Als Teela aufwachte war um Sie herum nichts als Dunkelheit. Angst stieg in Ihr auf, doch Sie bemerkte, dass nur der Raum im Dunkeln lag. Durch das halb-offene Fenster konnte Sie die Sterne am morgendlichen Himmel über Eternia sehen. Bald würde auch die Sonne wieder zum Vorschein kommen. Ein mattes Leuchten kündigte das baldige Erscheinen bereits an. Vorsichtig setzte Sie sich auf und sah sich im Krankenzimmer um. Sie selbst lag noch immer im Bett nahe des Fensters, trug nun aber ein Krankenhausnachthemd und nicht mehr Ihre Uniform. Mehrere Bandagen, Verbände und Tupfer zierten Ihren Körper und Ihr Fußgelenk war mit einem engen Stützverband umbunden. Die Krankenschwester musste lange mit Ihr zu tun gehabt haben, vor allem, da keiner der Verbände Ihre Bewegungsfähigkeit einschränkte. In der Dunkelheit sah Sie die Silhouette von zwei weiteren Personen auf dem anderen Bett des Zimmers. Sie konzentrierte sich auf die Konturen und Sie konnte Prinzessin Adora, die in diesem Bett unter der Decke schlief, und Königin Marlena, die neben dem Bett auf einem Stuhl saß, mit dem Oberkörper auf der Decke und an Ihre Tochter gelehnt ebenfalls eingeschlafen war, erkennen.
So wie es aussah, hatte die Königin die ganze Nacht über Sie und Ihre Tochter gewacht, bis Sie irgendwann die Müdigkeit überwältigt hatte und auch Sie eingeschlafen war. Teela fühlte sich schwach. Es war ein für sie ein mehr als nur ungewohnter Zustand. Sie war Captain der Garde und als solche war sie verantwortlich für die Sicherheit und den Schutz des Königs, der Königin und der Prinzessin, sowie des Palastes. Sie sollte nicht untätig auf der Krankenstation liegen und ein Krankenbett hüten.
Sie ließ sich in Ihr Bett zurück fallen, lag mit offenen Augen da und starrte an die Decke, wartete bis die Sonne aufgehen würde. Lange dachte sie darüber nach was geschehen war. Sie war losgezogen Adora zu suchen, sie zu retten, doch letztenendes war es Adora, die sie gerettet hatte. Sie war verwirrt. Nie zuvor hatte sie Adora kämpfen sehen. Sie wusste nicht einmal, dass Adora ein eigenes Schwert besaß, und doch war es so. Adora war weitaus erfahrener im Kampf als wohl irgendjemand vermuten würde, auch wenn sie augenscheinlich aus der Übung war. Teela selbst hätte es wohl kaum geglaubt, wenn Sie es nicht mit ihren eigenen Augen gesehen hätte.
Während sie sich Gedanken darüber machte, was das zu bedeuten hatte, vernahm sie ein Geräusch von nebenan. Sie sah wie Adora aufgewacht war und versuchte sich nun aufzusetzen, ohne ihre Mutter zu wecken. Adora hatte damit keinen Erfolg und Teela bemerkte nun, wie die Königin sich aufsetzte und noch etwas müde auf Ihre Tochter herabblickte. Sie selbst empfand die Stille die augenblicklich zwischen ihnen dreien herrschte als unangenehm und beschloss Sie zu brechen:
"Guten Morgen, Eure Majestät, guten Morgen Adora", sprach sie in einem gequält fröhlich wirkenden Tonfall. "Guten Morgen Ihr beide", meinte Marlena zu den beiden, sichtlich überrascht, dass auch Teela schon wach war. "Wie geht es euch beiden heute Morgen? Ihr seid sicherlich hungrig. Ich lasse euch augenblicklich etwas zu essen bringen, und rufe die Ärzte um euch untersuchen zu lassen."
"Mir geht es gut Mutter. Die Schwester hat meine wenigen Wunden gut versorgt." Marlena war froh zu hören, dass es Ihrer Tochter wieder besser ging. Dennoch wollte sie erst die Ärzte konsultieren. "Ich fühle mich ebenfalls gut, Eure Majestät. Wenn es möglich ist, möchte ich noch heute wieder meinen Dienst aufnehmen", antwortete Teela auf die Frage. Marlena lächelte Teela zu. "Das werden die Ärzte entscheiden müssen Teela." Dann verließ Sie den Raum, um Ärzte und Essen für die beiden zu organisieren.
Einen Moment lang war es still zwischen Adora und Teela, bis Teela das Wort ergriff. "Danke für gestern Adora. Du hast mich gerettet." Adora blickte an die Decke: "Ich hatte Glück und war zur richtigen Zeit am richtigen Ort." - "Ich wusste gar nicht, dass Du ein eigenes Schwert besitzt Adora, und dass Du so gut damit umgehen kannst." Adora schluckte. Sie hatte diese Frage kommen sehen, schon seit vielen Jahren, war aber nicht darauf vorbereitet. Weder heute, noch jemals zuvor. Sie musste Ihr Geheimnis bewahren! Auch wenn sie sich nicht mehr verwandeln könnte, so hatte Sie geschworen niemals jemandem das Geheimnis anzuvertrauen. Unter allen Umständen. Doch konnte Sie Teela deswegen belügen? Verzweifelt suchte Sie einer Antwort, mit der Sie Ihre engste Vertraute und beste Freundin nicht belügen würde und zugleich Ihr Geheimnis bewahren könnte, als die Türe Ihres Krankenzimmers aufging. Königin Marlena betrat das Zimmer in Begleitung einer Magd, die zwei Tabletts mit Essen trug und des Arztes, der die beiden jungen Frauen bereits gestern untersucht hatte, sowie zwei junger Krankenschwestern. Zuletzt betrat Duncan das Zimmer und wartete in einer Ecke bis er die beiden jungen Frauen ungestört sprechen konnte. Der Arzt machte ihm aber schnell klar, dass er zuerst vor dem Zimmer zu warten hätte, bis er wieder hereingebeten würde.
Der Arzt trat an Teela's Bett heran, entfernte einige wenige Verbände und richtete sein Hauptaugenmerk dann auf ihren Knöchel, welchen er einige zeitlang untersuchte.
"Sie sollten sich in den nächsten Tagen noch etwas zurückhalten, Captain Teela, und regelmäßig die Verbände und Bandagen wechseln lassen damit keine Narben oder Wunden zurückbleiben. Wenn Sie mir versprechen, ein wenig kürzer zu treten, entlasse ich Sie aus meiner Obhut.", meinte er schließlich zu Ihr. "Ich verspreche es", entgegnete Teela dem Arzt. "In Ordnung, dann wird Ihnen Schwester Ann Ihre Verbände nochmals wechseln und ich sehe währenddessen nach der Prinzessin." Der Arzt wandte sich Adora zu während eine der beiden Krankenschwestern an Sie herantrat, ihr Nachthemd öffnete und anschließend all ihre Verbände und Bandagen wechselte, einige davon auch wegließ, da die Wunden schon so gut wie verheilt waren.
Währenddessen untersuchte der Arzt die wenigen Wunden, die sich Adora zugezogen hatte, und war sehr zufrieden mit der Heilung: "Eure Wunden sind sehr gut verheilt Prinzessin. Für euch gilt selbiges wie für Captain Teela. Lasst Eure Wunden noch die nächsten Tage frisch verbinden und ich kann euch entlassen." Adora nickte zustimmend und ließ die andere der beiden Krankenschwestern ihr Nachthemd öffnen und die Verbände wechseln. Der Arzt hatte nach der Untersuchung der Prinzessin das Zimmer verlassen. Nachdem die beiden Schwestern die Versorgung der beiden jungen Frauen abgeschlossen hatten und das Zimmer verließen, trat Duncan ein.
Er sah die beiden von einem Tablett essen, das eine der Mägde hereingebracht hatte. Beide sahen wieder munter aus und dem Vernehmen des Arztes nach, waren Sie beide nicht ernsthaft verletzt, sondern sollten sich nur etwas schonen. Nachdem die Magd den Raum auf seine Anweisung hin verlassen hatte, war außer den beiden nur noch die Königin im Raum anwesend.
"Guten Morgen, Eure Majestät, Prinzessin, Teela." Duncan nickte den Frauen nacheinander zu.
"Wie geht es der Prinzessin und Teela?" fragte er die Königin, um beide nicht beim essen zu stören. "Der Arzt hat beiden etwas Ruhe verordnet. Sobald Sie das Frühstück zu sich genommen haben, dürfen sie die Krankenstation verlassen.", beantwortete Marlena die Frage. "Gut dass Sie nicht schwerer verletzt wurden. Es ist lange her seitdem die letzte Bedrohung von Eternia abgewendet wurde und wir haben wohl alle angenommen, der Frieden würde ewig anhalten." - "Wie wahr Duncan." Marlena sprach ein wenig mit Duncan, bis ihre beiden Töchter ihr Frühstück beendet hatten und von Duncan zu Ihrem Kampf befragt werden konnten.
Inzwischen waren auch die Masters von Ihren Aufklärungsmissionen zurück und fanden sich nach und nach im Krankenzimmer von Adora und Teela ein. Als letzter kam Randor durch die Tür. Er sah gestresst aus und ein strenger Blick ließ alle Fragen diesbezüglich augenblicklich verstummen.
Die Masters erstatteten dem König und Man at Arms Bericht. Keiner von ihnen hatte etwas gefunden, was Rückschlüsse auf Identität oder Gründe des Angriffes bringen könnte.
Nachdem die beiden Ihre Frühstück beendet hatten, wandte sich Duncan an sie und erkundigte sich nach den Geschehnissen des Kampfes. Gemeinsam erzählten Adora und Teela was sich zugetragen hatte. Duncan versuchte beeindruckt zu wirken. Er kannte Adora's Geheimnis und so war es für Ihn nicht verwunderlich, dass die Prinzessin eine geschickte Kriegerin war. Vielmehr war er besorgt darüber, dass sie den Kampf als Adora bestritten hatte, ohne sich zu verwandeln. Er nahm sich vor, sie später unter vier Augen darauf anzusprechen. Ganz anders als Duncan war Königin Marlena zutiefst überrascht von der Tatsache, dass Ihre Tochter einen solchen Kampf bestritten hatte und siegreich daraus hervorgegangen war. Die Königin bemerkte, dass Sie nicht die einzige war, die so fühlte. Teela wirkte ebenfalls sehr überrascht. Ebenso ihr Mann und die anderen Masters.
Als die Erzählung geendet hatte, fragte Duncan sie, ob sie sich vorstellen könnten, wer hinter dem Angriff auf sie steckte und warum.
Es waren Roboterflugschiffe, die den Wind Raider angegriffen haben, Vater. Und auch die Krieger waren Roboterkrieger. Sie kamen wie aus dem nichts. Ich kann nicht sagen warum sie angegriffen haben", antwortete Teela wahrheitsgemäß. "Könnten es Reste von Skeletor's Armee sein?", fragte Buzz Off. "Ich glaube nicht. Ich habe solche Roboter-Krieger noch nie gesehen", beantwortete Teela die Frage des Andreeniden. "Aber ich!", warf Adora ein: "Ich kenne diese Art von Soldaten nur zu gut. Es waren Horde-Soldaten. Und Sie waren nur einem einzigen Grund hinter Teela her. Sie wollten verhindern, dass Sie uns warnen kann!"
Adora blickte in die erschrockenen Gesichter Ihrer Eltern, Duncan's, Teela's und der anderen Masters. "Wovor sollte Teela uns warnen?", fragte Duncan die Prinzessin. "Vor einer Invasionsarmee! Sie sind hier um Eternia zu erobern!", war sich Adora sicher. "Bei allem Respekt, Eure Majestät", meinte Stratos zu Adora: "Aber wir haben den ganzen Tag über nach Hinweisen auf die Angreifer gesucht. Aber wir haben nichts gefunden." - "Ich weiß was ich gesehen habe Stratos! Es war ein gewaltiges Raumschiff das auf Eternia gelandet ist und es hat einen riesigen Krater hinterlassen. Ihr müsst doch wenigstens den Krater gefunden haben?"
Adora wirkte nervös. Sie hatte den Eindruck, als würden ihr die anderen nicht glauben. "Einen Krater haben wir durchaus gefunden", mischte sich Mekaneck ein. "Doch außer einem Meteoriten haben wir nichts darin gesehen. Schon gar kein Raumschiff." - Seit Ihr euch sicher, dass Ihr euch nicht geirrt habt, Prinzessin?", meinte nun auch Fisto, der mit Mekaneck zusammen die Einschlagstelle untersucht hatte. "Nein, verdammt! Ich weiß doch was ich gesehen habe! Haltet Ihr mich für verrückt?" Adora blickte ungläubig und auch ein wenig aufgebracht in die Runde. Dass sie nur ein Krankenhausnachthemd trug verbesserte den Eindruck nicht gerade.
"Ich glaube Dir Adora", bestärkte Marlena Ihre Tochter. Auch Teela nickte zustimmend. Adora wusste zu gut über den Gegner bescheid, als dass es sich um einen Irrtum handeln konnte. Teela wusste ebenso wenig wie die anderen Anwesenden woher Adora dieses Wissen nahm. Es war eines der Geheimnisse, die die Prinzessin Eternias umgaben. Teela vermutete, dass es mit Teilen Adora's Vergangenheit, über die die Prinzessin nie gesprochen hatte, oder sprechen wollte, zusammenhing. "Was denkst Du wird passieren Adora?", duzte Teela ihre Freundin. Normalerweise tat sie das nicht in Gegenwart anderer, doch in diesem Augenblick hielt sie es für die bessere Lösung.
"Ihr normales Vorgehen nach der Landung auf einem Planeten ist der sofortige Aufbau eines Basislagers. Sofern Sie das nicht tun, haben Sie bereits ein Angriffsziel, welches Sie nach der Eroberung zu Ihrem Basislager machen wollen. Sie positionieren sich um Ihr Angriffsziel um dann von allen Seiten her angreifen zu können. Und zwar baldmöglichst nach Ihrer Ankunft!", erklärte Adora die Vorgehensweise ihrer neuen Gegner. Sie gab einige ihrer Erfahrungen mit der Horde wieder, ließ dabei aber einige Details, über die Sie nicht gerne sprach, weg.
Bedrückendes Schweigen breitete sich unter den Anwesenden aus. Auch wenn sie keine Hinweise auf eine Angriffsarmee gefunden hatten, so war die Schilderung der Prinzessin so detailliert, dass niemand mehr an Ihrer Aussage zweifelte.
"Und was nun? Sollen wir hier nur herumsitzen und warten bis wir angegriffen werden?" Fisto war aufgesprungen und hatte fast mit seiner Faust gegen eine Wand geschlagen, sich aber dann gerade noch zurückgehalten, um den Palast nicht zu beschädigen.
"Bestimmt nicht Fisto", antwortete Duncan seinem Bruder: "Wir werden uns auf einen Angriff vorbereiten, egal wann er kommen mag!
Noch bevor Duncan seinen letzten Satz richtig beendet hatte, schrillten die Alarmsirenen des Palastes los.
Fortsetzung folgt ...