Gleißendes Licht ging von Adora aus. Blitze umspielten Ihren Körper, tiefes Donnergrollen breitete sich aus, ließ die Prinzessin von Eternia in einem wirren Kaleidoskop aus Farben und Licht erstrahlen. Als das irrlichtern endete kniete Adora kraftlos auf dem Boden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht hielt sie Ihren rechten Arm, der dem Anschein nach schwer verletzt worden war. Blut tropfte aus mehreren Wunden, bildete einen eigenartigen Kontrast zu der teils erfrorenen, teils verbrannten Haut des Arms. Das Schwert des Schutzes lag zu Adora's Füßen, als eine Gestalt aus schwarzem Rauch sich zwischen der Prinzessin und Hordak materialisierte.
"Shadow Weaver! Du wagst es Dich in meinen Kampf einzumischen!", grollte Hordak seiner Hexenmeisterin erbost entgegen.
"Verzeiht mächtiger Hordak", antwortete Shadow Weaver unterwürfig.
"Doch bringe ich interessante Neuigkeiten, die für euch sehr wichtig
sein dürften."
"So sprich Shadow Weaver, aber beeile Dich… Adora und ich haben noch eine alte Rechnung zu begleichen, und ich brenne darauf Ihr den Platz zuzuweisen, den sie verdient", meinte Hordak mit grimmiger Mine, ohne Adora dabei aus den Augen zu verlieren.
"Wie Ihr wünscht Oh Mächtiger." Shadow Weaver deutete eine unterwürfige Verbeugung an, ehe Sie fortfuhr: "Während ich meine Kräfte nutzte um nach Adora zu suchen, spürte ich eine große Macht. Eine Macht die der Euren ebenbürtig ist großer Hordak… Eine alte Macht, mit der Ihr dereinst bereits konfrontiert wurdet… An eben jenem Ort an dem wir uns nun befinden."
"König Grayskull…", antwortete Hordak, eine gewisse Überraschung war seinen Worten zu entnehmen. "Seine Macht hat die Jahrhunderte also überdauert…. Sag mir Shadow Weaver, wo hast Du diese Macht gespürt? Kann es sein?" Mit wissendem Blick beäugte der Anführer der wilden Horde die vor Ihm liegende Festung seines Feindes aus alter Zeit. Noch bevor Shadow Weaver Ihm antworten konnte fügte Hordak die Teile des Puzzles, die sich Ihm offenbart hatten zusammen. Der Hinweis von Shadow Weaver war der letzte Hinweis, den er benötigt hatte um zu erkennen was sich innerhalb der Mauern von Castle Grayskull vor seinem Blick verbarg, warum eine kleine Gruppe von Menschen versuchte seine Truppen aufzuhalten, obwohl Sie keine Chance gegen die zahlenmäßige Überlegenheit der Trooper hatten.
Mit Entsetzen weiteten sich die Augen von Adora, als
sich die wahre Natur von Castle Grayskull für Hordak offenbarte. Alles
wofür Sie kämpften schien verloren, denn Hordak würde keinen Moment
zögern sich die Macht von Grayskull anzueignen, dessen war Adora sich
sicher.
Unter Einsatz Ihrer letzten Kraftreserven beugte sie sich vor,
versuchte das Schwert des Schutzes mit Ihren Fingerspitzen zu erreichen.
‚Bitte… gib mir die Kraft Göttin, nur dieses eine mal noch… Sorceress…
Ich brauche Hilfe… Alleine kann ich nicht bestehen…' Ein starker
Schmerz durchflutete Adora, als Sie versuchte mit Ihrem unverletzten
linken Arm den Griff zu packen. ‚Sorceress? … Sorceress, bitte
antwortet mir… was soll ich tun? … Sorceress?'
Keuchend kämpfte Sie gegen den Schmerz an, der Ihre Sinne zu betäuben
versuchte, bis Ihre Finger den Griff des Schwertes berührten. Neue
Hoffnung vertrieb Schmerz und Aussichtlosigkeit, als die Welt vor der
jungen Frau zu explodieren schien.
Jegliche Kampfhandlungen vor Castle Grayskull kamen
zum Stillstand als die Prinzessin von Eternia von einem unerwarteten
Angriff Ihres Gegners gegen die Barriere die das Schloss vor Angriffen
schützen sollte geschleudert wurde.
Ein lauter Schrei, geprägt mehr durch Überraschung denn durch Schmerzempfinden löste sich von den Lippen der blonden Eternierin.
"Göttin, nein…"
"Adora… wie kann das sein?"
"NEIN! …. Adora…. Bitte nicht auch meine Tochter…"
Fassungslos konnten Teela, Man at Arms und Marlena
nur zusehen, ohne selbst einschreiten zu können. Selbst ohne die immer
noch präsente Bedrohung durch die Horde Trooper konnten Sie der jungen
Frau kaum helfen.
Shadow Weaver's dunkle Magie presste Adora
weiterhin in mehreren Metern Höhe gegen das Schutzschild, das die
Angriffe der schweren Horde Waffen noch so gut abgewehrt hatte, nun
aber leicht zu flackern begann.
Zufrieden beobachteten Shadow Weaver und Hordak das Schauspiel das sich Ihnen bot, als Adora auf der magischen Barriere auftraf.
"Sehr gut Shadow Weaver... halte Adora weiterhin mit Deiner Magie
gefangen. Ich bin gespannt wer oder was zuerst zusammen brechen wird.
Adora oder das Schutzschild um Castle Grayskull, meinte Hordak mit
bösartigem Lachen, während er seine eigene Macht nutzte mächtige
Energieblitze auf Adora und damit auch gleichzeitig das Schutzschild
abzufeuern, um es dadurch schneller zum kollabieren zu bringen.
"Adora!" Die Sorge um Ihre Tochter ließ Marlena
nahezu verrückt werden. Einzig der Umstand dass die Trooper Ihren
Angriff vorerst unterbrochen hatten verhinderte eine schlimme Wendung
des Schicksals. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken rannte die
Königin auf Ihre Tochter zu, wurde gerade noch rechtzeitig bevor auch
Sie auf das Kraftfeld traf von Teela aufgehalten, die sich Ihr in den
Weg stellte.
"Geh mir aus dem Weg Teela, ich muss zu meiner Tochter", forderte Marlena aufgebracht.
"Marlena nicht! Ihr tut Eurer Tochter keinen Gefallen wenn Ihr euch bei
dem Versuch Ihr zu Hilfe zu kommen selbst verletzt!" entgegnete Teela
Ihr. Der Umstand die Königin dabei mit Ihrem Vornamen und nicht mit
Ihrem Titel adressieren zu können vereinfachte die Lage für die
Befehlshaberin der Wachen sichtlich.
"Verdammt Teela! Adora ist bereits verletzt. Ich kann Sie nicht einfach
dort oben… Sie hat Schmerzen siehst Du das nicht? Wir müssen doch etwas
tun!"
"Ich würde nichts lieber tun, als Ihr zu Hilfe kommen Marlena, aber … wie?"
Ratlos blickten sich die beiden Frauen an, Verzweiflung und
Hoffnungslosigkeit zeichneten sich in Ihren Gesichtern ab, als ein
erneuter Schrei von Adora den Schleier der Stille zwischen Ihnen
zerriss.
Direkt durch einen Angriff von Hordak getroffen schrie Adora auf. Ein Stück Ihres Kampfpanzers löste sich aus der unteren linken Baugegend, jener Teil der den Treffer des Warlords direkt abbekommen hatte. Sie versuchte gegen den Schmerz anzukämpfen, doch mit jedem Treffer, den Hordak landete wurde dies schwieriger. Die Sorceress musste versuchen den Schutzschild aufrecht zu erhalten, auch wenn es bedeutete Adora durch die Verstärkung des Kraftfeldes zusätzliche Pein zuzufügen.
"Der Preis für Deinen Verrat ist ein schmerzhafter, nicht wahr Adora?", fragte Hordak, während er die Prinzessin mit immer neuen Angriffen quälte.
"Es ist jeden Moment, den ich nicht unter Deinem,
oder Shadow Weaver's Einfluss stand wert Hordak", presste Adora
zwischen zwei weiteren schmerzerfüllten Schreien hervor.
Mit jedem Treffer von Hordak vermeinte Adora schwächer zu werden, wuchs
der Wunsch das Schwert des Schutzes erneut ergreifen zu können, den
Versuch zu starten sich zur Wehr zu setzen in Ihr an.
Doch egal wie stark jener Wunsch in Ihr war, die Macht des Kriegsherrn
und seiner Hexenmeisterin war stärker als alles andere.
Langsam wurde der blick der jungen Blondine glasig, schien durch Ihren
Peiniger hindurchzugehen, schien Ihr andere Zeiten aufzuzeigen …
Castle Grayskull, 16 Jahre und 8 Monate zuvor
"… und was möchtest Du mir hier zeigen Adam?", fragte Adora etwas unsicher.
"Warte ab Schwesterherz. Du wirst es gleich sehen", antwortete Adam seiner Schwester mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.
Noch bevor Adora etwas erwidern konnte, sah Sie die riesige Struktur
von Castle Grayskull vor sich, einsam inmitten der Einöde am Rande des
Evergreen Forrest, umgeben von einem bodenlosen Abgrund.
"Das… das ist atemberaubend", meinte die junge Frau sichtlich
verwundert, und klammerte sich von hinten noch mehr an Ihren Bruder als
bisher. Sie hatte zwar keine Zweifel an den Fähigkeiten des Prinzen als
Pilot des Sky-Sled auf dem Sie beide nun über dem Abgrund flogen, aber
dennoch löste der bodenlose Graben um das Schloss ein gewisses Gefühl
von Schwindel in Ihr aus, dem Sie nicht ohne weiteres beikommen konnte.
Eine weitere Runde um das Gemäuer drehend ließ Adam den Sky-Sled
schließlich unweit des Stegs der zum Eingang von Castle Grayskull
führte landen. Behände stieg er ab, reichte seiner Schwester galant
eine Hand und half Ihr, Ihrerseits auf die Beine.
Warmer Sonnenschein geleitete den Prinz von Eternia
und seine Schwester hin zur Zugbrücke, die sich wie von Geisterhand für
die beiden öffnete.
"Ziemlich unheimlich", meinte Adora, und klammerte sich instinktiv am Arm Ihres Bruders fest.
"Keine Angst Adora… Castle Grayskull ist sicher, auch wenn der erste
Eindruck etwas anderes vermitteln sollte", antwortete Adam.
"Castle Grayskull?", fragte Sie unsicher, während Sie gemeinsam die Gänge durchschritten. Adora hatte die Orientierung inzwischen verloren. Sie frage sich wie Ihr Bruder sich in diesem alten Gemäuer so gut auskennen konnte. Sie selbst wäre nicht mehr dazu imstande einen Weg aus dem Schloss zu finden. Zu groß und weiträumig wirkten die Gänge, innerhalb der Mauern, ließen auf eine äußerlich kaum wahrnehmbare Größe schließen.
"Was hat es mit diesem Ort auf sich Adam", begann Adora von neuem, während beide einen großen Torbogen durchschritten der in den Thronsaal des Schlosses führte.
"Dies ist ein Ort voll großer Weisheit, junge
Prinzessin", antwortete eine Adora unbekannte weibliche Stimme auf Ihre
Frage: "Einst der Sitz eines blühenden Königreiches, die letzte
Zuflucht für das Volk der Menschen ist Castle Grayskull nun ein Ort des
Bewahrens des Wissens und der Macht vergangener Tage.
Wie aus dem
Nichts erschien die Gestalt der Frau, deren Worte Adora eben noch
vernommen hatte auf den Treppen vor dem Thron von Grayskull. Weite
Flügel spannten an Ihrem Rücken, ließen Ihr ein engelsgleiches Aussehen
anmuten.
"Wer… wer seid Ihr", fragte Adora unsicher. Durch den erhabenen Anblick der Fremden fasziniert überwand Sie Ihre anfängliche Scheu, trat hinter dem Rücken Ihres Bruders hervor.
"Ich bin die Sorceress meine Prinzessin, Hüterin und
Bewahrerin der Geheimnisse von Schloss Grayskull", antwortete die Frau
mit melodischer Stimme.
"Meine Aufgabe ist dafür zu Sorgen, dass die Macht und Weisheit
innerhalb dieser Mauern niemals in falsche Hände gelangen. Egal wie
schlimm die Zeiten stehen, solange Castle Grayskull den Mächten des
Bösen trotz, gibt es immer Hoffnung. Solange ich lebe ist es mir
vorherbestimmt diesen Platz einzunehmen, und jemand anderen zu finden,
wenn ich es nicht mehr kann."
"Soll das bedeuten Ihr lebt alleine an diesem Ort?" Neugierde über die Person der Hüterin hatte die Scheu der Prinzessin inzwischen vollends verdrängt.
"Das ist korrekt Eure Hoheit", antwortete die Sorceress.
"Es ist mir nicht erlaubt Castle Grayskull zu verlassen, oder mich mit
anderen Menschen zu umgeben. Es würde meine Aufgabe zu sehr
beeinträchtigen, würde ich dieses Risiko eingehen. In der Tat ist Euer
Bruder, Prinz Adam einer der wenigen Menschen außerhalb der Mauern
dieses Schlosses zu denen ich Kontakt pflege."
"Ich… ich verstehe nicht", meinte Adora mit zunehmender Verwirrung.
"Wieso steht Ihr sonst mit niemandem in Kontakt? Habt Ihr keine Freunde, oder eine Familie die euch vermisst?"
Noch während die Worte Ihren Weg über die Lippen der Prinzessin fanden bemerkte Adora die Traurigkeit in den Augen der Hüterin, die Ihr inzwischen direkt gegenüber stand. Insgeheim bedauerte Sie die Frage gestellt zu haben, auch wenn Neugierde über die Antwort sie nach wie vor beherrschte.
"Eine Familie zu haben steht nicht im Einklang mit meiner Aufgabe", beantwortete die Sorceress die Frage in scheinbar neutralem Tonfall, doch Adora vermeinte dies als Täuschung zu erkennen. Ein kurzer, unauffälliger Blick zu Adam ließ sie in Ihrer Vermutung erstarken, denn auch Ihr Bruder erweckte den Eindruck etwas anderes zu wissen.
"Zu sagen ich würde dies verstehen wäre übertrieben", antwortete Adora: "… aber ich glaube ich kann Eure Gründe nachvollziehen."
"Ihr müsst die Gründe nicht verstehen, es entsprach
nicht meinem Wunsch Euer Mitgefühl zu erwerben, Euer Hoheit. Ich habe
mein Schicksal selbst gewählt, und all die Konsequenzen die es mit sich
bringt akzeptiert", sprach die Zauberin in ernstem Tonfall.
"Doch lasst uns nun zum Grund Eures Besuches kommen junge Prinzessin."
Adora nickte. Unsicher suchte Ihre Hand die von Adam, tastete nach seinen Fingerspitzen, bis sich die kräftige Hand des Prinzen von Eternia um Ihre feingliedrigen Finger schloss, und sie kurz drückte.
"Euer Schicksal wurde euch bereits offenbart, Adora von Eternia, in jenem Moment als Ihr das Schwert des Schutzes in Euren Besitz genommen habt, und auch wenn Ihr noch viel über Eure Bestimmung oder über euch selbst lernen müsst, so habe Ich euch nicht deswegen nach Grayskull gebeten."
"Weswegen sonst Sorceress?" Es war Adam, der diese Frage verwundert stellte, hatte er doch angenommen, dass die Hüterin von Grayskull seine Schwester aus genau diesem Grund zu sehen wünschte.
"Es wird der Tag kommen, Adam und auch Adora an dem
Ihr beide über Eure Bestimmung als Champions von Grayskull lernen
werdet, ein Tag an dem Ihr vieles über Pflicht und Aufopferung erfahren
werdet, doch dieser Tag ist nicht heute. Heute werdet Ihr Eure
gemeinsame Vergangenheit kennen lernen, erfahren was sich vor annähernd
achtzehn Jahren ereignete, auf dass sich der Schleier des Vergessens
über Eternos lichten möge. Bitte folgt mir, ich werde euch indessen
erzählen was damals geschah… Es begab sich zur Zeit der großen Unruhen,
noch bevor der Rat der Weisen Randor als König ausersehen hatte, da
seine Frau Marlena mit Zwillingen schwanger wurde. Es sollten ein Junge
und ein Mädchen werden… Adam und Adora…"
In einer gleißenden Kugel aus heller Macht, die leicht über Ihren
Köpfen schwebte, sahen die Zwillinge was die Sorceress Ihnen erzählte,
während Sie der Hüterin immer weiter in die tiefen des Schlosses
folgten …
Castle Grayskull, heute
Mit einem letzten kraftlosen Aufflackern, das eine weitere Welle des Schmerzes im Körper der gefangenen Prinzessin Adora auslöste, brach der Schutzschild um Castle Grayskull zusammen. Wie ein Stein stürzte die gefangene Thronfolgerin vor den Augen Ihrer Mutter und Ihrer Freunde zu Boden, blieb schwer atmend liegen, während ein weiterer Energieblitz von Hordak mit lauten Krachen in das Tor des Schlosses einschlug…
"Adora!"
Noch bevor Teela reagieren konnte war die Regentin von Eternos bereites
an Ihr vorbei, lief unbeirrt auf Ihre Tochter zu, die noch immer von
der unheilvollen Magie von Hordak's dunkler Hexenmeisterin Shadow
Weaver umgeben war.
"Marlena, Nein, das ist zu gefährlich!" - "Marlena haltet ein! Ihr gefährdet Euch nur selbst!"
Sowohl Man at Arms, wie auch seine Tochter versuchten die Königin von
der Gefahr in die sich selbst begeben würde zu überzeugen, dennoch ließ
sich Marlena nicht von Ihrem Vorhaben abbringen.
Die letzten Energiereserven Ihres Blasters auf die Hexenmeisterin
abfeuernd zog Sie Ihr Schwert, und stürzte sich, ohne Rücksicht auf Ihr
eigenes Wohlbefinden, der Peinigerin Ihrer Tochter entgegen.
Wirkungslos zerbarsten die Strahlen des Blasterfeuers
der Königin an einer schnell errichteten Barriere Shadow Weaver's, ehe
die Energiereserven der Waffe endgültig zur Neige gingen. Grimmig warf
Marlena die Waffe Ihrer Gegnerin entgegen, bereit die kurze Ablenkung
zu einem schnellen Angriff zu nutzen, doch wie die Energiestrahlen
zuvor, prallte der Blaster an der eilig errichteten Barriere ab.
Ohne Adora aus Ihrer dunklen Magie freizugeben, schleuderte die Hexe
Ihrer Angreiferin einen Feuerball entgegen, bevor die Herrin von
Eternia auf Schlagdistanz herankam.
Mit äußerster Mühe konnte Marlena dem unerwarteten
Feuerball durch einen beherzten Sprung zur Seite ausweichen. Das
Klirren Ihres Schwertes auf einem Felsen jagte Marlena einen Schauer
über den Rücken, ließ Sie einen Augenblick lang fast wie gelähmt in
Ihrer Position verharren bis es fast zu spät gewesen wäre.
Die vorübergehende Starre gerade noch rechtzeitig überwindend rollte
Marlena sich in Richtung Ihres Schwertes ab, wich dabei einem weiteren
Feuerball aus, der effektvoll die Vegetation an Ihrem vormaligen
Aufenthaltsort in Brand steckte, aus. Mit der linken Hand nach dem
Schwert greifend stützte sie sich am Boden ab und sprang in die
Richtung aus der sie sich hergerollt hatte ab, und entging damit einem
weiteren Feuerball.
Ohne selbst eingreifen zu können, konnten Teela und
Man at Arms das ungleiche Duell zwischen der Hexenmeisterin und der
Königin verfolgen. Ein erneuter Ansturm von Horde Troopern, die mit
einsatzbereiten Strahlenwaffen auf die beiden verbliebenen Verteidiger
zumarschierten verschaffte beiden eine äußerst ungewollte Ablenkung.
Das zerstörerische Wüten von Battle-Cat innerhalb Ihrer Reihen hatte
die verbliebenen Soldaten der Horde inzwischen dazu veranlasst entgegen
des früheren Befehls Ihres Anführers die todbringenden Waffen anstelle
der weit weniger gefährlichen Schwerter zu verwenden.
"Es sind zu viele, Vater… ich weiß nicht wie lange wir noch gegen Sie bestehen können!"
Geschickt konnte Teela weiteren Angriffen ausweichen, die Strahlen der
Horde Waffen so gut es ging auf die Angreifer reflektieren. Doch immer
noch war Sie vermehrt in der Defensive, und konnte kaum eigene Angriffe
starten.
Zwei Trooper zerbarsten als die Energiestöße von
Duncan's Handwaffe durch Ihre Panzer schlugen, und Ihre Existenz
beendeten. Der unerwartete Erfolg dieses Angriffs verschaffte dem
Waffenmeister eine kurze, aber nicht unwillkommene Verschnaufpause, die
er für eine Antwort an seine Tochter nutzen konnte.
"Wir müssen durchhalten Teela… wir müssen einfach. Orko, wie steht es um Adora und die Königin?"
Stöhnend versuchte Adora sich aufzurichten, als die dunkle Macht von Shadow Weaver von Ihr abfiel, doch Ihr geschundener Körper versagte Ihr dies Bedürfnis. Es war fast als schienen sich alle Muskeln gegen Ihren eisernen Willen verschworen zu haben. Lediglich Ihre Augen versagten Ihren Dienst nicht, ansonsten hätte Adora nicht sehen können wie Ihre Mutter mit heldenhafter Entschlossenheit gegen Shadow Weaver focht.
Ein langer Riss im rechten Ärmel der Robe der Hexenmeisterin deutete auf einen guten Treffer der Monarchin hin, der Shadow Weaver an der Aufrechterhaltung Ihrer Magie gegenüber Adora gehindert haben musste, doch war der Konflikt zwischen den beiden damit noch lange nicht entschieden. Immer wieder versuchte Marlena einen weiteren Treffer zu erzielen, musste dabei aber acht geben, sich selbst, und damit auch Ihre Tochter durch eine Unachtsamkeit der Gnade der Hexe auszuliefern. Mit nachlassender Intensität, aber noch immer im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich, setzte Hordak's Magierin den Kampf fort. Mehrere kleinere Feuer schränkten die Bewegungsfähigkeit der kämpfenden ein, doch war es Marlena, die leichtfüßig durch die Flammenherde tänzelte, und Shadow Weaver dabei in Bedrängnis brachte…
"Oh…es steht schlecht um unsere Freunde", antwortete
Orko nach schier endloser Zeit endlich auf die Frage des
Waffenmeisters. Der kleine Trollaner musste sehr vorsichtig sein, um
nicht von den Strahlenwaffen der Horde- Soldaten getroffen zu werden,
die Ihn immer wieder als Ihr Ziel auserkoren.
"Es sieht so aus, als wäre Adora verletzt", rief er Duncan zu: "Nur
dank der Königin ist Adora nicht mehr in der Magie der dunklen Magierin
gefangen! Die Königin hat die Hexe zum Kampf gestellt….Sie schlägt sich
tapfer!" Wieder musste Orko einigen Schüssen ausweichen, und konnte
deshalb den Kampf nicht weiter verfolgen.
"Verdammt! Vater, wir müssen diesen Kampf zu unseren
Gunsten entscheiden, und zwar schnell… Wenn Adora verletzt ist…und die
Königin…"
"Vorsicht Teela, Da kommt eine neue Gruppe von Angreifern!"
Wagemutig stürzte Eternia's Man at Arms sich auf die letzten
verbliebenen Soldaten, die sich zwischen Ihm und dem nächsten Trupp des
Feindes befanden. Funken sprühten aus dem Oberkörper eines Troopers,
während der metallene Kopf des anderen unter einem gewaltigen Schlag
der Keule des Waffenmeisters auseinanderbrach.
Teela vermochte nicht mehr zu zählen wie viele der metallenen Soldaten
der Horde sie schon niedergestreckt hatte, doch immer noch kamen neue
Einheiten in die Schlacht. Egal wie schnell Ihr Vater und Sie selbst
die Feinde erledigt hatten, sie kamen beide nicht näher an Ihre Freunde
heran. Alles was Ihnen blieb war auf Marlena und Adora zu vertrauen,
und zu hoffen dass Sie sich selbst gegen die Horde behaupten konnten.
Mit schmerzverzerrtem Gesicht, Ihre Hand auf die Verletzung an Ihrer linken Seite pressend, versuchte Adora aufzustehen. Längst hatte Sie die Augen vom Kampf Ihrer Mutter gegen Shadow Weaver abwenden müssen, sonst hätte sie auch gesehen, dass Hordak sich nicht mehr amüsiert an dem Ihm sich bietenden Schauspiel ergötzte, sondern selbst wieder aktiv wurde.
Der Zusammenbruch des Schutzschildes um die Festung seines einst größten Rivalen war alles was Hordak noch brauchte, um zu erkennen, welch immense Macht sich innerhalb der Mauern angesammelt hatte. Eine Macht, die er sich einverleiben würde, die Ihn zu einem lebenden Gott machen würde, würde er Sie erst in Besitz genommen haben.
Mit schweren Schritten näherte er sich dem steinernen
Steg, der den Weg hin zur Zugbrücke darstellte, die sein letztes
Hindernis war.
Nur wenige Schritte trennten den obersten Kommandanten der Horde noch
von Adora, die durch die Macht von Shadow Weaver auf den Steg
zurückgeschleudert worden war und nun kraftlos vor dem Steg auf dem
felsigen Untergrund kauerte.
"Sieh zu wie Deine Welt in Dunkelheit versinkt Adora, und sei Dir gewiss, dass ICH dafür verantwortlich bin!"
Dämonische Energien flossen zwischen Hordak's Händen, warteten nur
darauf dass er Sie freisetzte, doch noch zögerte der dunkle Herrscher.
Erst als er sich der uneingeschränkten Aufmerksamkeit der Prinzessin von Eternia gewiss war, entfesselte er die dunkle Macht.
Blanker Horror war in den Augen der erschöpften
blonden Kriegerin zu sehen, als die dämonischen Energien auf die
nunmehr ungeschützte Front von Castle Grayskull auftrafen.
Eine gewaltige Explosion erschütterte das Schlachtfeld, ließ die
Kämpfenden einen winzigen Moment lang inne halten, bevor Sie einander
erneut mit todbringender Entschlossenheit gegenübertraten.
Noch ehe die Explosion abklingen konnte, fiel die
Maulbrücke, einst letzte Verteidigung von Grayskull, und einziger Weg
über den bodenlosen Abgrund mit lautem Krachen auf den steinernen Steg,
offenbarte dem schlimmsten nur denkbaren Wesen den Zugang ins innere
des Schlosses, hin zu einer Macht, die unvorstellbarer war, als alles
andere auf ganz Eternia.
Dichte Staubschwaden, verursacht durch die massiven Beschädigungen an
der steinernen Fassade, und das herabfallen vieler Steine versperrten
noch den Blick auf den dahinter liegenden Korridor, als die Maulbrücke
mit lautem Krachen, begleitet von splitterndem Holz auf dem Boden
aufschlug.
"Teelana…nein. Ich bete darum, dass Du Hordak noch aufhalten kannst", flüsterte Duncan leise. kaum hörbar.
"Sorceress!" schrie Teela mit aller Kraft um den Lärm der erneut
aufflammenden Strahlenwaffen der Horde zu übertönen. Ein lautes Brüllen
von Battle-Cat gesellte sich Ihrem Schrei hinzu, doch nichts davon
konnte die Tatsache dass Hordak mit seinem ersten Angriff auf Grayskull
geschafft hatte, woran viele vor Ihm, unter Ihnen Skeletor und King
Hsss unzählige Male gescheitert waren.
Ein bösartiges Lachen entkam aus Hordak's Kehle, als
der die letzten Schritte auf Adora zu schritt, direkt vor seiner
früheren Untergebenen Halt machte.
"Zeit sich mit Deinem Schicksal abzufinden Adora", meinte er mit verächtlichem Tonfall.
"Du warst noch nie eine Gegnerin für mich… Als Force Captain konntest
Du mir zumindest was Skrupellosigkeit betrifft nachfolgen, doch nun…
Sieh Dich an! Du kannst mich nicht aufhalten!"
Mit durchdringendem Blick musterte er die Prinzessin Eternia, jagte Ihr kalte Schauer über den Rücken, als er begann wie ein Besessener zu lachen.
"Die ultimative Macht liegt vor mir, und nichts und niemand kann mich jetzt noch aufhalten! Oh, ich denke ich werde diesen Tag lieben!"
"Darüber solltest Du noch einmal nachdenken Hordak!", hörte er auf einmal eine Stimme aus dem Staubnebel, der sich langsam zu lichten begann. Keine Sekunde musste der dunkle Kriegsherr warten, ehe er eine Silhouette innerhalb des Torbogens ausmachen konnte, die mit gemächlichen Schritten aus Staub und Dunkelheit in den faden Schein der Morgendämmerung trat…
Fortsetzung folgt ...