Eine Gestalt schritt aus der Rauchwolke heraus, trat über den Körper des bewusstlosen Leech in dessen Rücken eine große Wunde klaffte. She-Ra zwinkerte um zu erkennen, wer Ihr zu Hilfe geeilt war, doch der Rauch verhinderte zunächst dass sie die Silhouette einer Person zuordnen konnte...
Duncan, der Waffenmeister schritt durch die Rauchwolke auf die Prinzessin von Eternia zu. Zufrieden bemerkte er dass Leech keine Gefahr mehr für seinen Schützling darstellen würde und auch Mantenna war durch die Explosion der beiden Granaten vorerst außer Gefecht gesetzt.
„Bist Du in Ordnung She-Ra?", rief er der Kriegerin zu, ehe er mit seiner Handwaffe auf zwei sich nähernde Trooper feuerte und deren Existenz beendete.
Es dauerte einige Sekunden bis She-Ra die neuen Eindrücke verarbeiten konnte, aber spätestens als sie die Stimme des Waffenmeisters hören konnte, wusste Sie die Ereignisse der letzten Sekunden zu deuten. Vorsichtig stemmte sie sich hoch, stand mehr als nur unsicher auf wackligen Beinen, bis Sie das Schwert des Schutzes erneut ergriff und aus dem Erdboden zog.
Sofort fühlte Sie wie ein wohlig warmes Gefühl sich in Ihr ausbreitete und die Macht von Grayskull sie erneut erfüllte und Ihre Kräfte wieder herstellte.
„Ich habe mich schon besser gefühlt Man at Arms, aber ich kann weiter kämpfen", entgegnete Sie dem Waffenmeister.
„Ich werde versuchen Dir den Rücken frei zu halten, Mädchen. Aber gib dennoch Acht auf Dich. Ich kann vielleicht nicht immer eingreifen wenn Du in Schwierigkeiten gerätst!"
„Versuch Teela gegen Shadow Weaver beizustehen", meinte Sie zu Ihm, als er erneut einige Trooper, die sich vom Haupttrupp entfernt hatten mit einer Grante ausschaltete.
„Ich werde Hordak konfrontieren!"
Er nickte Ihr nur zu, und wandte sich dem Duell zwischen dem Captain der Wachen und der Hexenmeisterin der Horde. Duncan war schon beinahe außer Hörweite, als er die Stimme von She-Ra nochmals vernahm: „Ach Man at Arms... Danke für die Hilfe!"
Ohne eine Bestätigung abzuwarten und mit dem Schwert des Schutzes voran stürmte She-Ra in Richtung der letzten Anhöhe, dem Ort an dem Sie Hordak wusste.
„Hordak! Zeig Dich! Das Ende ist gekommen!"
„Deines She-Ra!" entgegnete Hordak der blonden Amazone und schleuderte Ihr einen mächtigen Angriff entgegen, der kurz vor Ihr in den Boden einschlug. Gräser und Steine wurden durch den Einschlag hoch geschleudert und regneten auf die Rüstung von She-Ra ein, ohne die Walküre dabei jedoch zu verletzen.
„Netter Versuch Hordak, aber so leicht kannst Du mich nicht besiegen."
„Wir werden sehen She-Ra", entgegnete der Kriegsherr der Horde Ihr, und griff Sie erneut mit dunkler Magie an.
Mehrere Haken schlagend wich She-Ra den Attacken ihres Gegners aus und sprang über einen Energieblitz hinweg, der direkt vor ihr im Boden einschlug. Mit einer flinken Drehung und einem weiteren Sprung wich sie den nächsten beiden Energieattacken aus, die harmlos neben ihr einschlugen.
Ehe She-Ra nah genug an Hordak herankommen konnte, sah sie sich mit einer neuen Welle an magischen Angriffen konfrontiert. Zuerst konnte sie die Angriffe noch mit dem Schwert blocken, doch wurde Ihr schnell klar, dass dies nur eine Taktik war um sie fern zu halten. Noch während sie eine weitere Attacke abwehrte, warf sie sich Hordak entgegen und versuchte gleichzeitig, seinen Attacken auszuweichen. Mit einer mehrfachen Drehung gelang es ihr, sich zwischen den Energiestrahlen ihres Feindes hindurch zu winden...
Ihr Schwert zur Parade der folgenden Angriffe nutzend, konnte sie sich schließlich auf Schlagdistanz zu Hordak vorarbeiten, ohne dem Anführer der Horde die Chance zu lassen, den Nahkampf mit der Prinzessin der Macht zu vermeiden. Schneller, als Hordak reagieren konnte, schraubte She-Ra sich nach oben; das Schwert des Schutzes durchschnitt zischend die Luft, als es auf den Hals des Hexenmeisters niederfuhr...
In einem atemberaubenden Lichtblitz trafen sich Grayskulls Klinge und der Stab Hordaks, entfesselten Mächte, die die Aufmerksamkeit aller Kämpfenden auf sich zogen.
„Oh mein Gott... She-Ra!"
Überrascht vom immensen Lichtblitz, der nicht nur Ihre Aufmerksamkeit erregt hatte, wurde sich die Königin der Lage Ihrer Tochter wieder bewusst. Seit Beginn der Schlacht hatte Sie She-Ra nicht mehr gesehen.
Immer wieder krachten das Schwert des Schutzes und der Stab von Hordak gegeneinander. Mit all Ihrer Kraft stemmten sich beide Kontrahenten gegen Ihren Gegner. Immer schneller tauschten beide Schlag um Schlag aus, doch wo She-Ra mehr und mehr Mühe hatte mit Ihrem Gegner mitzuhalten, so wurde es für Hordak immer einfacher den Angriffen der blonden Kriegerin zu widerstehen.
Schließlich war es soweit. Hordak blockte einen der Angriffe der Amazone mit seiner Hand und rammte Ihr die Spitze seines Stabes in die Magengegend.
Der Aufprall presste She-Ra die Luft aus den Lungen und noch bevor Sie die Möglichkeit hatte sich zu regenerieren setzte Hordak nach. Mit einer schnellen Kombination konnte der Kriegsherr Ihr das Schwert des Schutzes aus der Hand schlagen und die ungeschützte She-Ra mit seiner dunklen Macht angreifen.
Die Macht Hordak's beförderte das Schwert mitten in das Schlachtfeld, wo es weit außerhalb der Reichweite seiner Besitzerin inmitten einer Gruppe von Kämpfern liegen blieb. Weder die Horde-Trooper, noch die Soldaten der königlichen Wachen nahmen weitere Notiz von der Waffe, die sich unscheinbar unter die gefallenen Körper und liegen gebliebenen Waffen mischte.
Der einzigen Waffe mit der sie den Angriff abwehren konnte beraubt, hatte die Prinzessin von Eternia keine Chance sich zu verteidigen. In einigen Metern Entfernung von Hordak kam She-Ra zum Stillstand. Erste Risse durchzogen die einstmals silbern glänzende Rüstung, die an vielen Stellen bereits angeschwärzt war und die größte Macht des Angriffes absorbiert hatte. Die Haut der Heldin war von der Hitze des Aufschlags ungewöhnlich rot, in Ihrer Farbgebung dem Umhang, der bei diesem letzten Angriff in sich selbst verging ähnlich.
Nur die schützende Wirkung der Armschienen, mit denen sie Ihr Gesicht vor Hordak's Magie abgeschirmt hatte, hatte hier schlimmeres verhindern können.
Keuchend stand She-Ra dem Anführer der Horde gegenüber, versuchte Ihr Schwert zu erblicken, musste aber feststellen, dass es nicht mehr in Ihrer Sichtweite befand.
„Dir fehlt die Kraft mich zu besiegen She-Ra!" höhnte Hordak und griff dabei erneut an.
Mit den Reflexen einer Wildkatze wich She-Ra der Magie aus, sprang zur Seite und rollte sich ab.
Noch immer ohne Waffe in der Hand, griff sie sich den zerstörten Körper eines Horde-Trooper und schleuderte Ihn Hordak entgegen.
Noch bevor der Trooper Hordak treffen konnte, verging er in einer Explosion. Die metallische Rüstung regnete in Einzelteilen zu Boden. Ohne Anstrengung hatte Hordak das Ihm geltende Geschoss in Staub verwandelt.
„Du glaubst Doch nicht mich mit solchen Taschenspieler-Tricks schlagen zu können?"
„Nein, aber hiermit", antwortete She-Ra Ihm und warf sich dem dunklen Kriegsherrn - das Schwert der Macht in Ihren Händen - erneut entgegen.
Der Angriff mit dem zerstörten Körper hatte Ihr genug Zeit gelassen Ihre Lage zu analysieren. Nachdem das Schwert des Schutzes irgendwo in den Wirren des Kampfes - für sie selbst unerreichbar - war, hatte sie sich blitzschnell entschieden und war mit der Waffe Ihres Bruders erneut zum Angriff über gegangen...
Überrascht wich Hordak zurück. Ein Rinnsal schwarzen Blutes, das seinen Ursprung in einem großen Schnitt, der quer über die rechte Wange von Hordak verlief, folgte dem Ruf der Schwerkraft, ließ den Anführer der Horde einen salzigen Geschmack in seinem Mundbereich verspüren.
Er konnte sehen, wie sein Blut an der Spitze des Schwertes herab ran, als She-Ra erneut angriff. Doch diesmal konnte er den Angriff abwehren. Wieder einmal trafen Schwert und Stab aufeinander, auch wenn es diesmal ein anderes Schwert war.
„Das erste Blut geht an Dich She-Ra... aber Du wirst dennoch unterliegen! Ich bin viel zu mächtig für eine gewöhnliche sterbliche wie Dich!"
„Vielleicht in Deinen Träumen Hordak!"
„Du hast keine Ahnung, wie groß meine Macht wirklich ist. Aber ich werde es genießen wie Du Dich mir zu widersetzen versuchen wirst, wenn ich Dich und mit Dir jedweden Widerstand brechen werde!"
„Das wird niemals passieren, du elender Bastard!"
„Ein altes Sprichwort sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt She-Ra... Doch ist es Eure Hoffnung, die ich als erstes töten werde."
Zwei weitere Schläge abwehrend, versuchte der Anführer der Horde seinerseits zum Angriff über zu gehen. Ein Tritt gegen sein Schienbein sandte einen Schmerz-Impuls durch seinen Körper, lenkte Ihn ab und ließ Ihn einen weiteren Hieb des Schwertes zu spät parieren. Krachend flog der Stab aus seinen Händen, ließ Ihn seiner Kontrahentin unbewaffnet gegenüberstehen...
„Es ist vorbei Hordak!" rief She-Ra zu Ihm, als Sie mit der Spitze des Schwerts der Macht an seiner Kehle ritzte. „Heute wirst Du für all die Gräueltaten bezahlen, die Du und Deine Anhänger begangen habt!"
„Du hast nicht den Mut dies zu vollenden She-Ra!"
Die Blicke von She-Ra und Hordak trafen sich.
Einen Moment lang bekam der Herr der Horde Einblick in seine Gegnerin, erkannte in Ihren Augen die Liebe und Aufopferung für Ihre Freunde und Familie, den Wunsch sie alle zu beschützen, und das richtige zu tun. Jene Gefühle, die dafür verantwortlich waren, dass sie zögerte... aber er erkannte auch Einsamkeit... grenzenlose Einsamkeit, Verzweiflung und Hass... Hass der Ihm gebührte. In diesem Augenblick wusste er, was auch immer er der jungen Kriegerin angetan hatte, sie würde Ihn auf ewig dafür hassen. Es war jene Art von Hass, der die ultimative Triebfeder für den Wunsch nach Rache darstellte, ein Wunsch der Ihn selbst beseelte wie kaum ein anderer.
Auf der Gegenseite erkannte She-Ra sich selbst in den Augen des Feindes wieder. Hass, Zorn, Verachtung für das menschliche Leben und der Wunsch nach Rache... All dies waren Ihre Gedanken, wenn Sie an Hordak dachte.
‚Er ist für meine Entführung verantwortlich... So viele Jahre war ich von Adam getrennt... Nur wegen Ihm. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wäre ich mit Ihm zusammen aufgewachsen? Niemals hätte Shadow Weaver mich dazu gebracht all dieses Böse zu tun... und niemals hätten mich Catra und Shadow Weaver in diesem Gefängnis der Horde beinahe zu Tode gequält... Niemals...'
Sie schreckte zurück als sie erkannte, wie sie dabei war zu dem Monster zu werden, dass sie besiegen wollte, und doch war da dieses Bedürfnis nach Rache... Vergeltung!
Unsicherheit mischte sich hinzu. Was sollte Sie tun? Dem Drang nach Vergeltung nachgeben? Selbst zu dem Monster werden, dass Sie besiegen wollte? Und wenn Sie es tat, was würde dann aus Ihr werden? Rache war der Macht von Grayskull nicht würdig. War sie der Macht, die sie erhalten hatte würdig? Und doch musste Hordak aufgehalten werden und wer würde es tun, wenn nicht sie. Selbst wenn Sie dafür zu dem wurde, dass sie bekämpfte? War dies ein gerechter Preis für die Freiheit? War sie bereit den Preis, der Ihr abverlangt wurde, zu bezahlen? War sie bereit selbst zu einem Monster zu werden?
Hordak konnte sehen, dass die Heldin sich entschieden hatte...