Die Wüste der Zeit, 1 Stunde zuvor:
Donnergrollen war in der in der ganzen Umgebung zu vernehmen und dunkle Wolken zogen sich zusammen, über dem Ort, der einst als die große Stadt Zalesia bekannt war. Nun stellte die einstmals mächtige und prächtige Stadt nicht mehr viel mehr als eine Ansammlung von Ruinen dar, die ein schlechtes Zeugnis von der einstigen Pracht der Stadt ablegten.
Die dunklen Wolken zogen sich immer mehr zusammen. Das
Grollen des Donners wurde laute, fast als wollte es jemanden warnen,
vor den Ereignissen die es ankündigte. Ein heller Blitz durchzuckte die
Dunkelheit, fuhr in den Boden, riss ein gewaltiges Loch. In der Ferne
war ein Stamm von Nomaden zu sehen, der panisch versuchte von dem
gewaltigen Unwetter wegzukommen. Sogar die Bewohner der Wüste mieden
den Ort, an dem das Unwetter seinen Mittelpunkt zu haben schien. Doch
eine einzelne Person befand sich direkt darin. Gehüllt in eine rote
Kutte, das Gesicht unter einer Kapuze verborgen stand Sie inmitten des
Unwetters, und murmelte seltsame Worte in einer längst vergessenen
Sprache.
Mit einem Mal verstummte Sie, und mit Ihr auch Blitz und Donner.
Lediglich die dunklen Wolken, sowie der orkanartige Wind, der drohte
jeden von den Beinen zu fegen, der sich in seiner Nähe aufhielt,
deuteten darauf hin, dass der Sturm noch längst nicht vorbei war.
"Öffne Dich Tor, zur Dimension mit dem Namen DESPONDOS!" schrie Sie dem
Wind entgegen, und durchbrach damit die herrschende Stille. Blitze
schlugen um Sie herum ein. Das Grollen des Donners wurde lauter als je
zuvor. Das Loch das einer der Blitze zuvor in den Wüstenboden
geschlagen hatte, begann in schummrigem Licht zu leuchten. Ein grauer
Nebel zog auf, und gab schließlich den Blick auf einen Strudel aus
schwarzem Licht frei, der sich in konzentrischen Bahnen auf das Zentrum
des Loches im Boden zu bewegte.
"DESPONDOS NA QUEL SI QUER ALLENUM INFINITUM!" Donnerschlag begleitete
den Ruf in die Dunkelheit, und ein Gefühl der Zufriedenheit breitete
sich in der Gestalt aus, die als einzige inmitten des gewaltigen
Wüstensturmes stand, als diese Bewegungen innerhalb des Strudels
ausmachen konnte: "Erhebe Dich aus Deinem Gefängnis, und folge Deiner
Bestimmung HORDAK!"
Zuerst war nicht mehr als eine flüchtige Bewegung innerhalb des Strudels auszumachen, doch innerhalb weniger Sekunden war zuerst ein Kopf, und schließlich ein kompletter Körper aus der Dunkelheit aufgetaucht. Mit einem dämonischen Grinsen auf den Lippen trat Hordak, der dunkle Warlord aus dem Strudel, der das Tor in die Dimension Despondos, dem Ort seiner jahrhunderte langen Gefangenschaft, darstellte heraus, auf den Boden Eternias. Des Planeten den er mehr begehrte als alles andere. "Eternia! Dieses Mal werde ich erfolgreich sein, wo ich vor Jahrhunderten scheiterte!" Entschlossen entfernte er sich von dem Portal, und gab damit den Weg für seine Untergebenen und Generäle frei, die Ihm auf den Schritt aus der Verbannung folgten. Zielstrebig schritt er auf den Körper der Gestalt zu, die das Tor nach Despondos geöffnet hatte, die den Bannzauber, der Ihn hinderte jemals wieder einen Fuß auf den Boden Eternias zu setzen gebrochen hatte. "Lange habe ich auf diesen Tag gewartet Hordak. Lange habe ich gewartet bis Ich das Tor nach Despondos öffnen konnte. Doch heute ist es soweit. Der Tag unseres Triumphes ist nicht mehr fern. Bald werden wir Eternia unterworfen haben. Und dann kann uns niemand mehr aufhalten!" meinte die Gestalt zu Hordak. "Auch ich habe lange auf diesen Tag gewartet, doch ich wusste er würde kommen! Seit dem Tag meiner Verbannung habe ich meine Armeen in Despondos vergrößert, und heute ist der Tag an dem Sie in Eternia einmarschieren. Heute ist der Tag an dem Eternia fallen wird, und morgen wird das Universum vor unserer Macht erzittern, SHADOW WEAVER!" entgegnete Hordak der Hexe die nun direkt vor Ihm stand. "Eternia wird mein sein, und niemand kann uns aufhalten!" Hordak beobachtete wie seine Truppen Mann für Mann, Fahrzeug für Fahrzeug aus dem Tor herauskamen und Stellung vor Ihm bezogen. Mantenna, der Späher der Horde hatte das Tor inzwischen durchschritten und kniete nun vor seinem Herren und Meister nieder. Grizzlor, der stärkste Kämpfer der Horde und Scorpia folgten seinem Beispiel. Zufrieden wandte sich Hordak an Shadow Weaver. Er brauchte den Aufmarsch der Truppen nicht zu sehen. Er kannte deren Stärke. "Wie läuft unsere Offensive hier in Eternia Shadow Weaver?" Die Hexe konnte Ihren Blick nur schwer von der mächtigen Armee, die von Minute zu Minute größer wurde abwenden, doch Sie musste Hordak Bericht erstatten: "Wie Ihr es vorausgesagt habt, großer Hordak. Der Angriff den Force Captain Catra gestartet hat, war ein voller Erfolg! Diese Narren haben nicht erkannt, dass es sich dabei nur um einen Ablenkungsangriff handelte", antwortete die Hexe Ihm nicht ohne Stolz. Immerhin war es Ihr Plan gewesen, die verbleibenden Truppen gegen den königlichen Palast zu schicken, um alle Aufmerksamkeit darauf zu lenken. So konnte Sie unbemerkt das Tor nach Despondos öffnen, und Hordak und seine gesamte Streitmacht ohne Zwischenfälle nach Eternia bringen. "Gut. Force Captain Catra soll mir sofort Bericht erstatten, wenn Sie hier eingetroffen ist", rief Hordak seinen Offizieren zu, während er sich mit Shadow Weaver vom Tor nach Despondos entfernte, und die weitere Vorgehensweise mit Ihr besprach.
Weit entfernt von Hordak's Streitmacht, oder dem Tor
nach Despondos stand ein Mann hinter einem Fenster eines Turmes in den
Ruinen von Zalesia. Einst war der Turm ein Zeichen großer Macht, und
weit nach außen sichtbares Zeichen der Pracht der Stadt, doch nun war
es nicht mehr als ein weiteres Gebäude unter vielen, und doch war etwas
anders an diesem Gebäude als an vielen anderen.
Mit nachdenklichem Gesicht beobachtete der Bewohner des Turmes den
Truppenaufmarsch bis er sich schließlich abwandte und in den tiefen des
Turms verschwand: "Es hat begonnen", waren seine letzten Worte, bevor
er in der Dunkelheit verschwand.
Der königliche Palast von Eternia:
Als er den Konferenzraum betrat, fand Duncan Randor zusammen mit einigen Offizieren und mehreren Spähern über eine große Karte Eternias gebeugt vor. Deutlich waren Sorgenfalten auf Randor's Stirn zu erkennen, und einige der Offiziere diskutierten über die Vorgehensweise, während die Späher die Position der Feinde auf der Karte markierten.
"Majestät! Ich bin so schnell gekommen wie ich konnte",
meldete sich Duncan zu Wort. Wie immer wenn Sie in Gesellschaft von
anderen waren hatte er Randor mit seinem Titel angesprochen.
"Ah, Man at Arms. Gut dass Du hier bist. Es gibt schlimme Neuigkeiten", entgegnete der König Ihm.
"Wir haben Späher ausgesandt um zu sehen, wohin sich die Armee der
Horde zurückzieht Sir", erklärte einer der Offiziere. Sein Name war
Andrews, wenn sich Duncan richtig erinnerte. "Wir haben Sie bis in die
Wüste der Zeit verfolgt", warf einer der Männer des Spähtrupps nun ein:
"Und Sir! Sie werden es nicht glauben… aber dort… dort warteten bereits
weitere Soldaten! Es müssen Tausende gewesen sein, und wir wissen nicht
ob das alle waren! Wir mussten wieder abdrehen, weil wir mehrere Jäger
auf uns zufliegen sahen", beendete der Späher seinen Bericht.
"Das war absolut die richtige Entscheidung", bekräftige Andrews seinen
Soldaten. "Es ist wichtiger, dass Sie uns über die Gefahr informiert
haben, als das Risiko einzugehen abgeschossen zu werden bei dem Versuch
mehr über den Feind herauszufinden."
"Aber woher kamen die Jäger? Hatten unsere Verteidiger nicht alle
gegnerischen Flugeinheiten ausgeschaltet?" fragte Duncan nach.
"Das ist richtig Sir! Woher auch immer diese Jäger kamen. Es waren
keine die am Kampf um Eternos beteiligt waren. Wir nehmen an, dass es
sich dabei um Nachschub handelt", stellte Andrews fest.
"Was ist das Ziel dieser neuen Armee? Marschiert Sie erneut auf Eternos
zu?" fragte Duncan in die Runde. "Das wissen wir bisher noch nicht,
alter Freund", antwortete Randor Ihm. "Wir haben in hoffentlich
ausreichender Entfernung neue Späher postiert, die uns über Ihre
Truppenbewegungen auf dem laufen halten sollen, aber Sie können
praktisch alles angreifen, und wir wissen so gut wie nichts über Sie.
Wir wissen noch nicht einmal ob diese Catra Ihre wirkliche Anführerin
ist." Randor wirkte ernüchtert. Hatte er wenige Stunden zuvor noch
ebenso überschwänglich wie viele Offiziere und Soldaten den Sieg
gefeiert, so wirkten Sie nun als wäre bereits die letzte Schlacht
verloren worden, und irgendwie wurde selbst Duncan das Gefühl nicht
los, als wäre Ihr Sieg nicht wirklich ein Sieg geworden. Nicht nur
wegen der Verletzung von Teela, sondern auch wegen der scheinbaren
Leichtigkeit mit der der Gegner zu Verstärkungen gelangt war, und nun
ein viel größere und weniger leicht einzuschätzende Gefahr darstellte.
"Hoheit! Vielleicht kann uns Eure Tochter behilflich sein?", meldeten
sich gleich 2 der Offiziere der Garde zu Wort: "Sie hat uns bereits in
der letzten Schlacht zum Sieg geführt. Vielleicht kann Sie es auch
dieses Mal schaffen", meinten die beiden nicht ohne eine gewisse
Bewunderung für die Prinzessin.
"Nein! Auf gar keinen Fall! Ich bin nicht bereit meine Tochter ein
weiteres Mal dieser Gefahr auszusetzen." Entgegnete Randor den beiden
scharf. ‚Ich bin froh dass Ihr nichts passiert ist. Sie war in höchster
Gefahr, und ist dem Tod nur knapp entgangen. Ich könnte es nicht
ertragen zu sehen wie Ihr etwas zustößt. Ich bin froh, dass Sie sich
nicht wieder aufs Neue in Gefahr bringt.' Mit der Erkenntnis dass seine
Tochter die letzte Schlacht nur unter sehr denkwürdigen Umständen
überlebt hatte, beschloss Randor Sie so bald wie möglich aufzusuchen.
Am besten sofort nach dieser Besprechung. Adora musste unglaubliches
durchgemacht haben, das wurde Ihm klar. Selbst wenn Marlena für Sie da
war, so war es auch seine Aufgabe sich nach Ihrem Wohlbefinden zu
erkundigen. Schmerzlich wurde Ihm bewusst, dass er selbst gestern mehr
auf die Soldaten bei der Siegesfeier, als auf seine Tochter geachtet
hatte. Zu sehr hatte er sich auf die Pflicht konzentriert. Er jetzt
fiel Ihm auf, dass er Adora den ganzen Abend über nicht ein einziges
Mal gesehen hatte. Sie hatte die Feierlichkeiten nicht einmal
aufgesucht. Instinktiv fragte er sich was in seiner Tochter vorgehen
musste, nach diesen Ereignissen und verteufelte sich selbst für seine
Unachtsamkeit. ‚Hoffentlich hat Ihr Marlena die Aufmerksamkeit zukommen
lassen, die Sie brauchte.'
"Aber Majestät! Sie hat…."
"Auf keinen Fall", schnitt Randor jeglichen Protest ab: "Meine
Entscheidung steht fest, und Sie ist unumgänglich. Suchen Sie nach
anderen Möglichkeiten! Diese hier steht nicht zur Debatte."
Er wandte sich von dem Tisch ab, und überließ die anderen einer Diskussion über die taktischen Möglichkeiten.
Duncan bemerkte einen Wink des Königs als dieser sich von der Karte
abwandte, und entfernte sich ebenfalls. "Duncan, habe ich richtig
gehandelt, als ich meine Tochter schützen wollte, oder war es töricht?"
"Es war eine menschliche Entscheidung", entgegnete Duncan Ihm: "Vor
allem ist es richtig Sie jetzt zu nichts zu drängen, was Sie nicht
selbst will. Ich glaube Sie war sehr geschockt als Teela verletzt
wurde."
Nachdenklich stützte Randor sich an einem Tisch ab. Er hatte Adora's
Verhalten bisher nicht mit Teela's Zustand in Verbindung gebracht.
Sicherlich hatte er sich auch Sorgen um das Wohlergehen von Duncan's
Tochter gemacht, doch eher Ihrer vielen Verdienste um das Königreich
und Ihres Vaters wegen, als wegen seiner eigenen Tochter, und nun wurde
Ihm von Duncan offenbart, dass dieser Umstand seiner Tochter schwer zu
schaffen machte. "Ich muss zu Ihr, Duncan! Ich hätte längst an Ihrer
Seite sein sollen!"
"Das halte ich für keine gute Idee Randor! Wer soll die Verteidigung
von Eternos koordinieren wenn nicht Du? Es sind gute Männer." Duncan
deutete indirekt auf die Offiziere die am Nebentisch über verschiedene
Möglichkeiten der Verteidigung diskutierten:" Doch keiner von Ihnen
kann auf Deine Erfahrungen zurückgreifen! Niemand von Ihnen hat bei den
großen Unruhen gekämpft. Sie brauchen einen Anführer… Sie brauchen
Dich!"
"Ich weiß", antwortete Randor mit einem seufzen: "Es war schon immer
meine Aufgabe. Nie hätte ich zulassen dürfen, dass Adora an meiner
Stelle in die Schlacht zieht. Niemals! Ich hätte Ihr Einhalt gebieten
müssen, dann wäre das alles nicht passiert. Dann wäre Teela auch nicht
verletzt worden! Duncan… es tut mir leid!" Mit stoischer Mine verfolgte
der Waffenmeister die Worte seines Freundes, seines Königs. Tausend
Gedanken gingen Ihm durch den Kopf, doch nur einer davon formte sich
zwischen seinen Lippen: "Es ist passiert. Und nichts was wir tun, kann
es ungeschehen machen."
Randor bemerkte die Bitterkeit, die in den Worten des Waffenmeisters
mitklang. Bitterkeit, die er nur zu gut kannte, die Ihn jeden Tag aufs
Neue verfolgte, seit dem Tag an dem er selbst einen großen Verlust
erlitten hatte. "Du hast recht", entgegnete er dem Waffenmeister
schließlich: "Aber wir können eines tun. Wir können für die Zukunft
unserer Kinder kämpfen. Wir werden nicht zurückstecken, bis die Gefahr
für Eternia gebannt ist, auf das nie mehr Tyrannei und Hass herrschen
werden!" Während Randor diese Worte sprach, zog er sein Schwert, und
streckte es gen Himmel. Verwundert bemerkte er, wie 12 weitere
Schwerter seinem eigenen folgten.
"Für Eternia!" erschallte es aus den Kehlen der Offiziere. Bis vor
wenigen Momenten hatten Sie noch bis aufs heftigste debattiert, und nun
standen Sie neben Ihrem König, bekundeten Ihre Treue, und Ihre Absicht
für Frieden und Freiheit auf Eternia Einzustehen, koste es was es wolle.
Nacheinander betrachtete Randor die Gesichter seiner Kommandeure, bis sein Blick zu Duncan wanderte….
Mit neu gewonnener Zuversicht wandte Randor sich an alle: "Dann lasst uns besprechen, wie wir diese Blechsoldaten ein für alle mal aus Eternia vertreiben!"
Evergreen Forrest:
Mit äußerster Kraft stemmte der Wind Raider von Adora sich dem aufkommenden Sturm entgegen.
Laut heulten die Triebwerke des Fluggeräts auf, und seine Pilotin, wie
auch deren Mutter befürchteten von Minute zu Minute mehr, dass die
Maschine der Belastung nicht mehr lange Stand halten könnte.
Je näher sie Castle Grayskull kamen, desto heftiger tobte der Sturm um
Sie herum. Regen setzte ein, durchweichte die Insassen des Gefährts bis
auf Ihre Knochen. Donnergrollen übertönte das Heulen der Triebwerke,
und Blitze tanzten durch den nunmehr schwarzen Himmel Eternias.
"Adora! Lange halten wir das nicht mehr durch! Du musst
landen!" schrie Königin Marlena Ihrer Tochter von hinten aus dem Wind
Raider zu, um die tosenden Stürme zu übertönen, während Sie einmal mehr
versuchte die immer noch bewusstlose Teela zu halten. Längst hatte die
Königin Ihren Platz neben Ihrer Tochter gegen die Rücksitze tauschen
müssen. Und mehr als nur einmal hatte Sie verhindert, dass Teela bei
einem der Gegenmanöver Ihrer Tochter aus dem Gefährt gefallen war, doch
mit jedem Windstoß wurde es für die Königin schwerer Teela, und auch
sich selbst vor einem Fall zu bewahren.
"Nein Mutter! Wir dürfen nicht aufgeben! Wir müssen Grayskull so
schnell wie möglich erreichen, sonst ist alles umsonst gewesen!" schrie
die Prinzessin zurück. Verbissen lenkte Sie den Wind Raider weiter
durch die Winde, wissend, dass das mystische Schloss nicht mehr weit
entfernt sein konnte, auch wenn der Sturm Ihr noch den Blick darauf
verwehrte.
In weiter Ferne konnte Sie etwas aufblitzen sehen. Sie wähnte sich
schon fast an Ihrem Ziel, als Ihr klar wurde, dass es nicht das Antlitz
von Castle Grayskull war, welches Ihr den Weg durch den Sturm weisen
wollte. Ärger breitete sich in Adora aus, als Ihr klar wurde, dass es
zudem aus der falschen Richtung kam. Eilig kramte Sie in einer der
Ausrüstungstaschen des Wind Raiders, bis Sie einen Gegenstand, den Sie
augenscheinlich darin gesucht hatte, hervorzog: "Mutter, dort hinten
ist irgendetwas, oder irgend jemand! Versuch bitte herauszufinden, wer
oder was das ist!" rief Sie Marlena zu, während Sie Ihr den Gegenstand,
den die Königin als Feldstecher identifizierte nach hinten reichte.
Marlena steckte die Hand nach dem Feldstecher aus, als eine heftige Windböe den Wind Raider erschütterte. "Ahh!"
Adora fuhr herum, als Sie den Schrei Ihrer Mutter vernahm, sah, dass
Sie das Gleichgewicht verloren hatte, und aus dem Wind Raider zu
stürzen drohte. ‚Mutter! Nein! Das darf ich nicht zulassen.'
Der Wind blies Adora scharf ins Gesicht, als sie die Kontrollen los
ließ, und sich ganz zu Ihrer Mutter umdrehte. Durch einen schnellen
Reflex bekam Sie Ihr Handgelenk zu fassen, und schaffte es schließlich
Sie auf die Sitzbank zu drücken.
Beinahe apathisch umklammerte Marlena den Feldstecher,
fast als ob Sie sich daran festhalten könnte, doch war Ihr klar, dass
der Gegenstand Ihren Fall mehr verursacht hatte, als er diesen
verhindern konnte. Ihre Finger verkrampften, krallten sich immer mehr
in den Gegenstand. Endlose Sekunden vergingen, bis Sie einen starken
Druck an Ihren Handgelenk spürte, und nahezu zeitgleich in die
Rücksitzbank des Wind Raiders gedrückt wurde.
Ihre Finger lösten sich langsam wieder vom Gehäuse des Feldstechers,
als Ihr Verstand begriff, dass Adora Sie gerade eben noch einmal
gerettet hatte.
"Danke", murmelte Sie mehr zu sich, als zu Ihrer Tochter, die die Worte
ob des tosenden Sturmes, und Ihrer Konzentration auf die Kontrollen
wohl eh nicht gehört hätte. Mit einem schnellen Blick zur Seite
vergewisserte Sie sich, dass Teela das alles unbeschadet überstanden
hatte, und nahm den Feldstecher dann zur Hand, und richtete diesen in
die vorher von Adora festgelegte Richtung, versuchte zu erkennen was
Ihre Tochter meinte.
Als sie sah, was Adora vorher aufgefallen war, fiel Ihr der Feldstecher
aus der Hand, klapperte über die Außenhaut des Wind Raiders, und
verschwand schließlich in den Bäumen unter Ihnen. Dieses Mal versuchte
Marlena nicht das Ihr entfallene Gerät nochmals aufzufangen. Zu groß
war die Bestürzung, über das was Sie gesehen hatte.
"Oh mein Gott", war alles was über die Lippen der Königin kam, und als
ob der Sturm Ihre Worte bekräftigen wollte, war ein massives Donnern um
Sie herum zu hören. Mit einem Mal fiel der Wind Raider ab, geriet ins
Schlingern, und der Geruch von durchgebrannten und verschmorten Kabeln,
sowie das knistern eines Feuers ließen Adora wissen, dass die
Triebwerke der enormen Belastung nicht standgehalten hatten. Beißender
Rauch breitete sich aus, erschwerte den Insassen des Wind Raiders das
Atmen.
"Ich… ich verliere die Kontrolle! Wir müssen hier … hier raus", schrie
Adora unter heftigem Husten nach hinten. Mit äußerster Anstrengung
versuchte Sie den immer schneller fallenden Wind Raider zu
stabilisieren, um genügend Zeit für einen sicheren Ausstieg zu
erhalten, doch zu Ihrer Verwunderung hörte Sie kein Wort der Zustimmung
oder des Widerspruchs von Ihrer Mutter. Nach einem letzten herumreißen
des Wind Raider erhob Sie sich aus dem Pilotensitz, drehte sich zu den
Rücksitzen um, und sah wie Ihre Mutter bleich in den Sitzen hing.
Beinahe apathisch hielt Sie Teela fest, schien die Worte Ihrer Tochter
gar nicht gehört zu haben. ‚Mutter! Was ist passiert? Bitte sag doch
etwas!'
Geschockt rüttelte Adora an den Schultern Ihrer Mutter: "Wir müssen raus, schnell! Mutter!"
Wenige Augenblicke später erreichte der Wind Raider die Baumkronen des Evergreen Forrest, brach durch die Blätterdecke des Waldes. In einer gewaltigen Explosion, die weit über das Einschlagsgebiet hinaus von einem lauten Knall angekündigt wurde, verging das Gefährt in einem Ball aus Feuer und Rauch.
Fortsetzung folgt ...