Der königliche Palast von Eternia:
Gebannt starrten Randor und seine Offiziere auf die Bildschirme, die Ihnen Bilder von den Grenzen der Stadt übermittelten. Egal auf welchen Monitor Sie blickten, auf jedem sahen Sie wie die Truppen der gewaltigen Horde-Streitmacht sich unbarmherzig und unaufhaltsam auf die Hauptstadt Eternias zubewegten. Von nahezu allen Seiten näherten sich die feindlichen Truppen und schlossen die Hauptstadt, und den Palast in einem Belagerungsring ein.
"Es ist unglaublich Duncan. Ich habe noch nie eine solch gewaltige Streitmacht gesehen. Das müssen Zehntausende sein", meinte Randor zu seinem alten Freund und Kampfgefährten. "In der Tat Randor. Es ist eine unfassbar große Armee, und unsere Chancen gegen Sie zu bestehen verringern sich von Sekunde zu Sekunde wenn nicht bald ein Wunder geschieht.", entgegnete der Waffenmeister auf die Frage seines Freundes und Königs. "Stehen unsere Chancen wirklich so schlecht?" Es war mehr eine rhetorische Frage gewesen, und dennoch wartete Randor auf eine Antwort seines alten Kampfgefährten. "Ich glaube nicht dass wir diese Belagerung ohne fremde Hilfe lange aushalten können Majestät", entgegnete Duncan Ihm. Noch immer hoffte der Waffenmeister auf Adora. Immerhin war Sie mit Teela und Ihrer Mutter zusammen nach Grayskull aufgebrochen. Ein Umstand, den er Randor bisher verschwiegen hatte. Zusammen mit der Sorceress musste die Prinzessin einfach eine Möglichkeit finden, wieder zu Ihren Kräften zu gelangen, und sich in She-Ra zu verwandeln. Nur mit Ihrer Hilfe würden Sie eine Chance gegen die anstürmende Horde haben. Einst hatte er erlebt wie He-Man alleine gegen hunderte von Tri-Klops Robotersoldaten gekämpft, und gesiegt hatte. Keiner der Horde-Trooper, die das Gros der feindlichen Streitkräfte darstellten, schien sonderlich stärker zu sein, als die Roboterarmee des bösen Wissenschaftlers. Wenn She-Ra Ihnen zu Hilfe eilen könnte, so hätten Sie eine ernsthafte Chance sich der anstürmenden Übermacht zu erwehren, dessen war Duncan sich sicher. Was aber wenn Adora und die Sorceress versagten? Wenn selbst die mächtige Hüterin der Geheimnisse von Grayskull keine Möglichkeit kannte Adora die Verwandlung in die stärkste Frau des Universums zu ermöglichen? ‚Adora selbst ist dafür verantwortlich, und niemand sonst!..... Es tut mir leid Man at Arms, aber ich kann der Prinzessin nicht helfen' Die Worte der Sorceress fielen Ihm wieder ein, und mit Ihnen seine Wut darüber, dass Sie, die mächtige Hüterin von Grayskull weder dem Königreich noch Ihrer eigenen Tochter helfen wollte….oder konnte. Er versuchte sich genau an das zurückzuerinnern was innerhalb der Mauern des mystischen Schlosses geschehen war. Wie er selbiges betreten hatte, wie er zum Thronsaal vordrang, und wie Sie dort auf Ihn gewartet hatte. Wie immer.
Erst jetzt erinnerte er sich, dass diesmal etwas anders gewesen war. Ein Teil der Unbeschwertheit in Ihrer Stimme, die trotz aller Widrigkeiten von Ihrer Zuversicht was eine glückliche Zukunft für Ihre Tochter und ganz Eternia bedeutete, war verschwunden gewesen. Duncan vermochte sich nicht zu erklären was er aus der Stimme der Sorceress herausgehört hatte, doch es gefiel Ihm nicht. Unwillkürlich musste er gegen ein flaues Gefühl in der Magengegend ankämpfen. War es Randor gegenüber fair, sich ruhig zu verhalten, auf seine Tochter zu hoffen, ohne den König davon zu unterrichten, dass sich Adora sich nicht mehr hinter den noch schützenden Mauern des Palastes befand? Dass seine Tochter sich vielleicht in tödliche Gefahr begab, um zu retten was zu retten sein würde? Der Waffenmeister hatte keine Gelegenheit den Gedankengang zu einem Ende zu bringen. Noch bevor er seine Überlegungen beenden konnte, öffnete sich die Tür und ein metallener Horde Soldat trat in den Raum ein. ‚Wie ist das möglich? Wie kommt ein feindlicher Soldat in den Palast.' Duncan war bereit sich zwischen den Horde-Soldaten und den König zu werfen, Randor um jeden Preis zu beschützen, doch dann erkannte er die weiße Flagge, das einzige was der feindliche Soldat bei sich trug.
"Ihr überbringt uns eine Nachricht von Eurem Befehlshaber?" wandte sich Randor in fragendem Tonfall an den Soldaten in der metallenen Rüstung. "Dann sprecht!"
"Force Captain Catra bietet euch eine bedingungslose Kapitulation an", ertönte die metallene Stimme des Soldaten. "Niemals! Eher sterben wir! Das kann nicht deren Ernst sein!", waren die ersten Reaktionen der versammelten Offiziere, doch Randor gebot Ihnen Einhalt. "Was bietet Deine Befehlshaberin uns dafür an Soldat?"
"Force Captain Catra bietet euch freien Abzug und gibt Euch Ihr Wort keinem Bürger der Stadt etwas zuleide zu tun, wenn Ihr bedingungslos kapituliert, und Euer Königreich an die Horde übergebt. Außerdem fordert Sie die sofortige Festnahme und Auslieferung von Prinzessin Adora."
Randor stockte der Atem als er die letzte Forderung der feindlichen Kommandantin vernahm. Wutentbrannt wollte er Ihr zeigen, welche die einzig mögliche Antwort auf Ihre Forderung war. Schon hatte seine Hand den Griff seines Schwertes umklammert, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Mit einem kurzen Seitenblick konnte er feststellen, dass die Hand zu Man at Arms gehörte, der Ihn vor einer größeren Dummheit bewahrt hatte. Er versuchte tief durchzuatmen, um wieder zur Ruhe zu kommen, bevor er eine weitere Frage an den metallenen Soldaten richtete: "Und was wenn wir uns weigern?"
"Force Captain Catra gibt euch 2 Stunden Bedenkzeit. Wenn Ihr bis dahin nicht auf Ihre Forderungen eingegangen seit, wird Sie den Befehl geben erst Eure Stadt und dann Euer gesamtes Königreich zu vernichten!", antwortete der Trooper in monotonem Tonfall.
"Bringt Ihn weg! Aber tut Ihm nichts zuleide und sorgt dafür dass er seine Kommandantin sicher erreicht", befahl Randor den Wachen. "Überbringe Deiner Kommandantin die Nachricht dass Sie unsere Entscheidung vor Ablauf der Frist zu hören bekommen wird", warf Man at Arms ein, und hoffte dass der Trooper die Worte noch vernommen hatte.
"Was nun Majestät? Sollen wir uns wirklich ergeben? Wollt Ihr dem Feind Eure Tochter ausliefern? König Randor, was sollen wir tun?" In Wirrem durcheinander redeten die Kommandeure der eternischen Armee auf Randor ein, in dessen Gesicht sich tiefe Sorgenfalten bildeten. "Ich weiß es nicht…." Zum zweiten Mal in seinem Leben wurde er vor eine Situation gestellt die er nicht glaubte meistern zu können. Doch anders als zuvor wog die Gewissheit, dass seine Entscheidung die Situation zum besseren oder schlechteren beeinflussen würde, wie eine Schwere Last die auf seinen Schultern liegen würde. Erneut wurde Ihm eine Last aufgelegt, die er unmöglich alleine tragen konnte. Er konnte den Forderungen des Feindes unmöglich nachkommen. Niemals konnte er Adora ausliefern… Niemals. Das Gefühl ein Kind verloren zu haben, und nichts dagegen tun zu können hatte Ihn lange Zeit förmlich aufgefressen, bis er, dank der Hilfe von Marlena wenigstens zum Teil darüber hinweg gekommen war. Nun auch noch das zweite Kind, seine geliebte Tochter zu verlieren ließ den König von Eternia innerlich verkrampfen. Niemals würde er sich verzeihen können eine Entscheidung zu treffen, die den Verlust seiner Tochter zur Folge haben würde. Doch was würde mit dem Königreich und den Menschen passieren wenn er sich weigerte? Konnte er es riskieren für den Tod von so vielen verantwortlich zu sein, nur weil er seine Familie schützen wollte? Wie würde das Volk darüber denken? Was sollte er nur tun…. All diese Gedanken spielten sich innerhalb weniger Sekunden in Randor's Kopf ab, und als er aufblickte, sah er zu Man at Arms, ehe er sich an eine der Wachen wandte. "Schickt bitte sofort nach meiner Frau Marlena, und meiner Tochter, Prinzessin Adora. Ich möchte dass beide unverzüglich zu mir kommen. Es geht um eine sehr wichtige Entscheidung, und ich möchte dass die beiden mit dabei sind." Die Wache wollte sich gerade aufmachen in Richtung der königlichen Gemächer, als diese einen Ruf von hinten hörte: "Halt! Wartet! Diesen Weg könnt Ihr euch sparen. Ihr werdet weder die Königin, noch Prinzessin Adora finden." Es war die Stimme von Man at Arms, die den Wachposten zurückhielt, und dafür sorgte, dass dieser seinen Weg nicht fortsetzte.
"Was hat das zu bedeuten Duncan?", fuhr Randor herum, und blickte seinen Freund und Kampfgefährten aus ungläubigen Augen an.
"Marlena und Adora sind zusammen aufgebrochen um Teela nach Castle Grayskull zu bringen", antwortete Duncan auf die Ihm gestellte Frage. Es war mehr als nur ersichtlich, dass Ihm dabei Unwohl war.
"Seit wann weißt Du davon?", fragte Randor, der damit sicherlich nicht gerechnet hatte. "Ich wünschte Ihnen eine gute Reise, als Sie mit dem Wind Raider wegflogen", entgegnete Duncan. Innerlich bereitete er sich bereits auf eine Schelte von Randor vor, die er zweifellos verdient hatte. Es war seine Aufgabe gewesen den König zu informieren, wenn seine Frau und Tochter vor hatten den Palast zu verlassen. Es wäre sogar seine Aufgabe gewesen, beide daran zu hindern, doch konnte er dies unmöglich tun. Ebenso wie er Randor niemals die Gründe dafür nennen könnte. Innerlich verfluchte er den Umstand die Geheimnisse zu kennen, die er kannte. Doch es gab keinen anderen Weg. Er hatte vor wenigen Stunden gewusst was zu tun war, und er wusste es noch. Er würde die Verantwortung übernehmen, egal welche Konsequenzen es für Ihn haben würde.
"Du hast mir nichts davon erzählt Duncan! Wie konntest Du nur! Ich… ich habe Dir…." Inmitten des Satzes unterbrach Randor sich selbst. "Wann haben die drei den Palast verlassen Duncan?"
Überrascht sah Duncan zu Randor, der Ihn eben noch aufgebraucht angebracht angebrüllt hatte, um sich dann selbst inmitten seiner Worte zu unterbrechen… "Sie sind aufgebrochen als die Wachen mich gebeten haben, zu dieser Besprechung erscheinen. Sofern Sie keine Probleme hatten, müssten Sie Grayskull schon längst erreicht haben", erklärte Duncan in ruhigem Tonfall, hoffend dass Randor seine Wut wieder im Zaum halten könnte.
Ein mattes Lächeln umspielte Randor's Lippen, als er die Worte des Waffenmeisters vernahm. "Vielleicht ist noch nicht alles verloren, alter Freund." Er winkte die anderen Offiziere, welche die vorgefallenen Geschehnisse wortlos verfolgt hatten, zu sich: "Hört mir zu, ich habe folgenden Plan…"
Mount Imperium
Erschöpfung. Pure Erschöpfung breitete sich in der stolzen Prinzessin von Eternia aus, ließ Sie daran zweifeln jemals Ihr Ziel, den Gipfel des Mount Imperium zu erreichen. Seitdem Sie Battle-Cat verlassen, und alleine mit dem Aufstieg begonnen hatte, waren viele Stunden vergangen. Immer wieder war Adora an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit gestoßen, und immer wieder hatte sie Ihre Grenzen neu definiert. Die Angst Ihre Familie, und Ihre Freunde zu verlieren hatte Sie immer mehr angetrieben, hatte Kräfte freigesetzt, die Sie glaubte längst verloren zu haben. Doch nun schienen Anstrengung, und emotionale Belastung Ihren Tribut von der jungen Prinzessin zu fordern. Schwer atmend erklomm Sie den letzten Felsvorsprung, der Ihr letztes Hindernis vor dem Hochplateau des Berges darstellte, der letzten Station vor dem Gipfel. Eisige Winde wehten Ihr entgegen, hätten Sie beinahe über den Felsvorsprung zurück, und damit über die Klippe hinüber geweht. Mit Schrecken dachte Adora daran, wie weit der Weg nach unten sein würde, doch sie konnte sich rechtzeitig fangen. Ausgelaugt sank Sie zu Boden, versuchte Ihre Lungen erneut mit Luft zu füllen. Die eisige Bergluft brannte wie Feuer in Ihr. Für Adora fühlte es sich an, wie tausend Nadelstiche, die gleichzeitig auf Sie einwirkten. Mit jedem Augenblick den Sie länger auf dem Boden verweilte drängten die kalten Schneemassen mehr durch Ihre für diesen Zweck zu spärliche Kleidung, ließen die die junge Frau die Kälte der weißen Masse voll und ganz spüren, während eisige Winde durch Ihre Kleidung fuhren. Zitternd schlang Adora die Arme um Ihren Oberkörper, versuchte sich warm zu halten, während sie mühselig wieder auf die Beine kam, und Ihren Weg fortsetzte. Schnee knirschte unter Ihren Stiefeln bei jedem Schritt den sie vorwärts ging. Neben dem heulen des Windes, war das knirschen des Schnees das einzige Geräusch das Sie wahrnehmen konnte. Während Sturm und Schnee sich zu einem zu einem einheitlichen Hintergrundgeräusch für die Prinzessin Eternias' verbanden, beinahe so, als wollten Ihr beide etwas zuflüstern. Doch Adora verstand nicht was Schnee und winde Ihr sagen wollten. Viel zu tief war Sie in der Welt Ihrer eigenen Gedanken versunken. Die Erinnerung an den schrecklichsten Tag in Ihrem Leben hatte Sie wieder eingeholt. Mehr denn ja erwachten die Erinnerungen an Adams' Todestag in Ihrem Gedächtnis erneut zum Leben.
Mount Imperium, 15 Jahre zuvor
Geladen stapfte Adam, Prinz und Thronfolger von Eternia über das Hochplateau des Mount Imperium. Deutlich war Ihm der Ärger, den er empfand anzusehen. Selten hatte der junge Prinz seinen Missmut so offen gezeigt wie heute. War er sonst sehr kontrolliert, und stets gut gelaunt, so stand Ihm seine Verärgerung an diesem Tag förmlich ins Gesicht geschrieben. Wenige Meter hinter Ihm, folgte Adora, seine Schwester und Prinzessin von Eternia mit zaghaften Schritten. Noch nie zuvor hatte die junge Prinzessin in Ihrem Leben Schnee gesehen. Umso erstaunlicher war es für Sie, dass dieser trotz seiner Kälte relativ leicht und nachgiebig war. Trotzdem ließ Sie mehr Vorsicht als erforderlich walten, als sie Ihrem Bruder etwas ungeschickt hinterher tapste.
"Adam! So warte doch auf mich! Adam!" rief Sie Ihm zu, doch Ihr Bruder schien Ihre Rufe zu ignorieren. Adora beschleunigte Ihre Schritte, um zu Adam aufzuholen, und tatsächlich schaffte Sie es die kurze Distanz, die zwischen Ihnen lag schnell zu überwinden. Als Sie Ihn jedoch erreicht hatte, rutschte Sie weg, und lief Gefahr Bäuchlings in den kalten, nassen Schnee zu fallen. Gerade noch rechtzeitig drehte Adam sich um, um seine stürzende Schwester aufzufangen. Auch wenn er Ihre Rufe ignoriert hatte, so hatte er durch das Geräusch Ihrer Schritte schnell erfasst, dass seine Schwester versuchte zu Ihm aufzuschließen. Dankbar blickte Adora zu Ihm auf. Ihre Wangen waren aufgrund der ungewohnten Kälte gerötet. Einige Haare waren durch die schnelle Bewegung unter der warmen Wollmütze, die Adora trug hervorgerutscht, und hingen der jungen Frau nun ins Gesicht hinein. Mit einer zärtlichen Geste schob Adam die Haare seiner Schwester aus deren Gesicht zurück, und half Ihr sich wieder aufzurichten, und einen festen Stand zu erlangen. "Danke Bruderherz", hauchte Adora Ihm entgegen, und versuchte Ihn anzulächeln, doch Adams' Züge blieben wie versteinert. Die Zärtlichkeit, mit der er Ihr eben die Haare aus dem Gesicht gewischt hatte, schien verschwunden. Geblieben war alleine der Ärger. Ein Ärger für den Adora den Grund nicht ganz nachzuvollziehen vermochte. "Adam!" Sie ergriff seine Hand, ehe er eine Möglichkeit hatte Sie wegzuziehen, und hinderte Ihren Bruder so daran sich einfach von Ihr abzuwenden. "Was willst Du von mir Adora", fragte Adam schließlich sichtlich genervt, als er merkte, dass es keine Möglichkeit für Ihn gab sich vor seiner kleinen Schwester zu drücken. "Was… was ist nur los mit Dir? Seitdem wir hier sind bist Du nur schlecht gelaunt, und ich habe das Gefühl, dass Du mir böse bist? Was ist der Grund dafür?" Adam atmete tief durch. Eigentlich war er nicht in der Stimmung dazu Adora irgendetwas zu erklären. Schon gar nicht was seine Stimmung anging. Dies änderte sich, als er sah wie Teela am Rande der Hochebene in Sichtweite kam. Hinter Ihr waren die ersten Soldaten der königlichen Wache zu sehen, die Sie begleiteten. Teela winkte beiden zu, bedeutete Ihnen auf Sie zu warten. "Was mit mir los ist willst Du wissen Adora? Was mit mir los ist? Gar nichts ist mit mir los! Alles was ich wollte ist mit Dir zusammen hier her zu kommen. ... Nur mit Dir! Alleine! Aber was ich will scheint Dich ja nicht zu interessieren, oder wie willst Du mir sonst die "Eskorte" erklären, die Vater uns hinterher geschickt hat?" Erschrocken vom aufgebrachten Tonfall Ihres Bruders wich Adora einen Schritt zurück, verlor dabei den Griff um seine Hand. Aus großen Augen blickte Sie zu Adam, versuchte sich zu rechtfertigen, doch fand Sie nicht die richtigen Worte dafür. "Adam…. Ich… ich wollte doch …" Mit einer Handbewegung schnitt er Ihr das Wort ab. "Spar Dir Deine Worte Schwesterherz! Ich möchte nicht mehr weiter darüber diskutieren! Du wusstest genau was ich hier tun wollte! Und dass ich dafür nur mit Dir alleine sein wollte. Nur wir beide, ohne Kindermädchen oder eine Eskorte, die ganz Eternia verraten würde, dass wir beide zum Mount Imperium unterwegs sind." Mit jedem Wort wurde Adams' Tonfall ruhiger. Der Ärger in seiner Stimme wich, wurde von Enttäuschung ersetzt. Etwas dass Adora noch mehr wehtat, als der ärgerlich, aggressive Tonfall. Sie wollte nicht, dass Adam von Ihr enttäuscht war. Auf gar keinen Fall. Seinen Zorn konnte sie erdulden, wie schon so vieles in Ihrem erst kurzen Leben. Seine Enttäuschung jedoch, lastete wie ein schweres Gewicht auf Ihren Schultern. Es durfte nicht sein. Auf gar keinen Fall durfte Adam von Ihr enttäuscht sein. So vieles hatte Sie Ihm zu verdanken. Ihre Freiheit, Gesundheit, sogar Ihr Seelenheil. Seitdem Sie Ihm das erste Mal begegnet war, hatte sich so vieles in Ihrem Leben zum besseren gewandt, und er alleine war der Grund dafür. Dank Ihm konnte Sie unbeschwert lachen, sich umdrehen ohne Angst haben zu müssen von hinten ein Messer zwischen die Rippen gerammt zu bekommen. Dank Ihm hatte sie Ihre wahren Eltern kennen gelernt, kannte Empfindungen wie Freundschaft und Liebe. So wie Sie andere lieben konnte, so wurde Sie geliebt. Es war ein herrliches Gefühl, und je näher sie Ihm war, desto besser fühlte es sich an. Sie wusste, solange Sie an Adams' Seite war, würde Sie nie wieder von jemandem enttäuscht, oder verletzt werden. Er würde es verhindern. Nur mit Ihm fühlte sie sich komplett. Und nun hatte sie Ihn enttäuscht. Die Erkenntnis traf Sie wie ein schwerer Schlag. Etwas, dass Sie niemals hatte zulassen wollen war geschehen. Alleine wegen Ihrer Unbedarftheit. Freudig hatte Sie Ihrem Vater davon erzählt, dass Adam mit Ihr den Mount Imperium besteigen wollte. Adora erinnerte sich noch lebhaft an das Gespräch, das Sie erst vor kurzem mit Ihren Eltern geführt hatte. Anfangs wollte Ihr Vater Ihr den Ausflug noch verbieten aus Angst Ihr könnte etwas zustoßen. Noch immer war dem König von Eternia deutlich anzumerken, dass er seine Tochter am liebsten hinter den schützenden Mauern des Palastes einsperren wollte, um Sie niemals wieder auch nur irgendeiner Gefahr auszusetzen. Zu tief saß der Schock des Verlustes, den das Königspaar lange Jahre nach der Entführung Ihrer Tochter verspürt hatte, bis Adora dank Ihres Bruder endlich in die Freiheit zurückkehrte. Erst die Intervention von Königin Marlena, und das Versprechen von Teela Ihre Aufgabe als Bodyguard des Prinzen auch auf die Prinzessin auszudehnen, konnten Randor dazu bewegen seiner Tochter den Ausflug mit Ihrem Bruder zu erlauben. Gemäß Teela's Vorschlag hatte er jedoch auf eine Eskorte, bestehend aus zwei Dutzend der besten Soldaten der königlichen Wachen bestanden.
Immer geringer wurde der Abstand zu Teela und den Soldaten der königlichen Wachen, während Adam sich mehr und mehr von Adora entfernte. Je mehr Sie über die Situation nachdachte, desto weniger konnte die Prinzessin von Eternia die Reaktion Ihres Bruders nachvollziehen, doch der Schmerz den Sie fühlte, Ihn enttäuscht zu haben, wurde dadurch nicht geringer. ‚Was steckt wirklich hinter Deiner Enttäuschung Adam? Ist es nur der Wunsch dies nur mit mir alleine zu unternehmen, oder ist es etwas, dass Du mir bisher nicht sagen wolltest, oder konntest ?' Unmöglich konnte Sie diesen Schmerz länger ertragen, die Enttäuschung länger in seinen Augen erkennen, wenn er Sie ansah. Umständlich tapste Sie im Schnee herum, um vor Ihn zu kommen, Ihn daran zu hindern vor Ihr wegzulaufen, und tatsächlich schaffte Sie es sich Ihrem Bruder in den Weg zu stellen, und ermöglichte Teela und den Soldaten dadurch ein schnelleres Aufschließen.
"Adam… ich…" weiter kam Adora nicht, als Sie plötzlich von einem lauten Knall unterbrochen wurde… Ohne jegliche Vorwarnung brach der eisige Boden knapp vor Adam und Ihr selbst weg, hinterließ einen schier endlosen Abgrund in die Tiefe.
"Wen haben wir denn da, Evil Lyn?" fragte eine schnippisch klingende Stimme. "Wenn das nicht der feige Prinz von Eternia ist. Und dieses reizende junge weibliche Geschöpf an seiner Seite, wird doch nicht etwa die lange verschollene, und nun zurückgekehrte Prinzessin sein?" Langsam kam die Gestalt, zu der die Stimme gehörte auf einer Anhöhe zum Vorschein. "Es ist, die Prinzessin… Die Frage ist ….was wollen Sie hier, nahe dem Gipfel des Mount Imperium? Was gibt es hier, weshalb ein Prinz und eine Prinzessin zusammen mit einer großen Eskorte hierher kommen sollten?" antwortete eine weibliche Stimme. Beide gestalten waren nun an der Spitze der Anhöhe zu sehen, blickten mit kalten, grausamen Blicken auf die Gruppe, die sich um das königliche Paar formiert hatte, herab.
Nahezu den ganzen Weg war Teela Adam und Adora zusammen mit den Soldaten der königlichen Wache in einigem Abstand gefolgt. Als Bodyguard des Prinzen, und nun auch der Prinzessin war es schließlich Ihre Aufgabe für den Schutz der beiden zu Sorgen, auch wenn es bedeutete Ihnen zusammen mit zwei Dutzend Soldaten der königlichen Wachen hinaus in die eisige Einöde des Mount Imperium zu folgen. Unweigerlich fragte Teela sich, was Sie hier tat, und vielmehr was Adam und Adora hier tun würden. Adam war Ihr auf Ihre Fragen ausgewichen warum er sich gerade diesen Ort ausgesucht hatte, um mit seiner Schwester einen ‚Ausflug', wie er es genannt hatte, zu unternehmen. Nicht einmal Adora hatte Ihr sagen wollen, warum Adam den Gipfel des höchsten Berges von Eternia als Ziel auserwählt hatte. Im Laufe Ihres Gespräches mit der Prinzessin hatte Teela sogar den Eindruck gewonnen, Adora würde die Gründe Ihres Bruders selbst nicht kennen. Aber weshalb sollte die Prinzessin Ihrem Bruder hierher folgen, wenn Sie nicht einmal wusste, was er hier wollte? Die ganze Situation stellte sich für Teela mehr als nur seltsam dar, und nicht einmal der Umstand, dass Adam, den Sie seit Kindertagen kannte, und nicht irgendeine fremde Person, diesen Ausflug vorgeschlagen hatte, konnte Teela in dieser Hinsicht beruhigen. In Gedanken schritt sie die letzten Meter des vor Ihr liegenden Weges. Als Sie wieder aufblickte, merkte Teela, dass sowohl Adam, wie auch Adora aus Ihrem Blickfeld verschwunden waren. Erschrocken blickte sie sich um. Wo waren die beiden? War etwas passiert, während Sie unaufmerksam gewesen war? Was wenn die beiden in Gefahr waren? Mit schnellen Schritten versuchte Sie aufzuschließen, deutete den Wachen hinter Ihr mit einem ärgerlichen Blick an, Ihr zu folgen, und künftig sofort Alarm zu schlagen, wenn der Prinz und die Prinzessin nicht mehr in Sichtweite waren. Wenige Momente später, der Wind schlug Ihr wie eine Dampframme ins Gesicht, konnte Teela die beiden Kinder von König Randor und Königin Marlena wieder erkennen. Fast etwas mitleidig beobachtete Teela wie Adora ein wenig tollpatschig durch den dichten Schnee stakste, um zu Ihrem Bruder aufzuschließen. Beinahe stockte Ihr der Atem, als Adora stolperte, und zu Boden ging, doch Adam konnte Sie gerade noch rechtzeitig auffangen. Selbst aus der relativen Ferne Ihrer derzeitigen Position konnte Sie erkennen, wie Adora beinahe ängstlich nach der Hand von Adam griff, und eindringlich auf Ihn einredete, während er davon relativ unbeeindruckt zu sein schien. Unweigerlich drängte sich der Gedanke worüber die beiden nun sprachen in den Vordergrund. Teela vermochte nicht zu sagen, was die beiden nun besprechen würden, doch aufgrund der Körpersprache schloss Sie, dass Adam seiner Schwester gegenüber recht abweisend reagiert hatte. Schließlich wurden die Worte des Prinzen von Eternia lauter, und Teela beobachtete wie Adora einen Schritt zurück trat. Zu gerne hätte Sie gewusst, was Adam gesagt hatte, doch der Sturm hatte jegliche Worte in unkenntliche Fetzen ihrer Selbst verwandelt. Während die Wachen um Sie herum, und damit auch Sie selbst dem Prinzenpaar immer näher kam, vermeinte Teela beobachten zu können, wie Adora sich wieder ein wenig gefangen hatte, und nun nochmals versuchte Ihren Bruder aufzuhalten.
Ein lauter Knall beendete all Ihre Bemühungen und Überlegungen. Teela sah auf, entdeckte einen riesigen Krater vor den Füßen Ihrer Schutzbefohlenen. In Sekundenschnelle erfasste Sie die Situation, vernahm die Ihr nur allzu bekannten Stimmen, die nichts als Unheil bedeuten konnten, während Sie gleichzeitig zwei Gestalten im Gegenlicht einer Anhöhe erkennen konnte.
"Skeletor!" rief Sie den beiden Gestalten zeitgleich mit Adam in teils erschrockenem, teils trotzigem Tonfall entgegen. "Was willst Du hier Knochenkopf?" Teela erwartete eine Antwort, während Ihre Soldaten ausströmten, und sich zwischen Adam, Adora und Skeletor und seinem Gefolge formierten. So gut es ging versuchten die Männer und Frauen einen schützenden Wall zu bilden, um den Prinzen und die Prinzessin zu schützen.
"Die Frage sollte ich euch stellen, Teela", entgegnete der Herr des Bösen mit schallender Stimme auf die gestellte Frage. "Was tun der Prinz und die Prinzessin von Eternia…" er betonte die Prinzessin von Eternia besonders: "….Vielmehr….was tun der größte Feigling im ganzen Königreich, und das Nesthäkchen von Randor mit einer solch großen Eskorte auf dem Gipfel des Mount Imperium? Was gibt es hier, damit Randor seine beiden geliebten Kinder schickt?" "Das ist sicherlich eine Interessante Frage Skeletor", warf Evil Lyn ein: "Vielleicht wäre es jedoch höflicher von uns Prinz und Prinzessin, nebst Ihrer Leibwächterin", Sie warf einen verächtlichen Blick auf Teela: " … nach Snake Mountain einzuladen? Sicherlich wären Sie in unserer Gastfreundschaft eher geneigt uns zu erzählen warum Sie den Gipfel von Eternias' höchstem Berg aufsuchten, als in dieser eisigen Kälte."
Fieberhaft überdachte Teela Ihre Möglichkeiten während Skeletor und Evil Lyn das Wort an Sie gerichtet hatten. Evil Lyn… wie Sie diese falsche Schlange hasste…. Nur schwerlich konnte Teela den Drang unterdrücken voranzustürmen und Evil Lyn Ihren Platz zu zeigen. Das fiese Grinsen, das Sie zeigte ein für alle Mal von Ihrem Gesicht zu verbannen. Zu genau wusste Sie aber, dass Sie damit keine Chance hatte. Sie war alleine, nur mit einer Schar Soldaten der königlichen Wachen stand Sie Skeletor und seiner gefährlichsten Dienerin Evil Lyn gegenüber. Selbst wenn Sie nur diese beiden als Gegner hätten, was die junge Kriegerin bezweifelte würde es schwer genug werden den Sieg davon zu tragen. Dieses Mal ging es jedoch nicht um den Sieg gegen die Schergen des Bösen, sondern darum Adam und Adora zu beschützen. Eiskalt lief es Teela über den Rücken als Sie die besondere Betonung von Adora's Titel in Skeletor's Worten heraushörte….
"Das geht Dich überhaupt nichts an Skeletor", entgegnete Adam seinem Nemesis mit sicherer Stimme, bevor Teela überhaupt auf die Frage des Herrn von Snake Mountains reagieren konnte. "Verschwinde von hier, bevor es Dir leid tut, Dich jemals in unseren Weg gestellt zu haben!" Trotzig stand Adam Skeletor gegenüber, zog sein Schwert aus der Scheide hinter seinem Rücken hervor, und bereitete sich darauf vor, dem Herrn des Bösen gegenüber zu treten. Tief in seinem inneren wusste Adam, dass es die einzige Möglichkeit war, die Sie hatten. Er musste Skeletor gegenüber treten. Er hatte immer gewusst, dass es eines Tages zu diesem Moment kommen würde, doch nie hätte er zu denken gewagt, dass es so bald sein würde. Beinahe krampfhaft schlossen sich seine Hände um den Griff des Schwerts. Seines Schwerts.
Ohne dass Adora es bemerkt hatte, war Ihr Bruder an Ihr vorbei, vor Skeletor getreten, und stand nun mit geballten Fäusten dem schlimmsten Feind Eternias' gegenüber. Erstaunt blickte Adora zu Adam, und dann zu Teela…. Ihr selbst waren der Mut und die Entschlossenheit, die er an den Tag legte nicht unbekannt, kannte Sie doch das Geheimnis, das den Prinzen und auch Sie selbst umgab, wie ein Fluch auf Ihnen lastete, und Ihrer beider Leben auf so undenkbare Art und Weise verkomplizierte. Doch nie zuvor hatte Sie erlebt, dass Adam in seiner ursprünglichen Gestalt seine Entschlossenheit so deutlich zeigte, wie heute. Lag es an der Enttäuschung über Sie? Oder an einer unterschwelligen Wut, die Sie vielleicht bisher nicht in seinem Verhalten festgestellt hatte?
"Adam!" völlig verblüfft erlebte Teela die scheinbare Wandlung des Prinzen von einem Feigling, der vor jedem nur denkbaren Gefecht floh, in einen wagemutigen, nahezu tollkühnen Krieger, der es wagte sich dem Feind entgegenzustellen. Doch dies war nicht irgendein Feind. Skeletor höchstpersönlich stand dem Prinzen gegenüber. "Adam!", zischte Sie Ihm zu: "Du solltest Ihn besser nicht zusätzlich provozieren. Es wird schwer genug aus dieser Situation wieder heil heraus zu kommen", meinte Sie mit einem schiefen Grinsen zu Ihm. So ausweglos die Situation auch schien, alleine der Umstand, dass Adam die Entschlossenheit sich Skeletor entgegenzustellen demonstriert hatte, schien Teela auf eine undefinierbare Art und Weise erfreut zu stimmen.
"Sieh an, sieh an…. Unser Prinzchen beginnt Mut zu zeigen", höhnte Skeletor. "Dabei bedenkt er aber nicht, wie nahe Mut und Dummheit bei einander liegen", fügte Evil Lyn hinzu, während sich ein fieses Lächeln auf Ihrem Gesicht ausbreitete. "Wir werden sehen, wie leid es mir tun wird, mich Euch in den Weg gestellt zu haben", konstatierte Skeletor: "Beast-Man, Trap-Jaw! Packt Sie! Bringt mir den Prinzen und die Prinzessin!"
Ohne Vorwarnung sprangen die beiden Knechte des Bösen hinter einem Felsen hervor, und stürzten sich auf die Soldaten, die den direkten Weg zu Adam und Adora versperrten…
"Kampfpositionen! Formation halten!" schrie Teela den Soldaten zu. Sie selbst wollte gerade versuchen einen Notruf abzusetzen. Aus den Augenwinkeln konnte sie gerade noch einen Energieblitz erkennen, der auf Sie zuraste. Unter äußerster Anstrengung schaffte Sie es auszuweichen. Die Anführerin der Wachen brauchte nicht lange zu suchen, woher der Energieblitz kam. Sofort als Sie wieder auf den Beinen war, fand Sie sich Ihrer ewigen Kontrahentin Evil Lyn gegenüber, die Sie sofort in einen Stabkampf verwickelte. So sehr Sie sich auch wünschte den Kampf mit Evil Lyn ein für alle Male zu Ihren Gunsten zu entscheiden, so war Teela auch klar, dass Sie diesen Kampf schnell beenden musste. Adam und Adora waren in ernsthafter Gefahr, das spürte Sie. Zwar ließ Ihr Evil Lyn keine Gelegenheit sich umzuschauen, wie es um die beiden stand, doch auch ohne die visuelle Information wusste Sie, dass dies kein einfacher Kampf sein würde. Selbst wenn die Soldaten mit Beast-Man und Trap-Jaw fertig werden würden, so war da immer noch Skeletor…. Teela's Zuversicht schwand mit jedem Schlag den sie mit Lyn austauschte. Schreie der Soldaten hallten durch die Luft, gaben Teela Hinweise darauf wie schlecht der Kampf für Ihre Seite verlief. ‚Ich darf nicht zulassen, dass Ihnen etwas passiert! Ich bin für Ihre Sicherheit verantwortlich! Ihnen darf nichts geschehen!'
Gegen die heranstürmenden Beast-Man und Trap-Jaw hatten sie vergleichsweise wenigen Wachen einen schweren Stand. Bereits bei Ihrem ersten Angriff schafften es die beiden Handlanger Skeletor's mehrere Soldaten außer Gefecht zu setzen. Hilflos mussten die anderen zusehen, wie Ihre Kameraden durch die Luft geschleudert, oder durch Treffer von Trap-Jaw zu Boden gingen. Schreie hallten durch die Hochebene, als ein weiterer Ihrer Kameraden von Beast-Man auf sehr schmerzhafte Art und Weise zu Boden befördert worden war. Niemand wusste was zu tun war, wie Sie sich, den Prinzen und die Prinzessin gegen eine solche Kraft schützen sollten. Mit dem Mut der Verzweiflung warfen sich die Verteidiger den beiden Angreifern entgegen, versuchten sie zu Boden zu ringen, so gut es ging.
"Majestät, Ihr solltet mit der Prinzessin zusammen fliehen", rief einer der verbliebenen Soldaten Adam zu. "Flieht, solange Ihr noch…." Noch mitten in seinen Ausführungen wurde er von einem Energieblitz getroffen, und blieb reglos einige Meter von Adam entfernt auf dem Boden liegen.
"….könnt!", vollende Skeletor den Satz des Soldaten. "Es ist zu spät Adam, Sohn von Randor. Leg Dein Schwert zu Boden, und knie nieder vor Deinem neuen Herrscher…, und ich verspreche Dir, Dir und Deiner reizenden jungen Schwester wird nichts passieren." Mit jedem Wort kam Skeletor dem jungen Prinzen einen Schritt näher, bis er schließlich direkt vor Ihm stand. Nur eine Schwertdistanz war zwischen beiden, während sich beide gegenseitig musterten.
Wie paralysiert stand Adora hinter Ihrem Bruder. Adam war alles was sich zwischen Ihr und Skeletor befand. Ihre Augen weiteten sich mit jedem Schritt, den der Herr des Bösen Ihnen näher kam mehr und mehr. Angst breitete sich in Ihr aus. Zum ersten Mal in Ihrem Leben wusste Sie nicht was Sie tun sollte. Tausende Gedanken schossen Ihr durch den Kopf. Szenen aus Ihrem Leben als Force Captain der Horde… Das Versprechen an die Sorceress Ihr Geheimnis niemals zu offenbaren…. Adams' Gesicht, als Sie damals halb tot in Hordak's dunkelstem Kerker erwachte, kaum mehr fähig zu atmen…. Die Verwandlung in She-Ra……Sie selbst, zusammen mit Teela, Adam und Ihrer Mutter im Garten des Schlosses…. Hordak….Schmerz….. She-Ra's erster Kampf gegen die Horde…. Egal in welcher Situation Sie sich befand, immer hatte Sie entscheiden können, wie Sie sich verhalten würde. Panisch suchten Ihre Augen das Hochplateau ab. Suchten nach einer Chance dem unausweichlichen zu entgehen, doch Sie fanden nichts….
"Niemals Skeletor", entgegnete Adam seinem Nemesis, der Ihm nur noch eine Schwertlänge entfernt gegenüber stand. Doch dieses Mal stand der Herr des Bösen nicht seinem Alter Ego He-Man gegenüber, sondern Ihm selbst. Prinz Adam, dem Feigling, wie er von manchen am Hofe seines Vaters gerufen wurde. Hinter vorgehaltener Hand selbstverständlich. Niemand wagte es, Ihn öffentlich einen Feigling zu nennen, mit Ausnahme von Teela, die Ihn sowohl vor seinem Vater als auch vor den Masters schon als solchen bezeichnet hatte. Doch sogar Teela hatte beinahe aufgehört Ihn so zu nennen, als er mit Adora zusammen an den Hof zurückgekehrt war, und die Geschichte von Ihrer Befreiung erzählt hatte. Wie gut hatte es dem Prinzen getan, wegen der heldenhaften Befreiung seiner Schwester bewundert zu werden, anstatt sich als Feigling beschimpfen lassen zu müssen, obwohl er eigentlich den Tag gerettet hatte. Doch nun war die Situation anders. Wie gerne hätte Adam sich dieses Mal von Teela wieder als Feigling bezeichnen lassen, wenn er nur die Möglichkeit gehabt hätte sich dem Kampf mit Skeletor zu entziehen, um sich zu verwandeln…. Es war nicht möglich. Das Hochplateau bot nicht die geringste Möglichkeit sich im Verborgenen zu verwandeln, und selbst wenn er die Flucht ergreifen würde, was würde dann aus Adora oder Teela werden? Er musste sich Skeletor stellen, ob er wollte oder nicht… "Niemals werde ich mich Dir ergeben Skeletor. Eher sterbe ich!" rief er seinem Gegenüber entgegen.
"Wie Ihr meint Prinz", antwortete Skeletor mit einem dämonischen Grinsen. Scheinbar achtlos warf er seinen Widderstab zur Seite, und zog seine Zwillingsschwerter hinter seinem Rücken hervor.
Ein kurzer Blick zurück zu seiner Schwester war alles, was Adam noch tat, bevor er sich auf Skeletor stürzte: "Adora! Lauf! Bring Dich in Sicherheit", presste er zwischen seinen Lippen hervor, während er versuchte Skeletor mit verschiedenen Schwerthieben zurückzudrängen…
Nur wenigen Momente hatten sich die Blicke von Adam und Adora getroffen. Unendlich viele Emotionen überfluteten die beiden als sich Ihrer beider Blicke wieder voneinander trennten, fast als hätten Sie das Leben des jeweils anderen komplett in sich aufgesogen, und doch war es, als fehlte beiden ein elementarer Teil, um vollständig zu sein.
Adora nahm die Worte Ihres Bruders nicht mehr richtig war. Seine Gestik, sein Auftreten… alles lief auf eine einzige Handlung hinaus…. Er würde mit Skeletor kämpfen… würde Ihr die Flucht ermöglichen. Sie verspürte Angst. Angst was mit Ihr selbst passieren könnte, wenn Sie nicht weglaufen würde. Angst um Ihren Bruder. Angst vor sich selbst? Sie wusste es nicht, bis Sie schließlich einen Wortfetzen klar erfassen konnte: "Lauf!" Wie paralysiert blickte Sie auf Ihren Bruder. Das Geräusch von aufeinander treffenden Schwertern breitete sich aus, als das Schwert der Macht, das erste Mal auf Skeletor's Zwillingsschwerter traf. Gelähmt vor Angst betrachtete Adora die ersten Hiebe des ungleichen Kampfes. ‚Adam - Skeletor - Adam darf nicht verletzt werden - Was…soll ich nur tun? Mutter…was wenn ich eingreife und verliere? Wie…damals…' Unendlich schnell lief alles vor Adora ab. Ein schneller Schwerthieb von Adam. - Ihre Gefangenschaft im dunkelsten Kerker der Horde. - ein Gegenangriff von Skeletor, den Adam nur schwerlich parieren konnte - Angst… lähmende Angst, die Sie verspürte - ein Angriff von Skeletor - Schmerz… unendlicher Schmerz… die dämonische Fratze von Hordak… und noch mehr Schmerz - Ein kurzer Blick von Adam, schnelle Worte, die er Ihr zwischen zwei Schwerthieben zurief: "Lauf endlich Adora! Lauf!" Und so lief Sie los. So schnell Sie Ihre Beine trugen sprintete Sie in die Richtung aus der Sie gekommen waren, hin zu zerklüfteten Felsen, die die Grenze der Hochebene darstellten….
Fortsetzung folgt ...