Der Horde-Roboter stand inmitten eines großen Kraters und starrte auf sein Werk. Als die
Staubwolke sich weiter verflüchtigte war eine Silhouette im Staub zu erkennen. Auf Ihr
Schwert gestützt stand Prinzessin Adora am Rand des Kraters und starrte auf etwas, das sich
zwischen Ihr und dem Roboter zu befinden schien.
Mit der Gewissheit, dass Ihre Anführerin den Angriff überlebt hatte, aus Gründen die Ihnen
allen noch verborgen blieben stürzten sich die Verteidiger Eternias erneut in die Schlacht.
Randor und Marlena lagen sich gegenseitig in den Armen und atmeten auf, erleichtert, dass
Ihre Tochter den Angriff überlebt hatte. Nach dem kurzen Moment der Freude verfolgten Sie
den wiederaufflammenden Kampf weiter, wobei Sie immer wieder auf die sich nur langsam
entfernende Staubwolke vor Adora achteten.
Das letzte woran Adora sich erinnern konnte, war das Geräusch von abgefeuerten
Strahlenwaffen. 'Bin ich jetzt tot? Fühlt es sich so an, tot zu sein? Es scheint alles so
real zu sein.' Als Sie sich der Kampfgeräusche um Sie herum gewahr wurde, öffnete Sie
langsam die Augen und bemerkte, dass Sie am Rand eines großen Kraters stand. Erschöpft
stützte Sie sich auf Ihr Schwert und versuchte zu sehen was um Sie herum passierte, als Ihr
Blick an einer Gestalt hängen blieb, die langsam im Staub sichtbar wurde. Als der
Staubnebel sich mehr und mehr auflöste konnte Adora eine Art von grauer Kutte erkennen, in
die die Gestalt gehüllt war. Ein seltsames Gefühl breitete sich in der jungen Prinzessin
aus, als Ihr Blick den Rücken der Gestalt traf, und Sie fragte Sich wo Sie diese Person
schon einmal gesehen hatte, fand jedoch keine Antwort auf diese Frage.
Wer ... wer bist Du?", fragte Sie die Gestalt mit brüchiger Stimme. Die Gestalt drehte
Ihren Kopf zu Ihr, und unter der Kapuze der Kutte leuchteten ein paar Augen hell auf, ehe
es die Prinzessin musterte.
Adora schreckte zurück. Dieses helle Aufblitzen der Augen unter Kutte war Ihr mehr als nur
unheimlich, und langsam regten sich in Ihr Erinnerungen an eine Person mit der diese
Gestalt erschreckende Ähnlichkeit hatte. Adora zitterte und Angst spiegelte sich in Ihren
Augen, als einer der Greifarme des Horde-Roboters an der Gestalt vorbei schoss und auf
Ihren Oberkörper zielte.
Adora riss die Augen auf, bereitete sich auf den Schmerz vor, den Sie verspüren würde, wenn
der Arm des Roboters sich in Ihr Fleisch bohren würde, doch nichts von alledem geschah.
Der gewaltige Roboter flog in einem hohen Bogen zurück und krachte mit einem gewaltigen
Knall auf Catra's Kommandofahrzeug, auf welchem die Kampfmaschine in Flammen aufging.
Der letzte Rest des Staubnebels war mit dem Rückstoss der Kampfmaschine verschwunden und
die unbekannte Gestalt stand inmitten der kämpfenden Truppen.
Angreifer wie auch Verteidiger hatten das zweite Mal innerhalb weniger Augenblicke den
Kampf unterbrochen, als der mächtige Roboter mit einem lauten Knall in Flammen aufgegangen
war.
Catra stand auf den Resten Ihres einstiegen Triumphwagens und blickte auf die Reste Ihrer
Armee.
Viele Trooper waren im Kampf gefallen, Ihre größte Trumpfkarte lag brennend zu Ihren
Füßen und ein seltsamer Fremder stand inmitten der Kämpfenden. Alles deutete darauf hin,
dass dieser Fremde Ihren mechanischen Champion besiegt hatte. Der Fremde stand am früheren
Aufenthaltsort des Roboters. Der Roboter war zurückgeschleudert worden und ein tiefes Loch,
wie das von einem Energiestrahl klaffe in seiner metallischen Brust.
In der Ferne konnte sie eine zurückkehrende Luftflotte erkennen und Sie begann neue
Hoffnung zu schöpfen, diese Schlacht doch noch als Siegerin zu verlassen. Ihre Gesichtszüge
entgleisten, als ein Truppführer zu Ihr sprach und Sie darauf hinwies, dass es sich bei
der ankommenden Luftflotte um die eternischen Streitkräfte unter der Führung von Stratos
und Buzz Off handelte.
Fürrr heute habt Ihrrr gewonnen! Doch ich werrrrde Dich unterrrwerrrrfen Adorrrra! Hörrst
Du!", rief Catra voller Boshaftigkeit über den Ort des Kampfes: "Rrrrückzug! Merrrrow ...
Rrrrückzug!"
Sofort stoppten die Soldaten der Horde die Angriffshandlungen und setzten Ihre Waffen nur
noch ein, um Ihren Rückzug zu decken. Die Verteidiger gewannen die Überhand und versuchten
den feindlichen Truppen nachzusetzen, bis Fisto den Befehl erteilte die Verfolgung
abzubrechen: "Riskiert keine Verluste! Lasst Sie ziehen!" Lediglich die Luftflotte unter
Führung von Stratos und Buzz Off setzte nach, um die Reihen der Verteidiger zu schützen und
den Horde-Truppen bei Ihrem Rückzug so viel Schaden wie möglich zuzusetzen. Da Ihre eigene
Luftflotte besiegt war, hatten die Truppen unter Catra's Kommando den Wind Raidern und
Battle Hawk's kaum etwas entgegenzusetzen.
Während die Kampfhandlungen aussetzten rannte Duncan unverzüglich auf den Krater zu, in
dem seine Tochter regungslos lag. In Sorge um Ihren Zustand stürzte er an der Prinzessin
Eternias vorbei, die sich nun mehr als nur erschöpft auf Ihr Schwert stützte und immer
noch auf die unheimliche Gestalt blickte, die wenige Meter vor Ihr stand. Als Duncan den
Puls von Teela fühlen konnte, erhob er sich langsam aus dem Staub des Kraters. Deutlich
war Ihm anzusehen, wie erleichtert er darüber war, dass seine Tochter noch lebte.
Wenige Augenblicke später kam ein von Mekaneck gerufenes Sanitäterteam hinzu und kümmerte
sich um die bewusstlose Teela.
Noch während Teela behandelt wurde, wandte Duncan sich dem Fremden zu, der Ihm und Adora
regungslos gegenüberstand und das Geschehen zu beobachten schien.
"Wer bist Du? Und warum hast Du uns geholfen?", fragte er den Fremden. Deutlich war das
Misstrauen in seiner Stimme zu hören und diesmal versuchte der Waffenmeister Eternias
nicht einmal es zu verbergen. Zu viel war geschehen in den letzten Tagen.
Zusammen mit Adora starrte Duncan den Fremden an und wartete auf eine Antwort. Beiden
schien es, als würden Sie bereits eine Ewigkeit warten, als die Gestalt das Wort an Sie
richtete.
"Die alte Schuld ist nun beglichen!", sprach er mit einer kalten, unbarmherzigen Stimme,
und wieder leuchteten seine Augen kurz auf unter der Kapuze. Unvermittelt drehte er sich
um und ging.
"Was hat das zu bedeuten? Welche Schuld?", rief Adora Ihm hinterher, doch er antwortete
nicht und setzte seinen Weg fort.
Man -E- Faces schloss zu Duncan auf: "Sollen wir Ihn aufhalten oder Ihm folgen?" Duncan
schüttelte den Kopf. "Nein Man -E- Faces. Wir sollten Ihn ziehen lassen", antwortete er
auf die Frage seines Kampfgefährten. Er hatte ein Gefühl as wäre dies das Beste für alle,
doch wollte er so kurz nach der Schlacht niemanden beunruhigen. 'Teelana, steh mir bei!
Ich hoffe Du hast diesen Fremden geschickt, sonst könnten wir alle verloren sein!'
Die Giganten starrten dem Fremden hinterher, bis dieser hinter einer Düne verschwand.
Als die Sanitäter sich daran machten Teela vorsichtig auf eine Bahre zu verfrachten,
wachte diese auf. "Was ist passiert?", fragte Sie mit schwacher Stimme und versuchte sich
aufzusetzen. "Du hast Adora gerettet", antwortete Man at Arms auf Ihre Frage. "Ruh Dich aus
Teela. Wir haben gewonnen." '...dieses Mal', fügte er in Gedanken hinzu, während er Seine
Hand auf Ihre Schulter legte und Sie zärtlich, aber bestimmt auf die Trage zurückdrückte.
Fisto, der inzwischen herbeigeeilt war und mit einigen der Männer überschwänglich den Sieg
gefeiert hatte, stürmte herbei, an die Seite von Teela, und erkundigte sich nach Ihrem
Zustand. Selbst als Ihn die anderen davon überzeugt hatten, dass Sie in besserem Zustand
sei, als es zu erwarten war, und Sie auf der Bahre in Richtung der Krankenstation getragen
wurde, wich er nicht mehr von Ihrer Seite. Als Ihr Onkel konnte er schließlich nicht
einfach zusehen, wie Sie weggebracht wurde.
Duncan wollte seiner Tochter folgen, als er bemerkte wie Adora immer noch auf den Punkt
starrte, an dem der seltsame Fremde vorhin verschwunden war. "Adora? Ist alles in Ordnung
bei Dir?" Er erhielt keine Antwort. Hinter Duncan trat Mekaneck hervor und wollte zu Adora
gehen, doch Duncan hielt Ihn zurück. Mit einem Kopfschütteln bedeutete er dem galaktischen
Kundschafter, dass es besser wäre, die anderen zurück in Richtung des Palastes zu
begleiten. Er selbst näherte sich der Prinzessin und blieb unmittelbar hinter Ihr stehen.
Eine Weile stand er nur da, versuchte teils zu erkennen, ob es etwas gab, das Sie sah und
er nicht, bis er zu der Meinung kam, dass es nichts dergleichen gab, was Ihren Blick
fesseln würde. "Was bedrückt Dich Adora", fragte er schließlich in sanftem Tonfall.
Adora drehte Ihren Kopf und blickte zu Ihrem Mentor. Aus traurigen Augen sah Sie Ihn an.
"Es .. ist nichts, Man at Arms", antwortete Sie Ihm, wissend dass er die Lüge ebenso wenig
glauben würde, wie Sie selbst das tat. "Du musst es mir nicht sagen, wenn Du nicht willst,
Adora. Aber wenn Du jemanden zum reden brauchst, bin ich immer für Dich da." - "Ich weiß.
Und ich bin Dir dafür auch sehr dankbar Man at Arms." Adora hielt kurz inne: "Was hat die
Sorceress gesagt? Kann Sie mir die Macht, die nötig ist um mich zu verwandeln, zurückgeben?"
Sie versuchte mit Ihrer Frage offensichtlich abzulenken, doch war es wichtig, dass Adora
erfuhr, was die Sorceress gesagt hatte: "Nein, das kann Sie nicht", antwortete der
Waffenmeister auf Adora's Frage "Zumindest sagte Sie mir das. Sie meint, Du alleine wärst
dafür verantwortlich, dass Du Dich nicht mehr verwandeln kannst." - "Aber wie ist das
möglich? Was soll ich getan haben, um die Macht zu verlieren?" - "Ich weiß es nicht
Adora! Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Du Grayskull so bald wie möglich aufsuchst."
Adora nickte. Sie stützte sich nun nicht mehr auf Ihr Schwert auf, welches Sie in die
Scheide auf Ihrem Rücken steckte, als Duncan Ihr andeutete zum Palast zurück zu gehen.
In Gedanken versunken folgten beide in einigem Abstand der Bahre, auf der Teela befördert
wurde.
Während sich Duncan jedoch noch Gedanken über sein Gespräch mit der Sorceress machte, waren
die Gedanken von Adora ganz und gar bei dem seltsamen Fremden, der Sie und Teela gerettet
hatte. Ein kalter Schauer lief Ihr den Rücken hinab als Sie sich an die kalte,
unbarmherzige Stimme des Fremden erinnerte. Die Worte die er gesprochen hatte, hallten
noch Immer in Ihrem Kopf: 'Die alte Schuld ist beglichen!' Was konnte das nur bedeuten?
Wieso brachte Sie diese Stimme dazu zu erschaudern? Wer war der Fremde und was wollte er?
Adora fühlte sich auf eine seltsame Art und Weise mit dem Unbekannten verbunden, auch wenn
Sie wusste, dass er eine Gefahr für Sie alle bedeuten konnte. Er hatte Sie immerhin
gerettet, auch wenn niemand seine Gründe würde nachvollziehen können.
Bei den Toren des Palastes angekommen, wurden Sie von König Randor und Königin Marlena
empfangen, die wenige Augenblicke zuvor schon den anderen Masters zu Ihrem Sieg gratuliert
hatten. Freudestrahlend schloss Marlena Ihre Tochter in die Arme, um die Sie in der
Schlacht solche Angst gehabt hatte. Randor erteilte den Kommandeuren neue Anweisungen, wie
die Wachen sich zu postieren hatten und welche Abwehrmaßnahmen im Falle eines erneuten
Angriffes, der ja nicht ausgeschlossen werden konnte, zu ergreifen wären. Solange Teela
verletzt war, wollte er nichts dem Zufall überlassen. Sicherlich waren Ihre Untergebenen
gute Offiziere, doch hatten nur wenige die Erfahrungen, die Teela oder gar er selbst
vorweisen konnten.
"Adora, Ich bin so froh, dass Dir nichts zugestoßen ist", flüsterte Marlena Ihrer Tochter
zu. Sie musste mit sich selbst kämpfen Ihre Tränen zu unterdrücken, um die Etikette zu
wahren.
Als Marlena die Umarmung löste, hatte Randor den Soldaten Ihre Befehle erteilt und wandte
sich nun ebenfalls seiner Tochter zu. Er deutete eine leichte Umarmung an, entscheid sich
dann jedoch dagegen und bot Ihr nur die Hand an, als er Ihren teils traurigen, teils
grimmiges Gesichtsausdruck bemerkte. "Ich gratuliere Dir zu Deinem Sieg, meine Tochter",
meinte er trocken. "Ich bin sehr stolz auf Dich Adora!" Wie mechanisch nahm Adora die Ihr
dargebotene Hand. Die Worte Ihres Vaters versetzten Ihr einen Stich und Sie wünschte er
hätte Sie nie gesagt. So wie zu Adam. Nie hatte er Ihrem geliebten Bruder gesagt, dass er
stolz auf Ihn wäre. Niemals! Obwohl Adam es viel mehr verdient hatte als Sie. Scham
überkam Sie, als Sie daran dachte und machte Sich auch äußerlich bemerkbar, als Sie leicht
errötete.
König Randor bemerkte, das leichte Erröten seiner Tochter, schenkte dem aber keine weitere
Beachtung. "Wir sprechen später", flüsterte er Ihr zu und wandte sich den Soldaten zu:
"Ihr habt heute tapfer gekämpft für die Freiheit Eternias! Noch sind wir nicht sicher, ob
wir die Horde endgültig besiegt haben, doch für heute können wir den Sieg feiern." Die
Menge jubelte Randor und auch Adora, die Sie zum Sieg geführt hatte und nun nahezu
regungslos und apathisch neben Ihrem Vater stand, zu. Während Duncan den Offizieren der
Wache anstelle seiner Tochter den Befehl erteilt hatte, trotz aller Feierlichkeiten
wachsam zu sein und die Verteidigungsanlagen einsatzbereit zu halten, hatten sich König
und Königin mit den meisten der Giganten in den Palast zurückgezogen.
Einzig Adora war außerhalb geblieben und wartete mit stoischer Miene, bis Teela an Ihr
vorbei in Richtung der Krankenstation getragen wurde. Die Rufe der Menge schienen sie fast
völlig kalt zu lassen, nur aus Anstand nickte Sie hin und wieder einigen Soldaten zu oder
erwiderte den ein oder anderen Gruß. Sie bemerkte den ein oder anderen besorgten Blick auf
Teela, doch die Mehrzahl war viel zu sehr in Feierlaune um die Verletzungen Ihrer
Befehlshabenden Kommandantin wahrzunehmen. Die wenigen besorgten Blicke stammten zumeist
von Soldaten, die direkt gesehen hatten was geschehen war. Als die Bahre hinter den
Toren des Palastes verschwand folgte Adora schnell und ließ die feiernden Truppen mit
Ihren Kommandanten alleine. Sie selbst zog es vor dem Trubel zu entgehen, da Ihr nicht nach
feiern zumute war.
Fortsetzung folgt ...