He-Man.de17.05.2012
User: Passwort: Passwort vergessen? | Registrieren
Startseite » Specials » Future Imperfect » Future Imperfect - Teil 48

Future Imperfect - Teil 48

 

by ZeroCool

Die im Kopf des Widderstabs wabernden Mächte waren ein Vorbote für das Unvermeidbare. Fast schien es so als würde der Planet selbst vor der ungeheuren Macht erzittern, die die Gestalt, die einst unter dem Namen He-Man sein Bewahrer und Beschützer gewesen war nun für die Zerstörung all dessen und all derer für die einst gekämpft hatte einsetzen würde. Die Augen der Kreatur blitzen auf, ehe sich das Webrad des Schicksals weiterdrehte und damit Ereignisse in Gang setzte, die nie mehr umkehrbar sein würden...

 


 

 

Die Welt vor seinen Augen verblich.

Um Ihn herum war nichts als reine Dunkelheit. Eine Umgebung an die er sich mehr als nur gewöhnt hatte. Doch diesmal war es anders. Obwohl es dieselbe Dunkelheit, das gleiche Gefühl der Einsamkeit, der Verzweiflung und der Verachtung waren, so war etwas gar nicht so gewöhnlich wie all jene Gefühle, die er kannte.

Sie war hier! Er konnte es spüren, Ihre bloße Anwesenheit fühlen...

Er begann zu laufen. Er wusste nicht wohin, und nicht wie weit, aber er hörte nicht auf zu laufen.

Langsam wich die Dunkelheit um Ihn herum, und er sah das Licht, gebrochen vom künstlichen Horizont, den er auf dieser Ebene des Bewusstseins nie erreichen würde; fand sich im Zwielicht wieder.

Er drehte sich um, suchte seine Umgebung ab, und als er wieder in die ursprüngliche Richtung blickte, konnte er sie sehen.

 

Sie war wunderschön. In einem weißen Sommerkleid, das Ihre perfekten Schenkel in den leichten Winden umwehte, stand sie inmitten einem Meer voll wunderschöner Blumen. Doch keine der Blumen konnte Ihre Schönheit auch nur annähernd erreichen.

Eine weiße Rose steckte in Ihren schulterlangen blonden Haaren, die seide-gleich über Ihre Schulter fielen und die schmalen Konturen Ihres Gesichts einrahmten.

Er sah wie sie fröhlich inmitten der Blumen tänzelte, sich um die eigene Achse drehte, bis sie Ihn erblickte. Sie errötete unmerklich als sie seinen Blick spürte...

Ein Lächeln huschte auf Ihr wunderschönes Gesicht, als sie inne hielt. Ihre Blicke trafen sich.

Ihre himmelblauen Augen trafen die seinen.

Im Bruchteil eines Augenblickes konnte er all die Einsamkeit und Sehnsucht in Ihr erkennen. Ihre Augen sagten mehr als alle Worte der Welt jemals gekonnt hätten und er begann zu verstehen....

 

Ansatzlos fuhr der dunkle Wanderer herum und sandte die angesammelte Macht Hordak entgegen.

„Ich lehne ab, Hordak!"

 

„Verschwindet von hier", rief der dunkle Wanderer der rothaarigen Kriegerin, in einer tiefen, bedrohlichen Stimme entgegen. Trotz der Drohung rannte Teela nach wie vor in Richtung der Prinzessin der Macht.

 

Der dunkle Wanderer selbst, schleuderte Hordak weitere magische Entladungen entgegen und versuchte den Anführer der Horde damit außer Gefecht zu setzen.

 

„Du warst schon immer ein Verräter, Skeletor", bellte Hordak seinem ehemaligen Schüler entgegen.

„Und ein Narr warst Du obendrein", fügte er hinzu, während er den Angriff mit seinem eigenen Stab abwehrte. Er erwiderte die Attacke mit einem eigenen Angriff, den der dunkle Wanderer ebenso mühelos abwehrte.

 

Eine Zeit lang tauschten beide unter den neugierigen Blicken von She-Ra und einigen anderen Kampfteilnehmern weitere Angriffe aus, ohne sich jedoch auf einen Nahkampf einzulassen.

Trotz des Gefühls der eigenen Überlegenheit war Hordak mehr als nur vorsichtig was einen Nahkampf betraf. Er kannte die Kräfte seines Kontrahenten und wagte es nicht Ihn auf Schlagdistanz herankommen zu lassen.

Auf der anderen Seite war der dunkle Wanderer darauf bedacht Hordak stetig mit seinen Angriffen beschäftigt zu halten, um Ihm die Möglichkeit einer magischen Beschwörung oder anderer Tricks zu verwehren.

 

Ein Anflug von Hoffnung machte sich in Teela breit als sie die Worte des dunklen Wanderers vernahm.

‚Adam? Ist das Dein Einfluss... ist es möglich, dass Dein Herz in der Dunkelheit immer noch schlägt?'

 

„She-Ra, bist Du schwer verletzt?", rief sie Ihrer Freundin entgegen. Sie konnte die Sorge nicht aus Ihrer Stimme verbannen, aber in den Wirren des Kampfes konnte ohnehin niemand zwischen inniger Freundschaft und allgemeiner Sorge unterscheiden.

 

Teela erhielt keine Antwort.

Regungslos starrte She-Ra in Richtung des dunklen Wanderers, dorthin wo eben noch der Kopf des Widderstabes in der Luft gehangen und bedrohlich über Ihrem Schicksal gelegen war.

Die Frage von Teela hatte sie schlichtweg nicht wahr genommen.

 

„She-Ra!"

Nochmals rief Teela den Namen der Prinzessin, packte sie an den Schultern und versuchte sie vorsichtig aus Ihrem trance-artigen Zustand zu reißen.

 

Noch bevor sie eine Antwort bekam hörte Teela das Donnern einer starken Explosion, unweit Ihrer Position. Nicht weit von Ihr entfernt sah sie den Körper Ihres Vaters unsanft auf der Erde aufschlagen.

„Vater!"

Ein erschrockener Schrei löste sich von Ihren Lippen, doch Sekunden später rappelte sich der Waffenmeister wieder auf, und feuerte seine Handwaffe in Richtung der Explosion ab.

 

„Teela, was ist mit She-Ra?", rief er Ihr zu.

 

„Ich weiß es nicht Vater. Sie reagiert nicht auf meine Worte!"

 

„Bring Sie weg von hier...ich weiß nicht wie lange ich euch Shadow Weaver noch vom Hals halten kann!"

 

Fast schien es, als ob der Waffenmeister die Zukunft vorausgesehen hätte, doch nicht was die Hexenmeisterin auf Seiten der Horde betraf, sondern vielmehr einen kleinen Trupp von Horde-Troopers, die vom wieder einsatzbereiten Mantenna gegen den Waffenmeister und seine Tochter ins Feld geführt wurden.

Den Energiestrahlen der Trooper ausweichend und eine Rauchgranate in Richtung von Shadow Weaver werfend gelang es Duncan sich beiden Gegnern zu widersetzen. Drei der anrückenden Trooper fielen den Strahlen seiner Handwaffe zum Opfer, doch Mantenna's Gegenangriff zwang den Waffenmeister zum Rückzug.

 

Währenddessen hatte Shadow Weaver mit den Nachwirkungen der Rauchgranate zu kämpfen. Der Rauch raubte Ihr nicht nur die Sicht, sondern erschwerte Ihr auch das atmen. Trotz Ihrer magischen Kräfte benötigte sie Luft zum atmen, was der Rauch Ihr stark erschwerte.

Rechtzeitig konnte Sie mit Hilfe Ihrer Kräfte den Rauch verschwinden lassen, doch gab es Ihren Gegnern genug Zeit sich gegen Mantenna zu verteidigen. Der Rauch war verflogen und Sie hatte freie Sicht auf Ihren Gegner, und auf Hordak, der abermals jenem dunklen Wanderer gegenüberstand, der Ihm bereits vor Castle Grayskull große Schwierigkeiten bereitet hatte. Die Hexe war unsicher wen sie angreifen sollte, doch Hordak nahm Ihr die Entscheidung ab...

 

„Shadow Weaver! Vergiss dieses Gewürm! Beschäftigte diesen Verräter1"

 

„Du sagst Du hast die Macht eines Gottes Hordak, und doch hast Du Angst vor mir und trägst Deiner Hexerin auf mich zu bekämpfen? Fehlt Dir die Macht Deinen Worten Taten folgen zu lassen", höhnte der dunkle Wanderer.

Doch noch bevor die letzten Worte seine Kehle verließen, musste er einen Angriff von Shadow Weaver abwehren.

Zuerst gelang es Ihm mühelos die dunkle Macht seiner beiden Konkurrenten abzuwehren, doch schließlich musste er doch zurückweichen.

 

„Es sieht so aus, als wärst Du doch nicht so mächtig wie Du glaubst zu sein, Skeletor", meinte Hordak zu Ihm.

 

„Du bist es, der sich überschätzt, Hordak. Nicht ich benötige die Hilfe von meinen Lakaien. Ich bin mächtiger, als Du es je sein wirst!"

 

„Nein, das bist Du nicht, mein früherer Schüler. Aber Du vergisst eines Keldor... Ich war es, der Dein Leben gerettet hat, vor all diesen Jahren, und nun stellst Du Dich mir in den Weg. Ich werde ich mir das Leben, das ich Dir einst gegeben habe, zurückholen!"

Ohne Vorwarnung endete der Angriff von Hordak und der dunkle Wanderer sah sich nur noch mit den Angriffen von Shadow Weaver konfrontiert.

Stattdessen fühlte er wie sein Körper innerlich zu brennen begann...

Ein durchtriebenes Grinsen war auf dem Gesicht von Hordak zu sehen, als er seine Macht gegen den dunklen Wanderer einsetzte.

 

Zwei langgezogene Schreie ertönten in der Ebene. Die helle Stimme von Prinz Adam vermischte sich mit der hohen Tonlage von Skeletor zu einem einzigen Schmerzensschrei, der aus der Kehle der Kreatur erklang.

Es war als würde der Körper des dunklen Wanderers von mehreren Seiten auseinander gerissen werden. Der Widderstab lag längst zu seinen Füßen, als er die Arme hoch riss, und begann seinen Kopf zu halten, als ob er damit die Möglichkeit hätte dem gefühlten zerreißen Einhalt zu gebieten...

 

Still stand er in mitten des Raumes. Ihm Gegenüber er selbst. Er war eins. Nach all diesen Jahren gab es keine andere Antwort auf jene Frage. Die, die einst gegeneinander gefochten hatten waren längst nicht mehr, geblieben war er - der dunkle Wanderer, dies war sein Name geworden, seine Bestimmung. Der Name, den die Menschen Ihm gegeben hatten. Die Menschen, die er beschützt hatte, ebenso wie die Menschen, die er bekämpft hatte. Er war weder Licht, noch Schatten. Er war das Zwielicht. Nicht gut, nicht böse, war es sein Schicksal gewesen zwischen den Welten zu wandeln, unfähig zu hassen, unfähig zu lieben. Macht war der Inhalt seines Daseins geworden. Macht von der er nun mehr besaß als jemals zuvor, doch gerade jene Machtfülle sollte Ihm nun zum Verhängnis werden?

Er spürte wie die Mächte in Ihm sich abstießen, wie das was er als Leben kannte, die Essenz, von der er wusste, dass Hordak sie Ihm verliehen hatte, zu Ihrem Meister zurückstrebte...

 

„She-Ra! Verdammt hör mir zu!" mit aller Macht versuchte Teela die Aufmerksamkeit Ihrer Freundin zu gewinnen.

 

Durch den Schrei aufgeschreckt blickte Sie zurück und konnte sehen was mit dem dunklen Wanderer geschah.

 

Der Schrei auf seinen Lippen verstummte und der dunkle Wanderer sackte zusammen.

Teela sah, wie der Körper der Kreatur nahezu auseinander gerissen wurde. Etwas, dass sie nicht näher definieren konnte, hatte sich von der Gestalt des dunklen Wanderers gelöst, war in zwei Teile zersprungen und während die rothaarige Kriegerin vermeinte dass sich ein Teil jener seltsamen dunklen Erscheinung auf Hordak zu bewegt hatte, der die dunkle Macht bereitwillig in sich aufgenommen hatte, so war der andere Teil davon gänzlich verschwunden.

War es ein böser Geist, oder die Essenz des Lebens, die Hordak sich zurückgeholt hatte?

Teela wusste es nicht. Wer, außer der Sorceress konnte schon erkennen, was sich wirklich vom Körper jener Kreatur gelöst hatte?

Doch was auch immer es war, es würde den dunklen Wanderer, Adam, Skeletor, He-Man oder wie auch immer man das Wesen bezeichnen mochte das Leben kosten, dessen war sich Teela mehr als nur sicher.

Nichts mehr an der Erscheinung der Kreatur erinnerte an den machtvollen Magier, der Hordak getrotzt hatte. Gekrümmt, wie ein Häufchen Elend kauerte die Gestalt vor Hordak. Die Robe hing lose an dem nun viel schmaleren und verschrumpelten Körper herab, der  mehr als nur schwächlich und gebrechlich wirkte. Immer noch hingen lange, blonde Haare über die Schulter des dunklen Wanderers herab, doch anders als zuvor erkannte Teela dieses Mal nur verfaultes Fleisch, das sich unter der Haarpracht befand. Der Geruch von Tod und Verwesung breitete sich aus, und sein Ursprung war mehr als nur klar.

 

Keuchend und zu keiner Bewegung fähig blickte die gebrochene Gestalt des dunklen Wanderers zu Hordak, unfähig die Stimme gegen Ihn zu erheben.

 

„Es ist vorbei!", konstatierte der Anführer der Horde.

„Du wirst einen mehr als nur schmerzhaften Tod sterben, für den Frevel Dich mir widersetzen zu wollen!"

 

Der dunkle Wanderer keuchte kurz auf. Seine Kehle war trocken und er schaffte es nicht die Worte hervorzubringen, die er für Hordak übrig hatte.

 

„Stirb!", meinte Hordak emotionslos und entfesselte seine Macht...

„Neeeeiiinnnn!"

Aus Ihrer Lethargie gerissen griff She-Ra das Schwert der Macht, das neben Ihr auf dem Boden lag und warf sich mit letzter Kraft zwischen Hordak und den verwesten Körper des Mannes, den sie einst Ihren Bruder genannt hatte. 

‚Nein, das darf nicht passieren... nicht noch einmal. Selbst wenn Du nur ein Schatten seiner bist...'

„Ich lasse Dich nicht im Stich Adam, hörst Du? Ich bin für Dich da und ich liebe Dich."

  

ill_481

Die Wucht von Hordak's Angriff mit dem Schwert der Macht abfangend, stemmte sich She-Ra gegen die todbringenden Attacken des dunklen Magiers.

 

„She-Ra! Nein!" Fassungslos starrte Teela auf die Prinzessin...

 

„Du hattest die Chance Dich in Sicherheit zu bringen She-Ra. Und obwohl er sich Deiner entledigen wollte, stellst Du Dich schützend vor diese Kreatur? Du verstehst es, mich zu überraschen!"

 

„Das ist Liebe Hordak. Zuneigung, Hilfsbereitschaft, für einander da zu sein! Etwas dass Du niemals verstehen wirst! Der Grund warum das Gute immer über das Böse triumphieren wird!"

 

„Und Doch ist es Dein Tod She-Ra!"

Hordak verstärkte seinen Angriff und entfesselte ein Feuer aus dunkler Magie, das auf die Prinzessin der Macht zusteuerte.

 

Vor Schmerz schreiend stemmte She-Ra sich gegen den Angriff. Die Hitze ließ sie Ihren Griff um das Schwert der Macht lockern, bis es Ihren feingliedrigen Fingern entglitt und neben Ihr zu Boden ging. Keuchend stand Sie vor Hordak, unfähig sich auf den eigenen Beinen zu halten. Lediglich Ihre Entschlossenheit verhinderte, dass sie vor dem Kriegsherrn auf die Knie fiel.

‚Es ist vorbei... Ich kann nicht mehr... mir fehlt die Kraft...Es tut mir leid Bruderherz, aber ich kann nicht mehr an Deiner Seite sein. Alles was ich noch tun kann, ist mich für Dich zu opfern...'

 

Sie blickte über Ihre Schulter, zu der Gestalt, die hinter Ihr auf dem Boden kauerte. Ein eingefallenes, knochiges Gesicht, verfaulte Haut hing in Fetzen vom Gesicht herab und ein Auge fehlte der Gestalt, doch trotz aller Beeinträchtigungen erkannte She-Ra Ihren Bruder in jener Gestalt.

„Leb wohl Adam", presste sie zwischen zwei Atemzügen hervor...

Ein letztes Mal trafen sich Ihre Blicke und obwohl die Augen des dunklen Wanderers wie tot wirkten, konnte die Prinzessin sich an nichts Schöneres erinnern als in diese Augen zu blicken.

Mit liebevollem Blick wandte sie sich von Ihm, blickte Ihrem Ende entgegen, wissend, dass es dieses mal niemanden gab, der sich in letzter Sekunde schützend vor sie stellen konnte...

 


 
weiter