He-Man.de17.05.2012
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Future Imperfect - Teil 19

   

 

by ZeroCool

 

 

Teelana ließ die Worte ein wenig auf Adora wirken, hoffte auf eine Reaktion der Prinzessin, doch Adora stand Ihr nur still gegenüber, ballte Ihre Hände verkrampft zu Fäusten, und schien über Ihre Worte nachzudenken

"Wenn es das ist, was Du von mir verlangst Adora, so wirst Du es nicht von mir erhalten! Niemand kann Dir etwas vergeben, dass Du Dir selbst nicht vergeben kannst Adora", sprach Sie in versöhnlicherem Tonfall.
"Finde zu Dir selbst, junge Prinzessin. Besiege Deine Angst, und vergib Dir selbst, nur dann kannst Du zurückerlangen was Dir auf ewig verloren scheint!"

Aus großen Augen blickte Adora zu Teelana. Langsam schien sie zu verstehen was die Sorceress Ihr sagen wollte. "Aber … aber wie soll ich zu mir selbst finden, Sorceress? Ich weiß noch nicht einmal, wo ich mich verloren habe?"

"Bist Du Dir da so sicher Adora? Du kennst den Ort, an dem Du Dich verloren hast. Besser als es Dir lieb ist. Jener Ort um den sich all Deine Gedanken drehen, der Dir jede Nacht aufs Neue im Traum erscheint. Jener Ort, an dem Du verloren hast, was Dir am meisten bedeutete."

Verwirrt verfolgte Marlena die Unterhaltung. Längst wusste Sie nicht mehr um welches Thema sich das Gespräch drehte. Dennoch wurde Ihr Verwirrung nur noch größer, als Sie von Adora's Träumen erfuhr. Augenscheinlich wusste die Zauberin von Grayskull mehr über Ihre Tochter, als Sie es jemals getan hatte. Marlena verspürte einen Stich als Ihr bewusst wurde, wie fremd Ihr die eigene Tochter manchmal war. Gespannt wartete Sie auf Adora's Antwort. Vielleicht würde Ihr der Ort, um den die Gedanken Ihrer Tochter kreisten helfen Sie zu verstehen.

"Mount Imperium!", flüsterte Adora so leise, dass Sie es selbst kaum verstanden hätte, wenn die Wände des Thronsaals Ihre Stimme nicht zigfach reflektiert, und im ganzen Raum verteilt hätten.

Mount Imperium. Immer wieder hallte der Name durch den Raum. Marlena schlug die Hände vor Ihr Gesicht, als Ihr klar wurde, an welchem Ort die Gedanken Ihrer Tochter die letzten 15 Jahre weilten. Nun war es für Sie traurige Gewissheit. ‚Mount Imperium. Der Ort an dem Adam….' Sie mochte den Gedanken gar nicht zu Ende denken. Der bloße Gedanke an Ihren Sohn ließ die Königin bereits melancholisch werden, und es schien so, als wäre es für Ihre Tochter ein weitaus schwereres Los mit dem Verlust Ihres Bruders fertig zu werden, als Sie und Ihr Gemahl bisher angenommen hatte. ‚Sie wirkte immer so stark. War das alles nur Schauspiel, um die Trauer zu überdecken? Oh Adora, warum hast Du nie mit uns darüber gesprochen.'

"Ganz recht Prinzessin Adora. Mount Imperium ist der Ort an dem Ihr euch selbst verloren habt, und zugleich der Ort an dem Ihr Eure Suche nach euch selbst beginnen müsst! Geht, und versucht zu finden was Ihr einst verloren habt, junge Prinzessin. Aber seid gewarnt, es wird ein langer und beschwerlicher Weg werden. Nur wenn Euer Herz frei von Zweifeln ist, werdet Ihr sicher zurückkehren!"

Adora nickte: "Aber… aber was ist mit Teela? Wird Sie jemals wieder vollständig genesen, oder ist jede Hoffnung aussichtslos?" Erwartungsvoll blickte die junge Prinzessin zur mächtigen Hüterin von Castle Grayskull, hoffte auf eine positive Antwort. Teela war die einzige Freundin, die Sie noch hatte. Die einzige Person, mit Ausnahme Ihrer Eltern, die Ihr nahe stand. Sie mochte sich gar nicht vorstellen, wie ein Leben ohne Teela sein würde.

Teelana spürte die Sorge in Adora's Stimme. Sie wandte sich dem bewusstlosen Körper Ihrer Tochter zu, welcher nun regungslos vor Ihr in der Luft schwebte. Sanft strich Sie erneut über Teela's Stirn, fühlte Ihren schwachen Puls, und legte Ihre Hand auf Ihren Brustkorb. Während Adora gebannt auf eine Antwort wartete schloss Teelana Ihre Augen, konzentrierte sich voll und ganz auf den Zustand Ihrer Tochter, die Ihr nun so nah war wie schon lange nicht mehr. Deutlich konnte die Zauberin sich noch an die letzte Gelegenheit bei der sie Ihrer Tochter so nahe sein konnte erinnern. Auch damals war Teela verletzt, und Sie selbst war die einzige, die die junge Frau retten konnte. Die Parallelen zum heutigen Tage waren unverkennbar, auch wenn es dieses Mal Prinzessin Adora war, die Ihre Tochter in Ihr Schloss, vielmehr den Ort Ihrer Bestimmung brachte. Je länger sie sich auf Teela konzentrierte, desto mehr wurde Teelana klar, wie sehr Ihre Tochter Ihr all die Zeit gefehlt hatte. Wie gerne hätte Sie Teela in Ihrer Nähe gehabt? Doch Ihre Pflicht als Hüterin von Grayskull hatte Ihr stets verboten sich mit Menschen zu umgeben die Ihr etwas bedeuteten. Weder Ihre Tochter, noch sonst jemand zählten als Ausnahme. Fast wäre den Lippen der schönen Zauberin ein leiser Fluch ausgekommen, als Sie Ihre Augen wieder öffnete, und in Richtung Ihrer beiden Besucherinnen blickte, doch in deren Interesse unterdrückte Teelana das Bedürfnis ebenso schnell, wie es ergriffen hatte.

"Sorge ist nicht angebracht, junge Prinzessin. Teela ist hier in sicheren Händen. Es mag zwar einige Zeit dauern, aber Sie wird wieder vollständig von Ihren Verletzungen genesen. "Geht jetzt! Sucht Mount Imperium auf, bevor es zu spät ist!"

Erleichtert nickte Adora der Zauberin zu. Die Gewissheit, dass Teela in sicheren Händen war, gab Ihr neue Kraft. "Ich werde euch nicht enttäuschen Sorceress", sprach Sie während Sie den Thronsaal von Schloss Grayskull verließ.

"Adora! Warte! Du kannst doch nicht alleine zum Mount Imperium reisen. Alleine der Weg dorthin wird viele Tage dauern. Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, und die Horde ist da draußen. Es ist viel zu gefährlich!" Empörung und Sorge zugleich waren in der Stimme von Königin Marlena zu hören. Ihr Blick wanderte zwischen Ihrer Tochter und der Sorceress hin und her. "Lass mich Dich wenigstens begleiten!"

"Nein Mutter, ich habe keine andere Wahl…. Ich muss dies tun. Alleine! Ich habe keine andere Wahl."

Bevor Mutter oder Tochter Ihren Disput fortsetzen konnte, erhob Teelana Ihr Wort. "Königin Marlena hat Recht Adora. Du wirst einen treuen Begleiter brauchen, um Deine Reise erfolgreich beenden zu können."

"Danke, dass Ihr mir zustimmt Zauberin", antwortete Marlena ehrfürchtig. "Ich werde meiner Tochter…"

"Nicht Ihr werdet Eure Tochter begleiten Majestät", unterbrach Teelana die Königin: "sondern vielmehr ein alter Freund."

Leise Schritte ertönten in der Dunkelheit, und sowohl Marlena als auch Adora blickten in die Richtung, aus der die Schritte zu kommen schienen. Langsam aber sicher kam das Geräusch näher, und Adora erblickte die Umrisse eines vierbeinigen Lebeweisens, welches sich mit bedächtiger Anmut auf Sie zu bewegte. Momente später trat die Kreatur aus dem Schatten hervor….

"Battle-Cat", flüsterte Adora ehrfürchtig, und wiederum hallten Ihre Worte im gesamten Thronsaal wieder. "Aber wie ist das möglich?" Fasziniert strich Sie über das Fell des Tigers, sichtlich verwundert, dass dieser nun einfach vor Ihr stand.

"Jetzt ist nicht die Zeit für Fragen, Prinzessin Adora! Eilt euch, und reitet. Ich spüre dass wir nicht mehr viel Zeit haben!" drängte die Sorceress Sie.

"Ich verstehe", antwortete Adora, und blickte erwartungsvoll zu Ihrer Mutter. Würde Sie es verstehen? Lange musste Adora nicht auf eine Antwort warten. Königin Marlena schritt auf Sie zu, schloss Sie in Ihre Arme. Mit einem langen Kuss auf Ihre Stirn entließ Sie Ihre Tochter aus der Umarmung, und trat einige Schritte zurück.

"Ich werde auf mich acht geben Mutter", meinte Adora zu dieser. Sie zwinkerte der Sorceress kurz zu, bevor sie sich auf den Sattel von Battle-Cat schwang. "Los Battle-Cat. Für Eternia!" Der Kampftiger brüllte einmal herzhaft auf, wie er es seit Jahren wohl nicht mehr getan hatte. Gemeinsam ritten sie aus dem Schlund des Totenkopfes, der das Tor zu Castle Grayskull darstellte, hinaus.

Schon bald darauf durchquerten Sie den Evergreen Forrest in Richtung Ihres ersten Ziels, der Mystic Mountains. Mit schier endloser Kraft sprintete die Kampfkatze durch das Geäst. Nur mit Mühe konnte Adora sich auf dem Rücken halten, doch dachte Sie nicht im Mindesten daran Ihren neuen Reisegefährten um eine Pause zu bitten…

Mit gemischten Gefühlen sah Marlena Ihrer Tochter nach, wie Sie auf der riesigen Battle-Cat aus dem Thronsaal von Castle Grayskull heraus ritt, einem ungewissen Schicksal entgegen. "Was wird nun geschehen? Nun, da Adora auf dem Weg zum Mount Imperium ist?" Mit durchdringendem Blick musterte Sie die Sorceress. Obwohl die Hüterin dieses Schlosses Ihr in jedweder Hinsicht überlegen zu sein schien, wollte sie sich nicht wieder mit einer Antwort zufrieden geben, die mehr Fragen aufwarf als diese beantwortete.

"Adora wird tun, was Sie tun muss, Königin Marlena. Und ich bete für das Schicksal von Eternia, dass Sie rechtzeitig findet wonach Sie sucht, sonst ist alles verloren", antwortete Teelana auf die Ihr gestellte Frage, den Blick der Königin erwidernd.

"Das ist keine akzeptable Antwort! Was wird Adora auf dem Gipfel des Mount Imperium vorfinden, und wieso habt Ihr Sie alleine dort hin geschickt? Sie kann das niemals alleine durchstehen. Habt Ihr eine Ahnung, was meine Tochter alles durch gemacht hat, nach dem Tod Ihres Bruders?" Völlig in Rage erinnerte Marlena sich an die Ereignisse der letzten Tage. Sie selbst hatte bis zu jenen Ereignissen keine Ahnung, was Adora wirklich fühlte, und selbst jetzt war Sie sich nicht sicher, wie Ihre Tochter wirklich fühlte. Ihrem Ärger über das Verhalten der Zauberin tat dies keinen Abbruch. "Habt Ihr überhaupt eine Ahnung, wie man sich fühlt, wenn man einen Menschen, der einem sehr nahe steht verloren hat?" Fast blieben Marlena die Worte im Halse stecken, als Sie bemerkte dass die Sorceress Sie nunmehr mit schmerzerfülltem Blick anstarrte.

"Ob ich weiß, was es bedeutet die Menschen die ich liebe zu verlieren fragt Ihr, Majestät?" Ihre Wut nur mühsam unterdrückend starrte Sie Marlena an. Deutlich war Ihr anzusehen, wie sehr Sie von dieser Unterstellung verletzt wurde. Ihre Augen sagten mehr als jegliche Worte aus, und dennoch richtete Teelana das Wort an die Königin "Ja verdammt! Ich weiß was es bedeutet. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr ich die Bedeutung kenne." Sie schluckte: "Auch ich habe Menschen verloren, die ich sehr liebe", warf Sie Marlena an den Kopf, und achtete nicht darauf dass Sie immer lauter wurde: ‚Oder ich darf Ihnen nicht zeigen, wie sehr ich Sie liebe', fügte Sie in Gedanken hinzu. "Den Vater meiner Tochter….. meinen Geliebten…… schließlich meine Tochter", fuhr Sie in gemäßigterer Lautstärke fort.

Marlena schluckte: "Es… tut mir leid… Ich habe nicht bedacht welche Entbehrungen Eure Aufgabe mit sich bringen kann. Das war nicht fair."

Ohne auf die Entschuldigung der Königin einzugehen, führte Teelana Sie durch eine Tür aus dem Thronsaal hinaus. Fast schien es so, als hätte sie die Worte der Regentin von Eternos nicht wahrgenommen. Teela's Körper schwebte hinter Ihr her.
Äußerlich wirkte dieser neue Raum, in den die Hüterin von Grayskull Sie führte wie der Thronsaal, in welchem Sie sich eben befanden. In der Mitte des Raumes führte ebenso eine Treppe in die Höhe, doch an deren Ende befand sich in diesem Raum kein Thron, sondern vielmehr ein großer Spiegel, welcher sich in einem golden umrandeten Oval an der Wand befand. Dunkelheit erfüllte den ganzen Raum. Marlena konnte kaum etwas erkennen. Lediglich der Spiegel reflektierte ein Licht das aus dem nirgendwo zu kommen schien. "Was ist das für ein Raum?" Neugierig versuchte die Königin Einzelheiten zu erkennen, was Ihr eher schlecht als recht zu gelingen schien. Ohne Vorwarnung hellte der Spiegel an der Wand auf, und zeigte ein verschwommenes Bild. Sekunden später klarte das Bild auf, und Marlena konnte erkennen wie Ihre Tochter auf Battle-Cat durch den Evergreen Forrest ritt.

"Danke. Ihr…" Marlena drehte sich zu der Stelle um, an der Sie die Sorceress wusste, doch war der Platz an Ihrer Seite leer. Verwundert blickte sie sich um, doch egal wie sehr sie sich bemühte, Sie konnte die mystische Hüterin von Grayskull nicht mehr entdecken. Ebenso war Teela verschwunden, und Marlena zweifelte ernsthaft daran, dass Teela einfach von alleine verschwinden konnte. ‚Sie ist verschwunden, zusammen mit Teela. Und ich kann nichts weiter tun, als hier zu warten was passieren wird. Hoffentlich hält Sie Ihr versprechen, und heilt Teela's Verletzungen.'

Tief in den Mauern von Castle Grayskull, viele Stockwerke unterhalb der Oberfläche schwebte der Körper einer jungen Frau knapp über einem großen, breiten Bett. Äußerlich waren nicht viele Wunden zu sehen, abgesehen von einigen Verbänden, die die Mediziner von Eternia Ihr angelegt hatten. Innerlich jedoch, trug die junge Frau viele Wunden mit sich, die meisten von Ihnen so schwer, dass Sie alleine den Tod der jungen Frau hätten verursachen können. Dennoch lebte die junge Frau aus irgendeinem unerfindlichen Grund. Keine der Verletzungen hatte den Tod hervorgerufen. Irgendeine Laune des Schicksals hatte das Unausweichliche aufgeschoben, bis zu diesem Moment. Schweißperlen standen auf der Stirn von Teelana, der Hüterin der Geheimnisse von Schloss Grayskull. Unter Einsatz all Ihrer Kräfte versuchte sie die Verletzungen von Teela, Ihrer einzigen Tochter zu heilen. Langsam konnte Sie fühlen, wie eine Verletzung nach der anderen begann zu heilen, doch spürte Sie auch, dass die Zeit gegen Sie lief. Zu schnell ließen Ihre Kräfte nach. Zu schnell um alle Verletzungen heilen zu können. ‚Ihr Weisen bitte helft mir! Gebt mir die Kraft, die ich brauche um die Verletzungen meiner Tochter heilen zu können. Bitte, für mich, und für das Schicksal von Eternia.' Die Hände von Teelana leuchteten leicht auf. Ein angenehm wohliges Gefühl breitete sich in Ihr aus, als Sie spürte wie Sie neue Kraft erhielt. Verletzung um Verletzung heilte ab als ob Sie nie bestanden hätte, bis Teela schließlich außer Gefahr war. Mit einem erleichterten Lächeln auf Ihren Lippen brach Teelana erschöpft über dem Körper Ihrer Tochter zusammen. Teela fiel zurück auf das breite Bett, welches sich direkt unter Ihr befand, als der Zauber der Sie schweben lassen hatte versagte. Schwer atmend lag die Hüterin von Grayskull halb auf dem großen Bett. Ihr Kopf lag auf dem Bauch Ihrer Tochter, als alles um Sie herum dunkel wurde…

Während Marlena den Weg Ihrer Tochter weiter beobachtete hatte Sie Gelegenheit über die letzten Geschehnisse nachzudenken, vor allem über die seltsame Wächterin dieses alten Gemäuers. ‚Wer ist diese Frau, und wieso ist Sie hier? Welche Aufgabe hat Sie in diesem Spukschloss zu erfüllen und was hat Adora damit zu tun?'

Bald nachdem Sie den Evergreen Forrest verlassen hatte, führte der Weg der Königstochter durch die Korridore von Lithos. Mit Battle-Cat als Ihren Gefährten hatte Adora keinerlei Probleme die einem Irrgarten ähnlichen Korridore schnell und sicher zu durchqueren. Noch ahnte Sie nicht was Sie auf Ihrer Reise noch erwarten würde…

Während Marlena weiterhin versuchte eine Antwort auf die aufgeworfenen Fragen zu finden, konnte Sie im Spiegel vor Ihr beobachten wie Adora auf Battle-Cat Ihre Reise zum Mount Imperium fortsetzte. Nachdem Sie den Evergreen Forrest verlassen hatte, ritt Sie nun auf Battle-Cat durch die Korridore von Lithos. Zu gut konnte Marlena sich noch daran erinnern, wie Adam und Cringer in den Korridoren zum spielen unterwegs waren. Sie selbst war dort oft genug mit Ihrem Sohn unterwegs gewesen, als Eternia noch eine friedvolle Welt war. Doch dieser Zustand lag schon zu lange zurück. Schmerzhaft wurde Ihr bewusst, wie viel Zeit seitdem vergangen war. Selbst Ihr letztes Erlebnis in den Korridoren von Lithos lag nun über 15 Jahre zurück. Für Marlena war es fast so, als ob es gestern gewesen war. Ihr Transporter war während eines massiven Energieausstoßes abgestürzt, und Sie musste alleine versuchen Sich zu retten. Beinahe wäre sie einigen Schlangenkriegern zum Opfer gefallen, als Randor und Battle-Cat wie aus dem nichts aufgetaucht waren, und Sie vertrieben hatten. Schon damals hatte die Königin sich gefragt, wieso der Kampftiger sich so gut in den Korridoren auskannte. Die Antwort auf diese Frage blieb Ihr damals, wie auch heute, verborgen.

Die Korridore von Lithos hinter sich lassend erreichten Battle-Cat und Adora das Tal der Drachen. Ohne auf ein entsprechendes Kommando seiner Reiterin zu warten hielt der Kampftiger am Rande des Tals an. Beinahe fragend blickte der Kater zurück. Es war fast so, als ob Battle-Cat die Anwesenheit eines jeden einzelnen Drachens fühlen konnte. Eine gewisse Anspannung übertrug sich auf Adora. ‚Lange war ich nicht mehr hier. Damals unter anderen Vorraussetzungen, doch es ist der einzige Weg zum Mount Imperium. Ich muss das Tal durchqueren.' Ohne abzusteigen strich die Prinzessin durch das Fell des Tigers. "Wir müssen da durch Battle-Cat. Es gibt keine andere Möglichkeit. Los!" Lange war niemand mehr im Tal der Drachen gewesen. So war es unsicher, ob die Wesen, die dem Tal Ihren Namen gaben überhaupt noch darin lebten.

Entschlossen drang die Thronfolgerin von Eternia auf Ihrem Tiger in das Tal der Drachen ein. Beide waren sich der Gefahr, in die Sie sich begaben, sollten wirklich noch Drachen leben, durchaus bewusst, doch stellte dieses Tal den einzigen Weg dar, den Sie gehen konnten…


Subternia

Zusammen mit den Streitkräften der Speleanern und den Caligariern waren Man -E- Faces, Ram Man und Fisto auf dem Weg zurück an die Oberfläche von Eternia.

Bald nachdem Man -E- Faces und Ram Man das Heim der Caligarier erreicht hatten, konnten Sie Ceratus, dem Anführer von dem Angriff auf Eternos berichten.
"Dann ist der alte Feind Eternias also zurückgekehrt", stellte Ceratus nüchtern fest. "Nun, die Angreifer waren definitiv Soldaten der Horde. Auch wenn es nicht Hordak war, der Sie angeführt hat, sondern eine gewisse Catra… Der Hauch des Bösen greift wieder nach Eternia." Man -E- Faces konnte seine Besorgnis nicht verbergen.
"Und König Randor ist also der Meinung, dass wir uns alle in großer Gefahr befinden?" hakte Ceratus nach.
"In der Tat. Wir wissen nicht, ob und wann der Feind das nächste Mal angreifen wird. Ihr müsst Euch vorbereiten!" warf Ram Man ein.
Ceratus schien zu überlegen, während Man -E- Faces und Ram Man gebannt auf den Anführer der Caligarier blickten. Nach für die beiden schier unendlichen Momenten richtete Ceratus das Wort an Sie: "Ich vertraue den Worten Eures Königs. Er hat uns noch nie belogen. Wir werden vorbereitet sein. Zu den Waffen, meine Krieger!"

Fast zeitgleich mit den anderen traf Fisto im Herrschaftsbereich der Speleaner ein. Nach kurzer Zeit, konnte der Bruder des Waffenmeisters die Kunde vom erneuten Angriff der Horde an Lord Dactys, den Anführer der Speleaner weitergeben.
"Es ist beunruhigende Kunde die Ihr uns bringt. König Randor hat also angeordnet, seine Verbündeten zu warnen?" fragte dieser mit beunruhigtem Tonfall.
"So ist es", antwortete Fisto: "Wir haben den Feind einmal besiegt, aber es war kein endgültiger Sieg. Die feindlichen Truppen könnten jederzeit erneut angreifen, und Eternos ist dann vielleicht nicht mehr Ihr einziges Ziel", fügte Fisto hinzu. "Wie ist Eure Meinung, Fisto? Wird der Feind erneut angreifen?"
"Ich habe bei den großen Unruhen gekämpft. Im Krieg gegen die Snake-Men, und gegen Skeletor. Keiner dieser Feinde gab sich nach nur einer Niederlage geschlagen. Sie werden erneut angreifen, dessen bin ich mir sicher, Lord Dactys", beantwortete Fisto die Frage. "Und Euer König bittet um unsere Hilfe?", hakte Lord Dactys nach.
"So ist es. König Randor ist sich dessen bewusst, dass die Völker Eternias nur zusammen eine Chance haben, die Horde zu besiegen. Auch wenn die Soldaten der Horde ohne Ihren Führer kämpfen, so sind Sie ein äußerst starker und gefährlicher Gegner. Es war ein harter Kampf, den wir hinter uns haben."
"Ihr müsst große Opfer gebracht haben, um den Feind zu besiegen", antwortete Dactys verstehend. "Wenn Randor unsere Hilfe braucht, werden die Speleaner bereit stehen


Das Labyrinth der Dornen

Kurze Zeit nachdem Adora und Battle-Cat das Tal der Drachen verlassen hatten, erreichten Sie das Labyrinth der Dornen. Angestrengt verfolgten die Prinzessin wie auch der Tiger die vielen Spuren, die in das Labyrinth führten. Beide waren noch mehr als geschafft von Ihrem Weg durch das Tal der Drachen. Nur mit äußerster Mühe waren beide den wütenden Angriffen der Drachen entkommen, die nicht zulassen wollten, dass jemand in Ihr Gebiet eindrang. Als wäre all Ihre Mühe umsonst gewesen, standen Sie nun vielen Dutzend Tunneln gegenüber, die in das Labyrinth führten. 'Welcher Weg ist der richtige? So viele führen hinein?' "Battle-Cat, welcher Weg ist der richtige?"


Castle Grayskull

Tief unterhalb der Oberfläche von Castle Grayskull lag eine junge Frau mit rötlichen Haaren auf einem großen weißen Bett. Regungslos, und mit nur geringer Atmung schlief Sie einen traumlosen Schlaf. Über Ihrem Körper ausgebreitet lag eine weitere Frau, die in eine Art ägyptische Tunika trug. Auf Ihrem Kopf, der reglos über dem Bauch der rothaarigen Frau lag, trug Sie einen Kopfschmuck der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Falken hatte. Die Heilung Ihrer Tochter hatte Teelana all Ihre Kraft gekostet. Doch das Wissen, dass Ihre Tochter sich von Ihren schweren Verletzungen wieder erholen würde, war Ihr wichtiger als das eigene Wohlbefinden. So hatte Sie es auch riskiert all Ihre Kraft dafür aufzuwenden, auch wenn es Ihrer eigenen Gesundheit schaden konnte. Teela's Leben war Ihr wichtiger. Dieses Mal. Zu gut konnte sich die Hüterin von Grayskull noch an die teils noch nicht sehr ferne Vergangenheit erinnern. Momente in denen Ihr die eigene Tochter viel bedeutet hatte, aber nie genug um Ihretwegen alles aufs Spiel zu setzen woran Sie geglaubt hatte, wofür Sie gekämpft hatte, und eingestanden war. Dieses Mal nicht. Sie musste Ihre Tochter retten, egal welchen Preis sie dafür zahlen musste, Sie war bereit…

 

Die Wüste der Zeit

So schnell die Beine von Battle-Cat Sie trugen, ritt Adora, Prinzessin von Eternia durch die Wüste der Zeit auf Ihr Ziel zu. Direkt hinter den weiten Ausläufern der Wüste der Zeit befand sich Mount Imperium, einer der mächtigsten und größten Berge Eternias.
In seiner Größe und Erhabenheit über alle anderen Felsformationen des Planeten erhaben thronte dieser Berg hinter den Sanden der Wüste.
Müdigkeit breitete sich in Tiger und Reiterin aus. Lange und beschwerlich war Ihr bisheriger Weg. Vor allem das Labyrinth der Dornen hatte Ihnen viel abverlangt.
Nur weil beide den wenigen Spuren, die aus dem Labyrinth heraus führten gefolgt waren, anstatt den vielen, die hinein führten, waren Sie sicher durch hindurch gelangt. Nach einer scheinbar unendlichen Zeitspanne, konnte Adora endlich etwas im Sand der Wüste erkennen. Battle-Cat stoppte, ohne ein Zeichen seiner Reiterin, und gab der jungen Prinzessin so die Möglichkeit Ihre seltsame Entdeckung näher zu betrachten.
Zu Ihrer Überraschung konnte Adora die seltsamen Spuren, die vor Ihr im Wüstensand verliefen noch sehr gut erkennen. Bereits nach wenigen Augenblicken wusste sie ohne jeden Zweifel dass es sich um die Spuren von schwerer Horde-Maschinerie handelte. Die Spuren waren noch frisch.
Kein Wind hatte die Spuren bisher verweht. Für Adora bestand kein Zweifel. Nur wenige Stunden vor Ihr, musste eine gewaltige Armee der Horde die Wüste der Zeit durchquert haben. Doch wo kam diese her, und vor allem was konnte Ihr Ziel sein?
Nach der Niederlage von Eternos musste Catra doch wissen, dass ein weiterer Angriff innerhalb so kurzer Zeit keine Aussicht auf Erfolg bot. Die Palastwachen waren in Alarmbereitschaft, und die königliche Armee stand voll unter Waffen. Während Sie sich erneut auf den Sattel von Battle-Cat schwang, und Ihm bedeutete weiter auf Mount Imperium zuzureiten, überlegte Sie fieberhaft was Catra plante.

 

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Mount Imperium

Schier endlose Zeit später erreichten Battle-Cat und Adora den Fuß von Mount Imperium. Ohne sich selbst einen Pause zu gönnen, sprintete die Katze auf den die ersten Felsen zu, wurde jedoch durch einen Ruf von Adora aufgehalten, ehe er die Felsen erklimmen konnte. "Halt, mein treuer Tiger. Ab hier muss ich meinen Weg alleine fortsetzen", erklärte Adora dem mächtigen Tiger, als Sie von seinem Rücken abstieg und sein Fell leicht kraulte: "Warte hier auf mich, und ruhe Dich aus, bis ich wieder zurück bin."

Ihrem treuen Gefährten einen letzten aufmunternden Blick zuwerfend bestieg Adora die ersten Steine, die Sie zu Ihrem Ziel, dem Gipfel des Mount Imperium bringen würden. Sie wusste, dass es ein beschwerlicher Aufstieg werden könnte. Ohne die Hilfe von Battle-Cat sogar noch schwerer als Sie annehmen musste, doch sie konnte dem Kater nicht noch mehr zumuten. Ein seltsames Gefühl von Melancholie erfasste Sie, als Sie daran dachte, wie Sie auf dem Rücken von Battle-Cat durch das Tor von Castle Grayskull heraus geritten war. Wie Sie gemeinsam die Korridore von Lithos, das Tal der Drachen, und viele weitere Gefahren hinter sich gelassen hatten. Es war fast wie in alten Zeiten, als Sie mit Ihrem Bruder zusammen auf dem Rücken von Battle-Cat nahezu ganz Eternia bereist hatte. Die Erinnerung war süß, aber dennoch schmerzhaft. Doch vor allem war es nur eine Erinnerung für Adora. Es war vorbei. Die Zeit hatte, wie ein wildes Raubtier, den perfekten Moment zu einer schmerzhaften, von melancholischen Gefühlen untermalten Erinnerung verblassen lassen; regelrecht verschlungen, und der jungen Prinzessin die unbeeinflussbare Grausamkeit des vergangenen mehr als nur verdeutlicht.

Schritt für Schritt, Stein für Stein kam Sie dem Gipfel näher, unwissend was Sie an der Spitze des Berges erwarten würde….

Fortsetzung folgt ...

 

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