… erwachte schweißgebadet mit einem spitzen Schrei auf Ihren Lippen auf Ihrem Bett, in Ihrem Schlafzimmer. Sie zitterte vor Kälte und vor Schreck, und zog schnell die Bettdecke an sich heran. Selbst die Wärme der Bettdecke konnte die Kälte, die Sie fühlte nicht vertreiben. Sie versuchte sich weiter unter der Decke zu verkriechen, was aber keinen Einfluss auf Ihr Empfinden hatte. Erst langsam wurde sie sich über den Inhalt Ihres Traumes klar, auch wenn manche Details im Verborgenen blieben. Angst breitete sich in Ihr aus, als Ihr klar wurde, dass Ihr Traum mehr als nur ein Traum gewesen sein musste. Augenblicklich stürzte Sie sich aus dem Bett, griff nach Ihrem Schwert, und rannte nach draußen. „Prinzessin Adora!?!“ Sie blickte in das mehr als nur überraschte Gesicht einer Magd, und bemerkte, dass Sie ohne sich neue Kleidung zu greifen einfach aus Ihren Räumen gerannt war. Mit hochrotem Kopf stürzte Sie in Ihr Zimmer zurück. Ohne lange zu überlegen, zog sie einen Kleiderbügel aus dem Schrank, und legte die darauf hängenden Kleidungsstücke an. Abgesehen davon dass Sie einen mittellangen roten Rock trug, glich Ihr Outfit sehr, dem während des Kampfes. Eine rote Bluse bedeckte Ihren Oberkörper. Darüber trug Sie eine dunkle Rüstung, mit goldenen Verziehrungen, auf deren Rücken eine Scheide für Ihr Schwert angebracht war. Noch während Sie wieder aus dem Zimmer stürmte, die Tür dabei laut ins Schloss knallen ließ, und an der immer noch mehr als überrascht dreinblickenden Magd vorbei rannte, zog Sie die Verschlüsse Ihrer Stiefel zu, die Ihre Waden nun umschlossen und Ihr mehr halt boten. Ohne auf Ihre Umgebung zu achten bahnte die Prinzessin sich Ihren Weg durch den Palast hin, zur Krankenstation. Weder Bedienstete noch Wachen, die Sie teils mit sorgenvollem Blick musterten, oder Ihr überschwänglich zum Sieg über die Horde gratulieren wollten, konnten Sie lange aufhalten.
Erschöpft stand Duncan an einem Fenster nahe der Tür zu Teela’s Krankenzimmer. Fast die ganze Nacht hatte er an Ihrer Seite gewacht, und hatte das Zimmer nun auch nur aufgrund einer ärztlichen Anordnung verlassen. Gedankenverloren starrte er in den klaren Nachthimmel Eternias. In wenigen Stunden würde es dämmern, und ein neuer Tag würde anbrechen. Aber was für ein Tag sollte es für Ihn werden? Seit 15 Jahren hatte er keinen Tag mehr erlebt, an dem er uneingeschränkt glücklich hätte sein können. Seit dem Tod von Adam hatte er keine glücklichen Zeiten mehr erlebt. Ebenso, wie Randor und Marlena. Ebenso wie das Königspaar hatte er versucht den Schmerz einfach zu unterdrücken, sich nichts anmerken zu lassen. Wie das Königspaar war er erfolgreich darin, die anderen zu täuschen, doch es änderte nichts an seinen Gefühlen. Adam hatte Ihm mehr bedeutet, als er vielleicht jemals zugeben konnte, oder wollte. Und jetzt auch noch Teela. Er verfluchte sich selbst für die Dummheit nach Grayskull aufgebrochen zu sein. ‚Ich hätte Sie nicht alleine lassen dürfen! Das alles wäre nicht passiert, wenn ich nicht aufgebrochen wäre, um… um Teelana um Ihre Hilfe zu bitten. Aber alles was Sie getan hat, war mich wegzuschicken…. Grayskull ist in großer Gefahr! Pah! ….In welcher Gefahr sollte Grayskull sich befinden? Wir wurden angegriffen, und nicht Grayskull! …. Teela war in Gefahr! Und ich war nicht bei Ihr. Ich hätte Sie schützen müssen!’ Eternias Waffenmeister war so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass er nicht bemerkte wie sich Ihm langsam jemand von hinter näherte. Überrascht fuhr er herum, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte, und blickte direkt in das Gesicht von Königin Marlena.
„Es ist spät Duncan. Du solltest versuchen wenigstens ein paar Stunden zu schlafen“, meinte die Königin Eternias mit leiser Stimme zu Ihm, doch Duncan winkte ab: „Ich kann nicht Marlena. Ich… jemand muss bei Teela sein, wenn Sie wieder aufwacht. Ich kann Sie nicht einfach alleine lassen“ antwortete er, und fügte ein: ’nicht schon wieder’, in Gedanken hinzu. „Ich werde an Ihrer Seite wachen Duncan. Du musst auch ein wenig an Dich selbst denken“, setzte Sie mit nun festerer Stimme nach, als beide Schritte im Gang hörten. Sowohl die Königin wie auch der Waffenmeister blickten in die Richtung der Schrittgeräusche, und erkannten Prinzessin Adora, die mit Ihrem Schwert in der Hand auf Teela’s Krankenzimmer zustürmte.
Ein klein wenig außer Atem erreichte Adora den Gang
auf dem sich Teela’s Krankenzimmer befand. Sie musste augenblicklich
handeln, dessen war sie sich in Anbetracht Ihres Traumes sicher. Lange
war es her, dass Sie zuletzt einen Traum, der eine Vorraussagung
bedeutete, gehabt hatte, und nun musste Sie alles tun was in Ihrer
Macht stand um zu verhindern, dass Eintrat was Sie geträumt hatte.
„Adora? Was ist mit Dir?“ Völlig überrascht über das Verhalten Ihrer
Tochter trat Marlena Ihr in den Weg. Duncan folgte Ihr, und stand neben
Ihr, ebenso verwundert wie die Königin. Vielmehr beunruhigte Ihn aber,
dass Adora mit Ihrem Schwert in der Hand auf das Krankenzimmer seiner
Tochter zustürmte: „Ich denke das ist eine berechtigte Frage Adora. Was
soll das hier werden?“
„Ich muss unbedingt zu Teela! Es ist dringend“, stellte Sie fest, ohne dabei auf Ihren Traum eingehen zu wollen.
„Aber doch nicht mit einem Schwert in der Hand Adora! Man könnte noch
auf die Idee kommen, Du würdest Teela etwas antun wollen“, meinte
Marlena in teils vorwurfsvollem Ton an Ihre Tochter adressiert.
„Nein.. nein das ist es nicht“, antwortete Adora, obwohl Sie diesen
Einwand durchaus nachvollziehen konnte. Innerlich schämte Sie sich ein
wenig, diesen Gedanken tatsächlich für einen kurzen Moment gehabt zu
haben, als Sie sich an die näheren Begleitumstände Ihres Traumes
erinnerte, doch hatte Sie diesen Gedanken ebenso schnell wieder
verworfen, wie er aufgetreten war. Schließlich war Teela Ihre Freundin,
und Sie glaubte nicht daran, dass sie sich gegen sie stellen würde,
auch wenn Sie überzeugt war, dass auch Ihr Unheil drohen würde. Umso
wichtiger war es, Ihre Mutter und Man at Arms von der Wichtigkeit und
Richtigkeit Ihres Handelns zu überzeugen.
„Was ist es dann Prinzessin?“ fragte Duncan Sie.
„Ich hatte einen Traum…. Vielmehr eine Art Vision“, fügte Adora schnell
hinzu, als Sie in die verblüfften Gesichter Ihr gegenüber blickte, die
mit dieser Antwort nicht gerechnet zu haben schienen.
„Es wird etwas Schreckliches passieren, und ich muss es verhindern.
Bitte lasst mich zu Teela. Ich muss zu Ihr. Ich muss Ihr helfen.“ Fast
flehentlich hatte Sie Ihre Bitte vorgetragen, und doch ließen weder die
Miene Ihrer Mutter, noch die von Man at Arms einen Rückschluss auf
deren Gedanken zu.
„Adora, es ist lobenswert von Dir, dass Du Dich um Teela kümmern
willst, doch ist Sie hier auf der Krankenstation besser aufgehoben, als
irgendwo anders. Deine Motive sind edel, aber Dein Engagement ist
falsch!“ entgegnete Marlena Ihr schließlich nach Sekunden lähmender
Stille.
Wortlos verfolgte Duncan die Auseinandersetzung zwischen Marlena und Adora, die an Intensität gewann, als Adora Ihrer Mutter erneut widersprach, und auf eine Gefahr hinwies, die Ihr in Ihren Träumen erschienen war. Duncan selbst verspürte nicht den Drang sich in die Diskussion einzumischen. Zu groß war seine Sorge um Teela, um sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Scheinbar desinteressiert stand er hinter der Königin, und erst als er hörte, wie Adora davon sprach, dass Hordak in Ihrer Vision auf dem Weg nach Grayskull war, und Ihn bald nichts mehr aufhalten könnte, fiel es Ihm wie Schuppen von den Augen. ‚Grayskull ist in großer Gefahr’
„Majestät!“ fiel er Marlena ins Wort, als diese die
Argumente Ihrer Tochter mit einem erneuten Diskussionsbeitrag
widerlegen wollte. „Vielleicht hat Eure Tochter Recht!“
Stille. Beide Frauen blickten auf den Waffenmeister, so als ob Sie
nicht glauben konnten, was dieser gerade eben gesagt hatte. „Wie… wie
meinst Du das Duncan?“ erkundigte Marlena sich.
„Die Sorceress meinte Grayskull wäre in großer Gefahr, als Sie mein
Hilfsgesuch ablehnte. Ich.. ich habe nicht verstanden was Sie damit
meinte. Der einzige Feind den es gab, war die Armee der Horde, die auf
den Palast zumarschierte, aber wenn das alles….wenn das nicht der Feind
ist den Sie meinte….“ Er erinnerte sich an den mysteriösen Fremden in
der Kutte, und erschauderte bei dem Gedanken, an diesen. ‚Kann es sein?
Kann es wirklich sein? Wusste Sie was passieren würde, und hat mich
deswegen im Unklaren gelassen, um uns nicht einer viel größeren Gefahr
auszusetzen, als die in der wir uns ohnehin schon befanden? Riskiert
Sie alleine gegen etwas, oder jemanden anzutreten? Gegen etwas, gegen
das sogar die Macht der Weisen keine Chance hat? Teelana, warum nur…
Warum hast Du mich im Unklaren gelassen?’
„Dann müsst Ihr mir erlauben zusammen mit Teela augenblicklich nach Grayskull aufzubrechen!“, beendete Adora den Satz des Waffenmeisters. „Ich erlaube es“, antwortete Duncan Ihr:“ Doch Du wirst nicht alleine gehen. Ich werde …“
„Man at Arms! Man at Arms!“ Noch bevor Duncan den
Satz beenden konnte, rannte eine der Wachen um die Ecke, und rief nach
dem Waffenmeister. „Sir! Der König! Er lässt nach Euch rufen. Unsere
Späher haben eine gewaltige Streitmacht der Horde ausgemacht, die sich
momentan sammelt! Noch weitaus mehr Soldaten als beim Angriff auf den
Palast! Ihr müsst augenblicklich zu König Randor kommen.“
Hin und her gerissen zwischen Pflicht und Verpflichtung wanderte
Duncan’s Blick von dem Soldaten zu Adora und zu Königin Marlena und
wieder zurück zu dem Soldaten. Adora wusste was er sagen wollte, und
welcher Konflikt nun in seinem inneren toben musste, und selbst Marlena
hatte dies inzwischen erkannt, auch wenn Sie gegen den Vorschlag von
Adora war, so wusste Sie um die Zerrissenheit Duncan’s. „Sir! Wir
müssen gehen! Der König erwartet uns!“
„Ich… kann…“ Er rang um jedes Wort: „Sage dem König…“ – „Dass Man at
Arms sich nur noch von seiner Tochter verabschieden wird“, beendete
Marlena den Satz des Waffenmeisters. Die Wache salutierte, drehte sich
um, und lief sofort los, dem König die Nachricht zu überbringen. „Ich
werde mit Adora gehen Duncan!“ Fassungslos blickten Adora und Duncan
auf die Königin.
„Aber Mutter!“ – „Majestät!“ – „Schluss damit! Ich werde meine Tochter
begleiten, oder Sie wird nicht gehen!“ entgegnete Sie beiden, und Ihr
Tonfall ließ keinerlei Widerworte zu. Marlena hatte Ihre Entscheidung
getroffen.
Nachdem Marlena den Ärzten die Anordnung erteilt hatte Teela reisefertig zu machen, welcher diese nur sehr widerwillig gefolgt waren, und die Anordnung erteilt hatte, in 10 Minuten einen flugfertigen Wind Raider im Palasthof bereit zu halten, entfernte Sie sich in Richtung Ihrer Gemächer. Keine 10 Minuten später wartete Adora an den Pilotenkontrollen des Wind Raiders auf Ihre Mutter, während Sie immer einen Blick auf die immer noch bewusstlose Teela, die auf der Rückbank lag, warf.
Mit sorgenvollem Blick stand Duncan neben dem Wind Raider, und versuchte die Worte der Ärzte, die vor einem Transport Teela’s gewarnt hatten, einfach zu vergessen. „Ich hoffe ich tue das richtige Teela“, flüsterte er seiner Tochter zu, auch wenn Ihm klar war dass sie seine Worte kaum hören würde. „Ich werde auf Teela acht geben Man at Arms“, meinte Adora mit leiser Stimme zu Ihm. Sie war sich unsicher ob es klug war den Waffenmeister auf dieses Thema anzusprechen, denn bisher hatten Sie keine Gelegenheit gehabt, den unterschwelligen Vorwurf, der zwischen Ihnen stand aus der Welt zu räumen. Zwar schien dieser vorerst an Bedeutung verloren zu haben, da der Waffenmeister zugestimmt hatte Teela nach Grayskull zu bringen, doch war er bei dieser Entscheidung sicherlich auch davon ausgegangen Sie selbst dorthin zu begleiten. „Ich vertraue Dir Adora“, antwortete er, während er sanft über Teela’s Stirn strich. Adora nickte, und Duncan stand auf, legte eine Hand auf Ihre Schulter und schenkte Ihr ein aufmunterndes Lächeln, ehe er wortlos in Richtung des Palastes stapfte. Innerlich verfluchte er den Umstand, seine Pflicht erfüllen zu müssen, doch er wusste dass Randor auf Ihn zählte, und wie hatte er Adora eben gesagt: Er vertraute Ihr. Mit schnellem Schritt überwand er die Treppen zum Palast und lief in Richtung des Konferenzraums in welchem sich Randor laut Aussage der Wache aufhielt.
Adora’s Blick heftete auf Man at Arms, und auch als dieser außer Sichtweite war, hatte Sie Ihren Blick noch immer auf den Punkt an dem er zuletzt zu sehen gewesen war gerichtet. Erst die erstaunten Laute der Wachen verrieten der Prinzessin Eternias das Eintreffen Ihrer Mutter. Noch bevor Adora eine Möglichkeit hatte, über das sonderbare Verhalten der Soldaten nachzudenken, konnte Sie bereits den Grund erkennen. Mit eiligem Schritt lief Königin Marlena die Treppen des Palastes herab, und Ihr entgegen. Adora’s Augen weiteten sich als Sie erkannte, dass Ihre Mutter eine Uniform, die Ihrem Kampfpanzer, den sie in der Schlacht getragen hatte nicht unähnlich war, trug. An Ihrer rechten Seite hing ein Schwert herab, während an Ihrer linken Seite ein Halfter mit einem Blaster herabhing. „Mutter… was hat das zu … zu bedeuten“, wandte sich die Tochter mit mehr als nur erstauntem Ausdruck an Ihre Mutter: „Ich begleite Dich, mein Schatz. Nicht mehr und nicht weniger“, flüsterte Marlena Ihrer Tochter leise zu, um Sie nicht vor den Wachen in Verlegenheit zu bringen. Sie schwang sich in den bereit stehenden Wind Raider und neben Adora, und damit vor den Waffenkontrollen Platz: „Komm schon Adora! Oder willst Du hier Wurzeln schlagen? Lass uns starten.“ Marlena wartete die Reaktion Ihrer Tochter nicht ab, sondern sah kurz nach hinten zu Teela, und als Sie sah, dass er dieser für Ihre derzeitige Situation vergleichsweise gut zu gehen schien, betätigte Sie die Waffenkontrollen, und führte einige Tests durch. Adora warf einen letzten unsicheren Blick zu Ihrer Mutter. Als Sie sah, wie Marlena sich an den Waffenkontrollen zu schaffen machte, startete sie die Maschinen des Fahrzeugs. Mit einem kurzen Aufdonnern der Triebwerke erhob Sich der Wind Raider in die Luft, und Adora nahm direkten Kurs auf Castle Grayskull.
Fortsetzung folgt ...