Sie versuchte aus der Ferne weitere Details erkennen, wie die Truppenstärke oder den Kommandanten der Einheiten. Sie bekam mehr und mehr ein schlechtes Gefühl als dutzende von Panzereinheiten das Raumschiff verließen, und von hunderten von Soldaten in metallenen Rüstungen begleitet wurden. Während sie sich vorsichtig vom Rand des Kraters entfernte, dachte Sie über Ihre Möglichkeiten nach. Sie musste auf alle Fälle Ihren Vater und Man at Arms informieren. Die Armee aus dem Raumschiff war eindeutig feindlich. Immerhin trugen Sie die Insignien der Horde! Auch wenn sich Adora nicht vorstellen konnte, wie dies möglich war. Nach allem was Sie von Ihrem Vater wusste, hatte Königin Angella Ihm mitgeteilt, dass die Königreiche von Etheria schon vor Jahren einen triumphalen Sieg über die Horde errungen hatten, und Sie von Ihrem Planeten vertrieben hatten.
Da Sie keinen Communicator bei sich hatte, musste Sie sich beeilen um zurück in die Hauptstadt, und zum Palast zu kommen. Sobald Sie in ausreichender Entfernung zum Krater war, rannte Sie los.
Es war das Beste was Sie im Moment tun konnte. Es wäre unverantwortlich wenn Sie alleine versuchen würde Sie hier zu stoppen, ohne die anderen zu warnen. Sie konnte nicht wissen, ob Sie alleine überhaupt eine Chance hatte, immerhin war ein Feind aufgetaucht, der längst als besiegt galt.
Der Wind Raider glitt durch die kalte Morgenluft Eternias als Teela in Richtung des kaum mehr
wahrnehmbaren Glühens am Horizont, welches Sie vor kurzem entdeckt hatte, flog. Vielleicht
lag dort auch der Grund für die Erschütterungen des letzten Abends? Wenn Adora in der Nähe
war, so war Sie sicherlich dort, um nachzuforschen was passiert war.
Langsam begann die junge Frau sich Sorgen um Ihre Freundin zu machen. Es könnte gefährlich
werden, und Adora würde alleine vielleicht nicht klar kommen. Bald schon würde es hell
werden, Ihr Vater würde die anderen rufen, und Sie würden eine Suche starten. Wo könnte
Adora noch sein? So weit konnte Sie in so wenigen Stunden gar nicht gekommen sein. Fieberhaft
überlegte Teela welche Orte Adora gerne aufsuchte, falls Sie nicht in der Nähe des Kraters
finden würde.
Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als der Wind Raider seitlich von einer Strahlenwaffe
getroffen wurde. Erschrocken sah die Pilotin sich um, und sah wie 3 Gleiter immer weiter
feuernd auf sie zukamen. Teela fragte sich, wer die Angreifer waren, und wo Sie auf einmal
her kamen. Sie hatte niemanden bemerkt, bis der Wind Raider getroffen wurde. Geschickt wich
Sie den entgegenkommenden Strahlen aus, und änderte Ihren Kurs. Sie checkte die Anzeigen und
bemerkte, dass die Triebwerke des Wind Raiders beschädigt waren. Mit dieser Beeinträchtigung
hatte sie kaum eine Chance den Angreifern zu entkommen. Sie aktivierte Ihren Communicator und
versuchte Ihren Vater, oder jemand anderen im Palast zu erreichen: " Hier ist Captain Teela.
Ich werde von fremden Schiffen angegriffen, und befinde mich auf dem Rückflug in Richtung
Eternos." Alles was sie hörte war statisches Rauschen. "Hier ist Captain Teela. Empfängt
irgendjemand meine Nachricht?" Nach wie vor, war statisches Rauschen alles was aus dem
Communicator tönte. ‚Sie stören die Frequenzen! Wieso wollen Sie nicht dass ich jemanden
kontaktiere?' Wie Schuppen fiel es Teela von den Augen. ‚Das muss eine Vorhut sein. Irgendwo,
wahrscheinlich bei diesem Krater muss eine größere Anzahl von Ihnen sein, und Sie wollen um
jeden Preis Ihre Entdeckung verhindern. Ich muss so schnell wie möglich zurück, und die
anderen warnen.'
Teela wandte all Ihr Können auf, um den stetigen Schüssen der feindlichen Strahlenwaffen
auszuweichen, was Ihr eine zeitlang auch gelang. Aufgrund der beschädigten Triebwerke war es
Ihr aber nicht möglich den Angreifern zu entkommen, welche Ihr beständig näher kamen.
Die technische Überlegenheit der Angreifer, erschwerte es Teela zunehmend dem Feuer
auszuweichen, bis der Wind Raider schließlich von weiteren Treffern erschüttert wurde. Die
Triebwerke versagten Ihren Dienst. Teela war nicht mehr in der Lage das Gefährt zu
kontrollieren. Der Wind Raider geriet ins schlingern, und stürzte auf den Evergreen Forrest
zu. Teela merkte, dass Sie keine Chance hatte, das Fluggerät unbeschadet zu landen, und
bereitete sich auf einen möglichst gefahrlosen Absprung vor. Als der Wind Raider die
Baumgrenze erreichte, sprang Sie ab, glitt durch die Äste und Blätter, und landete auf dem
Waldboden. Sie verzog das Gesicht vor Schmerzen als Sie auf dem Boden aufkam, und spürte,
dass Ihr Knöchel den Aufprall auf dem Boden nicht gut überstanden hatte. Ihr Körper war von
Ästen zerkratzt, Ihre Kleidung stellenweise aufgerissen, und blutverschmiert. Aber Sie war am
Leben.
Der Wind Raider schlug unweit von Teela's Absprung Stelle in den Waldboden ein, und verging
in einer Explosion, die niemand überlebt hätte. Insofern war Teela mehr als nur froh,
abgesprungen zu sein, auch wenn Ihr Knöchel bei jedem Schritt höllisch schmerzte. Sie verbarg
sich nahe eines großen Baumes versuchte von dort aus zu sehen, ob die Angreifer abdrehen
würden.
Bange Sekunden vergingen, und Teela konnte erkennen, wie die Flugmaschinen über der
Absturzstelle des Wind Raiders kreisten. Seltsame Krieger, in metallisch anmutenden
Rüstungen waren wenige Augenblicke später neben dem brennenden Wrack erschienen, inspizierten
augenscheinlich die Trümmerteile.
Nach mehreren Minuten konnte Sie sehen, wie die feindlichen Flugmaschinen wieder in Richtung
des Kraters flogen. Sie hoffte, dass Sie davon ausgingen, dass Sie den Absturz nicht
überlebt hätte. In Ihrem jetzigen Zustand konnte Sie Ihnen kaum entkommen. Sie versuchte
aufzutreten, und Ihren Weg zurück zum Palast zu Fuß fortzusetzen, aber der Schmerz, den Sie
bei jedem Schritt verspürte hinderte Sie an einer schnellen Fortbewegung. Schließlich suchte
Sie nach einem längeren Ast, welchen Sie als Krücke verwendete, um Ihr Beim, und Ihren
Knöchel nicht belasten zu müssen.
Mit der Gehhilfe kam Sie in einem für Ihre momentane Situation recht schnellen Tempo voran,
bis Sie ein rascheln in einem nahen Gebüsch vernahm. Noch ehe Sie mit Ihrem gehandicapten
Bein darauf reagieren konnte, stürmten zwei Soldaten in metallischen Rüstungen hervor, und
bedrohten Sie mit gezückter Strahlenwaffe, und Schwertern. Teela versuchte Ihre Chancen
abzuschätzen, die aufgrund Ihrer Verletzung nicht gerade gut standen, als hinter Ihr zwei
weitere Soldaten durch das Dickicht brachen, und Ihre Waffen auf Sie richteten. Gegen vier
bewaffnete Gegner hatte Sie in Ihrem jetzigen Zustand keine Chance, und so blieb Ihr nichts
anderes übrig als sich zu ergeben.
Schüsse in der Luft erweckten Adora’s Aufmerksamkeit. Durch die dichte Blattdecke des Waldes konnte
Sie nicht sehen, was über Ihr vor sich ging. Sie versuchte den Geräuschen des Feuergefechtes zu folgen,
und bald darauf sah Sie einen Wind Raider in der durch die Baumkronen schlingern, und wenige Momente später
auf dem Waldboden aufprallend in einem massiven Feuerball vergehen. Sie riss die Augen auf, und hoffte,
dass niemand mehr in dem Fahrzeug war. Sie beschleunigte Ihren Schritt, um zu sehen, ob jemand überlebt hatte.
An der Absturzstelle konnte Sie nur Metallschrott oder brennende Einzelteile finden, keine Spur von Überlebenden.
Gerade als Sie die Absturzstelle wieder verlassen wollte, bemerkte Sie wie einige Horde Soldaten durch das
Dickicht auf eine Lichtung stürmten. Adora schlich sich vorsichtig an die Soldaten heran. Mit Schrecken,
aber auch ein wenig Erleichterung erkannte Sie Teela, die vom Feind umzingelt war.
Teela war also in dem abgestürzten Wind Raider, und hatte den Absturz
überlebt. Teela musste versucht haben Sie zu finden, und war wohl von
Batmechs abgeschossen worden. Adora schlich ein wenig näher heran, und
bemerkte, dass Teela’s ganzer Körper von Rissen und Schnitten übersäht
war. Sie stützte sich auf einem großen Ast ab, und Adora bemerkte wie
Ihre Freundin versuchte Ihr linkes Bein nicht zu belasten. Adora zog
sich zurück. Sie wusste dass Sie so nicht helfen konnte. Seit
Ewigkeiten hatte Sie nicht mehr gekämpft, und sehr zum Leidwesen Ihrer
Freundin, hatte Sie ebenso wie Ihr Bruder, als er noch lebte nicht sehr
viel Wert auf Kampftraining gelegt. Anders als bei Adam hatte man es
Adora jedoch nachgesehen. Sie war immerhin eine junge Frau, und man
erwartete von Ihr nicht, dass Sie eine Kriegerin wurde. Anders als bei
Ihrem Bruder. Sie verfluchte diesen Umstand, und schob die Gedanken an
Adam beiseite. Sie musste jetzt an Teela denken, und nicht an Ihren
Bruder. Es gab nur noch eine Person, die Teela jetzt retten konnte.
Adora griff über Ihre Schulter, zog Ihr Schwert aus der Scheide auf
Ihrem Rücken hervor. Sie blickte auf das Schwert das Ihr Schicksal war,
und welches Ihr Leben so viele Jahre bestimmt hatte. Das Schwert war
schwer geworden. Es kam Ihr vor, als hätte Sie es früher mit größerer
Leichtigkeit gehalten als es nun der Fall war, aber das würde sich in
wenigen Augenblicken ändern.
Sie streckte das Schwert gen den Himmel und rief: „FÜR DIE EHRE VON
GRAYSKULL!!!“ Sie erwartete die Macht des Guten, die sie wie gewöhnlich
durchströmen würde, und zu She-Ra der mächtigsten Frau im Universum
machen würde. Doch diesmal war es anders. Es geschah nichts! Verwirrt
blickte Sie auf Ihr Schwert, das langsam schwer in Ihrem Arm wurde. Ein
weiteres Mal rief Sie die Worte, die Sie schon so oft ausgesprochen
hatte, die Sie zur mächtigsten Frau des Universums, und zur
Verteidigerin Eternias gemacht hatten. „FÜR DIE EHRE VON GRAYSKULL!!!“
Entkräftet ließ Adora Ihr Schwert zu Boden sinken. Sie war geschockt.
Sie konnte sich nicht in She-Ra verwandeln. Panik stieg in Ihr auf, und
Ihre Gedanken kreisten um das warum. Doch Sie konnte keinen der
Gedanken festhalten. Sie begann zu zittern. Es war wie damals, an dem
Tag als Sie Adam verlor. ‚Warum nur?’ fragte Sie sich. ‚Warum musste
Sie alles in Ihrem Leben an Ihren Bruder erinnern? An Ihre Schuld?’ Sie
wollte nicht auch noch Schuld am Tod Ihrer besten Freundin sein. Sie
musste es verhindern, unter allen Umständen. Adora schulterte das
Schwert, stürzte los. Ohne über die Folgen nachzudenken, stürmte Sie
durch das Gebüsch auf die Lichtung, auf der Teela von den
Horde-Troopern bedroht wurde. Sie sprang förmlich über das Unterholz,
tauchte wie aus dem nichts über Ihrem ersten Gegner, dem Trooper, der
Teela von vorne mit seinem Blaster bedrohte, auf. Mit einem mächtigen
Schwerthieb von oben teilte Sie Ihren Feind in 2 Teile. Funken stoben
aus dem Trooper, und machten die 3 anderen auf das Geschehene
aufmerksam, auch wenn es für den 2.ten Trooper bereits zu spät war.
Adora hatte kaum auf dem Boden aufgekommen Ihr Schwert aus dem zerstörten Horde-Soldaten gezogen, und schlug nun nach dem unvorbereiteten Soldaten, dem Sie damit den Brustschild aufschlitzte. Funken stoben, und deuteten auf das Ende des Troopers hin. Adora drehte Sich um, bereit den nächsten Gegner anzugreifen, als Sie in die Mündung einer Horde-Strahlenwaffe blickte. Aus großen Augen sah Sie den Trooper an. ‚Ich habe versagt! Ich konnte Teela nicht retten. Was wird jetzt passieren? Es darf so nicht enden! Ich muss irgendetwas tun.’ Adora machte sich weniger Sorgen um Ihr eigenes Leben, als um das Ihrer Freundin. Sie selbst war schon in schlimmeren Situationen gewesen, und hatte Sie überstanden. Allerdings hatte Sie bisher die Möglichkeit gehabt sich in She-Ra zu verwandeln.
Fortsetzung folgt ...