Zauberin.

 

Zodak nickte Ihr kurz zu, während er seinen Stab lautlos zu Boden fahren ließ.

Im nächsten Moment saß er auf seinem fliegenden Thron und war schließlich verschwunden….

 

 

 

weiter...

 

 

 

 

Suche