Avion, in der letzten Stunde des Tages
Sichtlich erschöpft schritt eine kleine Gruppe,
bestehend aus Ram-Man, Man - E - Faces, Fisto, Hawk und Stratos über
die Trümmer der Tore von Avion. Stein und Staub war alles, was von
jenem Teil der Stadt übrig geblieben war. Einst waren Sie großartige
Zeugen der Baukunst Ihrer Vorfahren gewesen, doch zurück blieb nur die
Erinnerung. Die Reste von metallenen Drohnen, Horde-Soldaten und
Flugmaschinen lagen ebenso zwischen den Trümmern, wie die
zerschmetterten Körper von vielen Verteidigern Avions. Von Kriegern,
jung und alt, die für die Freiheit Ihres Volkes gekämpft hatten. Von
Frauen und Kindern, die mutig genug waren, zu versuchen die Tore der
Stadt bis zu Ihrem letzten Atemzug zu verteidigen.
Ein Gefühl der Übelkeit breitete sich in Hawk aus,
als Sie all das Leid und die Zerstörung sah, die dieser Angriff der
Horde über Sie gebracht hatte. Niemals hätte die junge Frau sich so
etwas vorstellen können.
Sie hatten gesiegt… doch zu welchem Preis. Es würde viel Zeit vergehen,
ehe aus Avion wieder die Stadt werden würde, die Sie einst war, dessen
war sie sich nun sicher.
"Du wusstest, dass es soweit kommen könnte, nicht wahr Stratos?"
"Ja Hawk… ich befürchtete es…Es war meine Hoffnung diesen Moment so lange wie möglich hinauszuzögern… eine andere Möglichkeit zu finden… ohne den Verlust so vieler Leben…"
"Es war nicht Deine Schuld, alter Freund", bemerkte Ram-Man.
"Du hast getan, was Du tun musstest Stratos", fügte Man - E - Faces
hinzu. "Du konntest diesen Kampf nicht verhindern… In dem Du Dich dem
Kampf gestellt hast, hast Du größeres Leid verhindert."
"Das ist wohl wahr meine Freunde", antwortete Stratos. "Doch für wie lange habe ich es verhindert? Dies war nur ein Angriff… nur ein Kommandant der Horde… ich fürchte es werden viele weitere folgen…. Wie viele von Ihnen können wir besiegen? Wie lange können wir gegen Sie Stand halten?"
"So lange wir müssen", meinte Fisto in der für Ihn typischen Art und Weise.
"Wir haben Sie zwei Mal geschlagen… wir werden diese Blechschädel wieder schlagen, wenn Sie erneut angreifen sollten!"
"Ich hoffe es Fisto… ich hoffe es", entgegnete Stratos.
"Doch zuerst müssen wir uns um die Verwundeten kümmern, und dann
sollten wir versuchen Kontakt zu unseren Verbündeten aufzunehmen. Wir
müssen wissen wie es um Andreenos, Felis Quadi und Eternos steht. Das
hat momentan Vorrang vor allem anderen."
"Ich kümmere mich darum Stratos", bot sich Man - E - Faces an, und wechselte in den Robotermodus. "Ich kann die Kommunikationskanäle am schnellsten durchsuchen", fuhr er mit metallisch klingender Stimme fort.
"Das ist gut…"
Stratos wurde unterbrochen bevor er fortfahren
konnte. Er hörte seinen Namen, der von einem Soldaten außerhalb der
zerstörten Stadtmauern gerufen wurde. Nur einen Moment später, sah er
sich dem Mann gegenüber.
"Lord Stratos… wir… wir haben den feindlichen Kommandanten gefangen", stieß dieser zwischen zwei Atemzügen hervor.
"Wo ist er?" fragte Fisto sichtlich erregt.
"Einige unserer Krieger haben Ihn aufgegriffen, und schaffen Ihn nun hierher zurück.
"Sorgt dafür, dass er sicher in einer der noch intakten Gefängniszellen untergebracht wird", befahl Stratos. "Vielleicht kann er uns einige nützliche Informationen über die Strategie der Horde geben."
"Und wenn er dies nicht freiwillig tut, dann werde ich Ihn dazu überreden", rief Fisto, und deutete auf seine metallische Faust.
"Nicht bevor ich mich um Ihn gekümmert habe", meinte Hawk mit grimmigem Gesichtsausdruck.
"Nein Hawk… dies ist nicht die Zeit für Rache. Ich möchte dass Du Dich um die Verletzten und unsere Verteidigung kümmerst."
"Aber Stratos... Du kannst nicht…"
"Hawk! Bitte… hilft mir jetzt unser Volk auf den bevorstehenden Krieg vorzubereiten. Dies war nicht die letzte Schlacht, die wir schlagen mussten, und wir müssen auch auf die nächste vorbereitet sein."
Hawk nickte kurz, und entfernte sich wortlos.
"Fisto, Ram-Man, ich wäre euch sehr verbunden, wenn Ihr Hawk unterstützen würdet, während Man - E - Faces und ich versuchen unsere Verbündeten zu kontaktieren. Der Gefangene wird unterdessen von den Kriegern Avions' verhört werden."
Die angesprochenen nickten, und gingen zu Ihren neu
übertragenen Aufgaben über, wissend dass Sie sich in der
sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm befanden…
Felis Quadi, in den Abendstunden
Der Lärm des Kampfes wurde langsam leiser. Immer mehr
feine Rauchschwaden zeichneten sich am Horizont vor der untergehenden
Sonne ab, zeugten von den gewaltigen Destructo Panzern der Horde, die
unbeirrt auf Felis Quadi, die große Stadt der Quadianer zugesteuert
waren.
Über mehrere Meilen erstreckten sich die Wracks der gewaltigen
Maschinen. In unterschiedlichen Abständen standen mehr oder weniger
ausgebrannte zusammen, je nachdem ob Sie einzeln oder in Gruppen
getroffen worden waren. Zwischen Ihnen befanden sich die metallischen
Überreste unzähliger Horde Trooper, aber auch die zum Teil mehr als nur
entstellten Leichen vieler Krieger von Felis Quadi. Sie hatte der
Angriff am schlimmsten getroffen. Viele von Ihnen waren einen schnellen
und unnötigen Tod gestorben, konnten den Angriff, der Ihr Leben so
abrupt beendete gar nicht sehen.
Erst später, den Grenzen der Stadt näher mischten sich die Körper von
Soldaten der königlichen Garde von Eternia unter die Toten…
Die katzenartigen Quadianer waren exzellente Krieger. Flink, kräftig
und mutig. Viele der vernichteten Horde Trooper hatten dies
eindrucksvoll miterlebt, bevor die Krieger von König Carnivus Ihr
virtuelles Leben beendeten, doch hatte es für viele der tapferen
Krieger nicht gereicht die Schlacht zu überleben. Mehr als ein Drittel
der gefallenen Quadianer war in der ersten Stunde des Angriffs, noch
weit vor den Toren Felis Quadis gefallen.
Trotz der rechtzeitigen Warnung von König Randor, in Gestalt der beiden
Masters Sy-Clone und Mekaneck hatte die Streitmacht der Verbündeten von
Eternos schwere Verlust hinnehmen müssen.
Mit einer ungeahnten Präzision, und dem Vorteil der Überraschung auf
seiner Seite hatte Dragstor, General der Horde, und oberster
Befehlshaber aller Horde Panzerdivisionen die ehemals auf Etheria und
nun auf Eternia stationiert waren den Angriff angeführt, und die
Verteidiger mehr als nur hart getroffen.
Dragstors Strategie hatte perfekt funktioniert. Mit den vorrückenden
Troopers hatte er die Aufmerksamkeit des Feindes erlangt, und diesen zu
einem Kampf offenen Kampf herausgefordert.
Gerade noch rechtzeitig, aber dennoch zu spät um alle Krieger zu
warnen, hatte Mekaneck, der galaktische Kundschafter die herannahenden
Destructo Panzer gesehen. Noch bevor die Quadianer den Rückzug antreten
konnten, hatte der erste Feuerstoß der Kampfmaschinerie ein gewaltiges
Loch in Ihrer Front verursacht.
Obwohl Sy-Clone's Winde zumindest die Horde Trooper
am vorankommen gehindert hatten, war der Rückzug der Quadianer mehr als
nur chaotisch verlaufen. Mekaneck und Kittrina, die nach dem
überraschenden Angriff in Abwesenheit von König Carnivus das Kommando
über die Truppen übernommen hatte, mussten selbst gegen die panischen
Schreie der unerfahrenen Krieger anschreien, um sich Gehör zu
verschaffen und den Rückzug koordinieren zu können.
Mekaneck wusste nicht wie viele Quadianer in den Wirren dieses ersten
überstürzten Rückzugs den Tod gefunden hatte, einfach von Ihren
panischen Kameraden überrannt oder zertrampelt wurden, und er wollte es
auch gar nicht wissen. Zu viele waren gestorben, als dass er
Statistiken darüber führen wollte. Er fühlte sich schlecht. Er wusste
nicht ob er vielleicht in der Lage gewesen wäre, viele Leben zu retten,
hätte er die Panzer früher entdeckt, aber es sah so aus, als würde er
dies niemals herausfinden können.
Lediglich aus dem Wissen, dass Kittrina, Sy-Clone und er selbst es
geschafft hatten, die panisch auseinander stürmenden Krieger zu einem
geordneten Rückzug zu drängen, und Ihren Rückzug abzusichern gab Ihm
etwas Auftrieb. Er wusste, dass der Kampf um die Stadt ansonsten längst
verloren gewesen wäre. Er hatte den Bewohnern von Felis Quadi und den
geflohenen Menschen von Eternos, die auf Befehl von König Randor dort
Zuflucht gesucht hatten, zusätzlich Zeit erkauft.
Zeit, die dringend notwendig war, und die ausgereicht hatte.
Soldaten der königlichen Garde waren eingetroffen. Immerhin zwei Divisionen in voller Truppenstärke, sowie einige wenige Battle Hawks, die den Trupp begleitet hatten, waren zur Verfügung gestanden. Hektisch hatte Commander Andrews den Truppführern Anweisungen gegeben, wie sie Ihre Soldaten in der Schlacht zu führen hätten, ehe er die Anweisung auszurücken, und Stellung zu beziehen erteilt hatte.
Mekaneck hatte tief durchgeatmet, als sie endlich die
eilig errichteten Stellungen der Soldaten der königlichen Garde
erreicht hatten. Mit Hilfe der Unterstützung war es Ihnen endlich
gelungen, den stetigen Vormarsch der Horde sichtlich zu verlangsamen,
und dem Gegner endlich sichtbare Verluste beizubringen.
Dennoch war die Schlacht zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewonnen gewesen.
Als Dragstor erkannt hatte, dass Commander Andrews das stabilisierende
Element des erstarkenden Widerstands gegen seine Truppen war, hatte er
gehandelt.
Kittrina war dem Offizier am nächsten gewesen, als er angegriffen
wurde, doch selbst die Reflexe der kartenartigen Kriegerin hatten den
Mann nicht vor einem Treffer bewahren können. Ohne die Anweisungen
Ihres Anführers war es auch den Soldaten von Eternos schwer gefallen
den Widerstand aufrecht zu erhalten. Viele von Ihnen waren junge Männer
und Frauen gewesen, deren Aufgabe bis zu jenen Tagen in der
Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe im Königreich von Eternia und
der Bewachung des Königspalastes gelegen hatte. Für viele war die
Schlacht vor Eternos der erste wirkliche Kampf gewesen, an dem sie
jemals teilgenommen hatten. Mekaneck hatte bemerkt dass Ihnen die
Erfahrung gefehlt hatte… und ein Anführer.
Kittrina und Sy-Clone, die herangeeilt waren, wären
beinahe Ihrerseits von einem weiteren Angriff erwischt worden, hätte
nicht ein herannahender Wind Raider den Angriff abgewehrt.
Zuerst hatte Mekaneck nicht erkannt, wer Ihnen zu Hilfe gekommen war,
doch als eine in der Sonne glänzende Gestalt aus dem Fluggerät
gesprungen, und mit mehreren feuernden Waffen eindrucksvoll die ersten
beiden nahe kommenden Panzer erledigt hatte, hatte der galaktische
Kundschafter Roboto erkannt.
Trotz der Unterstützung von Roboto war der Vormarsch der Panzer nicht
zum Stillstand gekommen, doch hatte sich Mekaneck daraus die
Möglichkeit ergeben sich einen besseren Überblick zu verschaffen,
während Kittrina dafür gesorgt hatte dass verletzte Commander Andrews,
vom Schlachtfeld gebracht wurde.
Während Roboto die Panzer und Sy-Clone die Trooper auf Abstand gehalten
hatte, hatte die Quadianerin versucht Ordnung in die chaotischen Reihen
der Verteidiger zu bringen. Selbst Sie hatte bemerkt, dass den Truppen
ein Anführer gefehlt hatte.
Mekaneck erinnerte sich daran, wie erleichtert er
war, als er plötzlich die Stimme von König Randor über das Schlachtfeld
donnern gehört hatte. Er war ein hervorragender Kundschafter und ein
passabler Kämpfer, anders wäre er wohl kaum ein Mitglied der Masters of
the Universe geworden, doch die Fähigkeiten eines richtigen Anführers
fehlten ihm, das war Ihm ebenso klar, wie allen anderen die Ihn kannten.
Mit dem Zeitpunkt, als König Randor das Kommando übernommen hatte,
hatten sie die Schlacht drehen können. Trotz des nun deutlich
strafferen Verteidigungsnetzes, das zusätzlich noch durch Moss Man und
seine Kräfte verstärkt worden war, war es noch zu Verlusten gekommen,
doch letztlich hatten Sie es geschafft die Angriffsbemühungen des
Feindes noch vor Felis Quadi zu stoppen.
Mekaneck beobachtete wie Moss Man und Roboto die letzten verbliebenen Trooper zurückdrängten und gemeinsam durch Moss Man's Kraft die Natur zu beeinflussen und Robotos taktisches Wissen versuchten einen Wall zu erschaffen, der die zerstörten Panzer als stabilisierende Elemente nutzte und stark genug war um einen erneuten Ansturm wenigstens zeitweilig abzuhalten.
Als er seinen Hals wieder zurückzog ließ der
galaktische Kundschafter seinen Blick über das Gelände suchen, um
sicherzugehen, dass er keinen der Feinde übersehen hatte.
Er wirkte nachdenklich, als sein Kopf wieder direkt über seinen Schultern ruhte.
"Was beschäftigt Dich alter Freund?"
Mekaneck blickte zur Seite, und sah wie König Randor neben Ihm stand. Er hatte nicht bemerkt, dass der König neben Ihn getreten war. Unaufmerksamkeit die hier konnte tödlich sein, das wusste Mekaneck.
"Wie… oh Eure Majestät… Ich war… in Gedanken."
"Es gibt keinen Grund mich hier draußen Majestät zu
nennen Mekaneck. Randor… wir in alten Zeiten muss genügen", meinte der
König mit einem leichten Schmunzeln, als er an jene alten Zeiten von
denen er sprach zurückdenken musste. Jene Zeit, zu der seine Welt noch
in Ordnung gewesen war…
"Nun, worüber dachtest Du nach Mekaneck", kam Randor auf seine Frage
zurück, und rief sich selbst damit zur Räson, was Erinnerungen an die
Vergangenheit betraf.
"Ich habe mir Gedanken darüber gemacht… ob ich hätte verhindern können was geschehen ist, wenn ich die Panzer früher bemerkt hätte?"
"Das ist es also", meinte Randor. "Ich kann Dir nicht
sagen, ob Du es verhindern können hättest Mekaneck, oder was dann
geschehen wäre. Ich bin keine Zauberin, die in die Zukunft sehen kann",
fügte er hinzu. Sowohl Randor wie auch Mekaneck verspürten ein
seltsames Deja-Vu' als Randor jene Worte sprach, und der König fragte
sich unwillkürlich was diese Wortwahl zu bedeuten hatte. Er konnte sich
nicht erinnern, dies jemals gesagt zu haben, und dennoch hatte er das
Gefühl jene Worte schon einmal gehört zu haben. Er schüttelte jene
Gedanken ab, und wandte sich wieder an Mekaneck.
"Ich habe soeben mit König Carnivus gesprochen Mekaneck…er… ist soeben
eingetroffen. Seine Krieger konnten Ihn auf halbem Wege erreichen, und
Ihm Eure Warnung über den Bevorstehen Angriff überbringen. Er war
zutiefst besorgt dass die Horde in der Lage war so schnell gegen sein
Königreich vorzurücken, während er mit einer kleinen Eskorte von nur
wenigen Kriegern und Mitgliedern des Rates auf dem Weg zu einem
diplomatischen Treffen war."
Randor machte eine kurze Pause um Mekaneck die Gelegenheit zu geben zu sprechen, aber der Kundschafter schwieg.
"Kittrina erzählte mir dass sie nur dank Eurer Warnung in der Lage war,
die Krieger rechtzeitig zusammen zu rufen. Wären Sy-Clone und Du nicht
zu Ihrer Warnung geeilt, so wäre Felis Quadi bereits dem Erdboden
gleich gemacht. Ihr beide habt vielen Quadianern das Leben gerettet,
und das ist was zählt."
Mekaneck nickte, bei den letzten Worten von Randor. Einen Moment lang standen sich die beiden schweigend gegenüber. "Vielleicht brauche ich nur Zeit darüber nachzudenken… Randor", meinte der Kundschafter.
"Nimm dir soviel Zeit wie Du brauchst Mekaneck… solange wir Sie haben." Randor klopfte Ihm aufmunternd auf die Schulter, und ließ Ihn alleine.
König Carnivus, Kittrina, Sy-Clone und einige Soldaten der königlichen Garde erwarteten Ihn bereits vor den Toren von Felis Quadi, und er hatte nicht vor Sie zu lange warten zu lassen.
"Die ersten Flüchtlingsschiffe aus Eternos sind inzwischen eingetroffen Euer Majestät", berichtete einer der Soldaten. "Haben die Menschen die Flüchtlingsschiffe bereits verlassen?" fragte Randor nach. "Noch nicht, Sire. Wir wollten zuerst Eure, und die Zustimmung von König Carnivus abwarten."
"Ihr habt meine Zustimmung", antwortete Carnivus:
"Doch scheint mir Felis Quadi nicht mehr der sicherste Ort für Euer
Volk zu sein", meinte er zu Randor.
"Bevor wir euch hier trafen, haben Kittrina und ich", er deutete zu
seiner Tochter, die zu seiner rechten stand: "uns bereits mit dem Rat
der Ältesten beraten."
"Wir sind noch uneins, wie wir weiter vorgehen sollen, doch solange die
Horde auf Eternia ist, ist unser Volk in ernsthafter Gefahr. Während
wir hier sprechen, erörtert der Rat die Möglichkeiten die uns bleiben",
fügte Kittrina hinzu.
"Nicht zuletzt aufgrund des denkbar knappen Ausgangs der Schlacht, die
wir ohne Eure Hilfe sicher nicht gewonnen hätten Randor, erscheint es
uns derzeit als das beste unser Volk in Sicherheit zu bringen, und
Felis Quadi aufzugeben", erklärte König Carnivus.
Kittrina blickte ernst, als Ihr Vater den Plan die Stadt aufzugeben vor Ihren Verbündeten präsentierte. Sie war eine stolze Kriegerin, und der Umstand dass König Carnivus zugegeben hatte, dass Sie ohne Ihre Verbündeten keine Chance gegen die Horde gehabt hätten, missfiel Ihr. Dennoch erkannte Sie die Wahrheit hinter diesen Worten. Es war unwahrscheinlich Felis Quadi ewig gegen eine solche Übermacht halten zu können, doch welche Alternativen hatten Sie?
Randor räusperte sich.
"Ich danke Euch, für die angebotene Gastfreundschaft Carnivus, aber die
Worte Eures Rates sind weise. Ich habe Felis Quadi als Zufluchtsort für
mein Volk ausgewählt, weil es die nächstgelegene Stadt war, die die
Transporter erreichen konnten. Als ich jene Entscheidung traf, schien
mir Eure Stadt ein sicherer Hafen, doch nun, da die Horde bereits
einmal zu nah vor den Toren stand, hat sich diese Situation geändert."
Er wandte sich an den Soldaten, der Ihm die Nachricht vom eintreffen der Flüchtlingsschiffe überbracht hatte: "Gebt Anweisung an den Konvoi sich bereit zu halten, so viele Bewohner von Felis Quadi wie nur möglich aufzunehmen, und dann in Richtung der Eisgebirge in die Gefilde der Kulataks aufzubrechen. Hier ist das Volk von Eternos nicht mehr sicher."
"Ich schlage vor, Ihr sprecht wegen der Evakuierung mit Eurem Volk Carnivus. Ich werde versuchen so viele unserer Verbündeten wie möglich über Funk zu kontaktieren. Wir brauchen jeden verfügbaren Soldaten und jede möglich Informationen, die wir bekommen können, wenn wir der Horde Widerstand leisten wollen."
"So sei es", antwortete König Carnivus und entfernte sich, ebenso wie die Soldaten von Eternos, die nun zu den Flüchtlingsschiffen liefen. Lediglich Sy-Clone und Kittrina blieben bei Randor zurück…
Castle Grayskull, in der Morgendämmerung
Nachdenklich stand Duncan am Fenster eines Turms von Grayskull und blickte auf den Saum des Evergreen Forrest, der sich unweit der Tore des Schlosses erstreckte. Die Offenbahrung der Sorceress beschäftigte Ihn mehr als er sich selbst zugestehen wollte. ‚Was ist damals geschehen Teelana? Was hast Du getan? Welchen Fehler kannst Du begangen haben, der sich nun auf solch schreckliche Art und Weise rächen könnte an ganz Eternia?'
Der Waffenmeister schreckte hoch, als ihn eine Hand
an der Schulter berührte. Überrascht niemanden bemerkt zu haben, sah er
wie seine Tochter und die Königin hinter Ihm standen. Beiden waren die
Ereignisse der vergangenen Tage deutlich anzusehen, auch wenn Sie durch
die wenigen Stunden an Schlaf, die Sie sich beide zugestanden hatten
nicht mehr so übernächtigt wirkten wie noch am Tag zuvor. Marlena war
es gewesen, die Duncan aus seinen Gedanken gerissen hatte, und nun mit
fragender Mine vor Ihm stand.
‚Sie muss mich wohl gleichzeitig etwas gefragt haben", dämmerte es dem Waffenmeister nach Sekunden lähmender Stille.
"Verzeiht Hoheit, ich war in Gedanken", erwiderte er
schließlich.
"Unser Königreich existiert nicht mehr Duncan, es besteht kein Anlass
mehr mich eine Königin zu nennen", antwortete Sie Ihm resigniert.
"Marlena alleine wird ausreichen", meinte Sie und blickte dabei auch zu Teela.
"Ihr dürft den Menschen nicht die Hoffnung nehmen Majestät", setzte
Teela Ihr entgegen: "Ihr seid immer noch die Königin, egal ob Ihr ein
Königreich hinter euch habt oder nicht! Wie sollen die Menschen von
Eternos für etwas kämpfen wenn Ihre Königin, Ihr Symbol für ein
besseres Eternia den Kampf bereits aufgegeben hat? Ihr dürft nicht
einfach so aufgeben!"
"Marlena!" Duncan ergriff Sie an den Schultern und nannte Sie bei Ihrem
Namen, doch nicht um ihrem Wunsch zu entsprechen, sondern vielmehr um
zu Ihr durchdringen zu können: "Du kannst jetzt nicht einfach aufgeben!
Teela hat vollkommen Recht! Wenn wir aufgeben, hat der Feind bereits
gewonnen. Noch besteht Hoffnung!"
In Duncan's Geist formte sich ein Bild, das Adora als letztes Licht der
Hoffnung inmitten einer Welt des Schattens zeigte. Ein Licht das sich
einfach ausbreiten musste, und die Dunkelheit vertreiben würde.
‚Beeil Dich Adora! Hoffentlich hast Du auf Deiner Reise gefunden wonach
Du gesucht hast. Ich hoffe Deine Vision war falsch Teelana, und Adora
kann alles zum Guten wenden.'
Ungläubig blickte Marlena in das Gesicht Ihres
langjährigen Weggefährten. So lange sie sich erinnern konnte, war
Duncan immer ein treuer Freund und Ratgeber gewesen, und selbst in
dieser dunklen Stunde weigerte er sich an eine Niederlage zu glauben.
Selbst Teela schien die Hoffnung nicht aufgegeben zu haben, obwohl Sie
im Verlauf dieses kurzen, verlustreichen Krieges beinahe getötet worden
wäre. Sie selbst hingegen ließ sich in ein tiefes Loch fallen, aus dem
sie sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien könnte. Sie durfte dies
auf keinen Fall zulassen.
Adora war irgendwo dort draußen. Ebenso wie Randor.
‚Ich darf nicht aufgeben. Meine Tochter und mein Gatte verlassen sich
auf mich. Duncan und Teela, unsere Familie… Ich bin es Ihnen schuldig
für die Freiheit einzutreten.'
Marlena löste sich von Duncan. Sie musterte den Waffenmeister und seine Tochter mit bedeutungsschwangerem Blick.
"Die Zeit aufzugeben ist noch nicht gekommen", meinte Sie nach bangen
Sekunden, während Sie Ihre Arme öffnete und sowohl Duncan wie auch
Teela kurz umarmte.
"Ich danke euch dafür dass Ihr mir den Kopf wieder zurück gerückt habt,
und dafür dass Ihr bei mir seid", fuhr die Königin fort: "Dennoch
bestehe ich darauf solange nicht mehr mit Hoheit oder Majestät
angesprochen zu werden, bis Eternos wieder von der Herrschaft der Horde
befreit ist!"
"Ich denke das ist ein akzeptabler Vorschlag Euer Hoheit…, Verzeihung ich meinte natürlich Marlena."
Marlena nickte lächelnd als Sie Teela's freudschen Versprecher vernahm.
Es war ein schönes Gefühl wieder lächeln zu können. Teela wurde
regelrecht angesteckt, und strahlte einen Moment lang regelrecht mit
der Königin um die Wette bis sie durch das Fenster Bewegungen am Rande
des Evergreen Forrest ausmachen konnte. Schlagartig erstarb das Lächeln
auf Ihren Lippen. Besorgnis kam auf Ihrem Gesicht zum Vorschein.
"Vater, Marlena! Seht dort, am Rand des Evergreen
Forrest!" Sofort stürzte Teela zum Fenster und deutete auf den Punkt an
dem Sie die Bewegungen ausgemacht hatte. Ohne lange nachzufragen
folgten Duncan und Marlena Ihr ans Fenster.
Schnell wurde die bloße Befürchtung für Duncan zur traurigen
Gewissheit. Er brauchte keine technischen Hilfsmittel zu bemühen um zu
erkennen worum und um wen es sich handelte.
"Er ist also tatsächlich gekommen", murmelte er vor sich hin.
"Wen meinst Du Vater? Wer ist gekommen", fragte Teela verwirrt nach, und auch Marlena schien eine Antwort auf die Frage seiner Tochter zu erwarten, obwohl Sie nicht danach gefragt hatte, sprach Ihr diesbezüglicher Blick Bände.
"Hordak ist zurück! Er ist auf dem Weg hierher…"
"Aber… aber wie… wie ist das möglich? Vater, wie kann das sein? Wurde Hordak nicht verbannt?" Schaudernd erwartete Teela eine Antwort, während Marlena wortlos den Saum des Evergreen Forrest und damit verbunden den Aufmarsch einer weiteren Horde Armee beobachtete.
"Das wurde er Teela." Aus dem Hintergrund war die Stimme von Teelana zu hören. Wenige Sekunden später stand die Hüterin von Grayskull inmitten der kleinen Gruppe. "Aber wie konnte er dann zurückkehren Sorceress?"
"Der Bann wurde gebrochen. Doch nicht von Hordak selbst. Nicht einmal er hätte die Macht dazu. Jemand auf Eternia hat Ihn befreit", erklärte die Sorceress.
"Aber… wieso hat die Horde Eternos angegriffen, wenn
jemand auf Eternia Ihren Anführer befreit hat?" Teela wirkte verwirrt
und Duncan konnte nachvollziehen welche Gedanken seiner Tochter durch
den Kopf gingen, hatte er selbst unlängst ähnliche Überlegungen
angestellt, deren Ergebnis Ihm ganz und gar nicht gefallen konnte.
"Ich nehme an es war ein Ablenkungsmanöver um Hordak befreien zu
können", teile Duncan seiner Tochter mit: "Etwas… oder jemand ist mit
diesem Raumschiff nach Eternia gekommen, mit der festen Absicht Hordak
zu befreien. Das war Ihr eigentliches Ziel. Der ganze Truppenaufmarsch.
Der Angriff auf Eternos wurde nur inszeniert um uns von Ihrem
eigentlichen Ziel abzulenken…"
"Göttin, nein!" Teela wirkte bestürzt als Sie die Tragweite der Worte Ihres Vaters begriff. "Soll das bedeuten all unsere Anstrengungen waren sinnlos? All das Leid, Tod und Zerstörung die diese Schlacht über uns gebracht hat, waren nur ein Vorbote für das was kommen wird?"
"Eure Anstrengungen müssen nicht umsonst gewesen sein Teela. Hordak muss aufgehalten werden, ehe es zu schlimmerem kommt", stellte Teelana nüchtern fest.
"Wie sollen wir jemanden wie Hordak jetzt noch aufhalten? Wer soll sich Ihm in den Weg stellen?" Ratlosigkeit sprach aus Teela's Stimme, und doch war Ihr anzumerken, dass Sie nicht so einfach aufgeben wollte: "Es muss eine Möglichkeit geben… Ich bin nicht bereit aufzugeben!"
"Ein Aufgeben stand nie zur Debatte Teela",
antwortete die Sorceress: "Ich werde versuchen Hordak aufzuhalten bis
Hilfe eintrifft. Ihr dürft die Hoffnung nie aufgeben, egal was
passiert."
Teela bemerkte wie die Sorceress in Ihre Augen blickte. Ein seltsames
Unwohlsein erfasste Sie, insbesondere bei den letzten Worten, die die
mystische Hüterin an Sie gerichtet hatte.
"Das kann nicht Euer ernst sein Sorceress", platzte es aus Duncan heraus.
‚Das ist Wahnsinn Teelana! Du kannst niemals gegen Hordak bestehen.
Alleine seine Anwesenheit zeigt welch immense Macht er besitzt. Was
hast Du vor? Was soll aus Teela werden, wenn Du eine Niederlage
erleidest?', fragte er Sie auf telepathischem Wege.
"Es ist mein voller Ernst Man at Arms. Hordak muss aufgehalten werden",
antwortete Sie Ihm mit fester Stimme, während Sie gleichzeitig
versuchte Ihn telepathisch von der Notwendigkeit Ihres Plans zu
überzeugen: ‚Es tut mir leid Duncan, aber ich sehe keinen anderen
Ausweg. Adora ist dort draußen und auf dem Rückweg nach Grayskull! Wenn
ich Hordak nur aufhalten kann bis Adora zurückkehrt…'
‚Was dann Teelana! Adora konnte sich als ich Sie zuletzt sah nicht verwandeln. Egal wie sehr Sie sich bemüht hat. Du konntest oder wolltest Ihr nicht helfen, und nun ist Sie der Strohhalm an den Du Dich klammerst?'
‚Ich glaube fest an Adora. Sie ist meine Hoffnung, und ich bin mir sicher Sie wird uns nicht enttäuschen… wenn sie genügend Zeit bekommt zurückzukehren!'
‚Zurückkehren? Woher? Wohin hast Du Sie geschickt Teelana?'
‚Zum Ursprung Duncan… an einen Ort dessen Besuch Ihr schon vor Jahren bestimmt war… Mount Imperium!'
"Wie bitte?" Die Antwort der Sorceress hatte Duncan vollkommen aus der Bahn geworfen. Er schaffte es nicht mehr einen klaren Gedanken an die Hüterin zu adressieren. Stattdessen kreisten seine Gedanken um den Ort den sie Ihm genannt hatte. Mount Imperium. Der Ort an dem Adam… er mochte den Gedanken gar nicht zu Ende denken. Innerlich verkrampfte sich alles in Ihm, als er sich an jeden Tag erinnerte, der Ihnen allen solch unendlichen Schmerz bereitet hatte. Seit vielen Jahren fragte sich der Waffenmeister bereits warum der Prinz und die Prinzessin an jenem verhängnisvollen Tag zum Mount Imperium gereist waren. Niemals hatte die Bewahrerin von Grayskull bei diesen Überlegungen eine Rolle gespielt … bis heute…
"Er ist da! Hordak persönlich ist erschienen!"
Jäh wurden Duncan und Teelana von Königin Marlena in Ihrem teils
öffentlichen, teils privatem Streitgespräch unterbrochen. Still hatte
die Königin die letzten Minuten aus dem Fenster gestarrt. Scheinbar
teilnahmslos hatte sie den Aufmarsch der Horde-Trooper verfolgt, bis
der dunkle Kriegsherr selbst auf der Bildfläche erschienen war.
"Es ist soweit. Ich werde gehen, und Ihn aufhalten.
Solange ich es kann" Pure Entschlossenheit war in der Stimme der
Sorceress zu hören, doch Duncan dachte nicht daran sich davon
beeindrucken zu lassen.
"Nein! Das kann ich nicht zulassen! Wenn Hordak siegt, so ist Ihm
Grayskull schutzlos ausgeliefert, und damit ganz Eternia! Wir haben
eine wesentlich größere Chance wenn Ihr versucht Grayskull von
innerhalb des Schlosses zu verteidigen Sorceress! Wenn jemand versuchen
wird Hordak aufzuhalten, dann bin ich es!"
"Dein Mut ehrt Dich Man at Arms", antwortete Teelana: "… dennoch…"
"Dennoch was?", wurde Sie von Königin Marlena unterbrochen: "Ich habe keine Ahnung wovon Ihr beide sprecht, aber Duncan würde niemals so entschlossen widersprechen wenn er nicht davon überzeugt wäre das richtige zu tun…. Stimmt es was er gesagt hat Sorceress? Ist Eternia tatsächlich verloren, wenn dieser Ort von Hordak überrannt wird? Seid Ihr bereit ganz Eternia zu riskieren, nur weil Ihr Eure eigene Verantwortlichkeit beweisen wollt? Was hat es mit Castle Grayskull tatsächlich auf sich?"
Einen Augenblick lang war Teelana sprachlos. Die Worte von Marlena hatten Ihre Wirkung getan. Nachdenklich schritt Teelana ans Fenster, und begann zu erklären, wissend dass Sie damit den Zauber des Vergessens, den Sie vor 15 Jahren ausgesprochen hatte brechen würde. Langsam würden die Erinnerungen der Menschen von Eternia zurückkehren, doch dies war der Lauf der Dinge, den selbst Teelana als Hüterin von Grayskull nicht zu ändern vermochte…
Fortsetzung folgt ...