He-Man.de05.02.2012
Startseite » Specials » Future Imperfect » Future Imperfect - Teil 14

Future Imperfect - Teil 14

   

 

by ZeroCool

 

 

Eine Krankenschwester stellte sich ihr in den Weg, als sie versuchte in das Zimmer, wohin Teela gerade eben getragen wurde, zu gelangen: „Es tut mir leid, Euer Hoheit, aber die Anweisungen des Arztes waren, niemanden zu ihr zu lassen, bis er die Untersuchung beendet hat. Ich muss Euch bitten hier zu warten!“. Stillschweigend nickte Adora der Krankenschwester zu, die sich nun sichtlich erleichtert anderen Aufgaben zuwandte, dabei aber immer wieder einen Blick auf die Tür warf, um einschreiten zu können, falls irgend jemand das Zimmer betreten wollte. Adora stand einfach so vor der Tür. Sie war zu sehr erschöpft, und ihr einziger Gedanke galt dem Gesundheitszustand ihrer besten Freundin. „Wollt Ihr Euch nicht setzen und ein wenig ausruhen, während Ihr wartet, Hoheit?“ fragte die Krankenschwester Adora und deutete auf einen Stuhl, der nahe des Zimmers an der Wand stand, nachdem Adora nun schon eine ganze Weile regungslos unweit der Tür gestanden hatte. Als Adora auch darauf nicht reagierte, spürte sie, wie sie eine kleine Hand sanft am Arm ergriff und sie zu dem Stuhl führte. Sie fühlte einen leichten Druck auf ihren Schultern und sank kraftlos auf den Stuhl. Schritte entfernten sich von ihr und kamen kurz darauf wieder auf sie zu. Eine Decke wurde ihr vorsichtig um die Schultern gelegt.

Prinzessin Adora? …. Prinzessin Adora!“ Adora fuhr hoch, und die Krankenschwester, die ihren Namen gerufen hatte, wich erschrocken zurück, als die Prinzessin von Eternia vor ihr aufsprang und die Decke, die eben noch über ihren Schultern lag, nun zu Boden fiel. „Was ist passiert? Ist etwas mit Teela?“, fragte Adora die Schwester, die ihr gegenüber stand, und einen allzu erschrockenen Eindruck machte: „Nein, Euer Hoheit, mit ihr ist nichts… Das heißt, der Arzt möchte mit Euch darüber sprechen. Ich kann nichts weiter dazu sagen“, wand diese sich, und nahm nun die zu Boden gefallene Decke. „Dann darf ich nun zu ihr ins Zimmer?“ – „Ja, natürlich, Eure Hoheit“, bekam Adora als Antwort, bevor die Krankenschwester sich mit der Decke in der Hand entfernte. Adora fragte sich, wie viel Zeit vergangen war. Sie musste eingeschlafen sein, während sie darauf gewartet hatte, nach Teela sehen zu dürfen. Trotz des Schlafes fühlte sie sich müde und leer. Sie versuchte ein Lächeln aufzusetzen und betrat das Zimmer….

Randor und Duncan saßen am Kopf des Besprechungstisches im königlichen Palast von Eternia und warteten auf die Rückkehr von Buzz-Off und Stratos, welche die feindlichen Truppen mit den Luftstreitkräften des Königreiches verfolgt hatten. Der Waffenmeister Eternias war unruhig, und egal wie sehr er dies zu verbergen versuchte, so bemerkte zumindest Randor deutlich, dass er nun lieber an der Seite seiner Tochter wäre. „Ich bin mir sicher, dass es Teela inzwischen wieder besser geht, Duncan“, versuchte Randor seinen alten Freund und Kampfgefährten aufzumuntern. „Die Ärzte tun sicher ihr Bestes…“

Ja, das tun sie, Randor. Trotzdem habe ich das Gefühl, ich sollte an ihrer Seite sein, und nicht hier.“ 

Adora ist bei ihr. Und auch wenn ich im Moment lieber bei ihr wäre, so hält mich die Pflicht zurück, ebenso wie dich, alter Freund.“

Und manchmal hasse ich mich dafür. Ich sollte ihr ein besserer Vater sein und sie jetzt nicht alleine lassen.“ Randor legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter und wollte gerade zu einer Erklärung ansetzen, als sich die Tür öffnete und Stratos und Buzz-Off eintraten. Freudig wurden sie von den anderen Masters begrüßt. Duncan und der König richteten einige freundliche Worte an die beiden und dankten ihnen für ihren Einsatz im Kampf um Eternos, ehe sich alle am Konferenztisch niederließen, um den Kampfberichten zu lauschen. Fisto und Man-E-Faces berichteten über den Kampfverlauf der Bodentruppen, und wie gut die Taktiken von Adora gegen die feindliche Übermacht geholfen hatten. Randor erteilte einem der anwesenden Offiziere der Garde den Befehl, unmittelbar im Anschluss an die Besprechung die Truppen neu aufzustellen und ihm und den Masters eine Übersicht über die Verluste zu präsentieren. Stratos informierte die Anwesenden über den Verlauf des Luftkampfes, und Buzz-Off fuhr fort, dass sie die Angreifer bis zur Wüste der Zeit zurückverfolgt hatten, wo sie durch einen Sandsturm die Verfolgung abbrechen mussten.

Das heißt, die Horde-Truppen sind immer noch da draußen?“ erkundigte sich Fisto.

Das nehmen Stratos und ich an“, antwortete Buzz-Off auf seine Frage: „Wir mussten die Verfolgung abbrechen, da der Sandsturm uns sonst alle aus der Luft geholt hätte“, ergänzte Stratos.

Ihr habt richtig gehandelt“, erklärte Randor: „Doch das bedeutet für uns, dass es jederzeit zu einem weiteren Angriff kommen kann. Wir müssen auf der Hut sein! Am besten ihr fliegt beide zu euren Völkern und warnt sie vor der neuen Gefahr, die Eternia bedroht.“ „Ich werde sofort nach Andreenos aufbrechen, König Randor“, sprach Buzz Off. „Und ich werde nach unserer Besprechung nach Avion aufbrechen. Meine Leute werden sich auf den Kampf vorbereiten“, erklärte Stratos.

Ebenso wie meine“, fügte Buzz-Off hinzu.

Das ist sehr umsichtig“, meinte Duncan. „Wir können jeden Verbündeten brauchen, den wir haben.“

Ja, und deswegen sollten wir auch Boten zu den Speleanern, den Caligariern und Quadianiern schicken, um sie vor der neuen Bedrohung zu warnen und im Falle eines erneuten Kampfes um Unterstützung zu bitten“, erläuterte Randor den Anwesenden und wartete die Reaktionen der Masters ab. Er sah sich im Raum um und erhielt von allen Seiten Zustimmung. „Wer meldet sich freiwillig, unsere Verbündeten zu benachrichtigen?“ fragte er nach.

Sy-Klone und ich werden zu den Quadianiern aufbrechen“, meinte Mekaneck, der sich als erster meldete.

Dann werden Ram Man und ich zu den Caligariern gehen“, meldete sich Man-E-Faces. „Und ich werde zu den Speleanern reisen“, stellte Fisto fest.

Denkst du nicht, es wäre besser noch jemanden mit zu nehmen?“, fragte ihn Duncan. „Ich kann gut auf mich selbst aufpassen, Bruder. Und außerdem sollten noch ein paar von uns hier sein, wenn diese Blechhaufen nochmals auftauchen sollten, bevor wir mit den Verstärkungen zurück sind.“

Dann ist es beschlossen“, bestätigte Randor die Entscheidungen der Anwesenden: „Ich wünsche euch auf eurem Weg viel Glück, und hoffe dass ihr schnell zurückkehren könnt.“ Augenblicklich verließen diejenigen der Masters den Raum, die sich als Boten gemeldet hatten und brachen zu ihren Zielen auf. Zurück blieben neben den verschiedenen Offizieren der Wache nur Randor, Duncan, Roboto und Mossman. Wenige Minuten später verließen auch die letzten den Besprechungsraum, und nachdem Duncan sich entschuldigt hatte, da er dringend nach Teela sehen wollte, stand Randor alleine am Fenster des Besprechungszimmers, und starrte hinaus auf die Ebene vor der Hauptstadt, auf welcher noch vor wenigen Stunden eine gewaltige Schlacht im Gange war.

Als Adora das Krankenzimmer betrat, wurde sie vom behandelnden Arzt bereits erwartet: „Prinzessin Adora. Ich dachte mir, dass Ihr als erste nach Captain Teela sehen würdet. Ich…“ - „Wie geht es ihr?“ unterbrach Adora den Arzt, bevor dieser fortfahren konnte. „Nun, wir… sie.. sie lebt“, entgegnete der Arzt sichtlich verunsichert auf Grund ihres fordernden Auftretens: „Was hat das zu bedeuten? Sie lebt? Wie schlimm sind ihre Verletzungen? Wann wird sie geheilt sein?“ bohrte Adora nach. Unbemerkt von beiden betrat Man-at-Arms das Zimmer und lauschte den Ausführungen des Arztes.

Nun… das ist nicht sicher“, stammelte der Arzt: „Wir konnten ihre ersichtlichen Verletzungen recht gut versorgen, aber sie hat viel Blut verloren… Wir… wir glauben, dass sie… dass sie überleben wird, aber es gibt keine… Garantie, dass sie jemals wieder vollständig genesen wird.“ Sprachlos blickte Adora auf Teelas Bett. Sie wirkte so friedlich, und wären da nicht die vielen Verbände und Bandagen gewesen, die sich über ihren gesamten Körper ausdehnten, hätte einem der Gedanke kommen können, die junge Frau würde einfach nur schlafen. Für Adora und alle anderen, die den vormals blutüberströmten Körper leblos am Rande des Explosionskraters liegen gesehen hatten, rückte der Gedanke des friedlich schlafenden Mädchens in weite Ferne, wurde ersetzt durch Bilder des Grauens, die sie vielleicht nie wieder vergessen konnten. Während Adora still auf das Bett starrte, löste sich Duncan aus seiner Starre und trat an das Bett heran. Erst jetzt bemerkten der Arzt und Adora seine Anwesenheit. „Man-at-Arms, Sir! Ich.. ich wollte… es ist keinesfalls so….“, mit einer Handbewegung schnitt Duncan dem Arzt das Wort ab. „Ich habe es zur Kenntnis genommen, Doktor. Sie können gehen“, meinte er mit ruhiger Stimme, doch selbst der Arzt konnte bemerken, dass es unter der ruhigen Oberfläche des Waffenmeisters zu brodeln begann, und er wusste, dass er nicht in der Nähe sein wollte, wenn sich der aufgestaute Zorn und die Verzweiflung des Waffenmeisters entladen würden. Schnell verließ er den Raum und ließ Teela mit ihrem Vater und der Prinzessin alleine zurück.

Eine Weile standen Adora und Duncan schweigend nebeneinander und betrachteten Teela, bis Adora die Stille nicht mehr ertragen konnte und das Wort an ihn richtete: „Es… es tut mir leid! Es ist… alles meine Schuld! Teela ist nur verletzt worden, weil sie mich retten wollte.“ Duncan wusste nicht, was er antworten sollte. Er war viel zu aufgewühlt, was den Zustand seiner Tochter betraf. Weder konnte er Adora widersprechen, noch ihr die Schuld zuweisen. „Vielleicht solltest du dich besser ausruhen. Ich werde an Teelas Seite wachen“, meinte er schließlich nach einer schier endlos erscheinenden Zeitspanne zu ihr. Adora nickte ihm zu und verließ das Krankenzimmer in Richtung ihrer eigenen Gemächer.

 

ill_141


Duncan nahm sich einen Stuhl und setzte sich neben das Krankenbett von Teela. Die ganze Zeit hallten die Worte des Arztes in seinem Kopf: "Keine Garantie… keine Garantie, dass sie jemals wieder vollständig genesen wird." Er blickte zu seiner Tochter. Fast hätte er sie für einen schlafenden Engel gehalten, fast. "War es mein Fehler, der dich in Gefahr gebracht hat? Habe ich die Situation falsch eingeschätzt? Hätte ich nicht nach Grayskull fliegen dürfen? Was soll passieren, wenn die Ärzte nicht einmal wissen, ob du jemals wieder genesen wirst?" Die ganze Nacht befasste er sich mit diesen und ähnlichen Gedanken, während er seine schlafende Tochter beobachtete.

 

Fortsetzung folgt ...

 

weiter