"Es endet hier!" rief Sie Ihrem Gegner entgegen. In einem Gleißen aus weißer Magie, spannte Sie Ihre verletzten Flügel an, erhob sich engelsgleich in die Luft, ohne dabei Ihren Widerstand gegen die schwarze Magie aufzugeben.
"Bei der Macht von Eternia!"
Teelana spürte die Macht der Weisen, die Sie einmal mehr durchfloss. Selten hatte Sie gewagt, jene gewaltige Kraft in Anspruch zu nehmen, doch nun war es unausweichlich geworden. Sie spürte, dass dies Ihre letzte, beste und einzige Chance war den Kampf zu Ihren Gunsten zu entscheiden.
Die letzte Chance für Eternia, für Teela, Adora, die Königin und alle anderen. Sie musste einfach siegreich sein. Es gab keine Alternative.
Langsam schloss sie Ihre Augen, konzentrierte sich auf Ihre Verbindung mit den Weisen, die Ihr Ihre sagenhafte Macht zur Verfügung stellten…
Duncan und Teela musste Ihre Augen abschirmen, um von dem Leuchten das von der Sorceress ausging nicht geblendet zu werden.
"Vater… was geht da vor?"
"Es ist die Sorceress Teela… Sie setzt alles auf eine Karte."
"Ich… Vater… das ist unglaublich… noch nie habe ich so etwas gesehen."
Ein helles Leuchten von immer größer werdender Intensität umgab Teelana, erhellte die Umgebung, ließ die Zauberin wie die Göttin der Sonne höchstpersönlich erstrahlen. Wärme und Licht waren überall, fast als könnte man die Aura die sie ausstrahlte mit den Händen ergreifen.
Unvermittelt schlug Teelana Ihre Augen auf, musterte Ihren Kontrahenten mit stechendem Blick.
Jener Moment schien eine Ewigkeit zu verschlingen, und doch schien die Ewigkeit ein zu kurzer Zeitraum zu sein, um die Komplexität jener Blicke auch nur annähernd beschreiben zu können.
Ein letztes unsicheres Blinzeln war alles was die Zauberin von Grayskull von Ihrem finalen Angriff trennte.
Teelana beendete ihre Beschwörung schließlich mit den Worten "Ich habe die Kraft." Doch ein mächtiger Angriff beendete ihr Tun. Ein kurzer Schrei durchdrang die Stille in der die Mächte beider Kontrahenten aufeinander getroffen waren.
Keuchend kauerte Teelana am Fußende der Maulbrücke. Der engelsgleiche Glanz, den sie Sekunden zuvor ausgestrahlt hatte war verloren. Das stolze Federkleid hing schwach hinter Ihrem Rücken herunter. Der Stab mit dem Kopf des Falken war weit außerhalb Ihrer Reichweite in den Gängen von Grayskull verschwunden, und Sie selbst musste all Ihre verbliebene Kraft aufbringen um sich mit beiden Händen an den hölzernen Planken der Maulbrücke abzustützen, und nicht bäuchlings zu Boden zu gehen.
Der Kopf des Widderstabes erschien vor Ihren Augen, zeigte Ihr das unvermeidbare Ende Ihrer Bemühungen auf.
Sie hatte verloren. Der dunkle Wanderer, Herrscher des Bösen, König Grayskull, wie auch immer er sich nannte stand vor Ihr. Er war es gewesen, der den letzten Angriff dieses Gefechts zu seinem Vorteil genutzt hatte. Auch er hatte die Worte "Ich habe die Kraft!" gesprochen, hatte Ihre Verteidigung mit einem einzigen Angriff durchbrochen. Selbst mit der Unterstützung der Weisen hatte Sie es nicht geschafft Ihn zu besiegen, und nun würde Sie für Ihren Hochmut fallen.
‚Es war mein Fehler… es ist meine Schuld, und nun fordert das Schicksal Sie bei mir ein. Es tut mir leid, dass ich Dir niemals gesagt habe, wie sehr ich Dich liebe Teela… Es tut mir leid.'
Eine einzelne Träne rann über die Wangen von Teelana als sie tapfer Ihrem Schicksal entgegenblickte.
"Ihr habt verloren Sorceress… Wie ich erwartet hatte… Ich gab euch die Chance Euer Leben zu retten… Warum habt Ihr abgelehnt?" Der letzte Teil der Frage des dunklen Wanderers war fast schon in fürsorglichem Ton, dennoch konnte Teelana die Kaltherzigkeit in seiner Stimme immer noch heraushören.
Was hätte es für einen Unterschied gemacht?", antwortete sie mit kraftloser Stimme.
"Worauf wartest Du noch? Möchtest Du den Triumph auskosten, mich besiegt zu haben?"
Sie hatte es geschafft die Angst über das Schicksal dass Ihr drohen konnte… und Ihrer Tochter mit Ihr fast vollständig aus Ihrer stimme zu verbannen, dennoch war sich die Sorceress nicht sicher, ob der Fremde dies nicht dennoch verspürt hatte, und nunmehr, da sie sich nicht mehr wehren konnte mit Ihr spielte.
"Ob Ihr mir glaubt oder nicht Sorceress, doch ich möchte dass Ihr vor Eurem Tod wisst, dass ich es sehr bedaure Eurem Leben hier ein Ende zu setzen, aber Ihr lasst mir keine andere Wahl. Genau wie damals."
Als der Herr des Bösen den Widderstab auf sie ausrichtete versuchte die Zauberin einen letzten Blick auf Teela zu erhaschen. Sie schloss die Augen als sie Ihre Tochter ein letztes Mal gesehen hatte. Sie wollte mit dem Bild Ihrer Tochter als letztes vor Augen in die nächste Stufe Ihrer Existenz, sofern man daran glaubte, dass es so etwas geben würde, übergehen.
"Ich glaube Dir", waren Ihre letzten Worte. Mit geschlossenen Augen wartete Sie darauf, dass Sie eine Entladung aus dem Widderstab traf, und Ihre Existenz in dieser Welt beendete. Es gab noch so vieles zu sagen, so vieles zu tun, doch es schien als wäre Ihre Zeit abgelaufen. Unbarmherzig wie ein Raubtier hatte die Zeit jene Momente aufgefressen, die noch vor Ihr hätten liegen können, bis lediglich jener Moment, den sie gerade durchlebte übrig blieb. Das Ende.
Mit einem gewaltigen Tosen, dem Ende einer solch außergewöhnlichen Person wie der Sorceress von Castle Grayskull würdig, entluden sich dunkle Energien aus dem Kopf des Widderstabes, hinterließen ein tiefes Loch in den hölzernen Planken der Maulbrücke.
Sie spürte nichts. Fühlte sich der Tod so an? Nichts zu spüren? Nur zu sein, und nicht zu wissen? Es war ein seltsames Gefühl, und doch so vertraut, als hätte sich nichts geändert. Eben noch hatte sie den Einschlag der dunklen Macht aus dem Widderstab gehört, und obwohl Sie keinerlei Schmerz verspürt hatte, musste dies Ihr Ende gewesen sein. Doch da war noch etwas anderes gewesen. Etwas unerwartetes, etwas dass Sie nicht näher beschreiben konnte, und doch war es da.
Vorsichtig schlug Teelana die Augen auf, und erkannte, dass Sie noch am Leben war…
Das Licht der Sonne war das erste was Duncan, Teela und Marlena von Ihrer Position aus zwischen dem Fremden und dem Tor von Grayskull sehen konnten.
Es war Duncan, der Waffenmeister, der als erstes etwas erkennen konnte.
"Adora!", meinte er verblüfft in beinahe flüsternder Lautstärke.
Mit einem Mal hatte die Prinzessin Ihre Starre überwunden. Den treuen Gefährten Battle-Cat in sicherer Entfernung vor der Maulbrücke zurücklassend, war sie auf die beiden Kontrahenten zugelaufen. Adora wusste selbst nicht recht weshalb sie sich anmaßte in den Kampf der beiden einzugreifen, doch sie hatte gefühlt, dass Sie handeln musste. Kalte Schauer waren Ihr über den Rücken gelaufen, als der dunkle Wanderer jene Worte gesprochen hatte, die zur Niederlage der Sorceress geführt hatten.
Instinktiv hatte Adora gewusst was zu tun war.
Den Mut der Verzweiflung fassend, war sie zwischen die beiden Kämpfer gesprungen. Ungelenkig hatte sie sich abgerollt, hatte jeden einzelnen Muskel Ihres Körpers, der sich ob dieser Aktion bitterlich zu beschweren schien, gespürt, und nach Ihrem Schwert auf Ihrem Rücken gegriffen. Ihr Griff war ins Leere gegangen.
Mit Schrecken hatte die Prinzessin erkannt, dass Ihr Schwert noch immer dort lag wo Sie es im Kampf gegen Hordak hatte fallen lassen, weit außerhalb Ihrer Reichweite.
Ihre Gedanken hatten zu rasen begonnen, als sich Ihre Finger um kalten Stahl schlossen, der knapp unterhalb Ihrer eigenen Schwertscheide auf Ihrem Rücken beheimatet gewesen war. Als Sie den Griff berührt und die Waffe aus Ihrem Halfter gezogen hatte, hatte sie sofort die pulsierende Wärme die von dem Objekt ausging, und all Ihre Schmerzen zu lindern schien gespürt, fast als wären sie nicht mehr vorhanden gewesen….
Zitternd hielt Adora das Schwert der Macht in beiden Händen. Jene Waffe, mit der sie den tödlichen Angriff, der der Sorceress gegolten hatte, abgewehrt hatte. Das Schwert dass Sie dem eisigen Schlund des Mount Imperium entrissen hatte, wo Adam es einst verloren hatte.
‚Adam! Ich vermisse Dich so sehr. Ich brauche Dich!'
Das Schwert pulsierte unruhig in Ihrer Hand. Etwas wovon Adora nicht wusste, worauf es zurückzuführen war? Lag es an Ihr? An Ihren Gedanken an Ihren Bruder?
Sie hatte keine Möglichkeit Ihre Überlegungen zu beenden, als der dunkle Wanderer Sie ansprach.
"Ihr? … Warum versucht Ihr mich aufzuhalten?"
Er starrte auf das Loch in den hölzernen Planken der Maulbrücke, das in den bodenlosen Abgrund führte. Das Loch dass er selbst … dass die Prinzessin durch die Abwehr seines Angriffes geschaffen hatte. Den Widderstab weiterhin auf die Zauberin, und die schützend vor Sie getretene Prinzessin richtend, machte er vorerst keine Anstalten seine dunkle Macht erneut zu entfesseln.
"Weil… weil es das richtige ist", antwortete Adora, die Unsicherheit nicht komplett aus Ihrer Stimme verbannend.
"Ich kann nicht zulassen, dass Ihr die Sorceress, und jene die ich liebe bedroht."
"Ich habe Eure Zauberin besiegt Prinzessin… Ich habe gegen Hordak gesiegt… Ich habe euch besiegt. Und dennoch stellt Ihr euch mir entgegen, und behauptet es wäre das richtige? Wisst Ihr überhaupt was das richtige ist?"
"Wie… wie meint Ihr das?" Adora war verwirrt und erleichtert zugleich. Sie hatte erwartet den Kampf gegen den Fremden weiterführen zu müssen, stattdessen verwickelte Sie dieser in ein Gespräch dessen Richtung Ihr ganz und gar nicht zusagte.
"Ihr seid so verflucht heldenhaft Prinzessin. Selbstlos habt Ihr Eure Soldaten in die Schlacht geführt, habt Eure Freunde unter Einsatz Eures Lebens nach Grayskull gebracht… Ihr habt den Gipfel des Mount Imperium aufgesucht, wie einst Euer Vorfahre, obwohl Ihr wusstet, dass es ein beschwerlicher Weg werden würde. Habt euch Hordak entgegengestellt, obwohl Ihr wusstet, was er mit Euch tun würde, wenn Ihr gegen Ihn verlieren würdet, und nun steht Ihr zwischen mir und meiner Bestimmung… Meinem Königreich!"
"Ich… ich verstehe nicht… wo… woher wisst Ihr das alles? Ihr… ihr habt mir das Leben gerettet, und Ihr habt mich angegriffen, aber warum? Wer seit Ihr wirklich?"
"Ihr wollt wissen, wer ich bin Prinzessin? … Ihr wisst wer ich bin! Ich bin Skeletor, Herrscher des Bösen! Zukünftiger König von Grayskull und ganz Eternia! Seht in mein Gesicht! Schaut in meine Augen, und Ihr wisst, dass ich die Wahrheit spreche!"
Gefährlich blitzen 2 rote Lichter in den blanken Augenhöhlen des Schädels auf, und verliehen dem Träger des Widderstabs ein groteskes Aussehen, das mehr an den Herrscher von Snake Mountain erinnerte als an jede nur möglich andere Person.
"Nein! Das kann nicht sein!" Noch bevor der fremde geendet hatte, war Adora zitternd auf die Knie gesunken. Ihre Knöchel traten weiß unter Ihrer Haut hervor, als sie sich an das Schwert der Macht klammerte, als würde sie sich verlieren, ließe sie es los. Erneut fühlte Sie das pulsieren der Waffe, als der fremde sich selbst als Skeletor bezeichnete.
‚Was ist mit Dir geschehen geliebter Bruder, wenn dies wirklich Skeletor ist?'
"Er spricht nicht die Wahrheit Adora", unterbrachen die Worte der Zauberin die Gedanken der Thronfolgerin. "Das Schwert der Macht wird Dir deinen Blick auf die Wahrheit lenken Adora. Überzeuge Dich selbst …"
"Schweig! Törichtes Weib!" donnerte die Stimme Skeletor's über die Ebene, und brachte die Sorceress zeitgleich mit einem magischem Angriff aus dem Widderstab vorerst zum schweigen.
"Ah!" Mit einem kurzen schmerzerfüllten Schrei, der auf Ihren Lippen erstarb ging Teelana, die Hüterin von Grayskull endgültig zu Boden. Viel zu schnell für Adora, war eine Entladung aus dem Kopf des Widderstabs an Ihr vorbeigeschossen und neben der Zauberin eingeschlagen. In Ihrem geschwächten Zustand hatte Teelana selbst einem indirekten Angriff wie diesem nichts entgegenzusetzen.
Als hätte es die Worte der Sorceress abgewartet begann das Schwert der Macht ohne Vorwarnung aufzuleuchten und Adora konnte zuerst Ihr eigenes Spiegelbild darin erkennen. Mehr und mehr verblich Ihr eigenes Bildnis, machte Platz für Ihren Gegenüber, dessen dämonisches Gesicht anstelle des Ihren erschienen war, bis Sie die Wahrheit erkannte.
Adora schnappte nach Luft. Sie fühlte wie sich alles um Sie herum zu drehen begann, und sie konnte kaum einen klaren Gedanken fassen. Sie begann zu stottern, etwas dass Sie seit Ihrem zweiten Geburtstag nicht mehr getan hatte.
"Du… du bist mein Bruder?!? D…d…Deshalb h…h…hast D…d…Du mich g…gerettet… u…und deshalb k…konntest D…Du mich auf d…dem G…Gipfel des M…Mount Imperium n…nicht töten… D…Deshalb hast D…Du jetzt n…noch nicht v…versucht mich zu töten…Adam was i…ist mir D…Dir geschehen?"
"Prinz Adam ist tot Eure Hoheit!"
"Nein, das… das kann ich nicht glauben! Du … Du bist mein Bruder! Du bist Adam… Ich kann Dein Gesucht sehen! Deutlicher als Du Dir vorstellen kannst. Ich kann fühlen, dass Du es bist! ... Was… was ist mit Dir geschehen… bitte sprich mit mir, geliebter Bruder!" Flehentlich blickte Adora zu der Gestalt auf.
"Euer Bruder ist tot… Er starb vor 15 Jahren … Ihr habt Ihn getötet Prinzessin… Ihr seit dafür verantwortlich!"
"Ich weiß", antwortete Adora mit brüchiger Stimme.
"Ich… ich alleine bin verantwortlich für das was mit meinem geliebten Bruder, des Menschen den ich so sehr brauche, geschehen ist. Gestern, heute, morgen… jeden verdammten Tag meines Lebens wünschte ich er wäre bei mir!", fuhr Sie fort.
"Jeden verdammten Tag meines Lebens frage ich mich, was ich falsch gemacht habe… was ich hätte tun können, um mich nicht an dem Menschen, der mein Leben so sehr zum besseren gewandelt hat, schuldig zu machen. Adam nicht zu verlieren… Ja, verdammt! Ich bin schuld! Ich hätte es verhindern müssen, und ich habe es nicht getan!" schrie Sie dem skelettgesichtigen Herrn des Bösen entgegen.
"Mein Herz brennt, verzehrt sich nach Ihm, jede Sekunde wenn ich an Adam denke. Jeder Gedanke meiner Existenz dreht sich nur um Ihn, sucht verzweifelt nach Möglichkeiten, wie ich ungeschehen machen kann was damals geschah… Doch es gibt keine…. Es gibt keine…" wiederholte Sie Ihre letzten Worte flüsternd.
"Und nun… nun stehst Du mir gegenüber… behauptest König von Grayskull zu sein… Skeletor, der Herrscher des Bösen, meines Bruders größter Nemesis, und doch sehe ich sein Antlitz wenn ich in Dein Gesicht blicke…. Sehe seine stahlblauen Augen, wo nur leere Augenhöhlen sind. Sehe sein gutmütiges Lächeln, seine zarten Hände, obwohl die Realität anders aussieht…"
Die Augen von Adora fixierten Ihr gegenüber, ließen Ihn nicht aus den Augen.
"Du bist mein Bruder, auch wenn ich nicht verstehe was geschehen ist… Aber ich erkenne Dich!"
Die Zeit schien einen Moment lang einfach still zu stehen.
Keiner der beiden Kontrahenten auf der Maulbrücke bewegte sich, und auch Teelana lag reglos hinter der Sie bis zum bitteren Ende verteidigenden Prinzessin von Eternia.
Mit offenen Mündern betrachteten Teela und Marlena die Szenerie. Die Gedanken beider Frauen waren in Aufruhr, nicht erst seitdem der unbekannte Fremde sich Ihnen als Skeletor offenbart hatte, sondern vielmehr seitdem Adora jene Gestalt Ihren Bruder genannt hatte.
‚Adora, mein Kind… was musst Du gelitten haben unter dem Verlust von Adam… Hätte ich doch nur gewusst wie sehr Dich all dies belastet hat, die vergangenen Jahre… wir hätten versucht Dir zu helfen… Du… du wirktest so… so stark. So unabhängig, und dennoch… wie magst Du in Deinem inneren empfunden haben, all diese Jahre…. Oh Adora!'
"Prinz Adam…"
Duncan bemerkte nicht dass er laut aussprach was er dachte, doch selbst wenn es Ihm aufgefallen wäre… Im Moment gab es kaum etwas, dass Ihm so egal war, wie jener Gedanke.
Und dann fiel es Ihm wie Schuppen von den Augen. Die einzelnen Fragmente fügten sich wie von Geisterhand in das Gesamtbild ein. Alles ergab auf einmal einen Sinn…
"Adam… geliebter Bruder… sag etwas… bitte!"
Als Adora den Namen Ihres Bruder nannte, vermeinte Sie eine Gefühlsregung bei Ihrem Gegenüber wahrgenommen zu haben. Nur ein kurzes Zusammenzucken, ein winziger Moment an dem die sonst perfekte Maske aus Emotionslosigkeit gefallen war, und Ihr einen Blick auf die wahren Empfindungen der Gestalt ermöglicht hatte. Sie war sich nicht sicher, doch Sie vermeinte erkannt zu haben, wie sich etwas in Ihm geändert hatte…
"Ja… ja Ihr habt recht Prinzessin von Eternia….Ihr bin… vielmehr war ich… Dein Bruder Adora!"
"Du… Du bist es? Adam! Du bist es wirklich!"
Erschöpft ließ Adora das Schwert der Macht sinken.
Tränen der Freude bahnten sich Ihren Weg über die leicht geröteten Wangen der Prinzessin zu Boden. Ihre Lippen formten ein freudestrahlendes Lachen. Die Müdigkeit war aus Ihr gewichen, als Sie Ihre Arme ausbreitete um Ihren Bruder zu umarmen.
"Ja, ich bin es Schwester. Bitte gib den Weg frei. Ich brauche die Macht der Weisen."
"Adora! Stopp!" ertönte die Stimme von Man at Arms aus dem Hintergrund.
"Du darfst Dich nicht blenden lassen. Das ist nicht der Adam, den wir kennen."
"Aber…. Aber wie…. Was soll ich tun?"
Verzweiflung stand in Adora's Gesicht geschrieben. Sie wusste nicht was Sie tun sollte.
Sollte sie diesen Fremden - Ihren Bruder vorbei lassen? Wenn die Macht der Weisen Ihm helfen konnte, so wie er behauptete, hatte Sie dann das Recht Ihn daran zu hindern, nach allem was er für Sie getan hatte? Nach allem was sie Ihm angetan hatte?
"Adora… meine Schwester. Bitte lass mich vorbei… Ich… brauche die Macht der Weisen. Nur die Macht der Weisen vermag mich von der dunklen Macht die mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin zu befreien. Bitte… Adora… Wenn ich Dir jemals etwas bedeutet habe, dann lass mich vorbei."
"Adam… ich… ich weiß nicht was ich tun soll… Göttin, ich kann… ich kann Dich doch nicht passieren lassen, nachdem was Du mit der Sorceress getan hast… Adam… warum? Warum?"
Deutlich war die innere Zerrissenheit unter der Adora litt in Ihrem Blick zu erkennen.
‚Was soll ich nur tun? Ich darf mich nicht falsch entscheiden? Adam, Sorceress… bitte helft mir!'
"Es… es benutzt mich Adora…. Du… du musst mir helfen es zu besiegen. Lass mich nicht noch einmal im Stich!"
Betroffen blickte Adora zu Boden. ‚Er hat recht… Ich habe Ihn schon einmal im Stich gelassen. Ich kann Adam nicht noch einmal enttäuschen. Aber wenn ich mich irre?'
‚Du wirst Dich nicht irren Adora', vernahm Adora die Stimme der Sorceress in Ihrem Kopf.
Aus den Augenwinkeln sah Sie wie die Hüterin von Grayskull die Augen aufschlug und versuchte sich langsam wieder aufzurichten.
Die innere Kraft, die die Anwesenheit der Sorceress Ihr gab nutzend, traf Adora Ihre Entscheidung.
Den Moment der Unentschlossenheit ergreifend, versuchte der dunkle Wanderer an der Prinzessin vorbei ins innere von Castle Grayskull zu gelangen, doch ehe er blonde Kriegerin erreichte, erhob diese das Schwert der Macht erneut, und richtete es in seine Richtung.
"Es tut mir Leid geliebter Bruder. Ich verbrenne innerlich an meiner Zerrissenheit, aber Du kannst nicht vorbei! Ich fühle den Griff des Bösen um Dein reines Herz… Ich kann nicht zulassen, dass die Macht der Weisen dem Bösen anheim fällt. Ich kann es nicht. So lange ich atmen kann, werde ich Grayskull beschützen!"
"Dann stirb, Schwesterherz!" entgegnete Adam Ihr. Zeitgleich mit seiner Schwester erhob er seine Waffe. Der Widderstab prallte gegen das Schwert der Macht. Der Wucht des Aufpralls ausweichend wich Adora einige Schritte zurück, was dem Herrn des Bösen genügend Spielraum gab, die dunkle Magie des Widderstabs gegen sie einzusetzen.
"Du wirst die Macht von Grayskull nicht erlangen Skeletor" schrie Man at Arms, während er mit seiner Keule, der letzten verbliebenen Waffe und Battle-Cat an seiner Seite auf Ihren neuen Gegner zu rannte.
"Ich habe Dich gewarnt, alter Narr", meinte der dunkle Wanderer spöttisch, während er beide Gegner mit dem Widderstab angriff.
Ungeschützt wurden der Waffenmeister und der Kampftiger von der dunklen Magie getroffen und gingen beide zu Boden. Noch bevor die geschundenen Körper der beiden Kämpfer für das gute auf dem felsigen Plateau auftrafen, schwirrte ein silbrig schimmerndes Objekt durch die Luft und fand seinen Platz in der Hand von Prinzessin Adora wieder.
Teela hatte auf Anweisung Ihres Vaters das Schwert des Schutzes ergriffen, und es ohne zu zögern Adora zugeworfen. Zwar wusste die Befehlshaberin der Wachen noch immer nicht was Ihr Vater damit bezweckte, schließlich schien es nur ein Schwert zu sein, dennoch vertraute Sie auf seine Erfahrung, und tat was er von Ihr verlangte.
Dadurch stand Sie nun aber ohne Deckung oder Waffe in der Schusslinie des Widderstabs.
"Adam … Falls Du es wirklich bist… Du willst mich doch nicht wirklich…."
Weiter kam Teela nicht, als Sie die Waffe des Feindes aufblitzen sah, und zu Boden gedrückt wurde.
Tausende kleiner Felssplitter regneten auf Teela und Königin Marlena, die schützend über der rothaarigen Kriegerin lag, und Sie im letzten Moment vor der Entladung gerettet hatte.
"Danke Majes…. Marlena", brachte Teela zwischen zwei Atemzügen hervor.
Marlena war fast versucht zu lächeln, doch riefen Sie die Ereignisse auf der Maulbrücke von Grayskull zur Ordnung.
"Teela sieh!"
Beide Schwerter in Händen sah sich Adora Ihrem Bruder, Ihrem Retter und doch gleichzeitig Ihrem Nemesis gegenüber.
Gefährlich blitzten die Augen des dunklen Wanderers in den leeren Augenhöhlen auf, als er herumwirbelte, um seiner Kontrahentin endgültig den Rest zu geben.
"Jetzt heißt es nur wir beide Schwesterherz…Nur wir beide auf dem Feld der Ehre!"
‚Nutze das Schwert der Macht Adora! Bring zu Ende was ich nicht konnte!' hörte die Prinzessin die Stimme der Sorceress in Ihrem Geist, und wusste was zu tun war.
"Nicht ganz, geliebter Bruder!"
Adora streckte beide Schwerter in den Himmel über Grayskull. Ihre Arme schmerzten ob des Gewichtes das Sie nun stemmen musste. Doch jener Schmerz würde bald vorbei sein.
"Für die Ehre, und bei der Macht von Grayskull!"