Eternos, Hauptstadt von Eternia
Eternos war verloren. Aus nahezu allen Richtungen stürmten Soldaten der Horde auf die Hauptstadt von Eternia zu. Wie ein Schwarm von Wespen stürmten Sie ungehindert durch die Strassen und Gassen der Stadt, auf Ihr eigentliches Ziel, den königlichen Palast zu.
Aus weiter Ferne starrte Man-at-Arms, auf den nie mehr enden wollenden
Ansturm der Horde Trooper auf Eternos. Nach schier endlosen Minuten in
denen die feindliche Streitmacht vor den Toren der Stadt nicht
abzunehmen schien, obwohl mehr und mehr Soldaten innerhalb der Mauern
verschwanden, wandte auch er sich entsetzt ab, folgte dem Beispiel
seines Königs.
"Niemals hätte ich gedacht dass ein solcher Tag jemals kommen könnte
Duncan", erklärte Randor mit bebender Stimme: "Niemals hätte ich
gedacht, dass ein Tag kommen würde, an dem wir nicht mehr für das Volk
eintreten könnten Es war ein Fehler Eternos aufzugeben." Mit
kummervollem Blick sah Randor zurück auf die Stadt, auf den Palast, der
Ihrer aller zuhause darstellte.
"Wir haben richtig gehandelt Randor…dessen bin ich mir sicher. Wir
haben es geschafft nahezu jeden Bewohner der Stadt sicher zu
evakuieren, ohne die Aufmerksamkeit der Horde-Späher zu erregen. Wir
haben Eternos vorerst aufgegeben, doch bedeutet das noch lange nicht,
dass wir aufgegeben haben. Es besteht noch Hoffnung alter Freund. Die
Nachricht, die wir von Buzz Off erhalten haben stimmt mich
zuversichtlich Randor. Mit unseren Verbündeten an unserer Seite besteht
noch eine Chance für uns… Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren.
Niemals!" Mit aufmunternden Worten versuchte Duncan die Stimmung von
Randor anzuheben, obwohl Ihm selbst ganz und gar nicht danach zu Mute
war.
Noch immer hatte er nichts über den Zustand von Teela erfahren. Selbst
über die Verletzung Ihrer Tochter schwieg die Sorceress Ihn an. Adora
und Marlena mussten zusammen mit Teela längst die schützenden Mauern
von Grayskull erreicht haben. Wieso hatte die Sorceress Ihn noch nicht
kontaktiert? Es war nicht Ihre Art, Ihn in solcher Situation unwissend
zu lassen. Wieso schwieg Sie darüber? Wie auch über so vieles andere.
Ärgerlich dachte Duncan an Ihr letztes Gespräch zurück, während die
Türme von Eternos allmählich hinter dem Horizont verschwanden…
Subternia
Blitz und Donner tobten über einem der Übergänge der Hemisphäre des
Lichts hin zu den Höhlen und Gängen und Subternias. Innerhalb der
ersten Katakomben war davon weder etwas zu sehen, noch zu hören. Das
Geräusch von schweren Kettenfahrzeugen, und die Lichtblitze
abgefeuerter Energiewaffen überlagerten, das Schauspiel, das die Natur
außerhalb der Niederungen des Untergrunds bot.
Der Kampf war erst seit wenigen Minuten im Gange, doch von Minute zu
Minute mussten sich die Völker der Speleaner und Caligarier, einst
erbitterte Feinde, weiter zurückziehen. Verbittert beobachteten
Ceratus, Anführer der Caligarier, und Lord Dactys, Anführer der
Speleaner wie mehr und mehr Horde-Trooper den Abhang hinabstürmten. Für
jeden Angreifer, den die Krieger beider Völker niederstreckten, kamen
zwei neue den Abhang hinab, und weder speleanischer Stahl, noch rohe
caligarische Kraft vermochten daran etwas zu ändern.
Noch hielten sich die Verluste auf Seiten der Völker Subternias in
Grenzen. "Nicht auszudenken, was geschehen wäre, hätte Randor uns nicht
gewarnt", bemerkte Dactys mit einem bissigen Unterton. "Diese
Streitmacht ist unglaublich. Nicht einmal unsere beiden Völker zusammen
scheinen eine Chance gegen Sie zu haben… Es sind einfach zu viele
Dactys… Wir müssen uns zurückziehen! Wir können den Zugang unmöglich
länger halten", rief Ceratus seinem Gegenpart auf Seiten der Speleaner
zu. Ein kurzer Blick auf den Abhang, an dessen Rand zwei neue
Kettenfahrzeuge auftauchten genügte Dactys, um seine Entscheidung zu
treffen. Zustimmend nickte er Ceratus zu, ehe er das Wort an seine
Krieger richtete: "Speleaner zieht euch zurück! Deckt Euren Rückzug,
und den der Caligarier so gut es geht, und zieht euch zurück!"
"Rückzug", schrie auch Ceratus seinen Kriegern entgegen. So gut es
möglich war, versuchten beide Anführer den Lärm des Kampfes zu
übertönen, und Ihren Kriegern die Rückzugsbefehle zu vermitteln.
Während die beiden Völker Subternias Ihren Rückzug
antraten, trat eine Gestalt an den Rand des Abhangs. Schmale Beine, die
zusammen mit einem schwanz-artigem Gliedmaß, an dessen Ende sich ein
Stachel befand, in einem wohlgeformten Oberkörper, welcher eindeutig
weibliche Formen hatte endeten, taten Schritt um Schritt, bis die
Gestalt schließlich in einer Position war, von der aus Sie das
Kampfgeschehen beobachten konnte. Obskure Gliedmaßen, die mehr an
Scheren, denn an Hände erinnerten tasteten nach einer schmalen Box, die
an einem Gürtel hing, und unaufhörlich piepte. Mit einem leichten Druck
auf eine Seite der Box führte die Gestalt diese zu Ihrem Mund, und als
Sie zu sprechen begann wurde der Zweck klar.
"Scorpia erstattet Bericht", sprach Sie in die Box: "Wir rücken von wie
geplant. Die Speleaner und Caligarier werden sich uns in kürze
ergeben…. Oder vernichtet werden!" Die Gestalt, Scorpia...
Befehlshaberin der Horde, wartete die Antwort noch ab, ehe Sie Ihr
Funkgerät wieder an Ihrem Gürtel befestigte, und der zweiten Truppe
Befehl gab, nach Subternia vorzurücken…
Die Mystic Mountains
Mit voller Schubkraft durchflogen ein Wind Raider und ein Sky-Sled
den Luftraum Eternias auf dem Weg in die Mystic Mountains. Man - E -
Faces und Ram-Man saßen hinter den Kontrollen des Wind Raiders, während
Fisto den Sky-Sled zu Ihrer rechten steuerte.
Noch vor wenigen
Stunden waren Sie auf dem Rückweg von Subternia nach Eternos, doch ein
Notruf von Stratos hatte Ihre Pläne geändert…
"Konntest Du Man-at-Arms inzwischen erreichen Ram-Man?", fragte Man - E
- Faces, den schmächtigen Krieger, der neben Ihm im Wind Raider platz
genommen hatte.
"Bisher noch nicht Man - E - Faces… … Ich konnte bisher niemanden
erreichen. Es scheint so als wäre der ganze Palast unerreichbar, und
auch zu Stratos habe ich keinerlei Kontakt mehr herstellen können, seit
dem Notruf, den wir von Ihm aufgefangen haben."
"Was denkt Ihr was dort vor sich gehen könnte?" schrie Fisto Ihnen zu.
Zwar hatten die drei Sturm und Gewitter inzwischen hinter sich
gelassen, doch waren die Ausläufer beider Wetterphänomene noch deutlich
zu hören, und erschwerten die Kommunikation untereinander.
"Schwer zu sagen Fisto", entgegnete Man - E - Faces, und schaltete in
den Robotermodus um: "Die Wahrscheinlichkeit dass die geflohenen
Soldaten der Horde die Kommunikation stören liegt bei 87,374%."
"Denkst Du der Notruf von Stratos hat etwas mit den Horde-Streitkräften zu tun?", fragte Ram-Man.
"Ich verwette meine Faust, dass diese feigen Metallschachteln etwas
damit zu tun haben", schrie Fisto herüber, ehe eine weitere Antwort von
Man - E - Robot zu erwarten war.
"Unter Berücksichtigung aller Variablen würde ein Angriff der Horde auf
die Mystic Mountains nur bei einer Konstellation Sinn ergeben: Sie
haben Verstärkungen erhalten", trug die robotische Form des Kriegers
monoton vor, ehe er wieder in die menschliche Form wechselte.
"Und wenn das der Fall ist, sollten wir uns beeilen. In diesem Fall
wird Stratos unsere Hilfe mehr als nur brauchen… Ram-Man, versuch
weiterhin Kontakt mit Eternos oder zumindest mit einem der anderen
herzustellen. Vielleicht wissen die anderen mehr als wir."
Castle Grayskull
Als Teela den die Pforte durchschritt glaube Sie Ihren Augen nicht zu trauen.
Königin Marlena stand vor Ihr. Die Hände vor Ihr Gesicht geschlagen,
starrte Sie gebannt auf eine Art Spiegel, der sich an der Wand vor Ihr
befand.
Verwundert ging Teela einige Schritte näher, versuchte zu erkennen was
eine solche Reaktion der Königin hervorgerufen haben könnte. Noch waren
die Konturen die der Spiegel zeigte nur verschwommen vor Ihrem Auge.
Teela führte dies ebenso wie das plötzlich auftretende Gefühl von
Schwindel auf die Verletzung zurück, von der die Sorceress zuvor
gesprochen hatte. Dennoch musste Sie erfahren was geschehen war, und wo
Adora war.
"Majestät? Ist alles in Ordnung?", fragte Sie vorsichtig.
"Teela!" Überrascht blickte Marlena in die Richtung aus der Sie die Stimme der jungen Frau vernommen hatte. "Du bist wohlauf… Ich… bin so froh darüber", meinte Sie mit tränenerstickter Stimme. Unvermittelt lief Marlena auf Teela zu, und schloss Sie in Ihre Arme, drückte Sie an sich. Teela vermeinte den Schimmer einer Träne in den Augen der Königin gesehen zu haben, verwarf diesen Gedanken aber wieder, als Marlena die Umarmung löste, und Sie mit kurzem wohlwollend musterndem Blick ansah. Diesmal konnte Teela kein Anzeichen einer Träne feststellen. ‚Ich muss mich getäuscht haben. Weshalb sollte die Königin auch weinen? Etwa meinetwegen? Oder wegen etwas dass Sie in diesem Spiegel gesehen hat? Was hat es mit diesem Spiegel auf sich?'
"Schön dass es Dir wieder besser geht Teela", meinte Marlena nun mit deutlich ruhigerer Stimme.
Aus den Augenwinkeln sah die Königin wie die Hüterin von Grayskull nun ebenfalls den Raum betrat.
"Ich danke euch Sorceress. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es
ohne Eure Hilfe um Teela stehen würde. Wir sind euch zu tiefem Dank
verpflichtet." Eine sorgenvolle Mine wich dem freudigen Gesicht,
welches die Königin gezeigt hatte, als Sie Teela umarmt hatte.
Ein einziger Blick von Teelana reichte aus, um den Grund für den plötzlichen Wandel der Königin zu erkennen: Adora.
Verunsichert betrachtete Teela den kurzen aber intensiven
Blickwechseln zwischen der Regentin von Eternos und der Bewahrerin von
Grayskull.
"Majestät, Sorceress, was geht hier vor sich? Wo ist Adora?" fragte Sie schließlich.
"Sieh selbst Teela", antwortete Teelana auf die Frage, und deutete
zu dem großen Spiegel an der Wand. Teela kniff die Augen zusammen,
versuchte zu erkennen was der Spiegel anzeigte, doch alles was Sie sah
war ein wirbelndes Kaleidoskop von Farben.
Das Gefühl des Schwindels in Ihr nahm zu, und Sie versuchte sich
festzuhalten, doch um Sie herum war nichts. Sie taumelte leicht, und
Sie sah sich selbst bereits zu Boden gehen. Schier endlose Sekunden
vergingen, bis Sie spürte wie schmale Hände Ihre Taille umschlossen,
und Ihr mehr Halt gaben.
Langsam nahm die Welt um Sie herum wieder Formen an, und Teela konnte erkennen was der Spiegel Ihnen zeigte.
"Göttin, nein", entkam es Ihren Lippen. Unvermittelt blickte Sie zurück, und sah direkt in das besorgte Gesicht der Königin.
Mount Imperium
Eisige Winde durchschlugen das Hochplateau. Blitz und Donner hatten Mount Imperium inzwischen längst erreicht. Rote Fledermäuse durchflogen den Himmel, trotzten Sturm und Gewitter, suchten nach denjenigen, die es wagten den neuen Herren von Eternia Widerstand zu leisten. Mit Ihnen flog die Hoffnungslosigkeit der Menschen. Die Gewissheit, dass jeder Widerstand nur in Ihr Verderben führen konnte.
Inmitten des Sturms lag eine junge Frau, Ihr zierlicher Körper nahezu vollständig von Schnee und Eis bedeckt auf dem Hochplateau des Mount Imperium. Längst hatten sich Schnee und Eis durch Ihre ohnehin viel zu dünne Bekleidung gedrängt, den zierlichen Körper bis an den Rand des Erfrierens getrieben, bis sie plötzlich die Augen aufschlug. Augenblicklich fühlte Sie die Kälte, wie Sie nach Ihr griff, mit dem Hochmut eines Raubtiers, das seine Beute schon längst erlegt hatte, mit jeder Faser Ihres Körpers. Sie wollte aufstehen, doch spürte Sie wie jeder Muskel einzeln protestierte. Der Sturm zog sich über Ihr zusammen, die Wolken bildeten neue Muster. So gut es ging, schlang Adora Ihre Arme um sich, versuchte die Kälte zu vertreiben.
Schließlich erfasste Ihr Blick eine neue Anordnung der Wolken. Blitze durchzuckten den Himmel, und Adora erschauerte bei dem Anblick der sich Ihr darbot… Eine teuflische Fratze, böser als alles was Sie jemals gesehen hatte, war in den Wolken zu sehen. Stechende Augen musterten Sie, und Adora konnte Ihren Blick nicht mehr abwenden. Sie war gefangen in diesem Blick, der Ihr unendliche Pein bereitete. Blanker Horror erfasste Sie, als Sie erkannte was passieren würde.
"Adora! Prinzessin Adora!"
Unfähig Ihren Blick abzuwenden hörte Adora wie jemand Ihren Namen gerufen hatte. "Steht auf Prinzessin! Ihr müsst dem Grauen widerstehen! Steht auf Prinzessin von Eternia!" Noch immer konnte Adora Ihren Blick nicht abwenden. "Wer seid Ihr? Und wo befindet Ihr euch?" schrie Sie in die Dunkelheit des Sturmes. Ein Irrlichtern der Blitze, und dunkler, grollender Donner, die gemeinsam wie das kalte unbarmherzige Lachen eines wahrhaften Tyrannen klangen waren Ihre Antwort.
"Steht auf Prinzessin! Steht auf!"
Als wollten Sturm und Gewitter der Stimme widersprechen, wurden Sie nur noch intensiver und lauter.
Kalter Schnee schlug gegen Adora's Körper. Ohrenbetäubender Donner übertönte jede mögliche Antwort.
"Das Schicksal von Eternia liegt in Euren Händen Prinzessin! Ihr steht zwischen dem Licht und der Dunkelheit! Erhebt euch, und folgte Eurer Bestimmung!"
"Wie? Wie nur?! … Ich… habe versagt! Es ist meine Schuld… meine Schuld!", rief Adora der Stimme entgegen.
"Glaubt an Euch selbst Prinzessin! Steht zu Euch selbst! Ohne euch ist Eternia sicher dem Untergang geweiht!"
Eine weitere Stimme mischte Sich ein, war wie aus dem Nichts zu hören.
"Du musst an Dich selbst glauben Adora! Glaube an Dich selbst geliebte Schwester!"
"Adam?!? ... Adam! … Wo bist Du Bruderherz? Adam ich brauche Dich! Wo bist Du?"
Stille. Einen Moment lang schien es als würde die Welt um die junge Frau herum still stehen.
Ein weiteres Irrlichtern aus Blitz und tosendem Donner beendeten die Stille, jagten Adora nie gekannte Schauer über den Rücken.
‚Adam… oh Adam… Wieso nur stehe ich einer solchen Herausforderung ohne
Dich gegenüber? Doch Du hast recht, ich darf nicht aufgeben!'
Mit letzter Kraft stemmte Adora sich hoch, stellte sich gegen den Sturm.
Ein weiteres Mal versuchten Blitz und Donner Sie einzuschüchtern, doch diesmal blieb Sie standhaft.
Mit zuversichtlichem Blick trotze Sie Ihrem Feind.
"Gib auf Adora… Du bist nur ein kleines Mädchen. Du hast keine Chance
gegen meine grenzenlose Macht. Gib auf, ehe Dir ein Schicksal in ewiger
Verdammnis droht", spie Ihr die Fratze aus Wolken und Blitzen entgegen.
"Es ist nicht wichtig was mit mir passiert, wenn Eternia nur vom Bösen befreit wird, und Friede herrscht", entgegnete Adora voller Zuversicht.
Mit einem Kreischen, das kein Mensch zuvor gehört hatte, löste sich die Fratze schließlich auf. Leichte Sonnenstrahlen kamen hinter den dunklen Wolken zum Vorschein.
Vorsichtig schlug Adora die Augen auf. Noch immer lag Sie auf dem
kalten eisigen Boden des Hochplateaus. Aus den Augenwinkeln konnte Sie
etwas oder jemanden erkennen, der einen leichten Schatten auf Sie warf,
die Strahlen, der inzwischen sichtbaren Sonne von Ihr ablenkte.
"Was ist passiert?", fragte sie mit brüchiger Stimme, während sie den
Schnee von Ihrer Kleidung abklopfte. Längst war die kalte Masse durch
Ihre Kleidung durchgedrungen. Bis auf Haut und Knochen durchnässt
begann Adora zu frösteln. Instinktiv schlang Sie die Arme um sich.
Als Sie keine Antwort auf Ihre Frage erhielt, blickte Sie in Richtung
des Objekts oder der Person, die den Schatten auf Sie warfen. Sie
blinzelte als Sie von der Sonne geblendet wurde, doch schließlich
erkannte Sie was oder wen Sie vor sich hatte.
"Du? Was machst Du hier?" fragte Sie zögerlich…
Fortsetzung folgt ...