Heute:
Entsetzt wich König Randor zurück. Noch nie hatte er einen solchen Wutausbruch seiner Tochter erlebt. Ruhig versuchte er auf seine Tochter einzugehen: "Adora, hör mir bitte zu! Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass…"
"Nein ! Sei still! Ich will keine weiteren Ausreden von Dir hören!" schrie Sie Ihn an: "Du hast keine Ahnung. Du warst bei keinem einzigen Kampf dabei! Du hast Dich nicht um mich bemüht. Es war Adam der mich gerettet hat, und … und…."
"Adora!" Ihre Mutter schritt empört ein:" Das ist nicht fair von Dir! Hätten Dein Vater oder ich gewusst wo Du bist, hätten wir alles in unserer Macht stehende getan um Dich zurückzuholen. Wir haben Adam genauso sehr geliebt, wie wir Dich lieben." Sie trat an Adora heran, und versuchte sie zu umarmen. Adora ließ es nicht zu, und drückte Ihre Mutter sanft von sich weg. "Nein Mutter das habt Ihr nicht!" entgegnete Sie Ihr immer noch aufgebracht: "Adam war mehr als nur mein Bruder! Und ich… und ich habe Seinen Tod zu verantworten!" schrie Sie Ihre völlig überraschte Mutter an, und rannte mit tränenverhangenen Augen an Ihren Eltern, und Teela vorbei.
Jetzt war es endlich herausgekommen. 15 Jahre lang hatte Sie mir der Last gelebt für den Tod Ihres geliebten Bruders verantwortlich zu sein. Endlich hatte Sie Ihren Eltern gesagt, dass Sie sich für das was damals passiert war verantwortlich fühlte. Und vor allem hatte Sie Teela gegenüber erwähnt was Sie schon vor 15 Jahren hätte tun sollen. Adora fühlte sich schuldig. Nicht alleine für was Sie getan, oder auch nicht getan hatte, Sie fühlte sich vor allem dafür verantwortlich, dass Sie es zugelassen hatte, dass Teela Ihre Schuld auf sich genommen hatte.
Ohne sich umzusehen rannte Sie die Treppen des Palastes hinunter, vorbei an Man at Arms und Orko, welche Ihr verwirrt hinterher sahen, hinaus in den Palastgarten und in den Regen…
Randor und Marlena sahen sich nur geschockt an, ebenso wie Teela, der nun erstmals seit 15 Jahren die Gefühle Ihrer Freundin und Prinzessin offenbart wurden. Noch bevor einer der Anwesenden etwas sagen konnte, kamen Duncan und Orko die Treppe herauf, und Duncan erkundigte sich nach dem Grund für Adora's plötzliches Verschwinden aus dem Palast: "Eure Hoheiten, was ist passiert? Prinzessin Adora ist wie von sinnen an mir vorbeigelaufen, und ist im Regen verschwunden."
"Wir hatten eine Auseinandersetzung Duncan", antwortete die Königin ihm. "Anscheinend gibt Sie sich die Schuld für Adams' Tod. Wusstest Du dass Duncan? Oder Du Teela?"
"Nein Hoheit", antworteten beide beinahe gleichzeitig. "Aber das ist doch unsinnig. Warum sollte Adora Schuld am Tod von Adam sein?" Randor's Frage war rhetorischer Natur, doch selbst wenn er eine Antwort erwartet hätte, so hätte Ihm niemand von den anwesenden eine geben können.
"Soll ich einen Suchtrupp zusammenstellen um nach Eurer Tochter zu suchen Hoheit", fragte Teela den König. "Nein, das wird nicht nötig sein Teela", antwortete Duncan, Ihr Vater stattdessen. "Adora ist vernünftig genug sich nicht in unnötige Schwierigkeiten zu bringen. Ich denke Sie braucht einfach ein wenig Zeit. Vielleicht war die Trauerfeier heute einfach zu viel für sie."
"Wie Du meinst Vater. Wenn Ihr mich dann bitte Entschuldigen würdet, Eure Hoheiten, Vater?", meinte Teela. Sie hatte noch immer die nassen Kleider an, die Sie zu der Trauerfeier getragen hatte, und die Ihr die Königin vorher empfohlen hatte, gegen trockene auszutauschen. "Selbstverständlich werden wir das Teela. Schließlich habe ich Dir selbst empfohlen trockene Kleider anzulegen", antwortete die Königin mit einem gezwungenen Lächeln.
Dankbar verließ Teela die Terrasse und lief zu Ihrem Zimmer. Den ganzen Weg musste Sie über Adora's Worte nachdenken. '… und ich habe Seinen Tod zu verantworten!' hallte es immer wieder in Ihren Gedanken. Warum nur ? Warum gab Adora sich die Schuld am Tod Ihres Bruders. Und seit wann ? Sie konnte diese Gedanken nicht erst seit heute haben. Dafür lag zu viel Schmerz in Ihrer Stimme. Als Sie Ihr Zimmer erreicht hatte, es lag unmittelbar in der Nähe der Zimmer von Adora und Adam, schloss Sie die Tür von innen ab. Nachdem Sie frische Kleider aus Ihrem Schrank genommen hatte ging Sie ins Badezimmer, und legte die nassen Kleider ab. Sie fröstelte als ein kalter Luftzug vom Fenster über Ihren nackten Körper wehte. Als Sie das Fenster geschlossen hatte konnte Sie Ihr eigenes Spiegelbild im Fenster reflektieren sehen. Sie erschrak, ob dem Anblick den Sie bot.
Rein äußerlich gesehen hatte Sie sich in den letzten 15 Jahren ebenso wenig verändert, wie der König, die Königin, Prinzessin Adora, Ihr Vater oder die anderen Masters. Eigentlich hatten alle Menschen auf Eternia ein vergleichsweise langes Leben, und erfreuten sich auch nach Jahren noch bester Gesundheit, aber was mit Ihnen geschah, war selbst für eternische Verhältnisse außergewöhnlich. Sie alle machten den Eindruck um nicht mehr als 3 oder 4 Jahre gealtert zu sein, obwohl das Dreifache der Zeit vergangen war. Prinzessin Adora und Teela selbst erweckten sogar den Eindruck gerade erst aus dem Teenager-Alter herausgewachsen zu sein. Teela, wie auch die anderen hatten nie über die Gründe dafür nachgedacht, und es als Geschenk, welches es zweifellos darstellte, angenommen.
Als Sie nun aber sah, wie erschöpft, und müde sie aussah ließ den Captain der Wache aufschrecken.
Mehrere Ringe zierten Ihre blauen Augen, die zurzeit sehr gerötet waren. Ihr Haar war durcheinander, und selbst der Versuch es in einem Pferdeschwanz zu ordnen war nicht mehr richtig von Erfolg gekrönt. Alles in allem sah sie erschöpft und übermüdet aus. Ihr war klar, dass Sie nicht nur so aussah. Wenn Sie ehrlich mit Ihr selbst war, dann musste Sie zugeben, dass Sie sich auch so fühlte.
Da Ihr Vater der Meinung war, dass eine Suche nach Adora unnötig wäre, würde Sie heute sicher nicht mehr gebraucht werden. Kurzentschlossen drehte Sie an Wasserhähnen und ließ Ihre Badewanne voll Wasser laufen. Nachdem Sie Ihre Kleidung verstaut hatte stieg Sie in die inzwischen volle Badewanne. Als Ihr Körper in das heiße Wasser glitt, entspannte Sie sich merklich. Ihre Gedanken kreisten noch eine zeitlang um den heutigen Tag, um Adora, Ihren plötzlichen Ausraster, und vor allem um Adam. Wieder einmal wurde Ihr klar wie sehr Sie Ihn vermisste. Schon bald jedoch hatten Müdigkeit und Erschöpfung Sie sie übermannt, und Sie war in der Badewanne eingeschlafen…
"Was ist nur in Adora gefahren? So habe ich Sie noch nie erlebt.", fragte Randor in die Runde, die nunmehr aus Marlena, Duncan und Orko bestand.
"Ich denke Sie braucht nur ein wenig Zeit um sich Ihrer Gefühle wieder klar zu werden Eure Hoheit", meinte Duncan. "Sie hatte 15 Jahre dazu Zeit, und auch wenn mich der Tod meines Sohnes immer noch sehr trifft Duncan, so habe ich gelernt damit zu leben. Und Adora sollte das auch", entgegnete Randor dem Waffenmeister.
"Du vergisst dass Adora Ihrem Bruder sehr nahe stand Randor", warf Marlena ein: "Die beiden standen Sich vielleicht näher, als wir es jemals konnten? Immerhin war es Adam der Adora zurückgebracht hat, und Ihr geholfen hat, über Ihre Erlebnisse hinwegzukommen. Sie spricht heute noch nicht davon, was Ihr die Ungeheuer angetan haben…... Ich werde morgen nach Ihr sehen. Für heute hat es keinen Sinn mehr."
Randor nickte zustimmend. Er konnte nicht umhin seiner Frau zuzustimmen. Wahrscheinlich hatte Sie Recht. Er hoffte es zumindest.
Nachdem Sie sich alle voneinander verabschiedet hatten, verließen Sie alle die Terrasse und begaben Sich zu Ihren Zimmern, und gingen alsbald schlafen.
Fortsetzung folgt ...