Wenig später erreichte Duncan den Palasthof, wo er auf die anderen Masters, und einige von Teela's Offizieren, sowie eine
komplette Einheit der Garde traf. Er begrüßte die Anwesenden freundlich, unterbrach damit aber auch die teilweise schon
laufenden Gespräche. "Es ist gut, dass Ihr euch alle hier versammelt habt. Ihr habt sicher schon gehört, dass es unsere
Aufgabe gewesen wäre Prinzessin Adora zu suchen, die gestern Nacht aus dem Palast verschwunden ist." Duncan pausierte
kurz: " Das ist aber nicht mehr notwendig. Teela ist noch nachts mit einem Wind Raider aufgebrochen, um die Prinzessin zu
suchen, und Sie und Adora sind heute Morgen zurückgekehrt." Er hörte einige erleichterte Worte von den Masters und
bewundernde Worte für seine Tochter, vor allem von Ihren Soldaten. "Dann können wir uns ja einen schönen Tag machen", warf
Ram Man ein, und erntete dafür einen tadelnden Blick von Duncan: "Leider ist bereits ein neues Problem aufgetaucht Ram
Man", meinte er mit düsterer Stimme: "Die beiden wurden von einem unbekannten Feind angegriffen, und verletzt." Plötzlich
kam Unruhe auf, und vor allem die Soldaten tuschelten untereinander.
"Konnte eine von den beiden den Feind erkennen? War es einer der
ehemaligen Untergebenen von Skeletor?" wollte Buzz Off wissen. "Wir
konnten Sie bisher nicht befragen Buzz Off. Beide liegen zur Zeit in
der Krankenstation, und erholen sich von Ihren Verletzungen. Die Ärzte
sind der Meinung, dass es sich nicht um ernsthafte Verletzungen
handelt, und beide spätestens morgen wieder entlassen werden können",
beantwortete Duncan die Frage des Andreniden. "Wir sollten nicht bis
morgen warten, sondern versuchen selbst herauszufinden wer Sie
angegriffen hat", meinte Stratos. Der Herr von Avion hoffte, dass es
keine neue Bedrohung für Eternia sein würde, denn auch sein Volk wäre
davon betroffen gewesen. " Genau das sollten wir tun Stratos",
antwortete Eternias Man at Arms.
"Buzz Off und Stratos nehmen sich den Luftraum vor. Man E Faces und
Syclone, Ihr solltet versuchen Teela's Wind Raider zu finden. Wenn ich
die Verletzungen richtig interpretiere solltet Ihr im Evergreen Forrest
anfangen zu suchen. Mit etwas Glück findet Ihr an der Absturzstelle
Hinweise auf die Angreifer. Fisto und Mekaneck werden die Grenzen
aufsuchen, und nach allem Ausschau halten, was in irgendeiner Weise
Verdächtig ist. Ram Man, Du wirst in den Evergreen Forrest gehen, und
versuchen Moss Man zu finden. Ich selbst werde zusammen mit den
Offizieren der Garde die Wachen an den Palastmauern verstärken und alle
Verteidigungsanlagen überprüfen. Noch irgendwelche Fragen?" Duncan sah
fragend in die Runde: "Dann an die Arbeit. Zögert nicht, die anderen zu
benachrichtigen, wenn Ihr etwas Verdächtiges bemerkt." Duncan war
sichtlich besorgt, doch er war bei weitem nicht der einzige. Auch wenn
sich die Masters nichts anmerken lassen wollten, und einen
zuversichtlichen Eindruck machten, als Sie zu Ihren Aufgaben
aufbrachen, so wusste Duncan es besser.
Während die Masters Ihren Aufgaben nachgingen, wachten
Königin Marlena und an Ihrer Seite König Randor über den Schlaf Ihrer
Tochter. Mit sorgenvollem Blick konnten beide mitverfolgen wie Adora,
sich immer wieder von einer Seite auf die andere drehte. Schweißperlen
glänzten auf Ihrer Stirn, und immer wieder sprach Sie leise im Schlaf.
Marlena versuchte zu verstehen, wovon Ihre Tochter sprach, was Ihre
Tochter so sehr quälte, dass es sogar Ihre Träume heimsuchte. Sie hielt
den Atem an, als Sie realisierte wie Adora den Namen ‚Adam' immer
wieder wiederholt hatte. Sie ergriff die Hand der jungen Frau, die
unruhig vor Ihr lag, und streichelte zärtlich darüber. Mehr als je
zuvor wünschte Sie sich zu erfahren, was damals wirklich passiert war,
doch weder Adora noch Teela, die nun im Nebenbett schlief, hatten
jemals wirklich darüber gesprochen. Damals hatte Sie geglaubt Adora
würde über den Verlust Ihres Bruders hinwegkommen. Obwohl Adora Ihr
deutlich gemacht hatte, dass Sie dieses Ereignis nie verwinden würde,
so hatte Marlena die Hoffnung nie aufgegeben, dass Ihre Tochter
irgendwann wieder ein normales Leben führen könnte. Sie merkte wie
diese Hoffnung zu zerbröckeln begann. Adora litt. Mehr als Sie es
zugeben wollte, oder konnte. Sie fragte sich, was Ihre Tochter wohl
träumen würde, was Sie selbst in Ihren Träumen so quälen könnte?
"Ist etwas nicht in Ordnung?" fragte Randor seine Frau, als er Ihr Sorgenvolles Gesicht sah. Sie blickte zu Ihm, hörte
dabei nicht auf, die Hand Ihrer Tochter zu streicheln. "Ich weiß nicht Randor. Sie wirkt so verletzlich, wie Sie da liegt,
und noch erst vor kurzem soll Sie gekämpft ... und Teela gerettet haben. Was hätte Ihr alles passieren können?" Sie hatte
Ihm nicht erzählt, dass Sie gehört hatte, wie Adora den Namen Ihres Bruders erwähnt hatte. Vielleicht würde Sie es später
tun, aber erst musste Sie sich darüber klar werden, wie sie selbst damit umgehen würde, ob Sie Ihre Tochter darauf
ansprechen sollte, oder auf Sie warten sollte.
"Du hast Recht. Aber Sie hat Ihren eigenen Kopf." Beinahe hätte Randor Ihr 'So wie Adam' geantwortet, verschluckte diese
Worte aber noch rechtzeitig. Er wollte seine Frau nicht an Ihren gemeinsamen Sohn erinnern, vor allem nicht, da Adora
gerade verletzt nach einem Kampf in der Krankenstation lag. Er legte seine Hände um Ihre Hüfte, drückte Sie an sich und
küsste Sie.
"Sie ist stark, so wie Du.", flüsterte er Ihr zu. Eine Weile hielt er Sie einfach fest, während Sie Adora's Hand hielt.
"Die Konferenz von der ich Dir erzählt habe, beginnt in einer Stunde. Ich muss noch Vorbereitungen treffen. Es tut mir Leid,
dass ich euch beide alleine lassen muss Marlena", sprach er mit festerer Stimme als er sich von Ihr löste. "Es ist in
Ordnung. Ich bleibe bei Adora, und selbstverständlich auch bei Teela", antwortete Sie Ihm. Er bedauerte es zutiefst, seine
Frau und Tochter nun alleine lassen zu müssen, doch er hatte Verpflichtungen, die er nicht einfach ignorieren konnte.
Verständnisvoll, aber dennoch traurig sah Marlena Ihrem Gatten hinterher als dieser die Krankenstation verließ und Sie und
die beiden jungen Frauen alleine ließ. Nicht das erste Mal wünschte Sie, nicht die Königin zu sein, sondern einfach nur eine
normale Frau, ohne die Bürde der Verpflichtung, die auf Ihr und Randor lastete. Sie wünschte einfach nur für Ihre Familie,
zu der Sie in gewisser Weise auch Teela zählte, da sein zu können.
Besorgt sah Sie zu Adora und drückte Ihre Hand fester, als Sie merkte wie Ihre Tochter anfing leicht zu zittern und wieder
den Namen Ihres Bruders erwähnte.
Adora stand auf einer grünen Wiese. Um herum war alles sehr friedlich und idyllisch. In einiger Entfernung sah Sie ein
strahlendes Schloss auf einer Anhöhe stehen. Castle Grayskull.
Wenige Schritte von Ihr entfernt saß ein junges Mädchen mit rotbräunlichem Haar im Gras, und pflückte Blumen. Als Adora
sich Ihr näherte stand Sie auf, und steckte Ihr eine wundervolle weiße Blume ins Haar. Sie lächelte, und Adora lächelte Sie
ohne zu zögern auch an. Die andere ergriff Ihre Hand, und gemeinsam, Hand in Hand liefen Sie auf das Schloss zu. Beide
waren fröhlich und lachten, als Sie dem Schloss näher und näher kamen. Beide beschleunigten Ihren Schritt als Sie einen
blonden Jungen aus dem Schloss kamen sahen, der ein Schwert lässig in der Hand trug.
Beide beschleunigten Ihren Schritt und rannten schließlich auf den Jungen zu, der anfing freudig zu grinsen, und sein
Schwert in einer Scheide auf seinem Rücken verstaute, als er die beiden Mädchen auf sich zukommen sah. Beide Mädchen
rannten immer schneller werdend auf Ihn zu, und als Sie Ihn erreicht hatten, fielen Ihm beide um den Hals. Sie waren dabei
so stürmisch, dass Sie Ihn beinahe zu fall brachten, doch der blonde Junge konnte sich auf den Beinen halten. Die beiden
Mädchen lagen in den armen des blonden Jungens. Für einen Moment empfanden die drei vollkommenes Glück. Sie lösten die
Umarmung nach schier endlosen Momenten. Die beiden Mädchen ergriffen je eine andere Hand des Jungen. Gemeinsam liefen die
drei in Richtung der untergehenden Sonne, hin zu einem kleinen See, unweit entfernt von Castle Grayskull. Zeitgleich ließen
Sie die drei sich nach hinten ins Gras fallen. Gemeinsam beobachteten Sie den Sonnenuntergang. Als die Sonne unterging
und es langsam kälter wurde, kuschelten sich die beiden Mädchen an den Jungen zwischen Ihnen. Ein Gefühl der Wärme und
Geborgenheit breitete sich in Adora aus, und sie lächelte als Sie Teela und Adam neben sich im Gras liegen sah. Teela
schmiegte sich ebenso sehr wie Sie selbst an den Körper Ihres Bruders. Beide hatten Ihre Augen geschlossen und genossen es,
einfach die Anwesenheit des anderen zu spüren. Das blonde Mädchen spürte eine Hand durch Ihre Haare streichen, und langsam
aber sicher wurde Sie müde, und Sie schlief in den Armen Ihre geliebten Bruders ein.
Mitten in der Nacht wachte Sie auf. Mit Schrecken bemerkte Sie, dass Sie alleine am Ufer des Sees lag. Von Ihrem Bruder
oder Teela war nichts zu sehen. Schnell stand Sie auf, und rief nach den beiden: " Adam! Teela! Wo seid Ihr? Adam? Adam!
Alleine stand Adora mitten in der Dunkelheit. Alles um Sie herum war so dunkel, dass Sie nicht einmal Ihre eigene Hand vor
Ihren Augen erkennen konnte. Sie war alleine, das wusste Sie ganz genau. Nach einer Zeit gewöhnten sich Ihre Augen an die
Dunkelheit. Trotzdem konnte Sie nichts erkennen. Sie befand sich in absoluter Dunkelheit. Vorsichtig tastete Sie sich weiter,
bemerkte dass Boden unter Ihren Füssen war, auch wenn Sie diesen nicht sehen konnte. Stundenlang irrte Sie in der
Dunkelheit herum, aus der es keinen Ausweg zu geben schien, bis Sie erschöpft zu Boden sank. Sie fühlte sich einsam und
verlassen. Sie schreckte auf, als Sie plötzlich eine Berührung an Ihrer Hand spürte. Sie sah hoch, und konnte eine Gestalt
erkennen, die neben Ihr stand. Zwar konnte Sie nicht sehen, um wen es sich handelte, aber Sie spürte dass es sich bei der
unbekannten Person um Ihren Bruder handelte. Behutsam ergriff Sie die dargebotene Hand. Sie hatte Angst, die Hand würde
einfach wieder verschwinden wenn Sie versuchen würde sie zu ergreifen. Sie spürte wie Kraft und Zuversicht Sie durchströmte,
als Sie Ihre Finger um die von Adam schloss. "Komm mit mir Adora. Ich hole Dich hier raus.