Der Schatten verschwand, und Sie sah wie sich ein weiterer Energieblitz aus Hordak's Hand auf sie zu bewegte. Sie biss die Zähne zusammen, versuchte sich auf den erneuten Schmerzimpuls vorzubereiten, den sie fühlen würde ...
Der Energieblitz zerstob im Nichts, wirbelte Staub auf, aus dem ein paar leuchtende Augen in Hordak's Richtung blickte.
Den Widderstab in der Hand stand der dunkle Wanderer zwischen seiner Schwester und Ihrem Nemesis, dem Hexenmeister der seinem anderen selbst das Leben gerettet und seinem Vorfahren das Leben gekostet hatte....
Teela begann zu fluchen.
Sie kam zu spät. Sie hatte die Hälfte der Wegstrecke bereits überwunden, dennoch hatte sie keine Chance den Angriff auf Ihre Freundin und Prinzessin aufzuhalten.
‚Ich habe versagt... mein Versprechen nicht gehalten... Ich habe mich nochmals an Dir schuldig gemacht Adam, indem ich Deine Schwester nicht beschützen konnte.'
Sie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, doch zu Ihrer Überraschung traf der Energieblitz nicht auf She-Ra, sondern wurde bereits zuvor abgewehrt... von niemand anderem als dem dunklen Wanderer, dem Alter Ego von Adam.
‚Adam? Wie... wie ist das möglich? Bist Du hier um uns zu helfen? Haben meine Worte doch etwas bewirkt, oder weswegen greifst Du in den Kampf ein?'
‚Adam?!? Mein geliebter Bruder... Bist Du es wirklich? Ist es möglich, dass Du mich gerettet hast, oder träume ich nur?'
„Du!!! Du wagst es Dich mir noch einmal entgegen zu stellen?" schrie Hordak der Gestalt entgegen, die She-Ra durch Ihr eingreifen vor dem sicheren Ende gerettet hatte.
„Ich tue was immer mir beliebt Hordak - wann es mir beliebt und wie es mir beliebt", antwortete der dunkle Wanderer.
„Was versprichst Du Dir davon, Dich mir erneut entgegen zu stellen", fragte Hordak seinen neuen Kontrahenten.
„'Du hast einmal gegen mich bestanden, aber nun bin ich ein lebender Gott! Und ich erkenne wer Du wirklich bist, Skeletor! Es ist erstaunlich wie Du es geschafft hast in dieser Form zu überleben. Aber es war meine Macht, die Dich zu dem gemacht hat, was Du heute bist. Meine Macht, die Dein Leben gerettet hat."
„Ich bin nicht mehr von Deiner Macht abhängig Hordak", entgegnete der Wanderer Ihm ohne sonderlich überrascht zu wirken, ob der Tatsache, dass Hordak um seine Identität wusste.
„Ganz im Gegenteil..."
„Du bist mächtig geworden Skeletor, zweifellos. Aber Du kannst nicht gegen die Macht eines Gottes bestehen, dass muss Dir ebenso so klar sein, wie mir. Warum stellst Du Dich erneut zwischen mich und meine Rache? Warum verteidigst Du She-Ra vor mir? Sie muss ebenso Deine Feindin sein, wie sie meine ist und dennoch rettest Du Sie vor Ihrem sicheren Tod. Was versprichst Du Dir davon?"
„Ich bin nicht deinetwegen hier Hordak."
„Weswegen dann Skeletor?" fragte Hordak sichtlich interessiert nach.
„Ihretwegen", antwortete Skeletor in bedrohlichem Tonfall und richtete den Kopf des Widderstabs auf die kraftlos hinter Ihm am Boden kauernde Verteidigerin von Eternia.
„Nein!"
So schnell sie Ihre Beine trugen rannte Teela auf den dunklen Wanderer zu, verlor die Gefahr die von Shadow Weaver ausging dabei vollständig aus den Augen.
Mit bösartiger Freude nahm die Hexenmeisterin die Unaufmerksamkeit Ihrer Gegnerin zur Kenntnis, doch hatte Sie nicht mit Man at Arms gerechnet. Bevor Sie Teela hinterrücks angreifen konnte, setzte der Waffenmeister Ihr bereits mit einem Angriff aus seiner Handfeuerwaffe zu, der sie zwang sich mehr auf die eigene Verteidigung, denn offensive Aktionen gegen die Befehlshaberin der eternischen Wachen zu konzentrieren.
‚Adam, bitte! Bei der Göttin es darf nicht wahr sein, dass Du Dich in unserer schlimmsten Stunde gegen uns stellst - gegen Adora. Habe ich so sehr versagt?'
Aus großen Augen blickte She-Ra auf den Kopf des Widderstabs.
„Du bist meinetwegen gekommen?", brachte sie kaum hörbar hervor.
Verschwunden war die Hoffnung, die sie bei der Abwehr des Angriffs geschöpft hatte.
Ihre Schultern hingen schlaff herab, als ob sie nun jedes einzelne Gramm des Gewichts das auf Ihr lastete spüren würde. Der hoffnungsvolle Glanz Ihrer Augen war nahezu vollständig verblichen.
‚Adam... Wie sehr hatte ich gehofft, Du würdest zu meiner Rettung erscheinen... Als strahlender Ritter für mich einstehen, mich beschützen vor allem bösen, wie einst als Du mich gerettet hast. In jeder Hinsicht verdanke ich Dir mein Leben, meine Freiheit... ist es ungehörig dass ich hoffte, Du würdest mich dieses Mal erneut retten? Habe ich mich so sehr an Dir schuldig gemacht, dass Du nur mehr Verachtung für mich übrig hast, wo einst Liebe und Verständnis waren? Wie sehr habe ich mich geirrt! Ich habe dich enttäuscht und im Stich gelassen, als Du mich brauchtest... Es tut mir leid.'
Ihr Blick wanderte den Schaft des Stabes entlang, bis hin zu den leeren Augenhöhlen von Skeletor.
Ihre Kehle war zu trocken um zu sprechen, aber Ihre Lippen formten dennoch die Worte, die niemand hören würde: „Ich liebe Dich, Bruder!"
„Ihretwegen?" wiederholte Hordak die Worte des dunklen Wanderers.
„Was willst Du von She-Ra?"
„Sie ist es! Sie ist meine größte... meine einzige Schwäche! Vielleicht nicht mehr als eine sentimentale Erinnerung, aber solange Sie existiert, werde ich diesen Makel nicht beseitigen können!"
„Ich verstehe. Und was willst Du tun, wenn Du Dich von dieser Schwäche befreit hast, Skeletor?"
Es war Neugierde, die in der Stimme von Hordak mitschwang, auch wenn die Antwort, die Skeletor Ihm geben würde nichts verändern würde, so wollte er das Motiv seines einstiegen Schülers dennoch kennen.
‚Schwäche? Ist es das was Du von mir Denkst Adam? Siehst Du mich wirklich als Deine Schwäche an? Jemanden der Dich nur belastet? Einfach nur jemanden für den Du Verantwortung übernehmen musstest, obwohl Du es nicht wolltest?'
Das Herz von She-Ra begann schneller zu schlagen. Beinahe konnte die Prinzessin der Macht jeden einzelnen Schlag hören...
‚Wäre ich nicht so ängstlich gewesen, damals... auf dem Gipfel des Mount Imperium... Niemals hättest Du für mich Verantwortung übernehmen müssen, wäre ich selbst dazu in der Lage gewesen...Wäre ich nicht schwach gewesen. Oh Adam, mein Herz zerbricht wenn ich daran denke was ich Dir angetan habe. Wie wäre Dein Leben verlaufen hättest Du mich niemals getroffen?'
Ihre Gedanken wurden unterbrochen als der dunkle Wanderer fortfuhr:
„Diese Welt ist bereit erobert zu werden Hordak!"
„Ja, das ist sie... Vielleicht habe ich Dich falsch eingeschätzt, mein alter Schüler. Deine Gier nach Macht hat Dich vom Pfad abgebracht, aber dennoch... wir beide zusammen könnten das Universum erzittern lassen! Schwöre mir Deine Treue, ein weiteres Mal und schließe Dich mir an und nichts und niemand wird uns aufhalten können! Gemeinsam werden wir die Herrscher des Universums sein!"
„Dein Vorschlag klingt verlockend Hordak... aber was ist mit She-Ra?"
„Du kannst Sie haben, Skeletor. Betrachte Sie als eine Art ... Geschenk ..."
„Zu gütig Hordak...Und Du verlangst keine Gegenleistungen für dieses Geschenk?"
Die Augen des dunklen Wanderers glühten kurz auf, als er einen Schritt auf die gefallene Heldin zuging.
„Aber natürlich verlange ich eine Gegenleistung, alter Freund", entgegnete Hordak Ihm.
„Was ist es, das Du willst Hordak?"
„Es ist nicht was ich will, Skeletor... vielmehr das was Du willst... Du strebst nach Macht...und Herrschaft... und ich bin bereit diese Macht in begrenztem Umfang mit Dir zu teilen... wenn Du Dich mir und meines Vertrauens als würdig erweist!"
„Ich habe Dich besiegt Hordak und Du bist noch immer am Leben..." ist Dir dass Beweis genug, entgegnete der dunkle Wanderer Ihm.
„Es ist mir Beweis genug, wenn Du an She-Ra zu Ende bringst was ich begonnen habe", forderte der Anführer der Horde seinen früheren Schüler heraus.
„Entledige Dich Deiner Schwäche! Beseitige diesen einen Makel!"
„Wenn das alles ist was Du von mir einforderst Hordak."
„Ja, das ist es... Dich Deiner größten Schwäche, einer bereits besiegten Gegnerin zu entledigen, aber es wird mir beweisen, ob ich mich Deiner Worte verlassen kann, oder ob Du erneut versuchst mich zu täuschen."
„Wer gibt Dir die Sicherheit, dass ich dich nicht täuschen möchte, obwohl ich mich Ihrer entledigt habe?"
„Wahre Worte, Skeletor... aber bedeutungslos solange She-Ra noch immer hier ist..."
„In der Tat..."
Die Augen des dunklen Wanderers glühten kurz auf, als er auf die gefallene Heldin zuging.
Jener kurze Moment zwischen dem dunklen Wanderer und Hordak war alles was Teela brauchte um sich zwischen Ihre Prinzessin und Ihren Bruder zu bringen.
„Sieht so aus als würdest Du zuerst an mir vorbei müssen", meinte Teela.
„Du bist kein Gegner für mich Teela", entfuhr es dem Wanderer, ehe er die Befehlshaberin der königlichen Wachen mit einer Entladung aus seinem Widderstab zurückschleuderte.
Benommen richtete Teela sich wieder auf, durch den Treffer den sie abbekommen hatte wieder an Ihre Verletzung erinnert, die sie sich im Kampf gegen Catra zugezogen hatte...
Trotz all Ihres Willens schaffte sie es nicht die Benommenheit abzuschütteln um sich erneut zwischen She-Ra und den dunklen Wanderer zu drängen, zumal sie ohnehin zweifelte ob sie damit irgendetwas bewirken konnte. Dennoch versuchte sie den dunklen Wanderer zu erreichen...
Erneut sammelte sich dunkle Macht um den Kopf des Widderstabs, und dieses Mal würde es genug sein um Ihr Leben zu beenden, dessen war sich She-Ra sicher.
Panik erfasste Sie, aber sie war zu schwach um sich gegen die Niederlage zu stemmen. All Ihre Hoffnung schwand bei dem Gedanken, dass die dunkle Seite Ihres Bruders endgültig die Oberhand gewonnen hatte.
‚Bitte mein geliebter Bruder, halte ein! Nicht für mich, denn ich habe jedwede Strafe und jedes nur erdenkliche Leid verdient, weil ich mich an Dir schuldig gemacht habe. An dem besten, an dem aufopferungsvollsten Menschen, den ich mein ganzes Leben kennen gelernt habe... Kein Leid kann die Schuld, die ich auf mich geladen habe, wieder gut machen, aber bitte... egal was mit mir geschieht, Du darfst Dich Hordak auf keinen Fall anschließen...Mutter, Vater, Teela und all die anderen. Sie kämpfen für Ihr Leben und Ihre Freiheit... ich flehe Dich an, hilf Ihnen!'
All Ihre Leidenschaft lag in diesen wenigen Gedanken, die sie nicht in Worte fassen konnte.
Einen Augenblick lang hatte She-Ra den Eindruck den Geist Ihres Bruders fühlen zu können, Ihn vielleicht mit Ihren Gedanken erreicht zu haben, doch schneller als es gekommen war, verging dieses Gefühl wieder...
„Adam... bitte... ich flehe Dich an...", versuchte sie zu schreien, aber Ihre Worte waren kaum mehr als ein leises flüstern.
Unbeeindruckt von den flüsternden Worten der blonden Kriegerin, die vor Ihm kauerte, schritt der dunkle Wanderer weiter auf sie zu.
„All Dein wimmern und flehen ist zwecklos She-Ra...Du bist schwach, ängstlich... meiner Gnade nicht würdig!", donnerte er Ihr mit kaltherziger Stimme entgegen, ehe er seine Aufmerksamkeit wieder auf Hordak richtete, der Ihn genau beobachtete.
„Nein! Du darfst Ihr nichts antun!" rief Teela dem dunklen Wanderer entgegen. Adrenalin durchströmte Ihre Adern, während jeder einzelne Muskel Ihres Körpers laut aufstöhnte und sich gegen die Belastung zu wehren versuchte, doch der Wille von Teela war stärker als die Restriktionen, die Ihr Körper Ihr auferlegte.
Mit dem Mut der Verzweiflung versuchte sie sich zwischen die Prinzessin und Ihren Bruder zu bringen, das schlimmste zu verhindern und damit die letzte Hoffnung für Eternia zu bewahren.
„Bei der Göttin und allem was Dir heilig ist... bitte halte ein He-Man... Bitte!"
Ihre Worte gingen in einem Tränenerstickten Schrei im Lärm des Kampfes unter und Teela wusste, dass sie keine Chance hatte, Ihre Freundin rechtzeitig zu erreichen. Wie auch immer der dunkle Wanderer sich entscheiden würde, sie konnte nicht mehr eingreifen...
„Du und ich zusammen Hordak... wir könnten die ganze Welt unterwerfen, und dann das gesamte Universum! Welch erhebender Gedanke!" konstatierte der dunkle Wanderer.
Er hielt kurz inne, ließ seinen Blick über das Kampfgeschehen schweifen, sah wie Teela auf Ihn zu kam, hörte Ihr Flehen um das Leben seiner Schwester, erblickte Man at Arms, der Shadow Weaver angriff, Ram-Man, Fisto, Mekaneck und Man - E - Faces, Stratos und Buzz Off, König Randor und Königin Marlena, die er einst, in einem anderen Leben mit einem anderen Sein Vater und Mutter genannt hatte, die mit dem Mut der Verzweiflung gegen die Übermacht der Horde ankämpften. Sein Blick blieb an She-Ra haften, die Ihn aus großen Augen anblickte, deren vertrocknete Lippen den letzten verzweifelten Appell an Ihn richteten. Er ignorierte Ihn, widmete seine Aufmerksamkeit dem Anführer der Horde...
„Welche wahrhaft erstrebenswerter Gedanke... Absolute Macht...nur Du und ich! Niemand, nicht im gesamten Universum könnte uns widerstehen... und der Preis ist mich meiner Schwäche zu entledigen..."
Die im Kopf des Widderstabs wabernden Mächte waren ein Vorbote für das Unvermeidbare. Fast schien es so als würde der Planet selbst vor der ungeheuren Macht erzittern, die die Gestalt, die einst unter dem Namen He-Man sein Bewahrer und Beschützer gewesen war nun für die Zerstörung all dessen und all derer für die einst gekämpft hatte einsetzen würde. Die Augen der Kreatur blitzen auf, ehe sich das Webrad des Schicksals weiterdrehte und damit Ereignisse in Gang setzte, die nie mehr umkehrbar sein würden...