He-Man.de07.02.2012
Startseite » Specials » Future Imperfect » Future Imperfect - Teil 42

Future Imperfect - Teil 42

 
 
 
by ZeroCool
 
 
 

Das Tal der Drachen

 

Die ersten Felsformationen hinter sich lassend landete Teela Ihren Sky-Sled auf einem kleinen Felsvorsprung, der Ihr eine passable Landefläche und einen ausreichend sicheren Landeplatz zu bieten schien.

Glücklicherweise war sie bisher auf keines der Lebewesen getroffen, die diesem Abschnitt von Eternia Ihren Namen verliehen, aber das konnte sich schnell ändern. Insofern hielt sie es für sinnvoller Ihre Reise zu Fuß fortzusetzen. Soweit Ihr bekannt war, konnten die Drachen sie am Boden weniger gut erkennen, als in der Luft, die Ihr originäres Jagdgebiet war, andererseits war die Chance sich  Adam, oder besser seinem neuen Alter Ego unbemerkt nähern zu können ohne die Triebwerksgeräusche des Fluggerätes sehr viel einfacher. Wenn er denn hier wäre.

Es war nur eine Vermutung der Sorceress, dass er sich hier aufhalten könne.

‚Genauso gut könnte er an gut 10 anderen Plätzen sein, oder noch mehr. Die Chance dass ich rechtzeitig herausfinde, wo Du bist Adam ist so gering, ich müsste Dir schon direkt über den Weg laufen um Dich hier zu find...'

 

Teela wurde in Ihren eigenen Gedanken unterbrochen, als sich Ihr eine dunkle Gestalt in den Weg stellte...

 

„Adam!?"

 

„Das war einst mein Name", antwortete die Gestalt mit dunkler Stimme.

„Was willst Du hier Teela?"

 

„Ich... ich bin Deinetwegen hier...", meinte die junge Frau unsicher.

 

„Ich verstehe... und was willst Du von mir?"

 

„Nun... ich... ich wollte mit Dir reden..."

 

„Und Du wolltest mir sagen, welchen Grund ich habe, Dich nicht auf der Stelle zu töten", meinte der dunkle Wanderer. Der Widderstab tauchte wie aus dem Nichts in seinen Händen, und damit vor Teela's Kopf auf.

 

„Halt! Warte! Nicht!"

 

„Nun, was willst Du? Und ich wenn Du mir nicht die Wahrheit sagst, dann rate ich Dir mir wenigstens eine unterhaltsame Lüge aufzutischen."

 

Teela schien einen Moment lang zu überlegen, was Sie Ihm sagen sollte, entschied sich letztlich für die Wahrheit, oder besser den Teil der Wahrheit, den sie Ihm am ehesten anvertrauen konnte, ohne die Sorceress und damit auch die Macht der Weisen zu kompromittieren.

„Ich... wir... wir brauchen Deine Hilfe!"

 

„Ist dies so Teela?"

 

„Adam... bitte ... hör mir zu. Wir brauchen Dich wirklich... Während wir... während ich hier mit Dir spreche ziehen die Völker von Eternia in die Schlacht gegen die Horde."

 

„Ich verstehe, und was hat das mit mir zu tun?"

 

„Du... du musst uns helfen", entgegnete Teela Ihm unsicher.

 

„Ich bin nicht interessiert", antwortete der dunkle Wanderer Ihr kalt.

 

„Nicht... nicht interessiert? Wie kannst Du das sagen! Deine Freunde, Deine Familie ist dort draußen und kämpft gemeinsam mit den anderen Völkern von Eternia um Ihre Freiheit."

 

„Das ist nicht mein Kampf!"

 

„Es ist der Kampf Deiner Schwester! Sie ist dort draußen und stellst sich dem schlimmsten Feind, der jemals eternischen Boden betreten hat entgegen. Deine Mutter und Dein Vater... und ich werden an Ihrer Seite stehen. Wir brauchen Dich!"

 

„Mich? Oder He-Man? Niemand von euch ist an der Unterstützung des toten Prinzen interessiert. Alles was Ihr wollt ist die Macht des totalen Kriegers für Eure Zwecke zu gewinnen!

Schnell, Mutig, Kräftig nahezu unverwundbar und unbesiegbar!. Jederzeit zur Stelle und ohne jedweden Zweifel erhaben über alle Tadel. Der perfekte Krieger. Ihn wollt Ihr auf Eurer Seite sehen."

 

„Nein! He-Man... Adam... so ist es nicht. Du... Du bist uns wichtig... Du bist mir wichtig. Als die Person die Du bist, nicht als der unbesiegbare Krieger!"

 

„Natürlich, deshalb bittest Du mich auch Euch im Kampf beizustehen Teela...

Prinz Adam war naiv... Vielleicht... vielleicht hätte er Dir geglaubt. Aber denke nicht, Du könntest mich mit schönen Worten auf Deine Seite ziehen. Ich kenne Dich gut Teela... zu gut um Deinen Worten Glauben schenken zu können. Wieso sollte ich ausgerechnet Dir folgen?"

 

Ohne auf eine Bestätigung der jungen Kriegerin zu warten fuhr Adam, der dunkle Wanderer fort.

„Du warst es, die mich lächerlich gemacht hat vor meiner Familie und meinen Freunden. Für Dich war ich nur ein feiger Weichling, ein fauler verantwortungsloser Taugenichts, der sich vor seinen Pflichten drückte, und seine Freunde im Stich ließ, wenn Sie mich brauchten. Dabei war ich es, der allen beigestanden ist... Adam, mein anderes ich war es, der am meisten betroffen war, wenn jemand von euch verletzt wurde... Ich dachte es wäre meine Schuld, weil ich euch nicht schützen konnte... Doch selbst für meine Betroffenheit und Fürsorge erntete ich nur Spott und Demütigung. Nein Teela... ich werde euch nicht beistehen!"

 

Ungläubig ließ Teela die Worte Ihres einstmals besten Freundes auf sich wirken.

‚Hat er wirklich recht? Vermutlich... ich habe Dich nicht wie einen Freund behandelt Adam... Ich war nicht fair zu Dir... schon gar nicht wo Du es warst, der uns alle unzählige Mal gerettet hat. Aber... wie sollte ich wissen, dass Du es warst? Wie kann ich nur wieder gut machen, was ich Dir angetan habe, Adam? Wie nur? Hordak wird vielleicht ganz Eternia ins Verderben führen und ich werde nie mehr die Gelegenheit haben, Dir zu sagen wie leid es mir tut...

Ich konnte Dir nie sagen, wie stolz ich auf Dich war, als Du Deine Schwester zurückgebracht hattest... Du warst jede Minute mit Ihr zusammen und ich... und ich...'

 

Teela konnte sich gut daran erinnern wie eifersüchtig sie anfangs auf Adora reagiert hatte.

Die Prinzessin hatte Ihren Bruder jede freie Sekunde in Beschlag genommen und König Randor und Königin Marlena hatten natürlich nichts dagegen dass Adam seiner Schwester das Leben am Hofe näher brachte. Der König hatte zu jener Zeit sogar toleriert, dass Adam sich zusammen mit seiner Schwester sämtlichen Pflichten die er hatte, darunter auch das Training mit Teela selbst, entzog.

Mit der Zeit nahm die Eifersucht ab und Teela begann ein gewisses Verständnis, später sogar eine Freundschaft zur Prinzessin von Eternia aufzubauen, die sich nach jenem verhängnisvollen Tag vor 15 Jahren vertieft hatte.

‚Vielleicht kann ich Ihn über Adora erreichen. Es muss mir gelingen, nicht nur für meine Freunde sondern auch für mich selbst. Adam, ich möchte dass Du weißt wie schrecklich ich mich fühle, dich so schlecht behandelt zu haben.'

 

„Wenn Du es schon nicht für mich tust Adam, dann wenigstens für Deine Schwester. Verdammt bedeutet Sie Dir denn gar nichts mehr? Ich kann mich erinnern an Zeiten, da wart Ihr unzertrennlich. Wo auch immer Du warst, sie war bei Dir und Du hattest Ihre Gegenwart mehr als nur genossen!"

 

„Das ist Vergangenheit", antwortete die Gestalt mit rauchiger Stimme.

 

Teela wusste nicht wie Sie die Antwort interpretieren sollte.

„Es kann zur Gegenwart werden. Sie liebt Dich noch immer mehr als Du Dir vorstellen kannst.

Adora würde alles tun, um Dich zurück zu bekommen, wirklich alles!

Lass Sie dort draußen nicht alleine mit Ihrer Einsamkeit... und mich auch nicht", fügte sie leise hinzu.

„Adam, bitte. Ich liebe Adora wie eine Schwester und ich könnte es nicht ertragen Sie zu verlieren!

Sie ist bereit für die Menschen für die sie kämpft zu sterben und ohne Dich wird das Schicksal Ihr dieses Opfer vielleicht abverlangen! Bitte komm mit mir! Hilf uns!"

 

„Wer bin ich, mich dem Schicksal entgegen zu stellen?"

 

Die Worte standen zwischen Ihnen und Teela wusste nicht was sie sagen sollte. Intensiv musterte sie den dunklen Wanderer konnte eine kurze Regung ausmachen, ehe er mit deutlich veränderter Stimme erneut das Wort an sie richtete.

 

„Denke nicht ich würde Adora als Anlass sehen in diesen Kampf einzugreifen. Ein kluger Schachzug Teela, das muss ich zugeben, aber Du überschätzt den Einfluss meiner kleinen Schwester auf mich...

Sicherlich... Dir ist nicht entgangen dass sie verschont habe..."

 

„Sie war besiegt und Grayskull stand Dir offen und dennoch... Adam Du hast Sie sogar gerettet... Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du dies getan hättest, würde Sie Dir nichts mehr bedeuten!"

 

„Das ändert gar nichts!", erwiderte er Ihr in der Stimme des Herrn des Bösen.

„Die Prinzessin hat mich verraten! Sie war es auf die ich mich verlassen hatte... Ihr hatte ich bedingungslos vertraut... Mehr als jedem anderen Menschen in meinem Leben... Ich fühlte dass die Verbindung zwischen uns etwas Besonderes war... Ich fühlte mich unvollkommen und wusste dass sie diejenige war, die meiner Existenz einen Sinn gab. Mit Ihr fühlte ich mich vollkommen und mit einem Mal war es egal was die Menschen um mich herum sagten, denn ich wusste sie war da...

Bis zu jenem Moment an dem ich sie am dringendsten brauchte... Sie ließ mich im Stich... alleine. Unvollkommen...Sie hat mich verraten!"

 

„Adam..."

 

„Wenn das Schicksal es Ihr abverlangt, dann wird Sie sterben! Der Tod ist nicht das Ende, aber ein neuer Anfang...."

„Licht kann ohne Schatten nicht existieren, wie auch der Schatten abhängig ist vom Licht."

 

„Ich... ich verstehe nicht... was ... willst Du mir damit sagen?"

 

„Licht und Schatten sind voneinander abhängig. Stirbt eines von beiden, so enden beide. Einzig das Zwielicht kann für sich alleine existieren. Und ich bin das Zwielicht, dass diese Welt eines Tages beherrschen wird!"

 

„Das ... das ist doch verrückt... Adam... He-Man bitte... ich verstehe nicht was Du meinst. Aber wir brauchen Deine Hilfe..."

 

„Ihr werdet keine Hilfe erhalten. Nicht von mir."

 

„Aber..."

 

„Bestelle der Sorceress, dass Du Deine Aufgabe erfüllen konntest."

 

„Wie meinst Du...?"

 

„Sie hat Dich zur mir geschickt um zu verhindern, dass ich erneut nach der Macht greife, die mir rechtmäßig zusteht. Ich werde es nicht tun..."

 

Teela sog überrascht Luft ein, und versuchte sich eine Antwort bereit zu legen, die unverfänglich genug war, um He-Man nicht gegen sie aufzubringen und Ihr die Chance einer Zusammenarbeit offen ließ. Fieberhaft überlegt sie wie sie weiter vorgehen konnte.

 

„Versuch nicht mich mit einer Lüge zu täuschen Teela. Ich habe zu viel Zeit mit der alten Hexe in Ihrer Ruine verbracht um Ihre Gedankengänge nicht zu kennen. Aber es überrascht mich, dass Sie dich geschickt hat..."

 

„Sie hat mich nicht geschickt... ich kam aus freiem Willen."

 

„Was kümmert es mich... ob Du nun aus freien Stücken kamst, oder Sie Dich manipuliert hat dies zu tun ist nicht meine Sorge... Sag Ihr jedoch... der Grund warum ich sie damals verlassen habe... Es waren nicht Ihre Manipulationen..."

 

„Manipulationen? Inwiefern? Was hat Sie getan?"

 

„Es ist unwichtig, Teela. Es ändert nichts... Sage Ihr nur ...ich habe das Ende gesehen....Ragnarök...Und nun geh! Lass mich alleine. Deiner Gesellschaft bin ich überdrüssig, ebenso wie dieser Welt. Möget Ihr Euer Leben schnell aushauchen."

Ansatzlos schnellte der Arm des dunklen Wanderers nach oben und ließ den Widderstab damit wieder vor dem Gesicht von Teela erscheinen.

 

„Es... es tut mir leid, dass es soweit kommen musste Adam... Es tut mir leid", entgegnete Teela Ihrem Freund aus Kindheitstagen aufrichtig, ehe sie den erhobenen Widderstab zum Anlass nahm den Weg den sie beschritten hatte zurück zu gehen und das Tal der Drachen mit Ihrem Sky-Sled zu verlassen.

Sie hatte es nicht gewagt Adam ins Gesicht zu blicken. Seine kalte Stimme, die kompromisslose Art und die erneute Bedrohung mit der Waffe des Herrn des Bösen ließen Sie jedwede Hoffnung auf eine Wendung der Dinge zum besseren verlieren.

Als Sie die Maschinen des Sky-Sled startete wusste sie, dass sie Adam ein für alle mal verloren hatte. Ihr Freund aus Kindheitstagen war definitiv tot. Zurückgeblieben waren nur noch seine Erinnerungen, die der grauenhafte Triebmotor hinter der Person des gefallenen Helden waren.

‚Es tut mir leid Adam... So Leid... Ich wünschte ich könnte all meine Fehler rückgängig machen, aber ich kann die Zeit nicht zurückdrehen... So sehr ich es mir auch wünschte. Alles was ich jetzt noch tun kann, ist Deine Schwester zu beschützen... so wie Du es immer getan hast. Das bin ich Dir schuldig und diese Schuldigkeit werde ich erfüllen, bis zum Ende.'

 

 

Die Ruinen von Zalesia

 

Tief unterhalb der Ruinen der einstmals stolzen Stadt Zalesia schwebte eine Gestalt vor einer Glaskuppel, deren obere Hälfte aus einem kleinen Tisch aus silbrig weißen Knochen hervorstand.

 

ill_421

 

Als die Gestalt sich abwandte verblichen die Bilder, die Teela, die Anführerin der königlichen Wachen zeigten, die das Tal der Drachen verließ. Ebenso verstummte das Summen der Triebwerke, welches die Magie der Kuppel ebenso wie sie zuvor die Worte der beiden Personen übermittelt hatte.

 

„Und so endet es.... Ragnarök.... Das letzte Gefecht zwischen den Göttern von Licht und Dunkelheit, vielleicht deren Ende, oder das Ende allen seins und nicht seins steht bevor und nun kann es niemand mehr aufhalten. Mir scheint meine Aufgabe als Beobachter neigt sich Ihrem Ende zu. So wird es meine letzte Aufgabe sein, diese Schlacht für die Erben der Götter zu bewahren und mit Ihr die Geschichte dieser Welt. Auf dass es eine Nachwelt geben möge, die aus den Fehlern dieser Welt lernen kann, um Ihr eigenes Schicksal in eine andere, bessere Richtung zu lenken."

Nachdenklich schritt die Gestalt die Treppen eines Turmes hinauf und blickte von dessen oberster Ebene auf die Ruinen der Stadt unter sich hinab.

„Es gibt kein Ding, gut oder böse... Nur unsere Gedanken machen es dazu"

 

weiter